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Plagiatsvorwurf: Hat Baerbock in ihrem Buch abgeschrieben?

Annalena Baerbock Foto: Stephan Röhl/Heinrich-Böll-Stiftung Foto: CC BY-SA 2.0

Hat Annalena Baerbock ganze Passagen ihres Buches „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“  von anderen Autoren abgeschrieben?
In ihrem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ gewährt Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen, nicht nur Einblicke in ihrer Vergangenheit. Sie beschreibt auch, wie Deutschland grüner werden soll. Der österreichische Plagiatsgutachter Stefan Weber wirft Baerbock nun vor, ganze Teile ihres Buches abgeschrieben zu haben. Auf seiner Webseite führt er aus, dass Baerbock ganze Passagen unter anderem vom US-Autor Michael T. Klare, dem Blog  „Klimawandel – Challenge Accepted“, dem Spiegel und einer Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung übernommen hat. Allerdings ohne sie als Zitate zu kennzeichnen. Weber schreibt auf seinem Blog: “Ein Sachbuch einer Politikerin im Ullstein-Verlag ist keine Dissertation. Und im Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ werden überhaupt keine Quellen angegeben. Beides ist aber noch lange keine Legitimation für schwerwiegende Textplagiate. Textplagiate sind ethisch nicht korrekt und wurden auch bereits in Sachbüchern zurecht bemängelt. Nun kommt zum Lebenslauf-Frisier-Fall Baerbock auch noch der Plagiatsfall Baerbock hinzu. Und wenn man es genau nimmt, handelt es sich auch um mehrere Urheberrechtsverletzungen.”

Für den holprigen Wahlkampfauftakt der Grünen und ihrer Kanzlerkandidatin Baerbock ist  Webers Veröffentlichung ein weiterer Fettnapf.

Hier findet ihr Webers Beispiele.

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22 Kommentare zu “Plagiatsvorwurf: Hat Baerbock in ihrem Buch abgeschrieben?

  • #1
  • #2
    Emscher-Lippizianer

    Hach, wer wird denn bei den Grünen gleich so kleinbürgerliche Begriffe wie "mein" und "dein" verwenden?

  • #3
    Bochumer

    Wieso schreibt sie ein Buch? Warum kein besserer Ghostwriter? Hat sie nicht kapiert, dass jede Zeile gegen sie zitiert werden kann?

    Ihre Kandidatur war ein Fehler für die Grünen. Luschet lacht sich kaputt.

  • #4
    ingenhorst

    Was für ein Bock der Annalena! Der Herr von Guttenberg, die Damen Schavan und Giffey plagiierten ebenfalls, logen und betrogen. Aber Doktorarbeiten lesen nur eine Handvoll Leute und sie landen so gut wie nie im Buchhandel. Aber Annalenas Plagiat gibt´s bei Amazon zu kaufen. 24 Euro. Die Giffeys und Guttenbergs haben quasi in Nachbars Garage den Rasenmäher geklaut, benutzt, mit ihrem gut getrimmten Rasen überall herumgestrunzt und den Mäher wieder zurück gestellt. Die Baerböckin hat den Rasenmäher geklaut, benutzt und will ihn jetzt auch noch verkaufen….

  • #5
    Enno

    Eigentlich ist eine solche Person und hier insbesondere eine Kanzlerkandidatin doch nicht mehr haltbar.

    Bin gespannt wann die Verantwortlichen die Reißleine ziehen.

  • #6
  • #7
    Uldarich

    Bisher die einzige Quelle die ich las, die einzeln die Vorwürfe des Plagiatsjägers durchging, war ein Thread von Felix W. Zimmermann (Dozent für Presserecht) https://twitter.com/fewizi/status/1409869322131066902?s=20 Vielleicht wäre es ja mal angebracht für alle, die nur die Schlagzeilen und dünnen Kommentare lesen, sich dort schlau zu machen um welche "Vorwürfe" es geht und eine eigenen Meinung zu bilden. Danach bleibt nämlich nichts übrig, was wirklich relevant wäre. Es ist ein Sachbuch in dem hpts Sachinformationen weitergegeben werden, in der Quellenangen eher unüblich sind ud es kein Zitiergebot gibt. Es gilt das Urheberrecht, welches stärker greift als jede Vorschrift für wissenschaftliche Publikationen. Sofern ich bisher weiss hat aber bisher kein Urheber seine Ansprüche angemeldet. Das ganze gehört meiner Meinung nach in die Rubrik der Politik, jeden Tag eine Schlecht Nachricht über die Grünen, irgendwas bleibt hängen und ist ein Tag an dem nicht über die Wahlversprechen der Regierungsparteien diskutiert werden muss.

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Uldarich: Es ist einfach peinlich. Mehr nicht. Aber peinlich ist es.

  • #9
    Bernd Ritter

    Erst den Lebenslauf ein bisschen frisieren, dann hier und da ein bisschen abschreiben… Sie möchte doch nur demnächst Deutschland repräsentieren. Wer braucht denn noch Vorbilder?

  • #10
    Sophia

    Vermutlich, wenn es so weitergeht und die Umfragewerte sinken, wird die Partei sie als Spitzenkandidatin fallenlassen. Es ist eine Charakterfrage die sich jeder Wähler über diese Person stellen sollte.

  • #11
    Emscher-Lippizianer

    @Bernd Ritter
    #9

    Ich muß widersprechen. Diese Dame möchte Deutschland nicht "nur" repräsentieren, sondern regieren. Also nicht als Grüß-Augustine, sondern als die Bestimmerin der Richtlinien der Politik.

  • #12
    Armin Specht

    Das man sich bei den Grünen mit Urheberrechtsverletzungen wohl gut auskennt, mag dieser Artikel auf RP-ONLINE beleuchten.

    Grüne froh über Urteil: Laien-Status schützt Fraktion | Kreis Kleve Kreistagsfraktion der Grünen
    https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kreis-kleve-oberlandesgericht-spricht-gruene-frei_aid-50827487

  • #13
    Karla

    Sie soll ja konsequent Gendersternchen setzen. Grundsätzlich. Da würde mich jetzt natürlich interessieren, ob sie sie die kopierten Fremdtexte insofern verändert hat, daß sie die passend nachvergendert hat. Dann wäre irgendwas doch von ihr.

  • #14
    Mertenskötter

    ….wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!

    Ich kenne keinen politischer Akteur und egal welcher Partei er angehört, der seine Zitate oder Passagen in einem Sachbuch kennzeichnet. Im Gegenteil, die Ghostwriter- Szene hat momentan Hochkonjunktur.
    Da wird geschrieben was das Zeug hält. Wichtig ist dabei nur, ich schade meinem politischen Mitbewerber.
    Genau das ist der Demokratie nicht dienlich.

    Ach ja, bevor ich auch angefeindet werde, hier meine Fußnote zum o. g. Zitat:

    * Evangelium nach Johannes, Kapitel 8

  • #15
    der, der auszog

    Als ich vorhin die Ruhrbarone öffnete und mich die Anzeige eines Instituts für psychologische Dienstleistungen mit der Headline „Werksstudenten in Herne gesucht!“ empfing, dachte ich als erstes: das wäre doch was für Annalena! Was Solides, was Handfestes, etwas, worauf sie aufbauen kann und nicht so ein Frauengedöns wie Bundeskanzlerin und Völkerball.

    Ich meine, wer außer Tina Hassel und die taz hat schon ernsthaft daran geglaubt, dass Annalena Baerbock jemals Bundeskanzlerin wird? Selbst dem Spiegel ist unmittelbar, nachdem im Frühjahr die Umfragewerte der Grünin durch die Decke gingen, das Schicksal von Martin Schulz und seinem voller Caracho vor die Wand gefahrenen „Schulz Zug“ eingefallen. Die einzige Überraschung bei der kommenden Wahl dürfte die Rochade von Grünen und SPD sein, sowohl was die Platzierung in der Wählergunst als auch in der Wahl des Koalitionspartner für die CDU angeht. Das alleine wäre schon eine äußerst respektable Leistung für Grün, wenn da nicht der Größenwahn wäre. War für viele AlternativInnen über Generationen das Gegenstück zum alten weißen Mann noch Gott als schwarze weise Frau, wissen wir heute, Gott könnte auch Grün sein.

    Das Buch von Annalena Baerbock ist aber sicherlich keine Bibel. Es ist die Selbstdarstellung einer politisch völlig unbekannten Politikerin, die darum wirbt, Bundeskanzlerin werden zu wollen, so gesehen ein in Leinen gebundenes oder Hardcoverummanteltes Werbeprospekt, wie wir es von Aldi, Beate Uhse oder Fressnapf her kennen und welches nach dem 26. September seine Gültigkeit verlieren wird. Eine solche Werbeschrift mit den Maßstäben einer Doktorarbeit messen zu wollen und in eine Reihe mit den plagiierten Doktorarbeiten von Guttenberg, Schawan oder Giffey zu stellen, zeigt einmal mehr wie armselig Journalismus in Zeiten des Wahlkampfs sein kann.
    Aber hey, das war schon immer so. Bundesbirne und Genschman lassen grüssen, genau wie Heiner Geißler, der schlimmste Hetzer seit Goebbels und mit Verlaub kann man einen Präsidenten auch schon mal ein Arschloch nennen. Um mich nicht der Urheberschaftsverletzung schuldig zu machen: Genschman war Titanic, Geißler von Herbert Frahm und das mit dem Arschloch stammt von Joschka Fischer, dem letzten coolen Grünen, der mit seinen – ich mutmaße mal mit meinem Kulturspiegelwissen: in einem Chinesischen Arbeitslager gefertigten Turnschuhen den Amtseid auf die Bundesrepublik Deutschland schwor. Oder war es nur die Bundesrepublik ohne Deutschland?

