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Morddrohungen und Sachbeschädigungen – Wahlkampf mit harten Bandagen

Foto: Robin Patzwaldt

Vor drei Wochen kam es in Waltrop (Kreis Recklinghausen) zu direkten Konfrontationen zwischen einem Parteienbündnis, angeführt von Grünen und Linken, und einer erstmals im örtlichen Wahlkampf aufgetauchten Abordnung der AfD (wir berichteten). Am Ende der Geschichte zog sich die AfD aus der örtlichen Fußgängerzone zurück, tauchte auch, entgegen der ursprünglichen Ankündigung (und Anmeldung beim Ordnungsamt), am folgenden Samstag nicht wieder auf.

Eine größere Anzahl von Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeitern hatten damals bereit gestanden um eine erneute körperliche Auseinandersetzung zu unterbinden. Erst in der Vorwoche kam es dann erneut zu einem Treffen der Kontrahenten vom 02.09. in der örtlichen Fußgängerzone. Es blieb dann jedoch zum Glück bei gegenseitigen verbalen Missgunst-Beteuerungen. Zum Glück. Nicht wenige Beobachter hatten etwas anderes erwartet, nachdem das erste Aufeinandertreffen ja bereits mit einem kurzen Polizeieinsatz zu Ende gegangen war.

Doch während sich die Stimmung in der örtlichen Fußgängerzone beim Wahlkampf weitestgehend auf ein Normalmaß ‚abkühlte‘, nahmen am Rande des Geschehens die ‚Feindseligkeiten‘ zuletzt auffällig zu.

Mehrere Parteien, darunter auch die SPD und die AfD, erstatteten zuletzt Anzeigen bei der Polizei, weil ihnen in größeren Aktionen diverse Wahlplakate gezielt beschädigt wurden, oder gar über Nacht komplett in größerem Stil entfernt wurden. Selbst ein Auto-Anhänger der AfD wurde offenbar massiv mit Farbe beschmiert, was die Partei ebenfalls mit einer Anzeige ahndete.

Nun jedoch, hat sich das Ganze offenbar noch einmal massiv gesteigert. Aktuell beklagt nämlich Waltrops CDU-Bürgermeisterin Nicole Moenikes in diesem Zusammenhang ganz persönliche Bedrohungen.

Zum Hintergrund: Auch Moenikes hatte sich in einem Video-Interview der ‚Waltroper Zeitung‘ sehr eindeutig zur Partei Alternative für Deutschland (AfD) geäußert. Seither wird sie, wie sie der Lokalzeitung nun bestätigte,  anonym per E-Mail und mit Anrufen massiv beleidigt und auch bedroht. Die CDU-Politikerin beklagte demnach, dass die Situation für sie und ihre Familie derzeit naturgemäß sehr belastend sei.

Zugleich rief sie alle Bürger ‚ihrer‘ Stadt jedoch auch noch einmal aktiv dazu auf, am Sonntag zur Bundestagswahl zu gehen und dort „demokratisch zu wählen“.

Moenikes hatte die Aktion der im örtlichen Stadtrat vertretenen Parteien gegen einen Wahlkampf-Stand der AfD positiv begleitet und als Signal gewertet, „dass wir diese Partei in Waltrop nicht haben wollen“. Sicherlich so in dieser Klarheit eher ungewöhnlich für eine amtierende Bürgermeisterin, die in diesem Amt ja wohl in erster Linie als Vertreterin aller Bürger der Stadt sprechen soll.

In der Lokalzeitung beklagt sie nun,  seit der Videoveröffentlichung, den wiederholten Erhalt von E-Mails, die teils sogar Morddrohungen gegen sie enthielten und die zudem offenbar von vielen verschiedenen Absendern kämen. In diesen Mails würde immer wieder auch Bezug auf die AfD genommen, was einen Zusammenhang zu den Äußerungen vom 02. September vermuten ließe.

In der Tat gab es nach der Aktion der ‚Altparteien‘ Waltrops gegen die im örtlichen Stadtrat nicht vertretene AfD damals ja auch längst nicht nur positive Reaktionen. Auch hier im Blog kritisierten diverse Leser damals insbesondere die Aktion mit dem Flatterband, welche die Vertreter der AfD damals auch praktisch einkreisten und von der Bevölkerung isolierte, als absolut undemokratisch, teilweise sogar als kindisch.

