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Israel erleben – Teil 1: Jerusalem

September 2023: Blick auf Jerusalem; Foto: Peter Ansmann
September 2023: Blick auf Jerusalem; Foto: Peter Ansmann

Im September waren wir zum dritten Mal in diesem Jahr in Israel. Highlights in Israel. Geplant war diese Fahrt eigentlich für das Vorjahr, da fiel die Tour aber aus: Stattdessen landeten wir, der Veranstalter hatte uns nicht auf den Flug gebucht in Tel Aviv. 

An zwei Tagen klinkten wir uns im September aus der Gruppe aus, um nach Tel Aviv zu fahren. Wir hatten einen schönen Tag am Strand, besuchten das Hotel, in dem wir im Januar und Juni waren. Am Abend trafen wir uns mit Arye Sharuz in einem Vorort von Tel Aviv. Auch wenn das Bahnwesen und der Nahverkehr in Israel vorbildlich sind und prima funktionieren, war die Fahrt nicht ganz unproblematisch. Arye musste uns irgendwo abholen. Die Strapazen hatten sich aber gelohnt: Es gab perfektes Shawarma mit Reis. Reis nach iranischer Art. Beim Tischgespräch ging es irgendwann auch um unseren Urlaub, immerhin der dritte in 2023, in Israel. Und über die Frage „Wieso zum Henker, ist Israel eigentlich nicht auf der Liste der beliebtesten Ferienziele der Deutschen zu finden?“

Vielleicht ist das auch ein Grund, für manche deutschen israelfeindlichen Stimmen: Das Land ist ihnen einfach unbekannt.

Aktuell wird, nach den palästinensischen Terrorangriffen, von Reisen nach Israel abgeraten. Irgendwann wird man aber dieses Land besuchen können. Demnächst sogar per Direktflug von Düsseldorf nach Tel Aviv. Ich greife jetzt dieses Gespräch mit Arye auf.  In den nächsten Tagen versuche ich, ein wenig Lust auf ein ebenso schönes wie spannendes Land zu machen. Mit meinem umgeschriebenen und nicht ganz chronologischen Reisetagebuch.

Sonntag, 3. September 2023

Zum dritten Mal in 2023 heißt es für uns „Ab nach Israel!“ – diesmal eine Gruppenreise durchs ganze Land. Zuvor, im Januar und Juni, war unsere Homebase Tel Aviv.

Im Unterschied zu den vorherigen Trips, da flogen wir über Istanbul, fliegen wir diesmal direkt. Mit El-Al ab Frankfurt. Kleine Sicherheitsprozedur beim Einchecken. Ich werde gefragt, ob ich Kinder habe. Ich bejahe. Meine Freundin wird nach den Namen meiner Kids gefragt. Und ob sie diese kennt. Sie kennt zum Glück die Namen und antwortet, dass sie meinen Sohn im Juli in Zürich kennengelernt hat. Das war’s, wir gelten als unverdächtig und können einchecken.

Ausgerechnet Sauerkraut :-( ; Foto: Peter Ansmann
Ausgerechnet Sauerkraut 🙁 ; Foto: Peter Ansmann

Der Flug mit El-Al – um die vier Stunden fliegt man von Frankfurt nach Tel Aviv – vergeht (wortwörtlich) wie im Flug. Das Multimedia-Angebot im Flieger ist umfangreich. Ich verbinde mein iPad mit dem Flugzeug-WLAN und schaue mir die letzten beiden Teile von John Wick an. Die Freundin schläft. Essensmäßig habe ich auf dem Flug wenig Glück. Es gibt ein Sandwich mit Sauerkraut. Ich hasse Sauerkraut. Meine Stimmung ist trotzdem gut, als wir irgendwann zum Landeanflug auf den Ben-Gurion-Flughafen ansetzen.

Das Visum: Drei Monate gültig und schnell erstellt; Foto: Peter Ansmann
Das Visum: Drei Monate gültig und schnell erstellt; Foto: Peter Ansmann

Am Flughafen fällt diesmal die Passkontrolle aus: Als Gruppe können wir geschlossen passieren. Wir holen unser Touristen-Visum, das für drei Monate gilt, an einem der dafür vorgesehenen Automaten: Alles läuft automatisch und reibungslos. Reisepass einlesen, in die Kamera schauen und schon hat man ein frischgedrucktes Visum in den Händen. Es geht zur Gepäckausgabe, dann zum Bus vor den Flughafen. Ziel: Unser Hotel in Jerusalem.

