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Orthodoxes Christentum: Wider die prüde Sexualmoral

Ninve Ermagan Foto: Privat


Wir kritisieren in Deutschland zurecht den politischen Islam, auch auf Grund seines diffamierenden Frauenbildes. Dabei ist dieses Thema nicht religiös gefärbt, denn alle monotheistischen Religionen zeichnen sich durch ihre patriarchalisch-archaisch dominierenden Züge aus. Auch das orthodoxe Christentum, dem ich angehöre. Von unserer Gastautorin Ninve Ermagan.

Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, Tochter assyrischer Christen und hatte als begabte Schülerin im Gymnasium überwiegend deutsche Freunde. Während der Pubertät vergnügten wir uns mit Partys, Alkohol und irgendwann waren die ersten sexuellen Erfahrungen auch Gegenstand unseres Gesprächs. Ich zog bei allem mit- nur Sex war für mich die Grenze. Woran lag das?

Tabuisierung der Sexualität

Bei uns in der Familie sprach man es nie aus, dass man keinen außerehelichen Geschlechtsverkehr haben darf. Man musste es auch nicht aussprechen, denn während meiner Pubertät, als ich langsam das Interesse für Jungs entwickelte, zeigte sich das im brutalen Verhalten seitens männlicher Familienmitglieder. Seitdem ich einmal draußen mit Jungs gesichtet wurde und mich mein Onkel von meinen Freunden wegzog und mich daraufhin ignorierte, wusste ich, dass ich etwas Schlimmes getan habe. Der Vorwurf: Ich würde die Ehre der Familie beschmutzen und wenn ich diese wiederherstellen möchte, muss ich meine Freiheit und Selbstbestimmung opfern.

Die Akzeptanz meiner Rolle, rührte von der Indoktrination aus meinem Kulturkreis, dass Frauen, die nicht jungfräulich in die Ehe gehen und mehrere Beziehungen in ihrem Leben geführt haben, unsittlich und damit keine guten Menschen sind, auf die nach ihrem Tod ein Leben in der Hölle wartet. Und als gläubiger Mensch fürchtet man sich natürlich vor der Hölle. Ich habe so einiges nicht hinterfragt und Dinge hingenommen. Es ist beispielsweise üblich, dass Frauen das Essen kochen, aber zuerst alle Männer Platz nehmen sollen und falls dann noch ein Stuhl frei sein sollte, kann sich auch gerne eine Frau an den Tisch gesellen. Die übrigen Frauen mussten sich mit den kalten Resten begnügen.

Aber nicht nur die Sexualität wird tabuisiert, sondern auch familiäre Konflikte, persönliches Empfinden und Probleme. Als junge Frau konnte ich konstatieren, dass man keine Schwierigkeiten hatte, mich in die Schranken zu weisen, wohingegen bei Autoritätspersonen wie dem Vater, Opa, den Brüdern und den Onkeln, jedes Fehlverhalten toleriert wurde. Wenn ich mich dagegen wehre, kommt mir immer die Frage entgegen: „Wie kannst du es wagen, deinem Onkel zu widersprechen?“ Wenn es dann zum Streit kommt, erwartet man von mir, dass ich mich entschuldige.  Wenn ich verprügelt werde, dann habe ich es verdient. Oh Gott, ich habe so oft Prügel aushalten müssen, dass ich selbst beinahe die Auffassung vertrat, die Schuldige zu sein. Und das nur, weil ich über offene Probleme, die im Raum standen, reden wollte. Doch diese älteren männlichen Chauvinisten fühlten sich direkt angegriffen und in ihrer Autorität beleidigt. Aber müssen Ältere nicht Vorbilder sein? Ist es nicht so, dass wir Jüngeren Fehler machen dürfen und unsere Familie uns dann alles verzeiht, weil sie uns doch lieben und die Familie in einer nahöstlichen Kultur das wichtigste Glied bildet?

Frauen außerhalb der Opferrolle

Uns wird oft suggeriert, dass Männer in diesen patriarchalischen Kulturkreisen die treibende Kraft sind und Frauen unterdrücken. Leider lieben viele Frauen ihre untergeordnete Rolle und finden Gefallen daran, ihren Mann in seiner Attitude zu unterstützen. In meiner Familie sind es sogar häufig die Frauen meiner Onkels gewesen, die sehr viel Macht besaßen und ihre Rolle ausgenutzt haben, da sie als „Bräute“ eine hohe Stellung genießen. Sie fühlen sich besonders, da Sie nur einen Freund hatten, den sie letztlich geheiratet haben. Sie haben das auferlegte Kanon in ihrem Kulturkreis erreicht, denn sie haben nur mit einem Mann geschlafen. Immer wieder betonte die Frau meines Onkels wie anständig sie doch sei, weil sie während ihrer Schulzeit keine Kontakte zu Jungs aufbaute und auch vor ihrer Heirat nichtmal mit ihrem Ehemann ein Schwimmbad besuchte. Dieses Denkmuster führt dazu, dass viele Frauen, sich nicht von diesem religiösen Dogmatismus emanzipieren, da ihr Umfeld sie beeinflusst.