Und auch wenn es seither in der örtlichen Fußgängerzone nun zu keinen Auseinandersetzungen mehr kam, zeugen die jüngsten Aktionen gegen Wahlplakate diverser Parteien und die Droh-E-Mails gegen die Bürgermeisterin doch davon, wie sehr sich die Stimmung hinter den Kulissen im Kreis Recklinghausen inzwischen aufgeschaukelt hat.

Dieser Verhärtung der politischen Fronten, die teilweise aggressive Ausgrenzung der AfD, auch durch örtliche Vertreter des DGB im Übrigen, verlagert die Auseinandersetzung der Lager nun offenbar massiv auf gefährliche, sogar illegale Ebenen.

Ob es da nicht grundsätzlich für die Unterstützer alle beteiligten politischen Lager deutlich sinnvoller gewesen wäre die sicherlich notwendigen Auseinandersetzung ausschließlich auf der politischen Ebene, in Diskussionen und inhaltlicher Auseinandersetzung zu belassen? Stattdessen hat man so durch die gegenseitige Zerstörung von etlichen Wahlplakaten (und offensichtlich sogar durch diverse Droh-E-Mails) durch die offenkundige Anhängerschaft die Stimmung doch nur unnötig aufheizen lassen. Denn über konkrete Inhalte wurde zuletzt im Vergleich dazu kaum noch gesprochen.

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27 Kommentare zu “Morddrohungen und Sachbeschädigungen – Wahlkampf mit harten Bandagen

  • #1
    ke

    Ja, die inhaltliche Ebene fehlt im Wahlkampf in vielen Bereichen. Ich habe schon mehrfach angesprochen, dass ein wählt uns, damit die xxx nicht Parlament kommt, mir zu wenig ist.
    Aber war das früher anders?

    Bedrohungen sind für mich ein schwammiger Bereich. Es wird immer wieder darüber gesprochen, aber wie sieht es mit konkreten Anzeigen aus? Gibt es sie, werden Täter ermittelt?
    Hier muss einfach konkretisiert werden. Ebenso muss der Staat zeigen, dass Bedrohungen nicht gehen. Hierbei ist evtl. auch an eine Änderung des Strafrechts zu denken.

    BTW: Die Plakete ohne Inhalt nerven nur noch. Wie sieht es eigentlich mit der Ökobilanz aus? Oft behindern sie auch die Sicht. Weniger ist oft mehr.

  • #2
    Gerd

    "Ob es da nicht grundsätzlich für die Unterstützer alle beteiligten politischen Lager deutlich sinnvoller gewesen wäre die sicherlich notwendigen Auseinandersetzung ausschließlich auf der politischen Ebene, in Diskussionen und inhaltlicher Auseinandersetzung zu belassen?"

    Hätte, hätte Fahrradkette. Die Realität sieht anders aus. Die etablierten Parteien und ihre Helfer in den Medien eskalieren verbal, was dann vor Ort als Aufruf zur Tat aufgefasst wird. Auch in Münster gab es einen gewaltsamen Übergriff auf einen Wahlkampfstand der AfD bei dem der Sicherheitsdienst Pfefferspray einsetzten musste.

    http://t.wn.de/Muenster/2984936-Gerangel-am-Wahlkampfstand-der-AfD-Polizei-ermittelt-gegen-Vermummte

    Wer sowas als Amtsträger freudig begrüßt, sollte zurück treten.

  • #3
    thomas weigle

    Und wieder blendet unser AFD-Fan völlig das Verhalten von AFD-Nazis im Osten aus. jammert und weint wie einst die Nazis, die sich ja auch permanent verfolgt sahen, selber aber bis zu Morden nix ausließen. In Zukunft werde ich mit Ihnen nicht mehr diskutieren, höchstens über Sie. So in etwa hat das @ Stefan Laurin einem ihrer AfD-Volksgenossen vor gar nicht langer Zeit hinter die braunen Ohren geschrieben.

  • #4
    RobinS

    "Dieser Verhärtung der politischen Fronten, die teilweise aggressive Ausgrenzung der AfD, auch durch örtliche Vertreter…."

    Sie titeln Ihren Beitrag mit Morddrohungen gegenüber MandatsträgerInnen und Sachbeschäddigungen von Wahkplakaten etablierter Parteien und sehen die Ursache in einer Wahlkampfverabstultung der AFD,.als sich diese diversen Anfeindungen ausgesetzt sah?

