In Dortmund wird es ungemütlich für Autofahrer

Rot bemalte Fahrradstraße in der Großen Heimstraße

Schluss mit lustig für Autofahrer. In Dortmund sollen auf 82 Kilometer Straßen Radfahrer Vorfahrt bekommen. Ob die Bewohner es wollen oder nicht: Sie bekommen die Verkehrswende von oben diktiert.

Wer zum Ruhrradschnellweg an die Große Heimstraße fährt, bekommt schon einen klitzekleinen Vorgeschmack: Auf der Fahrbahn dürfen keine Autos mehr parken. Links und rechts sind Dutzende Parkplätze weggefallen. Mitten im dicht bebauten Kreuzviertel, in dem seit jeher Parkplatzmangel herrscht.  Die Fahrbahnen sind teilweise rot gestrichen. Radfahrer haben Vorfahrt. „Hier sind doch gar keine“, ärgert sich ein Anwohner, der mal wieder siebenmal um die Block gefahren ist und noch immer keinen Stellplatz gefunden hat.

Ganz Dortmund soll mit solchen Radverkehrsstraßen überzogen werden. „4 Meter 60 breit. Rot gestrichen oder zumindest markiert.“, beschreibt Projektleiter Andreas Meißner die Pläne: „Radfahrer können zu zweit nebeneinander fahren. Und haben auf diesen Routen Vorfahrt“. Nicht missverstehen. Wir sprechen hier nicht von 82 Kilometer neuen Radwegen links und rechts der Straße . Wir sprechen von Radstraßen. Die wichtigsten Verbindungen aus den Vororten in der City und die wichtigsten Verbindungen innerhalb der Stadtteile sollen zu Radverkehrsstraßen umgebaut werden. „Der ein oder andere Parkplatz kann dabei wegfallen“, gibt Meißner zu.

20 Jahre arbeitet Raumplaner Meißner schon in der Stadtverwaltung. Machte Pläne für die Verkehrswende. In den Anfangsjahren wurden die zur Kenntnis genommen. Aber nicht umgesetzt. Doch mit zunehmenden Klima-Diskussionen hat seine große Stunde geschlagen. Die Kilometer, die die Dortmunder mit dem Rad fahren sollen, sollen sich verdoppeln. Heute sind es 10% der Strecken, irgendwann einmal sollen es 20% werden. Dass die Hälfte des Verkehrs in Dortmund mit Autos läuft, spielt keine Rolle mehr. Die Mehrheit der Autofahrer soll Platz für das Rad machen.

Holzmöbel statt Parkbucht im Klinikviertel

Dafür ist der Verwaltung inzwischen jedes Mittel recht. Sie streicht Parkplätze im Kreuzviertel (natürlich ohne Ersatz zu schaffen). Sie denkt über eine Teil-Sperrung des Innenstadt-Wallrings für Autofahrer nach, Folgen für den Handel zweitrangig. Sie stellt Holzmöbel in Parklücken im Klinikviertel auf (siehe Bild oben), um den Anwohnern zu zeigen wie schön es bei ihnen im Viertel ist, wenn man ihnen die Parkplätze wegnimmt. Und nun also der ganz große Wurf: Die so genannten Fahrradstraßen quer durch die Stadt. 82 Kilometer lang. Der Rat könnte dem noch einen Riegel vorschieben. Das ist aber kaum zu erwarten.

Andere haben längst Verkehrswenden vollzogen, die gut gemacht sind. Singapur zum Beispiel. Hier hat man das Auto nahezu vollständig aus der City verdrängt. Aber erst als der ÖPNV so gut ausgebaut war, dass er eine Alternative war. Die Takte wurden auf drei bis fünf Minuten verkürzt, bis in die allerletzte Seitenstraße wurden Buslinien gebaut, der ÖPNV ist spottbillig, teilweise sogar umsonst. Bei uns wird Autofahrern zwar das Leben erschwert, aber eben keine Alternative geschaffen. Wer zur Arbeit nach Bochum oder vom Norden in den Süden der Stadt muss, der kann sich für die Radwege wenig kaufen. Der braucht bessere Angebote im ÖPNV. Diese Alternative lassen deutsche Konzepte vermissen.

Das Problem bei den Dortmunder Radfahrstraßen: Sie sind – wie vieles im Klimaschutz – erst einmal eine (teure) Wette. Dass sie tatsächlich zum Umsteigen animieren, ist in keiner Studie bewiesen. Es ist eher eine Vermutung. Sie könnten auch einfach zu mehr Staus und Parksuchverkehr führen. Große Hoffnungen gab es beispielsweise auch einmal als Tallinn den ÖPNV kostenlos machte. Tatsächlich stiegen die Zahlen der Fahrgäste. Allerdings waren es Fußgänger und Radfahrer, die den ÖPNV zusätzlich nutzten. Nicht Autofahrer. Eine ähnliche Wette waren auch die E-Scooter. Eine norwegische Studie zeigt, dass ebenfalls Radfahrer und Fußgänger auf den Scooter umgestiegen sind.

Zudem gehen die Konzepte zur Verdrängung von Autoverkehr von einer grundsätzlich falschen Annahme aus. Dass die Zahl der Fahrten abnehmen, weil Menschen zunehmend auf Alternativen umsteigen. Studien zeigen aber, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Ein autonomes elektrisches Fahrzeug kann auch ein gehbehinderter 85jähriger fahren. Dass das Auto verschwindet, ist eher ein Wunschtraum von Öko-Vereinigungen. Diese Träume können aber keine Grundlage für Straßenplanung sein. Straßen jetzt zurückzubauen, kann angesichts des autonomen Fahrens exakt der falsche Weg sein.

Aber zurück zum Radverkehr: Es ist letztendlich eine von oben verordnete Verkehrswende.  Konzipiert von Rathaus-Mitarbeitern, die in der Stadt leben und für den Weg zur Arbeit tatsächlich kein Auto benötigen. Sie haben den Kampf gegen das Auto aufgenommen. Im Namen der Unwissenden, die noch nicht ahnen, dass sie das auch wollen. So funktioniert ein Obrigkeitsstaat. Trotz Kritik am Radschnellweg im Kreuzviertel wird das Projekt weiterverfolgt. Zahlen müssen die Pläne die, die sich drüber ärgern. Der bemalte Kilometer Straße an der Großen Heimstraße hat über 750.000 Euro Steuern gekostet.

 

Dir gefällt vielleicht auch ...

89 Kommentare

  1. #1 | Tagedieb sagt am 12. Januar 2022 um 14:38 Uhr

    "Bei uns wird Autofahrern zwar das Leben erschwert, aber eben keine Alternative geschaffen."

    Es ist halt billiger, Farbe auf der Straße aufzubringen, Parkplätze am Straßenrand mit Holzmöbeln zuzustellen und Verkehrsschilder aufzustellen wie neue Buslinien einzurichten, Bedienungstakte zu verkürzen oder gar neue Trassen für Straßenbahnen oder U-Bahnen zu bauen. Es wird Aktivität simuliert, ohne dass wirklich Alternativen zum Auto gemacht werden.

    Vielen Dank, ihr lieben grünen, bewegten, achtsamen Umwelt- und Klimaschützer.

  2. #2 | Daniel sagt am 12. Januar 2022 um 14:39 Uhr

    Tja, nie wieder mit dem Auto nach Dortmund. Den Einzelhandel wird es freuen.

  3. #3 | Norbert sagt am 12. Januar 2022 um 14:49 Uhr

    Im Kreuzviertel wohnen überwiegend linksalternative Grünenwähler da ist es ganz schön wenn die mal ihre eigene Medizin zu schmecken kriegen, frag mich nur wo die ganzen AMG-Murats prahlhanseln gehen wenn die gesamte Stadt mit Fahrradwegen zugepflastert ist

  4. #4 | Jan sagt am 12. Januar 2022 um 15:19 Uhr

    In Anbetracht dessen das z.B. die E-Bike-Quote immer weiter steigt und das bislang die Radinfrastruktur relativ Bescheiden ist, ist es doch nur zu begrüßen, das ein paar Tempo30 Straßen dem Fahrrad gewidmet werden.
    Auf der großen Heimstraße radelt es sich ganz vorzüglich, endlich gibt es mal eine Straße in der man als Radfahrer Vorrang hat. Autos können eh besser über die Lindemanstr. fahren.

  5. #5 | Knut sagt am 12. Januar 2022 um 15:56 Uhr

    Mir kommen die Tränen, Herr Westerhoff. Da wird tatsächlich dem Radfahrer mal Vorfahrt gewährt. Die Verkehrswende wird vom Obrigkeitsstaat aufoktroyiert. Braucht es den Blauhelmeinsatz im Dortmunder Kreuzviertel, um in Ihrem aufgeregten Alarmismus zu bleiben?

    Meine Wahrnehmung ist: Bisher haben sich Autofahrer 95 Prozent des öffentlichen Raums angeeignet. Erst letztlich hat sich meine Tochter mit ihrer Freundin zwischen Hauswand und SUV, der mit dreister Selbstverständlichkeit auf dem Gehweg geparkt hat, durchgezwängt. Ja, Autofahrer beanspruchen jeden Quadratmeter der Stadt für sich: Gehwege, Radwege, Grünflächen, die Straße sowieso. Sie gehört dem Autofahrer. Querende Fußgänger werden weggehupt, Radfahrer angepöbelt.

    Wenn sich jetzt also Radfahrer einen Teil des Raums erkämpfen, empfinden das Menschen wie Sie, Herr Westerhoff, anscheinend als Kriegserklärung! Warum eigentlich? Den Schritt der Stadt Dormund finde ich gut und mutig. Weiter so!

  6. #6 | Kris sagt am 12. Januar 2022 um 16:08 Uhr

    Das sieht total großartig und überzeugend aus. Ich bin von diesem Konzept begeistert!

  7. #7 | Susanne Scheidle sagt am 12. Januar 2022 um 16:37 Uhr

    Man muss nur morgens den Verkehrsbericht im Radio hören um zu ahnen, dass verkehrstechnisch was passieren muss, sonst sind die Autobahnen komplett dicht.
    Allerdings halte ich es für völlig unergiebig, da völlig auf den Radverkehr zu setzen und sich vor allem darauf zu konzentrieren, Autofahrer zu vergräzen.
    Das Problem bekommt man m. E. nur in den Griff, wenn der Öffentliche Nahverkehr so auszubauen, dass er eine echte Alternative ist. Leute, die z. B. Wien besucht haben erzählen da ganz wunderbare Dinge, bei denen sich der Ruhri verdutzt die Augen reibt.

    Bei uns in GE wurde vor ein paar Jahren schon eine Hauptverkehrsstraße von 4 auf 2 Spuren verkleinert und statt dessen links und rechts Fahrradwege angelegt – und natürlich Tempo 30! Dummerweise fährt auch der Bus auf dieser Straße, der hat jetzt noch mehr Verspätung. Auch nett: Als Fußgänger steht man jetzt gut und gerne mal 10 Minuten am Straßenrand, bevor man die Straße überqueren kann – da verpasst man dann schonmal auch den verspäteten Bus. So hat man nicht nur die Autofahrer verärgert, sondern auch die Buskunden und die Fußgänger, das muss man erstmal hinkriegen!
    Und die Fahrradfahrer?
    Wenn tatsächlich mal einer vorbeikommt, fährt der wie früher meistens auf dem Bürgersteig…
    Nee Leute, so wird dat nix mit der Verkehrswende!

