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NRZ: Genossen rufen zum Zeitungsboykott auf

Weil ihnen die kritische Berichterstattung um den Abriss eines alten Schwimmbades nicht passte, rufen SPD-Mitglieder aus Moers zum Boykott der zur WAZ-Gruppe gehörenden NRZ auf. Allerdings nicht als Sozialdemokraten sondern als engagierte Bürger, die sich um die Qualität der Medien sorgen.  

Moers. Eine Stadt die sich um ihre Bürger sorgt. Als 2008 bekannt wurde, dass das Sportzentrums Rheinkamp baufällig war, handelte die Stadt rasch: Das marode Bad wurde geschlossen und schnell ein Neubau beschlossen. Blöd nur, dass das neue Bad wohl unnötig war und die Bauverwaltung der Stadt das auch so sah, aber schwieg. Denn heute scheint klar: Das alte Bad war nicht so marode wie angenommen. Eine Schließung überflüssigGrundlage der Schließung: Ein Gutachten des Skandal-Anwalts und SPD-Spenders Vauth.

Die NRZ berichtete ausführlich über die Geschehnisse und deckte die Verschwendung der Steuergelder auf – und sparte nicht mit Kritik am Moerser SPD-Bürgermeister Norbert Ballhaus.

Soweit so gut: Politik macht Mist, es wird gekungelt, Zeitung deckt auf.  Nicht jedoch für Anja Reutlinger, Bildungsobfrau in der SPD-Moers. Sie hat, zusammen mit anderen SPD-Mitgliedern, nun zum NRZ-Boykott aufgerufen:  „Was uns nicht gepasst hat ist eine unsachliche Darstellung der Vorfälle um das Schwimmbad. Die NRZ  bringt Politiker in Verruf und schreibt über eine Amigo-Affäre in Moers, die es so nicht gibt“, sagt Reutlinger diesem Blog. „Uns geht es nicht darum eine Zeitung kapput zu machen, aber da wird nicht mehr sachlich gearbeitet und es geht in Richtung Boulevard. Die Verbraucher sollen ihre jetzt Macht nutzen.“ Reutlinger betont, dass ihre Initiative rein privat sei: „Es ist mein persönliches Interesse. Ich machen das nicht als SPD-Mitglied.“

Das wäre auch peinlich, denn der Moerser Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann, gehört zu den führenden Medienpolitikern seiner Partei und sitzt als Bundestagsabgeordneter im Medienausschuss und ist dort Sprecher der Sozialdemokraten. Eine Zeitung durch Druck auf Kurs zu bringen – das kann, zumindest nicht offiziell, SPD-Politik sein. Ehrmann bestreitet in einer Mail an NRZ-Chef Rüdiger Oppers, die uns vorliegt, ebenfalls, dass es eine SPD-Kampagne gegen die NRZ gibt:

Es gibt keine Kampagne des SPD Stadtverbandes Moers und der in ihm zusammengeschlossenen Ortsvereine, die dazu aufruft, Abos der NRZ zukündigen. Dies erkläre ich ausdrücklich auch im Namen der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden von Moers (I. Yetim) und Rheinkamp (M. Rosendahl).
Oppers und die NRZ haben nicht vor, sich dem Druck zu beugen – obwohl die Kampagne Wirkung zeigt und erste Abos gekündigt wurden. Oppers in seiner Antwort an Ehrmann:
Als Chefredakteur einer traditionsreichen Zeitung, die immer der Meinungsfreiheit verflichtet war, werde ich alles daran setzen, die Journalistische Unabhängigkeit meiner Zeitung gegen Manipulationen der Moerser SPD zu verteidigen und bin entschlossen, sowohl die SPD Gremien in Land und Bund mit den Vorgängen zu befassen, ebenso die Medienaufsicht. Es ist bedauerlich, dass diese Vorkommnisse in den Zuständigkeitsbereich des Vorsitzenden des Medienausschuss des Deutschen Bundestags fallen.
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44 Kommentare zu “NRZ: Genossen rufen zum Zeitungsboykott auf

  • #1
    Claus Peter Küster

    Zum inakzeptablen Angriff auf die Pressefreiheit!

    Wer eine Zeitung kündigt, weil ihm eine bestimmte Berichterstattung und Meinung nicht gefällt, müsste logischer und konsequenterweise auch die Partei gleich kündigen wenn ihm etwas nicht passt.
    Tag täglich setzen in vielen Ländern dieser Welt Journalisten ihr Leben aufs Spiel, um für die (hier Grundgesetz geschützte) Pressefreiheit einzutreten.
    In unseren Breitengraden wird wohl jetzt mit einer Kampagne versucht, auch persönliche Existenzen von Menschen zu zerstören, deren Berichterstattung und Meinung gerade mal nicht in ein verqueres Weltbild, begründet in 53 Jahren Alleinherrschaft (1946-1999) der SPD Moers, passt.

    Wem das nicht gefällt, sollte ehrlicherweise selbst einen Zeitungsverlag gründen um als 4. Macht im Staate zur Meinungsvielfalt beizutragen. Damit wird jedoch zu unser aller Glück immer noch nicht die Meinungs- und Berichtsvielfalt unterdrückt und eingedämmt.

    Wer an den Fundamenten der Pressefreiheit rüttelt, diese auf perfide und undemokratische Art und Weise ansägt und in fast krimineller Art und Weise der Nötigung, durch Aufruf zum Boykott, die Pressefreiheit kippen will, der rüttelt auch den den Fundamenten der Gesellschaft, verstösst somit ganz vehement gegen die guten Sitten und beschädigt den auch ihn beschützenden Mantel unseres Grundgesetzes.

    Letztendlich: Nur freie Kommunikation (dazu gehört auch die 5. Macht Macht im Staate – das Internt), weitestgehende Information und dauerhafte Transparenz dienen der aktiven Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe, der Unabhängigkeit und bietet die Freiheit von Einflussnahme von Wirtschaft, Staat und Politik!