    Mit Verlaub- zwar wurden auch Wahlplakate vom politischen Gegner schon immer in jedem Wahlkampf auch schon mal kaputt –
    wahrscheinlich mit Wonne und Karacho, bspw, des Herrn Strauß- getreten.

    Morddrohungen allerdings gehörten zumindest auf kommunaler Ebene eher weniger zum Wahlkampfrepertoire, auch wenn schon immer in Wahlkampfzeiten teilweise mit harten Bandagen gekämpft wurde.

    Wir haben es hier dann also durchaus mit schweren Straftaten zu tun, begangen vermutlich von Anhängern der AFD. Diese scheinen nun der Auffassung zu sein, dass sie aufgrund einer etwas deftiger ausgefallenen Behinderung eines ihrer Wahlkampfauftritte nun Politiker,die ihnen ablehnend gegenüber stehen, mit Morddrohungen mit all den Folgen für das private Umfeld der Betroffenen überziehen zu können, ?

    Diejenigen die einen Mangel an Demoktatieverständnis und kultureller Unterlegenheit bei Bürgerinnen muslimischen Glaubens auszumachen glauben?

    Aber, Herr Patzwald, war nicht die Ursache der Proteste gegen die AFD in Waltrop,aber auch an vielen anderen,möglicherweise sogar noch bedeutenderen Locations in diesem Land eher eben nicht sogar die Demokratiefeindlichkeit, die rassistische Xenophobie, die aggressive Hetze gegen Medien,Justiz und Politik und Migrantinnen durch die AFD?

    Gründen die Proteste gegen die AFD nicht auf deren -völkisch-chauvinistischem Weltbild sowie ihrer Bereitschaft, Führungspersonen,die sich mit ideologischen Anlehnungen an die NS-Diktatur offen auftretend als rechtsradikale Neo-und Altnazis zu erkennen geben ,exponierte Positionen zu überlassen?

    Ist nicht nahezu die gesamte Spitze der AFD mit Menschen besetzt,die aus ihrer rassistischen völkischen,chauvinistischen und zuletzt vermehrt revanchistischen und geschichtsrevisionistischen
    Haltungen keinen Hwhl machen und kein Blatt mehr vor den Mund nehmen?

    Beweisen die nun in Wsltrop aufgekommenen Morddrohungen und Einschüchterungsversuche durch AFD und ihre Anhänger nicht gerade genau das,wogegen sich die Protestierenden von Waltrop wandten?

    Dass nämlich die AFD eine zutiefst demokratiefeindliche Partei ist, die,wenn sie denn könnte, Deutschland lieber heute als morgen in eine völlig andere Republik verwandeln würde ,was für viele Menschen durchaus erhebliche Probleme nach sich ziehen würde,

    Die Situation in Waltrop ist meiner Meinung nach Beleg dafür,dass man es bei der AFD mit einer Partei zu tun hat,die man trotz ihrer primitiven Einschüchterungsversuchen
    auf allen Ebenen bekämpfen muss- und sei es bei einer Wahlkampfverastaltung auf den Straßen Waltrops,

  • #5
    Gerd

    #3 und #4 zeigen warum das nix werden wird mit politischer Deeskalation. Es wird weiter Öl ins Feuer gegossen, um sich dann zu wundern warum die Flammen höher schlagen.

    "Beweisen die nun in Wsltrop aufgekommenen Morddrohungen und Einschüchterungsversuche durch AFD und ihre Anhänger nicht gerade genau das,wogegen sich die Protestierenden von Waltrop wandten?"

  • #6
    RobinS

    @Gerd- klar,Deesekalation,

    Den Nazi nenn ich dann ab jetzt Nasi. So recht?
    Klingt bischen weicher,deeskaliert bestimmt

  • #7
    Thorsten Stumm

    @RobinS
    Netter Rant…..und nun ? Fühlen Sie sich jetzt besser in ihrer wortreichen Selbstvergewisserung ?
    Die Erfahrung in Länder in den rechte Parteien schon früher Ihren Aufstieg rasant vollzogen haben zeigt, FPÖ oder FN, dass derartige selbstgerechte Predigten nun wirklich nix bringen. Im Gegenteil.

