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Ruhrgebiet: Its not a Jupp, its a Zonie

Aus der Zwischenablage

“Willst Du das Ruhrgebiet an der Spitze sehen, musst Du die Tabelle drehen” singen sie in München und wenn es um die Tabelle der Regionen mit den schlechtesten Zukunftsaussichten geht, spielt der größte Teil des Ruhrgebiets ganz hinten mit: Dortmund, Herne, Gelsenkirchen, Duisburg, Oberhausen und die Kreise Unna und Recklinghausen  haben Ossiland-Niveau erreicht. Ob Dunkeldeutschland oder Dortmund – Das Zukunft Wort Zukunft kommt nur noch in den Broschüren der Wirtschaftsförderer vor, nicht mehr in der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen. Nachlesen kann man das alles in der neuesten Prognos-Studie.

Staatswirtschaft, Filz und der unbedingte Wille ein Opfer zu sein, dem andere etwas schulden, haben sowohl in der ehemaligen DDR als auch im Ruhrgebiet gezeigt was sie bewirken können: Regionen voller Armut und Selbstaufgabe,  in denen die meisten noch nicht einmal mehr davon träumen, wie ein besseres Leben aussehen könnte.

Für Parteien ist das gut: Menschen die wenig erwarten stellen auch geringe Ansprüche an andere – zum Beispiel an Politiker. Im Ruhrgebiet erscheint es vielen ja mittlerweile als vollkommen abwegig, andere nach ihrer Leistung zu beurteilen: Was hat diese oder jene Wirtschaftsförderung an Jobs gebracht, wie viele Ansiedlungen gab es, hat ein Dezernent es geschafft, Wohngebiet attraktive zu machen – wenn ja, kann er bleiben,  wenn nein, fliegt er: So denkt hier kaum mehr jemand. Und solange das so ist, wird sich hier auch nichts ändern.

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19 Kommentare zu “Ruhrgebiet: Its not a Jupp, its a Zonie

  • #1
    Tolleranz

    Traurig, aber ich teile die Einschätzung.

    Wie es bei uns in 5-10 Jahren aussehen wird, kann man in Frankreich sehen.
    Große Teile der Bevölkerung leben in Armut; Rassissmus und Kriminalität bestimmen das Klima.

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  • #3
    Franz Przechowski

    Deine Interpretation des alten Slogans von SONY ist ein kreativer Geistesblitz.
    Ansonsten kommen mir die Erkenntnisse von Prognos vor, wie “1000x berührt und nie ist was passiert”. Zumindest auf dem kleinkarierten Politikfeld.
    Ganz schlimm ist für mich persönlich die tiefe Stille, die ich vernehme, wenn ich in mich hinein horche. Die Botschaft der Analyse regt mich nicht einmal mehr auf. Gleichgültigkeit und Fatalismus fallen mir noch ein. Mehr nicht!
    In der Bergmannssprache kenne ich zwei Begriffe, die den absehbaren Zustand des Reviers zutreffend beschreiben: “Deckel drauf” und den “Toten Mann”

    Glückauf

  • #4
    Wolfgang Wendland

    Ich finde es nicht gut und auch nicht richtig, dass Du so schlecht über die ehemalige DDR sprichst und sie sogar mit dem Rihrgebiet vergleichst. 😉

  • #5
    Melma85

    Trübe Aussichten und dazu noch sehr real 🙁 Es ist sehr traurig wie das Ruhrgebiet bemerkt hat den Wandel verschlafen zu haben und dann einfach weitergepennt hat. Ich hoffe wir bekommen keine französischen Zustände.

  • #6
    Helmut Junge

    Ich frage mich auch, warum so viele Leute zufrieden sind.
    Vielleicht werden nur solche Sachen abgeschafft, die ich wichtig finde, nur die Straßen nicht repariert, durch die ich fahre, nur die Schulen dicht gemacht, die ich kenne, ich weiß es nicht. Aber dass das für Parteien gut ist, ist logisch. Alle zufrieden.
    Dennoch geht es uns besser als unseren entfernten Verwandten, den Nachkommen der Geschwister meines Grßvaters, die vor und nach dem ersten Weltkrieg ins gelobte Kohlenrevier nach Pittsburg USA gezogen sind. Die haben ihre schönsten Jahre längst hinter sich.
    Abstieg ohne Bürokratie und Staatswirtschaft. Verfilzung? Keine Ahnung, ob die so was wie amiogoaffären haben wie die Bayern, denen ja wohl die Zukunft trotzdem lacht.
    Trotzdem zählt nur der innerdeutsche Vergleich, weil wir Deutsche sowieso nur den Blick auf den eigenen Nabel gerichtet haben.
    Klar. deutsche Nabelschau.
    Aber egal, ich hab ja auch Kritk am Zustand des Ruhrgebiets. Nur lebe ich in einer Welt von der Umfrageergebnisse sagen, dass sie als “gut” empfunden wird, obwohl ich denke, dass alles den Bach runtergeht.
    Dieses querulative Element habe ich wohl mit Laurin gemensam.