    Keine Ahnung. Was da besser ist, wissen sowieso nur die Grünen wirklich –
    Und keine Angst, die Grünen zerlegen sich von ganz alleine, zumindest solange sie – wie auch ihre Basher – eine Werbebroschüre nicht von der Heiligen Schrift unterscheiden wollen und sie sich jedesmal als Reaktion ins fair gehandelte Wahlkampfhöschen aus echter Biobaumwolle machen, wenn es jemand wagt, ihrer derzeitigen Lichtgestalt vor den Elektrobetrieben Karren zu pinkeln.

  • #16
    DAVBUB

    @14, Mertenskötter:
    Die Grünen geben immer die Moralapostel, die z.B. in den Fällen Schavan und Guttenberg nicht durch Zurückhaltung auffielen. Trittins Geiferei gegen den dann zurückgetretenen Bundespräsidenten fällt für mich unter Hetze. Da gilt dann nicht die Bibel, sondern:" Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus."

  • #17
    Armin Specht

    Ehrlich gesagt – wenn ich Baerbocks Buch mit dem vollmundigen Titel „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ – kaufen würde, dann erwarte ich bitte etwas anderes als ein Buch – was aus kopierten Texten und nicht gekennzeichneten Zitaten besteht.

    s.dazu Focus „Propagandakrieg“, „Verarsche“ Die Grünen gehorchen
    https://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl/gruenen-kandidatin-unter-druck-promi-anwalt-aggressive-tweets-welches-motiv-hinter-der-abwehrstrategie-der-gruenen-steckt_id_13453583.html

    Zum Thema Urheberrechtsverletzung:
    Meines Wissens besteht eine Urheberrechtsverletzung auch bei nicht genannten Urheber bzw. Quelle

    §13 des deutschen Urheberrechtsgesetzes (UrhG) regelt das eindeutig.
    https://dejure.org/gesetze/UrhG/13.html

    Baerbock soll nun einen Medien u. Promi-Anwalt mit dem Namen „Christian Schertz“ mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt haben.

    WIe dieser zu der Einschätzung kommt „er könne nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen“ ist mir selbst als juristischer Laie sehr schleierhaft.

    Eventuell bringt dieser Artikel auf bild.de dazu mehr Aufklärung | Klassische Blendgranate
    https://www.bild.de/politik/kolumnen/kolumne/kommentar-zu-baerbock-es-geht-um-glaubwuerdigkeit-76926620.bild.html

  • #18
    abraxasrgb

    Für das Urheberrecht bedarf es einer „geistigen Schöpfungshöhe“, um dieses Recht zu bekommen.
    In einem Buch von ACAB, bei den Grynen? C‘mon 😉

  • #19
    Manni

    @Sören:"du wählst doch sowieso AFD"

    Es mag dahingestellt bleiben, ob oder was der Kommentator wählt, denn darum geht es im Artikel nicht (aber eine schöne Nebelkerze von Ihnen).
    Schlimmer (viel schlimmer) noch als eine lächerliche, unqualifizierte Kandidat:in ist, dass diese mit ihren Profilierungsversuchen die gesamt Grüne Partei beschädigt und letztlich sogar die umweltpolitischen Diskussionen diskreditiert.
    Die Schlussfolgerung "wenn die Kandidat:in schon so verlogen ist, dann sind auch Umweltverschmutzung und Klimawandel gelogen" ist naheliegend für Menschen, die sich nicht wie Sie in einer Blase bewegen.

  • #20
    Armin Specht

    Lieber Manni,

    der Meinung stimme ich voll zu.

    "Schlimmer (viel schlimmer) noch als eine lächerliche, unqualifizierte Kandidat:in ist, dass diese mit ihren Profilierungsversuchen die gesamt Grüne Partei beschädigt und letztlich sogar die umweltpolitischen Diskussionen diskreditiert."

  • #21
  • #22
    Berthold Grabe

    Unabhängig davon, was ich von Baerbock halte, sind die plagiatsvorwürfe nach meiner Meinung haltloser Schmarrn.
    Baerbock hat keine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben sondern einen Meinungstext.
    Der unterliegt keinen Plagiatsbeschränkungen.
    Ich halte Baerbock nicht für das Amt geeignet, aber trotzdem kann es nicht sein, das man sie mit eher fragwürdigen Mitteln diskreditiert.
    Wenn sie Aussagen dritter aufnimmt, ist das eher Zeichen einer Belesenheit, den n eine Zitierpflicht exisitiert für diese Art Bücher schlicht nicht.
    Eine solche Kennzeichnungspflicht gehörte zu dem, wenn es sie gäbe, für diese Art Bücher unbedingt verboten!

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