  8. #8 | Schmechel sagt am 12. Januar 2022 um 16:59 Uhr

    Was für ein reißerischer Artikel! Für so eine Berichterstattung habe ich kein Verständnis. Ich wohne im Kreuzviertel und ja, ich leide unter der Parlplatzverknappung, weil ich beruflich auf das Auto angewiesen bin. Aber ich bin doch auch Radfahrerin und nutze jede Gelegenheit mit dem Rad zu fahren. Und Dortmund ist ein gefährliches Pflaster für Radfahrende. Da tuen doch Radfahrstraßen echt gut. Obwohl man sich nicht einbliden soll, eine Radfahrstraße biete optimale Sicherheit für die Radfahrenden. Es gibt hier sowohl Autoverkehr als auch aus- und einparkende Autos, die die Radfahrenden immer wieder zwingen zu stoppen oder auszuweichen.
    Da wird endlich mal was für den Radverkehr getan, da wird dann so dagegen gehetzt!

  9. #9 | Pascal sagt am 12. Januar 2022 um 17:16 Uhr

    Es wird keinesfall ungemütlich für Autofahrer in Dortmund. Die Autofahrer müssen nur ein wenig von dem Kuchen abgeben, den sie seit Jahrzehnten einfach für sich beanspruchen.

    Es ist übrigens köstlich zu sehen, wie sich Autofahrer aufregen, wenn auch nur ein bisschen für andere Fortbewegungsmittel getan wird. Sie fühlen sich dann in ihrer Freiheit eingeschränkt und stellen fest, dass sie doch Autofahren müssen, weil es keine guten Alternativen gibt. Dass sie sich über die Verbesserung der Alternativen zum Auto gerade in diesem Moment aufregen, merken sie in der Regel nicht.

    Trotzdem hat Kommentar #1 natürlich völlig recht, denn ein gutes Konzept hat die Stadt nicht. Man erhöht die Preise für den ÖPNV regelmäßig, weil man den erfolgreichen Betrieb des ÖPNV ausschließlich am finanziellen Gewinn festmacht. Die Stadt sollte bereit für Verluste (besser: Investitionen) beim ÖPNV sein, um eine lebenswerte Stadt zu gestalten, die sich nicht durch Blechlawinen auszeichnet.

    Der Ausbau von Fahrradstraßen ist eine vergleichsweise günstige Änderung. Diese geht aber meiner Meinung nach leider am Bedarf von vielen Leuten vorbei, da sie sich nicht auf ein Fahrrad trauen und wahrscheinlich eher den ÖPNV benutzen würden.

  10. #10 | Anoikis sagt am 12. Januar 2022 um 17:17 Uhr

    Na hoffentlich wurde da auch ein Feng Shui Berater hinzugezogen und die Möblierung nach Geomantischen Prinzipien vorgenommen (wie in Persebeck geschehen).

  11. #11 | ccarlton sagt am 12. Januar 2022 um 17:18 Uhr

    Ihr müsst solche Vorgänge von der positiven Seite sehen. Noch mal als bei der Brücke der A45 sind hier die Bürger betroffen, die die für diese Maßnahmen verantwortlichen Politiker gewählt haben.

    Vielleicht lernen die Dortmunder ja etwas?

  12. #12 | Angela Merkel sagt am 12. Januar 2022 um 17:19 Uhr

    Die Fahrradstrasse im Kreuzviertel ist der grösste Müll, kein Wunder wenn man bei der Planung Deppen beauftragt. Kann nur hoffen das es regelmäßig dort knallt und jemand die hunderte neuen Schilder absägt ;-).. und warten wir mal wenn der Bvb wieder vor Zuschauern spielt, hoffe das die dafür sorgen das der Käse Rückgängig gemacht wird. Klar das links,grüne die sich kein Auto leisten können die Strasse mit den 5 Radfahrern toll finden.

  13. #13 | Walter Stach sagt am 12. Januar 2022 um 17:22 Uhr

    Wird es jetzt in DO so ungemütlich für Autofahrer wie es bisher für Radfahrer war und derzeit ist?

    Ansonsten sh. Kommentare und Beiträge zu:
    "Niemand will die Komfortzone verlassen". -paßt!!

  14. #14 | Manni sagt am 12. Januar 2022 um 17:34 Uhr

    "Radfahrer haben Vorfahrt. “Hier sind doch gar keine”, ärgert sich ein Anwohner"

    Alles andere hätte mich ganz furchtbar gewundert.
    Fast so wie die Meldung "Dortmund: Umbenennung in Gelsenkirchen- Nordwest".

  15. #15 | Ali Mente sagt am 12. Januar 2022 um 18:02 Uhr

    "So funktioniert ein Obrigkeitsstaat."

    Was ist denn das für eine Schwurbelei hier? Das grenzt ja schon fast an Volksverhetzung.

  16. #16 | rwetroja sagt am 12. Januar 2022 um 19:01 Uhr

    Hm wer zahlt denn das Ganze wenn mal viele der ach so ungeliebten Autos weg sind. Hört keiner gern was die Autofahrer so alles an Steuern und Abgaben bezahlen. Mal sehen wie man das ersetzen will, wenn es keine Verbrenner mehr gibt. Meint ihr unser Staat schreit dann auch Hurra? In GB haben sie erst einen kleinen Teil durch e-Autos ersetzt aber es ist ihnen schon aufgefallen, das damit Einnahmen wegbrechen. Vielleicht gibt es dann ja Nummernschilder für Fahrräder und ne schöne neue Abgabe.
    Allein was man so über Benzin und Diesel an Steuern und Abgaben wegfällt da werden die Augen leuchten. Na ja vielleicht kostet Fahrstrom dann 1€ statt 20 cents. Ach nee wartet, Neukunden zahlen ja jetzt schon 73 cent für Haushaltsstrom.

  17. #17 | Kirky sagt am 12. Januar 2022 um 19:12 Uhr

    Was soll das bringen? noch mehr Stau, Lärm, Umweltverschmutzung, verstopfte Straßen, behinderung der Blaulichtfahrzeuge, Zeitverlust in kaum überschaubaren Ausmaß, ich werde mir wohl oder übel ein Klapprad kaufen müssen, um rechtzeitig meinen Parkplatz zu erreichen auf dem Weg zu Arbeit.
    Das Konzept ist einfach nicht durchdacht wer fährt denn bei Regen Schnee und Mistwetter freiwillig mit dem Fahrrad wenn er nicht muss, wir leben doch nicht in Barcelona mit 280 Sonnetagen im Jahr.

  18. #18 | Hollis Brown sagt am 12. Januar 2022 um 19:20 Uhr

    @ Manni: Als ich das letzte Mal vor etwa zwei Jahren in der Dortmunder Innenstadt gewesen bin, hatte ich schon den Eindruck, dass es dort mehr Radfahrer gibt als früher. Wie das heute aussieht, kann ich allerdings nicht beurteilen. Wir wohnen am südlichen Stadtrand von Dortmund. Wenn wir mal etwas einkaufen müssen, fahren wir in den Indupark nach Dortmund-Kley, in den Ruhrpark nach Bochum oder ins Centro nach Oberhausen. Kann man von uns aus alles sehr schnell mit dem Auto erreichen, die Parkplätze sind kostenlos, und das Angebot ist deutlichl besser als am Westenhellweg. Und zu 90 % wird sowieso im Internet bestellt. Verstehe daher die ganze Aufregung hier nicht. Wer fährt denn freiwillig auf der Ruhrallee mit Tempo 30 in die Dortmunder Innenstadt?

  19. #19 | thomas.weigle sagt am 12. Januar 2022 um 19:21 Uhr

    OMGOMG. Der Untergang des Abend…äähh Autolandes, und dieser Untergang beginnt in DO. Gut,dass es die zuverlässigen Katastrophenmelder von den Ruhrbaronen gibt….

  20. #20 | Michael Westerhoff sagt am 12. Januar 2022 um 19:56 Uhr

    @Ali Mente: Steile These. Weil ich das Handeln unseres Beamtentums mit dem preußischen Staatsverständnis vergleiche. Hmm… Sind Preußenvergleiche auch schon strafbar? Wenn wir den berühmten Ausspruch von Friedrich dem Großen etwas mehr verinnerlichen würden, ginge es diesem Land besser. Jeder möge nach seiner Facon selig werden

  21. #21 | Kai sagt am 12. Januar 2022 um 19:59 Uhr

    Wäre keine Problem, wenn es vernünftige ÖPNV Konzepte gäbe. Andere Länder / Städte machen es vor, warum sind unsere Planer so unfähig davon zu lernen?

  22. #22 | Thomas sagt am 12. Januar 2022 um 20:40 Uhr

    Ich kaufe seit Jahren im Centro ein keine Parkgebühr und keine Parkplatzsuche. Bin ich mit meinen Freunden da trinken wir ein, zwei Bier Auto steht und Taxi ist auch immer in der Nähe. Ist halt politisch so gewollt.

  23. #23 | paule t. sagt am 12. Januar 2022 um 20:42 Uhr

    Das Straßennetz in Dormund hat eine Gesamtlänge von 1800 km.
    Also haben Autofahrer dann jetzt wohl geschätzt nicht mehr auf 99,5 % (mal ca. 8 km Fußgängerzone angenommen), sondern nur noch auf 95 % der Straßen den eindeutigen Vorrang, an dem sich die Straßenplanung ausrichtet. Das ist natürlich eine völlig unerträgliche Behinderung des Autoverkehrs.

    Mir kommen wirklich die Tränen des Mitleids mit dieser armen. ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe.

  24. #24 | CrazyFreak83 sagt am 12. Januar 2022 um 20:53 Uhr

    Diese Radwege sind doch nichts neues. Sind bei uns in der Nordstadt schon über ein Jahr.

  25. #25 | Johannes Becker sagt am 12. Januar 2022 um 21:12 Uhr

    Ganz schön traurig der Artiekl. Hier wird viel gefährliches Halbwissen als absolute Wahrheit verkauft.
    Alles in allem viele Vermutungen die durch zahlreiche Studien wiederlegt worden sind.
    Die Tatsache dass die Verwaltungsmitarbeiter dann als Idioten hingestellt werden ist der Traurige schlusspunkt.
    Soweit ich infomiert bin braucht es für solche Projekte immer noch demokratische Beschlüsse. Und ganz vielleicht haben es die Mitarbeiter*innen geschafft die Poltik mit fachlich fundierten Argumenten zu überzeugen. Nur so ne Vermutung. Das hat dann weniger mit Allmachstphantasien zu tun, sondern mit Kompetenz und Hintergrundwissen. Vielleicht würde Herrn Westerhoff ein bisschen was davon gut tun.

  26. #26 | Dark Sojobo sagt am 12. Januar 2022 um 22:04 Uhr

    Es ist okay, wenn der Verkehr gemindert wird, jedoch hat die Stadt bisher hohe Einnahmen durch Bußgelder eingenommen und rechnet für die kommende Jahre weiter mit dem bisher eingenommenen Geldern. Diese werden sich so stark reduzieren, das die Stadt gezwungen ist neue Einnahmen-Quellen zu öffnen, (Bußgelder für falsch geparkte Fahrräder, die bei jedem Kauf registriert werden müssen). Die Blitzerquote ist ja schon erhöht worden. Hinzu kommt die Instandhaltung der geplanten Veränderungen die zu Buche schlagen werden. Ich gehe in die Stadt um Einkäufe zu tätigen und dann einen Kaffee zu trinken. Jedoch werde ich nicht für Kaffee alleine in die Stadt fahren. Und ich werde mit Sicherheit sperrige Einkäufe nicht mit Bus und Bahn und den Rest zu Fuss nach Hause bringen. Die Stadt wird somit für mich nur zu einer Art goldener Käfig. Dann lieber raus in die Natur mit der Familie und die Einkäufe (seit der Pandemie sowieso) weiterhin online mit Lieferung tätigen. Weitere Insolvenzen sind auch vorprogrammiert, wenn die Stadtbesucher ausbleiben. Also liebe Kommunalpolitiker macht auf Kosten der grünen Linie und den sterbenden Gewerbe in der Stadt weiter so. Bin gespannt wie ihr das kompensieren wollt.

