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Henryk M. Broder: Freispruch in Duisburg

Freispruch! Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel und Henryk M. Broder, sichtbar gutgelaunt, vor dem Amtsgericht Duisburg; Foto: Peter Ansmann

Freispruch! Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel und Henryk M. Broder, sichtbar gutgelaunt, vor dem Amtsgericht Duisburg; Foto: Peter Ansmann

Duisburg am 13. Juli 2020: Es herrscht sommerliches Wetter.

Die Einwohner der schönen Ruhrmetropole und die zahlreichen Touristen, die ihren Urlaub in Duisburg verbringen, flanieren über die Königsstraße.

Wenige Meter von Duisburgs prachtvollen  Boulevard entfernt ist auch was los: Henryk M. Broder und sein Anwalt Joachim Steinhöfel sind vor Ort. Nicht als Touristen – wie man annehmen könnte –  sondern als Prozessteilnehmer.

“Ich fürchte inzwischen, meine Zurückhaltung hat das Weltjudentum blamiert. So sind wir sonst nicht.”

Am 10. Mai 2019 war der erste Termin gegen Henryk M. Broder sehr schnell vertagt worden: Weil die Staatsanwaltschaft Duisburg die – angeblich durch Henryk M. Broder getätigte – Aussage, dass Lamya Kaddor “einen an Klatsche habe”, nicht nachweisen konnte.

Die Ruhrbarone hatten dazu im letzten Jahr berichtet (Kurzer Prozess: Henryk M. Broder mit RA Joachim Steinhöfel auf Kurzurlaub in Duisburg).

Die zweite Runde vor dem Amtsgericht Duisburg ging heute schnell vorbei – und endete mit einem Freispruch. Das Medieninteresse war groß. Bedingt durch die Verordnungen um Corona einzudämmen, durfte nur eine Handvoll Zuschauern den Saal 101 des Amtsgerichts Duisburg betreten.

Nach wenigen Minuten endete das Verfahren mit einem Freispruch für Henryk M. Broder.

Sichtlich gutgelaunt verließen Henryk M. Broder und Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel das Gerichtsgebäude im Epizentrum von Duisburg.

2019: Henry M. Broder vor dem Amtsgericht Duisburg; Foto: Peter Ansmann

2019: Henry M. Broder vor dem Amtsgericht Duisburg; Foto: Peter Ansmann

Ruhrbarone: Hat sich die Fahrt nach Duisburg gelohnt?

Henryk M. Broder: Justice was executed. Richterin und Staatsanwaltschaft haben das mit zusammengebissenen Zähnen gemacht, aber Hauptsache, sie haben es gemacht. Ich bin der vorsitzenden Richterin wirklich sehr dankbar, dass sie begriffen hat, dass sie auf dem Weg ist sich schwer zu blamieren.

Ruhrbarone: Wie lange lief das Verfahren jetzt?

Henryk M. Broder: Seit der Anzeigenerstattung sind fast vier Jahre vergangen. Eine Legislaturperiode. Es gibt Ministerpräsidenten die nicht so lange im Amt waren.  Wie heißt der Freistaat? Thüringen.

Ruhrbarone: Das war ja nun der zweite Besuch im schönen Duisburg. Begeistert?

Henryk M. Broder: Wir waren im Mai letzten Jahres hier. Da hatte die Staatsanwaltschaft nichts vorbereitet. Nachträglich bedauere ich eigentlich, dass ich auf Anraten meines Staatsanwaltes damals zurückhaltend war. Ich fürchte inzwischen, meine Zurückhaltung hat das Weltjudentum blamiert. So sind wir sonst nicht.

Ruhrbarone: Und jetzt wird gefeiert?

Henryk M. Broder: Nein, feiern nicht. Ich muss arbeiten. Ich muss noch zwei Texte schreiben. Die ganze Sache hat mich natürlich schon, nicht leidend gemacht, aber schon mitgenommen. Schauen Sie, heute ist der 13. Juli: Wunderbares, Wetter, herrlicher Tag.

Ruhrbarone: Und wir sind in Duisburg!

Henryk M. Broder: Und in Duisburg. Haben die es hier verdient? Naja, OK. Ich bin aus Reykjavik angereist. Vor drei Tagen war ich noch in der Reykjavikerr Sonne. Dafür verkürze ich einen Aufenthalt in Reykjavik um hier vor einem Gericht aufzutreten. Lohnt sich das?

Wenn das zugleich ein Wet-T-Shirt-Contest gewesen wäre, hätte ich ja nichts gesagt. Aber das war eine erbärmliche, klägliche, Veranstaltung der Duisburger Justiz. Die im letzten Moment mit einer Vollbremsung geendet hat.

RuhrBarone-Logo

44 Kommentare zu “Henryk M. Broder: Freispruch in Duisburg

  • #1
    GMS

    "Wenn das zugleich ein Wet-T-Shirt-Contest gewesen wäre" – Das sagt alls über die geiste "Flughöhe" des Herrn Broder aus.