    Claus Peter Küster
    Vors. FBG-Fraktion

  • #2
    Jürgen Dressler

    „Es ist bedauerlich, dass diese Vorkommnisse in den Zuständigkeitsbereich des Vorsitzenden des Medienausschuss des Deutschen Bundestags fallen.“ Das ist ein typischer NRZ-Oppers. Seine oberflächlichen, mehr kommentierenden Parforceritte über lokalpolitische Ereignisse und seine Anbiederungen gegenüber Landes- und Bundespolitikern ist einfach nur noch eine journalistische Ekeligkeit.
    Im Wissen darum, daß die Blätter der WAZ-Gruppe lediglich Käseblattniveau besitzen, schreiben dessen Redakteure in einer ubiquitären Überheblichkeit und Borniertheit, welche dem journalistischen Anspruch auf eine gut recherchierte und ausgewogene Berichterstattung unwürdig ist. Insbesondere der Herr Oppers gehört zu der Spezie von Schreiberlingen, denen eine Unterscheidung zwischen Kommentaren und Berichterstattungen völlig fremd ist. Er meint damit, trotz der medialen Unbedeutsamkeit seines Blattes an politischen und gesellschaftlichen Ereignissen relevant mitwirken zu können. Weit gefehlt, er kann nur kleine, armselige Lokalpolitiker erschrecken. In der deutschen Medienlandschaft spielt dieser Herr glücklicherweise keine Rolle.

  • #3
    Anja Reutlinger

    wie wäre es mit vernünftiger Recherche? Fairer aber sehr kritischer Journalismus ist die Basis jeder funktionierenden Demokratie. Das muss manchmal auch weh tun. Der jetzt vorliegende Artikel spiegelt jedoch den Boulevard-Journalismus wieder, wie wir ihn ablehnen. Zur Klarstellung: Einzig und allein mein Mann Wolfram und ich haben unsere Kündigung der NRZ öffentlich gemacht, dies ist eine Privataktion, von der weder SPD- noch städtische Funktionäre gewusst haben.
    Seid so gut und bietet ein ehrliches und umfassendes Forum, bevor ihr anfangt, zu deuten!

    Anja Reutlinger

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Anja Reutlinger: Ich habe geschrieben, dass Sie sagen, der Boykott sei eine Privataktion. Ich sehe allerdings eher in dem Gutachten von Vauth, seiner natürlich zufälligen Spende und der Mauschelei um das Sportzentrum ein Problem als in der Berichterstattung der Kollegen der NRZ und der Rheinischen Post. Den Auswirkungen eines Ruhrbarone-Boykottaufrufs Ihrerseits sehen wir gewohnt entspannt entgegen.

  • #5
  • #6
    Claus Peter Küster

    Vielleicht muß ja erst ein Gutachter oder ein Rechtsanwalt konsultiert werden, der jedoch an den Fakten kaum rütteln kann:
    http://www.derwesten.de/staedte/moers/Partei-stellt-sich-gegen-NRZ-Boykott-id4948530.html

  • #7
  • #8
  • #9
    Jürgen Dressler

    #4 Stefan Laurin
    Ihr Beitrag läßt die Vermutung zu, einen parteipolitischen Angriff gegen die NRZ zu kritisieren. Der nun unter #4 stärker betonte Aspekt „Vauth und …“ stellt nur eine Randnotiz dar. Der mehr als legitime Anspruch, hier auf presserechtliche Grundsätze zu verweisen, kann von keinem verneint werden und und muß für jeden als einer der höchsten Güter unsere Demokratie gelten.
    Aber die Wahrung dieses Gutes verlangt von der journalistischen Seite auch eine klare Trennung von sachgerechter, umfassender und ausgewogener Berichterstattung und der subjektiven Meinung eines Journalisten durch Kommentierungen. Und Herr Oppers leidet hier immer wieder an einer Prinzipienlosigkeit, die zu diesen Ärgerlichkeiten immer wieder führen. Und dann ist dieser Herr auch noch beleidigt und will trotz eigener Verstöße presserechtliche Schritte begehen.
    Es muß doch an einer „journalistischen Besonderheit“ dieser Zeitung liegen, daß ihr die Leser massiv abhanden kommen, nicht nur in Moers, erst recht in Duisburg.

  • #10
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jürgen Dressler: Offensichtlich ist Herr Vauth ein Mensch, der sich auch durch finanzielle Zuwendungen an Parteien um die Demokratie verdient macht. Zur Trennung von Berichterstattung und Kommentar – mit der zunehmenden Kompetenz der Leser halte ich die ehernen Gesetze der Nachkriegszeit für nicht mehr ganz so bedeutend. Ich mag lieber Zeitungen und Magazine, in denen diese Trennung nicht mehr ganz so starr ist. Ausgewogen? Sagen wir lieber fair – ausgewogen gibt es nicht. Wer Ausgewogenheit vorspielt, belügt die Leser – dann lieber offen zeigen wo man steht und rein in die Diskussion – gerne auch mit den Lesern wie hier im Blog. (Ich diskutiere aber auch an anderer Stelle mit den Lesern wenn es technisch möglich ist – bie cicero.de geht das zum Beispiel. Bei der WamS leider nicht, weil die Kommentarfunktion bei den Artikeln aus den Regionalausgaben deaktiviert ist.)
    Zu den Problemen der NRZ auf dem Markt in Duisburg: Ich kenn die Zahlen nicht. Mal von den Problemen abgesehen, die alle Zeitungen haben: Die Situation auf dem Ruhrgebiets-Markt ist geprägt durch hohe Arbeitslosigkeit, einem niedrigen Bildungsniveau und einem Wandel in der Bevölkerungsstruktur. Das macht die Vermarktung von Medien im Ruhrgebiet zu einer schwierigen Sachen. Und in Duisburg, dem Armenhaus des Ruhrgebiets, ist es noch einmal schwieriger. Wir leben hier nicht in Bayern oder Baden Würtemberg. Wie titelte die FAZ vor kurzem so treffend zum Thema Ruhrgebiet: „Deutschlands Zukunft wohnt hier nicht mehr“ Dafür hatten wir Ministerpräsidenten die lustig waren und Skat spielen konnten – ist doch auch was.

