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Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Jubiläum: 100 Jahre BvB…Ruhr Nachrichten

Pro NRW: Austrittswelle in Essen…Der Westen

SPD: Der Wowereit von Köln…Welt

BüSo: Madame 0,1 Prozent…Coffee & TV

Duisburg: Streit um KIndergartenbeiträge…Der Westen

Internetsperren: Unerträgliche Ignoranz der Grünen…Verlorene Generation

2010: Placido Domingo in Pecs…Pester Lloyd

Freitag: Dramatische Entwicklung…FXMBR

Reggae: Familiärer Reggae-Summer…Der Westen

Apple: Kommt das "iBook"?…Spiegel

Weltraum: Romantischer Raktenmüll…Nedrcore

Kalender: Termine…Ruhr Digital

 

 

Kreativität und Mobilität

Berlin oder Ruhr – Eine Serie für Kreative und die sich dafür halten – Teil II

Foto: NRW

Kreativität und Mobilität sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Wer Kreative locken oder halten will muss ihnen deswegen Orte bieten, zu denen man gut hin  u n d  wieder weg kommen kann.  Denn Kreative wollen immer wieder geistig  u n d  körperlich unterwegs sein. Die virtuelle Welt reicht ihnen nicht aus. Sie sind sinnliche Wesen und lieben deswegen auch die physisch vermittelten Anregungen des Lebens. Würde man sie mit Schiffen vergleichen , dann wären  sie speziell für die hohe See gemacht. Solch Schiffe brauchen Häfen, die am Meer liegen. Häfen die mehr bieten als Schutz und Verpflegung. Die mit der Welt verbunden sind und in denen zugleich die Welt zuhause ist. Ein großer Stadtsoziologe nannte das einmal auf das Festland übertragen eine „Karawanserei des Geistes“.

Ich würde es als gelebte Urbanität bezeichnen. Als Urbanität also, die sich nicht (nur) durch den gebauten Raum sondern durch die dort aktiven Menschen und ihre besondere Art und den besonderen Inhalt ihrer Kooperation und Interaktion definiert.
Im Jahrhundert des Klimawandels kann der Zugang zu diesen kreativen Orten nur der Bahnhof sein. Er ist das ökologische Tor der sogenannten „kreativen Stadt“ . Für eine oder einen KreativeN kann das nur ein ICE-Bahnhof sein. Einer von dem man nicht nur schnell zur nächsten ICE-Stadt sondern auch zum nächsten internationalen Flughafen kommt, denn der interkontinental  Verkehr wird auch in weiterer Zukunft per Luft stattfinden (müssen).

Vergleichen wir diesbezüglich Berlin und Ruhr, oder sagen wir konkreter den Berliner  mit dem  Essener oder dem Dortmunder  Hauptbahnhof, dann gibt es funktional wie ästhetisch nur einen und zugleich  überragenden Sieger.  Nimmt man dann die Taktzeiten der S-Bahnverbindungen zwischen den großen Bahnhöfen Berlins und des Ruhrgebiets hinzu, vergrößert sich der negative Mobilitätsabstand zu Hauptstadt noch einmal erheblich. Nehmen wir den Luftverkehr dazu, so wird, spätestens mit der Fertigstellung  des neuen Großflughafens Schönefeld,  Berlin auch bei den Interkontinentalverbindungen Düsseldorf überlegen sein. Eine für finanzstarke Kreative besonders wichtige tägliche direkte New York Linie gibt es allerdings schon seit ein paar Jahren von Tegel aus.

Für die weniger betuchten Kreativen, und das ist die große Mehrheit, gibt es – seit gut 10 Jahren auf der ganzen Welt beobachtbar – eine neue Form der Mobilität, die aus der Natur des Fahrzeuges heraus eine vorrangig innerstädtische ist: das Fahrradfahren. Es ist mittlerweile sogar stilprägend für die sogenannten LoFiBos (Low Finance Bohemiens). Nicht nur was den Typ und das Design des Vehikel selbst , sondern auch was die seiner häufigen Benutzung entsprechende Bekleidung betrifft. Und je mehr diese Form der urbanen Mobilität  zum „Style“ wird, desto mehr wird sie auch von den Kreativen übernommen, die sich ein Auto selbst der höheren Klassen leisten können bzw. auf dessen Besitz und/oder Nutzung schon aus Statusgründen nicht verzichten wollen.