    Immer dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten ist nicht besonderes klug.
    Einer Partei schadet man nur dadurch, dass man ihre Wähler ihr wegnimmt. Ihre Analyse was, dass Personal der AFD angeht mag ja zutreffend sein…..zum nachdenken mal das…..

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/afd-im-aufwind-der-gerechtigkeitswahlkampf-der-spd-war-nicht-klug-a-1169313.html

  • #8
    ke

    #7) Meiner Meinung nach gibt es in unserem System ein paar Punkte, die nicht mit dem Gerechtigkeitsgefühl vieler Menschen vereinbar sind.

    Wir lernen Sätze/Regeln wie:
    – Menschen in Not wird geholfen
    – Menschen, die arbeiten, müssen mehr erhalten als Menschen, die nicht arbeiten.
    – Wer spart, erhält Zinsen und kann in Zukunft das Geld nutzen (Den Schrecken einer Mega Inflation gab es vermutlich in jeder Familienhistorie)

    Wir haben lange Zeit einen Staat, der diese Prinzipien für viele innerhalb seiner Grenzen gesichert hatte.

    Mit der Globalisierung und den Ereignissen wie EU-Osterweiterung, EURO, Migration im großen Umfang aus anderen Ländern war der Staat in den Augen vieler Menschen nicht mehr in der Lage, diese Grundlagen sicherzustellen. Die Probleme wurden nicht grundsätzlich angegangen. Jeder der hier Widersprüche entdeckte bzw. diese Entwicklung verlangsamen wollte, war mind. ein Globalisierungsgegner.
    Der Druck auf Arbeitsmärkten mit internationaler Konkurrenz wächst, jeder wechselt den Job oft und ist eher eine Nummer als ein Mitarbeiter. D.h. die Änderungen schlagen durch, und die Politik verdrängte dies sehr lange. Das Aussitzen wird aktuell ja nicht mehr nur Herrn Kohl nachgesagt.

    Vieles war angeblich alternativlos. Das ist es aber nicht.

    Die Afd war, wenn ich es richtig in Erinnerung habe auch lange Zeit ein Partei, die sehr wirtschaftsorientiert war, aber die DM wollte und die Vernetzungen/Abhängigkeiten mit anderen Staaten insbesondere durch den EURO reduzieren wollte. Das zieht auch viele Menschen vom rechten Rand an. Dass in dieser Struktur für die o.g. Probleme/Widersprüche Lösungen gefunden werden, ist nicht zu erwarten. Aber irgendwann entwickeln sich Sympathien für Gruppen, die von allen anderen ausgegrenzt werden. Lösungen erwarten vermutlich auch die Wähler nicht.
    Was wird passieren? Die Afd wird im Bundestag einziehen. Sie wird Schwierigkeiten haben, geschlossen zu bleiben und sich mit sich selber beschäftigen. Die anderen Parteien werden sie ausgrenzen. Dann wird es ein paar Aufmerksamkeitsaktionen geben, die für Schlagzeilen sorgen. Mit mehr ist nicht zu rechnen.

    Ich war schon immer der Meinung, dass Herr Schulz ein denkbar schlechter Kandidat für die SPD ist. Er ist durch seine Arbeit in Europa und seiner dortigen Politik nicht geeignet das traditionelle Wählerpotenzial der SPD zu erreichen. Er ist einfach nur ein Eurokrat. Dies wurde überdeutlich.

    Bei allen Themen, mit denen die CDU kritisiert werden könnte, war er eben durch seine EU Arbeit angreifbar (Luxemburgs Steuerpolitik, Sitzungsgelder) oder aber wenig vertraut mit den Problemen der Basis. Das zieht bei ein paar Genossen der Rotweinfraktion, bei den Stammwählern. Aber das war es. Das ist die eher blasse Frau Merkel einfach unschlagbar glaubwürdig. Auch Kohl wurde immer wieder unterschätzt.
    Ich frage mich immer noch, warum bspw. Frau Merkel es konsequent vermied, Schluz‘ EU Zeit anzusprechen. Wollte sie einfach nur nicht, dass es bewusst wird, dass auch er politische Bekannte hat?
    Irgendwann gab es ja auch das tolle Duell, wer die meisten A Promis auf der Kurzwahl hat.

