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Köln: Bürger wünschen Kneipen und Kultur statt Citykiller auf dem Helios Geländen

Auf dem Helios-Gelände in Köln will MFI einen Citykiller bauen. Die Bürger haben ganz andere Wünsche.

In Köln wird über die Zukunft des Helios Geländes im Stadtteil Ehrenfeld gestritten. Dort will die Bauwens Gruppe, das Unternehmen gehört Enkeln von Konrad Adenauer, zusammen mit dem Essener Einkaufszentrumsbetreiber MFI ein Einkaufszentrum bauen – einen Citykiller, der dem Szeneviertel Ehrenfeld den Todesstoß geben könnte.

Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative – und die hat mal gefragt, was die Menschen in Ehrenfeld gerne hätten. Das wenig überraschende Ergebnis: Keine Citykiller. Stattdessen eine bunte Mischung aus Wohnen, Kultur, Kneipen, Gewerbe und – klar – ein paar Einkaufsmöglichkeiten.

Die BI Helios dazu:

Zu Beginn der ersten Werkstätten des Bürgerbeteiligungsverfahrens HELIOS FORUM präsentieren wir die Resultate unserer groß angelegten Bürgerbefragung zur Zukunft des Helios-Geländes. Einige Ergebnisse stechen sofort ins Auge: Die Bereiche Kultur (24 Prozent) und Grün/Plätze (22 Prozent) liegen unangefochten ganz vorne. Einkaufen (vier Prozent) findet sich dagegen weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Tja, mal schauen ob darauf bei der Bürgerbeteiligung Rücksicht genommen wird.

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9 Kommentare zu “Köln: Bürger wünschen Kneipen und Kultur statt Citykiller auf dem Helios Geländen

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  • #2
    Springorum

    Laut http://www.buergerinitiative-helios.de/2012/02/umfrage-ehrenfeld-will-kein-einkaufszentrum-kultur-und-grun-vorne/#more-1887 sind 971 Zettel abgeben worden – Zweidrittel von Ehrenfelder Bewohnern selbst.
    Leider relativieren solche Zahlen die Aussagekraft der Umfrage.
    Ich werde das Gefühl nicht los, das der Mehrzahl der stimmberechtigten Einwohnern (Bürgern? Konsumenten?) so ein Thema zumindest egal ist. Eine nicht unerhebliche Zahl hätte sicher nichts gegen so einen „Citykiller“ (wie böse das gleich wieder klingt…); ob in Köln, Bochum oder anderswo.

  • #3
    teekay

    Wie immer gilt: Vorsicht vor Statistik. Die Grafik ist ‚gefiltert auf (4) – sehr wichtig‘. 24% ist Kultur ’sehr wichtig‘, 4% Einkaufen. Aber moeglicherweise haben sehr viele Einkaufen eine 2 oder 3 vergeben-die werden dann natuerlich nicht beruecksichtigt in dieser Darstellung. Aber mal abgesehen davon: Die Schwierigkeit ist, dass ‚der normale Buerger‘ gerne das beste aller Welten haette. Der ‚Staat‘ soll Schulen und Parks betreiben und vielleicht noch Kultur unterstuetzen, der ‚Markt‘ soll Gewerbe und Einkaufen und ‚Feiern‘ anbieten und die ‚Zivilgesellschaft‘ soll Wohnen und Kultur betreiben. In der Praxis wird ein solcher gesellschaftlicher Vertrag schwierig umzusetzen sein, da sich Staat und Zivilgesellschaft ja auch dem marktwirtschaftlichen Diktat unterworfen haben. Schulneubau? Subventionen fuer Kultur? Erschwingliches Wohnen im sozialen Wohnungsbau? Parks ohne Verbote? Klingt leider sehr unwahrscheinlich. Natuerlich sollte man auf einen partizipativen Prozess hoffen, aber am Ende wird ‚der Markt‘ die Oberhand gewinnen-denn am Ende des Tages wird eben doch in die Laeden des Einkaufszentrums gerannt-auch wenn es keine Gruenflaechen und nur Edellofts geben sollte…den leider vergisst der ’normale Buerger‘ auch sehr schnell…

  • #4
  • #5
  • #6
    Arnold Voß

    Wenn 2/3 von 971 Ehrenfelder waren, dann sind das gut 600 Stimmen direkt aus dem Stadtteil, den das EKZ am meisten betrifft. Ehrenfeld hat etwas über 100000 Einwohner. Das ist ein sehr kleines Pannel aber es könnte trotzdem ausreichen, um zumindest grob die Einstellung der Mehrheit der Stadtteilbewohner wiederzugeben.

  • #7
    Springorum

    Wobei ich dank Wikipedia gelernt habe, dass es in Köln sowohl den Stadtteil als auch den Stadtbezirk Ehrenfeld gibt. Letzterer mit der von Arnold Voss genannten Bevölkerungszahl. Der StadtTEIL hat demnach gut 35.000 Einwohner.
    Hach, ham‘ wir’s da in Bochum einfach 🙂

    Da Bochum mit dem Viktoriaquartier dereinst selbst betroffen sein wird: Gibt es da eigentlich schon Initiativen, die sich für eine alternative Nutzung einsetzen?

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Springorum: Nein, ECE wir bauen. Die Stadt tut noch so als ob alles offen wäre, aber im Kern ist das Ding durch. Bochum ruiniert seine Innenstadt und hat Spaß dabei.

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