  • #2
  • #3
    Berti

    Zur rechtlich strittigen Frage, ob Frau Kaddor "einen an der Klatsche" haben könnte (oder auch nicht), möchte ich mich aus Gründen der Höflichkeit nicht äußern. Klar ist allerdings, dass ihr das Gericht in Duisburg – sicherlich nicht gern – eine juristische Klatsche verpasst hat. Eine sicherlich heftige Klatsche. Möge das Urteil Erkenntnisprozesse in ihr anstoßen. While there is life, there is hope. (zum Interview, Video zum Beitrag, Broder-Steinhöfel: danke, liebe Redaktion, köstlich, geistreich und rundum erbaulich)

  • #4
    Marc Jenal

    @GMS
    Falls Sie wirklich verstanden hätten, worum es bei diesem Fall ging, würden Sie nicht so schreiben. Nach dem Verlauf dieser Rechtssache möchte man eher die Staatsanwaltschaft und Gericht als geistig unbewaffnet oder zumindest politisch stark indoktriniert ansehen. Wenn ich für solchen Blödsinn meine Zeit bzw. als Steuerzahler (durch bezahlen solcher Verfahren) Geld opfern müsste/muss, ist das Beste, was man daraus noch machen kann, es mit Humor zu nehmen. Das Niveau dieses Ablaufs lässt sich aus meiner Sicht durchaus mit einem wet-Tshirt-Contest vergleichen selbst wenn einige dieser Contests wohl sogar besser vorbereitet sind (Stichwort Beweisabklärung/Zeugenaussagen einholen).

  • #5
    Stephan

    Um zu erkennen, wie Herr Broder sonst so tickt, genügt ein Blick in diesen Artikel der Augsburger Allgemeinen Zeitung: https://www.google.com/amp/s/www.augsburger-allgemeine.de/politik/Publizist-Henryk-M-Broder-scheitert-mit-Klage-gegen-Claudia-Roth-id57351676-amp.html

  • #6
  • #7
    Lehmbruck

    Ob man als dezidiert antifaschistisches Medium, zu denen ich die Ruhrbarone rechne, einem strammen Rechten wie Broder nebst dazu passendem Advokaten Steinhöfel mit einem derart zahmen Interview eine Bühne für seine Selbstdarstellung bieten sollte…ich hätte es nicht getan. Wenn man Claudia Roth und Lamya Kaddor verhöhnt, während man zu einem Geert Wilders, einer Alice Weidel oder einem H.C. Strache nicht wirklich auf Distanz geht, so wie besagter Broder, dann ist man nicht unbedingt sehr fest in der liberalen Demokratie verwurzelt.

  • #8
    thomas weigle

    "Weltjudentum"? Tickt der Broder noch ganz sauber? Das ist ein antisemitischer Kampfbegriff der diversesten rechten Verschwörungsspinner. Nur noch pinlich der ehemals linke Broder.

  • #9
    der, der auszog

    "Tickt Broder noch ganz sauber?"

    zum Wesen vieler linker Deutscher gehört es auch im 21. Jahrhundert noch, gegenüber Menschen mit jüdischen Hintergrund den Lehrmeister zu machen und diesen die Welt zu erklären.

    Wer vom Intellekt her überfordert ist, die Bemerkungen des Polemikers Broder entsprechend einzuordnen, der sollte sich darauf beschränken Wikipedia-Artikel die irgendwie mit Nazis zu tun haben, zusammenzufassen, um seiner antifaschistischen Grundhaltung so etwas wie Substanz zu geben.

  • #10
    Berthold Grabe

    @7
    Broder ist keine strammer Rechter sondern schlicht eine Konservativer in Bester Manier.
    Wenn das schon nicht mehr unterschieden werden kann,dann gute Nacht.

  • #11
    Berti

    Mein lieber Weigle (Kommentator Nummer 8), Juden haben die Gabe, sich auch mal gehörig selbst auf die Schippe nehmen zu können – zynisch, sarkastisch, ironisch. Und ein Henryk M. Broder ist ein Meister darin. Diesbezüglich ist der Begriff des "Weltjudentums" zu verorten. Aber schlichte Gemüter mögen Probleme mit solch einer Verortung und dem zugrundeliegenden (schwarzen) Humor haben. Sei’s drum – wie ich bereits schrieb: While there is life, there is hope, und der eine oder andere steht erst ganz am Anfang seines persönlichen Lernprozesses. (Und an alle: Broder ist weder rechts noch rechtsextremistisch und wird dies auch niemals sein, die penetrante Wiederholung von solchem Nonsens macht ihn nicht "wahrer") Gruß von einem überzeugten Sozialdemokraten ! Berti.

  • #12
    bob hope

    Ich fand Broder lange Zeit wichtig, auch und vor allem als Korrektiv gegen einen Teil der Linken, die ihren teils latenten, teils offenen Antisemitismus hinter einem vermeintlich legitimen Antizionismus verstecken. Ich habe ihn auch als Kritiker der „Gutmenschen“ (der Begriff ist leider von Rechts okkupiert worden, obwohl es ursprünglich Linke waren, die damit die Naivität eines linksbürgerlichen Milieus kritisiert haben) gemocht, der stets darauf hingewiesen hat, dass mit Migranten eben „normale“ Menschen kommen und keine Halbgötter. Dass der Israelhass im arabischen Raum durchaus weit verbreitet ist (übrigens bei Muslimen & Christen), dürfte auch kein Geheimnis sein. Das Problem des Antisemitismus wird man aber nicht dadurch lösen, dass man sich abschottet und ihn auch geografisch möglichst weit wegschiebt, aber darum geht es hier nicht.

