53

Update: NRW: Für Transparenz beim Rauchverbot

Heute haben die Landtagsabgeordneten von SPD und Grünen für  ein radikales Rauchverbot in Gaststätten gestimmt. Keiner der Abgeordneten von CDU, FDP und den Piraten hat das Gesetz unterstützt. 

Mit der Entscheidung für ein radikales Rauchverbot haben sich die Landtagsabgeordneten von SPD und Grünen für eine Politik der Volkserziehung und gegen das liberale, rheinische Gebot des „Leben und leben lassens“ entschieden. Diese Politik wird zur Vernichtung sozialer Räume führen: Eckkneipen werden schließen, aber auch vielen Clubs und Szenekneipen droht das Aus.

Dieses Blog wird diese Entwicklung, die wohl im Winter 2013/2014 einsetzen und sich über mehrere Jahren hinziehen wird, landesweit begleiten. Wir werden bei vielen, nicht bei allen, Kneipen und Clubs von ihrem Ende berichten, wenn es in einem Zusammenhang mit dem Rauchverbot steht. Und wir werden mit einem Hinweis auf die Internet- und Facebookseite  zeigen, welche Abgeordneten aus der jeweiligen Stadt für das Verbot gestimmt haben. Und bei jeder Kneipe wieder. So haben die Anhänger des Rauchverbotes die Möglichkeit, den  Politikern aus ihrer Stadt ihre Unterstützung auszusprechen, die Kritiker wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass ihre Lieblingskneipe geschlossen hat. Und wir werden auch die Abgeordneten erwähnen, die gegen ein radikales Verbot gestimmt haben.

Die Landesregierung hat das Gesetz nur in den Landtag eingebracht – es waren die  Abgeordneten von SPD und Grünen, die diesem Gesetz zugestimmt haben. Transparenz bei der Gesetzgebung, Verantwortung des Abgeordneten – ich glaube, das unser Beispiel Schule machen wird und künftig auch bei anderen Themen genau nachgeschaut wird, wie sich der einzelne Abgeordnete verhalten hat.

 

RuhrBarone-Logo

53 Kommentare zu “Update: NRW: Für Transparenz beim Rauchverbot

  • #1
    Robin Patzwaldt

    Bei diesem Thema ist die Landesregierung offenbar voll engagiert.
    Selbst als Nichtraucher halte ich das Vorgehen für total übertrieben. Warum soll es nicht einfach dem Wirt überlassen bleiben was er betreiben will? Der Gast könnte dann selber entscheiden ob er in eine Raucher- bzw- Nichtraucherkneipe gehen will. Gar kein Problem!

    Zu den wirklich heiklen Themenbereichen der Landespolitik hört man dagegen deutlich weniger aus Düsseldorf.
    Datteln 4 wird kurzerhand zum Problem der Gerichte erklärt, zum NewPark äussert man sich bisher auch nicht wirklich. Der entwickelt sich offenbar zur Hängepartie.

    Man muss wirklich nicht verstehen, was da derzeit in Düsseldorf los ist…

  • #2
    Ben

    Angesichts der Vorliebe für das Thema hier bei den Ruhrbaronen hat das zwar schon ein leichtes Geschmäckle, aber wenn ihr das wirklich konsequent durchzieht, könnte sich das sehr gut als exemplarische, aber trotzdem differenzierte Studie zu Politik und ihrer Wirkung im realen Leben eignen. Wünsche gutes Gelingen und Durchhaltevermögen!

  • #3
    Mirko

    Ich habe mir bereits gestern Abend die Wut aus dem Leib gebloggt. Manchmal habe ich Angst.
    http://sprachrhythmus.wordpress.com/2012/11/20/rauchfrei-in-die-brave-new-world/

  • #4
    Norbert

    Da ich gerne lebe und leben gelassen werden, bin ich natürlich für strengere Regelungen zum Rauchen. Ich habe keine Lust, mich andauernd dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich weder meine Gesundheit beieinträchtigen lassen möchte, noch meine Geruchssinne belästigen lassen möchte, oder als Spielverderber angeschaut zu werden. Jeder soll manchen was er will, solange er keinen anderen gefährdet, belästigt o. ä.

