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Kölner demonstrierten für türkische Pressefreiheit

Protestierten für Pressefreiheit in der Türkei: Demonstranten in Köln. Foto: Jana Klein

Protestierten für Pressefreiheit in der Türkei: Demonstranten in Köln. Fotos: Jana Klein


Knapp 200 Menschen haben am Samstag in Köln für die angegriffene Pressefreiheit in der Türkei demonstriert. Die Kundgebung, zu der unter anderem die Föderadion Demokratischer Arbeitervereine DIDF und der Deutsche Journalistenverband aufgerufen hatten, fand parallel zu 4 weiteren Veranstaltungen in Stuttgart, Berlin, Hamburg und Frankfurt statt. 

Die Bundesvorsitzende der DIDF, Çiğdem Ronaesin, forderte in ihrer Rede das Ende der Zusammenarbeit mit dem türkischen Regime. Für den DJV-Vorstand sprach Frank Überall. So wie die NRW-Linke Özlem Demirel forderte auch er von der Bundesregierung klare Ansagen in Richtung Pressefreiheit und Grundrechte in der Türkei. Außerdem sprachen zwei Kollegen von den jetzt verbotenen Sendern Hayatın Sesi TV und TV 10 auf Türkisch zu den Anwesenden.

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Sprachen zu den Demonstranten: 2 Kollegen von Hayatin Sesi TV und TV 10

In der jüngsten Verboteswelle waren erneut 12 Fernseh- und 11 Radiosender von der türkischen Regierung abgeschaltet worden, die sich mutmaßlich bald den im Land geltenden Ausnahmezustand verlängern lassen will. Unter den nun betroffenen Sendern waren insbesondere solche der kurdischen und alevitischen Minderheiten in der Türkei. Getroffen hat es auch einen Kinderkanal, der etwa Sendungen wie „Die Schlümpfe“ ins Kurdische übersetzt und ausstrahlt. Hayatın Sesi TV wiederum hat vor drei Jahren ausführlich von den Gezi-Protesten berichtet. Offizielle Begründung der neuerlichen Schließungen: „Unterstützung von Terrorismus“ und die angebliche Gefährdung der nationalen Sicherheit.

Protestaktion von Jugendlichen in Köln

Protestaktion von Jugendlichen in Köln

Auf der in der augenscheinlich zumeist von türkisch- und kurdischstämmigen Linken sowie von Aleviten besuchten Kundgebung am Kölner Heumarkt wurden Protestschilder für die Meinungs- und Pressefreiheit in die Luft gehalten. Einige Jugendliche posierten mit zugeklebten Mündern vor der kleinen Bühne. Provokationen vonseiten türkischer Nationalisten oder Islamisten, die die Domstadt vor einigen Wochen noch genutzt hatten, um ihre Unterstützung des Erdoğan-Regimes zu bekunden, blieben diesmal anscheindend aus. Bei Zusammenstößen kam es damals zu teilweise schwer Verletzten.

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