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„Ich hab noch’n Koffer Cäsium 137 in Berlin…“

[youtube=GIEO0lQV7rU] Dieser Tage geht eine Meldung durch die Medien, daß die Leute Katzenstreu, Gebisse und Schlachtermesser im Taxi liegen lassen. Ein PR-Text von "Skyscanner". Heute früh war das auch im Radio. Nun mögen ja taxibenutzer mitunter etwas verpeilt sein, weil schon zu besoffen, um noch den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu können. Bauarbeiter sind aber auch nicht besser:


Dieser Tage geht eine Meldung durch die Medien, daß die Leute unter anderem Katzenstreu, Gebisse und Schlachtermesser im Taxi liegen lassen. Dahinter steckt ein PR-Text von „Skyscanner“, aber so lustiges Zeug wird ja immer gern genommen. Heute früh war das auch im Radio. „Katzenstreu? Die wollen wohl, daß wir jetzt Muschiwitze machen, aber wir sind doch Rocker, das ist uns jetzt zu platt“.

Ach, was haben wir gelacht. Solche Programme erträgt man nur, wenn man wirklich noch nicht wach ist…

Nun mögen ja Taxifahrgäste mitunter etwas verpeilt sein, weil schon zu besoffen, um noch den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu können.

Bauarbeiter sind aber anscheinend auch nicht besser:
In Berlin haben sie vor 20 Jahren, direkt nach dem Mauerfall, mal eben ein Röhrchen Cäsium 137 – das ist der Stoff, mit dem das Unglück von Tschernobyl ganz Europa verseucht hat! – in die Straße eingegraben, es dann vergessen und dann drübergeteert. Und nur rein zufällig fand das nun ein Strahlenmeßtrupp bei einem reinen Übungseinsatz. Im früheren Szene- und nun Schicki-Viertel Prenzlauerberg, was mitunter klammheimliche Freude in den Vierteln auszulösen scheint, denen dies erspart blieb.

Die (wohlweislich immer hinter der Kamera bleibende) Erzählerin oben im Video ist offensichtlich Berlinerin, besitzt (so wie ich auch) einen „Gammascout“ Geigerzähler, war ganz happy, den mal real ausprobieren zu können, ohne daß deswegen gleich wieder ein ganzes Atomkraftwerk in die Luft gehen muß wie 1986, und gab dabei der Presse Erklärungen, die diese nun als „Interview mit einer Physikerin“ bezeichnen.

Soweit auch mal wieder sehr lustig. Was haben wir gelacht…

Nur: Wo überall sonst sind denn wohl auch solche Cäsium-137-Pröbchen, die im Straßenbau ja anscheinend absolut üblich sind,  im Asphalt eingegossen und vergessen worden? In Köln? In Essen? In Duisburg? Wieso vermißt die Dinger denn niemand? Oder ist das etwa die neue Art, wie die Atomindustrie inzwischen ihre gebrauchten Brennelemente verklappt – Asphalt mit kleinen Beigaben? Merkt ja keiner…

Und war dieser Buckel, den die Handwerker seinerzeit in meiner Bude in Düdo in den verlegten Teppich eingebaut hatten und kurzerhand mit dem Hammer plattklopften, wo sie mir damals noch wahrmachen wollten, das sei eine Zigarettenschachtel, wirklich nur mein seitdem vermißter Goldhamster „Angie“ gewesen?

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