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Update: Linkspartei ändert Namen der Veranstaltung – aus Kapitalistischer Barbarei wird Barbarei

Update: Auf Initiative der Linkspartei wurde nun der Name der Veranstaltung geändert. Aus „1945 – Befreiung von der kapitalistischen Barbarei“ wurde nun „1945 – Befreiung von der Barbarei“:

nabert_barbarei

Auf Facebook wird die Veranstaltung (Stand: 18.12.2014 16.25 Uhr) weiter unter dem alten Namen beworben. Dehm scheint sich für das was Kipping sagt, nicht weiter zu interessieren:

FB_barbarei

Update Ende

Das alte Motto, dass wo Dieter Dehm drauf steht Dummheit drin ist, wird sich nach dem „Friedenswinter“ am vergangenem Wochenende erneut am 15. Januar bewahrheiten. Dehm ist Gastgeber beim Jahresauftakt der Europäischen Linken in Berlin, der unter dem Motto „1945 – Befreiung von kapitalistischer Barbarei“ steht.

kapitalismus_feier

Offenbar eine von jeder Geschichtskenntnis ungetrübten Anspielung auf die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands 1945.  Das erschreckende ist, dass auf diese Veranstaltung nicht nur sich linksradikale gebenden Schnulzsonnier Dehm moderiert wird, sondern das auch Linkspartei Politiker wie Gregor Gysi oder Dietmar Bartsch auftreten. Ein weiterer Beleg dafür, dass der politische Wahnsinn in der Linkspartei keine Minderheitenposition ist.

Erschreckend ist dabei, dass schon durch den Titel der Nationalsozialismus verharmlost wird. Er wird als eine Entgleisung des Kapitalismus dargestellt und seine Verbrechen somit nicht  mehr als Einzigartigkeit beschrieben. Kapitalistische Barbarei? Gibt es – Schutzzölle gegen Waren aus der Dritten Welt zum Beispiel. Barbarisch ist der Kapitalismus, wenn er sich nicht an seine eigenen Ideen hält, den Kapitalismus selbst nicht ernst nimmt. Mit dem was die Nazis getan haben, kann man all das nicht vergleichen.

Zudem wird der Nationalsozialismus für die Kritik am Kapitalismus instrumentalisiert.   Das ist nicht neu, aber dass ändert nichts daran, dass es historisch falsch ist. Der Nationalsozialismus hatte wie der Kommunismus einen großen Feind: Die liberale, kapitalistische Demokratie. Und die gingen, im Gegensatz zu der Sowjetunion, kein Bündnis mit den Nazis ein.

Der Nationalsozialismus war nie eine kapitalistischen Ideologie. Sein  wirtschaftliches Modell beruhte auf Raub und sein Ziel war eine rassistische Ständegesellschaft, an der jeder Arier an seinem Platz seine Aufgaben im Sinne der Allgemeinheit zu erledigen hatte. Die Finanzwirtschaft verachteten die Nazis als Teil des „raffenden“ im Vergleich zum „schaffenden“ Kapital.

Die Nazis waren erklärte Feinde des Marktes und zwangen den besetzten Ländern Preisdiktate auf, um sie billig auszuplündern.  Man kann das in Götz Alys Buch Hitlers Volksstaat nachlesen. Zu den am meisten von diesen Plünderungen betroffenen Ländern gehörte Griechenland. Es ist eine Schande, das Alexis Tsipras von Syriza  sich als Grieche an dieser Verharmlosung des Nationalsozialismus beteiligt.

in demokratischen, freien Staaten lebten nach dem Ende des Nationalsozialismus natürlich nur die Menschen, die in den kapitalistischem Teil Europas lebten, bei alle anderen wechselte die Diktatur – vom Nationalsozialismus zum Stalinismus.

Die Menschen in Europa wurden 1945 vom Nationalsozialismus befreit, nicht von irgendeiner „kapitalistischen Barbarei“. Der ideologischer Kern des Nationalsozialismus war nicht der Kapitalismus, es war der Antisemitismus, der ihn von anderen Diktaturen wie dem Stalinismus unterschied.

