
Die Ruhr-Universität Bochum hat eine geplante Veranstaltungsreihe im Kontext der „Israeli Apartheid Week“ kurzfristig abgesagt. Die Hochschulleitung begründet den Schritt mit Risiken für den Hochschulfrieden – und verweist auf Bezüge zur antisemitischen BDS-Bewegung und zu als extremistisch eingeordneten Netzwerken.
Die Reihe war von Studenten initiiert und zunächst genehmigt worden. Erst nach einer vertieften Prüfung zog die Universität die Reißleine und entzog die bereits erteilte Raumzusage wieder.
Nach Darstellung der Universität sei zunächst nicht klar gewesen, dass die Veranstaltungen Teil der internationalen Kampagne „Israeli Apartheid Week“ sind. Diese steht seit Jahren in der Kritik, weil sie eng mit Boykottaufrufen gegen israelische Wissenschaftseinrichtungen verbunden ist und im Umfeld der BDS-Kampagne verortet wird.
Die Hochschulleitung sieht darin mehr als nur eine kontroverse Debatte. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass der Campus zum Schauplatz politischer Mobilisierung wird, die mit dem Anspruch eines offenen, wissenschaftsgeleiteten Diskurses kaum vereinbar ist. Konkret warnt die Universität vor Polarisierung und möglicher Eskalation.
Damit stellt sich die Ruhr-Universität gegen eine Entwicklung, die an vielen Hochschulen zu beobachten ist: Aktivistische Kampagnen versuchen, universitäre Räume für politische Auseinandersetzungen zu nutzen und das häufig auf Kosten des eigentlichen akademischen Austauschs.
