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Ich bin ratlos, was die AfD angeht.

AfD-Wähler (Symbolfoto) (Quelle: Flickr / OakleyOriginals / CC-BY-SA)

Ich bin ratlos, was die AfD angeht. Hier könnte mein Artikel auch schon enden.

Aber da derzeit jeder meint, alles Mögliche zu dem Thema zu schreiben, was ihm gerade durch den Kopf geht, will ich da nicht nachstehen, und vielleicht denen eine Stimme geben, die ähnlich denken, wie ich.

Seit Jahren wird belegt, dass die AfD eine rechtsradikale, in Teilen rechtsextreme und antisemitische Partei ist. Sie ist antidemokratisch und formuliert die sabbernden Fantasien des autoritären Deutschen. Sie wird deswegen gewählt, nicht trotzdem, und das schon lange. Wir alle wissen das.

Gerade im Osten ist sie sehr beliebt. Sie bedient dort ein antidemokratisches Milieu, das dort seit der Wende gewachsen ist, stabil vorhanden ist, und das schon lange nicht mehr bürgerlich ist.

Nun posten viele Medien und Menschen auf Facebook und twittern auf Twitter, dass doof und antidemokratisch ist, wer AfD wählt, wieso es Parallelen zur NSDAP geben soll, und wieso die AfD eben ist, was sie ist, ein antidemokratisches, autoritäres Sammelbecken Rechtsradikaler. Und dass man die AfD nicht wählen darf, und dass man nun den Anfängen währen muss und und und.

Das ist seit Jahren so. Es hat nie etwas geholfen. Es wird auch diesmal nichts helfen. Auch ein Zugehen auf die AfD-Wähler wird nicht helfen. Wer sich entscheidet Pack zu sein, der wird auch Pack bleiben wollen, auch wenn man freundlich mit ihm spricht, und auch dann, wenn man ihn beleidigt.

Und so ist es so, dass ich offen eingestehe, dass ich keine Ahnung habe, was man gegen die AfD und deren Wähler offensiv machen kann.

Am Ende kann man ja immer noch auf Lancaster-Staffeln hoffen. Aber auch diese Aussage ist zugespitzte Attitüde.

Und nein, ich habe keinen schönen Abschluss dieses Textes.

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15 Kommentare zu “Ich bin ratlos, was die AfD angeht.

  • #1
    Gerd

    Die Unfähigkeit der Bunten zur kritischen Analyse. Hier wird aber auch kein noch so plattes Klischee ausgelassen, statt sich die vorhandenen Fakten anzusehen, denn die passen nicht zum Narrativ.

    https://www.achgut.com/artikel/hilfe_jung_und_gebildet_hat_afd_gewaehlt_

  • #2
    Nina

    @Gerd: Du bist auf der falschen Party. Nimm Dir n Keks und schau erstmal zu. 😀

    @Sebastian: Mein Trost ist: Kein Aufwärtstrend ist für die Ewigkeit. Die Wählerstimmen werden nicht ewig ansteigen. Was die immensen Stimmen im Osten angeht-die Leute haben es schon einmal geschafft, sich von einer Idiotie zu befreien. Es kann ihnen wieder gelingen.
    Danke für Deinen Beitrag, er spricht mir irgendwie aus der Seele.

  • #3
    Ruhr Reisen

    #1: Lt Analyse der Zeit hat Jung mit Realschulabschluss gewählt. Das sind die Fachkräfte – aber nicht die jungen Bildungsbürger. Und wie immer, wenns unangenehm wird: Hauptsächlich männlich. Nicht, dass mir die weiblichen Wählerinnen in diesem Fall sympathischer wären. Aber es sind erkennbar weniger. Soviel Zeit sollte sein. LInk gefällig dazu?

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-09/waehler-ostdeutschland-analyse-alter-geschlecht-beruf-schulabschluss-religion

  • #4
    ke

    Den Osten an Trump oder Polen verkaufen. Auf Lancaster Staffeln warten.
    Geht’s noch?

    Ja es ist "Die Unfähigkeit der Bunten zu kritischen Analyse".

    Aktuell gibt es wieder mit der Klimapolitik einen Schwerpunkt, der insbesondere von der SPD eingefordert wird. Nur glaubt sie wirklich, dass damit Menschen überzeugt werden, die ganz normal in der Mittelschicht ihren täglichen Job erledigen und das Häusken abbezahlen?

    Hier explodieren selbst im Dortmunder Umfeld viele, die schon jetzt direkt durch die in vielen Bereichen inkonsequente und dumme Umweltpolitik bzgl. Fahrverbote etc. betroffen sind.

    Mit diesen Themen begeistert man natürlich das eher grüne Umfeld und insbesondere Frauen. Nur die wählen auch grün.

    Was bleibt für den Rest übrig? Die FDP hat ein Scheiß-Image als Klientelpartei, und dann bleibt die Afd, die ja immer behauptet, was sie alles nicht ist.

    Einen interessanten und wohl auch treffenden Ansatz zur Erklärung hat Carolin Courts:
    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-kabarett/audio-carolin-courts-afd-und-hirnforschung-100.html

  • #5
    Gerd

    @3:

    Die Weigerung etwas anderes als "Dumme und Nazis" als Grund für die Erfolge der AfD in Betracht zu ziehen, wird nur weitere Erfolge der AfD nach sich ziehen. Wüste Beschimpfungen der Wähler auch. Wobei das hier schon eher in Richtung Mordfantasien geht. Und das von den Leuten, die sich sonst bei jeder Gelegenheit über Hass und Hetze beschweren.

