27

Fanszene von Nazis unterwandert? – Geplantes BVB-Freundschaftsspiel bei Energie Cottbus in der Kritik

Die Fans von Energie Cottbus. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Während der ersten Länderspielpause der in kürze startenden Saison 2019/20 wird der BVB im September ein Testspiel beim künftigen Regionalligisten Energie Cottbus austragen. Die finanziell angeschlagenen Lausitzer, vor wenigen Jahren noch ein stolzer Erstligist, kämpfen nach dem jüngsten Abstieg aus der dritten Liga aktuell um das finanzielle Überleben in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit.

Die Verzweiflung über die derzeitige Lage war in Cottbus offensichtlich sogar so groß, dass der Klub Tickets für ein nicht existenzielles Spiel im heimischen ‚Stadion der Freundschaft‘ verkaufen wollte, um etwas frisches Geld in die Kasse zu spülen.

An dieser Stelle ist jetzt der Deutsche Vizemeister bereitwillig eingesprungen, wollte die virtuelle Begegnung unentgeltlich mit echtem Leben füllen, hat sich kürzlich als Gegner für ein Freundschaftsspiel in Ostdeutschland angeboten.

Ein Plan, der jedoch nicht bei jedem im BVB-Umfeld wirklich gut ankommt. So klagte der seit Jahren sehr engagierte BVB-Anhänger und Mitorganisator des Films „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“, Marc Quambusch, heute auf Facebook:

„Lieber BVB, man kann doch nicht ernsthaft ein Testspiel gegen Energie Cottbus vereinbaren. Wir reden hier von einem Verein dessen Kurve fest in rechter Hand ist. Also nicht von Menschen mit einem diffusen, wirren, rechtem Weltbild, sondern knallharten Nationalsozialisten.

Und die laufen da nicht nur einfach in sehr gehäufter Zahl rum, die dominieren die Kurve und die Strukturen vor Ort. Wie kann ein Verein, der eine antirassistische Einstellung in der Satzung niedergeschrieben hat… Nein, einfach nur nein.“

Zum Hintergrund: Diverse Medien hatten zuletzt über die Unterwanderung der Fanszene in Cottbus durch Nazis berichtet. Die BVB-Verantwortlichen hielt das bislang nicht von ihren Plänen ab den angeschlagenen Ost-Klub zu unterstützen.

Bleibt abzuwarten, ob sich das, wenn sich diese Debatten ausweiten, vielleicht doch noch einmal ändert.

RuhrBarone-Logo

27 Kommentare zu “Fanszene von Nazis unterwandert? – Geplantes BVB-Freundschaftsspiel bei Energie Cottbus in der Kritik

  • #1
    UIrich

    Zwei weitere Links: https://www.deutschlandfunkkultur.de/rechtsextremismus-in-cottbus-eine-der-bestorganisierten.1001.de.html?dram:article_id=442913 und https://www.sueddeutsche.de/sport/energie-cottbus-nazis-ultras-fans-1.4355769

  • #2
    Sesso

    Wie peinlich ist bitte dieser Artikel.
    Als ob es in Dortmund, wie in vielen Vereinen leider auch, nicht auch Rechte Vollidioten gibt.
    Da auf eine ganze Stadt und einen ganzen Verein zu schließen ist völlig lächerlich.

    Die Aktion des BVB ist sehr gut in Cottbus angekommen.

  • #3
    Horst

    Also ehrlich, es geht um ein Spiel, um einem Verein unter die Arme zu greifen. Einem Verein, der aktuell am Stock geht. Einem Verein, der trotzdem zum 1. Juli einen Beauftragten für Vielfalt und Toleranz einstellt. Mit diesem Spiel unterstützt Borussia Dortmund diesen Verein, der nach Jahren tatenlosem Zusehen mittlerweile anfängt, genau gegen diese rechten Strukturen zu arbeiten. Erfolge werden sich da auch nicht in kürzester Zeit einstellen, das wird ein steiniger und langer Weg. Aber man kann auch immer schön sein vorgefertigtes Bild weiterführen, was man aus der Ferne geliefert bekommen hat. So spielt man eher denen in die Hände, die man eigentlich zu bekämpfen gedenkt.

  • #4
  • #5
  • #6
    Thomas G.

    Ich finde es immer wieder unfassbar, wie in der Presse von Energie Cottbus berichtet wird. Ich bin mittlerweile 36 Jahre alt und seit 1997 Stammgast im Stadion der Freundschaft, wenn es der Schichtdienst zu lässt. Ich stehe zu 99 Prozent auf der Nordwand im Block I. Mich hat noch nie jemand in den 22 Jahren angequatscht um mich irgendwie in die rechte Ecke zu drängen. Die üblichen Vollpfosten, die in Cottbus herum springen, habe ich auch schon in Dortmund, München, Berlin, Düsseldorf, Paderborn, Fürth, Flensburg oder Babelsberg gesehen. Aber leider sind wir Cottbuser ja scheinbar alle Nazis.