  27. #27 | RescueParamedicJim sagt am 12. Januar 2022 um 22:25 Uhr

    Als passionierter Radsportler und Freizeitvielradler bekomme ich bei diesen Verkehrs_UN_konzepten einfach nur noch Brechreiz.

    Privat bin ich auf (motorisierten) Individualverkehr mit variablem Stauraum angewiesen. Die pflegebedürftigen Verwandten wollen versorgt werden. Meine Verpflichtungen erfordern ein hohes Maß an Flexibilität, das ich mit dem geliebten Radel ebenso wenig realisieren kann wie mit dem krankhaft mangelhaften System des ÖPNV. Damit werde ich garantiert nicht alleine sein.

    Beruflich bin ich auf (motorisierten) Individualverkehr angewiesen. Zu Uhrzeiten zu denen ich flexibel arbeiten muss, ist der ÖPNV nicht zu gebrauchen.

    Im Beruf geht eh nichts ohne Einsatzfahrzeug, die stehen ja dankenswerterweise derzeit (noch) nicht zur Debatte. Nur auf diesen merkwürdigen Konstrukten von Radstraßen den Fahrradfahrern im Weg herum. Die da auch schon mal Beulen hineinschlagen. Was mit den Patienten ist, ist voll egal.

    Als Radfahrer muss ich aber vor allem über Radfahrer aufregen, weniger über Autofahrer (jaja, nicht dass mich über die gar nicht ärgern würde). Rote Ampeln, Zebrastreifen, Vorrangregelungen, Rücksicht auf Fußgänger und Kinder, Verkehrsregeln insgesamt zählen für die Mehrheit der Radfahrer die ich da draußen im echten Leben sehe einfach aus Grundsatz nicht. Und wie das immer so ist, ziehen diese speziellen Flachpfeifen das Image derer mit runter, die ordentlich fahren.

    Der (motorisierte) Individualverkehr ist derzeit für viele Menschen einfach nicht zu ersetzen. Schon alleine, weil sie ohne diesen ihren Arbeitsplatz nicht erreichen können. Außer zu Fuß vielleicht, wenn sie bei Wind und Wetter vor und nach der Arbeit 3stündige Fußmärsche in Kauf nehmen. Auch wenn bestimmte Träumer immer behaupten es wäre nicht so, durch ständiges Wiederholen wird es nicht wahr, es gibt Menschen die können einfach bestimmte Arbeitsstellen nicht annehmen, weil unerreichbar. Und das gilt schon innerhalb einer Stadt wie Dortmund. Es gibt sogar bei Unternehmen auf der Westfalenhütte Schichten, deren Beginn kann man aus den Vororten ebenso wenig erreichen wie man nach der Arbeit dort weg kommt mit dem ÖPNV.

    So gerne ich Radfahre, so geil wie ich die coolen neumodischen Lastenräder finde, die Vorstellung mehr als Ausnahmefälle radeln das ganze Jahr über von Dortmund nach Gelsenkirchen und das mit einer Fahrzeit von 2:15 pro Strecke dürfte absolut utopisch sein. Sehr cool finde ich dagegen die Mamis und Papis die mit einem Mehrzwecklastenrad morgens die Kinder zur Kita und zur Schule bringen statt mit dem SUV. Wobei auch das nur innerhalb des Stadtteils realistisch ist. Und die Dinger für Gering- und Normalverdiener eigentlich (noch) zu teuer sind.

    Über den miserablen ÖPNV ärgere ich mich nun bald ein halbes Jahrhundert. Freunde die sich wirklich bemüht haben, hatten keine echte Chance Rad und ÖPNV dauerhaft und alltagstauglich ohne Einschränkungen zu kombinieren. Entweder oder. Und das ist ja schon echt traurig. Wie oft musste ich in jungen Jahren nach Überstunden vom Borsigplatz nach Lütgendortmund laufen.

    Der Bedarf an Individualverkehr wird zukünftig nicht einfach so wie ein Wunder abnehmen. Einen Teil könnte man mit wirklich richtig gutem ÖPNV auffangen, einen anderen Teil vielleicht eines Tages mit autonomen Fahrzeugen. Aber beides muss eben auch sozialverträglich und für Geringverdiener nutzbar sein. Und das ist der ÖPNV ja heute schon nur stark eingeschränkt. Mit der arbeitsmarkt- und sozialpolitisch erzwungenen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes einseitig zu Gunsten der Unternehmen wird der Bedarf an alltagstauglicher Mobilität eher noch weiter zunehmen. Und nur ein winziger Bruchteil davon wird mit dem Fahrrad realisierbar sein. Und der Bedarf an Parkraum nimmt damit auch weiter zu. Mit der in Dortmund (und sicher überall anderswo) seit Jahrzehnten gefahrenen Vorgehensweise überall mal und mal da und mal dort wieder mal Parkraum verschwinden zu lassen hat man den Parkplatzsuchverkehr verzigfacht. Sehr cool für die Umwelt. Bloß weil da plötzlich wieder zwanzig Parkplätze fehlen, löst sich ja der Mobiliätsbedarf derer nicht auf, die da zuvor geparkt haben. Diese Unlogik habe ich noch nie verstanden.

    Und mit diesen UN_konzepten spielt man die verschiedenen Teilnehmer des Verkehrs nur gegeneinander aus, statt das bestmögliche Miteinander möglich zu machen.

  28. #28 | SvG sagt am 13. Januar 2022 um 00:09 Uhr

    Ist eigentlich schon einmal der komplette ökologische Fußabdruck eines E-Lastenrades ermittelt worden? Platz benötigt so ein Gespann mehr als unser Stadtflitzer Hyundai i10. De iÜ auch wendiger ist…
    Wegen mir sollen die alle Innenstädte verkehrsberuhigen (dann hätten wir in unserer Straße Ruhe vor den Rasern jeglicher Herkunft und den Halbmondfahnenschwenker-Konvois am Wochenende). Schön wäre es allerdings, wenn der Ausbau des ÖPNV vorher vollzogen würde.

  29. #29 | Philipp sagt am 13. Januar 2022 um 00:20 Uhr

    "If you build it, they will come." Field of Dreams (1989).

  30. #30 | Bebbi sagt am 13. Januar 2022 um 01:12 Uhr

    Ach Michael, wäre das keine Polemik, sondern ein Artikel, hätte ich geraten, in der StVO mal nachzuschlagen, worüber hier eigentlich geschrieben wird. "Radverkehrsstraßen" ist schon mal falsch. Dann könnten wir zusammen die Regeln vergleichen zu Tempo 30-Zonen. Das war ja hier vorher. Wir würden feststellen, dass die keine substanziellen Unterschiede kennen, wenn alle Kfz rein dürfen. Das darf zwar nur die Ausnahme sein, ist aber in Dortmund die rechtwidrige Standard-Lösung, weil Dortmund eben eine autofreundliche Stadt ist. Inzwischen ist es eine autofreundliche Stadt, die so tun, als ob sie auch eine fahrradfreundliche sein will. Das passt seltenst zusammen, aber das will eh kaum jemand. also muss man so tun als ob, und diese Polemik ist der Beweis, dass es funktionieren kann. Manche glauben tatsächlich, eine Tempo 30-Zone zu einer Fahrradstraße zu machen wäre "Verkehrswende". Wie du selbst schreibst, müsste man dafür die Autos aus der Innenstadt, zu der die Straße ja zählt, ganz raus nehmen. Aber das kommt gar nicht. Es fällt nicht mal ein Parkplatz weg. Natürlich ungeschickt, den ständigen Rechtsbruch genau dann zu verfolgen, wenn die Fahradstraße kommt, weil dann manche das eine mit dem anderen verknüpfen, obwohl es auch vorher illegal war. Wenn man hier und da nun nicht mehr auf der Fahrbahn parken darf, alles entspannt. Es ist ja eine Fahr-Bahn.

    Wo soll das auf 82 Kilometern passieren? Aber es ist egal: Wenn man sieht, wie lange die 1,2 Kilometer gedauert haben, wird das der Verf. des Art. nicht mitbekommen, dass die fertig sind.

    Nein, die Vorfahrregeln sind für alle Fahrzeuge gleich, es gibt keine besondere Vorfahrt für Radfahrer. Durchatmen. Alles halb so wild. Die Auto-DNA von Dortmund steht nicht zur Disposition.

    Schon aufgrund der rechtwidrigen grundsätzlichen Freigabe für den Radverkehr wird keinem Autofahrer was weggenommen (wobei es ja vermutlich eh keinen gibt, der nur eine Verkehrsart nutzt – aber das zu beachten, macht die Sache komplizierter als es für so eine Polemik passt). Aber offensichtlich klappt die Strategie von Politik und Verwaltung: Zumindest der Verf. glaubt, in Dortmund würde gerade das Kopenhagen Westfalens realisiert.

    Wenn wir darauf warten, dass sich was von allein verändert, warten wir noch lange.

    @#16: Wo muss ich mich melden, dass mein Steuersatz geringer wenn ich kein Kfz habe. Wenn ich das Geld für was anderes ausgebe, sind da auch Steuern drauf.

    @#19 lol, so ist es.

    @#20 …. aber bitte nicht, wenn er dafür ein bisschen Einschränkung des kfz-Verkehr möchte.

    @#23: Das ist ein Mythos, dass auf gemeinsamen Fahrbahnen für alle Fahrzeuge der Kftz-Verkehr Vorrang hat. Aber daran glaubt der Verf. ja auch.

    @#27: Nun, die wenigsten pendeln so lange Strecken …

  31. #31 | Jan sagt am 13. Januar 2022 um 07:25 Uhr

    "Die Velorouten führen überwiegend auf Nebenstraßen, durch Tempo-30-Zonen und abseits von Hauptverkehrsstraßen." (Quelle: Dortmund.de)

    Es hört sich in den Kommentaren so an als würden alle Autofahrer ausschließlich hunderte Kilometer täglich in diesen Temp30 Zonen unterwegs sein 😀

  32. #32 | ke sagt am 13. Januar 2022 um 08:08 Uhr

    Wenn Dortmund meint, es ist modern, kopiert es Konzepte, die woanders vor 20 Jahren innovativ waren.

    Schon im Kreuzviertel gibt es Ärger, obwohl sich die Bewohner komplett in den öffentlichen Flächen zuparken.

    Wer Fahrrad fahren will, kann es jetzt schon, es gibt genügend Nebenstraßen etc.
    Das Fahrrad hat keine Zukunft. Es ist zu gefährlich, es regnet etc. Da wird es intelligentere Lösungen geben wie E-Motorräder mit Rad bzw. kleine E-Stadtfahrzeuge

  33. #33 | Salz sagt am 13. Januar 2022 um 08:21 Uhr

    @Michael Westerhoff
    Ah, man kann es förmlich erfühlen wie die Tränen beim schreiben flossen.
    Köstlich.