  • #7
    der, der auszog

    @Helmut

    Panem et circenses – Brot und Spiele

    Wie der alte Juvenal schon vor 1.800 Jahren feststellte, verstehen es die politischen Machthaber und ihre Beamten bestens, den Pöbel mit eindrucksvoll inszenierten sportlichen Großerveranstaltungen und genug zu essen so bei Laune zu halten, dass dem Völkchen die ihn umgebenden wirtschaftlichen Probleme egal sind.

    Zugespitzt: Solange die Menschen im Ruhrgebiet keinen Hunger leiden müssen und ihnen niemand ihren Fußballzirkus nimmt, werden sie vielleicht nicht immer glücklich, aber zumindest zufrieden sein. Was interessiert die Arbeitslosigkeit in Gelsenkirchen, wenn man mit Schalke Meister der Herzen werden kann.

  • #8
    Arnold Voss

    Man kannn das Ruhrgebiet sozial nicht mehr über einen Kamm scheren. Die hier genannten Problem treffen vor allem den Norden der Stadtregion. Hier konzentrieren sich allerdings die Problem in einer Weise, dass sie für das ganze Ruhrgebiet bedrohlich werden könnten.

    Der Wille das zu ändern ist vermehrt auch in den politischen Reihen zu vernehmen. Das Problem ist nur, das keiner weiß, wie das gehen soll. Das die Probleme ein solches Ausmaß erreicht haben, dass das Geld das man dafür bräuchte, nirgendswo mehr vorhanden ist.

    Auf der anderen Seite will aber Niemand den Menschen die Wahrheit sagen und den wenigen die es tun will keiner zuhören, hieße das doch, dass man endlich aus der Lethargie aufwachen und sich stellen müsste. Wer aber will das schon und wer könnte das überhaupt? Die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger wahrscheinlich nicht. Es sei denn, man würde ihnen, wie der der auszog hier fantasiert, die Unterstützung streichen und ließe sie wirklich hungern.

    Da das aus gutem Grunde keiner, der der auszog eingeschlossen, verantworten kann, müssten andere aktiver werden. Vor allen die, denen es besser geht. Aber welches Motiv sollten die haben? Erst recht wenn sie, wie die meisten Menschen im öffentlichen Dienst, über lebenslange Sicherheiten verfügen. Sie müssten im Ernstfall zu allererst auf Privilegien und Einkommen verzichten. Aber wer will das schon.

    Da hält man doch lieber am Status Quo fest und belässt die Dinge wie sie sind, wo man obendrein sicher weiß, dass gerade die herrschende SPD sich nicht mit sich selbst anlegen wird. Druck von außen könnte also nur von den Verlieren kommen, und die genau haben offensichtlich im Ruhrgebiet (und nicht nur da) nicht die Power dazu.

    Wer bleibt dann sonst noch? Die vielen Hochschulen des Ruhrgebietes? Die Studenten und/oder Professoren die eigentlich um die Probleme ihrer Region wissen sollten? Die sich vor Ort engagieren könnten? Die die Politik argumentativ-sachlich und durch Aktionen mit den Betroffenenn unter Druck setzen könnten? Ich sehe auch das nicht, bzw. bestätigt hier die Ausnahme die Regel.

    Wären da noch die Gewerkschaften. Aber die haben sich in Abwehrkämpfen verstrickt und stützen im wesentlichen auch nur die, die noch Arbeit haben. Ansonsten fordern auch sie vor allem neue Subventionen, die aber andere Regionen, einschließlich der dortigen Gewerkschaften, immer weniger zu geben bereit sind.

    Ja wo könnte der verdammte Aufbruch herkommen? Wer wäre wirklich an einer Umkehr der Verhältnisse interessiert und zugleich mächtig genug das auch durchzusetzen? Ich finde selbst bei angestrengtem Überlegen einfach keine Antwort auf dies beiden Fragen.

  • #9
    Walter Stach

    -3-Franz:

    Einverstanden -leider!!