Die Fahrradfreundlichkeit eines Ortes  ist damit für Kreative nicht mehr nur ein ökologisches sondern auch ein lebenskulturelles Thema geworden. Sie ermöglicht  den  Differenz- und damit auch Identitätsgewinn als Pionier einer neue urbanen Mobilität. Das ist in sich logisch, ist doch für Kreative Urbanität auch als materieller dichter und damit tendenziell autofreier Lebensraum ein verteidigungswertes Gut geworden. In gewisser Weise habe Kreative mit dem Fahrrad ein Vehikel gefunden das nicht nur zu ihrer Lebensart sondern auch zu dem von ihnen bevorzugten Lebensraum passt.
Und da holt das Ruhrgebiet mobiltätsmäßig wieder etwas auf. Aber (noch) nicht wirklich, denn schon in den rot-grünen Jahren Berlins, d.h. noch vor dem massiven Zuzug an jungen Kreativen, ist ein innerstädtisches Radwegeprogramm umgesetzt worden, dass sich sehen lassen kann. Hinzu kommen die überbreiten Bürgersteige, die auch da das Radfahren ermöglichen , wo es der dicht befahrende Straßenraum bzw. die fehlenden Radwege verbieten oder nur unter Lebensgefahr erlauben.

Für die Kreativen ist aber nicht nur das Rad sondern die  leichte, flächendeckende und billige Kombination aus Pedal- und Schienen/Linienverkehr von großer Bedeutung. Erlaubt es ihnen doch auf das Auto aus finanziellen und/oder ökologischen Gründen zumindest als Besitz gänzlich zu verzichten. Zusammen mit niedrigen Mieten ergibt sich damit ein unschlagbarer materieller Vorteil vor allem für jüngere und/oder (noch) nicht erfolgreicher innovativer Menschen. Und genau diese Gruppe ist für die Zukunft von Ruhr besonders interessant. Es gibt also noch viel zu tun, was die Mobilitätserleichterung für diese Gruppe betrifft. Maßnahmen die im Endeffekt jedoch allen Bewohnern von Ruhr nützen würden.

Auch zu dem Thema:

Berlin oder Ruhr –  Eine Serie für Kreative und die sich dafür halten – Teil I

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Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet

Foto: Opel

Opel: Studie gibt Opel kaum Überlebenschancen…Spiegel

Evonik: Wir der Konzern aufgeteilt?…Der Westen

Brückstraße-Dortmund: Immobilienbesitzer wehr sich gegen Grünen-Vorwürfe…Ruhr Nachrichten

Schweinegrippe: Genug Impfstoff für NRW…Ruhr Nachrichichten

Schweinegrippe II: Nicht genug Impfstoff für die armen Länder…Stern

Schweinegrippe III: Halb so schlimm?…Verlorene Generation

Interview: Norbert Lammert…FR Online

Ruhr Uni: Lateiner bekommen Gebühren zurück…Spiegel

ZDF: Captain Future ist beleidigt…FAZ

Essen: Piraten treffen sich im Unperfekthaus…Der Westen

Nazis: NPD wahlkämpft mit Hetzlied…taz

Test: Westfalenpost auf dem Frühstückstisch…Zoom

Schwule: CSD-Duisburg…Prospero

 

 

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Heroin

Eines der Hauptanliegen dieses Blogs ist der aktive Jugendschutz. Mit einem offenen Brief an Verantworliche aus der Bundesregierung bemühen wir uns junge Menschen vor den Unbilden des Lebens zu bewahren. (Youtube-Link zum BIG H auf dem Bild)

Sehr geehrter Frau Bätzing, sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich möchte Sie  auf eine große Gefahr  für jungen Menschen  hinweisen, die  nicht nur im Internet sondern auch auf Tonträgern auf diese lauert. Es ist  dies ein Musikstück einer (natürlich) US-Amerikanischen  Gruppe Namens Velvet Underground. Die Musiker  lebten zur Zeit der Aufnahme des Stückes in New York (Früher New Amsterdam) und bewegten sich damals im Umfeld eines der Homosexualität verdächtigen "Künstlers" Namen Andreas Warhol (Ob sie noch immer da sind konnte ich nicht herausbekommen).