Frauenfeindliche Kirche als Vorbild

Treibende Kraft ist ebenfalls die syrisch-orthodoxe Kirche, denn sie ist frauenfeindlich. Frauen dürfen keine kirchlichen Ämter ausüben und den Altar nicht betreten, weil ihr Körper unrein ist. In unseren Gebeten werden ausschließlich Männer angesprochen und die einzige Frauenfigur zu der wir aufschauen ist Maria- die heilige Mutter Gottes. Sie repräsentiert genau das, was eine Frau sein soll: Jungfrau und Mutter. Jede Frauenfigur dazwischen fand keinen Platz in der gesamten Kirchengeschichte.

Wir müssen die Frauen ändern

Der Schlüsselfaktor sind die Frauen, deshalb müssen wir ihre Einstellung ändern, denn wenn sie anfangen, ihre Rechte wahrzunehmen, sich trauen ihre Sexualität auszuleben und es nicht als etwas Dämonisches verunglimpfen, haben wir die Chance, Veränderungen bei den Männern zu erzielen. Frauen werden auf ihre Jungfräulichkeit reduziert. Doch wenn sich das Wertekanon der Frauen ändert und es immer weniger Frauen gibt, die vor ihrer Ehe nicht sexuell aktiv waren, dann ist die Auswahl für die Männer geringer und es stößt langfristig auf Akzeptanz.

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23 Kommentare zu “Orthodoxes Christentum: Wider die prüde Sexualmoral

  • #1
    Ke

    Was prägt? Religion , Kultur, Familie?
    Was dominiert?
    Im Nahen Osten habe ich sehr aktive Frauen erlebt. Einheimische, Ausländerinnen. Sie haben ihre Agenda durchgezogen.

    Dann sehe ich Frauen, die im Flugzeug kurz vor der Landung schnell ihre Rolle wechseln.

    In Deutschland erlebe ich immer mehr Frauen, die in der Öffentlichkeit ihre Konturen und Haare verbergen.
    Die CDU hat nur noch Frauen in Spitzenpositionen, leider viele Laien.

    Das ist alles sehr komplex.

    Für mich ist es auch offen, ob sich die freie westliche Gesellschaft ohne große Familienpriorität durchsetzt. Das hängt davon ab, wie effizient der Staat ähnliche Sicherheit organisiert.

  • #2
    Ella

    Naja, ist zwar schön zu lesen, aber schön mit vielen Lügen geschmückt. Die Autorin hat wohl einfach eine schei* Familie und da schiebt sie nicht einmal die Schuld einzig und allein ihrer Familie zu, die wohl wirklich einen an der Klatsche hat, sondern sucht die Schuld bei der Kirche. Sehr toll.
    Ignoriert sie es, dass es solche Extremen selbst bei denen gibt, die an nichts glauben? Ja!

    Ich widerspreche Jedem, der meiner Meinung nach Unrecht hat und bei uns essen alle gemeinsam am Tisch und es gibt tatsächlich Frauen, die in der Kirche ihre Ämter inne haben und ich gehöre auch der Syrisch-orthodoxen Kirche an…Oh je.
    Meine Eltern haben den Söhnen und Töchtern gleichermaßen gesagt, dass sie "unberührt" in die Ehe gehen sollen. Wenn es Eltern gibt die das nicht tun, dann haben sie sie nicht mehr alle und fertig!