  34. #34 | Stefan Laurin sagt am 13. Januar 2022 um 08:23 Uhr

    @Salz: Unser Autor hat sicher beim Verfassen des Textes nicht geweint. Er hat ein Auto und muss nicht im Winter aufs Rad. Ihm geht es gut. Aber es ist schon klar: Es geht der Ökolobby in erster Linie darum, anderen Menschen etwas vorzuschreiben und sie zu bevormunden. Da hofft man, andere Menschen leiden zu lassen. So sind Kleingeister nun einmal. Ich persönlich gehen davon aus, dass weniger Menschen künftig die Dortmund besuchen und zum Beispiel bei Amazon einkaufen. Da Amazon in Deutschland im Gegensatz zum Einzelhandel kaum Steuern zahlt, wird die Stadt bald weniger Geld für die Finanzierung irgendwelcher „Projekte“ haben. Das könnte zu sehr unterhaltsamen Debatten führen 🙂

  35. #35 | Richie sagt am 13. Januar 2022 um 11:27 Uhr

    Das ist wirklich ein tendenzieller Artikel übler Machart. Der Autor schreibt, als müsse man empört sein, dass keine Verkehrspolitik a la 1970 mehr stattfindet. Man könnte meinen, hier schreibt ein Automobil-Lobbyist.

  36. #36 | Stefan Laurin sagt am 13. Januar 2022 um 11:34 Uhr

    @Richie: Beliebtes Framing der Ökos: "Wer nicht unserer Meinung ist, muss gekauft sein". So eine plumpe Argumentation zeigt zugleich Unredlichkeit und nicht vorhandene intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit. Aber so sind se nun einmal 😀

  37. #37 | Roland Klecker sagt am 13. Januar 2022 um 11:58 Uhr

    Wie viel hat man Euch für diesen peinlichen Negativartikel bezahlt?
    Oder ist das hier doch eher ein nicht so bezeichneter "Kommentar"?
    Mit seriösem Journalismus hat das jedenfalls wenig zu tun.

  38. #38 | Stefan Laurin sagt am 13. Januar 2022 um 12:00 Uhr

    @Roland Klecker: Ich wiederhole mich: Beliebtes Framing der Ökos: "Wer nicht unserer Meinung ist, muss gekauft sein". So eine plumpe Argumentation zeigt zugleich Unredlichkeit und nicht vorhandene intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit. Wenn Ihnen nichts besseres einfällt…

  39. #39 | paule t. sagt am 13. Januar 2022 um 12:01 Uhr

    @ #32. Zitat: "Es geht der Ökolobby in erster Linie darum, anderen Menschen etwas vorzuschreiben und sie zu bevormunden."

    Wenn es nicht Tränen sind, dann ist es – bei diesem Kommentar ebenso wie im Artikel – etwas anderes, was die Sicht vernebelt. Es geht hier um 5% des Straßennetzes, das sich ausnahmsweise mal eher an den Bedürfnisse von Radfahrern als denen von Autofahrern orientiert, und schon wird anderen Menschen etwas "vorgeschrieben" und sie werden "bevormundet"?

    Könnte man diese Jammerei mal bitte ins Verhältnis setzen zu dem Alltag nichtautomobilisierter Verkehrsteilnehmender, die mormalerweise auf fast allen Verkehrswegen buchstäblich an den Rand gedrängt werden, weniger Platz bekommen, und sich nach Verkehrswegen richten, die zum größeren Teil an den Interessen von Autofahrern ausgerichtet sind?

    Das hat die Logik eines verwöhnten Blags, das einen Wutanfall bekommt, weil es an einem Tag in der Woche den Nachtisch mit anderen Kindern teilen soll und nicht mehr alleine essen darf.

    —————————–

    Auch eine hübsche Fehlwahrnehmung ist #28. Ich schlage einfach mal vor, die Maße von Lastenrädern zu googeln und mit denen des genannten "Stadtflitzers" Hyundai i10 zu vergleichen. Wobei da ja schon gezielt besonders große Fahrräder mit besonders kleinen Autos verglichen werden.

  40. #40 | Michael Westerhoff sagt am 13. Januar 2022 um 12:21 Uhr

    @salz: Ich habe die Tränen aber recycelt und als Badewasser wiederverwendet

  41. #41 | Michael Westerhoff sagt am 13. Januar 2022 um 12:27 Uhr

    @richie @Roland Klecker: Ich finde ja gut wie hier viele argumentativ ein andere als meine Meinung vertreten. Mit Kommentaren wie Euren hab ich aber echt ein Problem. Andersdenkenden zu unterstellen, dass sie bezahlt werden, vergiftet das Diskussionsklima. Und wir brauchen in einer Demokratie Diskurs. Man muss auch mal andere Meinungen aushalten können.

  42. #42 | Kai Teranski sagt am 13. Januar 2022 um 13:11 Uhr

    Was für eine billige Polemik.

    Es ist weder geplant, 82 km *Hauptstraßen* zu Fahrradstraßen zu machen. Es handelt sich in der Mehrzahl um Wohnstraßen, durch die der Radverkehr geleitet werden soll. So wie ich das Konzept verstanden habe, soll es drei Kategorien geben. Ein Hauptradnetz, ein untergeordnetes, um in den Vororten sich bewegen zu können, und ein Freizeitnetz, was gar nicht über Straßen geführt wird.

    Es werden natürlich auch keine Hauptstraßen zu Fahrradstraßen gemacht. Schon rein rechtlich ist das nicht möglich, da für solch eine Umwidmung der Radverkehr dominieren muss oder das in Zukunft zu erwarten ist. Man wird in diesen Straßen auf vorhandene Radverkehrsanlagen setzen oder diese neu bauen.

    Zum Argument Platz: RVA auf Bürgersteigen sind zum überwiegenden Teil nicht mehr zulässig. Wenn man diese mit auf den Gehweg quetscht, unterschreitet man die vorgeschriebenen Mindestbreiten. Auch Fußgänger haben ein Recht auf Platz.

    Ich wüsste auch nicht, daß geplant wäre, denn Wall autofrei zu machen. Warum wird denn der neue Radweg um den östlichen und südlichen Teil des Wallrings extra im Seitenraum errichtet? Aus welchem anderen Grund als die mehrspurige Fahrbahn für den Autoverkehr zu erhalten?

    Nein, Dortmund geht nach wie vor den auch schon 30 Jahren eingeschlagenen Weg, den Autoverkehr nur so wenig wie möglich einzuschränken. In der Hoffnung, und darin teile ich die Befürchtung des Autors, daß *trotzdem* welche umsteigen werden. Was nicht passieren wird. Eben *weil* das Autofahren immer noch zu einfach ist.

    Na dann viel Spaß weiterhin beim gegenseitig sich mit Auto im Weg herumstehen. Die paar Radfahrer sind dafür sicherlich nicht verantwortlich, das schafft ihr schon selbst.

  43. #43 | Helmut Junge sagt am 13. Januar 2022 um 13:12 Uhr

    Ich plane dieses Jahr mit meinem Enkel nach Dortmund zum Naturmuseum zu fahren, um ihm die Saurierausstellung zu zeigen. Muß ich mich bei dieser Reise auf Verkehrsregeln einstellen, die im westlichen Ruhrgebiet bislang unbekannt sind? Oder schon in Herne parken? Shuttlebusse vorhanden? An was man alles denken muß, wenn man in ein Museum will.

  44. #44 | Michael Westerhoff sagt am 13. Januar 2022 um 13:30 Uhr

    @kai die Planungen für den Wall sehen in einem Szenario die komplette Sperrung des Walls beim Hauptbahnhof vor. Planfall 1 und 4 sehen das in unterschiedlichen Varianten vor. https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/verkehr/emissionsfreie_innenstadt/massnahmen/verkehrsuntersuchung_wallring/index.html
    Im Übrigen ist nicht alles gleich polemisch, nur weil es Ihnen nicht gefällt

  45. #46 | JP sagt am 13. Januar 2022 um 13:47 Uhr

    Sehr negativer Bericht, der die Chancen verkennt, keine Faktenargumente bringt und die positiven Aussichten der wenigen Straßen für Radfahrer schlicht leugnet. Schade. Ich finde die Bilder zeigen ein mehr als attraktives Wohnviertel.

  46. #47 | paule t. sagt am 13. Januar 2022 um 13:52 Uhr

    @ #41, Zitat:
    "Andersdenkenden zu unterstellen, dass sie bezahlt werden, vergiftet das Diskussionsklima."

    Das ist im Prinzip richtig. Das gleiche gilt aber auch dafür, Andersdenkenden regelmäßig zu unterstellen, sie würden aus einer Lust an Verbot und Bevormundung handeln. Vielleicht könnten Sie diesbezüglich mal mit bestimmten Ruhrbaroneautorenkollegen reden.

  47. #48 | Peer Denzer sagt am 13. Januar 2022 um 14:04 Uhr

    Super Herr Meißner, Sie haben es geschafft!
    Nach 15 beziehungsweise 59 Jahren im Kreuzviertel werden demnächst unsere beiden Parkplätze frei. Wir ziehen nämlich raus aufs Land und nehmen lieber die zwanzig Minuten pendeln zur Arbeitsstelle in Kauf als jeden Abend verzweifelt nach einem Parkplatz zu suchen, um dann die Nacht über von Partylärm belästigt zu werden!
    Vielen Dank für die Entscheidungshilfe! Unsere Lohnsteuer bekommt jetzt übrigens die Stadt Witten! :)))

  48. #49 | SvG sagt am 13. Januar 2022 um 14:29 Uhr

    @ 39; paule t.:
    Das Beispiel ergab sich aus der Praxis, weil vor kurzem ein Lastenrad an der Kreuzung neben uns stand. Das war länger als unser Pkw. Die Wendigkeit in der Kurve war auch eher eingeschränkt. Was mich zu der Frage führte, was wohl in unseren Fußgänger- oder verkehrsberuhigten Zonen wohl los wäre, wenn sich die Anzahl der LR nur verzehnfachen würde. Ich halte die einfach für zu groß und zu sperrig für Fußgängerzonen, Fahrradwege usw. Die gehören, wenn Sie in Massen genutzt werden, auf die Straßen. Und dann benötigen Sie halt zum parken den gleichen Platz wie wir. Käme nur jeder vierte mit dem LR auf unseren Wochenmarkt, hätten wir schon ein Problem. Zumal – in meiner Wahrnehmung- viele noch mit Anhänger fahren. Das stört mich alles nicht, wenn Frauen sich zum Beispiel vom "Mamataxi" zur "Mamarischka" entwickeln wollen: kein Problem, sollen Sie machen. Die Frage nach dem ökologischen Fußabdruck war ernst gemeint, es wäre doch der Diskussion zuträglich, wenn man über Zahlen und nicht über Glauben sprechen würde.

  49. #50 | Berthold Grabe sagt am 13. Januar 2022 um 15:13 Uhr

    Entscheidend für solche Konzepte ist nicht die Anzahl der Fahrradstraßen sondern in wie weit die Moblität dadurch beschränkt wird.
    Egal wieviel Fahrrad man fährt, meistens ist und bleibt eine Auto unverzichtbar zum Personen und Gegenstandstransport.
    Und das erfordert auch nag genug an die Wohnung herankommen zu können.
    Das Hauptproblem dabei ist, das echte Lösungen echte Investitionen und auch städtebaulichen Umbau erfordern.
    Alles andere ist Plazebopolitik.
    Ob das Dortmunder Konzept also was taugt, wird sich erweisen, manchmal nicht sofort, weil es allmählich zu Klientelwechseln kommt.

  50. #51 | Kai Teranski sagt am 13. Januar 2022 um 15:20 Uhr

    @Michael Westerhoff, siehste, geht doch auch sachlich.

    Mit dem Ausdruck Polemik beziehe ich mich nicht auf Dinge, die mir nicht gefallen. Dann hätte ich viel zu kritisieren.

    Es geht mir um die Falschdarstellung im Artikel. Es sind keine 82 Fahrradstraßen geplant. Ein kleiner Teil davon wird (vielleicht) als Fahrradstraßen umgewidmet. Aber sicher keine Hauptverkehrsstraßen. Die Provinzialstraße z.B ist doch erst 2012 mit Fahrradstreifen versehen worden und vor einem halben Jahr wurden die Furten Rot markiert. Abgesehen davon handelt es sich um eine Bundestraße.

