Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt Foto (Ausschnitt): Roy Zuo Lizenz: CC BY-SA 4.0
Zweimal werden wir noch wach, dann wissen wir, ob Deutschland erstmals eine AfD-Regierung bekommt und in eine politische Krise schlittert. Oder die CDU.
Seit Wochen und Monaten zittert die halbe Republik diesem Wahlsonntag entgegen, dem Auftakt eines wahrscheinlich ziemlich heißen Herbstes nach dem Hitzesommer. Jedenfalls der linkere Teil der politmedialen Betriebs bis in die Reihen der Kanzlerpartei. Denn es zeichnen sich, je nach Wahlausgang, verschiedene verheerende Lösungen in dem kleinen Ost-Bundesland ab.
Die Berliner Linke findet nach dem Dahabflex-Auftritt keinen Ausgang aus ihrer Antisemitismusdebatte. Während die LAG Palästinasolidarität dem Rapper und dem Neuköllner Bezirksverband ihre „volle Solidarität“ erklärt, kursiert auf X erneut ein älterer Satz von Hannah Bruns, Mitglied der Linkspartei in Berlin-Reinickendorf:
Tel Aviv solle „wieder in der Hand von Palästina“ liegen.
Umspannwerk Foto (Symboldbild) Ikar.us Lizenz: CC BY 3.0 de
NRW: Polizei spricht von versuchtem »Sabotageakt« am Umspannwerk Dormagen…Zeit NRW: Polizei findet „verdächtige Abschussrampe“ an weiterem Umspannwerk…WAZ NRW: Wüst will Betreiber kritischer Infrastruktur aufrüsten lassen…t-online
Markus Krampe und Ex-Fußball-Profi Lukas Podolski sind die Veranstalter vom Glücksgefühle-Festival | Foto: Markus Krampe Entertainment Group
Die deutsche Popband Alphaville sollte am 4. September 2026 beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring auftreten. Kurz vor Beginn des Festivals wurde der Auftritt jedoch vom Veranstalter abgesagt. Als Grund nannten die Organisatoren politische Äußerungen der Band beziehungsweise ihres Sängers Marian Gold. Die Absage hat inzwischen eine öffentliche Debatte darüber ausgelöst, wie weit ein Veranstalter das politische Auftreten von Künstlerinnen und Künstlern auf einer Festivalbühne einschränken darf.
An der ehemaligen Grundschule unseres Autors wird es rund um den Schulbeginn immer wieder besonders ‚eng‘. So auch heute. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Der Wahnsinn hat uns also wieder. Ich habe zwar keine eigenen Kinder, aber auch das schützt einen offenbar nicht davor, pünktlich zum Schulbeginn wieder mitten im ganz normalen Wahnsinn der sogenannten Elterntaxis zu landen.
Bei meiner täglichen Fahrt vorbei an meiner ehemaligen Grundschule in Waltrop durfte ich heute jedenfalls direkt wieder erleben, was passiert, wenn besonders fürsorgliche Eltern ihre Sprösslinge möglichst sicher bis an die Eingangstür der Schule transportieren wollen. Das Ergebnis: Autos überall, unübersichtliche Situationen, blockierte Straßen – und mittendrin ich, als Anwohner, der sich fragt, warum er eigentlich gerade im Stau einer ansonsten ausgesprochen ruhigen Siedlung steht.
KI generiertes Plakat – Keine offizielle FDP-Kampagne Bild: Gemini + ChatGPT/Chatti
I blow my nose at you, so-called Alternative. And at your far-left antipodes.
Hinter einer Brandmauer versteckt man sich. Und hofft trotz starkem Brandgeruch, dass das Feuer irgendwie doch nicht durchkommt. Die viel beschworene „Brandmauer gegen Rechts“ ist längst zu einem hilflosen „Feuer! Feuer!“ geworden. Man zieht einen Strich auf den Boden und hofft, dass die Realität davor halt macht. Spoiler: Tut sie nicht. Die AfD wächst an dieser Mauer, sie sonnt sich im Opfermythos. Von unserem Gastautor Achim Chajim Hecht.
Das Konzept Brandmauer ist nichts als Symbolpolitik. Was wir stattdessen brauchen, ist eine Wehrmauer. Eine Wehrmauer dient nicht dem Verstecken. Sie dient der aktiven Verteidigung. Und das bedeutet: Wir müssen raus aus der Deckung, anstatt uns zwischen zwei gleichermaßen fatalen politischen Illusionen aufzureiben.
Nach dem mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle kündigt die Bundesregierung den Vertrag über das Russische Haus in Berlin. Sevim Dağdelen ruft zur Rettung der „Kulturbrücke“ auf und raunt von einer möglichen Neuauflage der NATO-„Strategie der Spannung“. Auch AfD und Linke kritisieren die Reaktion. Ein Überblick über eine Debatte, in der sehr viel von Frieden die Rede ist – und auffallend wenig über den Anlass.
Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne wird am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt, im Umfeld ukrainischer Frachtflugzeuge. Nach Auswertung polizeilicher Ermittlungen und nachrichtendienstlicher Erkenntnisse macht die Bundesregierung Russland für den versuchten Anschlag verantwortlich. Die Konfiguration der Drohne, der Sprengstoff und die Zündtechnik entsprächen bekannten Mustern russischer Sabotageoperationen, erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Die Täter seien noch nicht gefasst; die zugrunde liegenden Geheimdiensterkenntnisse sind naturgemäß nicht vollständig öffentlich.
Das ist die nüchterne Einschränkung, die in einem Rechtsstaat dazugehört: Die Bundesregierung hat den Angriff Russland offiziell zugeschrieben. Das ist eine politische und geheimdienstlich gestützte Attribution, kein rechtskräftiges Strafurteil gegen festgenommene Täter.
Die Antwort Berlins ist trotzdem nicht besonders rätselhaft. Das russische Generalkonsulat in Bonn soll schließen, der Botschafter wurde einbestellt, weitere Sanktionen sollen folgen – und der Vertrag über das Russische Haus in Berlin wird gekündigt. Außenminister Johann Wadephul (CDU) ordnet den Vorfall in eine Serie russischer Versuche der Destabilisierung, Desinformation, Bedrohung und Sabotage ein.
Eine Kunstausstellung zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Burg Vondern in Oberhausen. Von unserem Gastautor Text Helmut Junge.
Ich habe mit dem Archäologieverein FARO.e.V.jahrelang einen Informationsstand am letzten erhalten Teilstück der Landwehr des Herzogs von Kleve am jeweiligen „Tag des offenen Denkmals“ aufgebaut und betreut. Es kamen auch immer einige Besucher, obwohl das Gelände von der Weissensteinstraße in Oberhausen nur über einen Acker zu erreichen war. Im vergangenen Jahr bekam ich von Vereinsmitgliedern die Mitteilung, daß der längliche Hügel verschwunden war. Einfach weg.