    Nach ein kurzen Übergangszeit haben sich die Raucher auch daran gewöhnt, dass man in Zügen nicht raucht z. B. Deshalb wurden auch keine Strecken still gelegt. Genauso wird keine Kneipe wegen des Rauchverbotes geschlossen. Es wird so oder so Schließungen und Öffnungen geben und zudem wird sich die Gesamtzahl der Kneipen eh reduzieren, da die Nachfrage sowieso abnimmt.

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Norbert: Leben und leben lassen bedeutet: Verschiedene Lebensstile parallel zu ermöglichen, nicht einen durchzusetzen. Wer keine Rauch mag, kann in ein Lokal gehen, in dem nicht geraucht wird. Beides ist bislang hinlänglich vorhanden. SPD und Grüne setzen auf die Vernichtung sozialer Räume und setzen auf Neopuritanismus. Wer das mag, kann ja SPD und Grüne wählen.

  • #6
    hanskollekta

    ..diesem blog kann gar nicht oft genug gedankt werden für sein engagement gegen bevormundung und für das konkrete benennen der volkerzieher..

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @hanskollekta: Vielen Dank – und ich verspreche Dir: Wir machen weiter 🙂

  • #8
    teekay

    Jedem die Transparenz die er mag. Ich halte es fuer fast unmoeglich den linearen Zusammenhang zwischen Kneipenschliessungen und Abstimmung im Landtag herzustellen. Was sind die Basisdaten, also die Kneipenschliessungen der letzten 5, 10, 15 Jahre, die Entwicklung von Kaufkraft und Bevoelkerung, der Alkohohl- und Zigarettenkonsum (Kioske und Tankstellen profitieren, weil zu Hause mehr konsumiert wird?) und die Kosten, die z.B. Brauereien von Kneipen verlangen? Natuerlich muss man auch die Gesundheitsseite in Betracht ziehen, also die Entwicklung von Herz- und Kreislauferkrankungen usw. oder Veraenderungen in Unfallstatistiken, z.B. durch betrunkene Kneipengaenger. Aktuelle Entwicklungen wie die GEMA-Debatte darf man auch nicht uebersehen. Und was ist mit positiven Nebeneffekten, also die Eckkneipe macht zu, aber der Club in der Innenstadt hat mehr Besucher? In diesem komplexen Beziehungsgeflecht wird sicherlich auch das Rauchverbot eine Rolle spielen. Aber kurzfristige Berichte a la ‚Morgen macht Kneipe x in y zu und da koennt ihr euch beim Abgeordnteten z bedanken‘ stellen kaum bis gar nicht ‚Transparenz‘ her die notwendig ist um ‚Evidenz-basierte‘ Politik und ihre Auswirkungen zu verfolgen. Wer einfache, monokausale Zusammenhaenge sucht wird die finden, aber ich vermute ein grosser Teil der Berichterstattung wird oberflaechiges Rauchverbot-Bashing bleiben.

  • #9
  • #10
    teekay

    @Stefan: Klar, das ist der offensichtliche Ansatzpunkt, aber die Wirte alleine sind ja nicht betroffen. Natuerlich: Kneipe macht zu, Wirt und 1-2 400-Euro-Kraefte verlieren Arbeit. Trotzdem kann das Rauchverbot volkswirtschaftlich Sinn machen, auch wenn man politisch und ideologisch anders denkt. Ich denke man darf nicht nur auf die sichtbare Spitze des Eisbergs schauen, sondern muss auch das grosse Gebilde unterhalb der Oberflaeche mit einbeziehen. Und die Erfahrungen aus anderen Laendern zeigen, dass das nicht so einfach ‚Rauchverbot gut/boese‘ ist. Und letztendlich sind die Konsumenten gefragt: Wer seine Eckkneipe liebt muss dann erst recht dorthin gehen auch wenn die Zigarettenpause etwas umstaendlicher wird…Trinken am Tresen fuer die Freiheit ;)!

  • #11
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Teekay: Ich gehe in die Kneipe um einen netten Abend zu haben. Wenn ich die Hälfte der Zeit im Nieselregen stehe habe ich keinen netten Abend. Ergo: Eine Kneipe macht ihren Gästen ein Angebot, kann sie das nicht tun, weil die Politik ihr das verbietet, werde ich nicht aus Solidarität im Regen stehen. Kommt das Rauchverbot, werde ich seltener rausgehen. Und dann haben noch viele Kneipen ein Problem mit Anwohnern, die sich durch Gäste vor der Tür einer Kneipe gestört fühlen. Auch das wird für Ärger sorgen. Zum Thema: Wir werden hier nicht für jede geschlossene Kneipe eine Unternehmensberatung aufsuchen. Wenn eine Kneipen nach den Rauchverbot Gäste verliert und dann schließt reicht mir das. Die Grünen und die Sozialdemokraten können dann ja fröhlich versuchen die Wirklichkeit umzudeuten. Der Wirt, die Kellner und die Gäste werden sie jedoch kennen – und sie den Abgeordneten schon mitteilen.
    Ausserdem: Wenn Steffens und Kraft richtig liegen, wird es ja kein Kneipensterben geben, denn dann kommen ja ganz viele Nichtraucher in die Kneipen, weil die Luft so gut geworden ist.

  • #12
    Jup

    Da muss ich euch voll und ganz recht geben es werden nicht nur die kneipen schließen, nein auch die Nichtraucher werden früher oder später zu Kasse gebeten
    den es muss ja auch das Geld wieder reinkommen in die Stadt Kassen. Ergo der kleine dumme mann muss wieder zahlen damit die da oben gut leben können.

    Ich frage mich warum gehen wir nicht auf die Straßen und zeigen was wir wollen.

  • #13
    Fritz Wepper

    Das Rauchverbot.Juhu! Herzlichen Glückwunsch, Barbara!
    Jetzt wird es Zeit, endlich auch über das Pommesverbot, Softdrink-Maximalgrößen und erlaubte Sprechlautstärken zu diskutieren.

    Sollten sich auch nur die geringsten Anzeichen solcher Bestrebungen ankündigen, bitte ich die Ruhrbarone dringend, uns alle auf dem Laufenden zu halten, damit wir genau wissen, wer für uns die Welt wieder ein Stück schöner macht. Dann wird’s nämlich Zeit, in ein freies Land auszuwandern. Nordkorea oder so. Soll ja schön sein.

  • #14
    Hans Meier

    Herr Laurin, es gefällt mir was Sie vorhaben.
    Mal abgesehen von denen, die früher ihren Eltern größte Sorgen mit ihrem Ashram-Lebenswandel machten und nun als grün erleuchtete fanatische Ökokämpferinnen daherkommen.
    Die Realität wird sein, das ständig die „uniformierten Rauchmelder“ um die Häuser ziehen müssen, also Blockwarte spielen sollen, wo gleichzeitig auch noch der Bevölkerung in den Wohnungen stationäre Rauchmelder per Verordnung aufgezwungen werden.
    Wer da wohl an die Grünen gespendet hat?
    Derjenige hat grob kalkuliert, 18 Mio. Menschen in NRW, mindestens 5 Mio. Haushalte mal Rauchmelder macht einen Reibach von … das sind ja Milliarden!
    Ich ruf die jetzt mal an und komm mit denen ins Geschäft, für Geld machen die alles, ob Kanalabzocke oder Rauchmelder – was der Asbeck mit seinen Solaranlagen plus EEG hingekriegt hat, das zieht Nachahmer an.

  • #15
    Springorum

    Ignorieren das ganze.
    Freu mich schon wenn dann dereinst Ordnungsamt und ’ne Hundertschaft an einem Sonntagmorgen um 5 den Intershop stürmen.
    Dafür fang‘ ich gern wieder an zu rauchen.

  • #16
    Arnold Voß

    @ Springorum

    Ja, Protestrauchen ist eine gute Idee. Man muss es ja als Nichtraucher nicht auf Lunge machen. Aber als solidarische Geste hätte es was.