  • #11
    Heiko Fenster

    Die Berichterstattung der NRZ/WAZ im Lokalteil in Moers bringt mein Meinungsbild ( angesichts der Eigentümerstruktur der WAZ-Gruppe ) ins wanken ! Quatsch, was Moers angeht hat sich meine Meinung revidiert.
    Morgen früh kaufe ich jede NRZ beim Bäcker ! Vielleicht kann ich auch noch jemanden überzeugen ein Abo zu bestellen, damit Frau Reutlinger keinen Erfolg mit Ihrem ( versuchten ) Anschlag auf die Pressefreiheit hat !

  • #12
    Anja Reutlinger

    Es ist schon eigenartig, mit welchen Methoden und welcher Wortwahl Journalisten, die bei der Kritik anderer alles andere als zimperlich sind, mit den Menschen umgehen, die wagen, sie, die Journalisten zu kritisieren.

    So behauptet Herr Oppers, wir wollten „möglichst viele Leser nötigen, ihr Abonnement zu kündigen“. Wie bitte haben wir andere „rechtswidrig, mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung (ge)nötigt“ (§240 StGB)?
    Wahrheitswidrig wird zudem behauptet, wir hätten dies als „Moerser Sozialdemokraten“ getan. Richtig ist vielmehr, was die Vorsitzenden des SPD-OVs Rheinkamp und des SPD-Stadtverbandes Moers der NRZ und wir selbst Herrn Oppers in unserem Schreiben = E-Mail vom 09.08.2011 mitgeteilt haben:

    „Unseren Brief vom 7.8.2011 mit der Kündigung des NRZ-Abonnements haben wir am Sonntag, dem 7.8.2011 in Kopie und per E-Mail als Privatpersonen und nicht in irgendeiner SPD-Funktion an Freunde und Bekannte verteilt. Wir haben dieses Schreiben und seine Verteilung auch mit keinem SPD-Funktionsträger abgestimmt. Im Übrigen auch mit keinem Mitglied der Moerser Stadtverwaltung.“

    Ist es eine Bedrohung der Pressefreiheit, wenn Abonnenten ihren Unmut über mangelnde journalistische Sorgfalt und Qualität kundtun? Darauf gehen leider weder Herr Oppers noch Herr Passon in ihren Beiträgen ein.

    Wir haben nicht die kritische Berichterstattung zu Vorgängen wie „Gutachten Vauth“ oder Rheinkamper Bad gerügt, sondern uns in einer differenzierten und ausführlichen Begründung dagegen verwahrt, dass diese Vorgänge, zu denen man sachlich unterschiedlicher Meinung sein kann, in einen Zusammenhang von Filz und Korruption von der Größenordnung der Amigo-Affäre gebracht wurden und werden, ohne dass hierfür auch nur annähernd hinreichende Fakten benannt wurden. Die damit verbundene ehrverletzende Diskriminierung demokratisch gewählter Amtsträger, mit denen wir übrigens in keiner Weise verwandtschaftlich, beruflich oder sonst verbunden sind, können und wollen wir nicht mehr durch ein Abonnement unterstützen. Wir können es auch als engagierte Moerser Bürger nicht mehr ertragen, wie diese schöne Stadt systematisch geschädigt wird.

    Damit sich die Leser selbst ein Bild machen können, empfehlen wir, den Artikel
    Herrn Passons vom 06.08.2011 „Methode Eichhörnchen“ zu lesen http://www.derwesten.de/staedte/moers/Methode-Eichhoernchen-id4935543.html und hierzu unseren die Pressefreiheit gefährdenden Kommentar in unserem Brief an Herrn Oppers vom 09.08.2011:

    „…Vielleicht hätten wir diesen Brief auch überhaupt nicht verteilt, wenn wir nicht aus dem Kommentar von Herrn Passon in der NRZ vom 6.8.2011 mit der Überschrift „Methode Eichhörnchen“ den Eindruck hätten gewinnen müssen, dass die Kampagne aus unbewiesenen – und wie Herr Passon selbst einräumt, „wohl kaum zu beweisen“(den) –Verdächtigungen ad infinitum fortgesetzt und der Schaden für die Stadt Moers und ihre Bürger damit immer weiter vergrößert werden sollte.
    Zitat: „Genau deshalb ist es aber wichtig, diese quälende Geschichte weiterzuerzählen, auch wenn nicht jede neue Info den Durchbruch bringt“.