Im Ben-Gurion-Flughafen; Foto: Peter Ansmann
Im Ben-Gurion-Flughafen; Foto: Peter Ansmann

Nach knapp 45 Minuten Fahrtzeit kommen wir dort gut gelaunt an: Das Hotel hat wenig mit dem Hotel zu tun, in dem wir im Januar und Juni waren. Es gibt Frühstück und Abendessen, das Haus ist wesentlich größer, die Zimmer auch. Was hier gänzlich fehlt: Die freundliche und familiäre Atmosphäre wie in unserem Lieblingshotel in Tel Aviv.

Ankunft am Jerusalem Gate Hotel; Foto: Peter Ansmann
Ankunft am Jerusalem Gate Hotel; Foto: Peter Ansmann

Kurzes Abendessen mit der Gruppe. Meine Freundin und ich erkunden danach noch ein wenig die Umgebung. Relativ früh gehen wir wieder aufs Hotel und fallen müde ins Bett. Nicht die schlechteste Entscheidung: Am nächsten Morgen soll es um 8:00 Uhr in die Altstadt von Jerusalem gehen.

Montag, 4. September 2023

Zum Frühstück genehmige ich mir zwei doppelte Espressi und Shakshuka. Pünktlich um 8:00 Uhr sind wir am Bus und die Tour geht los. Von einem Aussichtspunkt blicken wir auf den Tempelberg. Dann geht es zu Fuß weiter. Am Ölberg besuchen wir den jüdischen Friedhof.

Der jüdische Friedhof am Ölberg; Foto: Peter Ansmann
Der jüdische Friedhof am Ölberg; Foto: Peter Ansmann

Dann geht es weiter, den Ölberg steil runter. Die Sonne scheint, wir haben etwas unter 40 Grad. Eine wohltuende Abwechslung nach wochenlangen Regen im Ruhrgebiet. Unsere nächste Anlaufstelle ist Getsemani. Laut Neuem Testament nahm Jesus hier Abschied von seinen Jüngern. Der Ort ist eine christliche Pilgerstätte, der hebräische Name des Orts lautet Gat Schmanim.

Kleiner Spaziergang durch den Garten mit Blick auf die Ölbäume, einer von diesen ist über 2000 Jahre alt, das Alter von einigen anderen Ölbäumen wird auf ca. 1000 Jahre geschätzt. Kurzer Gang durch die Kirche. Es geht weiter zum Mittagessen. Dann geht es in die Altstadt von Jerusalem.

Ich hatte am Anfang dieses Artikels angekündigt, dass dieser Beitrag nicht ganz chronologisch aufgebaut wird. Wir hatten die Altstadt von Jerusalem auch im Januar 2023 besucht. Gefühlt hatten wir damals „mehr Zeit“ und wir haben mehr gesehen. Im September hatten wir uns einen Tag Altstadt gespart, weil wir nach Tel Aviv wollten. Deshalb nur ein paar Eindrücke aus der Altstadt-Tour im September.

Das Jüdische Viertel in Ost-Jerusalem; Foto: Peter Ansmann
Das Jüdische Viertel in Ost-Jerusalem; Foto: Peter Ansmann

Hier zu sehen: Das Zionstor! Klar zu erkennen sind die Einschüsse, mutmaßlich entstanden durch transjordanische Infanterie während des israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948. Durch jüdische Viertel in Ostjerusalem geht es zum Tempelberg.

Das Zionstor in Jerusalem; Foto: Peter Ansmann
Das Zionstor in Jerusalem; Foto: Peter Ansmann

Strenge Sicherheitskontrollen gibt es an vielen Orten in Israel: An Bahnhöfen, in Shoppingmalls und anderen stark frequentieren Orten, an denen palästinensische Terroristen und islamistische Fanatiker gerne Terror verbreiten. Um zur Klagemauer zu kommen, muss man so einen Sicherheits-Check durchlaufen. Ein Mitglied der Reisegruppe hat Whiskey im Gepäck. Er wird ermahnt, darf aber passieren. Stressfrei kommen wir zum Platz vor der Klagemauer.

Im Januar habe ich an diesem Ort mehr Fotos gemacht. Erinnerungswert war beim letzten Besuch im September die kurzzeitige Partystimmung an der Klagemauer.

Der Zugang zur Mauer erfolgt nach Geschlechtern getrennt. Auf der linken Seite können Männer zur Klagemauer gehen. Eine Kippa kann man sich, sofern man keine dabei hat, kostenfrei ausleihen. Auf der rechten Seite ist der Bereich für Frauen. Andere Geschlechtsidentitäten werden aktuell nicht berücksichtigt.