In dem Lied "Heroin", das auf einem Tonträger erschienen ist, auf dem man eine Banane sieht, wird durch den Text und die hypnotische Musik diese schlimme Droge verherrlicht. Und wie könnte es anders sein: Auch im Internet ist dieser Schund zu finden: Auf der Kurzfilmplattform YouTube ist  ein Video, in dem  die Langhaarigen dieses Stück offen aufführen.

Ich fordere Sie, Frau Bätzing, unverzüglich auf gegen diese offene Drogenwerbung vorzugehen und Sie, Frau von der Leyen, sollten sofort eines der effektiven Schutzstoppschilder  aufstellen, um junge Menschen davor zu bewahren, dieses Lied zu hören , damit sie  sich keine Nadeln in den Arm oder in andere Körperteile hineinstechen.

Handeln Sie! Unverzüglich.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Laurin

„Mach, was du willst“ – Meine Erlebnisse als Hooters Girl in Bochum

Ein tief ausgeschnittenes weißes Shirt, orange Hot-Pants, Sneakers und Glanzstrumpfhose. Nach dem Umziehen erkenne ich mich kaum im Spiegel. Ich möchte die Hot-Pants etwas nach unten zupfen – dafür sind sie aber zu eng. Ich trage die Hooters Uniform. Die Haare offen, Kniestrümpfe auf den Knöcheln und eine Geldtasche zwischen den Beinen. Ich will in dieser Uniform arbeiten. In einem dieser Schnellrestaurants aus den Staaten, in denen es zum Burger tiefe Ausschnitte gibt.

Fotos: Thorsten Schraven

Tanja ist eine Kollegin von mir. Sie ist erfahren. Tanja trägt die gleiche Kleidung wie ich. Nur hat sie über ihrem hautengen Shirt eine knappe Jacke gezogen. Der Reißverschluss ist offen. Sie fragt mich, ob ich einen Kulturbeutel dabeihabe. Meine Schminke taugt nichts, meint Tanja. Sie holt ihre eigenen Sachen. Mit einem schwarzen Eyeliner zieht sie dicken Linien auf meine Augenlider, dann trägt sie großzügig Wimperntusche auf. Tanja geht einen Schritt zurück. „Jetzt siehst du besser aus“, sagt sie. Tanja weiß, dass es hier um die Optik geht, mit der man Geld verdient. Es muss sexy sein.

Mir wird gesagt, ich soll strahlen, wenn Gäste reinkommen, „Welcome to Hooters“ sagen und dabei lachen. Einer der ersten Gäste, die ich sehe, ist ein vollbärtiger Mann mit hängendem Bierbauch und grauem, schütterem Haar. Eine Kollegin setzt sich zu ihm an den Tisch, sie ist Mitte zwanzig. Sie spielt mit der Fernbedienung des TV, lacht, schaltet auf den Sportkanal. „Habt ihr Hunger?“, sagt sie. „Was darf es zum Essen sein? Einen Burger vielleicht?“ Jetzt schaut sie mich an: „Olga, wonach fragt man beim Burger?“ „Welche Soße möchten Sie?“, rate ich. Meine Kollegin schüttelt den Kopf: „Mit welchem Salat möchtet Ihr Euren Burger?“ Meine Kollegin hat lange, schwarze Haare, einen vollen Mund und große Brüste. Sie kommt aus Lateinamerika. Sie bekommt viel Trinkgeld. Die alten Männer schauen ihr in den Ausschnitt.