    Wenn Sie unser Schreiben vom 7.8. als „sehr emotional“ bezeichnen, wie bewerten Sie dann den genannten Artikel von Herrn Passon?
    Zitat: „Das Bild ist jämmerlich…..blasser und fahriger Auftritt….chaotisch“(e) Wirkung
    (Hervorhebungen von uns)
    Den letzten Ausschlag hat dann die Verknüpfung der Moerser Vorgänge mit dem Kindesmissbrauch am Pappelsee gegeben:
    Zitat: „Sprachlos macht auch Kamp-Lintfort….“(Hervorhebung durch uns)

    Wir gestehen, dass uns ein solches Nebeneinanderstellen von ggf. auch kritisch zu würdigendem Verwaltungshandeln mit abscheulichen Vorkommnissen in der Tat emotional berührt. Und wir stehen auch weiterhin zu der einzigen Emotionalität in unserem Schreiben vom 7.8., der Empörung über die wiederholte Rückung von evtl Moerser Affären in den Rang von „Amigo“-Geschäften. Das und nicht Entscheidungen von Amtsträgern, die sich immer auch sachlicher Kritik stellen müssen, hat den Image-Schaden für Moers verursacht. …“

    Anja und Wolfram Reutlinger

  • #13
    Helmut Junge

    @Jürgen Dressler
    „er kann nur kleine, armselige Lokalpolitiker erschrecken. In der deutschen Medienlandschaft spielt dieser Herr glücklicherweise keine Rolle.“
    Interessanter Satz Herr Dressler. Erwarten Sie, daß Artikel „dieses Herrn“
    auch in die „deutsche Medienlandschaft“ hineinreichen könnten?
    Oder glauben Sie Ihre Herabwürdigung der WAZ-Gruppe wäre schon ein Beweis für die Unrichtigkeit des Artikels?
    Das ist nämlich nicht der Fall und Sie als erfahrener Politiker wissen das auch.
    Um den Artikel als unrichtig einzustufen, müssen die in ihm enthaltenen Verdachtsmomente ausgeräumt werden. Alles andere ist kalter Kaffee.
    Außerdem ist es für die Politiker ganz wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern ihre Maßnahmen so zu verkaufen, daß die sie akzeptieren. Solche Nacht und Nebelaktionen mit Sicherheitsbegründungen müssen besonders glaubwürdig begründet werden.
    Bei der Schließung des Tropenhauses in Hamborn gab es von ihrem Ex-Kollegen Greulich auch plötzliche Sicherheitsbedenken, die aber von kaum jemanden geglaubt werden. So wird Politik wohl nie wirklich funktionieren. Früher waren die Bürger leichter zu überrumpeln. Heute muß man halt überzeugen.
    Blöd für die Politiker ist, daß das immer seltener gelingt.
    Und jetzt fangen die Medien auch noch an zu fragen, warum das nicht gelingt.
    Früher waren Sie froh, wenn diese Medien „auf Käseblattniveau“ gut über Sie geschrieben haben. Diesem „Käseblattniveau“ haben Sie immerhin Ihre politische Karriere zu verdanken.

  • #14
  • #15
    Georg Kontekakis

    @Stefan.

    Super Sache. Rau.

    Er konnte keine bedeutende Rede halten in seinem langen Leben. Dabei hatte er jedes wichtige Amt im Land – bis auf Kanzler.

    Aber wir erinnern uns an ihn als Skat-Spieler der mehr Witze kannte als Lübke. 🙂

    Auch ne Karriere.

    Herzog hatte keine tausend Ämter, konnte aber mit der Ruck-Rede ins kollektive Gedächtnis einziehen.

  • #16
  • #17
    Petra Gerhards

    Die Angriffe von Jürgen Dressler gegen Herrn Oppers finde ich schon recht aggressiv und ich kann ihren Hintergrund nicht beurteilen, aber gut ist, dass hier jemand nicht gleich – was ja so leicht und auch billig ist – ins Horn das Lied vom Ende der Pressefreiheit bläst.

    Die Kritik an der Qualität der Moerser Lokalberichterstattung halte ich auf jeden Fall für berechtigt (bin kein SPD-Mitglied). Ausgewogenheit in der Berichterstattung vermisst man nicht nur im vorliegenden Fall, die „Unterscheidung zwischen Kommentaren und Berichterstattungen“ geht der NRZ im aktuellen Fall ganz offensichtlich ab. Sogar die eher CDU-nahe Rheinische Post bemüht sich um eine objektivere Darstellung der Sachverhalte.

    Herr Küster sollte mal darüber nachdenken, ob ein Journalismus auf mäßigem Niveau nicht eher die Macht der 4. Macht im Staate untergräbt, als die Abo-Kündigung kleiner, verärgerter Parteipatrioten – auch wenn Herr Passon ihm von der Seele schreibt.

  • #18
  • #19
    Werner Jurga

    @ Anja Reutlinger (# 12):
    „Moerser Sozialdemokraten“, „ehrverletzende Diskriminierung demokratisch gewählter Amtsträger“, „engagierte Moerser Bürger“, „schöne Stadt“, „Moerser Vorgänge“, „Image-Schaden für Moers“, …
    Was für ein Provinz-Mief!

  • #20
    Claus Peter Küster

    @Petra Gerhards: Auf welchem „Niveau“ auch immer berichtet wird, ist zweitrangig, wenn Sachen aufgedeckt werden könnten, die Sie und ich, die wir alle unnötigerweise bezahlen müßten und das auch noch ggf. gegen den mehrheitlichen Willen der Bürgerschaft.

    Und auch wenn die Presse mir nicht „von der Seele schreibt“, so ist immer das offene Gespräch mit allen Beteiligten gesucht und gefunden worden.

    @Jürgen Dressler: Wo bleiben die Fakten?

    @Familie Reutlinger: Sie bleiben die kurze und knappe Antwort schuldig: Haben sie eine SPD-Veranstaltung zum Boykottaufrauf genutzt? Ja oder Nein?

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  • #22
    Jürgen Dressler

    #13 Helmut Runge
    Mein Beitrag soll meine Erfahrungen mit der besonderen journalistischen Fähigkeit des Herrn Oppers wiedergeben, eben diese journalistischen Unart, Berichterstattung und Kommentar zu vermischen. Da bin ich, lieber Stefan Laurin, immer noch anderer Meinung, auch wenn dieser Trend bei vielen Journalisten erkennbar ist.
    Aber dann müssen sie auch mit einer ebenso kritischen Auseinandersetzung über ihre journalistischen Fähigkeiten rechnen, welche einige dann als Angriff auf „die Pressefreiheit“ sehen. Sich mit ihrer Subjektivität hinter einer Berichterstattung zu verstecken, um damit nicht angreifbar zu sein, ist journalistischer Frevel. Dieses gilt es genauso zu bekämpfen wie die politische Sichtweise, nur von angenehmer Berichterstattung begleitet zu sein. Und die Fraternisierung von Presse und Politik ist viel fortgeschrittener, als es unserer Demokratie gut tut.
    Zu den lokalpolitischen Hintergründen kann und will ich nichts sagen, dafür fehlen mir die Kenntnisse und der Wille, über (#19)“Was für ein Provinz-Mief“ nachzudenken.