Nachdem ich den Bereich der Herren verlassen hatte, brach zuerst auf der Seite der Frauen Tumult aus. Positiver Tumult: Es wurde gesungen und geschrien. Freudenschreie, wohlgemerkt. Das gleiche Spiel dann auf der Seite der Männer. Es wurden Sachen über die Grenze der beiden Bereiche gereicht.

Das „WTF?“ war mir wohl im Gesicht geschrieben. Meine Freundin, die gerne mal für Partystimmung sorgt, war nirgends zu sehen: Offensichtlich war sie noch vor der Mauer. Auf mein „Was hast du gemacht?“ schaute sie, als sie von der Mauer zu mir kam, unschuldig. Und weiß angeblich nicht, wovon ich rede.

Entwarnung – und eine Erklärung – dann von unserem Reiseleiter Gabi: Auf der Seite der Männer wurde der Bar Mizwa für einen Jungen gefeiert. Was zu spontaner Freude auf der Seite der Frauen führte – und man sich gegenseitig angefeuert hat. Ein wahnsinniger Moment, weil die Freude dieser Menschen in diesem Augenblick greifbar – und ansteckend – war.

Abends in Jerusalem

Von der Klagemauer ging es zurück zum Hotel. Am Vorabend hatten mehrere Mitglieder der Reisegruppe – wir auch – sowas wie „Nachtleben“ in der Nähe des Hotels zu finden. Vergeblich. Unser Reiseführer Gabi nahm uns deshalb um 20:15 an die Hand und zeigte uns, wo man am Abend in Jerusalem so hingeht.

Unmittelbar in der Nähe des Hotels ist der Bahnhof Jitzchak Nawon, von dem man mit einem Hochgeschwindigkeitszug in kurzer Zeit Tel Aviv und andere Orte des Landes erreicht, zu finden. Dazu mehr im nächsten Teil dieser Serie. Als wir die Jaffa-Street passieren, vor dem Bahnhof, feiern junge Israelis dort gerade eine Party.

Nach einem Spaziergang von 20 Minuten, kommen wir an der Mahane-Yehuda-Street an. Die Stimmung ist überall gut. Was auch an den zahlreichen Straßenmusikern liegt.

Dort in der Nähe: Der Mahane-Yehuda-Markt. Eine Markthalle, in der Süßigkeiten, Gewürze, Gebäck, Speisen, frischgepresste Säfte angeboten werden. Gegen 21.00 Uhr verlässt uns Gabi, unser Guide. Der sich nicht nur gut vor Ort auskennt, sondern auch ein grandioses Wissen über das Land und seine Geschichte vermittelt.

Beerbazaar in Jerusalem; Foto: Peter Ansmann
Beerbazaar in Jerusalem; Foto: Peter Ansmann

Wir genehmigen uns einen Gin-Tonic und ein leckeres israelisches Bier im Beerbazar. Und brechen irgendwann gegen 22.00 Uhr auf um ins Hotel zu gehen. Für den nächsten Tag – die Reisegruppe fährt nach Masada und an das Tote Meer (Zu beiden Orten mehr in einen der nächsten Teile!). Beide Orte haben wir im Juni besucht. Und das Badevergnügen im Toten Meer wird in unseren Augen stark überschätzt: Weshalb wir am nächsten Tag (Dienstag) nach auf eigene Faust Tel Aviv fahren wollen.

An einer kleinen Bar, Freddy Lemmon, ist die Stimmung aber „zu gut“ – wir setzen uns nochmal hin. Auf einen Drink. Es wurden mehr Drinks. Was mit der unglaublichen Stimmung hier zu tun hatte. Zwei israelische Frauen, die zur Musik tanzten, verwandelten den Ort zu einer Party-Location. Passanten, die an dem Laden vorbeilaufen, feiern und tanzen spontan mit. Die Stimmung ist unglaublich.

Wieder einer dieser Momente, in denen man sich erneut in das Land und in die Menschen die hier wohnen „verliebt“ – wir denken aktuell sehr oft an die Leute, die uns an diesem (ausgeuferten) Abend begegnet sind. Demnächst geht’s hier im Blog weiter mit DER METROPOLE schlechthin, die sich aber vom religiös geprägten Jerusalem stark unterscheidet: Tel Aviv!

Weitere Informationen:
Die offizielle Facebook Seite des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüro – Besuch Israel!

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