  51. #52 | Daniel sagt am 13. Januar 2022 um 16:24 Uhr

    Es ist schon amüsant zu sehen wie aggressiv Herr Westerhoff reagiert, wenn einmal nicht seine persönlichen Bedürfnisse das Maß aller Dinge sind und er minimale Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen muss. Anders ist der absurd reißerische Ton des Textes kaum zu erklären.
    Während eine emotionale Sprache in einem (unsachlichen) Meinungsartikel okay ist, ist das Verbreiten von Unwahrheiten sicher nicht. Herr Westerhoff behauptet, dass für wegfallende Parkplätze kein Ersatz geschaffen wird. Dies ist falsch im Bereich des Friedhofs sollen zumindest 19 Parkplätze neu entstehen. Dies mögen weniger Parkplätze als Z vor sein, diese Tatsache zu unterschlagen ist aber unredlich. Insgesamt empfehle ich Herrn Westerhoff, sich häufiger mit dem Rad fortzubewegen. Die Radwegeführung in Dortmund ist an vielen Stellen nämlich völlig absurd und diente in der Vergangenheit nicht zur sicheren und angenehmen Fortbewegung von Radfahrern, sondern zur Entfernung der Radfahrer von der Straße. Anders als in der Vergangenheit dient die Radinfrastruktur also (hoffentlich) in der Zukunft nicht mehr dem Autoverkehr sondern dem Radverkehr (und durch die Reduzierung des Autoverkehrs allen!)

  52. #53 | Michael Westerhoff sagt am 13. Januar 2022 um 16:33 Uhr

    @Daniel. Ich bin sowas von unemotional… und ja: Korrekt wäre: Es ist Ersatz geschaffen worden. Für ungefähr hundert Parkplätze, die am Straßenrand und auf der Straße weggefallen sind, ein gutes Dutzend. Oder vielleicht auch 19. Hab ich nicht im Kopf. In Summe ist der Wegfall aber nicht kompensiert worden.

    Und: Wegen mir können sie 500 Parkplätze wegmachen, wenn sie dafür ein Parkhaus für 500 Autos bauen. Aber einerseits Baulücken im Kreuzviertel schließen und Häuser aufstocken, um Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig in der selben Ecke Parkplätze wegmachen, ist nur noch ein ideologischer Kampf gegen das Auto.

  53. #54 | Arnold Voss sagt am 13. Januar 2022 um 16:49 Uhr

    Bei der Verkehrswende ist einzig und allein entscheidend, wieviele Menschen durch eine Maßnahme vom Auto auf das Fahrrad und/oder auf den ÖPNV umsteigen. Nur so wird nämlich das grundlegende Platzproblem in den Verdichtungsräumen gelöst werden können. Mittel bis langfristig nutzt das auch dem verbleibenden, bzw. nicht reduzierbaren Autoverkehr. Denn jedes Auto, dass durch ein kleineres und leichteres Fahrzeug ersetzt wird, oder auf Dauer ersatzlos verschwindet, schafft mehr Raum für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

  54. #55 | Daniel sagt am 13. Januar 2022 um 17:31 Uhr

    Dein Text wirkt überhaupt nicht unemotional!

    Wow… also sind Parkplätze wichtiger als Wohnraum für Familien…

    "Ideologischer Kampf gegen das Auto" Darüber kann man doch nur schmunzeln. In Deutschland, und besonders intensiv in Dortmund, wird der gesamte Verkehr dem PKW untergeordnet. Abgesehen davon, wird jeder Auto-Kilometer von der Allgemeinheit subventioniert. Es ist grotesk, dass Du ernsthaft anderen Ideologie vorwirfst dabei aber komplett zukunftsvergessen die Ideologie der 60er der autogerechten Stadt propagierst. Fein Text macht den Eindruck, dass Du derart ideologisch verblendet bist, dass dir jeder Block für die Realität fehlt Was passiert denn ganz konkret durch die Umbaumaßnahmen? Einige Parkplätze fallen weg und Radfahrer dürfen auf ein paar Straßen nebeneinander fahren. Lieferverkehr ist weiter problemlos möglich. Ziel des Ganzen ist, dass mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen. Jeder, der es grundsätzlich für sinnvoll hält, dass mehr Wege mit dem Rad zurückgelegt werden unterstützt Maßnahmen die das Radfahren sicherer und angenehmer machen. Meiner Meinung nach ist es völlig naiv anzunehmen, dass mehr Parkplätze und mehr Raum für Autos zu einer Entspannung für Autofahrer führt. Von den Anwohnern will ich gar nicht sprechen. Alleine deine Anspruchshaltung zeugt von einer eigenartigen Weltsicht: Mehr öffentlichen Raum für das Verkehrsmittel Fahrrad und den Zugverkehr zu nutzen ist "Ideologie", deine Forderung, dass öffentlicher Raum für das Abstellen des Privateigentums Auto genutzt wird ist aber… Was… Völlig angemessen? Ich wohne im Bereich der Innenstadt. Eines ist hier sicherlich nicht sinnvoll: Mehr Autos. Man gerne darüber diskutieren, ob die getroffenen Maßnahmen zielführend sind. Aber ernsthaft zu behaupten, die Autofahrer seien jetzt gaaanz schlecht dran ist albern und realitätsfern.
    Es ist ganz klar: Die Nutzung eines Autos ist für den Einzelnen oft sehr bequem und vorteilhaft. Zu viele Autos sind aber schlecht für die Allgemeinheit. Und darüber, dass im Kreuzviertel tendenziell ein Problem mit zu vielen Autos besteht, sind wir uns einig, oder?

  55. #56 | Philipp sagt am 13. Januar 2022 um 17:39 Uhr

    Arnold Voss: "Denn jedes Auto, dass durch ein kleineres und leichteres Fahrzeug ersetzt wird, oder auf Dauer ersatzlos verschwindet, schafft mehr Raum für alle anderen Verkehrsteilnehmer."

    … und jeder Handwerker, Fliesenleger, Installateur freut sich bei der Parkplatzsuche und über den flüssigeren Verkehr.

    Ansonsten bin ich auch für Parkhäuser und bin überrascht wie wenig Dynamik es in der Frage gibt. Sind die so schwer zu planen und zu bauen?

  56. #57 | Walter Stach sagt am 13. Januar 2022 um 18:08 Uhr

    -54-
    Arnold Voss,
    Zustimmung!
    D.h. dann aber doch auch,
    daß
    a.)jede Maßnahme -vor allem kommunal- unterbleiben müßte, die die Nutzung des Autos -im fließenden und im ruhendem Verkehr- weiterhin leicht macht, noch leichter machen würde
    und daß
    b.)
    jede Maßnahme -vor allem kommunal- zu unterstützen wäre -z:B. durch entsprechende Fördermittel des Bundes/des Landes- die es Radfahrern, Fußgängern, ÖPNV-Nutzern wesentlich leichter machken würde, sich im alltäglichen Verkehr zu bewegen, also von A-nach B zu kommen.

    Arnold,
    mir scheint, es geht in dem jahrzehntelang andauernden Streit pro/contra Autofahren/Radfahren mit dann und wann neuen Argumenten nciht primär um den Austausch von Sachargumenten und um das rationale Abwägen von Zielen, Mitteln und Methoden, sondern es ist ein Streiten um die heilige Kuh Auto. Und das in Deutschland m.E. mehr als in anderen zivilsierten Staaten.
    Arnold,
    das gilt es zu bedenken, wenn man, wie Du, versuchst, sachbezogen, rational zu argumentieren. .

  57. #58 | Michael Westerhoff sagt am 13. Januar 2022 um 18:31 Uhr

    @Daniel:

    Parkplätze wichtiger als Wohnraum? Kratz am Kopf. Ne. Nur für neu geschaffenen Wohnraum braucht es auch neu geschaffenen Parkraum. Eine Verknappung bei gleichzeitiger Erhöhung der Bewohnerzahlen finde ich problematisch.

    Und nein, im Kreuzviertel gibt es nicht zu viele Autos, es gibt für die zu vielen Autos nur zu wenig Parkplätze. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Wegen mir können die Parkplätze zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Sicherheit von Radfahrern gern abgeschafft werden, wenn man einfach mal eine Tiefgarage bauen würde. Meinetwegen auch eine preiswerte Hochgarage. Dann wären die Probleme aller gelöst. Ohne Streit. Ich gehe heute auch häufig einige hundert Meter zwischen Parkplatz und Wohnung. Also kann das Ding auch am Rand sein.

    Uns unterschiedet dein Satz "Ziel des Ganzen ist, dass die Leute vom Auto aufs Rad umsteigen". Warum hat der Staat zu bestimmen, welches Verkehrsmittel die Bürger nehmen sollen? Wo sind wir denn? Die Partei hat immer Recht und weiß, was für mich gut ist? Aber ich steige aus ökologischen Gründen gern auf ein E-Auto um. Nur findet dann mal eine Lösung für das Lade-Problem der Innenstadt-Bewohner. Ich hätte eine: Das Parkhaus, das ihr im Kreuzviertel baut, stattet ihr mit Stromanschlüssen aus. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Und wer will kann gern aufs Rad umsteigen. ich will mir meine individuelle Bewegungsfreiheit nicht nehmen lassen.

  58. #59 | Daniel sagt am 13. Januar 2022 um 19:15 Uhr

    Die Aufgabe des Staates ist es Lösungen zu finden die zu einer Erhöhung des Gemeinwohls führen. Was unter Gemeinwohl zu verstehen ist unterliegt natürlich einem gesellschaftlichen Aushandlugsprozess. Ich habe an keiner Stelle gefordert, dass der Staat irgendein Verkehrsmittel vorschreiben soll. Es geht aber um die Förderung von Verkehrsmitteln. Jahrzehntelang würde in Deutschland einseitig das Auto gefördert. Die Gleichsetzung von Maßnahmen der Verkehrsinfrastruktur mit einer Diktatur ist unangemessen und angesichts der Verbrechen in der ehemaligen DDR absolut unanständig. Aber auch dieses sprachliche Bild ist durchaus symptomatisch. Diese Radikalität in der Sprache schon bei minimalen Veränderung zeigt, dass es Dir an keiner Stelle um eine ernsthafte und sachliche Bewertung geht. Und Du nimmst Dir ernsthaft raus bei anderen von "Ideologie" zu sprechen? Ich persönlich empfinde die hohe Zahl an Autos als Beschränkung meiner Freiheit und meiner Lebensqualität. Ich erkenne aber auch an, dass es Menschen gibt die häufiger ein Auto benötigen als ich. Ich bemühe mich darum, Mobilitätslösungen zu denken, die insgesamt das Gemeinwohl steigern. Dir scheint es aber nur darum zu gehen, dass Dein persönlicher Nutzen maximiert wird. Und um für dieses egoistisch motivierte Ziel zu werben, greifst Du auf Unwahrheiten zurück (hast Du selbst eingestanden) und hälst es für angemessen den Wegfall von ein paar Parkplätzen mit der Situation in einer Diktatur zu vergleichen. Falls Du wirklich an einer konstruktiven Lösung der Verkehrssituation interessiert bist, wäre eine verbale Abrüstung sicher ratsam.

  59. #60 | Ingo sagt am 13. Januar 2022 um 20:33 Uhr

    Die Radstraße ist großartig! Endlich geht es mal in eine innovative Richtung im sonst so konservativ-verstaubten Dortmund!

