Karikaturenstreit: Süddeutsche entschuldigt sich

sz_antisem

Die Süddeutsche hat sich für die am Dienstag veröffentliche Karikatur von Ernst Kahl, die im Zusammenhang mit der Besprechung zweier Bücher zum Thema Israel antisemitische Assoziationen weckte, entschuldigt. Auf seinem Blog schrieb die Zeitung heute Abend:

Sie war der missglückte Versuch, mit den Mitteln der Karikatur darzustellen, wie der Staat Israel von seinen Feinden gezeichnet wird.

Diese Intention aber wurde nicht deutlich, auch weil auf der Zeichnung zwar ein gehörntes Monster mit Messer und Gabel zu sehen ist, nicht aber der Zusammenhang hergestellt wird, dass es dabei um die Symbolisierung der Anti-Israel-Klischees geht. Im Gegenteil: Die Illustration lässt auch den Schluss zu, dass hier Israel als Monster gezeigt werden soll. Es wurde also ein Klischee verwendet, um Klischees anzuprangern, und das hat nicht funktioniert, auch wenn in der Bildunterzeile die Erklärung versucht wurde.

Die SZ entschuldigte sich auch bei dem Zeichner Ernst kahl. Seine Karikatur sei ursprünglich für eine Kock-Kolumne vorgesehen gewesen.

 Mehr zu dem Thema auf den Ruhrbaronen:

To the Süddeutsche Zeitung

Update: Süddeutsche illustriert auf Stürmer-Niveau – Zeichner Ernst Kahl ist entsetzt

 

 

 

 

 

 

Dir gefällt vielleicht auch:

3 Kommentare

  1. #1 | Arnold Voss sagt am 4. Juli 2013 um 20:34 Uhr

    Natürlich haben sie sich entschuldigt. Aber nur weil sie ertappt worden sind. So ist er, der neue deutsche Antisemitismus.

  2. #2 | Puck sagt am 4. Juli 2013 um 23:08 Uhr

    Das ist genau die verschwurbelte Art von „Entschuldigung“, die man in solchen Fällen gewohnt ist: Tut uns sehr leid, daß die anderen zu blöd sind, unsere Intention zu verstehen…

  3. #3 | junge Welt, Respekt! | Ruhrbarone sagt am 5. Juli 2013 um 12:15 Uhr

    […] in der Süddeutschen Zeitung hat weite Kreise gezogen. Die SZ hat sich mittlerweile recht halbherzig entschuldigt, naja, so ähnlich jedenfalls. Und ich habe die ganze Zeit gespannt darauf gewartet, wann meine […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung