Duisburg-Hochfeld: „ Wir brauchen Unterstützung“

Über 5000 Zuwanderer aus Südosteuropa stellen die Stadt Duisburg vor Probleme, die sie alleine nicht bewältigen kann.

Er steht zusammen mit zwei Kollegen an dem Dreieck an dem in Duisburg die Wanheimer Straße und die Heerstraße zusammen kommen. Seinen Namen will er nicht nennen, aber klar, er kommt aus Bulgarien. Und er sucht Arbeit. Hier und an viele anderen Stellen in Duisburg-Hochfeld stehen Männer den ganzen Tag an der Straße und warten auf Jobs: Als Hilfsarbeiter in Lagern oder auf dem Bau, für drei, vier oder acht Euro in der Stunde. Mit ihrem kargen Einkommen schlagen sich nicht nur in Deutschland durch, sondern unterstützen auch noch ihre Familien in der Heimat: Viele leben in alten vergammelten Häusern, zahlen Wuchermieten für einen Matratzenplatz, Geld, für das andere in Duisburg  auch eine Wohnung bekommen könnten. Die Häuser werden von den Vermietern oft überbelegt. Zu viele Menschen leben in den Gründerzeithäusern in Hochfeld, Rheinhausen oder Bruckhausen, als das die Mülltonnen für ihren Dreck reichen würden. In den Stadtteilen, auch nach Duisburger Maßstäben Problemquartiere, droht die Situation zu eskalieren: In Rheinhausen haben hunderte Bürger Unterschriften gesammelt. Ihre Forderung: Die Bewohner eines „Roma-Hochhauses“ sollen umgesiedelt werden. In Hochfeld ist der Zuzug mittlerweile gestoppt. Der Stadtteil gilt als „voll“. Für noch mehr Zuzügler ist kaum noch Platz.

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Der Ruhrpilot

NRW: Nazis auf die Füße treten…Welt

NRW II: Auftragsvergabe von Rot-Grün sorgt für Irritationen im Landtag…Der Westen

NRW III: CDU-Landeschef Laschet fordert stärkere Zuwanderung…Der Westen

NRW IV: CDU will „beweisen, dass gespart werden kann“…RP Online

Ruhrgebiet: „Religionsfrei im Revier“ fordert Abschaffung der Kirchensteuer…Ruhr Nachrichten

Bochum: Kunstprofessor Ingold eröffnete Station seiner „Ingold Airlines“…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Der Gebetsraum der Hochschule Bochum geschlossen…Der Westen

Dortmund: Gericht lässt Neonazi-Größe frei…Spiegel

Dortmund II: Envio-Prozess wird doch fortgesetzt…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Stadtdirektor Greulich wechselt im Januar zu den Wirtschaftsbetrieben…Der Westen

Duisburg II: Industrie fordert fairen Umgang im Konflikt um Duisburger Outlet-Center…Der Westen

Essen: „Was tun gegen den Kahlschlag in Essen?“…Der Westen

Kino: Looper – Zeitreise-Action mit Bruce Willis und Joseph Gordon-Levitt…Pottblog

Umland: Wird es jetzt teuer? Neun Nachtragsaufträge für das “Blaue Haus” in Arnsberg…Zoom

Fähnchenschwenken? Nestbeschmutzung?

(CC BY-ND 2.0), flickr/schreiblockade

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link ist aus dem Häuschen:

„Für jeden von uns sollte der Tag der Deutschen Einheit ein Feiertag im Herzen sein, an dem wir uns an die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes in Frieden und Freiheit am 3. Oktober 1990 zurückerinnern. Was war das für ein großer Tag für unser Land!“

Ein beschissener. Der „Wiedervereinigung“ genannten Einverleibung der DDR folgten die Pogrome. Erst Hoyerswerda, dann Rostock und Mölln. Ein kraftvolles Zeichen: „Wir sind wieder da!“ peitschte es der Weltöffentlichkeit ins noch ungläubige Gesicht. Migrantenhatz, Wessi-Chauvinismus, Exportweltmeister, die neue deutsche Flexibilität zahlte sich aus. Die Neunziger waren ebenfalls beschissene Jahre. Der Alltagsrassismus grassierte nicht nur in der ostdeutschen Prärie, auch im Westen war der politische Klimawandel auf den Straßen deutlich spürbar. Ich war Mitte der Neunziger zwar erst im Grundschulalter, die subtile Xenophobie aber entging mir nicht.

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Industriekultur – 50 Jahre ‚neues‘ Schiffshebewerk in Waltrop/Henrichenburg

Bereits seit 2005 stillgelegt, das ’neue‘ Schiffshebewerk in Waltrop-Oberwiese.

Als Kind und als Jugendlicher war ich in ein glühender Lokalpatriot!

Und was erzählt man neuen Bekanntschaften und Verwandten in der Fremde bzw. im Urlaub über seine Heimat, wenn man aus dem beschaulichen Örtchen Waltrop stammt?

Richtig, man erzählt den Leuten vom dort beheimateten Schiffshebewerk!

Denn das Hebewerk kannten immer schon relativ viele Leute, egal ob sie aus Süd- oder Norddeutschland stammten.

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[Ruhrpuls – Music and Art Festival in der Rotunde]

Und wieder ist es soweit.

Das „Ruhrpuls – Music and Art Festival“ startet heute in die nächste Runde und verwandelt die Rotunde in Bochum wieder zu einer Plattform für Kunstschaffende mit Bezug zum Ruhrgebiet.

Zusammen mit Ingo Busch, Anna Lohs, Janwillem Huda, Philipp Budde und Kevin Kuhn haben es an die 30 Künstler geschafft, für uns ein tolles und umfangreiches Festivalprogramm auf die Beine zu stellen, das sich über Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Live-Acts, Theater, Musik und Tanz erstrecken wird.

Den Auftakt macht heute Abend um 20 Uhr die Vernissage, wo ein großer Teil der künstlerischen Arbeiten zum ersten Mal zu sehen sein wird.

Ab 22 Uhr wird das Ganze dann von fünf Bands und Electro-Acts auf der Live-Bühne abgerundet, und da morgen ja ein Feiertag ist, darf noch bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert werden.

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Ambulanz für Medienabhängige – Geschäftsmodell Pathologisierung

Mein neuer Nachbar ist ganz groß in den Medien rausgekommen. Die Ambulanz für Medienabhängige in der Bochumer Landesklinik leistet einen großen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen für Psychologen.

Psychische Krankheiten sind kein Spaß. Es ist wichtig, dass es ein dichtes Netz an Betreuungseinrichtungen gibt und den Betroffenen geholfen wird. Es wäre allerdings auch nicht schlecht, wenn Psychologen und Psychotherapeuten wie Dr. Bert te Wildt, der Leiter der gestern eröffneten Ambulanz für Medienabhängige, sich mehr mit der Hilfe für Kranke als mit der Erfindung neuer Krankheitsbilder beschäftigen würden, aus denen sich dann interessante Geschäftsmodelle entwickeln lassen.

Gestern eröffnete  in Bochum eine Ambulanz für Medienabhängige. Ein angeblich sehr großes Problem: Menschen spielen World of Warcraft oder hängen lange auf Facebook rum. Denen muss natürlich geholfen werden, denn ein Verhalten, das von der Norm abweicht, kann nicht einfach nur ein Verhalten sein, das von der Norm abweicht sondern es muss krank sein. Dem Vorschub leistet die Definition der Weltgesundheitsorganisation was denn Gesundheit  ist:  „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ In anderen Worten: Wir sind fast immer alle krank.  Eine Krankheit zu erfinden ist lukrativ, auch die angebliche Krankheit noch gar nicht anerkannt ist. Der Landschaftsverband finanziert die Medienambulanz , es gibt  Stellen, Aufmerksamkeit in den Medien, die Chance Ratgeber zu schreiben, Vorträge zu halten und vielleicht einmal einen Lehrstuhl zu ergattern. Die Pathologisierung, das beständige Ausmachen neuer Krankheiten, die Diskreditierung der verschiedensten Verhaltensweisen, ist ein großes Geschäft. Und auch der Unterstützung der Politik können sich die engagierten Mediziner sicher sein: Es wird Forschungsmittel geben und bald werden die ersten Politiker mehr Kontrollen fordern. Wir werden noch viel von Medienabhängigen hören – und sehr viel zahlen dürfen.