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Open-Source-Festival: BDS-Unterstützer Talib Kweli auf dem „Wimbledon des Festivalsommers“

Talib Kweli Foto: Lipstar & Frederic Lippe (Fred Production) Lizenz: CC BY-SA 2.5

Philipp Maiburg, der künstlerische Leiter des Düsseldorfer Open-Source-Festivals ist „sehr glücklich darüber“, das Talib Kweli, einem Anhänger der radikalislamistischen Nation of Gods and Earths,  auf dem Festival auftritt denn, so Maiburg auf der Pressekonferenz, der Rapper vertrete eine „sehr lupenreine, sehr gute Message.“ Klügere Menschen wie das Plenum des Leipziger Zentrum “Conne Island“ sehen das anders. Sie sagten einen Auftritt des New Yorker Musikers ab:  „Kweli ist ein umtriebiger Twitter-User, in seinem Newsfeed finden sich seit einiger Zeit Kommentare zu den Themen Zionismus, Israel und BDS. In seinen Tweets nennt Kweli Israel einen Apartheidstaat, Zionisten »Unterdrücker« und bezeichnet sie als seine Feinde.  Nicht überraschend eigentlich, dass sich Kweli auch positiv auf das sogenannte BDS-Label bezieht. Er ruft zum Boykott des Staates Israel auf, denn das wäre »friedlicher Protest« gegen eben jene Apartheid (Kweli Tweet vom 18.04.2016 : »BDS ain’t code for bigotry. That’s a racist lie. It’s a peaceful boycott to draw attention to apartheid.«)“

Künstler wie Kweli seien  trotz sonst schlauer Texte Idioten, die im romantischen Glauben an Aufstand und Rebellion antisemitischen Erklärungsmustern aufsitzen: „BDS ist nichts anderes als eine Neuauflage des »Kauft nicht bei Juden«-Slogans, die Idee von BDS zielt auf ein faktisches Ende des Staates Israel ab.“

Auch gegen den Auftritt von Kweli im Juli in Düsseldorf regt sich Protest. Die Düsseldorfer Literaturwissenschaftlerin Corinna R. Kaiser wandte sich Ende Mai mit einem Brief, der diesem Blog vorliegt, unter anderem an das Open Source Festival, die Fraktionen im Rat der Stadt Düsseldorf und das NRW-Kultursekretariat – Stadt und Land unterstützen Open Source:

„Das OSF stellt ohne Zweifel eine Bereicherung des Düsseldorfer und des nordrhein- westfälischen Kulturlebens dar. Umso größer sind meine Bestürzung und Unverständnis, dass der US- amerikanische Rapper Talib Kweli zum Line-up des Festivals gehört . Talib Kweli ist Unterstützer der antisemitischen BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen), die das Existenzrechts des Staates Israel infrage stellt. Er hat sich wiederholt zu seiner Unterstützung des BDS bekannt, so z. B. über seinen Twitter Account @TalibKweli am 8. Juli 2014 und am 25. März 2016. In der zentralen Website der BDS-Kampagne wurde am 19. Dezember 2016 ein offener Brief politischer und kultureller palästinensischer Initiativen veröffentlicht, in dem sie sich bei Talib Kweli für seine BDS-Unterstützung bedanken.
Auch darüber hinaus ist Talib Kweli für antisemitische Äußerungen bekannt. So veröffentlichte er am 26. November 2017 eine Fotomontage, die Remedy Wu, jüdisches Mitglied des Wu Tang Clans, vor einer Gruppe von Ku-Kux-Klan-Mitgliedern zeigt, was für jeden Juden und jede Jüdin eine lebensbedrohliche Situation darstellt.“

Kaiser fordert in ihrem Schreiben mit Verweis auf den Anti-BDS Beschluss des Bundestages, dem ein ähnlicher im Landtag NRW im vergangenen Jahr voraus ging: „Schließen Sie sich der konsequenten Haltung gegen jeden Antisemitismus und damit gegen die BDS-Kampagne und ihre UnterstützerInnen wie Talib Kweli an. Ziehen Sie im Falle eines Aufrechterhaltens der Einladung Ihre finanzielle wie immaterielle Unterstützung des Open Source Festivals zurück.“

Nach all den guten und wichtigen Beschlüssen gegen die antisemitische BDS-Kampagne in den vergangenen zwölf Monaten ist es nun an der Zeit, den wohlfeilen Sprüchen und gut ausformulierten Papieren Taten folgen zu lassen und keine Auftritte von Künstlern, die Antisemitismus unterstützen mit Steuergeldern, zu finanzieren.

Und das Open-Source-Festival kann zeigen ob der mit seinem Anspruch ein „Pop- und Kulturfestival für die Kreativszene in NRW“ zu sein und auf dem angeschlossenen Kongress die „innovativsten Denkern, Lenkern und Machern unserer Zeit“ eine Bühne zu geben auch nur im entferntesten ernst meint. Zur Not mal bei Conne Island in Leipzig anrufen und schlau machen.

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