    Als Nichtraucher dann wegen Rauchen verhaftet zu werden, wie herrlich grotesk. Wohlmöglich von einem Polizisten der sich danach erst mal eine reinzieht. Verurteilt von einem Richter, der in der Mittagspause vor die Tür geht, um unbehelligt sein Zigarettchen paffen zu dürfen. Besser kann die Idiotie dieser Art von Politik nicht vorgeführt werden.

  • #17
    Peter Podewitz

    @8
    Werter Teekay
    Es geht nicht um Volkswirtschaft, sondern um Freizeitgestaltung. Festzumachen an Deinem Beispiel: „Und was ist mit positiven Nebeneffekten, also die Eckkneipe macht zu, aber der Club in der Innenstadt hat mehr Besucher?“. Wir dürften uns einig sein, daß der noch so muntere Rentner aus der Eckkneipe nicht den Club in der Innenstadt besuchen wird, aber seine Eckkneipe eben auch nicht mehr.
    Anders gesagt: volkswirtschaftlich wird vielleicht kein „weniger“ meßbar sein, individuell aber durchaus.
    Und nebenhin stelle ich nochmals die Frage, inwieweit Raucherkneipen bei einem parallel bestehenden Angebot an Nichtraucherkneipen eben diese Nichtraucher schädigen?
    Abschließend zwingt mich der Klugscheißer in mir darauf hinzuweisen, daß es oberflächLICHES und nicht „oberflaechiges Rauchverbot-Bashing“ heißen müsste. Kleinkariertes Oberlehrergehabe, ich weiß – und ich hasse mich selber dafür.

  • #18
    discipulussenecae

    Die Absicht, alle Abgeordneten hier namentlich und mit ihrem Abstimmungsverhalten zu nennen, ist gut und richtig. So werden die undurchsichtigen und von der jeweiligen Parteidisziplin vorgegebenen Abläufe endlich einmal deutlich und transparent.

    Bekanntlich hat es in keinem System je an Mitläufern gefehlt, die sich für ‚Die Sache‘ prostituiert haben. Ich meine damit nicht nur die IMs der DDR und die Blockwarte der Nazis, sondern auch in anderen Ländern verbreitete Verhaltensweisen. Also: Denunzianten aller Länder vereinigt Euch!

    Darüber hinaus gebe ich zu bedenken, daß die Damen (!) Kraft und Steffens das Rauchverbot federführend duchgesetzt haben. Soviel zu der auch in diesem Blog bisweilen vertretenen Ansicht, daß Frauen als solche schon eine bessere Politik machen würden.

    Und der Dortmunder SPD, die gegen ihren eigenen Wahlkampf gegen das Rauchverbot wieder einmal eingeknickt ist, rufe ich die fast zeitlos gültige Wahrheit zu: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

  • Pingback: Pottblog

  • #20
    theo

    Als ich noch selbst Kettenraucher war, da hat man solche Sachen dem „Markt“ überlassen. Jede Kneipe konnte selbst entscheiden. Resultat: die Kneipen, in denen nicht geraucht werden dufte, konntest du selbst in den Großstädten an einer Hand abzählen. Von selbst regelt sich da gar nichts.

  • #21
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Theo: Weil der Markt es in diesem Fall sicher nicht allein geregelt hat, gab es in NRW ein Gesetz, das dafür sorgte, das im größten Teil der Gastronomie ein Rauchverbot herrschte und die Interessen aller Gruppen berücksichtigt wurden. Was nun kommt ist Volkserziehung.

  • #22
    Freidenker

    In dem dankbaren Bewusstsein, nicht als kleiner, unerkennbarer Fleck auf den Bildern von Massenaufmärschen eines Reichsparteitagsgeländes unterzugehen, sondern als freier Bürger mit Sozialversicherungs- und Steueridentifizierungsnummer biometrisch erfasst auf staatseigenen Personalausweisen individuell abgebildet zu sein, greift der neue deutsche Unionsbürger zu seinem kindergesicherten Feuerzeug, nimmt sich verstohlen eine brandschutzoptimierte Zigarette aus dem Schächtelchen mit Steuerbanderole und Gesundheitswarnung, entzündet den teils subventioniert angebauten Qualitätstabak und inhaliert an einsamer Stelle unter rauchmelderfreiem Himmel verstohlen den Duft der weiten Welt.