    Was ich Broder vorwerfe ist, dass er sich an die AfD ranschmeißt. Es mag eine pragmatische Entscheidung sein, zu sagen: Als Jude habe ich mit den Antisemiten aus dem „Abendland“ genug zu tun – und der ist immer noch vor allem ein rechtes Problem – da brauche ich nicht auch noch die Antisemiten aus dem nahen und mittleren Osten vor der Haustür. Da hilft dann aus seiner Sicht tatsächlich nur noch: Grenzen dicht, auch wenn er deshalb mit Nazis paktieren muss.

    Die Rechnung wird aber langfristig nicht aufgehen, da die AfD ein taktisches, maximal strategisches Verhältnis zu den hier lebenden Juden und zum Staat Israel hat, nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Allein die geschichtspolitischen Debatten in der AfD zeugen davon, dass Auschwitz und der Vernichtungskrieg der deutschen Wehrmacht niemals als das anerkannt werden, was sie waren: Systematische Vernichtungsfeldzüge gegen vermeintliche innere und äußere Feinde.

    Dass Broder Leute in seinem Blog mehrheitlich Leute schreiben lässt, die so etwas nie anerkennen werden und einen Anwalt engagiert, der sich ebenfalls in dem Umfeld bewegt, ist mehr als verstörend. Es sind Leute, deren Maxime heißt: Deutschland den Deutschen, „Ausländer“ (wer immer damit gemeint ist) raus! Auch wenn sie es so niemals sagen würden. Da kann man Broder und uns tatsächlich nur viel Glück wünschen und hoffen, dass seine neuen „Freunde“ niemals an die Macht kommen.

  • #13
    abaraxasrgb

    Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.
    Kurt Tucholsky, was darf die Satire

    Bravo HMB 😉

  • #14
    thomas weigle

    @ Berti Einfach mal die JÜDISCHE RUNDSCHAU lesen, zu deren Schreibern auch Broder gehört. Oder eben bei achgut vorbeischauen. Da nimmt sich keiner selbst auf die Schippe, sondern da wird,wie @bob hope richtig bemerkt, die afd angeschleimt, bis der Arzt kommt. Anfangs konnte man die JR noch lesen, mittlerweile kriege ich nur noch die Krätze,wenn ich das Blatt aufschlage. Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, dass sie noch rechts von der afd steht, insbesondere deren Herausgeber. Ich habe sie jetzt nach 5 Jahren gekündigt.

  • #15
    thomas weigle

    @abraxasgrb Der Begriff "Weltjudentum" stammt aus der Hexenküche antisemitischer Rechter und Judenmörder. Dafür Tucholsky s Bonmot zu bemühen, darauf muss man erst mal kommen

  • #16
    Sofa Hunne

    @13 . Dann sitze ich wohl auf dem falschen Sofa. Hunnen sind z.Zt. sowieso Minderheit.

  • #17
  • #18
    Walter Stach

    bob hope -12-
    ich teile uneingeschränkt Ihre im Beitrag -12- geäußerte Meinung; danke deshalb an Sie für diesen Beitrag.

  • #19
    Aaron Botterbloom

    Lieber Erklärbär Thomas Weigle. Leider hat nicht jeder deinen ‚murxistischen’ Humor, aber an deinem deutschen Wesen wird die Welt schon genesen. Du weißt hoffentlich in welchem braunen Brackwasser du gerade badest wenn du die Autoren einer jüdische Zeitung für deine Infektionskrankheit verantwortlich machst. Allein betrachtet mag das noch gerade eben durchgehen. Aber als Ergänzung deines Bedürfnisses, den Sohn von Holocaustopfern zu unterstellen er wisse nicht um die Bedeutung des Beriffs Weltjudentum gepaart mit der Forderung, er dürfe ihn nicht benutzen, weil das nur judenmördern vorbehalten ist, empfehle ich Dir doch mal kalt zu duschen wenn es dich juckt und anschließend zum Lachen in den Keller zugehen. Da liegen nämlich genügend linke Leichen. Shalömchen.

  • #20
    Helmut Junge

    So eine Bemerkung wie
    „Ich fürchte inzwischen, meine Zurückhaltung hat das Weltjudentum blamiert. So sind wir sonst nicht.“
    besteht nur aus zwei Sätzen, die mit einer reinen Wortanalyse offenbar bereits garnicht mehr verstanden werden können. Ein gutes Beispiel für die Schwäche dieser analytischen Methode.
    Da kommt also ein Wort vor, das auf einem Index steht, ein Wort nur, und schon geht einem der Sinn der Aussage durch die Lappen. Dazu kann ich nur sagen: falsche Methode Bemerkungen zu vertehen. @Thomas Weigle.

