
Die zumeist mit dem englischsprachigen Raum verknüpfte Strömung Pop Art fand auch in Deutschland in den 1960er und 70er Jahren starke künstlerische Positionen. Neben Motiven des Alltags und der Konsumwelt war sie geprägt von Kritik am politischen Zeitgeist, Anti-Kriegs-Haltungen und Vergangenheitsbewältigung. Einen Überblick über „German Pop Art. Zwischen Provokation und Mainstream“ zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen vom 25. Januar bis 3. Mai. Die Exponate stammen aus der Sammlung des Düsseldorfer Rechtsanwalts Heinz Beck, die im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum bewahrt wird.
Zu sehen sind Arbeiten von 46 Künstlern. Sie verfolgten die Devise der radikalen Demokratisierung von Kunst mit Konsequenz. Indem sie sich der Druckgrafik und Multiples bedienten, erreichten sie eine breite Öffentlichkeit. Themen wie das deutsche Wirtschaftswunder, die kritische Auseinandersetzung mit dem American Way of Life, dem Vietnamkrieg und der kollektiven Verdrängung der jüngsten deutschen Geschichte sowie anti-museale Haltungen sind in mehr als hundertachtzig Grafiken, Objekten, Skulpturen und Multiples neu zu entdecken. Begleitend dazu lässt ein Soundwalk mit der Musik jener Jahre das Zeitgefühl lebendig werden.
