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Dortmunder Nazi-Überfall: „Wir fragen uns, was der Staatsanwaltschaft noch fehlt…“

Nazi-Demonstration in Dortmund

Nach der Veröffentlichung eines Videos, dass den Überfall von Neonazis auf die Dortmunder Szenekneipe HirschQ zeigt, beginnt sich die Staatsanwaltschaft Dortmund zu bewegen – wenn auch gaaanz langsam.

Was passiert in Dortmund, wenn eine bewaffnete Band Neonazis wieder einmal die Kneipe HirschQ im Brückstraßenviertel überfällt? Nicht viel. Die Dortmunder Polizei scheint jedenfalls vollends mit der Verfolgung von Prostituierten beschäftigt zu sein. Doch nach der Veröffentlichung eines Videos durch das Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB), dass den Naziüberfall auf die HirschQ im vergangenen Dezember 2010 zeigt, ist Bewegung in die Sache gekommen. Zahlreiche Medien, auch dieses Blog, berichteten über das Video und den „zurückhaltenden“  Ermittlungseifer der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Nun bewegt sich die Dortmunder Staatsanwaltschaft. DAB in einer Pressemitteilung:

„Es zeigen sich jedoch auch erste Konsequenzen aus der Veröffentlichung der Tatauswertung. Oberstaatsanwältin Ina Holznagel spricht in ihren Statements der Presse gegenüber nicht mehr länger von angeblich schweigenden Opfern und Zeugen. Stattdessen ist nun die aufwändige Aufarbeitung des Überwachungsvideos der vorgebliche Grund für das zögerliche Vorgehen der Staatsanwaltschaft.

Auch die Polizei zeigt plötzlich Handlungsinteresse bei rechten Überfällen. Nach dem Überfall in der U-Bahn wurde nach einer flüchtigen Täterin binnen kurzer Zeit öffentlich mit einem Bild gefahndet, woraufhin die Frau sich der Polizei stellte.

“So sehr sich die Staatsanwaltschaft über den öffentlichen Druck beschweren mag, offenbar sind nur dadurch zügige und adäquate Ermittlungen zu erreichen”, meint Hannah Piehl. “Oberstaatsanwältin Ina Holznagel behauptet in der Presse, `keine politisch gewünschten Ergebnisse auf Zuruf` liefern zu wollen. Wir fragen uns, was genau der Staatsanwaltschaft bei einem Verletzten durch Messerstiche, einem Überwachungsvideo, Zeugenaussagen und der Verhaftung der Täter nahe des Tatorts noch fehlt, um zu einem Ergebnis zu kommen und ob sie nicht eher den politischen Wunsch hat das Verfahren ohne weitere Erwähnung ihrer Ermittlungsfehler zu beenden.”

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