  • #7
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @thomas G.: Ich persönlich mag übrigens euren derzeitigen Trainer Pele Wollitz. Den habe ich schon als Spieler damals bei Uerdingen und später auch als Trainer in Osnabrück sehr gut leiden können. Aber die Aussagen, die er kürzlich in und über Cottbus getätigt hat, die einem hier in der Ferne schon eine Art von ‚Verfolgungswahn‘ nahe legten, die scheinen ja jüngst auch irgendwie auf zumindest einige Fans von Energie abgefärbt zu haben. Ein alter Kumpel von mir, der schon in den 1990er-Jahren ein leidenschaftlicher Cottbus-Fan war, der war da seinerzeit irgendwie noch ganz anders, viel entspannter drauf. Was ist nur los bei Euch?

  • #8
    Klaus Lohmann

    "Die üblichen Vollpfosten": Richtig. Das, was man nicht wahrnehmen will, was immer die anderen in Schuld sind, was woanders herkommt, was von den Medien inszeniert wird, was mich ja nienich betrifft…Hauptsache, man hat noch andere Vereine, auf die man den Scheiß abwälzen kann.

    PS: Ihr seid genauso Scheiße wie Westvereine, die es nicht gebacken bekommen.

  • #9
    Klaus Lohmann

    @Robin: Pele-"Scheiß was drauf!!"-Wollitz ist und bleibt der Urtyp des völlig unbedarften Cholerikers. Und passt zum braunen demnächts-Absteiger genauso wie zum andauernden Bemühen des BVB, den verstrahlten Dauerkarten-Pennern auf seinen Tribünen den schmierigen Hosenstall der Extremisten weit offen zu halten, um bloß keine Stammkunden zu verlieren.

  • #10
    Christian

    "Das hartnäckige Nazi-Problem auf der BVB-Südtribüne"
    "Borussia Dortmund hat ein Problem mit rechtsextremen Fans"
    "Borussia Dortmund und die Rechten"

    Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!

    https://www.11freunde.de/artikel/wie-sich-cottbus-fans-gegen-rechte-aufzulehnen-versuchen
    https://www.facebook.com/EnergiefansggNzs/

  • #11
    haifix05

    Lieber Herr Beitragsautor….Wo bitte ist denn eigentlich die Ostzone und aus welcher Zeit stammt denn eigentlich dieser Begriff noch?

  • #12
    Frank

    Danke an den BVB das er Energie Cottbus unterstützt mit diesem Benefizspiel.

    Schlimm sind nur wieder die Leute mit den Vorurteilen, die alle Cottbuser (und alle Ossis) mal wieder in die rechte Ecke stellen.
    Kommt doch nach Cottbus ins Stadion und schaut euch den Osten mal in echt an und nicht durch die rosarote Brille. Wie viele von euch waren überhaupt schon mal im Osten?

  • #13
    Markus

    @ 12

    Zumindest zwei kenne ich die keine Nazis sind. Ups, bekomme gerade eine SMS, dass die beiden ausgewandert sind. Tja, sind wohl dann doch alle Nazis in der Ost … pardon, DD … pardon, in den vom Westen beigetretenen Gebieten. Tut mir jetzt echt leid.

  • #14
    Susi

    Es können ja der BVB und Energie zusammen Kante zeigen gegen die rechte Szene. Das wär doch mal was beim Benefizspiel. Aber wahrscheinlich ist eure rechte Szene aus Dortmund dann auch da…Achne ihr habt ja keine Probleme – ihr seit ja nicht aus dem Osten.

  • #15
    Frank aus Cottbus

    Ich finde es schade, daß eine Chance des ernsthaften Neubeginn eines Fußballvereins im Osten, Energie Cottbus, mit ernstgemeinter Hilfe von Borussia Dortmund schon im Ansatz wieder erstickt werden soll. All jene die meinen, sie müssen das Halbwissen und die Lügen über einen Verein und die Menschen im Osten nur wieder in die Diskussion bringen, dann werden sie als die Verkünder der Wahrheit angesehen, lässt das vermuten . Leider tragen die Medien auch in Brandenburg zu solchen undifferenzierten Einschätzungen bei. Man sieht das an jenen Kommentaren, die eine ganze Fankurve als Nazis einordnen. Ich gehe seit vielen Jahren ins Stadion und ja, es gab Bestrebungen von rechtsorintierten Kräften, die Fanszene bei uns zu dominieren. Aber der Widerstand etwas dagegen zu tun, sich dagegen aufzulehnen ist auch vorhanden. Darüber wird aber nichts geschrieben. Ich würde mich freuen, wenn die wirklichen und echten Fußball Fans von Borussia Dortmund und Energie Cottbus ein neues Kapitel von gemeinsamer Fanfreundschaft schreiben würden. Wer dieses Benefizspiel absagen möchte, der will auch die alten Feindbilder und Vorbehalte am Leben halten. An dieser Stelle möchte ich den Verantwortlichen von Borussia Dortmund, egal zu welcher Entscheidung ihr noch kommen werdet, dafür danken, daß sie uns in diesen schweren Zeiten unterstützen wollten.

