Hevelings 15 Minuten Ruhm

Andy Warhol wusste, dass jeder es zu 15 Minuten Ruhm bringen kann. Sogar ein CDU-Hinterbänkler wie Ansgar Heveling. Wegen so einem sollte man die Jacke nicht ausziehen.

Das mit dem Ruhm geht ganz einfach: Kakerlaken essen im Dschungelcamp oder bei DSDS singen, dass die Milch sauer wird, sind die beliebtesten Wege zu großer, wenn auch meist nur kurzfristiger, Bekanntheit. Einen anderen Weg wählte heute der CDU Bundestagsangeordnete Ansgar Heveling. Wahrscheinlich ist der gute Mann ohne jedes Gesangstalent und Vegetarier.  Heveling nutzte daher einen Gastbeitrag beim Handelsblatt. Er beschimpfte die Online-Community, was in der Regel guter Weg ist, bekannt zu werden. OK, Heveling hat sich jede Mühe gegeben, uns aufzuregen: „Digitale Maoisten“, „Web 2.0 bald Geschichte“, „digitales Blut“ – klar, der Hinterbänkler vom Niederrhein hat es auf einen Shitstorm angelegt und die Kollegen vom Handlelsblatt dürfen sich über die Publicity freuen – so einen wie Heveling, der einen ohne eigene Arbeit ins Gespräch bringt, findet man nicht jeden Tag.

Die meisten Politiker sind da etwas heller.

Gönnen wir Heveling seine 15 Minuten Ruhm. Er hat sich zum Kasper gemacht. Bald kommen die großen Jungs und werden ihn vom Spielplatz drängen, ihm sein Schäufelchen nehmen und ihm klar machen, das einer wie er zwar den Kaffee in der Fraktion holen darf, aber noch nicht einmal mitentscheidet, ob der von Eduscho oder Onko gekauft wird.

Werfen wir dich einen Blick auf seine Vita: Zwei Jahre gearbeitet, ansonsten im Politikbetrieb durchgeschnorrt. Wegen so einem zieht man doch nicht seine Jacke  aus… Der kann doch nix, der will doch nur angeben…

Dir gefällt vielleicht auch:

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
8 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments
Dirk Moebius
Dirk Moebius
12 Jahre zuvor

Beeindruckend in diesem Video ist die gaehnende Leere im Plenum.
Das zeigt sehr deutlich, wie interessiert diese Politiker an der digitalen Welt sind. 🙁

Dirk Moebius
Dirk Moebius
12 Jahre zuvor

Wie nett… irgendwie fliesst auf Hevelings Webseite grade ziemlich viel digitales Blut.

Ich habe versagt
30.01.2012 |
Ich habe einen Fehler gemacht. Jeder kleine Gnom aus der Internetwelt kennt nun den Admin-Benutzernamen samt Kennwort dieser Seite, da ich zu naiv war, zu glauben, niemand würde es herausfinden.
Ich entschuldige mich dafür, dass ich ein so miserabler Mensch bin und werde mich in Zukunft voll und ganz aus der Politik zurückziehen. Menschen wie ich sollten keine politische Macht haben. Ich sehe ein, dass mein Gastbeitrag Unsinn war.
Es lebe eure Revolution, meine Internetfreunde!
Ihr Ansgar Heveling

https://www.ansgar-heveling.de/news/112/47/Ich-habe-versagt/

Mao aus Duisburg
Mao aus Duisburg
12 Jahre zuvor

Nicht schlecht. Die Internet-Gemeinde schlägt zurück – und knackt die Heveling-Seite.

https://www.ansgar-heveling.de/news/111/47/Ich-trete-aus/

Pat
Pat
12 Jahre zuvor

Bitte noch einmal den Link zu seiner Vita prüfen. Und am besten nochmal die Homepage als solche. So ganz original sieht das nämlich nicht mehr aus…

pat boone
pat boone
12 Jahre zuvor

lasst ihn uns abmahnen!
er hat kein impressum! 😀

Dirk Schmidt
12 Jahre zuvor

Als Mitglied der CDU raufe ich mir die Haare darüber, was der Heveling da gerade treibt. Das fing alles an mit einer Pressemitteilung von Heveling und Krings MdB (beide CDU) letzte Woche zu SOPA. Der Schutz geistigen Eigentums ist zwar richtig, aber die Mitteilung von Hevling/Krings ist einseitig. Eine den „neuen“ Möglichkeiten angepasste Form der fairen Nutzung findet da überhaupt nicht statt. An den Problemen der Menschen geht das komplett vorbei.

https://www.faires-urheberrecht.de/ zeigt, dass es auch CDU’ler und CSU’ler gibt, die an einer anderen Politik arbeiten.

teekay
teekay
12 Jahre zuvor

15 Minuten Ruhm hin oder her-so ganz ignorieren kann/sollte man die Sache nicht. 1. Den Kameraden haben Menschen als ‚Volksvertreter‘ mal gewaehlt. Das sagt immerhin etwas ueber Elitenbildung und politische Parteiprozesse aus. 2. Der MdB sitzt in einer Enquete-Kommission die sich mit dem Thema befasst. Am Ende des Tages werden hier wichtige Weichen gestellt wie die digitale Zukunft gestaltet werden soll. Waere ungefaehr so, als wenn in einer Energie-Enquete ein Mensch ‚Die Zukunft der Energie ist Steinkohle aus NRW‘ vorschlaegt und dann mit Subventionsgeldern Zechen geoeffnet werden. Allerdings kann man kaum besser Wahlwerbung fuer die Piraten machen…

Werbung