  60. #61 | Manni sagt am 13. Januar 2022 um 22:29 Uhr

    @#34Stefan Laurin:"Da Amazon in Deutschland im Gegensatz zum Einzelhandel kaum Steuern zahlt"

    Das ist das Einzige, das mir dabei wirkliche Sorgen macht. Dabei verlieren wir massenhaft Arbeitsplätze und Steuereinkommen, das wir dringend für Umbau und Modernisierung unserer Gesellschaft brauchen. Wurde unter Merkel forciert, weil wirtschaftsfreundlich. Und wird unter der Ampel toleriert, weil die die Gefahr darin nicht sehen oder verstehen.
    Außer vielleicht bei Kubicki/Lindner, due sich einen Ast lachen über diesen Coup.

  61. #62 | Manni sagt am 13. Januar 2022 um 22:53 Uhr

    @#59 Daniel:"Die Aufgabe des Staates ist es Lösungen zu finden die zu einer Erhöhung des Gemeinwohls führen. "

    Nein, genau damzss sich der Staat raushalten. Wir sind immer noch eine soziale Marktwirtschaft und keine Planwirtschaft,bin der ein ZK vorgibt, welches Gemeinwohl als Nächstes Vorrang hat.

    "Es geht aber um die Förderung von Verkehrsmitteln."

    Frau Merkel und ihre sieben Minister würden Ihnen um den Hals fallen vor Freude, denn genau das haben die doch gemacht. Aufgabe ist aber die Förderung von Mobilität, und nicht von sinnlosen Verkehrskonzepten aufgrund ideologischer Vorgaben.
    Wenn also zum Einen Bewegungsmöglichkeiten für Radfahrer geschaffen werden, dann kommt als nächstes die Frage: wie gehen wir mit den Anwohnern um, denen wir die Mobilität nehmen (weil Parkplätze oder Ladestationen fehlen)?
    Und wie passt das mit Einsatzfahrzeugen, was wird mit Geschäften und ihren Zwangsparkplätzen?

  62. #63 | Daniel sagt am 13. Januar 2022 um 23:30 Uhr

    @Manni offensichtlich verstehst Du die Begriffe Politik und Demokratie anders als ich. Wir leben in einem Staat in denen gesellschaftliche Ideen und Ziele immer ausgehandelt werden. Verschiedene Interessengruppen setzen sich für ihre jeweiligen Interessen ein. Was das mit Planwirtschaft zu tun haben soll ist mir nicht klar. Aber Du kannst natürlich gerne bei irgendwelchen Kampfbegriffen bleiben.
    Der andere Kampfbegriffniet "Ideologie". Und ideologisch sind natürlich immer nur die Anderen. Leider fällt es Dir offensichtlich schwer deine Position angemessen zu hinterfragen. Du bist offensichtlich ein Anhänger der gescheiterten "Ideologie" der autogerechten Stadt. Es ist ja völlig okay, wenn Du der Meinung bist, dass em Autoverkehr alles untergeordnet werden soll. Dann steh aber auch dazu, dass Du Anhänger einer "Ideologie" bist. Warum ist eine Fahrradstraße ein Problem für Rettungsfahrzeuge? Wahrscheinlich ist es sogar ein Vorteil, weil nicht ständig rechtswidrig von Auto-Fahrern Rettungswege zugestellt werden. Es geht bei Verkehrpolitik immer um einen sinnvollen Einsatz von Verkehrsmitteln und damit zu einer Förderung verschiedener Mobilitätsarten. Seit den 60ern wird das Auto politisch gefördert und subventioniert. Das war natürlich alles gar kein Problem. Beim Wegfall von ein paar Parkplätzen ist das natürlich was anderes. Wie gesagt, man kann gerne darüber diskutieren ob bestimmte Maßnahmen richtig sind. Aber Manni bleib doch bitte bei einer sachlichen Bewertung der Realität. Und nur Mal so: niederländische Städte brechen auch nicht zusammen, seit dort der Radverkehr im Vergleich zu Auto den Vorzug erhält. Ganz im Gegenteil die Lebensqualität ist gestiegen.

  63. #64 | Ian sagt am 14. Januar 2022 um 00:19 Uhr

    Danke für diesen Artikel!

    Ich wohne direkt an der Fahrradstraße, habe kein Auto und fahre, wenn ich Rad fahre, nur sehr selten über die Fahrradstraße – für mich einfach nicht die richtige Richtung.

    Habe schon mal sporadisch nach kritischen Stimmen gegoogelt und wurde schlicht nicht fündig.

    Besonders spannend finde ich auch die eingerichteten Lieferzonen – zwei Parkplätze groß – welche auch Sonntags das Parken von 8 bis 20 Uhr untersagen.
    Nichts und niemand darf die Straße blockieren, außer wenn mal wieder aus besagten Zonen abgeschleppt wird. Dann stehen die Abschleppwagen quer auf der Straße und an ein vorbeikommen ist für 10 bis 15 Minuten nicht zu denken.

    Die Große Heimstraße, von Autos so spärlich befahren, habe ich nicht als sonderlich fahrradunfreundlich wahrgenommen.
    Aus welchem Grund müssen Radfahrer nebeneinander fahren?

    Die häufig angesprochene Parkplatzsituation zieht das ganze noch mehr ins lächerliche.
    Erstaunlich wie viel Kapazität das Ordnungsamt frei zu haben scheint, um aktuell permanent Knöllchen zu schreiben und abzuschleppen.
    Grundsätzlich natürlich richtig, dass Regeln eingehalten werden, aber da hat vorher auch kein Hahn nach gekräht.

    Hier und da war mir der Text auch ein wenig zu dick aufgetragen, aber alles in allem schön, dass man auch mal etwas abseits von FriedeFreudeEierkuchen lesen darf.

  64. #65 | Michael Westerhoff sagt am 14. Januar 2022 um 00:36 Uhr

    @Ian gestern haben sie echt um 19.15 Uhr jemanden von der Ladezone abschleppen lassen.

  65. #66 | Bebbi sagt am 14. Januar 2022 um 01:59 Uhr

    @Stefan Laurin: -#34 Wer oder was ist denn eigentlich genau die Ökolobby, die hier am Werk ist? Aber wenn jemand anderem mit seinem Auto einschränkt, indem er es in den Weg stellt oder Gehwege kaputt macht, ist alles okay, aber wenn man an einem wirkungs- und sinnfreiem "Fahrradstraße"-Schild vorbei fahren muss, ist das ein massiver Eingriff … Naja. #36: Aber wird genau das hier nicht so ähnlich auch betrieben: "Wer nicht mit mir den Autoverkehr feiert, muss ein weltfremder Öko sein und will uns alle zugrunde richten." Und zwar immer wenn es um Verkehr im Ruhrgebiet geht?

    @#39: Wie werden die Bedürfnisse der Radfahrer dadurch besonders berücksichtigt, wenn da weiter alle fahren dürfen? Du fällst wie SL und MW auf die städtische PR rein.

    @#42: Das mit den Hauptstraßen ist nicht gänzlich ausgeschlossen: "Die Anordnung einer Fahrradstraße kommt nur auf Straßen mit einer hohen oder zu erwartenden hohen Fahrradverkehrsdichte, einer hohen Netzbedeutung für den Radverkehr oder auf Straßen von lediglich untergeordneter Bedeutung für den Kraftfahrzeugverkehr in Betracht. Eine hohe Fahrradverkehrsdichte, eine hohe Netzbedeutung für den Radverkehr setzen nicht voraus, dass der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist. Eine zu erwartende hohe Fahrradverkehrsdichte kann sich dadurch begründen, dass diese mit der Anordnung einer Fahrradstraße bewirkt wird." (VwV-StVO).

    @44: Es sind Szenarien in einem ganz frühem Planungsstadium. Da wird in Dortmund eh noch abgespeckt auf irgendetwas, was man auch ohne große Wettbewerbe hätte bekommen können. Aber Frau Reicher muss doch ihr Professorengehalt durch Jury-Vorsitze aufbessern können.

    Polemik: Naja, die eher beschränkte Sachkunde durch Meinungsstärke ausgleichen – ist das kein Polemik?

    @#47: Das ist bestimmt was anderes und alles frei von Vorurteilen und Pauschalisierungen. 😉

    @#49: Nun, welchen Anteil am Kfz-Bestand haben diese Mini-Autos?`Das am stärksten wachsende Kfz-Segment sind meines Wissens übrings SUV …

    @#51: Naja, dass das Auto so dominiert, ist das kein Ausfluss einer Ideologie? Geplant war das Viertel in Zeiten ohne Massen an Kfz. Für massenhaften Kfz-Besitz wurden die schicken Bauspar-Siedlungen am Stadtrand gebaut. Die Parkhäuser werden nicht angenommen werden freiwillig. Da wird lieber illegal geparkt. Und viele der weggefallen Parkplätze waren nie welche, sondern gewohnte Ordnungswidrigkeiten.

    @#55 ergänzend: Dortmund ist eine der wenigen Städte ohne Voranschaltung an Ampeln für den ÖPNV. Der Kfz-Verkehr muss rollen.

    @#56: Einfach mal ins Parkhaus an den Städtischen Klinken gehen und gucken, wie leer das ist.

    @58: Es gab doch schon die Umfragen zu Zahlungsbereitschaft und wenn ich mich recht erinnere, wäre damit kein Parkhaus zu finanzieren. Das Abstellen eines privaten Gegenstandes wie dem Kfz ist natürlich Privatsache und nicht Aufgabe der Öffentlichkeit.

    @#65 Irgendwo muss der Amazon-Lieferant bei der amtlichen Lieferung ja parken. Anders können Menschen wie SL ja nun da nicht mehr leben (Der wohnt ja in Bochum, aber andere werden genauso nur bis zum Kotflügel denken).

  66. #67 | thomas.weigle sagt am 14. Januar 2022 um 11:01 Uhr

    qMichael Westerhoff#65. Ich finde auch, dass jeder Autofahrer selbst darüber entscheiden sollte, wann er sich an die STVO halten muss und wann nicht.

  67. #68 | Tagedieb sagt am 14. Januar 2022 um 11:09 Uhr

    Die Diskussion geht durch die Decke, ist aber doch sehr eindimensional.

    Um den PKW-Verkehr (oder den Kfz-Verkehr überhaupt) in der Stadt zu reduzieren und das private Kfz (egal ob Verbrenner oder Elektro) überflüssig zu machen, braucht man wesentlich mehr, als einfach nur Fahrradstreifen auf den Boden zu malen, PKW-Stellplätze zu entfernen und Tempo 30 flächendeckend einzuführen. Dieser Aspekt kommt bei den Befürwortern der schnell umsetzbaren, den Kfz-Verkehr einschränkenden/behindernden Maßnahmen nicht oder völlig unterbelichtet zum Vorschein. Man bekommt das Gefühl, dass die Personen, die eben nicht (übertrieben geschrieben) dem Verbot des PKW/Kfz-Verkehrs das Wort reden, die komplexe Materie Vekehr wesentlich besser durchdrungen haben. Und solange die Gegner der privaten PWK/Kfz-Verkehrs da nicht argumentativ und maßnahmentechnisch nachlegen, bleibt die Idee erstmal eine Utopie.

    In der Realität führen die simplen, eindimensionalen Maßnahmen dazu, dass Städte als Lebensraum immer unattraktiver und teurer werden. Und ob das im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes ist, bezweifele ich.

  68. #69 | Michael Westerhoff sagt am 14. Januar 2022 um 11:21 Uhr

    @thomas weigle: ich vertraue der Klugheit der Menschen eben mehr als den Behörden. Und um 19.15 Uhr kommt kein DHL-Auto mehr, das die Ladezone benötigt. Mal ganz davon abgesehen, dass kein einziges Paketauto, Pizzataxi, Flaschenpost-Auto etc. diese Ladezonen nutzt, sondern dass die weiter auf der Straße stehen. Wie eh und je. Und das ist auch gut so. Stört nämlich niemanden.