Die Kette Hooters expandiert derzeit in Deutschland. Es gibt Hooters-Filialen in Neukirchen, Bochum und Düsseldorf. In den kommenden Wochen werden in Berlin und Frankfurt neue Läden eröffnet. Das Konzept stammt aus Florida. Hier begann die Burger-Geschichte 1983 im Küstenörtchen Clearwater, der Heimat von Beachgirls und Hot-Pants. Seither wurden weltweit über 400 Shops eingeweiht. Ich arbeite in Bochum.

Auf der Karte steht klassisches Fastfood: Chicken Wings, Hot Dog, Burger. Ich bin die Bedienung, ich bin die Entertainerin. Als Hooters Girl kann ich machen, was ich will, heißt es bei der Einweisung. Ich soll mit den Gästen spielen. Ich soll flirten, ich soll nur auf eines aufpassen: Ich soll nicht „zu schlampenmässig rüberkommen.“ Das hat meine Hooters-Trainerin zu mir gesagt. Es geht um Spaß. Alles soll ganz easy sein. Wenn ich Spaß habe, hat auch der Gast Spaß, heißt es. Und wenn der Gast Spaß hat, dann kriege auch ich am Ende Trinkgeld. „Hast Du noch Fragen?“, werde ich gefragt. Eigentlich nicht.

Später am Abend ruft mich der Barkeeper an die Theke. Ein Gast will ein Foto mit mir machen. Ich muss zustimmen. Der Gast ist Mitte vierzig, sein Gesicht solariumbraun, eine Fitnessstudiofigur. Er hat mich den ganzen Abend schon angesehen. Ein Hooters Girl ist immer für ein Foto zu haben, heißt es. Ich stelle mich neben den Gast und strahle in die Kamera. Plötzlich packt der Kerl meine Hüfte. Er zieht mich ran. Ich schlage auf seine Hand. Er lässt ab. Später sagt eine Kollegin zu mir: „Es gibt Gäste, die glauben, wenn wir in Hot-Pants vor ihnen herlaufen, können sie uns für alles haben.“ Ich zittere immer noch, irgendwie fühle ich seine Hand an meiner Taille.

Drei Jungs haben sich an einen Tisch in der Ecke verzogen. Als ich sie frage, was sie trinken wollen, werden sie rot. „Was studiert ihr denn?“, frage ich. Als Kellnerin hab ich verstanden: Jungs wollen wie Männer behandelt werden und die Alten wollen 30 Jahre jünger sein. Auf jeden Fall wollen alle mit mir flirten. Jeder erhofft sich dabei etwas mehr hinter meinem Lächeln. Hofft, dass sich dahinter etwas verbirgt, etwas persönliches, privates, intimes. Etwas nur für ihn. „Wir sind noch Schüler“, sagen die drei Jungs. Sie sind aus Mühlheim mit der Bahn bis nach Bochum gefahren, um einmal Hooters Mädchen zu sehen. Als sie ihr Bier bestellen wollen, fangen die Jungs an zu lachen. „Entschuldigung“, stammeln sie verlegen. Sie sind gespannt. Sie warten, dass etwas passiert. So als säßen sie in einer verruchte Kneipe. In einem Lokal in dem sie etwas zu sehen kriegen, was sie noch nie gesehen haben. Aber Hooters ist wie eine Stripteasebar ohne Striptease. Klinisch sauberer Sex-Appeal, der selbst im Bibel-Belt der Vereinigten Staaten legal ist. Ich habe Hot-Pants an. Ich lächele. Mehr gibt es nicht.

Ein paar Männer kommen rein. Bier wird aus Eimern ausgeschüttet, die 1,5-Liter-Pitcher heißen. Ein Mann sticht heraus. Er ist Ende 20. Er hat gegelte Haare, einen dunkelbraunen Anzug und eine Krawatte. Er sagt: „Ich habe heute mein Studium beendet. Jetzt wird gesoffen. Ich bin ein Scheiß-Jurist.“ Eine Kellnerin lacht. „Na dann, Prost, Jungs.“ Während ich weitergehe, spüre ich wie die Blicke meinen engen Hosen folgen.

