Markus Weinzierl auf Schalke auch schon wieder Geschichte – Vorbei die Ruhe bei den ‚Knappen‘

Die Fans in Gelsenkirchen geben immer alles. Foto: Michael Kamps

Noch steht die offizielle Bestätigung des Vereins zwar aus, doch nach übereinstimmenden Medienberichten ist die Amtszeit von Trainer Markus Weinzierl beim traditionsreichen FC Schalke 04 nach nur einem Jahr dann nun auch schon wieder vorbei.

Mehr als die Tatsache an sich überrascht hier wohl der konkrete Zeitpunkt der Trennung. Nachdem der Übungsleiter im letzten Sommer ja zusammen mit dem Manager neu nach Gelsenkirchen kam, dort eigentlich für mehr Kontinuität und Ruhe sorgen sollte, eine sportlich extrem enttäuschende Saison ablieferte, in der Tabelle nur in der unteren Hälfte abschloss, damit deutlich weniger erfolgreich war als seine Vorgänger Andre Breitenreiter, Roberto Di Matteo und Jens Keller, kommt die Trennung aus sportlicher Sicht wenig überraschend.

Schließlich war den Königsblauen zuletzt ein Europa League Platz regelmäßig zu wenig, sah man Team doch eher in der Champions League. Dass Weinzierl mit der Truppe das internationale Geschäft nun erstmals seit Jahren jedoch am Ende wieder komplett verpasste, dürfte da als Trennungsgrund schon ausreichen.

Nur warum erfolgte die Trennung dann nicht bereits vor Wochen als die Bundesligarunde vorbei war und das sportliche Scheitern fix war? Warum erst jetzt, nachdem die Spieler Max Meyer und Yevhen Konoplyanka in diese Woche öffentlich massiv gegen ihren Trainer aufgetreten waren?

Und warum erfolgte, ähnlich wie zuletzt in Dortmund, als man dort Coach Thomas Tuchel unwidersprochen von Spielern schwächen ließ, kam auch auf Schalke von Manager Christian Heidel & Co zuletzt kaum nennenswerte Rückendeckung für den angeschlagenen Trainer? Außer ein paar Floskeln hörte man da nicht viel von den Königsblauen in Richtung der auffällig aufmüpfigen Spieler.

Durch die anstehende Trennung vom Übungsleiter wird nun jedermann öffentlich ziemlich klar, dass man den Spielern in der Sache wohl intern gar nicht so sehr Unrecht gab.

Vorbei also seit ein paar Tagen die im Vorsommer so sehnlichst ausgerufene, neue ruhige Phase auf Schalke. War es während der sportlich so enttäuschenden Spielzeit zuletzt noch überraschend ruhig, erfolgt nun der große Knall erst mitten in der Sommerpause.

Viele namhafte Trainer sind aktuell nicht mehr auf dem Markt. Bayer 04 Leverkusen, zuletzt selber auf der Suche nach einem Coach, gab heute nachdem man über Wochen nicht Vollzug melden konnte, die Verpflichtung von Heiko Herrlich bekannt.

Der FC Schalke 04 ist nun also wohl der vorläufig letzte große Club der 1. Liga, der noch einen sportlich Hauptverantwortlichen an der Seitenlinie zur neuen Saison sucht.

Dem Vernehmen nach soll es wohl der vergleichsweise namenlose, und erst 31 Jahre alte Domenico Tedesco, zuletzt Trainer in der zweiten Liga bei Erzgebirge Aue, werden.

Ein äußerst unerfahrener junger Trainer, der aber einen sehr guten Ruf bei Insidern genießt. Das kann klappen, muss es aber natürlich nicht. Und ob seine fehlende Erfahrung gerade beim traditionell schwierigen FC Schalke am Ende nicht ein zu großer Nachteil sein wird, das ist hier die Frage. Warten wir es ab.

Fest steht aber nun endgültig: Mit der vordergründigen Ruhe auf Schalke ist es nun erst einmal vorbei. Schon wieder….