  • #16
    Henry Richter

    Danke für die spontane Hilfe für einen Fußballverein im tiefsten Osten unseres Landes. Mit dem Abstieg hat die Fangemeinde schon Schmerzen genug ertragen, haut nicht noch drauf! Im Stadion möchte ich ehrlichen Sport sehen und mit meinem Heimatverein siegen aber auch manchmal leiden. So geht es der Mehrheit die sich zu den Heimspielen ins Stadion begeben. Wer auf Cottbus nicht gut zu sprechen ist, den bitte ich zu dieser Unterstützung des BVB mal die Backen zu halten, um nicht eine tolle Sache in den Dreck zu ziehen.

  • #17
    Annett Nitschke

    Es ist zum aus der Haut fahren wie über Energie Cottbus, unsere Region und die Menschen hier geurteilt wird. Dieses gefährliche Halbwissen-übrigens geschürt durch hier ansässige Medien – schadet uns allen. Wir gehen seit vielen Jahren zu den Heimspielen unseres Herzensvereins und wurden noch nie mit rechter Propaganda konfrontiert. Die Bemühungen des Vereins im Kampf gegen den rechten Sumpf will wohl niemand sehen, Aber es ist ja einfacher uns " böse Cottbuser " in eine Ecke zu drängen ohne wirklich Ahnung zu haben. Unsere Fans sind keine rechten Idioten sondern Fußballfans die ihren Verein unterstützen und sich gegen Vorurteile wehren. Jetzt auch noch Dortmund zu attackieren ist unterste Schublade. Wir sind dankbar und froh das es Vereine gibt die uns helfen wollen. So das musste jetzt mal gesagt werden.

  • #18
    Mittelstürmer

    Das die Kurven des Vereins fest in rechter Hand sind und die Menschen knallharte Nationalsozialisten sind, ist eine Lüge.

  • #19
    Hüby

    Schon amüsant…da wird sich über ein "Naziproblem" aufgeregt, dabei wird fröhlich pauschalisiert, popularisiert und gehetzt. Offensichtlich sind die Schmutzfinken, die diesen Artikel (bzw den auf Facebook) verbrochen haben, in ihrem Denken nicht toleranter, differenzierter oder weltoffener, als die Nazis die sie anprangern.

    Herzlichen Glückwunsch zur Selbstbloßstellung…

    Daumen runter…

  • #20
    Tim

    Der Autor disqualifiziert sich mit seiner arroganten und überheblichen Schreibweise doch direkt selbst.
    Ostzone, geht’s noch? Gott sei Dank gibt es solch idiotischen Denkweisen in der u30 Generation quasi nicht mehr. Aber manch einer bleibt halt hängen 😉

  • #21
  • #22
    Klaus Lohmann

    @Yilmaz #21: Dortmund hat 6mal mehr Einwohner als Cottbus, da *wäre* das nur logisch. Allerdings ist die Naziszene, die sich in Dorstfeld am sog. "Nazi-Kiez" tummelt, bedeutend kleiner als ähnliche Szenen in vergleichbaren Städten z.B. des Ruhrgebiets. Die Anzahl auswärtiger brauner "Besucher" ist dafür aber wesentlich höher, denn in Dortmund wird "rekrutiert" und "ausgebildet".

  • #23
    Christian

    Energie Cottbus: Alles Nazis – oder doch nicht?

    schöner Bericht auf
    http://blog.uebersteiger.de/2018/05/17/energie-cottbus-alles-nazis-oder-doch-nicht/

  • #24
    Lars

    Einige weinige werden auf den ganzen Verein, die ganze Stadt und die ganze Region abgebildet….. traurig. Kohlereviere müssen zusammen halten, danke BVB und willkommen in unserer schönen Lausitz! Und alle Kritiker sind natürlich auch herzlich willkommen, macht Euch selbst mal ein Bild von der tollen Stimmung in unserem Wohnzimmer.

  • #25
  • Pingback: Chemnitzer FC: Auf dem stramm rechten Weg ins Abseits | Ruhrbarone

  • Pingback: Trotz der Nazi-Problematik: Sie machen es wirklich! - Der BVB gastiert bei Energie Cottbus | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.