  • #3
    Ranya

    Liebe Ninve,

    im Normalfall möchte ich mich nicht zu solchen Sachen äußern, die völlig aus der Luft gegriffen worden sind und kaum einen Hauch von Wahrheit in sich haben. Aber aus Nächsten-Liebe und weil du meine Kirche, meinen Glauben und meine Theologie in etwas hineingezogen hast, werde ich mich dazu äußern.
    Du vergleichst den syrisch-orthodoxen Glauben mit dem Islam? Hast du jemals in deinem Leben die Bibel in die Hand genommen und auch nur ansatzweise darin gelesen? Und dann nimm mal den Koran und lies den mal.
    In der syrisch-orthodoxen Kirche werden Frauen verehrt? Nein, in der Syrisch-orthodoxen Kirche wird nur Gott Allein verehrt und angebetet, Heilige, Propheten etc. werden um Fürbitte gebeten.
    Es gibt keine Heilige Frauen in der Kirche? Nie irgendwas von der Hl. Ismuni, Febronya, Theodora, Pelagia, Julitta etc. pp. gehört?
    Frauen haben keine Rolle in der syrisch-orthodoxen Kirche? Hast du nie eine Eucharistiefeier in der syrisch-orthodoxen Kirche besucht? Weißt du, was eine Eucharistiefeier ist? Frauen haben den absolut selben Rang, wie die der Männer in der Kirche.
    Wenn du mal in der Bibel nachgeschlagen hättest, dann hättest du gelesen (Evangelium nach Lukas), dass mit Jesus auch Frauen während Seiner Verkündigung von der frohen Botschaft gewesen sind. In unserer Kirche baut sich alles nach der Bibel auf.
    In allen vier Evangelien hättest du auch gelesen, dass Jesus nicht nur für Männern Brot und Fisch vermehrte sondern auch Frauen und Kinder unter ihnen waren.
    Wenn du mal in der Apostelgeschichte gelesen hättest, dann hättest du gelesen, dass alle >>gemeinsam das Brot brachen<<. D.h. übersetzt, dass sie gemeinsam die Eucharistiefeier feierten und gemeinsam aßen.
    Du betitelst dich selbst als Assyrerin? Kind, Schul-Historiker werden dir bestätigen, dass es Assyrer nicht mehr gibt. Parallel hierzu zu lesen, Altes Testament im Buch des Jesaja.

    Bitte hör auf dich selbst kaputt zu machen und Unschuldige mit hinein zu ziehen. Man kann immer versuchen nach außen hin sympathisch zu posieren, aber was bleibt, ist die Gebrochenheit im Herzen, für das- bei dir- deine Familie und Verwandte verantwortlich sind. Versuch mal aufzuarbeiten, was man dir angetan hat und vergib ihnen, dann wirst auch du ein besseres Leben haben.
    Leben heißt nicht seine sexuellen Bedürfnisse zu stillen sondern es ist wie es heißt, zu leben, in ihrer ganzen Fülle, im Bewusstsein und innerlichen Freiheit und noch vieles mehr.

    Bitte hör auf mit fundamentallosen Äußerungen und Behauptungen unsere Kirche und unseren Glauben in dein persönliches Dilemma mit hinein zu ziehen; du kannst damit in die Kirche gehen und um Hilfe bitten und nach der Wahrheit suchen, aber suche nicht, sie in aller Öffentlichkeit und für eine fremde Welt falsch darzustellen oder sie anzugreifen.

  • #4
    Mecde

    Sie hat Recht. Sie betont in vielerlei Hinsicht ‚ihre Familie‘, daher ist es armselig und umso mehr ein Spiegel unserer teilweise hängengeblieben Gesellschaft, wenn man sieht welche verbale STEINIGUNG unserer Oberchristen gerade in ihren Facebook Gruppen an ihr vollziehen.

    Viele, die sich so sehr aufregen und jetzt eine Plattform haben, um sich in ein besonderes Licht zu rücken, haben diesen Artikel 0 verstanden.

    Eigentlich bedauerlich 2019 sowas schreiben zu müssen, aber: Respekt für deinen Mut!!!

  • #5
    Stefan Laurin

    @All: Ein paar Kommentare habe ich gelöscht, weil der Ton unsäglich war und es persönliche Beschimpfungen gab. Wer seine Wurzeln in einer der ältesten Hochkulturen hat, sollte sich nicht wie ein Barbar aufführen. Ich bitte daher um zivilisierte Kommentare.

  • #6
    Nina

    @ 3
    Liebe Ranya, was Du schreibst ("Leben heißt nicht seine sexuellen Bedürfnisse zu stillen…") trifft möglicherweise auf Dich zu, aber es leben über 7 Milliarden Menschen auf der Welt und überall, wo Freiheit und Demokratie ist, darf jeder selbst wählen, was für ihn das Leben ausmacht oder sogar Sinn ergibt. Für manche ist es Religion, für manche beruflicher Erfolg, monetärer Erfolg, Familie etc. und für manche ist es das Erleben von Sexualität und ihre Erfüllung. Ich denke, das darf jeder selbst entscheiden.

  • #7
    Assura

    DANKE DANKE DANKE!
    Als syrisch-orthodoxe christliche Assyrerin danke ich dir für deinen Mut. Du machst mir Mut.
    Viel Liebe + Kraft dir.