  69. #70 | thomas.weigle sagt am 14. Januar 2022 um 13:25 Uhr

    @ Michael Westerhoff Die von ihnen beschriebene Klugheit des Menschen fordert Jahr für Jahr immer noch an die 3000 Verkehrstote und generiert Zehntausende Schwerverletzte. U.a. verursacht von besonders mit Klugheit gesegneten Mitmenschen,die sich berauscht ans Steuer setzen.

  70. #71 | Arnold Voss sagt am 14. Januar 2022 um 13:25 Uhr

    @ Walter Stach # 57

    1. In städtischen Mobilitäsfragen rational zu debattieren fällt den meisten Menschen schwer, denn es geht immer auch um persönliche Vor- und Nachteile in einem in der Regel dicht besiedelten Raum. Verkehrsräume sind da zunehmend knapper Güter geworden und um die wird nun mal aus der Natur der Sache heftiger gestritten.

    2. Es gibt Verkehre die auch beim bestem Willen nicht beliebig reduzierbar sind, wie z.B. systemrelevante und durch Größe und / oder Schwere der Güter autogebundene Lieferverkehre oder arbeitsplatzbezogene Pendlerstöme, die ab einer bestimmten Entfernung und erst recht bei schlechtem Nahverkehr den Betroffenen keinen zumutbaren Umstieg weg vom Auto ermöglichen.

    3. Es gibt Maßnahmen die zwar richtigerweise den nicht motorisierten Verkehr mit kleineren und leichteren Fahrzeugen bevorzugen, dabei aber trotzdem das Raum Problem verschärfen, anstatt es zu lösen oder zu mildern, weil sie praktisch insgesamt mehr statt weniger fließenden und ruhenden Verkehr hervorrufen. Z.B. werden zu Zeit Fahrräder jeder Art und/oder oder kleinere E-Autos häufig zusätzlich zum vorhanden Fahrzeugpark angeschafft und genutzt.

    4. Die Corona Pandemie hat das Auto als bewegliche private Schutzkapsel gegen störende äußere Einflüsse jeder Art plus zeitgemäßer medialer und kommunikativer Innenausstattung wieder nach vorne gebracht und gibt dabei als E-Fassung seinem Nutzer auch noch das Gefühl, etwas für die Umwelt und gegen den Klimawandel zu tun. Gerade bei jungen Menschen steigen dadurch wieder die Zulassungszahlen.

    Das Ergebnis von allem ist, dass die Verkehrswende, wenn sie denn nicht nur zu symbolischen Maßnahmen greift, selbst bei gut ausgebautem Nahverkehr häufig erst mal mehr Problem schafft als sie löst. Das wiederum verlangt ( viel) mehr statt weniger Kooperation zwischen den Mobiltätsteilnehmern. Das wiederum verlangt mehr gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme, statt Rechthaber- und Besserwisserei. Bis dahin ist es, wie auch dieser Thread hier zeigt, offensichtlich noch ein langer steiniger Weg.

  71. #72 | Michael Westerhoff sagt am 14. Januar 2022 um 13:32 Uhr

    @ Thomas, die Lösung ist ganz einfach: Wir alle gehen nicht mehr vor die Tür. Dann gibt es auch keine Verkehrstoten. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass es vergangenes Jahr 13.000 bei Haushaltsunfällen gab. Gut. Zuhause wird auch abgeschafft und wir schlafen unter Bäumen. Ach nein, die fallen ja wegen Sturm im Klimawandel um. Mist. keine Lösung

  72. #73 | Walter Stach sagt am 14. Januar 2022 um 16:35 Uhr

    Arnold Voss,
    erfreulich, jedenfalls für mich, Dein sachbezogener Beitrag, dem ich inhaltlich nicht widersprechen kann.
    Der Inhalt des vorletzten Satzes in Deinem Beitrag beschreibt nicht nur das Wesentlichste, was grundlegenden Veränderungen im sog. Staßenverkehr "im Wege steht, sondern das, was das Miteinander in der Gesellschaft insgesamt zu einem Dauer-Problem macht, das nicht überwindbar ist, bestenfalls dann und wann "entschärft" werden kann.

  73. #74 | Walter Stach sagt am 14. Januar 2022 um 18:48 Uhr

    Nachtrag zu -73-
    Warnung vor dem Kauf von Autos mit Verbrennungsmotor.
    Es wird zudem in Erwägung gezogen, es grundsätzlich den Kommunen freizustellen, ob und vor allem in welchem Umfange -in welchen (Aus-) Maßen -sie "Tempo 3o einführen..

    Und das Alles ist Bundesverkehrsminister Wissing zuzuschreiben, einem FDP Politiker.

    Insofern gibt es Überraschungen in der Verkehrspolitik bzw. seitens eines FDP-Verkehkrsministers. Ob "in diesem Sinne" noch mehr kommt? Wieder initiiert vom FDP-Verkehrsminister Wissing ?

    (Unabhängig von seiner derzeitigen Minister-Funktion und von dem, was ich vorab erwähnt habe,
    ist Wissing für mich eine der wenigen unter den bekannten Politikern, die ich als vorbildliche Persönlichkeiten zu schätzen weiß.)

  74. #75 | thomas.weigle sagt am 14. Januar 2022 um 19:31 Uhr

    @ Walter Stach
    Der von dir erwähnte FDP-Politiker wird sicher bald den Wokies( sagt man eigentlich so?) zugerechnet,denn Tempo 30 ist ja nun absolutes Teufelswerk. Man gewöhnt sich übrigens ganz schnell an Tempo 30, dass hier in Halle auf viele Straßen unter einem CDU-Bürgermeister weit ausgedehnt wurde, die ich mehr oder weniger regelmäßig befahre. Anfangs habe ich mich hin und wieder noch ertappt,dass ich zu schnell unterwegs war. Das ist vorbei.

  75. #76 | JoBrunner sagt am 15. Januar 2022 um 09:46 Uhr

    Sehr guter Artikel welcher die üble Entwicklung aufzeigt!
    Ideologische Klientelpolitik (mit der Möglichkeit zur Selbstüberhöhung von grünen Verkehrsplanern) ersetzt eine sinnvolle und zukunftgerichtete Weiterentwicklung des Verkehrs.
    Die grundsätzichen Eigenschaften und Möglichkeiten einzelner Verkehrsträger werden ignoriert
    und durch eine ständig in den Medien bereitwillig wiederholte Verdehung der Fakten ersetzt.
    Das Rad ist nun mal ein Kurzstreckenverkehrmittel für gutes Wetter, man kann damit kein Auto ersetzen. Das miserable Platz/ Nutzen-Verhältnis eines solch armseligen Verkehrsmittels
    wie dem eines Lastenfahrrades ist doch offensichtlich.
    Der Bürger hat diesen Mist dann auszubaden durch höhere Kosten, Steuern und immensen Zeitaufwand. Stattdessen wird die existentiell notwendige Infrastruktur nicht erneuert.
    Bei uns in Stuttgart geht man dann noch andere Wege der Gängelung im dem mit wandernden Pflanzkübel-Anhängern und Bäumchen drin (von einer tollen Bürgerinitiative iniitiiert) dringend benötigte Parkplätze blockiert werden.
    Auf Hauptstraßen welche seit Jahrzehten mit 60 km/h berfahrbar waren haben wir nun 40 km/h
    Danke an die DUH und den grünen Verkehsminister welcher für zig Mllionen alte Bahnstrecken wiederbeleben lässt, wobei die Reisezeit dann immer noch doppelt so lang wie mit dem Auto ist

    Die Frage ist weshalb die Bürger so etwas hinnehmen?

  76. #77 | Walter Stach sagt am 15. Januar 2022 um 12:28 Uhr

    Thomas Weigle -75-

    Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn es z.B. meiner Heimatstadt Waltrop per Verordnung/per Gesetz ermöglicht würde, flächendeckend Tempo 3o einzuführen.
    Ob es dann eine Ratsmehrheit gibt, die dem zustimmt? Es spricht derzeit Einges dafür. Sicher bin ich mir nicht.
    Wenn "der Bund" den Gemeinden diese Möglchkeit eröffnen sollte, würde auch vor Ort der Bürgerschaft klar werden, wer im Rat tatsächlich und aus Überzeugung und gegen diverse Widerstände für eine flächendeckende Tempo-3o Begrenzung ist. denn bisher gibt es dazu vielfache Bekenntnisse, die immer verbunden werden mit dem Zusatz: "Wir wollen Tempo 3o flächendeckend, aber "höherrangiges Recht" läßt das nicht zu.

    Ansonsten:
    "Wir" sollten allesamt -auch hier bei den Ruhrbaronen-, nicht nur, aber auch wenn es um die sog. Verkehrswende geht, uns zumindest orientieren an dem, wozu Arnold Voss -71- im vorletzten Satz auffordert: "Das wiederum verlangt mehr gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme, statt Rechthaberei und Besserwisserei."

    PS
    Wissing steht lt. aktuellen Medienberichten in heftiger Kritik wegen seines Votums gegen neue Autos mit Verbrennungsmotor. Naheliegend. Bin gespannt, ob und wie er bzw. seine FDP darauf reagieren werden.

  77. #78 | Martina sagt am 15. Januar 2022 um 13:39 Uhr

    @ Walter Stach

    wie die FDP auf Regeln für den Männertraum reagieren wird? Da fragen wir doch am besten mal den Chef:

    "Das erste Wort seines Lebens war "Auto". Sagt Christian Lindner."

    Und wohl auch das letzte:

    https://www.spiegel.de/politik/christian-lindner-und-seine-leidenschaft-fuer-autos-ein-maennertraum-a-00000000-0002-0001-0000-000158730554

    "Ein fast perfekter Männertraum …

    … ein Auto wie ein ganzer Mann. "Ich habe den alten amerikanischen Meilen- durch einen neuen Kilometertacho ersetzen lassen", sagt Christian Lindner, "seitdem bin ich 1289 Kilometer gefahren." Er muss nicht nachschauen, er kennt die Zahl bis auf den Kilometer.

    Er lässt den Motor an.

    "Gut, ne?", sagt Christian Lindner …"

  78. #79 | paule t. sagt am 15. Januar 2022 um 17:32 Uhr

    @ #74 Walter Stach, Zitat: "Warnung vor dem Kauf von Autos mit Verbrennungsmotor. […]
    Und das Alles ist Bundesverkehrsminister Wissing zuzuschreiben, einem FDP Politiker.
    Insofern gibt es Überraschungen in der Verkehrspolitik bzw. seitens eines FDP-Verkehkrsministers."

    Ich würde nicht darauf wetten, dass diese Wende durch eigene Einischt zustande gekommen ist. Vor der Regierungsbildung war da ja noch alles auf "Hauptsache, es wird etwas verbrannt und der Motor macht Lärm"-E-Fuel-Linie, die ja im Wesentlichen heißt, dass sich erst mal nix ändern soll. Für wahrscheinlicher halte ich es, dass ihm Vertreter der Automobilindustrie ihm geflüstert haben, dass nicht mal mehr die Autoindustrie selbst dieses Festlhalten am Verbrennermotor noch für eine gute Idee hält.

  79. #80 | RescueParamedicJim sagt am 15. Januar 2022 um 20:09 Uhr

    @ #77

    Tempo 30 ist aber auch keine Lösung, sondern ein Problem. Insbesondere mit gleichzeitiger Erhöhung des Überwachungsdrucks. Klingt erst mal doof, scheint aber zu so sein.