  • #23
    Jürgen Dressler

    #Stefan Laurin
    Mir hat ihre Aussage zu Rau gutgefallen.
    Dieser Politiker war ein „Gutmensch-Diktator“. Mit politischer Inhaltslosigkeit hat er die politischen „Plebejer in der SPD und im Volk“ zugemüllt, hat mit flächendeckenden Programmen die „Gleichschaltung“ der Kommunen erreichen wollen und gleichzeitig von der Vielfalt des Landes gesülzt.
    Dieser Mann wäre auch zu anderen Zeiten mit seiner Art zu persönlicher Bedeutung gelangt, dafür war zu eitel und unpolitisch.

  • #24
    Helmut Junge

    @Werner Jurga,
    Provinz-Mief? Stimmt, auf die benutzte abgegriffene Sprache bezogen.
    Aber politisch ist es ein Provinz-Mief mit ernstem Hintergrund, der allerdings noch im Dunst von Nebelkerzen verborgen ist. (Hamlet hat es gerochen)
    Die Akteure haben es aber in der Hand, diesen Nebel aufzulösen. Vielleicht ist alles gesetzmäßig zugegangen, doch harmlos ist die Sache sch deswegen nicht, weil Überrumpelungen nun mal Mißtrauen wecken.
    Das jetzt sogar die NRZ investigativen Journalismus betreibt, sehe ich übrigens mit Freude.

  • #25
    Helmut Junge

    #22 Jürgen Dressler,
    Herr Dressler, der NRZ-Journalist Oppers liegt entweder richtig mit seiner kommentarähnlichen Berichterstattung zu diesem Thema, oder er schreibt Falsches. Aber weder Sie noch ich sind als Außenstehende zum jetzigen Zeitpunkt in der Lage, das zu beurteilen.
    Trotzdem beziehen Sie Stellung zugunsten Ihrer Parteifreunde und gegen den Journalisten.
    Das bedeutet für mich, daß Sie nichts zur Aufklärung des Sachverhaltes beitragen, und das auch möglicherweise nicht wollen.
    Zur Aufklärung beitragen, können überdies schließlich nur diejenigen, die in die Vorgänge eingeweiht sind, und vielleicht auch diejenigen, die Zugang zu den Akten haben.
    Das werden wir im Laufe der Zeit sehen.
    Was Sie aber machen, indem Sie sich zu Gunsten einer Seite positionieren, führt höchstens zur Erschwerung dieser Aufklärung.
    Mag sein, daß Sie Herrn Oppers gegenüber noch ältere Rechnungen offen haben, mag sein, daß Sie diese Art des investigativen Journalismus tatsächlich nicht mögen,
    aber andererseits sind Sie ja auch Meister in der Verwendung von politischen Nebelkerzen, was aus meiner Sicht eine wichtige politische Begabung ist.
    Jedenfalls stufe ich Ihre Beiträge als Nebelkerzen ein.

  • #26
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Helmut: Aus den mir vorliegenden Mails geht hervor, dass alle Versuche die NRZ vor Gericht zu stoppen kläglich gescheitert sind. So falsch scheinen die Kollegen also nicht zu liegen.

  • #27
    Helmut Junge

    @Stefan,
    aber bis die Sicht auf die Ereignisse ganz klar ist, werden noch einige ergänzende Angaben nötig sein. Ich halte es für schwierig, solche Geschichten ganz und richtig zu durchleuchten. Es sei denn, es erzählen Beteiligte aus dem Nähkästchen.

  • #28
    Mir

    Nur mal so dahin hingeworfen ohne mich da einzumischen oder Partei zu ergreifen.
    Ein Journalist im Vorstellungsgespräch bei einem Lokalblättchen wird nach der Befragung seiner Vita vor allem zu aktuellen parteipolit. Themen in der Landschaft befragt, um zu wissen wo er denn steht und ob er zur Zeitung passt. Reiner Alltag.

    Ein kungeln zwischen Lokal-Journalisten und Politiker, Funktionäre die Karriere-Leiter rauf und runter auf lokaler Ebene ist im übrigen gang und gäbe. Ein investigativer Journalist hat auch Interessen, fragt sich nur wo und was und wofür.

  • #29
    Helmut Junge

    #28 Mir,
    stimmt, trotzdem bin ich für investigativen Journalismus.
    Auch ich mische mich nicht ein, und ich ergreife auch keine Partei, bevor da ein paar Fakten deutlicher sind.
    Allerdings kenne ich den Herrn Dressler ein wenig.
    Eine faszinierende Persönlichkeit. Die meisten, die ihn kennen, halten ihn für jemanden, der viel zu offen seine Meinung äußert, andere denken, daß er Nebelkerzenwerfer wäre. Ich habe schon beides gedacht. Hier, bei den Ruhrbaronen, hat er aber immer, wenn er kommentierte, vermieden etwas zu sagen.

  • #30
    Freddy Driesen

    Reine schadensbegrenzung, klar, offiziell war es nicht, es war nur eine Mitteilung an die Freunde, … Ich zieh mir auch die Hose mit der Kneifzange an. Was in Moers so passiert ist echt peinlich, schlimm, das ich so was mal gewählt habe!