  • #21
    thomas weigle

    #17 Schön wäre es, wenn sie mal etwas genauer erklären könnten, warum der Gebrauch des Begriffes "Weltjudentum" durch einen mittlerweile ausgewiesenen Rechten, unter Humor fällt. Ich bin hier nicht dafür bekannt, dass ich in Sachen jüdischer Bürger oder des Staates Israel,mich gegenüber diesen in irgendeiner Form (ober)lehrerhaft verhalte.Ich denke, dass ist ihnen auch bekannt. Wie man den genannten Begriff,v.a. wenn man jüdischer Bürger dieses Landes ist, in dem der Antisemitismus wieder blutig geworden ist, satirisch benutzen kann, erschließt sich mir nach wie vor nicht.
    Wie ihnen bekannt sein dürfte, hat Broder die BRD in den 80ern auch wg des damals wachsenden AS verlassen. Das macht das Ganze für mich noch unverständlicher.

  • #22
    Werner

    @ thomas weigle

    Sie haben "abraxasrgb" darum gebeten "Humor" zu erklären? Etwas, das "abraxasrgb" nicht hat, wie soll er das erklären?

    Broder im Interview bei den Ruhrbaronen … mmh, warum nicht gleich eine offizielle Kooperation mit der Achse der AFD?

  • #23
    abraxasrgb

    Kurt Tucholsky hat die Antwort auf alle Fragen (sie lautet nicht 42): Was darf Satire! Alles!

  • #24
    Werner

    @ abraxasrgb

    ich wußte, dass Sie keine Antwort haben, einmal mehr ein Zitat bringen … schon mal selber gedacht, gelacht?

  • #25
    Helmut Junge

    @Bob Hope, ich weiß nicht sehr viel über Broder, werde mich auch nicht viel um ihn kümmern können, deshalb kann ich deinem Kommentar nichts entgegenhalten. Was ich aber weiß ist, daß er selbst erst als 11-jähriger nach Deutschland kam. Also hat er einen Migrationshintergrund. Deshalb frage ich mich, wieso du ihm unterstellst, daß er eine "Ausländer raus"Ansicht vertreten würde, die mir übrigens nie aufgefallen ist. Irgendwie paßt daß nicht in meinen Kenntnisstand und schon garnicht in meine Logik.
    Bei @Walter Stach dagegen wundere ich mich nicht. Denn der hat sich m.W. schon häufiger negativ zu Broder geäußert.
    Was mich betrifft, ich fühle mich durch Broder gut unterhalten, auch wenn ich seine Ansichten dafür nicht unbedingt teilen muß. Ich mag auch seine derbe Satire. So auch jetzt im diskutiertem Beispiel.

  • #26
    thomas weigle

    @ abraxasgrb Dürfen wir dann demnächst einen satirischen Beitrag über den Holocaust erwarten? Ich glaube nicht, dass Tucholsky seinen Satz auch auf diesen und andere Völkermorde hätte benutzt wissen wollen. Sie scheinen das zu glauben….
    @ Helmut Junge Broder WAR unterhaltsam, er ist es mehr. Manchmal ist Humor/Satire auch eine Frage des Datums.

  • #27
    bob hope

    @Helmut Junge #25: Ich habe Broder keine "Ausländer Raus"-Ansicht unterstellt, ich habe nur kritisiert, dass er Leute auf "achgut" schreiben lässt und sich mit Leuten umgibt, die derartige Ansichten vertreten. Ich kenne Broders persönliche Geschichte und habe auch versucht, seine Beweggründe zu verstehen (im Sinne von: nachzuvollziehen), was nicht heißt, dass ich sie akzeptiere. Im Gegenteil: Ich halte seine Schlussfolgerungen für falsch.

    Vor einem Jahr habe ich ein Interview mit Broder gelesen. Hat einiges gesagt, dem ich zustimmen würde: in Sachen BDS, Antiimps, Iran und Co. Leider ist er allen Fragen ausgewichen, in denen es um sein Verhältnis zur AfD geht. Halte ich für mehr als problematisch.

    @abraxasrgb: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Tucholsky die NSDAP hofiert hat. Nicht nur das unterscheidet ihn von Broder.

  • #28
    Aaron Botterbloom

    26/
    Jetzt wird es albern Thomas. Wir sind doch nicht in der Schule, wo der Lehrer entscheidet, was Humor/Satire ist und was nicht. Hier bei den Ruhrbaronen sind alle erwachsene Leute und keine Kinder. Auch wäre es fair, wenn du mal ein paar Zitate von Broder anführen würdest, an denen du deine Aussagen festmachst. Bislang kam da nur ein Hinweis auf die Achse des Guten und die Jüdische Rundschau, aber das reicht nicht, zumindest nicht, wenn man andere auffordert, Dinge mal etwas genauer zu erklären (siehe 21) Erklär du doch mal was genauer, z.B was ein strammer Rechter ist und was daran so schlecht ist
    und noch eine Frage zum Schluß: Braucht man wirklich 5 Jahre, um eine Zeitung, die es hgerade einmal 6 Jahre gibt, als rechts und schlecht beurteilen zu können? Ich habe den eindruck, dass du gar nicht wirklich weißt wo du politisch stehst, außer irgendwo links, weil das ja der mainstream ist.