Das alles ignoriert dieser erbärmliche  Aufruf. Christian Graf von Krockow brachte es im Vorwort  seiner Churchill-Biographie auf den Punkt:

„Die Alternative zum Kommunismus war nicht der Faschismus (oder umgekehrt), sondern den wirklichen Gegenpol bildeten die liberalen westlichen Demokratien (…). Und der exemplarischen Gegenspieler Hitlers war nicht Stalin, sondern Winston Churchill“

Wer wissen will, was sich hinter dem Schlagwort „verkürzte Kapitalismuskritik“ verbirgt, muss sich das Motto der Veranstaltung anschauen – dort wird es in einem Satz klar gemacht.

 

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70 Kommentare zu “Update: Linkspartei ändert Namen der Veranstaltung – aus Kapitalistischer Barbarei wird Barbarei

  • #51
    abraxasrgb

    Der grundlegende Denkfehler besteht doch in der Logik des Nullsummenspiels. Der Reichtum einiger ist eben nicht der Grund für die Armut anderer. Das glauben nur Marxisten mit der etwas entstellt verstandenen Mehrwerttheorie.
    Anstatt umzuverteilen sollte es eher Anreize zur Investition geben. Das schafft Arbeitsplätze und erzeugt Wohlstand. Übrigens ist Luxus eines der stabilsten Marktsegmente weltweit und schafft eine Menge hochbezahlter qualifizierter Arbeitsplätze.

  • #52
    WALTER Stach

    abraxasrgb
    „Denkfehler……?“
    Ich denke, daß es, ohne den Reichen etwas wegzunehmen, was ihren Reichtum für sie unzumutaber schmälern würde – den Einkommensmillardären, den Vermögensmillardären bzw. den Mehrfach-Millionären- möglich ist, z.B. die Einkoimmen aus Arbeit, welcher Art auch immer, deutlich anzuheben, daß es ferner möglich sein müßte, die Dividenden hier und dort „ein wenig zu reduzieren“, um mit dem
    verbleiden Rest aus dem Unternehmensgewinn mehr arbeitsplatzschaffende Investitionen zu ermöglichen,
    daß es, ohne den Reichen „unzumutbar ans Leder zu gehen“ oder gar zukünftige Produktivitäszuwächse zu gefährden, über einen höheren Spitzensteuersatz, über die Vermnögenssteuer, über eine Transaktionsteuer soviel den „Reichen wegzunehmen“, daß der Staat endlich in die Lage versetzt wird, z.B.die kostenlose, ganztägige Bildung für alle von der KITA bis zur UNI zu ermöglichen. Letzteres ist für mich d i e Aufgabe des Sozialstaates Bundesrepublik Deutschland!
    Ein freiheitlicher, s o z i a l e r Rechtstaat steht dem Reichtum Weniger nicht entgegen, läßt aber auch andere „sozial gerecht“ partizipieren an dem, was letztendlich nicht nur von einigen wenigen Reichen in Vergangenheit und Gegenwart erarbeitet worden ist.
    Ich kann zuderm nicht erkennern, wie dadurch substantiel(!!)das gefährdet sein könnte, was sich liberalistisch-kapitalistische Denker und deren politischer „Anhang“ mit Blick auf ihre ideale Gesellschafts-, Wirtschafts-, Staatsordnung vorstellen.

  • #53
    Arnold Voss

    „Der Reichtum einiger ist eben nicht der Grund für die Armut anderer. Das glauben nur Marxisten mit der etwas entstellt verstandenen Mehrwerttheorie.“

    Doch, ist er, und zwar wenn er zu volkswirtschaftlichen Fehlallokationen führt. Das tut er, wenn er eine bestimmte Größe überschritten hat, und das hat mit Marxismus rein garnichts zu tun. Hilfreich ist dabei der Begriff der Opportunitätskosten. Natürlich schafft auch Luxus Arbeitsplätze. Würden wir alle allerdings alles in Luxusgüter investieren, würde wir auf Dauer nichts mehr zu essen haben.

