Immer noch PFT in der Ruhr – wo sind die Erfolge des Ministers Uhlenberg (CDU)?

Foto: Umweltministerium / Der Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) steht links

Es gibt ein Thema, das möchte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) am liebsten als erledigt abhaken. Das ist das Thema PFT. Seit 2006 sorgten diese krebserregenden Chemikalien immer wieder für Schlagzeilen. Sie wurden in der Ruhr gefunden, dem wichtigsten Trinkwasserfluss des Landes. Von hier aus stiegen die Gifte auf, bis in den Körper von Kindern. Vor gut anderthalb Jahren rief Minister Uhlenberg ein Programm aus mit dem Namen „Reine Ruhr“. Seither wurde es still um die Perflourierten Tenside.

Doch unbeachtet von der Öffentlichkeit strömen immer noch weiter die PFT durch die Ruhr – bis zu 150 Kilogramm im Jahr, wie aus einem Dokument des Umweltministeriums hervorgeht. Dazu kommen weitere gefährliche Chemikalien. Etwa 750 Kilogramm Röntgenkontrastmittel etwa und bis zu 200 Kilogramm Pharmaka sowie haufenweise Antibiotika. Die Fische der Ruhr schwimmen in einer Art Chemie- und Medikamentencocktail. Passend dazu wurden in Studien bereits erhebliche Mengen Chemikalien in den Blutbahnen von Anglern und deren Ehefrauen nachgewiesen.

Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat sich öffentlich vorgenommen, etwas dagegen zu tun. Dabei setzt er seit Jahren auf Dialog und öffentliche Anreize. So wurden beispielsweise knapp 50 Unternehmen überredet, keine PFT in den eigenen Produktionsanlagen einzusetzen, wie das Ministerium mitteilte. Oder es wurden mit Hilfe öffentlicher Fördermittel Spülbäder in Galvanikbetrieben ausgetauscht.

Härtere Maßnahmen bleiben jedoch weitgehend aus. Minister Uhlenberg weist die Kläranlagen-Betreiber an der Ruhr nicht an, ihre Betriebe nachzurüsten, damit möglichst keine Chemikalien mehr in den Trinkwasserfluss eingeleitet werden.

Da kein Zwang ausgeübt wird, konnte die tägliche PFT-Fracht in der Ruhr kurz vor der Mündung in den Rhein seit Februar 2007 nur leicht auf heute 300 Gramm am Tag im Herbst 2009 reduziert werden. Die Konzentrationen des Giftes je Liter Wasser schwanken dabei stark je nach Wasserstand. Mal wird mehr, mal weniger Wasser mit einer ähnlichen Menge Gift verschmutzt.

Genaue Angaben zu finden, ist sehr schwer. Zwar erhebt das Umweltministerium regelmäßig Daten und veröffentlicht diese über Internet-Seiten des Landesumweltamtes, aber anders als behauptet sind diese Daten nicht vollständig. So stammt beispielsweise die letzte publizierte Messung an der Ruhrmündung aus dem Jahr 2007. (Bitte durchklicken zum Messpunkt 004005. Das ist der Messpunkt an der Ruhrmündung) Genauere Daten sind nur mit geheimen Passwort zugänglich. Im Umweltministerium wurde heftig über die Geheimhaltung der Daten gerungen. Staatssekretär Alexander Schink wird etwa in einem internen Schreiben vom 11. Dezember 2008, das mir vorliegt, ausdrücklich darauf hingewiesen, dass erhebliche Datenmengen von industriellen Einleitern nicht publiziert wurden.

Die ausbleibende Konsequenz von Umweltminister Uhlenberg bleibt aufgrund der mangelnden Erfolge auf den ersten Blick erstaunlich. Hat er doch nach dem Wassergesetz die Macht, die Einleiter von Giften zu zwingen, ihre Kläranlagen zu ertüchtigen.

Lediglich bei einer Firma wurde zumindest ein Überwachungswert angeordnet, der nach Möglichkeit nicht überschritten werden soll. Ein Grund für den ausbleibenden Zwang die Abwässer PFT-frei zu halten, scheinen die hohen Kosten zu sein. In zwölf Firmen wurden einzelne Anlagen zur PFT-Abscheidung eingebaut. Die Kosten dabei lagen zwischen 60.000 und 700.000 Euro, die größtenteils von der öffentlichen Hand getragen wurden.