  • #29
    thomas weigle

    @ AAron Botterbloom Es ist also "albern",wenn man gewisse Dinge,die mit dem größten Verbrecher der Menschheit zu haben, nicht satirisch benutzt sehen will. Ich habe mich in den letzten Wochen sehr intensiv in einer Serie zu einem Einzelaspektes der Vernichtung der europäischen Juden beschaftigt. Diese Arbeit hat durchaus Auswirkungen auf meine emotionale Befindlichkeit gehabt. Auch deshalb ist der Abgrund zwischen uns unüberbrückbar, Ende der Diskussion von meiner Seite. Da will ich mit ihnen nichts zu tun haben.
    Noch eines: ich bin auch hier schon mehrmals als Rechter "enttarnt" worden, bspw. anläßlich meiner Serie sed-justiz oder wenn ich mich kritisch zu gewissen Verhaltensweisen von Migranten geäußert habe.

  • #30
    Helmut Junge

    @Thomas Weigle, "Dürfen wir dann demnächst einen satirischen Beitrag über den Holocaust erwarten?"
    Erstens erwarte ich das nicht. Jedenfalls nicht bei den Ruhrbaronen, aber wenn das irgendwo trotzdem geschehen sollte, könntest du dich kaum noch steigern. Jedenfalls nicht aus der Sicht deiner Mitmenschen. Nur du würdest evtl. eine Steigerung deiner Empörung feststellen. Du wärst in einem solchen Fall für den Widerstand kaum eine Hilfe.

  • #31
    Psychologe

    Ich finde schon, dass Broder mit den Jahren relativ in bedenkliche Gefilde abgeglitten ist. Ob man ihn als Rechten einordnen muss – keine Ahnung.
    Aber ich kann zumindest sagen, was ich verstörend und wenigstens schwer verständlich finde.
    Es ist schon ganz offensichtlich, dass er über seine ideologischen Gegner ausgesprochen abwertend schreibt. Es geht nie ohne eine Bemerkung über – als wäre das sehr originell – den Intellekt von irgendjemanden. Es trifft auch immer klar das linksliberale Spektrum. Bei der AfD mag es da facettenartig Spitzen geben, aber sein dominierendes Schweigen finde ich doch relativ laut. Und für dieses werden sie natürlich auch keinen Textbeleg finden. Da wird er mindestens schon ausweichend, wenn er sich nicht in seiner sehr unsachlichen und oft auch beleidigen Art sogar sehr gut in die Argumentationsketten seiner AfD-Fanboys in den Welt-Online-Userkommentaren einreiht, die jeden Beitrag plichtgemäß mit "Chapeau, Herr Broder" beginnen.
    Sie finden auf YouTube Beiträge, in denen er Muslimen empfiehlt, sich lieber mit Trommeln zu verständigen.
    Also man muss schon sehr gekonnt vorbei schauen, um hier insgesamt kein Messen mit zweierlei Maß erkennen zu wollen.
    Broder hatte definitiv mal seine Momente – vielleicht auch heute noch. Gerade, wenn es um Antisemitismus ging. Aber vieles andere empfand ich auch sehr unappetitlich und verstörend, seine vermeintliche Schlagfertigkeit (er benutzt Sätze, die er originell findet auch gern mehrfach) überbewertet. Ich kann da auch nur schwerlich jemanden erkennen, der sich klar in einer liberalen oder humanistischen Weise positioniert. Das Meiste ist mindestens widersprüchlich, vieles halte ich auch für völlig daneben. Meine Interpretation ist, dass er gleichzeitig von den Linken fundamental enttäuscht wurde und Muslime noch mehr hasst als Nazis. Also hat er sich irgendwann für eine gewisse Kurzsichtigkeit entschieden.
    Aber vielleicht liegt es ja auch an meinem bescheidenen Intellekt. Vielleicht bin ich ja "genuin dumm".

  • #32
    thomas weigle

    @Helmut Junge Ich bin weiß Gott nicht zart besaitet, wie man hier bei den Ruhrbaronen weiß, aber es gibt für mich Grenzen des Anstandes,die nicht überschritten werden sollten. Broder ist über diese Grenzen locker mit großen Schritten hinweg gegangen.
    "Der Jude ist an allem Schuld,selbst am Antisemitismus. Denn gäbe es den Juden nicht,müsste ihn der Antisemit nicht hassen." Von diesem,seinem früheren Niveau, ist Broder mittlerweile Welten entfernt. Schade eigentlich.

  • #33
    der, der auszog

    @Thoma Weigle

    Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn hat Anfang des Jahres eine interessante Formulierung gebraucht, nachdem Broder seine legendäre Rede vor der AfD Fraktion gehalten hatte und User in den sozialen Netzwerken meinten, ihn mit Hinweis des Holocausts zurechtweisen zu müssen. "Sind wir wieder so weit? … Da meint ein spätgeborener Nichtjude den Sohn von Holocaustopfern belehren zu müssen."

    Um zu verstehen, worauf ich abziele, möchte ich daran erinnern, dass der Vater von Henryk M. Broder als russischer Jude in Auschwitz eingesessen hat, seine Mutter als polnische Jüdin im KZ Buchwald war und der Vater von Thomas Weigle als Wehrmachtsoldat für die Nazis in Osteuropa "neuen Lebensraum" zu erobern versuchte.