  • #31
    Anja Reutlinger

    Schön, dass Euer Blog funktioniert: der Westen hat unsere kritischen Beiträge gelöscht bzw. erst gar nicht veröffentlicht,die in diesem Blog weiterhin stehen können. Soviel zur Meinungsfreiheit im blog der NRZ/WAZ!

    Für Interessierte: Unser Kündigungstext ist auf meiner facebook-Seite zu finden.

  • #32
    Michael W.schmidt

    .. und ich dachte jahrelang, daß die NRZ / Waz die Hauspostille der Sozen wäre.

  • #33
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Anja Reutlinger: Sie können Ihren Kündigungstext auch hier als Kommentar posten.

  • #34
    Freddy Driesen

    @ frau Reutlinger, was nützt die Veröffentlichung auf der facebookseite, diese ist nicht öffentlich, wenn man nicht in der freundesliste ist, sieht man nichts. Was mich interessiert ist warum sie gerade auf der veranstaltung solche schreiben verteilt haben und warum man dann auf einmal zurückrudert um den schaden zu begrenzen.

  • #35
    Werner Jurga

    @ Helmut Junge (# 24):
    Mein Wort vom „Provinzmief“ bezog sich allein auf Sprachliches. Das von Anja Reutlinger benutzte Vokabular verriet m.E. nicht nur eine inhaltliche Fixiertheit auf ihre Stadt, was in diesem Fall ja einigermaßen verständlich wäre. Sondern auch eine allgemeines Fixiertsein auf Moers und dessen sozialdemokratisches Parteiestablishment (sowie seine tatsächlichen und vermeintlichen Gegner).

    Zum Vorgang selbst habe ich keine Stellung bezogen. Um dies nachzuholen: er reicht nicht gut. Und selbst wenn die NRZ-Redaktion nicht ganz richtig liegen sollte, wäre die Reaktion der Eheleute Reutlinger nicht sachadäquat, sondern borniert. Diese Borniertheit erklärt sich freilich aus der besagten Provinzialität.

  • #36
    Werner Jurga

    @ Anja Reutlinger (# 31):
    Ich halte es für äußerst problematisch, die „Meinungsfreiheit“ im Internet-Portal der WAZ-Gruppe („der Westen“) in Zweifel zu ziehen. Nun kenne ich nicht Eure von der Moderation gelöschten Beiträge und erst recht nicht die Motive der Onlineredaktion. Nur prinzipiell gilt: „der Westen“ ist ebenso wenig zur „Meinungsfreiheit“ verpflichtet wie die Ruhrbarone oder jedes andere Publikationsorgan. Für meinen Geschmack – dies bezieht sich freilich nicht auf Eure mir unbekannten Kommentare – lässt „der Westen“ eher zu viel als zu wenig Kommentare online stehen. Was da mitunter an Pöbeleien, Antidemokratischem und Unmenschlichem zu finden ist!
    Deine (ich wähle mal das unter Genossen übliche „Du“) Bemerkung jedoch ist dazu geeignet, die Assoziation zu wecken, die WAZ-Gruppe sei gleichsam eine Gegnerin der „Meinungsfreiheit“. Nochmal: für die NRZ, WAZ und alle anderen gilt der Tendenzschutz; und ich finde, in den Zeitungen der WAZ-Gruppe kommt ein ziemlich breites Spektrum zu Wort. Und klar ist: die Meinungsfreiheit wie auch alle anderen Menschen- und Bürgerrechte sind bei NRZ und WAZ gut aufgehoben! Dies sollte auch im Streit nicht in Zweifel gezogen werden.

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  • #38
    Claus Peter Küster

    Wie die Moerser Genossen mit Fragen umgehen (sie ignorieren diese und/oder bleiben Antworten schuldig) sieht man nicht nur in diesem Block, sondern auch in der „Beantwortung“ der 20 Fragen zur abrupten Schließung des in Rede stehenden Sportzentrums, die ich nur als normaler Bürger mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetztes NRW (IFG) stellen konnte, da uns als Fraktion keine entsprechenden Antworten gegeben wurden:
    http://www.scherpenberg.de/htm/modules.php?name=News&file=article&sid=1808

    Weitere Antworten bzw. logische Schlußfolgerungen haben dann zum Glück hartnäckige Journalisten recherchiert, so auch im Falle des parteiorganisierten NRZ Boykottaufrufes:
    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2011/08/10/lokalzeit_duisburg.xml?noscript=true&offset=40&autoPlay=true&#flashPlayer

    Die Antworten den offenen Fragen zum Boykottaufruf lauten also: JA, zur Nutzung einer Parteiveranstaltung und JA zur Nutzung eines Parteiverteilers.

    So spiegelt sich die Arroganz der Macht wieder.

    Dass dann ausgerechnet ein Schuldezernent und eine Bildungbeauftrage (beide mit SPD Parteibuch), ob privat oder nicht (ändert sich der Mensch dann eigentlich?), zum Zeitungsboykott aufrufen, bestärkt und bestätigt uns umso mehr, dass es richtig ist, unsere jahrelange NRZ-Zeitungspatenschaft www.zeitungspaten.de für eine Schule noch sehr lange aufrecht zu erhalten!

  • #39
    Anja Reutlinger

    Unser Kündigungstext NRZ:

    Moers, am 07.08.2011

    Kündigung unseres langjährigen Abonnements der NRZ – Abonnement Wolfram Reutlinger
    „Ihre Zeitung“ ist nicht mehr unsere Zeitung

    Sehr geehrter Herr Oppers, sehr geehrter Herr Lachniet,

    nach über 30 Jahren Bezug kündigen wir das Abonnement der NRZ zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Wir haben die NRZ immer gern gelesen, dies ist jedoch in den letzten Monaten nahtlos in Ärger zur lokalen Berichterstattung übergegangen, die sich in den letzten Monaten, auch schon im vergangenen Jahr nicht mehr durch kritischen, fairen Journalismus auszeichnet, sondern durch einen aufreißerischen Boulevard-Stil. Das wollen wir nicht mehr ertragen.