Doch vor allem die Betreiber von Kläranlagen an der Ruhr sperren sich gegen die Nachrüstung der eigenen Betriebe. Dabei fließen durch diese Anlagen häufig sowohl die industriellen Abwässer als auch der Dreck aus den Haushalten. Die meisten dieser Kläranlagen betreibt der Ruhrverband. Dessen Laborchef bestätigte vor knapp zwei Jahren an Eides statt, sein Haus sei für rund die Hälfte der PFT-Einleitungen in die Ruhr verantwortlich. Vor allem am Ruhrzufluss Lenne ist die Lage drastisch. Hier stiegen die PFT-Einleitungen in die Ruhr von 2007 bis 2009 wieder auf über 200 Gramm am Tag an. Je nachdem, wie die Firmen hier PFT in die Kanalisation ablassen.

Müssten diese Anlagen auf Anweisung des Umweltministers PFT-sicher gemacht werden, würde das teuer. Beispielsweise hat die Emschergenossenschaft im nördlichen Ruhrgebiet vier Pilotprojekte zur Bekämpfung von Spurenstoffen wie PFT mit Hilfe öffentlicher Förderungen eingeleitet. Eine einfache Ozonierung, bei der viele aber nicht alle Schadstoffe vernichtet werden, kostete hier je 10.000 angeschlossener Einwohner zwischen 400.000 und 800.000 Euro. Die aufwändigere Membranreinigung kostete je 10.000 Einwohner ungefähr 4 Mio. Euro. Hochgerechnet auf die Anlagen des Ruhrverbandes würden die Kosten im hohen dreistelligen Millionen- oder sogar im Milliardenbereich liegen. Das Geld müsste auf die angeschlossenen Kommunen und Firmen umgelegt werden.

Der Ruhrverband wehrt sich deswegen, seine Anlagen nachzurüsten. Ein Sprecher teilte dazu mit: „In einem demokratischen Rechtsstaat wie dem unseren kann der Ruhrverband als öffentlich-rechtlicher Betreiber nicht einfach hingehen und nach eigenem Gutdünken die Gebühren erhöhen, um damit Dinge zu finanzieren, die gesetzlich von ihm nicht gefordert werden.“ Übersetzt heißt das: Keine Nachrüstung ohne Zwang. Und genau den will Uhlenberg offensichtlich nicht ausüben.

Vor diesem Hintergrund rückt die enge Zusammenarbeit von Ruhrverbandschef Harro Bode mit dem Umweltministerium von Eckhard Uhlenberg ins Zentrum des Interesses. So liegen mir Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass Bode seit 2006 vehement gegen den damaligen Abteilungsleiter Harald F. im Umweltministerium schoss, der auf eine Verbesserung der Ruhrverbandsanlagen drängte.

Dieser Harald F. wurde einige Monate später im Umweltministerium geschaßt.

Erstaunlicherweise taucht Harro Bode dann wieder im Ermittlungsverfahren gegen Harald F. auf. Er steht in Kontakt zu Staatsanwaltschaft und Umweltministerium, und vermittelt zumindest ein Schreiben vom Ministerium an die Strafverfolger, wie aus einem Papier der Ministeriumsspitze hervorgeht, das mir vorliegt. Warum er das tut, ist mir absolut nicht klar. Offenbar verfolgt Bode ein Interesse. Nur welches kann ich noch nicht sagen.

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Micha
Micha
12 Jahre zuvor

So Geheim sind die Daten nun auch wieder nicht und lassen sich direkt ohne Passwort beim Ruhrverband finden. Mit Daten von Ende 2006 bis zum 18.01.2010

https://www.ruhrverband.de/ruhrverband_de/html/pft/ergebnisse_pft_internet_ruhr_fliessverlauf.pdf

kassandra
kassandra
12 Jahre zuvor

Es ist doch ziemlich eindeutig, warum die die pft-Problematik vom MUNLV nicht weiterverfolgt worden ist.

Die erste Erklrärung liegt in der Tatsche begründet, dass Herrn Uhlenberg schlicht unfähig ist, umweltpoltische Schwerpunkte zu benennen, diese im Detail zu erfassen, und konkrete Lösungen durchzusetzen.

Die zweite Erklärung liegt in der Tatsache, dass der zuständige Abteilungsleiter IV zeit seines Lebens seine Sinnstifung darin gesucht hat, sein ausgeprägtes opportunistisches Potenzial gegenüber seinen Ministern in Gänze zu entfalten, das sich umgekehrt proportional zu seinen fachlichen Ressourcen verhält. Die gesamte Umweltverwaltung war damals geschockt zu erfahren, das Herr D. für die Nachfolge von Dr. Friedrich benannt worden ist. Her D. hat bis dato nicht einen Vortrag, Artikel oder fachlichen Aufsatz veröffentlicht, der zumindest den Anschein erwecken würde, dass er über die Materie der Abfallentsorgung, der Altlastenproblematik, der Wasserwirtschaft, oder Wasserrahmenrichtlinie hinreichende Erkenntnisse verfügt.