Es gibt auch Frauen hier. Ich bringe ihnen das Bier. Ich bringe ihnen die Burger. Die Stimmung ist kalt. „Die Pommes haben wir nicht bestellt.“ Die Frau schaut dabei an mir vorbei, so als würde sie sich für mich schämen.

Irgendwie wusste auch ich damals im November nicht, wo ich hin sehen soll. Als ich das erste Mal in Bochum in einer Hooters-Bar war. Die Kneipe wirkte auf den ersten Blick wie eine finnische Sauna, helle, glattgebürstete Holzwänden, glänzende Tische, Surferbretter an der Wand und Mädchen in zu kurzen Shorts. Ich habe mich gefragt, was die Frauen dazu bringt, hier zu arbeiten? Macht das Spaß? Ich will wissen, was sich hinter der blanken Fassade verbirgt.

Ein paar Tage später habe ich mich bei Hooters online beworben. Zwei Monaten später klingelte mein Handy: „Hast Du Zeit?“ 6,30 Euro gibt es in der Stunde, dazu Trinkgeld.

Meine Kollegin Tanja erzählt mir, dass sie am vergangenen Samstag fast zweihundert Euro verdient hat. Das ist viel. Tanja will später studieren und spart nun ein wenig Geld. „Ty govorisch po-russki?“ fragt sie mich, ob ich Russisch kann. „Da“, antworte ich überrascht, "Ja". Tanja spricht akzentfreies Deutsch und ich hätte nicht erwartet, dass sie Russisch spricht. Die meisten Kellnerinnen kommen aus dem Ausland. Manchmal kann man sich was nebenher verdienen, erfahren ich. Noch etwas wenig mehr als das Trinkgeld.

An der Theke sitzt ein Stammgast. Niko heißt er. Ich habe ihn während meiner letzten Schicht kennen gelernt. Niko sieht nicht alt aus. Er ist vielleicht Mitte dreißig. Niko trägt einen Anzug und trinkt Kaffee. Vor ihm liegt ein Notizblock. „Bist du traurig?“ frage ich. Niko ist überrascht: „Ich? Nein. Ich bin verträumt….“ „Wovon träumst du denn?“ „Von Tanja“, sagt er dann. „Sie ist wunderschön“. Niko holt eine Kamera heraus. Darauf hat er Fotos von Tanja gespeichert. Einige von ihnen sind Aktaufnahmen. Eines ist mir im Gedächtnis geblieben. Tanja blickt starr in die Kamera. Über ihren nackten Brüsten hängen Stahlketten wie ein Tuch. Niko hat die Fotos von einer Internet-Seite herunter geladen. Dort verkauft Tanja ihre Fotos. Niko sieht sich das Ketten-Bild weiter an und sagt: „Ich darf bald ein Foto-Shooting mit Tanja machen. Sie ist ein perfektes Model“.

Tanja hat mir erzählt, dass sie als Kind nach Deutschland kam und hier einen Realschulabschluss gemacht hat. Jetzt ist sie 20 Jahre alt und muss sich allein durchschlagen. Auch andere Männer fotografieren sie.

Wenn ich morgen hier aufhöre, gehe ich zurück an die Uni. Tanja arbeitet weiter bei Hooters.

* Alle Namen sind geändert.

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Verwirrte Westfalen

Die Westfaleninitiative ist ein Honoratiorenverein mit dem Ziel, die Dominanz Westfalens über Teile des Ruhrgebiets aufrecht zu erhalten, und die von der Landesregierung geplante Aufteilung des Landes NRW in je einen Bezirk Rheinland, Westfalen und Ruhrgebiet zu verhindern.

Es läuft nicht gut für die Westfaleninitiative. Der finanziell gut ausgestattete Honoratiorenclub mit Sitz in Münster hat immer weniger Freunde: Die Landesregierung plant einen eigenen Ruhrbezirk zu gründen, was auf Kosten Westfalens gehen würde. Die Kammern im Rheinland finden das gut und freuen sich auf einen eigenen Rheinbezirk, und ab Oktober plant das Ruhrgebiet auch noch für sich selbst. Vorbei die Zeiten, in denen wackere Dorfpolitiker in Arnsberg und Münster über das Ruhrgebiet mitentscheiden durften.