    Es ist müßig, wenn wir hier bei den Ruhrbaronen zum X-ten Male berichten, kommentieren, kritisieren, welche Gründe es für den Ist-zustand des Ruhrgebietes gibt, geben könnte und was wir, wann wir und wie wir wie im Revier daran gehen müssen, das Revier im Wettbewerb mit anderen Regionen in Deutschland, in Europa, in der Welt so zu positionieren, daß es gute Chancen hat, im Wettbewerb mithalten zu können.

    Im Sinne der Anmerkungen zu -3-Franz-:

    Als Älterer, der nächsten Monat das 75.Lebensjahr vollendet, bin ich mit allen meinen Mitteln und Möglichkeiten ständig dabei, Politiik, Adminstration, Akteure in der Gesellschaft zu animieren, außerhalb hergebrachter Strukturen -Denkstrukturen,Organisationstrukturen usw.-sich wettbewerbsorientiert, wettbewerbsdenkend mit der Zukunft des Reviers, in diesem Falle insbesondere mit der Zukunft der sog.Emscher-Lippe-Zone zu befassen. Gelegentlich versuche ich das sogar, wenn ich mit dazu herausgefordert fühle, provozierend und agressiv.

    Aber……………………Die Resonnanz ist gleich Null, selbst dann, wenn ich Politiker im allgemeinen, Bürgermeister im besonderen, Fraktionen/Parteien provozierend und agressiv angehe.

    Ich registriere Gleichgültigkeit und das seltsamerweise, jedenfalls für mich, bei wesentlich Jüngeren, für die das Zukünftige, das was in den nächsten 3o -50 Jahren sein wird, ihr Leben ist -nicht das meine-.

    Arnold -8-

    Unstrittig, daß zur Analyse dessen was ist und zur Planung dessen, was zukünftig sein soll, im Ruhrgebiet zu differenzieren ist, nicht nur, aber z.B. zwischen des Zuständen im Ballungskern und den Zuständen in den Ballungsrandzonen, die ihrerseits -sh.Emscher-Lippe- Zone-wiederum in Vielem mit den Zuständen in den nördlichen Stadteilen von Duisburg,Essen,GE,BO,DO übereinstimmen.

  • #10
    der, der auszog

    @Arnold

    Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich habe polemisiert. Helmut hat sich in #6 die Frage gestellt, warum soviele Menschen zufrieden sind. Eine Frage, die ich mir auch seit mehr als 5 Jahren stelle, nachdem ich nach über 20 Jahren ins nördliche Ruhrgebiet zurück gezogen und aus anderen deutschen Städten (Münster, Hamburg und Frankfurt) anderes gewohnt bin.

    Ich sehe die Probleme ähnlich wie Du in der Mutlosigkeit der politisch Verantwortlichen etwas zu verändern, aber darüber hinaus frage ich mich hinsichtlich der Bürger, warum sie sich ein solches Verhalten von den verantwortlichen Politikern bieten lassen. Mit dieser Frage gehe ich vielen, denen ich sie stelle allerdings schon zu weit, weil ich ihnen unterstelle, sie seien unzufrieden.

    In Gelsenkirchen kompensiert die Identifikationsmöglichkeit mit Schalke mehr, als ich mir immer vorstellen konnte. Fußball hat hier absoluten Vorrang, sowohl für die Bevölkerung, als auch für die kommunalpolitischen Entscheidungsträger.

  • #11
    Walter Stach

    Nachtrag:
    Mir graut schon jetzt davor, daß ich ab morgen in der Emscher-Lippe-Zone von den Akteruen aus Politik, Administration, Gewerkschaften,IHK und den Kirchen (!!) als Einziges zum Zukunftsatlas hören und lesen werde:

    ” Datteln IV muß ans Netz, der New-Park muß entwickelt werden und die neue Bundesregierung muß nachhaltig zur Konsolidierung der komm.Finanze beitragen.”

    Zu mehr hat es bisher nicht gereicht und zu mehr wird es auch heute und morgen nicht reichen.

  • #12
    Tolleranz

    Binnennachfrage ankurbeln und (Klein-)Unternehmern möglichst die Steine aus dem Weg räumen. Soweit ich weiß, müssten die dafür nötigen Maßnahmen allerdings auf Bundeseben getroffen werden – ich denke dabei an ein Bürgergeld anstelle von Arbeitslosen- und Sozialleistungen, Investitionen im Bildungssektor, Deregulierungen etc.
    Wir werden aber eher mit einem Mindestlohn, der noch mehr Leute in die Sicherungssysteme oder die Schwarzarbeit treibt, und weiteren Wohltaten rechnen dürfen.