Über die umweltpoltischen Erfolge in der Abteilung IV würde Karl Kraus sicherlich sagen: „Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge weite Schatten.“

Und in diesem Schatten werden die dringenden Probleme der pft-Problematik eben ignoriert. Wer kümmert sich denn um solche Fragen wie pft in Gewässern NRW’s ? Die Öffentlichkeit ? Sie Herr Schraven, oder vielleicht mal ein kleines feature in westpol, das dann sehr vorsichtig mahnt, dass vielleicht doch nicht alles zum Besten bestellt sei, im MUNLV.

Dieses Haus, insbesondere die Leitung, war doch intensiv mit ihrem selbstverschuldeten Skandal um Dr. Friedrich beschäftigt, welcher sehr viel Zeit in Anspruch nahm.

Um versöhnlich auszuklingen möchte ich erwähnen, dass im MUNLV das Recht auf Unfähigkeit ab bestimmten Besoldungsstufen zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört.

Warum soll es im MUNLV denn ausschließlich das Privileg des amtierenden Personalchefs sein, der offenherzig dem Untersuchungsausschuss II des Landtags zu Protokoll gegeben hat, dass er häufig neben sich stehe, und Zusammenhänge verwechsle.

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[…] PFT in der Ruhr: Kein Erfolg für Uhlenberg … ruhrbarone […]

Micha
Micha
12 Jahre zuvor

Hallo David,

in deinem Link finden sich die Daten des Ruhrverbandes unter RV78, warum aber das LANUV (nicht das MUNLV) keine eigenen neueren Daten in die GIS Datenbank einpflegt kann ich auch nicht verstehen. Denn die messen die PFTs routinemäßig. Allerdings sollte man mit einem Anruf beim LANUV an neue Daten herankommen.

Daten zu Durchflussmengen bekommt man unter: https://www.stua-ha.nrw.de/buerger/umweltdaten/pegeldaten.htm und https://www.talsperrenleitzentrale-ruhr.de/gewaesser.html .

Der Ruhrverband veröffentlich natürlich nur die eigenen selbst gemessenen Daten und auch nur die zu denen es vom MUNLV verpflichtet wurde. Das der RV noch zusätzliche Daten erhebet kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Zu den Messdaten selbst, wobei ich mich jetzt auf die vom RV beziehe, kann ich keinen „Lämmerschwanz“ sehen. Vielleicht bin ich ja schon Betriebsblind, dann bitte ich dies zu entschuldigen. Aber relevante Schwankungen in der Umwelt bewegen sich im Bereich von Zehnerpotenzen. Das gilt nicht nur für die PFTs sonder ganz allgemein. Durch die Analytik (LC-MS) entstehen Schwankungen von +/- 20%, die Präzision der Messung. Dieser Wert müsste eigentlich mit angegeben werden. Leider Präsentieren RV und LANUV nur gemessene Daten. Das führt dann dazu dass jeder der die Daten online sieht, sie als Absolut annimmt und Schwankungen sieht wo vielleicht keine sind.
Der nächste Kritikpunkt von meiner Seite zu den Daten ist die Art der Probennahme. Ich habe leider keine Hinweise dazu gefunden wie die Wasserproben genommen wurden. Bisher schaut es für mich so aus, dass alle Daten auf Stichproben beruhen. D.h. an einem Tag ist jemand zur Messstelle gefahren und hat eine Probe genommen. Diese Probe repräsentiert dann natürlich nur den aktuellen Zustand des Flusses. Um Aussagen über die Zeit machen zu können und um Frachtberechnungen durchzuführen sollten zwingend Durchflussabhängige Monatsmittelproben genommen werden. Ansonsten ist es eine schöne Aneinanderreihung von Daten die in keinem Bezug zueinander stehen. Mir scheint es so, als wolle man zeigen das man etwas unternimmt, dies aber mit so wenig Aufwand betreiben wie möglich. Aber vielleicht irre ich mich ja auch…

Aber etwas kann man mit den Daten dennoch anfangen. Die PFOS Konzentration an Station 12 vom 18.01.2010 liegt bei 14 ng/L (eigentlich +/- 20%). Dieser Wert ist sehr gering, für ein Gewässer mit hohem Abwasseranteil von ~10%. Der „lebenslang gesundheitlich duldbarer Leitwert“ (UBA, https://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/pft-im-trinkwasser.pdf ) liegt für die Summe aus PFOA und PFOS bei 300 ng/L. Deutlich höher als der gemessene Wert an Station 12.