    Die Berichte aus der Lokalpolitik fokussieren sich seit Monaten auf sogenannte Affären des Bürgermeisters Ballhaus. Dabei wird nur ausschnittsweise über Sachliches berichtet. In einem Gemisch von Wertungen und Fakten werden normale Verwaltungsvorgänge und Entscheidungen als Elemente eines die Stadt beherrschenden Sumpfes aus Filz und Korruption dargestellt.
    Wenn man sich beispielsweise die Fakten in der „Affäre Vauth“ anschaut, bleibt von den Vorwürfen nichts übrig. Es sei denn, man nehme Anstoß an der Vergabe des Rechtsgutachtens an die Anwaltssocietät Dr. Stöber pp. auf Grund der Empfehlung des damaligen SPD-Unterbezirksgeschäftsführers (vor der Vauth-Spende an den Unterbezirk!). Wer sich einigermaßen in den Entscheidungsebenen von Wirtschaft oder öffentlicher Verwaltung auskennt, weiß, dass die Auswahl eines Anwalts/einer Societät mangels eines objektiven Rankings ähnlich funktioniert wie bei der Wahl eines Haus- oder Facharztes: Man vertraut der Empfehlung eines/r guten Bekannten.
    Im Übrigen war es richtig, sich in der Frage der Veränderungssperre nicht allein auf die (sicherlich qualifizierte) Stellungnahme des eigenen Rechtsamtes zu verlassen. Denn bei diesem politisch brisanten Thema wäre mit Sicherheit der Vorwurf einer Einflussnahme durch den Dienstherrn erhoben worden. Außerdem drohten Schadensersatzansprüche der beteiligten Investoren, so dass sich ein externes Gutachten zur Absicherung empfahl. Ebenso korrekt war es, eine auswärtige Kanzlei zu beauftragen, da bei Moerser Anwälten weit eher eine Verbindung mit betroffenen Grundstückseigentümern oder anderen geschäftlich Interessierten zu befürchten war.
    Schließlich ist die Spezialisierung des RA Vauth im Erb- und Familienrecht kein Hinderungsgrund für eine Auftragsvergabe. In einem solchen Fall ist es üblich, dass bei der Erstellung des Gutachtens ein anderer mit dem Fachgebiet (Öffentliches Recht, Bauplanungsrecht) vertrauter Kollege zugezogen wird, auch wenn der Partner, der den Auftrag akquiriert hat, unterzeichnet und abrechnet.
    Bitte lesen Sie nach, was Herr Passon aus diesem Vorgang machte (und immer noch macht), beispielsweise im Artikel vom 31.5.2011, in dem er den Begriff
    „Amigo-Moers“ wenn nicht kreiert, zumindest propagiert und es damit auch noch auf die erste Seite der NRZ schafft. Die „Aufarbeitung“ der Vorgänge um die Schließung des Rheinkamper Bades nimmt er zum Anlass, dies zu wiederholen und damit im Bewusstsein der Leser zu befestigen (siehe NRZ vom 29.7.2011).

    Das ist eine Ungeheuerlichkeit!

    Wie können Sie es verantworten, die genannten Vorgänge in Moers auf eine Stufe zu stellen mit den „Millionengeschäften“ der bayrischen „Amigos“ Strauß, Streibel oder Huber (Zwick 22 Mio, Schreiber/Pfahls 4 Mio etc)?
    Und wo sind denn die persönlichen Vorteile, die „Amigo Ballhaus“ aus diesen sog. Affären gezogen haben soll?
    Hier wird einem Mann, der Verantwortung für eine (kleine) Großstadt trägt, gezielt die Ehre abgeschnitten.
    Es ist das gute Recht eines Journalisten, sich kritisch zu Entscheidungen etwa des Bürgermeisters zu äußern. Es hat u.E. jedoch wenig mit kritischem Journalismus zu tun, wenn, wie jetzt zum Rheinkamper Bad, an sich legitime Fragen
    – die längst beantwortet wurden (warum Schließung?) oder die nicht die Befragten (der Bürgermeister) sondern andere (warum hat die Bauaufsicht ihre Meinung geändert? Das kann nur die Bauaufsicht selbst beantworten) klären können –
    zum Anlass für dunkle Verdächtigungen zu nehmen, die die Betroffenen wiederum in ein Zwielicht von Filz und Korruption stellen („Amigos“‘). Das ist kein investigativer, das ist „insinuöser“ Journalismus. Im Übrigen ist es doch gut vorstellbar, dass es dem zuständigen Mitarbeiter der Bauaufsicht genauso ging wie dem Bürgermeister, als er trotz (möglicherweise) unveränderter Sachlage nicht mehr das Risiko eines Personenschadens auf sich nehmen wollte und die sofortige Schließung empfahl. Die Duisburger wären froh, wenn die Bauaufsicht und Herr Sauerland noch vor Beginn der Loveparade kalte Füße bekommen und die Veranstaltung untersagt hätten.

    Das Schlimme an dieser ganzen „Pressearbeit“ ist, dass neben dem persönlichen Schaden für die individuell Betroffenen die ganze Stadt Moers in Misskredit gebracht und in ein Klima von Filz, Korruption und Unfähigkeit geschoben wird. Das haben die Stadt und ihre Bürger nicht verdient!

    Deswegen kann „Ihre Zeitung“ nicht mehr unsere Zeitung sein.

