Im Dunkeln munkeln knipsen

Low-Light-FotografieZum Fotografieren braucht man zunächst mal Licht. Was aber, wenn grad keins da ist und man auch nicht mit eigenen Lichtquellen die einzigartige Stimmung zerstören will?

Die besten Partybilder erhält man bekanntlich, indem man das Licht löscht, 20 Sekunden wartet und dann mit Blitz fotografiert!

Sonst ist Blitzlicht allerdings nicht unbedingt das Mittel der Wahl, wenn es um Aufnahmen bei wenig Licht geht.

Wie es besser geht, erläutert das Fachbuch „Low Light Fotografie“ (eigentlich ein Untitel, es müßte schon „Low Light Photography“ heißen!) des Amerikaners Michael Freeman, das Markt & Technik übersetzt auf Deutsch herausgebracht hat. Gerade das Richtige für jemanden wie mich, der gerne ohne Blitz fotografiert.

Etwas überraschend für Einsteiger – das Buch ist für mittelerfahrene Fotografen bestimmt, nicht für Vollprofis – ist, daß sich mehr als die Hälfte des Buches gar nicht mit dem Fotografieren beschäftigt, sondern mit der Nachbarbeitung der Aufnahmen am Computer. Doch dies ist auch meine Erfahrung: Aufnahmen bei schlechtem Licht werden meist erst dann etwas, wenn man sie im RAW-Format macht und das Ergebnis anschließend nachbarbeitet – im Originalzustand sind Rauschen, Weißabgleich und Belichtung bei Schwachlichtaufnahmen einfach katastrophal.

Auch sind manche Aufnahmen nur mit Ständer Stativ möglich – und da kann man auch so einiges falsch machen.

Neben Romantikern, die gerne bei Mondlicht fotografieren, ist das Buch auch für Reporter, Konzertfotografen & Co. relevant – oft darf ja nicht geblitzt werden oder der Blitz würde die Stimmung „töten“.

Zum Überblick hier das Inhaltsverzeichnis:

einführung 6

kapitel 1
Low-Light 8
licht und sensor 10
grenzen und kompromisse 16
lichtquellen 18
kontrast 20
lichter retten 22
schatten öffnen 26
natürliche schatten 30
farbtemperatur 32
weissabgleich und farbton 34
kameraeinstellungen
für low-light 36
natürliches low-light 38
künstliches low-light 48
farbtemperaturen mischen 58
farbe selektiv ändern 60
farbprofilierung 64

kapitel 2
freihändig fotografieren 66
freihändig oder fest? 68
stabilisieren 72
Stative und zubehör 78
elektroniSch StabiliSieren 82
lichtStarke objektive 86
Schärfe bei offener blende 90
Schärfe definieren 92
techniSche bearbeitung 94
unSchärfe finden 96
unSchärfe korrigieren 104
Schärfentiefe auSweiten 110
bewegungSunSchärfe
korrigieren 112
objektiv- und bewegungSunSchärfe
korrigieren 116
extreme bewegungSunSchärfe 118
bilder in
ebenen kombinieren 120
mitziehen für Schärfe 124
gezielte bewegungSunSchärfe 126
raw bei Schwachem licht 128
raw zweimal entwickeln 132
freihändige hdr-aufnahmen 136
PSeudo-hdr 138
rauScharten 142
rauSchen reduzieren 146
blitzlicht 156

kapitel 3
statisch fotografieren 158
Stative 160
Stative im einSatz 164
StativköPfe 166
befeStigungSmaterial 170
bewegungSunSchärfe mit Stativ 172
langzeitbelichtung
und rauSchen 174
aufnahmeSerie für
rauSchreduzierung 178
kontraStumfang 180
globaleS überblenden 184
manuelleS überblenden 186
emPfindlichkeit überblenden 188
überblenden-Software 190
hdr-aufnahmen 194
hdr-aufnahmen montieren 196
tonemaPPing 200
Photomatix 204
PhotoShoP 206
fdrtoolS 208
eaSyhdr 210
geiSterbilder 212

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2 Kommentare

  1. #1 | Thomas sagt am 5. September 2010 um 14:29 Uhr

    Ej.

    Das Genre heißt Straßenfotographie: Knipsste außer Hüfte. Licht is‘ egal. Focus liegt auf Motiv. Nicht auf Inszenierung.

    Da kommen dann auch so wunderhübsche Bilder wie die von Nan Goldin bei raus.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nan_Goldin

    https://shorl.com/gratraprudedetu

    Oder das Genre der Lomografie, das mein alter Kumpel Lothar aus Rheinhausen dienstlich in aller Welt beschwört:

    https://www.ruhrbarone.de/moers-2008-drei-fragen-an-lomo-lothar/

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lomografie

  2. #2 | Jo Frank sagt am 6. September 2010 um 08:04 Uhr

    @Thomas:

    Nan Goldin is was ganz Spezielles und dieses Buch behandelt nicht Lomografie (da muß man nur aufn Knopf drücken und guckt nachher, was draus geworden ist), sondern wie man „richtig“ und trotzdem „ohne“ Licht fotografiert.

    Also gezielt und scharf.

    Die Streetfotografie im künstlerischen Sinn, wie sie unter anderem Nan Goldin gemacht hat, ist heute übrigens wohl am Ende angelangt. Wenn Du heute einfach unbemerkt Leute ablichtest, außer in der Masse, und damit auch noch bekannt wirst, haste Prozesse ohne Ende am Hals. Kenne da einen Blogger, der hat Ärger ohne Ende, weil genau das, z.B. schlafende Leute in der U-Bahn fotografieren, sein Thema war.

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