Online kann man auch noch weitere Daten abgreifen:
beim LANUV direkt: https://www.lanuv.nrw.de/wasser/pft_im_wasser.htm

Das doch noch was auf dem Gebiet passiert, aber nicht so direkt kommuniziert wird kann man an diesen Satz erkennen: „Mittlerweile sind die Abwassereinleitungen von ca. 570 kommunalen Kläranlagen und 62 industriellen Direkteinleitungen auf PFOA und PFOS untersucht worden.“ Bemerkenswert finde ich das es 62 Direkteinleiter an der Ruhr gibt, die ungeklärt PFTs in die Ruhr abgeben. Also immer nur auf die Kläranlagen zu schimpfen hilft hier nicht weiter. Im übrigen entfernen Kläranlagen die PFTs zwischen 40-90% aus dem Abwasser durch Sorption an Klärschlamm.
Man muss also bei den Direkteinleitern ansetzen um das PFT Problem in den Griff zu bekommen. Herr Dr. Harald F. hätte sich dem Problem persönlich angenommen und es hätte Änderungen gegeben. Hier kann man Uhlenberg vorwerfen dass nicht genügend getan wurde.

Aktuelle Trinkwasserdaten an der Ruhr: https://www.pft.lua.nrw.de/owl/GIS/exhibit/pft_tw.php?exhibit-use-local-resources dazu eine Stellungnahme vom BMG https://www.umweltdaten.de/wasser/themen/trinkwasserkommission/fazit-hbm-studie-pft.pdf

Industriebetriebe welche PFTs einleiten: https://www.pft.lua.nrw.de/owl/GIS/exhibit/pft_aw_start.php

Hier kann man sehen was sich so im Klärschlamm findet: https://www.lanuv.nrw.de/abfall/pft_klaerschlamm.htm

Hier noch zwei Vorträge vom LANUV, welche man auf den Seiten des UBAs finden kann:

https://www.umweltbundesamt.de/wasser-und-gewaesserschutz/dokumente/fgpfc/pfc_in_abfaellen_und_klaerschlamm-sauerland.pdf

https://umweltbundesamt.de/wasser-und-gewaesserschutz/dokumente/fgpfc/gesamtueberblick_ueber_pfc-untersuchungen_in_nrw-bergmann.pdf

und etwas beim LANUV direkt: https://www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichungen/jahresberichte/jabe2007/jabe2007S25S33.pdf

Hoffe nun alle endgültig verwirrt zuhaben, aber das PFT Problem ist noch lange nicht gelöst, nicht nur an der Ruhr…. bei Fragen einfach melden

Cheers
Micha

Elisabeth Henne
Elisabeth Henne
12 Jahre zuvor

Darf ich mich vorstellen? Mir gehört ein Stückchen des berühmt gewordenen Briloner Maisfeldes und am 21.5.2010 entscheidet der BGH, ob mein damaliger Pächter zur „Reinigung“ des Grundstücks verpflichtet ist. Doch das ist nicht der heutige Skandal.

Mir gehört auch ein Wohngrundstück unterhalb des pft-verunreinigten Maisfeldes. Mit Verfügung vom 9.3.2010 fordern mich die Stadtwerke Brilon auf, die Dichtigkeit der im Erdreich verlegten Abwaaserleitungen auf meinem Wohngrundstück bis zum 1.7.2010 nachzuweisen. Die Sachverhaltsdarstellung in der Begründung der Stadtwerke Brilon lautet wie folgt:

„Der Kläranlage des Ruhrverbandes in Brilon-Scharfenberg werden über das öffentliche Kanalnetz perfluorierte Tenside (PFT) zugeleitet. Diese Tenside wurden mit sogenannten Bodenverbesserern auf landwirtschaftliche Böden nordwestlich der Straße Im Siepen aufgebracht. Die Verunreinigung ist im Grundwasser nachgewiesen. Durch das Grundwasser gelangen diese Schadstoffe – über undichte Kanäle , undichte Hausanschlussleitungen und Drainageanschlüsse an den Hausanschlussleitungen – in die öffentlichen Abwasserkanäle und so zur Kläranlage. Die Stadtwerke Brilon haben die Einleitung von PFT in die öffentliche Abwasseranlage zu unterbinden.

