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Pflegefall VfL Bochum: Kein Heimsieg, kein Konzept, keine Zukunft?

In Bochum war das Stadion zuletzt nur selten voll. Foto: Claudia Bender

Der FC Schalke 04 schafft es, trotz einer ordentlichen Leistung, bei der TSG 1899 Hoffenheim nicht Tabellenführer der Fußball-Bundesliga zu werden, unterliegt im Kraichgau mit 0:2. Der BVB ringt Borussia Mönchengladbach mit 1:0 nieder, bringt damit etwas Ruhe ins Umfeld des Vereins.

Und doch ist mein Fußballthema des Bundesliga-Wochenendes ein völlig anderes: In Liga 2 blieb der VfL Bochum durch ein 3:3-Unentscheden gegen den Aufsteiger Karlsruher SC daheim weiterhin sieglos, liegt mit nur einem Sieg aus zehn Spielen in der Tabelle auf dem Relegationsplatz 16. Für einen sich vor Wochen noch als Geheimfavorit auf den Aufstieg sehenden Klub eine desaströse Zwischenbilanz. Was stimmt nicht mit dem VfL?

Wer sich als Anhänger des VfL einige Spiele der Bochumer in dieser Saison über die volle Länge angetan hat, der ist wahrlich nicht zu beneiden. Zwar waren die Spiele, wie auch das jüngste 3:3 für den neutralen Zuschauer häufig unterhaltsam, wenn nichts für Freunde des gepflegten Fußballs. Ungeahnt viele Fehler prägten die Auftritte des Teams von der Castroper Straße. Für die eigene Gesundheit waren sie zudem abträglich, brachten sie den Kreislauf durch viele späte Tore doch immer wieder kräftig in Wallung.

Der Trainerwechsel von Robin Dutt hin zu Thomas Reis vor einigen Wochen ist längst wirkungslos verpufft. Kein Team der zweiten Liga hat so wenige Siege auf dem Konto wie die Bochumer. Selbst der Tabellenletzte aus Wiesbaden konnte schon zwei Spiele als Sieger beenden, konnte eines seiner Heimspiele gewinnen. Der VfL hingegen nicht. Ein echtes Alarmsignal.

Vor diesem erschreckenden Hintergrund sind die gut 14.000 Zuschauer, die es am Wochenende noch ins Ruhstadion zog, schon fast eine beeindruckende Kulisse. Aus den harten Kern seiner Anhängerschaft kann sich der VfL also noch verlassen. Die Betonung liegt hier auf ‚noch‘.

Die Karte Trainerwechsel wurde in Bochum im September schon (erstmals) gespielt, knapp ein Drittel der Runde ist absolviert und von den eigenen Ansprüchen ist man so weit entfernt wie kein anderer Profiklub aus dem Revier in diesen Tagen.

Die Tendenz zwischen den großen Vereinen aus Schalke und Dortmund zerrieben zu werden ist in Bochum ja schon seit Jahren zu beobachten. Statt sich jedoch an eine Aufholjagd zu machen, fällt der VfL derzeit noch weiter zurück.

Ein Konzept, wie dies auf absehbare Zeit einmal wieder zu ändern wäre, ist nicht zu erkennen. Vor der Saison feierten sie an der Castroper Straße ‚40 Jahre Ruhrstadion‘. Vieles deutet aktuell darauf hin, dass sie sonst in näherer Zukunft nichts mehr zu bejubeln haben dürften.

Der Abstieg scheint dem VfL näher zu sein als der vor dem Start der Runde angestrebte Aufstieg. Kaum jemand außerhalb der Stadt interessiert sich nach so vielen Jahren um Fußball-Unterhaus noch für den darbenden Verein. Es fällt einem wirklich nicht viel Positives ein, wenn man im Oktober 2019 an den VfL Bochum denkt.

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