  • #9
    Gerd

    #6:

    Nicht nur in Waltrop haben die Gegner der AfD den Stein ins Rollen gebracht. Sich jetzt als Opfer zu stilisieren und die Reaktion der ebenso falsche anderen Seite als Rechtfertigung der eigenen, provozierten Angriffe zu nutzen stellt die Tatsachen auf den Kopf.

    Kein Wirt in NRW weigert sich den Grünen Tische zu vermieten, aus Angst vor den Schlägertrupps der AfD. Keine Ortsgruppe der AfD blockiert Wahlkampfstände anderer Parteien.

    Diese Verrohung der Sitten haben wird den etablierten Parteien zu verdanken.

  • #10
    Karlito

    CDU-Bürgermeisterin Nicole Moenikes könnte sich ja auch für ihr anti-demokratisches Verhalten gegenüber der AfD entschuldigen ?

  • #11
    thomas weigle

    #10 Natürlich sind Flatterbänder, zumal wenn sie gewalttätig werden, eine herbe Gefahr nicht nur für die wackeren Kämpfer der AFD in Recklinghausen. Auch im übrigen Deutschland bereiten sich ganze Horden von nach Gewalt dürstenden Flatterbändern auf den finalen Angriff gegen die AFD vor und schon bald danach wird die Schlacht gegen die AFD/NPD gewonnen sein. Und zukünftig werden keine Orden mehr verteilt sondern bronze-, silber -und golddurchwirkte Flatterbänder für Verdienste um die Demokratie verliehen.

  • #12
    Walter Stach

    Wer sich noch an das Wüten der Nazis, vor allem ihrer Schlägertruppe SA erinnert oder sich dann und wann daran erinnern läßt, der………..

    Und in dieser Zeit liegt der Ursprung dessen, was die Hitler-Nazis gegenüber den von ihnen mit viel Häme und noch mehr Verachtung so genannten Altparteien permanent behauptet haben: " Die Verrohrung der Sitten haben wir den etablierten Parteien zu verdanken -sh. 9 abschließend-. "
    Das Ende der von den Nazis sog. Altparteien, das Ende der Weimarer-Republik sind jedermann bekannt und hoffentlich erinnert sich jedermann daran, was "am Ende" der Nazi- Wahn-Herrschaft stand: die bedingungslose Kapitulation und die Auf- und Abrechnung der internationalen Staatengemeinschaft mit Deutschland, mit seinen Kriegsverbrechen, mit millionenfachem Massenmord -nicht nur, aber vor allem auch an Juden.

    Die AFD ist nicht die NSDAP, aber Vieles , was ihre Spitzenfunktionäre beinahe tagtäglich von sich gegen und was diverse Anhänger verbal und nonverbal Demokraten in den von ihnen sog. "Altparteien" antun, muß zwangsläufig dazu führen, sich zu erinnern und besorgt zu sein um die Zukunft der Menschen, die derzeit in einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft leben -leben können. Dass man sich zudem mit Blick auf die AFD um die Zukunft Deutschlands sorgt , jetzt und hier auch rückblickend auf die Anfänge der NS-Herrschaft, auf die Folgen dieser NS-Herrschaft und auf deren für Deutschland in Gänze katastrophales Ende ist naheliegend; jedenfalls geht es mir so.

    Ich hoffe, wie an anderer Stelle hier bei den Ruhrbaronen bereits angemerkt, daß sich die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland, daß sich u.a. auch die sog. etablierten Parteien, daß der neue deutsche Bundestag sich nach der morgigen Bundestags-Wahl wesentlich kritischer, wesentlicher aggressiver, wesentlich selbstbewußter mit allen Mitteln einer abwehrbereiten Demokratie dem AFD-Ungeist in den Weg stellen und sich selbst und der Gesellschaft gegenüber immer wieder, vor allem auch in der direkten Konfrontation gegenüber der AFD und ihrer Anhängerschaft in Erinnerung rufen und mit Nachdruck deutlich machen, daß sich -vermutlich- mindestens 85 % (!!) der Wähler in Deutschland am 25.9. 2o17 g e g e n und nicht für die AFD ausgesprochen haben. Das ist ein politisches Pfund für alles Demokraten in Deutschland und konkret für alle Akteure in den "Altparteien", mit denen sie wuchern können und wuchern sollten, wenn es ab morgen Abend mehr denn je darum geht, sich dem "AFD-Ungeist" in den Weg zu stellen.