Durch Messungen wurde festgestellt, dass die Einleitungen in die öffentliche Entwässerungsanlage im Bereich der Straße Im Siepen liegen. Nach Abdichtung des öffentlichen Kanals wurden weiterhin Einträge gemessen. Als Eintragsquelle kommen nur noch private undichte Hausanschlussleitungen und/oder an diese angeschlossene Drainageleitungen in Betracht, die mit der Infiltration von Grundwasser diese Schadstoffe dem Abwasserstrom zuleiten.

Ihr Grundstück liegt im Bereich, in dem die Einträge stattfinden.“

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Stadtwerke Brilon am 14.5.2009 wurde von den anwesenden Betroffenen selbstverständlich die Frage gestellt, wo das PFT-belastete Fremdwasser (so es denn tatsächlich vorhanden ist) bleiben soll. Seitens der Stadtwerke Brilon wurden wir aufgefordert, dieses Wasser in den unsere Grundstücke umfließenden Bach „Bermecke“ zu leiten.

Die Idee ist prima.

Die Bermecke ist ein unmittelbarer Zufluß zur Möhne.

Ich denke ich habe die schriftliche Aufforderung erhalten, mögliches pft-belastetes Wasser statt ins Abwasser doch lieber ins Trinkwasser zu leiten.

Die Bezieher von Möhne-Trinkwasser wird es freuen.

Micha
Micha
12 Jahre zuvor

Hallo Elisabeth,

das ganze hört sich stark nach dem guten alten Schwarzen Peter Spiel an. Der RV will das PFT nicht in seinen Kläranlagen, also schiebt er den Schwarzen Peter den Stadtwerken Brilon zu, welche dafür sorge zu tragen haben das nicht soviel PFT durch die Abwasserleitungen läuft. Diese wiederum geben ihn an die Haus- und Grundbesitzer weiter, welche die Letzten und Schächsten in dieser Reihe sind. Weil die können nun gar nichts machen.

Eigentlich bräuchte nur das Drainagewasser gesammelt und so behandelt werden, dass das PFT aus dem Wasser entfernt wird. Möglichkeiten gäbe es da zu genüge. Da auch nicht allzuviel Drainagewasser anfällt, wäre es auch kostengünstiger als die Aufrüstung der Kläranlage. Nur wer sollte das Bezahlen? Hier wäre meiner Meinung nach das Land gefragt. Banken kann man Retten aber bei einem Umweltskandal schiebt man es auf die Schwachen.

Die Aufforderung der Stadtwerke Brilon das Wasser in die Bermecke zu leiten ist schon ein Hammer.
Bitte schicke diese Aufforderung mit einer Bitte um Stellungsnahme wie du dich nun zu Verhalten hast an das UBA. Denn schließlich hast du das hier gelesen https://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3812.pdf und möchtest nicht wissentlich die Umwelt und das Trinkwasser verschmutzen.

Kontakt zum UBA: https://www.umweltbundesamt.de/service/index.php?ID=0&thema=500 , aber nicht Online schicken sondern per Brief an https://www.umweltbundesamt.de/uba-info/d-impres.htm

Ob sich was ändert kann ich nicht sagen, aber die werden einige Leute unangenehme Fragen stellen.

Gruß
Micha

Elisabeth Henne
Elisabeth Henne
12 Jahre zuvor

Lieber Micha!

Herzlichen Dank für Deine Hinweise. Ich habe sie bereits berücksichtigt und entsprechend agiert.

Allerdings gehe ich mit Dir nicht konform, gleich zu sagen die Schwächsten im Glied können nichts machen. Heute geht meine Klage gegen den Bescheid der Stadtwerke Brilon an das Verwaltungsgericht Arnsberg raus. So leicht lasse ich mich nicht zur Schwächsten machen.

Und ob ich am Ende wirklich nichts machen konnte, weiß ich erst, wenn der Bescheid vom 9.3.2010 tatsächlich rechtskräftig ist.

Immerhin habe ich mich gegen PFT schon soweit gewehrt, dass am 21.5.2010 letztendlich der BGH eine Entscheidung fällen wird. Ich kann Dir versichern, der Weg bis Karlsruhe war schwierig und teuer; doch ich bin dort angekommen. Und erst nach dem BGH weiß ich und einige andere, die auf dieses Urteil warten, ob ein Pächter mit gepachtetem Land tatsächlich so fahrlässig umgehen darf, wie in Brilon-Scharfenberg geschehen.

Ich werde die Öffentlichkeit am Ergebnis teilhaben lassen.

Gruß
Elisabeth Henne

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