#1 | Jens Kobler sagt am 7. Mai 2009 um 12:59 Uhr

Zum „Clubsterben“ ein paar kurze Worte:
1.) Immer wenn ich mich selbst googelte in den letzten Jahren, kam dieses taz-Interview mit meiner Aussage „Die Love-Parade ist ein Import-Produkt, das hier nicht funktioniert.“ Das war recht verkürzt, denn es ging natürlich darum, dass ein zeitlich begrenzter Dauertrend wie elektronische Tanzmusik natürlich nur für diejenigen richtig Kohle abwirft, die früh genug dabei waren (oder stumpf rechtzeitig nen Hit raushauen). Deshalb ist es nur konsequent, dass genau die von der Loveparade im letzten Jahr so überbegeisterten Dortmunder jetzt ab- und umrüsten. Denn …
2.) Es gibt einige Clubs und äh Tanzbars und Szenekneipen in Dortmund. Aber die meisten sind Discos, die sich als Clubs ausgeben. Und Großraumdissen. In einem Club muss nämlich nicht getanzt werden, er definiert sich vor allem über die Gäste und deren Identifikation mit im Laufe der Zeit durchaus wechselnden und eigenständigen Inhalten der Betreiber.
3.) Ein paar Kampfthesen: a) Deshalb ist das Hotel Shanghai auch kein Club mehr, sondern eine Disco. b) Manche Läden in Essen und Dortmund machen eher moderate Keller-Kleinraves, was mit Clubgefühl wenig zu tun hat. c) Die Zukunft des Clubwesens liegt jenseits der Tanzfläche.