    Broder hat Mitte der 80er Jahre ein wichtiges Buch geschrieben mit dem Titel "Der ewige Antisemit". Bevor Sie jetzt wieder einen Herzinfarkt bekommen Herr Weigle, sei gesagt: Ich weiß, dass es einen Nazifilm gibt mit dem Titel "Der ewige Jude", sich Broder also wieder mal rechter Symbolik bedient und ich weiß, dass sie die Polemiken Broder nicht immer verstehen. Aber darum gehts mir nicht. Was ich sagen will: Broders ewiger Antisemit ist deshalb ein wichtiges Buch, weil es mit einem Tabu bricht, denn es beschreibt zum ersten Mal, dass Antisemitismus nicht nur als ein am rechten Rand zu verortendes Phänomen darstellt, sondern genauso im linken Spektrum zu Hause ist, bei linken Studenten zum Beispiel, linken Theaterleuten, linken Journalisten oder linken Lehrern, also all den Leuten, die den ganzen Tag und bei jeder Gelegenheit neben ihrer Berufung ihren persönlichen Antifaschismus abfeiern, mit dem sie alle nichts zu tun haben, weil sie ja links und der Faschismus rechts ist, also „Stramm rechts“, um ihre Formulierung zu wählen.

    Wenn ich mir überlege, dass sie vor 6 oder 7 Jahren, als sie als Leser zu den Ruhrbaronen gestossen sind und sich noch OWL-Baron nannten, immer mal wieder mahnten, dass wir Deutsche uns zurückhalten sollten, was die Kritik an Israelis oder Juden angeht und wenn ich mir jetzt anschaue, wie sie Broder an den rechten Rand stellen, über ihn richten und zu diskreditieren versuchen, dann ist auch hier in der Leserschaft der Ewige Antisemit im Broderschen Sinne aktueller denn je.

    Jetzt noch was zu ihrer Selbsteinschätzung als "weiß Gott nicht zart besaitet, wie man bei den Ruhrbaronen weiß“. Ich möchte gerne ergänzen, dass Sie hier bei den Ruhrbaronen eigentlich als klassischer Dauerempörter auffallen der sich einbildet, er könne in HB-Männchen-Manier Sachlichkeit und Fairness durch Entrüstung und Hetze ersetzen.

    Insofern ist es sicherlich kein Nachteil, wenn sie einen Abgrund, der unüberbrückbar ist, zwischen sich und einigen Lesern hier sehen. So ist zumindest gesichert, dass sie keine anderen mit in den braunen Sumpf ziehen, wenn sie bei ihrer Wortjonglage hinsichtlich des Weltjudentums die Balance verlieren sollten.

    Das geniale an Broder, ist ja, dass er so zuzuspitzen weiß, dass sich seine linksbraunen Kritiker von selbst entlarven und er hat sicherlich Recht, wenn er behauptet, dass auch in dieser Szene der Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch ist. Wie gesagt, sie waren vor einigen Jahren noch sensibler, was das Thema angeht.

    Und wenn Sie meinen hier ihre „emotionale Befindlichkeit“ zur Show tragen zu müssen, dann empfehle ich ihnen sich ein anderes Hobby zu suchen, denn es wäre schade, wenn die Gesundheit eines deutschen Wehrmachtsohnes aus dem Tätervolk den "Einzelaspekten der Vernichtung europäischer Juden" zum "Opfer" fallen würde.

  • #34
    Werner

    @ der, der auszog

    da haben Sie sich aber ausgezogen, in Ihrem Kommentar #33

    wie peinlich ist das denn, was Sie über "thomas weigle" schreiben?

  • #35
    thomas weigle

    @dda Das waren wohl ein paar Schnäpse zu viel gestern und jetzt sind sie heftig verkatert. Jedes weitere Wort zu ihrem Beitrag wäre bei ihrem Niveau und ihrer Unkenntnis zu dem, was ich hier auch als Gastautor geschrieben habe, zu viel und v.a. umsonst. Schönen Tag noch, viel Erfolg bei derÜberwindung ihres Katers.

  • #36
    bob hope

    @der, der auszog:

    Wenn Broder bei seinen neuen, rechten „Freunden“ die gleichen Maßstäbe anlegen würde, wie bei „Linken“ und „Muslimen“, wäre das alles kein Problem. Leider fasst er AfD und Co mit Samthandschuhen an, ignoriert deren völkische und nationalistische Propaganda weitestgehend und bietet ihnen auf der „Achse des Guten“ sogar ein Forum. Dazu kommen regelmäßig billige, sexistische Anspielungen. Broder ist irgendwann rechts abgebogen und hat den Weg leider nicht mehr verlassen.

    Vor vielen Jahren hat Broder sogar mal einen Spendenaufruf für die „jungle world“ gestartet, also für eine linke Wochenzeitung, die den Antisemitismus innerhalb der Linken und auch der muslimischen Community regelmäßig thematisiert – ich glaube nicht, dass er das heute noch so machen würde.