    Bei zu viel Reichtum an der falschen Stelle, sei er öffentlich oder privat, wird die Frage nach den Opportunitätskosten überhaupt nicht mehr gestellt. Um den Zwang zur alternativen Abwägung über das Was der Investition zu erhalten, darf die verfügbare Summe aus volkswirtschaftlichen Gründen eben nicht beliebig hoch sein. Mit einem Satz: Zu viel Geld führt zu Fehlinvestitionen und die führen, ceteris paribus zu mehr Armut.

  • #54
    WALTER Stach

    Zu unserem Disput passend -zufällig wieder gefunden:

    „Die goldenen Jahre“-In den fünfziger Jahren war das Kapital noch gezähmt. Das brachte Wohlstand und sozialen Fortschritt. Wer sich noch daran erinnert, ist kein Nostaligker“.

    Artikel in der FAS vom 14.9.2014, Nr.37. S.26 von Wolfgang Streek.

    Streek beendet seinen Artikel wie folgt:

    „Heute ist die Krise des Kapitalismus offenkundig: immer weniger Wachstum, trotz oder wegen immer höherer Belohnungen für die „Leistungsträger“ und immer schärferer Bestrafungen für die Verlierer, trotz entfesselter Geld- und Schuldenproduktion.Vielleicht ist es doch nicht völlig verrückt, sich unter Mißachtung der psychiatrischen Diagnosen von Rödder und anderen daran zu erinnern, dass die Welt nicht unvermeidlich os geworden ist, wie sie ist -und das sie selbst schon einmal etwas anderes werden wollte als eine globale Maschine zur Verwertung von Kapital. Wenn das „Nostalgie“ ist: Nichts würde dringender gebraucht.“

  • #55
    Rainer Möller

    leoluca,
    es war mir schon klar, dass Du mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun haben MÖCHTEST. Nichtsdestoweniger: Wenn irgend jemand beklagt, dass das Kapital für nicht produktive, sondern nur profitable Zwecke eingesetzt wird, dann befindet er sich objektiv an demselben gedanklichen Ausgangspunkt, der auch zur Unterscheidung von schaffendem und raffendem Kapital geführt hatte.
    Das mit deutschem und ausländischem Kapital ist dann wieder ein anderes Thema und es würde hier zu weit führen.

  • #56
    Rainer Möller

    Abraxas,
    ich habe eine durchaus positive Einstellung zur Ludwig-Erhard-Ära. Und ich hab eine Menge wirtschaftsliberaler Literatur wohlwollend gelesen. Allmählich finde ich dieses ewige Rumreiten auf den Erfolgen der „letzten 200 Jahre“ aber hohl.

    Wie ich früher schon sagte: Viele Leute glauben, im Westen steht eine große Wohlstandsmaschine. Und die Wirtschaftsliberalen behaupteten, sie wüssten wie diese Maschine funktioniert. Darum wurden sie gewählt.
    Dann fing die Maschine um 1970 herum an zu stottern. Dann behaupteten die Wirtschaftsliberalen, jetzt müsste noch ein bisschen mehr liberalisiert werden.
    Dann fing die Maschine an zu spucken (Krise). Und inzwischen zeigt sich eben, dass überhaupt niemand weiß, wie die Maschine funktioniert. Darauf beruht – zum großen Teil – das heutige Unbehagen an den Eliten. (Eine konservative reine Fiskalpolitik ohne irgendwelche wirtschaftspolitische Allüren – das wird noch verstanden.)
    Wenn wir alles so lassen, wie es ist, werden dann die nächsten 200 Jahre tatsächlich so verlaufen wie die letzten? Und wie viele Jahre/Generationen müssen die Verlierer von heute warten, bis die versprochenen besseren Zeiten kommen?