    PS
    Dazu gehört, wie an anderer Stelle problematisiert (Kommentar von Stefan Laurin) daß sich die Gesmatgesellschaft umfassend und tiefgreifend mit der Frage befaßt, warum Menschen in Deutschland dem AFD-Ungeist folgen, nicht nur bei Wahlen, sondern auch in dann und wann unsäglichem Wüten auf den Straßen. Und wenn diese Frage hinreichend beantwortet ist, gilt es, die Ursachen dieses Übels -die materiellen, die ideellen -zu beseitigen.

    Die Demokraten in Waltrop haben erste kleine Schritte auf diesem Wege getan-.

  • #13
    thomas weigle

    @ Thorsten Stumm Das war auch in der Weimarer Republik so. Im "Dortmunder Wedding", wie die Nordstadt damals reichsweit bekannt war, waren die Nazis eine eher seltene Spezies. Im Süden sah`s besser aus, insgesamt aber blieb Dortmund selbst bei den Terrorwahlen deutlich hinter dem reichsweiten NSDAP-Ergebnis zurück. Das galt auch für andere Großstädte, Berlin, Köln,etc. Wer damals was zu verlieren hatte, wählte NSDAP. Der Arbeiter hatte ja kaum was zu verlieren.
    Thälmann und Konsorten radauten und randalierten durch die Republik, dabei ließen sie keinen Zweifel daran, dass sie ein Sowjet-Deutschland ansteuern wollten. Um 1923 verkündete dann der kleinadelige Lenin, dass Gewalt unverzichtbar war. Nicht zuletzt deshalb prahlte Thälmann dass viele KP-Mitglieder im Besitz von Waffen waren, die sie auch zu benutzen wüssten. Das wiederum
    diejenigen, die was zu verlieren hatten, geradezu folgerichtig in die Arme der Nazis trieb. Diese Angst hat offenbar die Zeiten überdauert.

  • #14
    Thorsten Stumm

    @Thomas Weigle
    Kurz vor der Katastrophe tauchen die klugen Kommentare auf, hoffentlich das so….

    http://www.n-tv.de/politik/Die-Nazi-Keule-ist-das-Duemmste-article20047565.html

  • #15
    Thorsten Stumm

    @Walter Stach
    Ich war neulich für die RB in Dortmund bei einer Veranstaltung der AFD mit Guido Reil…der redet wie seinerzeit Friedhelm Fahrtmann. Ich bin weit davon entfernt seine Lösungen gutzuheissen….aber da ist mir schlagartig klargeworden, als Sozenkind mit Mutter in der ASF und IG Metall Betriebsrat als Vater, welche Fähigkeiten die SPD verloren hat und warum die AFD es schafft kräftig in der Wählerschaft der SPD zu wildern….die sind aber nicht dauerhaft verloren, wenn man diese aber als Pack bezeichnet und mit der Nazikeule verhaut, dann schalten die auf stur….

  • #16
    ca_wa

    "Dieser Verhärtung der politischen Fronten, die teilweise aggressive Ausgrenzung der AfD, auch durch örtliche Vertreter des DGB im Übrigen, verlagert die Auseinandersetzung der Lager nun offenbar massiv auf gefährliche, sogar illegale Ebenen."
    Ja, eine Fotoaktion mit einem Ortseingangsschild mit der Aufschrift "Waltrop hat keinen Platz für Rassismus" ist schon eine krasse aggressive Ausgrenzung. Den Schuh muss man sich erstmal anziehen… Ebenso Taschen mit Aufschriften wie "Liebe statt Hass" und "Solidarität".
    Ich habe mich über die Aktionen des DGB (bei denen es übrigens massenhaft Material dazu gab, warum die Grundsätze der AfD denen der Gewerkschaften grundsätzlich widersprechen) sehr gefreut und die einzige Aggression am Samstag der letzten Woche von Seiten der AfD-Standbesatzung wahrgenommen, die provozierend von Stand zu Stand zog.

    Über die Flatterband-Aktion kann man streiten, aber die Darstellung "Stattdessen hat man so durch die gegenseitige Zerstörung von etlichen Wahlplakaten (und offensichtlich sogar durch diverse Droh-E-Mails) durch die offenkundige Anhängerschaft die Stimmung doch nur unnötig aufheizen lassen." finde ich schon gewagt. Wer da wessen Plakate zerstört und geklaut hat ist doch reine Spekulation. Und Morddrohung als geradezu zwingende Konsequenz daraus darzustellen – da fehlen mir die Worte.