  • #8
    Nina

    Nachtrag: Bisher sind alle Kommentare, die den Text kritisieren (Kommentar 2, 3 und 6) unsachlich und wenden sich gegen eine Person (die Autorin). "schei* Familie", einen "an der Klatsche haben", "Bauernmentalität" bishin zu Unterstellungen, die Autorin habe ein persönliches Problem. Solche Kommentare versuchen, einen Menschen zu diskreditieren, nur weil einem der Text nicht passt.
    Ich bewundere die Autorin für ihren Mut, sich öffentlich zu äußern, denn was ihr gerade entgegenschlägt ist nichts anderes als das, was auch Rechtsextreme tun-Versuche der Einschüchterung.
    Danke @Stefan für besonnenes Freischalten der Kommentare.

  • #9
    Philipp

    Ihr wollt mir was von Meinungsfreiheit erzählen und löscht Kommentare die sachlich sind aber angeblich die Autorin diskreditieren… Das ist genau das typische politische Muster was man von SPD, Linke und den Grünen kennt. Diese Dame sollte sich mal lieber die Zeit nehmen um mit ihren prügelnden Eltern zu diskutieren anstatt eine Ethnie bzw. eine ganze religiöse Community mit verlogenen Plattitüden verstärkt zu verteufeln.
    Welche Person aus der Syrisch-Orthodoxen Kirche hat jemals aus seinem Mund gesagt das Frauen unrein sind ? Wo steht das geschrieben? Wie kannst du wagen deine Unwissenheit im Namen der Kirche hier so zu präsentieren???
    Das ist meiner Meinung nach ein Fake weil jeder der unsere Kirchen und Gemeinden kennt weiss genau das jede Frau die selben Rechte hat wie Männer….
    Es ist einfach Absurd und meiner Meinung nach ein schwacher Versuch im Internet Aufmerksamkeit zu finden.
    Liebe Grüsse

  • #10
    Stefan Laurin

    @Philipp: A. Wir wollen Ihnen nichts von Meinungsfreiheit erzählen. B. Wir haben Kommentare mit Beschimpfungen und persönlichen Angriffen gelöscht.

  • #11
    Helmut Junge

    Egal was für ein Thema angesprochen wird. Man darf seine Gegenmeinung deutlich machen. Aber wer sich selber unter einem Nicknamen versteckt, und damit dann Leute beschimpft, die offen unter ihrem eigenen Namen Kommentieren, oder sogar Artikel schreiben, gehört gesperrt. Grundsätzlich.
    Es bleiben dann die sachlich formulierten Gegenposition übrig, über die wir anderen dann auch nachdenken können.

  • #12
    Ranya

    @Nina: wenn du mich schon zitierst, dann bitte auch richtig! Ich schrieb, dass das Leben in ihrer ganzen Fülle, im Bewusstsein und noch vieles mehr. Bevor du mir unterstellt, ich würde jemanden versuchen zu diskreditieren, lies mal deine eigenen Kommentare.
    Ja, richtig, sehr traurig das im 21. Jahrhundert, in dem Aufklärung und Bildung unsere Zeit prägen, und vor allem der übermäßige Konsum von Internet, fundamentallose Äußerungen und Behauptungen für die Öffentlichkeit doch nochmal erläutern muss.
    Liebe Nina, du hast eine subjektive Meinung, die du öffentlich vertrittst und nichts von dem was du schreibst, hat einen breiten gesellschaftlichen Nutzen
    Ich wünsche alles gute für dein persönliches Leben

  • #13
    Nina

    @9 Philipp: Das Moderieren in Blogs ist also ein politisches Muster? Ehm. Es geht hier um das Einhalten von Regeln. Hast Du Probleme damit, Regeln einzuhalten? Dann muss das ein anderer für Dich tun, das nennt man Moderation. Hält man sich an die Regeln, dann ist es kein Thema.
    Das Veröffentlichen von Texten ein Wagnis? Dieser Satz" Wie kannst du wagen…" erinnert mich wiederrum an rechtsextreme Manier mittels Einschüchterung. Es geht hier schlicht um Veröffentlichung eines guten Textes. Wenn er die eigene Ansicht nicht teilt, dann würde ich das nicht lesen. Oder dazu schweigen.
    Im Übrigen geht es in dem Text u.a. um Tabuisierung von Sexualität in den großen, monotheistischen Religionen und wie religiöse Schriften wie die Bibel interpretiert werden. Und leider ist es ein Fakt, dass mit Sexualität nicht offen und gesund umgegangen wird, sondern dass es unnatürliche Anichten gibt-Homosexualität wird negiert, Sex vor der Ehe als ein Problem betrachtet etc.

  • #14
    David

    @Stefan Laurin

    Eventuell die Meinungsfreiheit wovon uns die Autorin ja so filmreif erzählt hat und anscheinend nie haben durfte? Schlechter Konter! Wach auf Junge!