  • #37
    Helmut Junge

    @Bob Hobe, ich hatte Broder nie als Linken gesehen, sondern in meinem politischen Spektrum, das sich von deinem politischem Spektrum unterscheidet, sogar immer als Rechten. Damit meine ich ähnlichen Rechten wie Stoiber, Merz u.a. Deine Rechts-Links-Einteilung sieht komplett anders aus, weil du offenbar nur Rassisten als Rechts einstufst, während ich andere Kriterien habe. Wir brauchen dabei auch nicht zusammenkommen. Aber wenn ich deine Kommentare lese, und bei dir lohnt es sich sogar, sie zu lesen, muß ich mich in dein Spektrum hineinversetzen, um sie zu verstehen. Ich bin aber in Bezug auf Broder komplett anderer Meinung als du. Und weil ich das erklären kann, und du ein intelligenter Mensch bist, erkläre ich es dir auch. Broder bekämpft den Antisemitismus. Das zeichnet ihn in meinem Spektrum weder als Rechten, noch als Linken aus.
    Wenn Muslime Antisemiten sind, greift Broder sie an. Dabei spielt es für Broder keine Rolle, ob diese Antisemiten sich selber als Linke oder als Rechte sehen. Mir ist es übrigens auch egal, wie sich jemand einstuft. Das kommt daher, daß Rechts und Links heutzutage irreführende Begriffe sind.
    Allein wegen deiner Antwort an DDA habe ich mir mal Broders Magazin Achse des Guten angeguckt. Natürlich ist die Seite nicht links, vermutlich nie gewesen. Aus meiner bescheidenen Sicht eben seit längerer Zeit, von anfang an ziemlich Rechts, aber nicht nationalistisch rechts. Aber aus deiner Sicht schon, der du andere Kriterien setzt, weil du offenbar Kritik an Muslimen, aber keine Kritik an AFD bereits als Rechts einstufst. Die Seite von Broder hat aber konservative Schnittmengen mit Teilen der AFD, so wie ich diese Partei sehe. Deshalb bin ich nicht überrascht, daß AFD-nahe Kräfte bei Broder schreiben dürfen. Das dürfen aber auch Leute wie Trampert, die sich als Linke verstehen. Schwierig für uns, sich auf einer solchen unterschiedlichen Basis zu verständigen. Verständigen sollte man sich in dieser Welt schon können. Man muß ja nicht gleicher Meinung sein. Aber wenn du verstehen willst, wieso andere Menschen Broder als Satiriker sehen, kannst du das nur, wenn du dein Links-Rechts-Schema nicht all allgemeingültig einstufst. Das teilen nicht alle Leute mit dir. Aus meiner Sicht gibt es Rassismusmus links und rechts. Antisemitusmus ist Rassismus und nichts anderes.

  • #38
    thomas weigle

    Ich habe Broder u.a. als Autor der Konkret,Spontan und Pardon kennengelernt. Da war er links. So ist es mir jedenfalls in Erinnerung geblieben.

  • #39
  • #40
    bob hope

    @Helmut Junge #37:

    Liest du meine Beiträge überhaupt? Deine Beiträge sind jedenfalls voller Unterstellungen und falschen Schlussfolgerungen, dass es mir schwer fällt, darauf einigermaßen konstruktiv zu antworten. Ich versuche es trotzdem mal.

    Du schreibst an mich gerichtet: „Deine Rechts-Links-Einteilung sieht komplett anders aus, weil du offenbar nur Rassisten als Rechts einstufst“ und „Aber aus deiner Sicht schon, der du andere Kriterien setzt, weil du offenbar Kritik an Muslimen, aber keine Kritik an AFD bereits als Rechts einstufst.“ Wie kommst du auf so einen Unsinn? Habe ich nie behauptet, weder in diesem Thread noch anderswo. Belege dafür wirst du nicht finden. In meinen Beiträgen habe ich stattdessen darauf gewiesen, dass es Antisemitismus sehr wohl bei der „Linken“, bei Migranten und anderen Gruppierungen gibt, wenn ich das hier mal so verkürzt und oberflächlich sagen darf. Ich habe auch mehrfach betont, dass ich mit Broders Analysen und Kritik in dem Zusammenhang durchaus einverstanden bin.

    Ich weiß auch nicht, wo ich jetzt eine Definition von links oder rechts abgegeben habe, aber ich kann es ja mal Anhand der Gegensätze rechts vs. links versuchen: autoritärer vs. antiautoritär, Propaganda vs. Aufklärung, Unterdrückung vs. Emanzipation, Nationalismus vs. Internationalismus, Egoismus vs. Solidarität, Volks-/Religionsgemeinschaft vs. Individuum etc. Insofern sind für mich auch Stalinisten und Islamisten oder Evangelikale und militante Veganer (ist nur eine unvollständige Auswahl) rechts – autoritäre Charaktere eben, die sich nach einer Volks-, Religions- oder wie auch immer gearteten, auf Abgrenzung beruhenden Gemeinschaft sehnen.

    Nächstes Zitat aus #37: „Aus meiner Sicht gibt es Rassismus links und rechts. Antisemitismus ist Rassismus und nichts anderes.“ Sehe ich völlig anders. Hier mal eine Definition des Soziologen Samuel Salzborn, der den Unterschied ganz gut herausstellt: „Im Unterschied zum Rassismus, der auf punktuellen Vorurteilen aufbaut, ist Antisemitismus aber ein umfassendes Weltbild. Das heißt, dass Antisemiten alles, was sie an der modernen Welt nicht verstehen oder ablehnen, antisemitisch deuten. Im Unterschied zu anderen Diskriminierungsformen erscheinen Juden im Antisemitismus zudem immer als schwach und mächtig zugleich.“

    Weiteres Zitat aus #37: „Die Seite von Broder hat aber konservative Schnittmengen mit Teilen der AFD, so wie ich diese Partei sehe. Deshalb bin ich nicht überrascht, daß AFD-nahe Kräfte bei Broder schreiben dürfen. Das dürfen aber auch Leute wie Trampert, die sich als Linke verstehen.“ Die AfD ist keine konservative Partei, sie ist in weiten Teilen völkisch-nationalistisch bis nationalsozialistisch (Flügel). Trampert hat im Jahr 2013 einmal für die „Achse“ geschrieben, seitdem nicht mehr, aus bekannten Gründen, nämlich: Weil er keine gemeinsame Sache mit Rechtsextremen machen möchte.