    Theoretisch ist es zwar zutreffend, dass bei einem Verkehrsunfall zwischen Kraftfahrzeug und Fußgänger die Verletzungsmuster bei 30 km/h geringer sind als bei 50 km/h. In der Praxis kommt nun aber heraus, dass besonders in der näheren Umgebung zu bekannten / beliebten Messstellen vermehrt Verkehrsunfälle passieren oder so gerade eben knapp vermieden werden, wo es vorher nicht mal Beinaheunfälle gab.

    Was ist geschehen mit dem großflächigen Einsatz von Tempolimit 30 km/h? Es stellt sich heraus, dass die Kraftfahrer direkt von offensichtlichen oder ihnen bekannten Schulen und Kindertageseinrichtung erhöhte Konzentration auf den Verkehrs und die Verkehrsflächen neben der Fahrbahn walten lassen. Außerhalb dieser wenigen hundert Meter wird der Großteil ihrer Aufmerksamkeit vom Blick auf den Tachometer in Anspruch genommen, weil sie Angst haben mit wenigen km/h zu schnell geblitzt zu werden. Dadurch fehlt es massiv an Konzentration auf den Verkehr und vermehrt kommt es zu Unfällen. Ein Problem dabei ist, dass die Verletzungsmuster denen ebenbürtig sind zu vergleichbaren Unfällen, die dort passieren wo 50 km/h gefahren werden darf und so gut wie nie geblitzt wird. Unfallrekonstruktionsgutachter weisen darauf hin, dass diejenigen Kraftfahrer die mit zirka 50 km/h nach Gefühl und gelegentlichem Blick und Korrektur tatsächlich meist zwischen 48 und 58 km/h fahren, jedoch so viel mehr Aufmerksamkeit auf den Verkehr aufbringen als in den Tempo 30 Zonen, dass durch die deutlich kürzere Reaktionszeit trotz höherer Geschwindigkeit ein deutlich kürzerer Reaktionsweg vorliegt. Da moderne Fahrzeuge schon lange einen kürzeren Bremsweg haben als nach der Fahrschultheorieformel, stehen sie zum gleichen Zeitpunkt oder manchmal sogar früher als wenn die Aufmerksamkeit der peniblem Einhaltung von nicht mehr als 29 km/h ablenkt. Damit sind sowohl der Anhalteweg als auch eine Aufprallgeschwindigkeit vor dessen Ende geringer als in Tempo 30 Zonen.

    Davon abgesehen fuchteln meiner persönlichen Meinung nach aber immer noch viel zu vielen Menschen beim Führen von Fahrrädern, Pkw oder LKW mit den Telefon in der Hand herum und sind dadurch nochmals abgelenkt. Die Hauptschuld dafür trägt aber die Industrie – Fahrzeughersteller ebenso wie Gerätehersteller. Denn es mangelt definitiv an einem ergonomischen und bezahlbaren und genormten System diese Mistdinger ordentlich im Auto zu befestigen. Mache Fahrzeuge sind vom Innenraum / den Armaturen so dermaßen scheiße gestaltet, dass die Anbringung eines Telefons ein Kampf gegen den Irrsinn darstellt. Von sicher und ergonomisch kann man da gar nicht reden, wenn es dennoch irgendwie gelingt. Und auch die Möglichkeiten ein Smartphone vernünftig, das heißt ergonomisch, sturzsicher / bruchsicher und anschließbar an eine Powerbank an einem Fahrrad so anzubringen, dass die Navigation sicher bedient werden kann, ist bisher auch eher nicht wirklich zu bewerkstelligen. Habe da selber einiges durchprobiert, hat mich auch bei einem Sturz im Gelände bereits ein Smartphone gekostet. Im Alltag eher Murks, was da angeboten wird. Inzwischen steckt es wieder in der Oberrohrtasche statt am Lenker.

    Flächendeckend Tempo 30 ist wirklich nicht der Heilsbringer, als der er aus ideologischen Gründern gerne verkauft wird. Es muss dafür gesorgt werden, dass von den grundsätzlich benötigten Autos zukünftig weniger zur gleichen Zeit benötigt werden und damit weniger Autos fahren müssen. Das geht nur in dem für möglichst viele Fahrten Alternativen mit dem ÖPNV angeboten werden. Das wiederum bedingt einer radikalen Verbesserung des gesamten ÖPNV-Konzeptes und ebenso einer genau so radikalen Verbesserung des öffentlichen Fernverkehrs. Auch Menschen die das Auto zwar nicht ganz abschaffen können, könnten durchaus mehr Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, wenn dieser dramatisch besser wäre.

    Ich habe mal mit einer Freundin die schon ewig gegen die vielen Autos nörgelt gewettet. Drei Monate habe ich den gesamten Tag in der Variante mit ÖPNV und mit Pkw durchgeplant. Dabei stellte sich eben heraus, dass zahlreiche Fahrten mit ÖPNV so gar nicht realisierbar waren, dass Termine und Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger hätten nicht statt finden können. Bei Verzicht auf Besuche von sozialen Kontakten und Freizeitaktivitäten war es an einigen Tagen an denen ich nicht arbeiten musste möglich, zumindest die Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger mit dem ÖPNV durchzuführen und einzukaufen. Das war dann aber ziemlich der gesamte Tagesinhalt, selbst von der Hausarbeit blieb dann einiges liegen. Das zeigte, dass trotz Nachteilen durch dichten Verkehr und dem berüchtigten zähflüssigen Verkehr um 16 Uhr auf der A45 auf dem Weg nach Waltrop zwischen Hafen und Castrop-Ost der ÖPNV total abgeschlagen im Nachteil war. Seitdem streiten wir beide nicht mehr über Autos und freuen uns nur noch, wenn wir mal wieder passende Dienstpläne haben und zusammen Radeln können… 🙂

  80. #81 | ulrics sagt am 16. Januar 2022 um 08:28 Uhr

    Vielleicht mal besser über Singapur informieren, dort werden Regeln konsequent umgesetzt. Da liegt kaum Abfalls auf den Boden und Parkverstöße werden sofort geahndet. Außerdem, das brauchen wir dringend in Deutschland, gibt es da eine Autoobergrenze.

    Davon abgesehen gibt es kein Recht auf einen Parkplatz.

  81. #82 | Michael Westerhoff sagt am 16. Januar 2022 um 10:08 Uhr

    @ulrics. Abregen! Ich hab doch gar nichts anderes behauptet. Ich hab nur gesagt: Bevor Singapur solche Maßnahmen eingeführt hat, hat das Land den ÖPNV extrem ausgebaut. Ich hab mir das alles übrigens angesehen. Hier nachzulesen

  82. #83 | Bebbi sagt am 16. Januar 2022 um 14:12 Uhr

    @#64: Im Auto, im Bus, im Flugzeug darf man auch nebeneinander unterwegs sein und sich unterhalten.

    @#69: woher die Gewissheit, dass es keinen störrt? Auch die Lieferdienste werdrn sich umgewöhnen. An der Hohen Straße gaben sie es auch gelernt, nicht den Radfahrstreifen zuzuparken.
    Ich sehe immer öfter auch Abends Lieferdienste. Und dann bleibt noch die Frage, warum gerade Behördenmitarbeiter an der Klugheit der Menschen nicht teilhaben. Wenn ich mir Geld aus Ihrer Geldbörse nehme, ist das auch Ausdruck meiner Klugheit, die Gesetze nicht zu beachten. Schließlich ist heute Sonntag und die Geschäfte haben zu.

  83. #84 | thomas.weigle sagt am 16. Januar 2022 um 17:59 Uhr

    @ Michael Westerhoff Ja,die meisten sterben im Bett und keiner schläft deswegen auf dem Fußboden oder sonstwo. Beim Unfall ist es ja oft so, dass von der "Klugheit" des Unfallverursachers auch andere oftmals schuldlos zu Schaden , selbst Radfahrer und Fußgänger. Ja, die verhalten sich auch nicht immer klug und sind nicht ganz schuldlos an ihrer Verwicklung in einen Unfall.

    Was das Abschleppen angeht, wurde der Vorgang um 19.15 eingeleitet oder beendet? Oftmals ist es ja so, dass durchaus einige Zeit zwischen der Einleitung durch Polizei/Ordnungsamtmitarbeiter und dem Abholen vergeht. Ist der Vorgang erst mal eingeleitet…. Kommt man dazu, während der Wagen "bearbeitet" wird, kann man den Vorgang wohl stoppen, bezahlen muss man den "Abfahrer" dennoch. So hat es ein Bekannter von mir mal vor vielen Jahren erlebt. Ist das in DO auch so?

  84. #85 | Simon sagt am 17. Januar 2022 um 13:31 Uhr

    "Das Schöne ist ja: Auf Blogs kann man deutlichere Worte als in einer ausgewogenen Berichterstattung im Fernsehen und Radio wählen. Ich nutze das gern schamlos bei meinen Freunden von Ruhrbarone.de aus."
    Quelle: https://www.michaelwesterhoff.de/2019/11/25/deutliche-worte-bei-ruhrbarone-de/

    Für einen sicherlich interessanten #Faktencheck des Artikels sowie als Info an den Autor (sofern er für den WDR eine ausgewogene Berichterstattung) macht (oder machen muss?) noch ein Hinweis:
    Die Aussage "Die Kilometer, die die Dortmunder mit dem Rad fahren sollen, sollen sich verdoppeln. Heute sind es 10% der Strecken, irgendwann einmal sollen es 20% werden."
    stimmt so nicht. In der Vorlage geht es um die Wahl des Verkehrsmittels, dass für einen Weg (unabhängig von der Distanz) gewählt wird. Sie umschreiben einen Modal Split nach zurückgelegter Verkehrsleistung (zurückgelegte km der jeweiligen Verkehrsmittel). Hier liegt der MIV in Deutschland bei >75%.

  85. #86 | Michael Westerhoff sagt am 17. Januar 2022 um 13:57 Uhr

    @simon Du hast völlig Recht: 20% Anteil Rad heißt, dass eine von fünf Strecken mit dem Rad gemacht Stufen, nicht dass einer von 5 km mit dem Rad bewältigt werden.

  86. #87 | Der Kampf um Parkplätze könnte Wahlen entscheiden | Ruhrbarone sagt am 24. Januar 2022 um 06:49 Uhr

    […] Ruhrbarone-Artikel “In Dortmund wird es ungemütlich für Autofahrer” über Fahrradstraßen und die Parksituation im Kreuzviertel hat für leidenschaftliche […]

  87. #88 | AnnamitA sagt am 7. Februar 2022 um 13:36 Uhr

    Und wieder hat es heute an der Kreuzung Große Heimstraße geknallt. Übrigens können die Fußgänger mal sehen wie sie über die Straße kommen. Gerade für die Kleinen die von der Schule kommen ist das gefährlich. Seitdem die Fahrradstraße Vorrang hat muss man echt 6 mal schauen. Die Autos heizen mit 50/60 hier durch, Fahrradfahrer bestehen um jeden Preis auf ihr Recht (ausparken wird zum horror), ständig hört man Leute brüllen, wer recht habe etc. Parken mit dem "bösen" Auto ist mittlerweile nach 18 Uhr eine absolute Katastrophe. Dazu wird meist 2 mal pro Tag in den neuen lieferzonen abgeschleppt, auch hier kommt es immer wieder zu Geschrei. Ich wohne seit 9 Jahren hier und bin an einem Punkt wo ich nur noch weg will.

  88. #89 | Michael Westerhoff sagt am 7. Februar 2022 um 14:04 Uhr

    Dass du nur noch weg willst, kann ich so gut nachvollziehen. Ich wohne 20 Jahre hier. Mir reichts auch. Und über Straße zu gehen, ist echt Abenteuer. Das hab ich der Stadt auch gesagt, aber keins der Gegenargumente zählt. Denen geht es nur darum, Ihre Fahrradstraße durchzuboxen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.