  • #13
    Helmut Junge

    der,der, und je weniger heute in die Bildung gesteckt wird, desto billiger wird das circensis der Zukunft. Oder anders herum sehen wir heute an der Qualität des heutigen circensis, was in der Vergangenheit an der Bildung gesündigt wurde.
    Um eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, werden viele freie Geister benötigt, die das erst mal wollen. Gibt nicht genügend. Zweitens müssen die sich trauen, gegen Widerstände anzugehen. Gibt gar, gar, gar nicht genug. Das ist auch nicht durch zureden zu erreichen. Die müssen selber aus dem Quark kommen. Zu viele Bedenkenträger. Und die einfachste Lösung nicht als Feigling, Lahmarsch, Dummkopf usw. dazustehenist, na was denn?, Man sagt, dass man sich wohlfühlt.
    Wenn man sich nämlich wohl fühlt, muß man nicht aktiv werden mit als den Risiken.

  • #14
    TuxDerPinguin

    hätte man mich die Karte malen lassen. Die sehe sehr ähnlich aus. Ohne dass ich dafür die ganzen Statistiken gebraucht hätte…

    Liebes Handelsblatt, ich machs für die Hälfte das nächste mal

    (und sorge so dafür, dass das Ruhrgebiet wirtschaftlich ein Stück besser dasteht 😉 )

  • #15
    keineEigenverantwortung

    Wen interessiert das Ruhrgebiet?

    Die Personen in den sozial schwachen Bereichen sind untätig. Die Wahlbeteiligung bspw. in der Brennpunkten Duisburgs und Dortmunds ist vernachlässigbar.

    Die arbeitende Bevölkerung wartet auf die nächste Entlassungswelle und hofft, dass Politik tröstet und die Gewerkschaften eine Abfindung erreichen. Damit hat auch die Gewerkschaft ihr Ziel erreicht. Damit ist alles so sozial. Das ist wichtig. Dass die Abwärtsspirale immer stärker wird, wird ignoriert. H4 reicht ja und so teuer ist das Leben hier nicht.

    Unternehmensgründungen scheinen nicht über Nagelstudios, günstige Fertignahrungsangebote (Hähnchen, Döner, Pizza) etc. hinaus zu gehen.

    Zusätzlich gibt es noch einen hohen Anteil von Menschen mit einem nicht konkurrenzfähigem Bildungsniveau.

    Offen ist, was Politik und Staat unternehmen. Eigentlich gibt es keine nachhaltigen Entwicklungen.

    Die Wirtschaftsförderungen sehe ich auch sehr kritisch. Was ist nur aus den vielen Industriegebieten geworden? Baumärkte, Lagerhallen und Supermärkte.

    Es ist gut, dass diese Defizite endlich häufiger auch öffentlich aufgezeigt werden.

    Die Ruhrgebiets-Bewohner müssen sich selber organisieren oder auswandern, wenn sie eine Perspektive haben wollen. Hierzu zählt auch, die schlummernden Potenziale der vielen Kinder und Arbeitslosen zu nutzen. Hier darf auch Aktivität gefordert werden. Die Politik und Verwaltung ist nicht in der Lage in der modernen Welt zu agieren. Hier geht es nur darum, neue Fördermittel zu bekommen, die dann wenig nachhaltig verbraten werden.

  • #16
    Helmut Junge

    der,der “aber darüber hinaus frage ich mich hinsichtlich der Bürger, warum sie sich ein solches Verhalten von den verantwortlichen Politikern bieten lassen. Mit dieser Frage gehe ich vielen, denen ich sie stelle allerdings schon zu weit, weil ich ihnen unterstelle, sie seien unzufrieden.
    Ja, das ist auch mein Eindruck. Die Leute hier in meinem Wohnumfeld sind noch gut drauf, haben ihr Haus bezahlt und glauben, dass es ihnen gut geht. Materiell gesehen, stimmt das sogar. Statistiken kann man durchaus anders interpretieren, aber die ich kenne, die fühlen sich gut. Wenn Du Deine Kriterien anwendest, kommt du aber automatisch zu dem Schluß, dass es in erheblichem Maße an Einrichtungen fehlt, die das Leben erst lebenswert machen. Das aber vermissen diese Menschen gar nicht. Die vermissen genau das, was sie meiner Meinung nach bereits im Überfluß haben, nämlich noch mehr materielle Möglichkeiten.
    Wenn sie diese nicht bekommen, sind sie geknickt, aber nicht politisch unzufrieden. Ich hatte lange Jahre meines Lebens weniger Einkommen als meine Nachbarn. Da galt ich denen nichts. Aber als ich ein neues Auto gekauft hatte, galt ich plötzlich was in ihren Augen. In dieser Arbeitersiedlung wird ein Mensch nach äußerlichen Vermögenssignalen bewertet. Alles andere zählt nicht.
    Wenn jemand etwas Neues gekauft hat und dies zur Schau stellt, zählt das als wichtiges Merkmal für seine soziale Anerkennung.
    Das Verhalten dieser sozialen Gruppe dieser Menschen ist vielleicht so noch nie beschrieben worden, weil die Ausgegrenzten, Besitzlosen sich als klientel für die riesige Zahl der Sozialarbeiter besser als Kllientel eignet. Hier würden sie schließlich den Vogel gezeigt kriegen. Aber es handelt sich um sehr viele Menschen. als Gruppe sind sie vielleicht immer noch die Mehrheit.
    Nur darum, wie die “ticken” kümmern sich nicht viele. Aber da liegt die Antwort auf manche Frage. 8 Schuljahre, Lehre, danach viel verdient, Haus gebaut. Die müß Ihr alle fragen, wenn Ihr mehr wissen wollt. Das waren früher oft SPD-Wähler.

