In eigener Sache: Documenta mahnt Bündnis gegen Antisemitismus Kassel und Ruhrbarone ab

Ruru-Haus der Documenta in Kassel Foto: Jonas Dörge

Das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel hat recherchiert, wer so alles aus dem BDS-Umfeld auf der kommenden Documenta dabei ist. Der Text erschien Anfang Januar auch bei den Ruhrbaronen. Er löste eine bundesweite Debatte über die Documenta aus. Und hatte ein Nachspiel.

Die Documenta ist teuer. Wie teuer die, um im Jargon ihrer Macher zu bleiben, als bedeutende Kunstschau gelesene Veranstaltung ist, weiß niemand. Marcus Woeller versuchte es für die Welt zu recherchieren und stieß auf eine Mauer des Schweigens. Allerdings kann man den Eindruck gewinnen, das Geld kein Problem der hochsubventionierten Ausstellungsmacher ist. Um das Blog des Bündnisses gegen Antisemitismus Kassel und die Ruhrbarone abzumahnen, verpflichteten die documenta und Museum Fridericianum  gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH), und der Künstler Iswanto Hartono mit der Kanzlei Redeker/Sellner/Dahs, einen der großen Namen unter den Medienkanzleien des Landes. Keiner der in dem Text veröffentlichten Vorwürfe zu Antisemitismus und BDS wurde abgemahnt. Selbst die Kanzlei schien nicht vom Erfolg einer Abmahnung bei diesen Themen überzeugt gewesen zu sein. Redeker/Sellner/Dahs schrieb uns, der Vorwurf, die Documenta 15 sei von einer antisemitischen oder antizionistischen Geisteshaltungen geprägt, sei eine „unzutreffende Meinungsäußerung“. Dieser Ansicht können natürlich sowohl die documenta und Museum Fridericianum gGmbH, der Künstler Iswanto Hartono als auch Redeker/Sellner/Dahs sein. Auffällig ist, dass nicht die  Recherche des Bündnis gegen Antisemitismus Kassel und einige polemischen Anmerkungen im Text Gegenstand der Abmahnung sind,.

Denn einen Patzer entdeckte die Kanzlei doch: Wir veröffentlichten sowohl auf dem Blog des Bündnisses gegen Antisemitismus Kassel als auch auf den Ruhrbaronen eine Zeichnung, von der wir irrtümlich glaubten, es sei ein Pressebild oder ein Ankündigungsplakat und damit für uns problemlos nutzbar. Dem war nicht so. Nun müssen wir 2.147,83 Euro an Redeker/Sellner/Dahs zahlen. Ok, die Sache hätte die documenta und Museum Fridericianum  gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung auch mit einer Mail aus der Welt schaffen können, aber bei den vielen Steuermillionen schaltete man lieber eine Kanzlei ein und versucht, Kritiker unter wirtschaftlichen Druck zu setzen.

Wir werden das Geld natürlich bezahlen. Falls unsere Leser uns helfen möchten, freuen wir uns.

Verein zur Förderung des kritischen Denkens und der Reflexion in der Politik e.V.
Verwendungszweck: Documenta
IBAN: DE78 5209 0000 0000 1131 07
BIC: GENODE51KS1

(Kasseler Bank)Kommt mehr Geld zusammen, als wir zum Begleichen der Kosten benötigen, spenden wir die Summe dem Jüdischen Nationalfonds.

Jonas Dörge    Stefan Laurin
BgA Hassel      Ruhrbarone

 

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4 Kommentare

  1. #1 | nussknacker56 sagt am 17. Februar 2022 um 19:39 Uhr

    Das ist allerdings mehr als ärgerlich. Ich kann mich an das verwendete Bild nicht mehr erinnern. Von wem war die Zeichnung, war das ein Agenturbild? Wenn ja, kann man mit der Agentur nicht direkt verhandeln und zumindest einen Preisnachlass heraushandeln? Zumal das Ganze ja in einer irrtümlichen Annahme und nicht vorsätzlich geschehen ist.

    Wie dem auch sei, ich überweise Euch was. 😉

  2. #2 | Richard Heller sagt am 17. Februar 2022 um 19:42 Uhr

    Ein bisschen dünn. Wofür sollen denn die 2.147,83 € gezahlt werden? Anwaltskosten für die Abmahnung? Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzung? Beides?

    Im übrigen brauchen sich die Ruhrbarone nicht so weinerlich zu verhalten und sich darüber zu beschweren, dass der in seinen Rechten verletzte Urheber anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt. Das Urheberrecht ist nunmal so wie es ist, und da gehört das ganz selbstverständlich dazu. Journalisten beschweren sich ja ganz gerne über die angebliche Umsonstmentalität im Internet, greifen aber selbst gerne mit der größten Selbstverständlichkeit zu und wundern sich, dass das Urheberrecht nicht nur für sie gilt, sondern auch gegen sie.

    Als im Frühjahr 2019 in der EU die Urheberrechtsreform durchgeboxt wurde, hat es Journalisten und Online-Angebote gegeben, die dagegen waren. Ich weiß nicht, welche Haltung die Ruhrbarone eingenommen haben, aber der Großteil der Journalisten war dafür. Das Urheberrecht ist einfach nicht fit für das Internet und es ist es nach der Reform noch weniger. Dieser kleine Rückschlag sollte Anlass zur Selbstreflexion sein.

  3. #3 | Manni sagt am 17. Februar 2022 um 23:10 Uhr

    "Wie teuer die […] Veranstaltung ist, weiß niemand."

    Immerhin wurde versucht Licht ins Dunkel zu bringen.
    Mein Interesse daran ist jedenfalls schlagartig durch die korrupte Athen-Clique bei den Veruntreuungen der Zwei-Standorte Dokumenta erloschen.

  4. #4 | „Schade um die Documenta“. Die postkoloniale Drehtür (III) | Ruhrbarone sagt am 19. April 2022 um 09:07 Uhr

    […] derweil es dieselbe Documenta ist, die versucht, das Thema BDS unter Verschluss zu nehmen. Die mit rabiaten Abmahnungen arbeitet und es der Presse verbieten möchte, nach BDS auch nur zu […]

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