  • #15
    Nina

    @Ranya: Du hast es geschrieben: "Leben heißt nicht seine sexuellen Bedürfnisse zu stillen sondern es ist wie es heißt, zu leben, in ihrer ganzen Fülle, im Bewusstsein und innerlichen Freiheit und noch vieles mehr." und stellst mit dieser allgemeinen Formulierung so dar, als gelte Deine Ansicht für alle Menschen. Sonst müsste es richtigerweise heissen "Ich (!) sehe das so" und nicht "Leben heisst nicht…". Du sprichst von Dir, Du kannst Dein Leben innerhalb der Gesetzgebung so leben wie Du es möchtest, aber andere Menschen sehen es anders. Und es gibt Menschen, für die bedeutet ihr Leben das Stillen ihrer sexuellen Sehnsucht. Das darf jeder selbst entscheiden.
    Im Übrigen ist Dein Kommentar unsachlich an etlichen Stellen, ich finde es auch unpassend, eine Autorin mit "Kind" anzusprechen oder es so darzustellen, als sei es das persönliche Problem von Ninve Ermagan.

  • #16
    Leonard Bahr

    Wenn man die Versuchungen der Welt über unseren Herrn, Gott und Erlöser Jesus Christus stellt.

    Ein öffentlicher Artikel darf offen kritisiert werden. Möglichst konstruktiv versteht sich.

    Als Christen orientieren wir uns an der Bibel und der Lehre der Kirche. Der Herr Jesus sagt, dass wer Ihn liebt, wird Seine Gebote halten (Joh 14,15). Und „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh 10,27). Dass wir Verständnis aufbringen, gegen uns selbst wie für unseren Nächsten, wenn jemand von uns nicht alle Gebote erfüllt, ist selbstverständlich. Unsere Natur ist menschlich und wir tendieren auch nach der Taufe zur Sünde, was nichts anderes heißt als sich von Gott zu entfernen. Unser Gott jedoch ist ein gnädiger Gott und wird uns mit Seiner Barmherzigkeit empfangen, wenn wir bereuen und zu Ihm umkehren. Jeder von uns macht Fehler und wir sind angehalten uns gegenseitig zu unterstützen im Glauben und gleichsam zu unterweisen, in Demut und in Liebe.

    Eine andere Ebene erreicht unser Denken und Handeln jedoch, wenn wir nicht unsere Schuld bekennen, sondern den Herrn und Seine Lehre, die uns die Kirche bringt, infrage stellen. Wenn wir denken, dass wir besser Bescheid wissen als der Herr, ist das ein falscher Weg, denn dann schauen wir auf Gottes Weisheit und Erhabenheit herab. Sagt denn ein Gebilde zu seinem Bildner: Er versteht nichts? (Jes 29,16). Wenn unsere eigene Interpretation von Religion uns leitet anstatt die 2000-jährige Überlieferung unserer Väter und Mütter, ist das gefährlich. Denn die heiligen Schriften, Regeln und Ordnungen wurden von der Kirche geschrieben, sie war damit vor der Bibel existent und ihr [der Kirche] wohnt die Autorität inne sie gemäß apostolischer Überlieferung zu deuten. Der Artikel suggeriert mir jedoch (man bemerke die Ich-Botschaft) eine vereinfachte, abgestumpfte Wischi-Waschi Form des Christentums, aus dem wir uns herauspicken können, was wir gut finden, die uns herausfordernden Elemente jedoch ablehnen dürfen oder dem Zeitgeist anpassen.

    Aber: Das ist nicht das Christentum der Märtyrer der Frühkirche, deren Blut Tertullian den Samen der Kirche nennt, nicht das Christentum, dass die Kirche der Kopten, Syrer und Armenier trotz unermäßlicher Verfolgung am Leben erhalten hat. Nicht das muskulöse Christentum, das den Äthiopiern die Kraft gab die islamische Invasion Ahmed Gragns im 16. Jahrhundert zu stoppen oder etwas später die Christen hier in Europa die Türken vor Wien.

    Zum Inhalt:
    Die Drohung mit der Hölle ohne Hinweis auf ewige Gnade bei Reue und einen barmherzigen Gott, das Verprügeln sowie die physische Misshandlung von unseren Jugendlichen, die prinzipielle Gleichberechtigung- (und Gleichwertigkeit!) der Frau – alles Dinge, wo ich Dir zustimme.

    Punkte, wo ich nicht zustimme:
    1. Die Aussage, dass die heilige Gottesmutter das einzige weibliche Vorbild der Kirche ist, kann ich nicht nachvollziehen. Sehen wir uns nur das Neue Testament an: unter den 120 Jüngern, die den Heiligen Geist an Pfingsten empfangen hatten, waren neben den 72 Frauen auch 36 Frauen dabei. Sind unter den etwa 1,5 Millionen Armeniern Genozidopfern, die von der armenisch-orthodoxen Kirche kanonisiert wurden, etwa keine Frauen dabei (da Du ja schreibt: „Orthodoxes Christentum: Wider…“ und nicht „Syr.-Orth.“)? Auch in der äthiopisch- und eritreisch-orthodoxen Kirche gibt es viele weibliche Heilige wie Arsema, Egzie Harya und Krestos Semra. Dein Artikel legt nahe, dass es keine heiligen Frauen in der syrisch-orthodoxen Kirche gebe. Ist dem so? Kann ich mir nicht vorstellen.