  • #17
    Klaus Lohmann

    @#16 | Helmut Junge: Richtig, Zechen-/Stahl-Rentner oder Pensionäre aus dem Stadtverwaltungs-/Versorgungsbereich haben hier ihr schickes Häusken, den neusten Astra, nein, besser BMW, und auch sonst ein gutes Auskommen im sozialkontrollierten Umfeld mit rotsockigen Stammwähler-Nachbarn.

    Und die “Helden” dieser Stammwähler sitzen in Bürgermeister- oder Wirtschaftsförderer-Büros und erzählen wie der neue Dortmunder W.-Förderer Thomas Westphal heute, dass man solche Studien ja schon seit Jahren gar nicht mehr ernst nähme. Klar, macht ja auch nur Mühe und Angst, sich von anerkannten Instituten die Wahrheit erzählen zu lassen. Und dann evt. vielleicht möglicherweise ja auch noch was *tun* zu müssen…

    Eine *echte* Chance haben wir noch im Ruhrgebiet – Arbeitsplätze für Ungelernte bis hin zu Professoren in der Altlastenentsorgung, und das nicht nur bei der Beseitigung von immer noch Millionen Tonnen Giftsubstanzen in Stollen, Halden, auf “renaturierten” Freizeit- oder hastig planierten Gewerbeflächen, sondern auch in Infrastrukturen wie Betonbauwerken unterschiedlichster Funktion im Verkehrsbereich, Beseitigung von PCB-Kontaminierungen in einem riesengroßen Bestandsanteil der öffentlichen Altbauten (z.B. Unis) oder Ausbau der aktiven Brunnensysteme der Emschergenossenschaft etc. pp., you name it.

    Ja, das stinkt, macht viel Mühe oder ist nur mit Schutzanzug zu bewältigen, aber solche Drecksmaloche war doch angeblich mal das Wahrzeichen des Reviers – oder war das auch nur Geschwalle von Wirtschaftsförderern???

  • #18
    Helmut Junge

    @klaus Lohmann, wenn Sie mich so verstanden haben, das ich die von mir beschriebenen Menschen deshalb kritisiere, weil sie es geschafft haben,sich ein Häuschen anzuschaffen, haben sie mich absolut falsch verstanden. Ich kritisiere an denen das mangelnde Interesse am Erhalt von kulturellen und Bildungseinrichtungen. Ich lehne Wertmaßstäbe, die die Konsumfähigkeit in den Vordergrund stellt, also die “ohne Moos nichts los-Philosophie” ab.
    Das hat viele Gründe, die ich aber jetzt nicht formulieren möchte. Es ging mir darum, zu erklären, warum Menschen sich hier wohlfühlen. Für diese eine Gruppe Zeitenossen habe ich Gründe gefunden. Doch da heutzutage die Löhne und Gehälter niedriger legen als früher, die Ansprüche im Arbeitsprozeß aber höher hängen, kann man sagen, dass diese Gesellschaftsschicht mit der Zeit verschwinden wird. Im Kommen sind dagegen Akademiker, die sich von Job zu Job hangeln müssen, Handwerker mit Abitur, und Nachwuchs aus bildungsfernen Schichten, der am Arbeitsmarkt nicht vermittelt werden kann.

  • #19
    Volker Steude

    So ist es leider. Den Vorrednern ist nichts hinzuzufügen.

    Aber wie lässt sich daran was ändern? Mehr als immer wieder Bürger und Politiker zu “provozieren” wie W. Stach es genannt hat. Fällt mir leider bisher auch nicht ein.

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