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Piraten in NRW feiern Berlin-Wahl

Es sieht so aus, als ob die Piratenpartei in Berlin die Fünf-Prozent Hürde knackt. Sollte das gelingen, ist das ein Ereignis von bundesweiter Signalkraft. Die Piraten in NRW haben für Sonntag schon einmal drei Wahlpartys an den Start gebracht: In Köln, Düsseldorf und Münster sollen im Falle eines Falles die Sektkorken knallen.

Die letzten Erfolge der Piraten liegt zwei Jahre zurück: Zwei Prozent bei der Bundestagswahl, ein paar Wochen vorher bei der Europawahl ein Prozent – damals war die Piratenpartei in aller Munde. Dann gab es Ärger wegen Rechten in der Partei, wegen Tauss, merkwürdigen Parteitagen und insgesamt schien das Projekt Piraten schon gescheitert zu sein, bevor es richtig los ging.

Doch es könnte gut sein, dass das Totenglöckchen für die Piraten zu früh geläutet wurde. In Berlin haben die Polit-Freibeuter gute Chancen in das Abgeordnetenhaus sowie mehrere Bezirksvertretungen zu ziehen. Es könnte das Signal zur Wende sein. Gelingt der Einzug ins Parlament in Berlin, könnte die Piratenpartei auch in anderen Städten und Ländern, vielleicht sogar im Bund, in den kommenden Jahren erfolgreich sein.

Wer sich Piraten mal näher anschauen möchte, kann das am Sonntag tun. Auf drei Partys soll der Einzug in das Abgeordnetenhaus Berlins ab 17.30 Uhr gefeiert werden:

Köln  
Bürgerhaus Stollwerk, Dreikönigenstr. 23, 50678 Köln

Düsseldorf
Saffran’s, Collenbachstraße 21, 40476 Düsseldorf

Münster
Piraten Münster – Wasserweg 214, Münster

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10 Kommentare zu “Piraten in NRW feiern Berlin-Wahl

  • #1
    Mit-Leser

    … Netzwerkpartyalarm. 😉 In Berlin bündeln sich gerade viele recht ehrgeizige Piraten, die endlich den Sprung vom Amateurlager in die Profiliga schaffen wollen. Deutschlandweit fehlt es da jedoch immer noch an einer breiten Basis. Aktuell schaffen es noch nicht einmal die Kölner eine funktionierende Infrastruktur aufzubauen bzw. am Leben zu erhalten. Alles konzentriert sich auf sehr, sehr wenige Leute. Und dann gibt es auch noch das Monokultur-Problem: es gibt wenige Charismatiker, aber dafür mehr als genug EDV-Leute, die sich in erster Linie für Server interessieren und denen Lokalpolitik viel zu analog ist. 😉 (Ich finde das Projekt auch interessant, bin da aber ziemlich ernüchtert.)

  • #2
    Robin Patzwaldt

    @Mit-Leser: Die Personaldecke ist ja selbst bei den Grünen noch zu dünn (häufig zumindest (siehe z.B. RVR)). Und glaube mir, ernüchternd ist das da auch 😉

  • #3
    Michael

    Moin!

    Das halte ich für ein schlichtes und vor allem falsches Gerücht, dass die Piratenarbeit in Köln nicht funktioniert und man sich nicht in lokalpolitische Aktivitäten einmischt. Das genaue Gegenteil ist der Fall, siehe u.a. Beteiligungen in Sachen Hafen Godorf, bei den Protesten gegen den Aufmarsch der Pro-Gruppe hier in Köln oder siehe Bäderschließung Nippes. Und was richtig feines ist in Vorbereitung.

    Da würde mich ja schon interessieren, woher die obenstehenden „Erkenntnisse“ so stammen. Vom gegenteil kann man sich übrigens am Sonntag überzeugen, wir stehen gerne Rede und Antwort zu lokalpolitischen Aktivitäten und allem anderen.

    Viele Grüße aus Köln
    Michael (der so überhaupt nix mit der IT-Branche zu tun hat)

  • #4
    thomas

    tja lieber Mit-leser so als kleine Lebensweisheit, man muss auch die Ausdauer haben sich als Pirat zu engagieren erst dann wirds auch was mit Erfolg. Also einfach mal in Köln reinschauen, so im Reallife gibts dann auch wieder den nötigen Schwung Freu mich auf Sonntag in Kölle

  • #5
    danebod

    In diesem Jahr wurden überall bei Kommunalwahlen Mandate geholt, Hessen, Hamburg, Bremen und zuletzt sogar im schwierigen Kreis Südvorpommern und ca 60 in Niedersachsen letzten Sonntag. Es geht voran.

    Die Totenglöckchen waren frommes Wunschdenken von Liberallalas und Sozialdarwinisten, denen unsere Positionen zur bedingungslosen Grundsicherung nicht passen. Der Spiegel aka Bild am Montag war da besonders eifrig.

  • #6
  • #7
    Mit-Leser

    @Michael: „Beteiligungen“ in Form von Logos (neben vielen anderen Logos) auf Plakaten sind ja ganz nett. Es geht aber darum eigene Akzente zu setzen. Und: es geht darum in den Ortsverbänden zu beweisen, warum es für die jeweilige Stadt gut ist, dass ausgerechnet ein Pirat im Rat sitzt.

  • #8
    Michael

    Ach das ist schon ein wenig mehr als hier und da mal ein Logo platzieren, auch wenn Du das gerne anders darstellen möchtest. Also ich war letztes Wochenende auf der Straße wegen der Proteste gegen die Bäderschließung in Nippes und Weiden, Infomaterial verteilen. Mit mir und der entsprechenden Kölner Bürgerinitiative zahlreiche andere Piraten auch. Am Samstag geht’s auf den Rudolfplatz, gleiches Thema. Wir haben unter anderem auf dem CSD massiv zum Thema Hafen Godorf informiert. Das sind nur zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Ich könnte mehr nennen, will die Leute hier aber nicht mit lokalem nerven. Natürlich bauen auch wir Rom nicht in einem Tag, aber einfach in den Raum geworfene Behauptungen wie oben sind schlichter Unsinn.

    Wir sind da, werden zunehmend präsenter und auch wieder größer, sind lokal wie überregional an konstruktivem Dialog interessiert und gehen auch nicht mehr weg. Gewöhnt Euch dran und redet einfach mit uns (z.B. Sonntag- oder Montagabend im Stollwerck), wir wollen das Land besser machen, nicht mehr, nicht weniger.

  • #9
    Mit-Leser

    @Michael: … Godorf war ja eher eine Niederlage, da es nicht gelungen ist, die Bürger auch zu mobilisieren. Hier hätten die Piraten gerade in Bezug zu Bürgerentscheiden und Stadtplanung 2.0 noch mehr ins Bewusstsein der Bürger vorstossen können. Das meine ich mit eigenen Akzenten. Ich finde gut, dass ihr Flyer verteilt etc. Nur: aktuell geschieht zu wenig. Weil es an Mitstreitern fehlt. 😉

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