  • #17
    Robert

    Richtig. Das Verhalten von Leuten, wie sie auch hier oft anzutreffen sind, hat bei mir den Ausschlag gegeben, AFD zu wählen. Das ist das Ergebnis eurer kopflosen Hetze. Und so wird es bei dieser Wahl vielen gehen. Ihr habt so überzogen, bis ins Groteske.

  • #18
    thomas weigle

    #16/17 Wer diese Bande von Demokratiefeinden und Nazis wählt, nur weil die Ruhrbarone sich mit diesem Gesocks auseinandersetzen ist entweder selten dämlich oder er will seine Zustimmung zu den Zielen der AFD vor sich selbst aber v.a. vor anderen rechtfertigen. Ärmlich und jämmerlich.. Oder grotesk.
    Die Frage an die Macher lautet: soll man erklärten Parteigängern der AFD, die die Ruhrbarone als "grotesk" empfinden, Platz für ihre absurden und grotesken Äußerungen geben?

  • #19
    RobinS

    Spiegel Online hat heute in der Tat noch einmal gut zusammengefasst, was man bekommt für seine Stimme,wenn man die AFD wählt.

    Gut geschrieben und fleißig zusammengefasst:

    http://m.spiegel.de/wissenschaft/mensch/a-1169258.html

  • #20
    RobinS

    @17 Robert
    Ach Robert, man kann ja mit den Machern der Ruhrbarone über manches sehr kontrovers und bis zur Weißglut
    streiten- und genau das ist auch gut so,

    Aber den Ruhrbaronen die Verantwortung für Deine AFD-Wahl zu geben, so wie Du es hier formulierst. ist objektiv betrachtet lächerlich.

  • #21
    RobinS

    @Gerd
    "Diese Verrohung der Sitten haben wird den etablierten Parteien zu verdanken."

    Wie meinen Sie das? Sehen Sie sich doch mal die "Sitten" bei der AFD, Pegida er al, an. Da gilt die Verwendung des Begriffes "Sitte" oder Anstand schon als sittenwidrig,
    @10 Karlito – wieso sollte sich eine demokratische Bürgerneisterin,die sagt,was zur AFD tu sagen ist, bei dieser von Rechtsradikalen geführten und in der Basis durchsetzten " Partei " entschuldigen?

    Vielleicht ,Gerd und Karlito, gehen in die Augen auf,wenn diese Rechtsradikalen die ersten Auftritte im Bundestag hingelegt haben,

    Dann werden Sie erleben,wie verroht die Sitten,die diese "Partei" in den Bundestag mitbtingt sind.

    Es ist dieses Mal wohl leider nicht zu verhindern, dass rechtsradikale und dumme Krakeeler ihre genau so geartete Anhängerschaft im Bundestag repräsentieren und das schöne Polster der Abgeordnetensitze ruinieren und ihre rassistischen und destruktiven Verbalauswürfe in die Mikrofone kotzen und – obwohl letztlich eine Minderheit ohne nennenswerte Bedeuting und Inhalte- das politische und gesellschaftliche Klima in diesem Land vergiften.

    Nur eines haben diese erreicht- früher immer kritisch und ein wenig "antideutsch", ist mir in den letzten Jahren klar geworden, dass Deutschland nicht nur ein landschaftlich schönes und fortschrittliches Land ist, sondern auch über Toleranz und kulturelle Vielfalt und einen Reichtum an politischer und intelligenter Diskussionskultur und Freiheit verfügt, den es so noch hierzulande noch nie gab .

    Dies alles gilt es vor den rechtsextremen völkisch- chauvinistischen Giftschleudern der AFD und anderen Neo-und oder Altnaziparteien zu verteidigen .

    Wer von sich behauptet, dieses Land zu lieben und – warum auch immer- darauf stolz zu sein, kann unmöglich eine solche Partei wöhlen und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, das oben Genannte nur vorzuschieben.