    2. Zu der Anschuldigung, dass unsere Kirche frauenfeindlich sei, da wir keine Frauen zum Altar lassen, möchte ich auf die Heilige Schrift und die Kirche verweisen. Der Herr hat die Apostel als erste Bischöfe und christliche Priester auserkoren (Mk 3,13-19). Nicht eine Frau war dabei. Wie Seine Heiligkeit der koptische Papst Shenouda III. einmal sinngemäß schrieb: Wenn der Herr die Ordination von Frauen gewollt hätte, wäre die Heilige Jungfrau Maria, als Gebärerin des allmächtigen Gottes, die erste Frau, der diese Ehre zustünde. Aber dem war nicht so. Auch können wir nicht ändern, dass der Herr uns einige Segen verwehrt hat. Ist nicht eines der größten Segen, neues Leben auf diese Welt zu bringen? Es wäre jedoch verrückt, wenn wir Männer nun hingehen und verlangen gebären zu können. Gleichsam ist auch nicht jeder Mann zum Altar- bzw. Priesterdienst berufen, sondern nur eine kleine Anzahl, aus-Er-wählt vom Herrn und das ist gut so, denn jeder hat seine Aufgabe in der Kirche von klein bis groß, alt und jung, Mann und Frau. Weder im Alten noch im Neuen Testament, noch in der Geschichte unserer orthodoxen Kirche sind mir Frauen als Priester bekannt.

    3. Dein Artikel suggeriert zudem, dass Grenzen nur in unserer Religion gezogen werden, wenn es um Geschlechtsverkehr geht, nicht aber bei Partys oder Alkohol. Dem ist nicht so, bspw. ist Alkohol durchaus erlaubt bzw. empfohlen (Ps 104,15) aber in Maßen zu konsumieren: „[…] gebrauche ein wenig Wein […]“ (1. Thess 5,23) und „Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein […]“ (1. Thess 5,17).

    4. Auch der Gedanke, dass die Kirche frauenfeindlich sei und die Auslebung vorehelicher Sexualität befreiend wirke finde ich befremdlich. Gerade durch die sexualisierte Gesellschaft, das Brechen von Tabus, und der Kleiderstil vieler jungen Damen hierzulande macht die Frau, die Krönung der Schöpfung, zum Objekt. Vielmehr soll unser Leib der Tempel des Heiligen Geistes sein (1. Kor 6,19) sodass wir heilig werden, wie der Herr sagt: „seid heilig, denn ich bin heilig!“ (Lev 11,44). Wahre Freiheit ist in der nur in der Nachfolge Christi zu finden.

    Ich bin der Meinung, dass wir den verfolgten Christen, mit denen auch ich täglich zu tun habe, in ihrem Weltbild und ihrem Glauben bestärken sollen, anstatt es in Frage zu stellen. Die Christen die hierher kommen können uns vieles lehren, was bei uns wegen der Aufklärung und dem Säkularismus verloren gegangen ist.

    Der Herr sei uns gnädig.

  • #17
    Irene

    Diese unsachlichen Beschimpfungen hier zeigen deutlich wie exakt Ninve den Finger in die Wunde gelegt hat. Nur getroffene Hunde bellen so laut. Danke für diesen entlarvenden Einblick.

  • #18
    Josef

    Fakt ist, dass viele Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche aus Regionen stammen wo der Islam oder das Jesidentum herrscht/e (Südosttürkei, Syrien, Irak).
    Die Kultureigenschaften Frauen zu unterdrücken haben diese oft vom Islam, bzw von der islamischen oder Jesidischen Kultur übernommen.

    Des weiteren ist es so, dass viele dieser assimilierten Menschen diese Kultur mit in die westlichen Länder mitgenommen haben und es immernoch schaffen diese Verachtenden Verhaltensmuster an die nächsten Generationen überträgt.

    Die Aramäer/ sich selbst nennenden Assyrer, kamen ca in den 70er Jahren nach Deutschland. Bis Dato hat sich der Spreu vom Weizen getrennt.

    Ich finde es falsch wenn das Mädel interne Probleme hat und aus Enttäuschung die Kirche mit ins Spiel bringt und eine Ganze Ethnie in ein grausames Licht drängt, wobei die syrisch orthodoxe Kirche genauso wenig wie die katholische Kirche, Frauen in die Geistlichen Ämter lässt. Warum diese Hetze?