  • #57
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Rainer Möller: Die Verlieren müssen gar nicht warten. Nahezu weltweit steigt der Wohlstand.

  • #58
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Rainer Möller: Die Nummer mit dem „raffenden“ Kapital ist natürlich NS-Denken pur. Vielen Linken ist gar nicht klar, wie nah sie den Nazis sind. Aber die Nähe zeigt nur: Sowohl Rechte als auch die meisten Linke zeichnen sich dadurch aus, von Wirtschaft nicht die geringste Ahnung zu haben 🙂

  • #59
    Rainer Möller

    Arnold Voss,
    ich stimme Deinen Auffassungen ja im großen und ganzen zu.
    Allerdings glaube ich immer noch nicht, dass es möglich ist, eine Umverteilungspolitik so zu ziselieren, dass die Mittelschicht sich nicht geschädigt fühlt.
    Und die Mittelschicht wird auf leistungslose Einkünfte (aus Renten, Vermietungen usw.) allenfalls dann verzichten, wenn ihr alternativ ein einfaches und robust-zuverlässiges System sozialer Sicherung angeboten wird (damit meine ich jetzt nicht Hartz IV).
    Da ist dann allerdings der Knackpunkt. Der „Westen“ hat soziale Sicherung nur dort zur Verfügung gestellt, wo er darauf angewiesen war, sich in der Konkurrenz mit den Faschisten und Kommunisten die Zustimmung der Bevölkerung zu sichern. Jetzt, wo das nicht mehr der Fall ist, werden ganz nartürlicherweise auch die sozialen Sicherungssysteme wieder runtergefahren.

  • #60
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Rainer Möller: Schon mal was von automatischen Stabilisatoren gehört? Und wo werden die sozialen Sicherungen denn massiv gekürzt? Die Sozialausgaben sind nach wie vor sehr hoch in Deutschland – und in den meisten anderen westlichen Staaten auch.

  • #61
    Rainer Möller

    Stefan Laurin,
    es gibt aber wirklich einen Kapitaleinsatz, der nur noch profitabel und nicht mehr produktiv ist. Würde ich als Laie mal so behaupten. Wie Ezra Pound schrieb:
    „BEI USURA
    kommt Wolle nicht zu Markt
    Schaf wirft nichts ab bei Usura.“
    (Und da stützt er sich auf die amerikanischen Sozialkritiker, muckrakers und Progressives. Niemand hat den amerikanischen Kapitalismus so genau und mit soviel Verve kritisiert wie die Amerikaner selbst.)
    Also: Rechte und Linke treffen sich an einem problematischen Punkt; aber das Problem liegt in der Sache, nicht in den bösen Rechten und Linken. (Und natürlich ist damit noch nichts über die Lösung gesagt.)

  • #62
    Rainer Möller

    Stefan Laurin,
    was mir bei „soziale Sicherungssysteme runterfahren“ konkret vorschwebte, war die Zusammenlegung von Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe (übrigens absolut illiberal: die Auflösung des Versicherungsgedankens mit willkürlicher Reduzierung der versprochenen Versicherungsleistungen).

    Aber bevor ich hier eine Debatte wage, muss ich mich tatsächlich erst einmal über die „automatischen Stabilisatoren“ informieren. Klingt irgendwie vertrauenerweckend.

  • #63
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Rainer Möller: Die Arbeitslosenversicherung wurde nicht komplett mit der Sozialhilfe zusammen gelegt. Arbeitslosenhilfe und -teilweise- die Sozialhilfe wurden zusammen gelegt. Die war für die Bezieher von Arbeitslosenhilfe ein Kürzung, für die Bezieher von Sozialhilfe eine Aufstockung ihrer Mittel.