 

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9 Kommentare

  1. #1 | Klaus Lohmann sagt am 9. Juni 2017 um 14:40 Uhr

    Für Heiko Herrlich freut es mich besonders, denn seine wirklich gute Arbeit mit div. U17/19-Teams und natürlich der Job mit Jahn würde sonst in dem ganzen Transfer-Irrsinn wieder untergehen. Er hat's sich über die Jahre wirklich verdient. Viel Glück, Heiko!

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 9. Juni 2017 um 14:44 Uhr

    Hat mich auch sehr für Herrlich gefreut, Klaus. Und viel falsch machen kann er bei der Werkself ja auch nicht. Schlechter als zuletzt geht ja kaum. 😉

  3. #3 | thomasweigle sagt am 9. Juni 2017 um 16:42 Uhr

    Gerade noch freute sich HH "Teil des Projektes Jahn Regensburg zu sein."

  4. #4 | Aquii sagt am 9. Juni 2017 um 16:44 Uhr

    Immerhin gab es für Yevhen Konoplyanka ein Geldstrafe, es gibt also doch einen Unterschied zum Reviernachbarn. Für mich war die Sache mit dem Trainerwechsel schon nach dem Spiel in Freiburg klar, nur der Zeitpunkt noch nicht. Das es in der Sommerpause vollzogen wurde werte ich immer noch als "die neue Ruhe" in Gelsenkirchen.

    Mal sehen was dann der Neue, Domenico Tedesco alles anders macht. Jahrgangsbester vor Nagelsmann, was abe nichts zu bedeuten hat. Man erinnere sich an einen H. Stanislawski, der heute Kunden in einem Supermarkt in Winterhude erfreut.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 9. Juni 2017 um 16:52 Uhr

    "Immerhin gab es für Yevhen Konoplyanka ein Geldstrafe". Einverstanden! Aber dafür waren ja auch die Aussagen deutlich derber. Eigentlich waren das ja schon regelrechte Beleidigungen. So etwas habe ich bisher fast noch nie gehört. So gesehen ware die Reaktionen mehr als moderat. Eigentlich hätte dervom Club gefeuert gehört. Aber das macht man bei Fußballprofis eben auch nicht so schnell. Wäre ja Geldvernichtung 😉

  6. #6 | Robin Patzwaldt sagt am 9. Juni 2017 um 17:00 Uhr

    Erzgebirge Aue hat soeben bestätigt:

    "Der FC Erzgebirge Aue teilt mit, dass zum heutigen Tage der mit Cheftrainer Domenico Tedesco bestehende Arbeitsvertrag aufgelöst wurde. Dank seiner hervorragenden Arbeit beim FCE und dem sensationellen Erreichen des Klassenerhalts sind mehrere Bundesligisten auf Domenico Tedesco aufmerksam geworden und haben sich um eine Verpflichtung bemüht.

    Nunmehr hat Domenico Tedesco von seiner vertraglich vereinbarten Klausel hinsichtlich eines möglichen Wechsels in die 1. Bundesliga Gebrauch gemacht.

    Wir bedanken uns bei Domenico Tedesco für seine geleistete Arbeit und wünschen ihm für seine neue Tätigkeit beim FC Schalke 04 alles Gute und viel Erfolg.

    Über die Modalitäten der Vertragsauflösung wurde zwischen den Vereinen und Herrn Tedesco Stillschweigen vereinbart."

  7. #7 | Klaus Lohmann sagt am 9. Juni 2017 um 18:48 Uhr

    @thomasweigle: Wenn man so gar nix anderes kennt und hat, mag Regensburg ein nettes Städtchen sein;-) Übrigens betrachtet das Originalzitat die zurückliegende Zeit: „Ich habe immer wieder betont, wie dankbar ich dafür *war*, Teil des SSV Jahn Regensburg zu sein" https://blizz-regensburg.de/sport/paukenschlag-heiko-herrlich-verlaesst-jahn-regensburg-70952/

  8. #8 | Robert Müser sagt am 9. Juni 2017 um 20:10 Uhr

    Irgendwie hatte ich die übliche Spielleiterentlassung in Gelsenkirchen vermisst, da isse wieder …

    😉

  9. #9 | thomasweigle sagt am 9. Juni 2017 um 21:11 Uhr

    @Klaus Lohmann Im TV War der Satz im Präsens dort in der Allianzarena in der Stunde des Triumphes der Provinz über die Metropole.

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