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Krawalle: Es ist immer die Eventszene

Eventszene in Berlin 1967/68 Foto:Stiftung Haus der Geschichte Lizenz: CC BY-SA 2.0

Es gibt wenig neues unter der Sonne. So auch die Krawalle in Stuttgart. Wenn die Polizei mitteilt, die Täter stammen aus der Party- und Eventszene, spielt sie nichts herunter. Es ist eine realistische Beschreibung. Und die trifft nicht nur auf Stuttgart zu.

Egal ob Randalierer am 1. Mai in Kreuzberg toben, egal ob Hooligans sich nach einem Fußballspiel prügeln, egal ob Hippies im Hambi Polizeibeamte mit Steinen bewerfen, egal ob sich Bauern auf der Kirmes prügeln — solange es nicht um Geld, Macht oder das Überleben geht:  Das Motiv ist Spaß.

Man kann da immer noch viele Legitimationen drüber legen: Wie die Farben seines Vereins zu verteidigen, den Wald zu retten, die Revolution sowieso, weil die Penner aus der Nachbarstadt nun wirklich nichts am Autoscooter zu suchen haben oder die Polizei so nervend war an dem Abend. Aber eigentlich ist es egal. Jeder, der mitmacht, macht aus Spaß mit.

Es ist ein Event. Action pur. Und klar, die Videos von den Ausschreitungen in den USA haben vielleicht auch etwas dazu beigetragen, dass es in Stuttgart krachte. Denn auch sie zeigten vor allem junge Männer, die ihren Spaß hatten.

Was irgendwelche Berufsbetroffenen jetzt an Erklärungen bemühen, ist vollkommen egal. Entweder lügen sie uns was vor oder verstehen nicht, worum es ging. Wir erleben in der Debatte um die Stuttgarter Krawalle ein Variante des Tocqueville-Paradoxons: Je pazifizierter eine Gesellschaft ist, um so sensibler reagiert sie auf die wenigen Gewalttaten, die noch vorkommen.

Die Gründe? Alkohol, Alter, Hormone, Erziehung, Evolution, das warme Wetter, Langeweile. Es ist banal.

Sind alle jungen Männer so? Nein, und ihre Zahl nimmt offenbar auch ab – die Gewalt in unserer Gesellschaft geht zurück.

Sind keine Frauen dabei? Klar sind Frauen dabei, sie sind jedoch in der Minderheit. Aber mit „Eventszene“ hat die Polizei den Kern der Sache getroffen.

Muss was dagegen unternommen werden? Klar. Und dafür beschäftigt der Staat nicht zufällig auch junge Männer. Sie tragen Uniformen. Und am Ende jedes Riots werden sie gewinnen und einige der Krawalleros in den Knast wandern. Das war auch immer so.

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4 Kommentare zu “Krawalle: Es ist immer die Eventszene

  • #1
    Yilmaz

    Das seh ich leider anders, aus Spaß ruft man nicht Alluah Akbar während man deutsche Polizisten angreift…

    🙁

  • #2
    Ruhr Reisen

    Das ist nicht die "Event"Szene. Früher hießen sie Halbstarke. Altes Muster.
    Dass sind junge Mäner zwischen 16 und Mitte 20. Heute allerdings eine buntere Mischung verschiedenster Nationalitäten/Temperamente unterschiedlichster patriarchischer Werteerziehung. Alle voller Testosteron und schlecht erzogen – womit wieder die Mütter Schuld wären. Und dass sie weniger werden, halte ich für ein Gerücht.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Halbstarker
    "Die Halbstarkenkrawalle führten zu scharfen Diskussionen in den Medien und der Politik. Auf besonderes Unverständnis stieß dabei die anscheinende Sinn- und Ziellosigkeit der Krawalle. Als Hauptschuldige für diese Entwicklung wurde häufig die amerikanische Popkultur genannt."

    Ersetze Popultur durch Trump! Nix Neues also!

  • #3
    Ruhr Reisen

    Mal eine andere Sicht auf die Lage: Das Hanfjournal:
    https://hanfjournal.de/2020/06/22/cannabis-zigarette-loest-schwere-krawalle-in-stuttgart-aus/

  • #4
    Wolfram Obermanns

    #1 Yilmaz
    Doch, so "Muslime" gibt es, für die der Islam unreflektierter Lifestyle und Gruppenidentität darstellt und von erbarmungswürdiger Religiösität geprägt ist. So ein Islam geht dann auch in besoffen.

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