  • #64
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Rainer Möller: Automatische Stabilisatoren sind Ausgaben wie Wohngeld, Kurzarbeitergeld, Sozialhilfe und Arbeitslosengeld. Durch diese staatlich gesicherten Einnahmen des Einzelnen wird vermieden, dass z.B. ein Anstieg der Arbeitslosigkeit schnell dazu führt, dass auch Mietzahlungen ausbleiben oder die Einnahmen des Lebensmittelhandels ins bodenlose stürzen – sie stabilisieren im Krisenfall. Ein Musterbeispiel für so einen Stabilisator war das Kurzarbeitergeld 2008/2009.

  • #65
    leoluca

    #55 Rainer Möller:

    Nur zur Klarstellung, mein Text, den sie im übrigen nicht korrekt zitieren, geht so:
    „Das Hauptproblem des Wirtschafts-Wachstums heute ist doch, dass es dem Kapital an Anlagemöglichkeiten fehlt, die zugleich produktiv und profitabel wären. Also ist das Wachstum gering und weil das Kapital aus Profitgründen auf die Finanzmärkte ausweicht, wächst die Reichtumsschere.“

    Wie man daraus eine – wie sie schreiben – Bestätigung der braunen Theorie des „raffenden Kapitals“ ableiten kann, ist mir vollständig schleierhaft.

    Die völkische Agitation gegen den Kapitalismus trennt in „raffendes“ (Börse, Bank, freie Finanzmärkte etc.) und „schaffendes Kapital“ (Industrie, Handwerker, ‚ehrliche Arbeit‘). Diese Trennung ist das durchschlagende Ideologem des nationalsozialistischen Antisemitismus. Gespalten wird in der Ideologie, was untrennbar zusammengehört: Finanzkapital und industrielles Kapital.

    Das „raffende Kapital“ wird identifiziert als das international vertretene und organisierte Großkapital, welches parasitär wirke, indem es die Völker aussauge, in denen es sich ansiedelt. Das „raffende Kapital“ wird in der braunen Ideologie verkörpert „vom Juden“.

    Die beschriebene Verortung der Jüdinnen und Juden in der Zirkulationssphäre (als Wucherer) ist eines der zentralen Elemente des Antisemitismus.

  • #66
    Alreech

    was für eine Argumentation !
    Ohne die Arbeitslosenhilfe wären also die Arbeiter in die DDR geflüchtet. Kaum ist die DDR weg, können die Kapitalisten die Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe zusammenlegen und betreiben damit Sozialabbau.

    Das ist ehrlich gesagt ziemlicher Bullshit.
    Für wie blöd haltet ihr Linken eigentlich uns Arbeiter ? Das wir ohne Arbeitslosengeld in ein Land abgewandert wären, in dem die Regierung eine Mauer errichten mußte damit das Volk nicht flieht, ein Land in dem Streiks gegen Lohnkürzungen mit Panzern niedergeschlagen werden, ein Land in dem es keine freien Gewerkschaften und Wahlen gibt ?

    Die Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe war kein Sozialabbau, sondern ein dringen nötige Korrektur.
    Im Bereich Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe war auch in der gute alten Zeit als es den real existierenden Sozialismus noch gab nicht alles in Butter.
    Wer im Niedriglohnbereich gearbeitet hat und Arbeitslos wurde hat von der Arbeitslosenhilfe (Leistung der Bundesagentur für Arbeit) nicht viel gehabt, da deren Leistungen häufig so niedrig gewesen sind das man Sozialhilfe beziehen mußte (Leistung der Gemeinde).
    Die Gemeinden haben dann die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger in sozialversicherungspflichtigen ABMs geparkt bis sie wieder Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten – und dann gefeuert. Kaum war die zeit in der das Arbeitslosengeld gezahlt wurde rum, standen die Arbeitslosen wieder beim Sozialamt, und das ganze ging von vorne los.
    So wurden diese Menschen dann zwischen Sozialamt und Arbeitsamt hin und her geschoben, ohne das ihnen wirklich geholfen wurde.

    Das ganze konnte sich die alte noch BRD leisten, erst der Zusammenbruch der DDR hat dafür gesorgt das dieser Verschiebebahnhof nicht mehr funktioniert hat – es waren einfach zuviele Menschen die im Sozialen Netz gelandet sind.