    Vor sieben Jahren mag die „Achse“ noch eine pluralistische Plattform gewesen sein, die mehrheitlich liberal-konservativ ausgerichtet war, aber eben auch offen für Linke, die sich jenseits der Antisemiten und Antizionisten bewegen, die es in der „Szene“ eben auch gibt. Mittlerweile ist sie ein Sammelbecken für stolze Deutsche. Es mag auch andere Stimmen geben, die sind aber eindeutig in der Minderheit.

  • #41
    Helmut Junge

    @Bob Hope, ich bin gerade zeitlich im Streß. Aber könntest du erst einmal akzeptieren, daß es meinerseits Vermutungen über deine Position sind? Unterstellen will ich dir nämlich nichts. Vielleicht habe ich auch alles falsch eingeordnet. Die Auseinandersetzung wegen unterschiedlicher Positionen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. In den nächsten 10 Tagen kann ich mich nicht darauf konzentrieren.

  • #42
    Helmut Junge

    Bob hope, das hat mir jetzt doch keine Ruhe gelassen. Haben die Nazis die Juden nicht als Rasse verfolgt, haben sie sie nicht als Rasse vernichten wollen?
    Wenn ja, war es Rassismus und ist es heute noch.
    Die moderne Wissenschaft sieht die heute lebenden Menschen im Gegensatz zum Neanderthaler als eine einzige Rasse an. Eine einzige Rasse, ob weiß oder Schwarz, oder sonstwas. Der Neanderthaler war eine andere Rasse. Es gibt also keine Rassen mehr, seit der Neanderthaler ausgestorben ist.
    Aber es gibt Rassismus.
    Das ist meine Ausgangslage. Und weil, ohne deine Antwort abzuwarten, die Nazis die Juden als Rasse verfolgt haben, ist Antisemitismus auch eine Form von Rassismus.
    Das siehst du anders als ich. Der Herr Salzborn, den du zitierst, möglicherweise auch, obwohl er eigentlich nur einen zusätzlichen Faktor entdeckt hat, den du, vielleicht auch er, zum Hauptfaktor machen möchte.
    Das mache ich in dieser Form nicht mit, weil dann der Vorwurf des Rassismus speziell für Juden entkräftet wird, aber für andere Ethnien nicht. Du zitierst Salzborn in diesem Sinne. Wenn ich mir jetzt Gedanken darüber mache, was du dir vielleicht dabei gedacht haben könntest, wirst du mir wieder Unterstellungen vorwerfen.
    Hab ich dich falsch verstanden, nicht richtig gelesen, oder was sonst? Ich sage dir dann, was mir dabei zuerst einfällt, wenn jemand ausgerechnet den Juden das Recht abspricht, rassistisch angegriffen zu werden.

  • #43
    thomas weigle

    Ein kleines Erlebnis noch. Vor einigen Monaten noch postete ich auf der fb-Gruppe Ruhrbaronefreunde eine knappe Darstellung geschichtlicherEreignisse in Naost aus der "Jüdischen Rundschau." Ohne eine Einschätzung, ohne Kommentierung, einfach die nackten Fakten. Da schlugen die Wogen hoch und hast du nicht gesehen,war der post wieder gelöscht. Und warum? Weil die Autorin als weit rechts verortet wurde. Eine Autorin der JR so wie Broder auch,von dem ich auch Bücher im Regal stehen habe. Deren Inhalte werden ja nicht durch Broders heutige politische Einstellung obsolet, weshalb ich sie auch heute noch empfehle, auch bei den Ruhrbaronen habe ich mehrmals in der Vergangenheit v.a. auf den "Ewigen Antisemiten" hingewiesen.

  • #44
    thomas weigle

    Auf der fb-Seite einer Leyla Bilge(allianz für dumme) ist ein ziemlich düsterer Spruch von Broder zu Claudia Roth gepostet. Die Kommentare dazu waren nicht mal mehr unterste Schublade-das ging ins sexistische und säuische Bemerkungen zum Körperbau von Frau Roth, inklusive schmutzigster Bemerkungen zu Sex mit Anton Hofreiter. Ich habe auf dieser Seite ein paar Kommentare dagelassen, u.a. "dass ich das noch erleben darf,dass ein Rechtsextremer einen jüdischen Bürger zitiert und lobt." Ich habe keinen Zugang mehr zu dieser Seite. Es gilt: "Sage mir, wer dich lobt, und ich sage dir,wer du bist." Broder ist intelligent genug zu wissen, wem er mit seinen Sprüchen gefällt und was er für Reaktionen auslöst.

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