    Der Wunsch nach sexueller Erfahrung in den Vordergrund zu stellen ist in meinen Augen der typische Hype in allen neuen Bewegungen. Ich kenne genug „deutsche“ Freunde denen es genau so verboten wird Sex zu haben solange sie noch im Elternhaus leben wie unsere Familien. Sitte, Kultur, stolz und Ehre werden heutzutage als verwerflich betrachtet, nur damit man Freiheit für seine Gier nach Befriedigung aller Art hat.

    Wir sind soweit dass Kirchen uncool sind, LGBT zum neuen Glauben wird, man getadelt wird wenn man in einem Begrüßungstext das * für multisexuelle vergißt und mittlerweile die Grünen in Podiumsdikussionen Pädophilie legalisieren wollen…

    Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert, jeder darf machen es er will.

    Josef, 28 Jahre, Messdiener in einer syrisch-orthodoxen Kirche.

  • #19
    ke

    Was prägt? Religion , Kultur, Familie?

    Die Frage ist wohl weiterhin offen.
    Ebenso wird Religion genutzt, um bestimmte Verhaltensweise zu fördern. Entsprechende Andeutungen Interpretationen, die in viele Richtungen gehen, findet man in dem dicken Buch der Bücher, das vor langer Zeit geschrieben wurde, immer. Und auch in anderen Schriften.

    Wir Religion nicht oft genutzt, um insbesondere Kinder mit Verweis auf eine höhere Autorität und Strafe zu erziehen? Das gilt auch für einige religiöse Gruppen, die vor der Hölle schützen "wollen". Dann gibt es noch den Verweis, dass man ein Nicht-Wissen mit ein "Gott hat das so gemacht/gewollt" erklärt.
    Hier ist noch viel in Sachen Aufklärung zu leisten. Dafür haben wir dieses phantastische Gehirn (bekommen?). Wir können lernen, die Schöpfung zu verstehen.

    Ich finde viele Elemente der christlichen Botschaft fortschrittlich. Sie sind zu interpretieren. Ansprachen sind immer zielgruppenorientiert. D.h. eine Gesellschaft musste vor vielen 100 Jahren anders angesprochen werden als die heute bzw. die Gesellschaft in 500 Jahren. Warum sollen die alten Ansprachen, die vor vielen 100 Jahren erstellt werden noch Original gelten. Sie waren auch für eine Zielgruppe im Nahen Osten ausgelegt.

    Deshalb sehe ich auch ein Interpretationsgebot. Das ist final auch eine Entscheidung, die jeder einzelne für sich zu entscheiden hat. Dabei können religiöse Führer sicherlich helfen, aber sie werden mir meine Entscheidung nicht abnehmen.

    Ist das dann noch die Ursprungsreligion? Die Frage stellt sich für mich nicht. Alle Religionen haben im Laufe der Zeit versch. Ausprägungen gehabt. Bevor ich der aktuellen Interpretation traue, traue ich mir selber, etwas zu interpretieren. Dass die katholische Kirche solche Probleme mit der modernen Empfängnisverhütung hat, ist für mich ein Rätsel.

    Wie sich ein Homo sapiens kleidet, ist auch vollkommen egal, wenn dabei die Individuen erkennbar bleiben und eine Interaktion über das Gesicht möglich ist. Er wird nie zum Objekt, wenn er sein Individualität zur Schau stellt.

  • #20
  • #21
    Sarah

    Liebe Ninve,

    überprüfe den jetzigen Zeitgeist, schau ob es gut ist und bevor du auf dem Zug der Feministinnen einsteigst schau wo der hinführt!!!

    Die Auswirkungen deiner letzten Sätze kannst du an der deutschen Gesellschaft sehen. Vor dreißig vierzig Jahren bevor es so ausgeartet ist wie jetzt gab es fast überall intakte Familien,  schau dir die jetzige Gesellschaft an, überall kaputte Familien, kein Vertrauen und Bindung mehr zu einander, kein Zusammenhalt, im jeden Bereich Geschlechter Kampf, total unglücklich mit ihr leben, so viele depressive, so viele süchtige, verwirte und wertelose Jugend,  vereinsamte Frauen und Männer, weil durch diese Lebensweise Beziehungsunfähig geworden sind…