    Solange die alten Parteien sich nicht eingestehen wollen, dass sie in der Währungs, Energie und Asylpolitik gravierende Fehler gemacht haben, solange muss sich die AfD um ihre Zukunft keine Sorgen machen.

    Wie man sieht, wird es bis dahin nich etwas dauern.

  • #6
    Klaus Lohmann

    Ich predige seit Pegida, dass wir die alten Mauerreste nicht einfach blind entsorgen sollten. Der Upcycling-Gedanke ist gerade hier für eine neue Mauer extrem geeignet und in Ami-Land gibt es mindestens einen absoluten Fan dafür. Vielleicht kauft der ja auch die neuen SED- äääh, "AfD-Länder" en bloc?

    @Gerd: Sie sollten sich wirklich mal angewöhnen, Ihre zitierten Links genauer zu untersuchen, bevor Sie sie hier posten. Achgut zitiert selbst nur den Tagesspiegel, der wiederum verweist auf einen noch älteren Artikel der Zeit, die auf eine noch ältere Untersuchung von YouGov zeigt. Und so wird ohne eine Änderung der Zahlen aus damals "nicht überdurchschnittlicher Bildung" "durchschnittliche Bildung", später dann "eher gehobener Bildungsdurchschnitt" und zum Schluss bei Achgut dann "gebildet", um mit einfachen Wortverschiebungen mal wieder die dem braunen Rand passenden Fake News zu produzieren.

  • #7
    ke

    @3 In Brandenburg war die Afd auch bei den Wählern mit Abitur vorne. Ich gehe davon aus, dass hiermit jeweils der höchste Bildungsabschluß gemeint ist.

    Die Werte bei den Beamten machen mir Sorgen. Die Kenntnisse im Bereich der Inhalte des Grundgesetzes müssen wohl nachgeschult werden.

    Insgesamt sind die Länder nicht besonders groß. Mich würde interessieren, welche Datenbasis und welche Erhebungsmethode von der Forschungsgruppe verwendet wird.

  • #8
  • #9
    Joe

    Tja, und ich bin langsam ratlos, dass immer noch Ratlosigkeit herrscht, wie man die AfD wieder marginalisieren könnte..
    Dabei genügt doch zB ein Blick ins Nachbarland Dänemark.
    Dort haben die Sozialdemokraten Themen wie innere Sicherheit und Begrenzung der Migration neben den klassischen Soziale-Themen für sich entdeckt und so die Rechtspopulisten klein gekriegt und die letzte Wahl im Frühjahr deutlich gewonnen.
    In Deutschland dagegen überbieten sich bei der SPD die Kandidatenduos mit Linksruckfantasien und die CDU-Chefin will konservative Kritiker am liebsten aus der Partei werfen.
    Die rechte Flanke bei den alten Volksparteien ist weit offen und wird eben jetzt von der AfD gefüllt (inklusive der ekligen Begleiterscheinungen)
    Eigentlich ganz einfach…

  • #10
  • #11
    anonymuse

    Lieber Herr Sebastian Bartoschek.

    Vor wenigen Tagen tauchte wieder Herr Aiman Mazyek auf. Wir hatten jetzt Monate bis gefühlte Jahre vor ihm und seiner Präsenz in den Massenmedien dieser Republik unsere Ruhe gehabt. Sie sind doch Journalist: ist er nun einer, der seine Ruhe haben möchte oder jemand, dem ein Knirschen zwischen den Zahnrädern eher frohlockt?

  • #12
  • #13
    Yilmaz

    Die Leute wählen AfD weil sie mit der Migrationspolitik nicht einverstanden sind. Hätte es ab 2015 eine vernunftbasierte Einwanderungspolitik und keine emotional getriebene gegeben, wäre die AfD längst Geschichte.

    Stattdessen wird ein Klimanotstand ausgerufen, um Fahrradwege zu bauen. Damit bekommt man keinen Wähler weg von der AfD.

  • #14
    Gerd

    https://m.spiegel.de/politik/deutschland/ergebnisse-sachsen-wahl-afd-punktet-bei-den-jungen-a-1284494.html

    Gehört man mit Realschulabschluss bzw als Arbeiter, Angestellter oder Selbstständiger für Linke schon zu den Dummen? Und dann sind die ratlos, warum sie immer weniger gewählt werden.

    Tipp: Wähler verhätscheln, nicht verunglimpfen.

  • #15
    Daniel

    Gerd hat imO vollumfänglich Recht.
    Die Erfolge der AfD sind darauf zurückzuführen, dass bürgerliche Positionen, rechtsstaatliches Denken und die Interessen der Leistungsträger bei den anderen Parteien – ggf. mit Ausnahme der FDP – nicht mehr vertreten werden. Die Beleidigungen, die auch im oben stehenden Text vorkommen, führen dann noch zu einer Stärkung der binnenstruktur und Verfestigung der Einstellungen. Um Sebastian und Klaus wird es wohl noch einsamer werden und immer weniger Menschen werden sich durch die völkischen und religiösen fanatiker in der Partei abschrecken lassen. Aber wenigstens können die beiden ihre Haltung gegen die „Nazis“ und „braunen“ weiter nutzen, um sich als bessere Menschen darzustellen.

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