  • #23
    Mirko

    Ich bin ganz nah bei der Meinung von Stefan und den Ruhrbaronen. Generell erst einmal ein Kompliment, dass Ihr Euch so schön vom Mainstream abgrenzt und Positionen veröffentlicht, die nicht jedem schmecken. Mir selbst oft genug auch nicht. Und das ist großartig!!
    Im Falle des Rauchverbots ist es einfach so, dass es absolut übers Ziel hinaus schießt. Ich selbst denke auch, dass es nur noch bedingt etwas mit Nichtraucherschutz zu tun hat. Zumindest kann ich die Argumentation, die seitens der Politik hingebogen wurde um Raucherklubs verschwinden zu lassen, nicht nachvollziehen. Wenn jemand einen Raucherklub eröffnen will, in dem nur Raucher arbeiten (oder Menschen, denen es egal ist), in dem nur Raucher eingelassen werden, niemand unter 18 Jahren reinkommt … das sollte als Nichtraucherschutz ausreichen.

  • #24
    Freidenker

    Dran bleiben, Stefan. Ich werde die Folgen der Volkserziehung am Beispiel der Szenekneipe „Schäfer“ in BOT verfolgen.

  • #25
  • #26
    Rouven

    Ein großes Lob für diese und andere Aktionen. Das Problem ist auch, dass Politiker sich nicht mit den Details beschäftigen und den Vorgaben folgen. Wie die WHO ihr Ziel „rauchfreie Welt“ seit Jahrzehnten vorbereitet hat und bewusst die unbedarften Nichtraucher vor den Karren spannt, kann jeder Interessierte nachlesen. Für mich ist es ein Skandal, dass so offensichtlich Gesetze über Fehlinformatinen durchgepeitscht werden können, nicht zuletzt mit Hilfe unserer Volksvertreter, die sich augenscheinlich herzlich wenig Gedanken machen. Raucher sollen aus dem öffentlichen Bild verschwinden. Der letzte große Clou bzgl. Innenräume war die Gastronomie. Es wird weitergehen. Wer noch glaubt, es handele sich um Nichtraucherschutz muss extrem unbedarft sein. Überdeutlich wurde erst ein Problem geschaffen, dass im Anschluss heroisch beseitigt wird um ein ganz anderes Ziel zu erreichen. Hinter dem ganzen Mainstream des Gutmenschentums und Gesundheitswahns stecken knallharte Geschäftsinteressen. Man kann nur hoffen, dass auch die Deutschen irgendwann wach werden, zumindest bevor alle zum Einheitsmenschen mutiert sind, und auf die Straße gehen.

  • #27
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Rouven: Klar wird es weitergehen. Aber am Ende werden die Tugendwächter wie immer scheitern. Der Mensch ist nicht zur Sittsamkeit gemacht. Wir erleben eine weltweite Welle des Neopuritanismus. Ich freue mich schon heute darauf, ihr Ende zu erleben 🙂

  • #28
    discipulussenecae

    @Stefan Laurin: „Der Mensch ist nicht zur Sittsamkeit gemacht!“ Eine Einsicht, die nahezu der gesamten philosophischen Tradition des Abendlandes widerspricht! Haben Sie dazu einen Gewährsmann?

    Auf jeden Fall wäre die These ein hübscher Ansatz gegen den von Ihnen zu Recht festgestellten Neupuritanismus, der sich auch in vielen anderen gesellschaftlichen Themen manifestiert: nächtliches Alkoholverbot an Tankstellen, Warnhinweise an bestimmten Lebensmitteln, emotionale Überhöhung des Vegetarismus, infantile Naturverbundenheit, gefühlte Ablehnung alles Militärischen, gendergerechte Sprache etc. pp. Kurzum: All das, was wir ‚Gutmenschentum‘ nennen.

  • #29
    Arnold Voss

    @discipulussenecae # 28

    Ich versuchs mal so:

    Auch der Philosoph kann seinem Körper letztlich nicht entkommen.Der aber kennt keine Sittsamkeit.

