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Pssst, sagt Küppersbusch

Grosser-Bruder-Foto: Ruhrbarone

 

Habe im Stadtblatt ein interessantes Interview gelesen mit Friedrich Küppersbusch, der als Metropolenarbeiter zwischen Köln und Berlin ausgerechnet im Ruhrgebiet blieb. Hier sagt er warum. klack

Ich finde, Küppersbusch hat weitgehend recht, wenn er unbedingte "Geheimhaltung" der Vorzüge des Ruhrgebietes fordert und das Bedienen der miesesten Klischees. Wenn er meint, dass es nicht klappen kann, aus dem Gebiet ein Tourismusziel zu machen, dass das Ruhrgebiet als Lebensraum unzerstörbar ist. Nur seine irische These ist so naja.

Es stimmt schon, dass man in Irland oft alleine ist, dass es als Urlaubsland nicht funzt, weil es dort immer regnen soll. Dafür machen Irland nicht Touristen kaputt, sondern die Iren, die Neureichen, der Bungalow-Blitz in schönsten Gegenden, die fetten Karren…

Grosser-Bruder-Foto: Ruhrbarone

 

Habe im Stadtblatt ein interessantes Interview gelesen mit Friedrich Küppersbusch, der als Metropolenarbeiter zwischen Köln und Berlin ausgerechnet im Ruhrgebiet blieb. Hier sagt er warum. klack

Ich finde, Küppersbusch hat weitgehend recht, wenn er unbedingte "Geheimhaltung" der Vorzüge des Ruhrgebietes fordert und das Bedienen der miesesten Klischees. Wenn er meint, dass es nicht klappen kann, aus dem Gebiet ein Tourismusziel zu machen, dass das Ruhrgebiet als Lebensraum unzerstörbar ist. Nur seine irische These ist so naja.

Es stimmt schon, dass man in Irland oft alleine ist, dass es als Urlaubsland nicht funzt, weil es dort immer regnen soll. Dafür machen Irland nicht Touristen kaputt, sondern die Iren, die Neureichen, der Bungalow-Blitz in schönsten Gegenden, die fetten Karren, der Müll. Wer das sagt? Mein großer Bruder – der lebt da seit fast 20 Jahren. "Ruhrgebiet ein deutsches Stück Irland" (Küppersbusch) – ja, bevor der keltische Tiger sprang.      

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6 Kommentare zu “Pssst, sagt Küppersbusch

  • #1
    David

    Da hat Dein Bruder recht. Ich war vor kurzem in Irland. In der Mitte und im Norden von Dublin bei einem Motorrad-Rennen. Ich war mit Martin da. Und das ist das Anti-Revier. Da brummt dermaßen der Bär. Die Iren sind bald alle Dollar-Millionäre. Ohne Ende Prachtbauten, Siedlungen aus denen das Geld stinkt. Häuser – riesengroß. Und was noch überrascht. Die hadern nciht mit der Vergangenheit. Die sagen, damals war es schlecht. Heute ist es gut. Was soll also dieses ganze larmoyante Klischeegetue vom glücklichen Schäfer.

    Hier die Pottler sollten sich ne Scheide abschneiden.

  • #2
    Stefan Laurin

    @David: Mich nervt hier auch die Angst vor allem Neuen – in Deutschland generell und im Ruhrgebiet besonders. Der Strukturkonservatismus des Ruhrgebiets ist die Pest – und immer muß alles gaaaanz laaangsam und vorsichtig passieren. Bis gar nix mehr passiert.

  • #3
    David

    Mir geht auf die Nerven, dass oft erzählt wird, das Ruhrgebiet werde nur zu schwarz gemalt. Eigentlich sei hier alles toll. Diese Lebenslüge führt zu einem Widerspruch zwischen Wirkichkeit und Selbstbild, der leider nur bei den cleveren Typen dazu führt, dass die abhauen.
    So wie sich in Irland ein paar Jahrhunderte lang jeder vom Acker machte, der mehr drauf hatte, als Kartoffelpflücken.
    Erst als die Iren anfingen, ihre Probleme ernst zu nehmen und diese zu lösen, ging die Post ab.
    Der Pessimismus im Revier ist die logische Folge aus der beharrlichen Weigerung die Realität hinter den Kompetenzfeldern zu erkennen. Man muss mehr tun, als PR-Sprech einzuführen, um das hier zu ändern.
    Denk nur an die beknackte Hoffnung der Revierstädte, es würde immer weiter gehen mit der Schweridustrie. Und jetzt sitzen die Zukunftsfirmen in BAYERN. Bei den BAUERN. Wie doof kann man eigentlich sein.

  • #4
    schuri Beitragsautor

    Das schreibt mein großer Bruder Wulf aus Dun Laoghaire

    „@david: „Dollarmillionaere, Prachtbauten, Siedlungen, die nach Geld stinken, damals schlecht, heute gut, glueckliche Schaefer und Kartoffelpfluecker…..“

    David hat wohl waehrend des Motoradrennens auch an einem Schnellkurs fuer irische Geschichte teilgenommen. Um seine profunden Einblicke in die Vergangenheit, Entwicklung und Gegenwart der irischen Geschichte weiter zu vertiefen, empfehle ich ihm die giftgruene Insel doch nochmals zu besuchen. Diesmal mit Zeit und Verstand, denn man sieht nur was man weiss. David schreibt auch: „Erst als die Iren anfingen ihre Probleme ernst zu nehmen und diese zu loesen, ging die Post ab.“ „…die Post geht ab, der Baer brummt“, -was fuer eine Phrasendrescherei . Es versteht sich von selbst dass die Iren Ihre Probleme immer ernst genommen haben und bemueht waren sie zu loesen, besonders ueber die letzten 700 Jahre.“

  • #5
    David Schraven

    @ Wulf Du hast recht. Es war ein Schnellkurs in Irischer Geschichte. Einer mit einer irischen Familie die weltweit verstreut lebt. Bei denen konte ich sehen und erleben, wie die sich entwickelt haben. Aus kleinen Häusern in große Häuser. Verdammt große Häuser. Und das waren Normalverdiener.

    Mit Zeit und Verstand hab ich vorher und nachher gelesen. Phrasen dresch ich gerne.

    Davon ab stimmt das, was ich geschrieben habe. Und Dolar-Millionär wird man heute schon als Besitzer eines normalen Hauses in Dublin. 🙂 Das ist ein Fakt.

    Die Verweise auf die immer alte irische Geschichte ziehen blos bei Deutschen, die nach Irland ziehen. Die Iren sind schon lange weiter.

    Das ist ja auch der Unterschied zum Revier. Hier erzählen die auch immer nur vom Pütt. Anstatt mal Gas zu geben. Leider bleiben die bei uns aber bei der Nabelperspektive kleben.

  • #6
    David Schraven

    @ Wulf. Die hab ich vergessen zu dreschen, die Phrase. Die Iren haben über die letzten 200 Jahre ihre Probleme so gelöst, dass sie sich verdrückt haben. Meist nach Amerika. Noch immer leben da mehr Iren als in Irland, oder? Erst seit ein paar Jahren ist Irland ein Einwanderungsland, oder?

    Das Revier ist leider noch in der Verdrücker-Phase. Unsere Bevölkerung wächst negativ, wie es in Neusprech heißt.

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