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No, we can´t

In Dortmund "tobt" der Vorwahlkampf zwischen den beiden  sozialdemokratischen  OB-Aspiranten Jörg Stüdemann und Ullrich Sierau.  Beide gehen auch online auf  Stimmenfang.

Kurz nach der Wahl von Obama, die auch im Internet gewonnen wurde, fragten sich nicht wenige, wie die Parteien in Deutschland auf die Erkenntnisse aus dem US-Wahlkampf reagieren würden. Jens vom Pootblog war skeptisch, was die kommenden Bedeutung des Internets bei den nächsten Wahlkämpfen angeht.  Nun, Casi hat auf zweipunktnull überraschende Parallelen zwischen den Webseiten von Barack Obama und Benjamin Netanyahu festgestellt - da hat jemand offensichtlich stark abgekupfert.  Beides kann man weder Ullrich Sierau noch Jörg Stüdemann vorwerfen. Dafür, dass sie Oberbürgermeister einer Stadt werden wollen, die sich rühmt, einer der wichtigsten…

In Dortmund "tobt" der Vorwahlkampf zwischen den beiden  sozialdemokratischen  OB-Aspiranten Jörg Stüdemann und Ullrich Sierau.  Beide gehen auch online auf  Stimmenfang.

Kurz nach der Wahl von Obama, die auch im Internet gewonnen wurde, fragten sich nicht wenige, wie die Parteien in Deutschland auf die Erkenntnisse aus dem US-Wahlkampf reagieren würden. Jens vom Pottblog war skeptisch, was die kommenden Bedeutung des Internets bei den nächsten Wahlkämpfen angeht.  Nun, Casi hat auf zweipunktnull überraschende Parallelen zwischen den Webseiten von Barack Obama und Benjamin Netanyahu festgestellt – da hat jemand offensichtlich stark abgekupfert. 

Beides kann man weder Ullrich Sierau noch Jörg Stüdemann vorwerfen. Dafür, dass sie Oberbürgermeister einer Stadt werden wollen, die sich rühmt, einer der wichtigsten IT-Standorte der Republik zu sein, wirken beide Seiten nicht nur äusserst uninspiriert, sonder auch lieblos gemacht. Von Interaktionsmöglichkeiten, die über ein Gästebuch voller Lobhudeleien (Und das auch nur bei Sierau) hinaus gehen, ist nichts zu sehen. Über die Grafik möchte man den Mantel des Schweigens legen.

Ist das ein Fehler? Vielleicht. Es könnte aber auch gut sein, dass beide ihre Wähler kennen und die Internetaffinität der 9.000 wahlberechtigten Sozialdemokraten in Dortmund einfach nur realistisch einschätzen. Und wenn die nicht allzu hoch ist, macht es Sinn, sich vor allem auf den persönlichen Kontakt zu seinen Wählern konzentrieren – neben den vier großen Infoveranstaltungen tingeln beide im Augenblick durch die Ortsvereine und Hinterzimmer der Stadt.

Das werden sie allerdings bald hinter sich haben: Bis zum 24. November  können die SPD-Mitglieder Dortmunds noch über ihren OB Kandidaten abstimmen – am 25. wird dann das Ergebnis feststehen.  Eines ist indes schon jetzt sicher: Die Wahl wurde nicht im Internet entschieden.  Daran ändert auch der Podcast der Jusos im Netz nichts – er ist so prickelnd wie ein Glas abgestandenes Export-Bier.

   

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6 Kommentare zu “No, we can´t

  • #1
    Claudia

    Hey Stefan,

    dann zeig uns doch mal, wie eine “liebevolle” Website aussieht, die mit wenig Honorar in kürzester Zeit layoutet/erstellt/gefüllt worden ist!

    Dass beide Sites noch nicht im 2.0-Wahlkampf angelangt sind, da stimme ich Dir zu. Die Einschätzung zur Internetkompetenz der Dortmunder GenossInnen kann ich aber (aus Erfahrung! U.a. 6 Jahre OV-Vorsitz) nicht teilen.

    Vielleicht nutzen die bodenständigen Sozis aus dem Ruhrgebiet das Internet einfach bei Bedarf(!) zur Kommunikation und lassen den sonstigen Schnick-Schnack links liegen. Heute abend waren jedenfalls ne Menge Dortmunder Sozialdemokraten in Aplerbeck bei der Kandidatenvorstellung und haben die Gelegenheit genutzt, ihre Kandidaten persönlich anzusprechen. So geht es auch 😉

    Für Wahlkämpfe, bei denen der/die KandidatIn nicht mehr so leicht persönlich zu treffen ist, weil zwischen KandidatInnen-Auftritt und Wohnort der Wähler hunderte von Kilometern liegen, ist eine ordentliche Web-Kampagne mit Sicherheit vernünftig.
    Aber wenn Du die KandidatInnen bei Dir am Samstag am Infostand auf dem heimischen Marktplatz triffst oder per Telefon noch persönlich erreichen kannst, muss eine Video-/Audio-/Blog-/2.0-Website nicht unbedingt sein, meine ich.

  • #2
    Ein_Schwarzer

    @Claudia
    (gelöscht) genauso schlecht wie der Webauftritt wird auch Uli Stüdemanns oder Jörg Sieraus Wahlergebnis. Und wer schon mal in der Innenstadt Ost verloren hat gegen Frau D_H, der verliert auch in Aplerbeck gegen Sascha M, gell?

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Claudia: http://www.stadt-ruhr.de/ Hat die Agentur umsonst gemacht. Oder die Site von Jens vom Pottblog: http://www.jensmatheuszik.de/ Gibt es denn keine Jusos die so etwas können und Sierau und Stüdemann unter der Arme greifen?

  • #4
    Claudia

    Vielleicht ist genau das das Problem von 2.0-Sites mit Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten: Die sehr einfache Möglichkeit zur anonymen Beleidigung, unwahren Tatsachenbehaupthauptung und Schmähkritik lässt selbst Webseiten, die zur inhaltlichen Diskussion gedacht waren, sehr rasch zum Pöpelplatz werden. In Foren gibt es diese Entwicklung ja schon lange, offensichtlich ist das jetzt auch in Blogs angekommen.

    Wenn selbst in einem moderierten Blog wie bei Euch so etwas möglich ist, dann liegt nahe, dass so mancher Politker überlegen wird, auf diese Art der Kommunikation zu verzichten.

  • #5
    Ahlener SPD

    Hallo zusammen,

    da lob ich mir unsere Website für unseren Bürgermeisterkandidaten Dr. Gerd Willamowski (vielen noch bekannt als ehem. KVR Direx): www.willawaehlen.de, optisch wesentlich professioneller und gelunger. Und dabei ist der Ahlener Stadtverband nun wirklich nicht mit Dortmund zu vergleichen:-).
    Ist zwar auch “nur” CMS basiert, aber warum nicht, WordPress ist ja schließlich auch ein CMS und sieht super aus.

    Grüße aus Ahlen in die Ruhrstadt

  • #6
    Ahlener SPD

    www.willawaehlen.de

    Oben ist das Komma mit in die URL gerutscht, das geht dann natürlich nicht!:)

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