    Die AFD ist eine bösartige Partei, der es leider durch geschicktes Marketing gelungen ist, rechtsextremistische und autoritaristisch gestimmte Teile der Bevölkerung für ihre rückwärtsgewandten dummen Parolen zu gewinnen- sie ist Schande und Bedrohung zugleich

  • #22
    Walter Stach

    -15-
    Ja, ja , exakt so ist es.
    Auch den Nazis ist es bekanntlich gelungen, in der Arbeiterschaft beträchtliche Stimmengewinne zu erzielen (u.a. bedingt durch die seinerzeit extrem hohe Arbeitslosenzahl -und daran "mangelt" es bekanntermaßen derzeit -"Gott sei Dank", denn ansonsten…….) und die Nazis hatten bekanntermaßen besonders qualifizierte Demagogen .

    Mir geht es immer wieder darum, a.) den Un-Geist der AFD aufzuzeigen , und der
    erinnert-und mahnt mich immer wieder an den Ungeist, der die Hitler-NSDAP beherrschte -antidemokratisch, fremdenfeindlich, rassistisch und faschistisch und b,) ging es mir , geht es mir und wird es mir weiterhin darum gehen, der Frage nachzudenken, warum es der AFD gelingt-
    -trotz oder gerade wegen dieses Un-Geistes?- auf eine Zustimmung von 1o-2o % der Wähler in Deutschland bauen zu können -hoffentlich bleibt es heute zwischen 1o – und 15 %!! Meinnen Wunsch -unter 1o% für die AFD- habe ich mir "abgeschminkt".

    Und ansonsten:
    Ich werde unverdrossen, immer wieder und unverblümt die AFD als eine antidemokratische, rassistische, fremdenfeinliche und faschistische Partei bezeichnen und folglich ihrer Wähler als das bezeichnen was sie sind, nämlich Wähler einer so zu bennenden Partei.
    Damit ist selbstverständlich nicht die Frage beantwortet, warum diese Partei gewählt wird und wie "man" dieses Wahlverhalten "korrigieren " kann.

  • #23
    Karlito

    @#11 / thomas weigle:

    Wenn man interessierten Bürgern den Zugang zu einem AfD-Wahlstand mit einer Blockade und einem Flatterband verwehrt, ist das definitiv anti-demokratisches Verhalten. Da wäre eine Entschuldigung von Nicole Moenikes doch das Mindeste…

  • #24
    thomas weigle

    Nöö Walter Stach, Anstand haben die eher nicht. Teilen aus ohne Ende, spricht man mit Ihnen in ihrer Sprache, inszenieren sie sich als beklagenswerte Opfer der Altparteien, der Medien und auch der Ruhrbarone. Armselig und lächerlich wie man an einigen Beiträgen hier schön erkennen kann.
    Dummrechts bleibt dummrechts, da helfen keine Pillen mehr. Die Ruhrbarone leider auch nicht. Wer je mal bei PI reingeschaut, kann das bestätigen, eine Gossensprache der ungesündesten Art.

  • #25
    Arnold Voss

    Ja, es ist meistens eine Zumutung mit AFD Sympathisanten zu diskutieren. Aber daran führt in einer Demokratie kein Weg vorbei. Es steht Jedem zu, das zu verweigern, zu kritisieren oder für den falschen politischen Weg der Auseinandersetzung zu halten. Auch die Ruhrbarone halten sich dabei das Recht vor, nicht alles freizuschalten, bzw. Jeden AFD Sympathisanten zu Wort kommen zu lassen. Aber die Diskussion jedem von ihnen völlig, das heißt, ohne Jedes Ansehen seiner Argumente von vorneherein zu verweigern, kann nicht die Aufgabe eines politischen Debatten Forums wie das der Ruhrbarone sein.

  • #26
  • #27
    Elke

    Wer sein Wissen im Bizeps zur Schau stellt..
    Dem fehlt der Verstand und hat im politischen Tun nix verloren.
    Fäuste ersetzen nun
    mal keine Herzens Bildung.
    Herzensbildung sollte die Grundvoraus-
    setzung für jede Partei sein.
    Was sich durch Gewalt selbst outet ist Egomanie
    Narzismus und Dummheit.Egal welcher Partei angehörig. Was sich derzeit in NRW rächt, ist die juristische Fehlentwicklung :
    Täter sind Opfer.
    Manche Grundgesetzwidrigen
    mediatorischen Justiz Willkürblüten
    knallen früher oder später als Bumerang auf
    die echten Verursacher zurück.
    Dann stellt sich die Frage. Was war zuerst?
    Das Huhn oder Ei ?

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