    Die fast schon private Dauerfehde des Lokalchefs mit dem Bürgermeister und der Moerser Mehrheitspartei scheint leider auch die Qualität der übrigen Lokalnachrichten zu beeinträchtigen. So müssen wir feststellen, dass Berichte über vielfältige (ehrenamtliche) kulturelle und soziale Aktivitäten in den Stadtteilen nicht erscheinen, auch wenn hierfür ausreichend Material geliefert wird. Das „Klartext für Kinder“-Engagement der NRZ ist beispielhaft – aber es gibt auch noch andere Initiativen, über die sich zu berichten lohnt.

    Wieso sind eigentlich die lokalen Beiträge nicht mehr mit Namenskürzeln gekennzeichnet? Steht da jemand nicht mehr zu seiner journalistischen Verantwortung?

    Wir bedauern, künftig auf die Beiträge von Maike Maibaum, Jörg Bartels, Jens Dirksen und anderen wunderbaren JournalistInnen verzichten zu müssen, aber den täglichen Ärger beim Lesen des Lokalteils wollen wir uns nicht mehr antun. Wir tun diesen Schritt nicht allein.

    Sehr geehrter Rüdiger Oppers, der Linksunterzeichner kennt und schätzt Sie seit vielen Jahren und erinnert sich noch gerne an einige politische Aktivitäten, die wir gemeinsam zum Wohl Ihrer Vaterstadt unternommen haben. Ihr Engagement etwa für die Stadtkirche zeigt Ihre fortdauernde Verbundenheit. Lassen Sie Moers jetzt auch journalistisch nicht im Stich!

    Sehr geehrter Herr Lachniet, wir haben Sie während Ihrer Moerser Zeit als unabhängigen aufmerksamen und kritischen Journalisten achten gelernt. Es wäre schön, wenn diese Qualität hier wieder Einzug hielte.

    Wir bitten um schriftliche Bestätigung unserer Kündigung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfram und Anja Reutlinger

  • #40
    Anja Reutlinger

    noch etwas zum blog der NRZ: von 40 Blogbeiträgen zum gestrigen Artikel des Herrn Passon wurden 15 Blogbeiträge wegzensiert, unter anderem auch unsere Beiträge. Ein Jeder möge sich seine eigene Meinung dazu bilden!

  • #41
    Freddy Driesen

    Dafür, das Familie reutlinger die Zeitung nicht mehr will ist sie oft auf der Westen.de oder auch hier. Der letzte Bericht so würde ich mal behaupten, wurde mit der gesamten SPD Mannschaft verfasst, da ist so viel internes insiderwissen drin, …. Wenn jemand die Zeitung nicht mehr will, soll er es machen, am Ende sind es die ersten, die genau das Blatt schon früh morgens am Kiosk erwirbt. Diese Aktion ist 100% eine gemeinschafts Aktion von SPD und fam Reutlinger

  • #42
    Claus Peter Küster

    Wie die Moerser Genossen mit Fragen umgehen (sie ignorieren diese und/oder bleiben Antworten schuldig) sieht man nicht nur mehrfach in diesem Block, sondern auch in der „Beantwortung“ der 20 Fragen zur abrupten Schließung des in Rede stehenden Sportzentrums, die ich nur als normaler Bürger mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetztes NRW (IFG) stellen konnte, da uns als Fraktion keine entsprechenden Antworten gegeben wurden:
    http://www.scherpenberg.de/htm/modules.php?name=News&file=article&sid=1808

    Weitere Antworten bzw. logische Schlußfolgerungen haben dann zum Glück hartnäckige Journalisten recherchiert, so auch im Falle des parteiorganisierten NRZ Boykottaufrufes:
    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2011/08/10/lokalzeit_duisburg.xml?noscript=true&offset=40&autoPlay=true&#flashPlayer

    So spiegelt sich die Arroganz der Macht wieder.

    Die Antworten zu den offenen Fragen zum Boykottaufruf lauten also: JA, zur Nutzung einer Parteiveranstaltung und JA zur Nutzung eines Parteiverteilers.

    Dass dann ausgerechnet ein Schuldezernent und eine Bildungbeauftrage (beide mit SPD Parteibuch), ob privat oder nicht (ändert sich der Mensch dann eigentlich?), zum Zeitungsboykott aufrufen, bestärkt und bestätigt uns umso mehr, dass es richtig ist, unsere jahrelange NRZ-Zeitungspatenschaft www.zeitungspaten.de für eine Schule noch sehr lange aufrecht zu erhalten!

  • #43
    Name

    @ „Claus Peter Küster“:
    meine Güte, das heißt Blog. BLOG. B-L-O-G. Nicht Block wie Blockwart. Oder Block wie KZ-Baracke. Oder Block wie Blockwart. Ich empfehle Weiterbildung: http://de.wikipedia.org/wiki/Blog
    vs.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Block

    Naiv sind in dieser Provinzposse vor allem diejenigen, die glauben, dass die NRZ oder Hr. Passon (mitsamt seiner Kleinstadt-Redaktion) unabhängig oder gar investigativ sind.

    BTW: WTF macht eigentlich der Absatz über den Mißbrauch in Kamp-Lintfort in einem Kommentar und unter der Überschrift über die Provinzposse in Moers?

    _Das_ ist wirklich Käseblatt-Niveau. Und dann wundert man sich, dass die Zahl der Melkkühe aka Abonnenten stetig zurückgeht („Kunden“ sind nur die Werbenden, denn die bringen das Geld).

  • #44
    Helen H.

    Oops, was geht denn hier ab. Wenn mir eine Zeitung allgemein nicht gefällt, lese ich sie vielleicht nicht. Aber eine Zeitung zu boykottieren, weil ein Artikel schlecht (sei!!!), ist doch wohl albern. Da würde ich höchstens den Artikel entsprechend kommentieren. Und zum Boykott aufrufen, aus persönlicher Sicht und Empfindlichkeit!!! So etwas gibt es??? Lach. Und dann noch von ‚hoher‘ Stelle… Mannomann… Moers…

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