  • #67
    hanns

    Die Sichtweise des Faschismus als letzten Ausweg des Kapitalismus ist kein „blühender Unsinn“ oder irgendwelcher neumodischer Kram sondern die nach 45 dominante altehrwürdige marxisische Faschismustheorie. Die betrachtet die „Ideologie“ des Faschsmus oder NS eben überhaupt nicht als Ideologie sui generis, sondern sieht nur die politische Funktion der Bewegung als Bollwerk gegen die Gefahren der revolutionären ARbeiterbewegung in jener Epoche. Diese Deutung ist sicherlich dikutabel aber steht zunächst erstmal gleichberechtigt neben zahlreichen anderen historischen Faschismustheorien. Die DDR-Historiographie hat jahrzehntelang eifrig Belege für diese Theorie gesammelt und auch in der BRD waren Elemente diese Theorie bis in die 80er in der Geschichtswissenschaft keineswegs marginal. Dass heute die massive Unterstützung, die der NS aus den deutschen Wirtschaftseliten (und teilw. wohl auch aus USA) schon vor ’33 erhielt, kaum noch thematisiert wird, hängt überwiegend mit den politischen Konjunkturen zusammen, die heute NS und Kommunismus gerne als „feindliche Brüder“ betrachten möchten und den NS mit Hayek (und Aly) gerne als Aufstand von einer Art „Sozialneid“ zerfressener „kleiner Leute“ gegen die Oberschicht interpretieren. Das klappt aber nur, wenn man wie Aly über die vielen der These widersprechenden Fakten einfach hinweggeht. So z.B. die ganz elementare Tatsache, dass die Lohnquote nach NS-Machtantritt im deutschen Reich bis 1937 auf einen Tiefstand seit vor dem 1. WK gesunken ist, wo sie bis Anfang der 50 er Jahre verharrte. Die Wirtschaftspolitik des NS hat also ganz offensichtlich die Kapitalseite massiv und einseitig begünstigt. Doch davon liest man wenig.
    Die Geschichtsschreibung ist eben leider eine Hure der Mächtigen, das gilt hier und heute nicht anders als in der DDR.

  • #68
    Antideutsche Shitstorm SA

    Er ist schon ein dunkler Stratege der Dr. Seltsam, der es versteht, den Kakao* durch den er seinen GenossInnen zieht, ihnen im Nachhinein zu trinken zu geben.

    Über den ursprünglichen Titel „1945 – Befreiung von kapitalistischen Barbarei“ zur Jahresauftaktveranstaltung der Europäischen Linken gab es Auseinandersetzungen die dazu führten das der Opportunist, Narzisst, Nachrichtendienstler und Querfrontler den Titel auf „1945 – Befreiung von Barbarei“ ändern musste – sonst hätte die Parteiführung die Veranstaltung nicht mitgetragen – siehe FAX von Katja Kipping an Dehm **.
    Das tat er dann auch, da die Bewerbung der Veranstaltung durch die Partei DIE LINKE gestoppt wurde.

    Nun benennt Dr. Seltsam die Veranstaltung wieder sowie um, wie er sie gern präsentiert hätte zu ihrem ursprünglichen Titel: „Befreiung von kapitalistischen Barbarei“. Das tut der Dr. Seltsam nicht weil er nichts lernt, nein, er tut es gerade deshalb um klar zu zeigen wo er steht – jenseits der Demokratie, jenseits des Antifaschismus.

    * „Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ (Erich Kästner)

    Den Screenshot dazu findet ihr bei uns auf Facebook.

    Herzliche Grüße die
    „Antideutsche Shitstorm SA“ ™

  • #69
    Volker aus Bonn

    Beide Titel sind irreführend. Es wurde lediglich die schlimmste Form kapitalistischer Barbarei gegen eine nur halb so schlimme ausgetauscht.

  • Pingback: » lafontaine, dehm und die terroristen | kotzboy.com

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