  • #22
    Michael

    Es ist höchst peinlich, wenn Christen ihren Glauben nicht kennen und sich so sehr von atheistischen Hasspredigern manipulieren lassen, dass sie ihn mit dem Islam gleichsetzen. Kritik gehört ins Internum, sonst wird sie zu Nestbeschmutzung. Ermagan verwechselt offensichtlich die patriarchalen Struktruren ihrer dörflich-bäuerlichen Herkunft (Stichwort: Männlicher Chauvinismus) mit den Lehren ihrer Kirche. Die einzige Ausnahme, bei der es wirklich um eine genuin christliche Lehre geht, ist die Absage an sexuelle Promiskuität und Sex vor oder außerhalb der Ehe. Diese aber ist kein Sondergut ihrer Kirche; sie gilt bei Katholiken ebenso. Dass sie selten praktiziert wird, ist weniger der größeren Liberalität der katholischen Kirche als dem extremen Glaubensabfall in Deutschland zuzuschreiben. Hier gilt: Wer ein christliches Leben führen und sich mit Fug und Recht als Christin definieren möchte, täte gut daran, nach den Lehren der Kirche – hier ausdrücklich: ALLER christlichen Kirchen! – zu leben. Wer sich gegen Gott und Seine Gesetze stellt, sollte sich nicht Christin nennen und auch nicht in einem "Zentralrat orientalischer Christen" aktiv sein. Denn das wäre Etikettenschwindel, ja Heuchelei. So steht es Frau Ermagan doch frei, ihr Glück außerhalb der Familie, außerhalb ihrer Kirche in Clubs, Diskotheken, Strandbars und sonstigen Tempeln des Hedonismus zu suchen. Beides jedoch, in der Kirche, die Weltentsagung lehrt, und in der Welt, die billige Lustbefriedigung anbietet, geht nicht zusammen. Was ihr aber nicht zusteht, ist es, Frauen zu diffamieren, die in Einklang mit den Lehren der Kirche und der Tradition ihrer Familie leben und dieses als "religiösen Dogmatismus" zu diffamieren. Eine Kirche, die Maria als Vorbild anbietet, ist per se nicht frauenfeindlich. Sie stellt die reine, von Sünde befreite, selbstbestimmte Frau, die es nicht nötig hat, sich zum Lustobjekt zu degradieren, sondern sich ganz dem Willen Gottes hingibt, in ihr Zentrum. Wie gesagt: Ermagan hat das Recht, zu leben, wie sie will, als gute Christin oder als lüsterne Feministin. Sie muss sich nur entscheiden, beides auf einmal geht nicht. Diese Entscheidung ist ihre eigene, ihre Privateste, ja Intimste. Sie geht niemanden außer ihren engsten Freundeskreis etwas an. Übergriffig wird sie, wenn sie andere Frauen aufruft, "sich (zu) trauen, ihre Sexualität auszuleben" und "vor ihrer Ehe … sexuell aktiv" zu werden, denn damit verführt sie andere zur Sünde. DAS ist satanisch. Nichts anderes hat die Schlange im Paradies gemacht. So sollte keine Christin sprechen. Und das ist Ermagan auch nicht mehr. Sie ist zur Promoterin des Hedonismus, des Genderismus, des Zeitgeistes und zur Nestbeschmutzerin der Orthodoxie geworden. Es ist an der Zeit, dass sie ihre Kirche verlässt – oder ihre Kirche sich öffentlich von ihr distanziert, da sie längst vom Glauben abgefallen ist.

  • #23
    Arabella

    Assyrer gibt es nicht? Eines der ältesten Völker existiert nicht mehr? Schlag die Bibel auf du Expertin, die du so groß zitierst.
    Lasst sie doch über ihr empfinden erzählen. Mal hinterfragt, weshalb jemand einen solchen Text verfasst? Wenn sie in einer solchen unterdrückten Gemeinschaft lebt und diese Erfahrungen gemacht hat, sollte man das fraunebild in der Kultur hinterfragen. Kirche, Religion, Glaube und Kultur sollten getrennt werden. Die Kirche dahingehend zu beleidigen ist nicht richtig. Falls diese Geschehnisse jedoch in ihrer Gemeinde so passiert sind, darf man sie dann dafür beleidigen? Ich denke nicht! Wir leben in einer sehr alten und nicht modernisierten Kultur, welche stark mit der Kirche verwurzelt ist. Sexualität mal dahin gestellt. In katholischen Familien oder frei evangelischen Familien existieren diese tabu Themen auch. Meines Erachtens wollte sich eine junge Frau gehör verschaffen, die scheinbar für sie, traumatische erlitten hat. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir Frauen in den Kulturkreisen behandeln und bezeichnen. Es stimmt, dass Männer mehr Freiheit haben, die bei Frauen als frevelhaft gelten. Frauen wird eine gewisse Freiheit entzogen, von Männern, die sich diese einfach erlauben mit der Aussage, sie sind Männer. Eine Freiheit, die von Gott gegeben ist, wird von einem anderen Individuum durch psychischen Schmerz?

    Alles sehr fraglich und veraltet

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