Das Blöde an der Idee, statt heute fünf Regierungsbezirke, zukünftig nur noch drei abgespeckte Bezirke für die Landesteile Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen zu machen, ist, dass kaum etwas dagegen spricht: Das Land spart Personal ein, Bürokratie wird abgebaut, und das Ruhrgebiet wird durch eine einheitliche Struktur gestärkt. Da fällt es schwer, Gegenargumente zu finden. Noch schwerer fällt es offensichtlich, sie untereinander abzustimmen. Zum Beispiel Klaus Anderbrügge. Der ist Geschäftsführer der Stiftung Westfaleninitiative und erklärt heute in der Neuen Westfälischen Westfalen zum Verlierer der geplanten Verwaltungsreform: "Die Region Westfalen wird der große Verlierer sein, wenn die Landesregierung ihre Pläne einer Verwaltungsstrukturreform umsetzt. Davon zeigten sich führende Vertreter der "Westfalen-Initiative" aus Münster bei einem Besuch der Redaktion dieser Zeitung überzeugt. "Wir wären plattes Land, primär agrarisch strukturiert", sagte Klaus Anderbrügge, Geschäftsführer der Stiftung." 

Anders Udo Dolezych, Präsident der IHK Dortmund, die nach Angaben der Westfaleninitiative eng mit derselben verbunden ist. Nach Auskunft der Initiative nimmt der Hauptgeschäftsführer der IHK Dortmund ständig an den Beiratssitzungen der Initiative teil. Bei Dolezych ist aber nicht Westfalen der Verlierer der Reform, sondern das Ruhrgebiet. Dolezych im vergangenen Jahr  in einer Rede anlässlich eines Besuches von Ministerpräsident Rüttgers in Dortmund: "Eine neue Einteilung des Landes in drei statt bisher fünf Regionalpräsidien würde vor allem eines bringen: Einen übermächtigen Bezirk Rheinland, und die wirtschaftlich  wesentlich kleineren Bezirke Westfalen und Ruhrgebiet. Und das Ruhrgebiet, das sich gerade aus eigener Kraft  wieder neu erschaffen hat – dieses Ruhrgebiet, das ja nie aufgibt, dieses Ruhrgebiet würde wieder zur Verliererregion!"

Tja was denn nun? Wer ist denn jetzt der große Verlierer? Westfalen oder das Ruhrgebiet? Ich weiß es: Verlierer sind Honoratioren, wie sie sich in der Westfaleninitiative sammeln, die sich in den überkommenen Strukturen gut eingerichtet haben. Und das finde ich eigentlich gut.
 

Heimatdesign: 2 Ausstellungen

Heute eröffnet Heimatdesign in Dortmund gleich zwei Ausstellungen.

Zum einen gibt es Mode von dem Label Ludvik zu sehen, zum anderen Fotos von Maurice Kohl.  Ludvík, erklärt mir der Pressetext,  ist die Linie der Designerin und Couturière Fenja Ludwig. Ludvík bietet Prêt-à-Porter und Couture und steht für urbanen sportiven Chic und tragbare feminine Eleganz. Die Labelphilosophie von Ludvík besteht darin, die Tradition der hohen Schneiderkunst der legendären Pariser Couture-Häuser aufzugreifen und diese auf einer modernen von der zeitgenössischen Popkultur beeinflussten Ebene neu zu interpretieren.

OK. Nun zu Maurice Kohl: Der bereiste für seine Diplomarbeit am Fachbereich Design an der Fachhochschule Dortmund 10 Wochen ein uns weitgehend unbekanntes Land – die Mongolei. Aus dem daraus entstandenen Buch ist nun eine Auswahl an Fotografien vom 23. Juli bis zum 22 August bei Heimatdesign als Ausstellung zu sehen.

Und bei Veranstaltungen werden heute um 18.00 Uhr im Heimatdesign-Ausstellungsraum Hoher Wall 15 in Dortmund eröffnet.