  • #30
    theo

    „SPD und Grüne setzen auf die Vernichtung sozialer Räume und setzen auf Neopuritanismus.“ (Stefan Laurin)

    Die Gründung einer Tea Party steht wohl unmittelbar bevor. 😉

  • #31
  • #32
    Obergrot

    Mich stört viel mehr, das „der“ Raucher dann daheim bleibt. Wo genau soll denn in Zukunft sich eine Menge gemütlich treffen? Ich finde es zwar durchaus sinnvoll, das das Rauchen stark eingeschränkt ist (selber Nichtraucher), aber man muss es nicht übertreiben. Und darum geht es wohl hauptsächlich, die Totale des Rauchverbots.

  • #33
  • #34
    Nansy

    Ich zitiere mal aus dem Blog „Herrenzimmer“:
    „Da werden die Lokale bald bersten vor Kundschaft, und die Wirte von Einraumkneipen werden erweitern müssen, was auch die marode Bauwirtschaft erfreut: Ab Mai 2013 ist das Rauchen in allen Gaststättenbetrieben in Nordrhein-Westfalen rigoros verboten…..“
    „Endlich können Mütter (gewordene oder noch werdende) ihren Sonntagsfrühschoppen qualmfrei abhalten können und fröhliches Babygeschrei übertönt Die Amigos in der Jukebox. Auf den Theken werden Tofubuletten stehen und vegane Eier zum Dinkel-Croissant gereicht, mit ayurvedischer Würze. Aus den Zapfhähnen wird Bioanal hektoliterweise sprudeln, wenn grüne Vorstadtbewohner ihre Passivenergiehäuser verlassen, um in Massen zum Kegelabend oder Dartspielen in die Kneipen zu ziehen,…“

    Schöner Beitrag, hier geht´s weiter:

    http://www.herrenzimmer.de/2012/11/23/gruene-zeiten-fuer-nichtraucher-in-nrw/

  • #35
  • #36
    theo

    Kurz vor dem Weltuntergang in NRW noch ein kleiner Literaturhinweis zur gefälligen Kenntnisnahme:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Rauchverbote_nach_Land

    Ihr solltet eure „Fair-Teer“-Bewegung internationalisieren. 😉

  • #37
    Eck

    Wert euch gegen dieses Gesetzt in dem ihr einfach weiter raucht. Macht es wie die Grünen und schert euch nicht um Gesetzte. Verbote sind dazu da um gebrochen zu werden.

  • #38
  • #39
    der, der auszog

    Only after the last pub has been closed
    Only after the last atmosphere has been poisoned
    Only after the last smoker has been caught
    Then will you find that die Grünen can be smoked in the pipe

    Erst wenn die letzte Knepe geschlossen,
    die letzte Stimmung vergiftet,
    der letzte Raucher gefangen ist,
    werdet ihr merken, dass man die grünen inne Pfeife rauchen kann

    (… frei nach westdeutsche Umweltbewegung)

  • #40
    Nansy

    @Stefan: und es werden offenbar immer mehr, die es lieben vorgeschrieben zu bekommen, wann sie den Klodeckel runter oder rauf machen sollen..

  • #41
  • #42
  • #43
  • #44
    Nansy

    Vielleicht können wir uns darauf einigen: Frau Steffens ist das fanatische Aushängeschild der Grünen, die von der heruntergekommenen SPD an der Macht gehalten werden?

  • #45
    Nansy

    Der Kommentar von Harald Martenstein in der „Zeit“ mit dem Titel „Gib der Maus einen Käfig, und sie wird uralt“ passt ganz gut zum totalen Rauchverbot in Nordrhein-Korea:

    http://www.zeit.de/2012/49/Martenstein

    Lange Zeit haben die Mainstream Medien den Volkserziehern die Stange gehalten. Jetzt haben sie den Salat und werden langsam wach – zu spät?

  • #46
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Nansy: „Nordrhein-Korea“ Ich verneige mich tief vor Dir – was für eine Idee 🙂

  • #47
    Nansy

    Stefan: zuviel der Ehre, ich wollte, mir wäre das eingefallen aber wie so oft kommen solche schönen Wortspiele aus der Feder des „Herrenzimmer“ Authors.

