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Immer wieder Negativschlagzeilen: Was stimmt denn nicht mit Energie Cottbus?

Fans im Stadion in Cottbus. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Seit Jahren schon gerät der Fußballklub Energie Cottbus immer wieder in die bundesweiten Negativschlagzeilen. Auch jetzt, wo der Verein sportlich endlich zumindest wieder von Liga 4 in Liga 3 zurückkehren konnte, sich in den Aufstiegsspielen gegen Flensburg durchsetzte, währte die Freude über den Erfolg auf dem grünen Rasen nicht lange an.

Coach Claus-Dieter ‚Pele‘ Wollitz bat am gestrigen Montag öffentlich um Entschuldigung für antiziganistische Gesänge, die für viel Empörung gesorgt hatten. Zudem ermittelt die Polizei nach einem Auftritt von Personen mit Ku-Klux-Klan-Kapuzen im Zuge der jüngsten Spiele.

Cottbus kommt aus den Negativschlagzeilen offenbar einfach nicht raus. Und auch wenn sich unter anderem Wollitz zuletzt wiederholt über das angeblich so ungerechtfertigte Negativimage des Ostklubs beschwerte, bestärken doch gerade auch diese jüngsten Vorfälle wieder das Bild von Energie in der Öffentlichkeit.

„Für diesen Fauxpas möchte ich mich öffentlich entschuldigen. Wir wollten damit niemand beleidigen oder diskriminieren“, sagte Wollitz der „Lausitzer Rundschau“. „Wir haben uns damit gegenseitig auf den Arm genommen. Aber in der Öffentlichkeit hat so ein Gesang nichts zu suchen.“

Kann das so wirklich als Entschuldigung ausreichen? Wohl kaum, denn es darf doch nicht entscheidend sein, ob so ein solcher Gesang in die Öffentlichkeit gerät. Grund zur Aufregung liefert doch schon alleine die Tatsache, dass ein solches Verhalten überhaupt gezeigt wird.

Dabei hätte der Sonntag eigentlich nur als einer der erfolgreichsten Tage der jüngsten Vereinsgeschichte des FC Energie Cottbus eingehen sollen. Doch statt die hart erarbeiteten Früchte des sportlichen Erfolges genießen zu können, müssen sich die Cottbuser jetzt vor allem einmal mehr mit widerlichen Vorfällen rund um die Aufstiegsfeierlichkeiten beschäftigen.

Was war passiert? Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) hatte ein Video aufgetan in dem Teile der Mannschaft offenbar „Trainer, du Zigeuner“ singen. Später auf der Pressekonferenz habe Wollitz mit „Spieler, ihr Zigeuner“ geantwortet, schreibt das JFDA in einem Tweet. Darüber hinaus sollen im Stadion diverse Tattoos mit nationalsozialistischer Symbolik offen gezeigt worden sein.

Schon dies ist so grundsätzlich kaum zu glauben!

Doch das waren unglaublicher Weise offenbar nicht einmal die einzigen völlig missratenen Aktionen, die nach dem Spiel am Sonntag für Aufregung sorgten. Offenkundige Energie-Fans hatten nach dem geglückten Aufstiegs ihres Lieblingsteams in der Innenstadt gefeiert. Grundsätzlich natürlich nicht verwerflich, doch trugen etliche dabei offenbar Kapuzuen im Stil des Ku-Klux-Klans, zeigten dabei ein Transparent mit der Aufschrift ‚Aufstieg des Bösen‘.

Alles in dieser Häufung also immer noch nur ein unglücklicher Zufall, eine einmalige Entgleisung, eine nicht zu hoch zu hängende Gedankenlosigkeit?

Zwar hat der Staatsschutz inzwischen offenbar längst mit Ermittlungen begonnen und der Verein sich von diesen Vorkommnissen offiziell entschieden distanziert, doch deutet sich hier in dieser Massierung der Vorwürfe einmal mehr ein größeres Problem an, das sich auch nicht so einfach mit ein paar einfachen Entschuldigungen ungeschehen machen lässt.

Dabei hatte Energie Cottbus nach eigenen Angaben zuletzt bereits Schritte auf den Weg gebracht, um sich von rechtsradikalen Anhängern im eigenen Umfeld zu distanzieren und sich deutlich zu Vielfalt und Toleranz bekannt. Offenbar ohne nennenswerten Erfolg!

Außer ein paar Lippenbekenntnissen scheint das noch nicht allzu viel gebracht zu haben, wie sich am Wochenende wieder auf erschreckende Art und Weise zeigte.

Immer wieder gerät Energie Cottbus in die Negativschlagzeilen. Schon seit Jahren. Und solange das eben so ist, da wünscht sich die Mehrheit der neutralen Fußballfans im Lande sicherlich keine Rückkehr dieses Vereins in Liga 2 oder gar 1.

Somit sind die beteiligten Cottbuser wohl am Ende in erster Linie selber Schuld an der breiten Ablehnung mit der sie vielfach konfrontiert zu sehen glauben. Darüber sollte sich auch Coach Wollitz vielleicht einmal intensiver Gedanken machen, bevor er sich das nächste Mal über das angeblich ungerechtfertigter Weise so schlechte Image des Vereins öffentlich beklagt.

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