    Tatsächlich gibt es doch auch noch andere Übereinstimmungen zwischen Nordrhein-Korea und Nordkorea, nicht wahr? In Nordkorea müssen alle Wohnungen ein Propagandaradio installiert haben – in Nordrhein-Korea müssen alle Wohnungen einen Rauchmelder installiert haben 😉

  • #48
    Norbert

    @ 47

    Was für ein Schenkelklopfer … 🙁 Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun. Da wäre es schon naheliegender aus http://www.derwesten.de/staedte/bochum/poebelnder-raucher-schlaegt-in-bochumer-u-bahn-mann-zusammen-id7354635.html etwas herzuleiten, was die Gefahr belegt, die von Rauchern ausgeht. Aber auch das fände ich zuweit hergeholt.

    Mal abgesehen davon, dass ich nicht erkennen kann, was die Erhöhung der allgemeinen Sicherheit so schlimmes an sich hat.

  • #49
    Nansy

    @ 48

    Freut mich dass ich dich amüsieren konnte, obwohl mir der Verdacht kommt, dass Du nicht wirklich amüsiert bist 😉
    Was die Gefahr betrifft, die deiner Meinung nach von dieser oder jener Gruppe von Menschen mit anderen Lebensgewohnheiten ausgeht, kann ich dir aushelfen:
    http://www.shortnews.de/id/839263/Anti-Raucher-wollte-Nachbar-wegen-einer-Zigarette-vom-Balkon-werfen
    Und was ist damit bewiesen? Militante gibt es auf beiden Seiten? Ist ja ein richtiger Schenkelklopfer … 🙁

    Was die „Erhöhung der allgemeinen Sicherheit“ angeht, stelle ich fest, dass es immer mehr Leute gibt, die offenbar nicht mehr selbstständig entscheiden wollen, wie sie ihr Leben in den Griff kriegen – sie erwarten geradezu, dass der Staat das für sie erledigt und ihnen vorschreibt, wann sie den Klodeckel hoch oder runter machen sollen.
    Ich habe im Ausland selber erlebt, wie diese Leute am Anfang völlig verunsichert waren, weil ihnen niemand vorgeschrieben hat, wie sie unter den geänderten Lebensbedingungen zurechtkommen sollten. Beruhigend war allerdings auch, dass diese Leute sich sehr schnell zurechtgefunden haben in einer Situation ohne staatliche Rundumfürsorge.

  • #50
    Rouven

    http://www.ksta.de/ehrenfeld/bar-schliessung-heisse-ehrenfelder-naechte-im–simrock-,15187506,21030894.html

    http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/erster-raucherclub-hamm-kapituliert-neuen-nrw-nichtraucherschutzgesetz-2680818.html

    http://www.wa.de/nachrichten/kreis-warendorf/drensteinfurt/januar-stellt-traditionsgasthaus-amigos-drensteinfurt-seinen-betrieb-2681949.html

  • #51
    Norbert

    @ 50
    Außerdem befürchte er, dass das strikte Rauchverbot, das die rot-grüne Landesregierung für Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebrach hat, sich auf den Umsatz auswirken wird.
    Er befürchtet, wissen tut er’s nicht.

    Solange ja nur die Raucher-Gastro schließt und das auch ohne die Auswirkungen des Nichraucherschutzes spricht es doch eher dafür, dass Raucher-Gastro eine aussterbende Gattung ist.

  • Pingback: “Nichtraucherschutzgesetz bevormundet Raucher, zerstört Existenzen und wird Unfrieden stiften” | Ruhrbarone

  • #53
    der, der auszog

    Am 28. September 2013 macht in Gelsenkirchen nach 40 Jahren das „Café Arminstraße“ dicht.

    „Die Inhaberin Marina Schiffelholz schließt wegen ausbleibender Einnahmen durch das Nichtraucherschutzgesetz.“ kann man im Lokalteil der WAZ entnehmen.

    hier der komplette Artikel:
    http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/cafe-arminstrasse-in-gelsenkirchen-schliesst-nach-40-jahren-id8461584.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.