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Ruhrtriennale: „Leugnung des Völkermordes an den Armeniern unter dem Deckmantel der Kunst“

Verbrechen des Osmanischen Reiches: Genozid an den Armeniern Foto: Hanay Lizenz: CC BY-SA 3.0

Im Programmheft der Ruhrtriennale wird der Genozid an den Armeniern heruntergespielt. Die Welt hat darüber heute ausführlich berichtet. Eine Initiative, die sich für die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch das Osmanische Reich einsetzt, fordert nun in einem Brief an die Sponsoren und Förderern, darunter die RAG-Stiftung und die NRW-Bank Konsequenzen: 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind „Anerkennung Jetzt“, eine zivilgesellschaftliche Initiative von zumeist jungen Aktivisten aus dem gesamten Bundesgebiet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Debatte um den Genozid an den Armeniern in Politik und Gesellschaft kritisch und konstruktiv zu begleiten und Bildungsarbeit zu leisten. Wir sind die Nachfahren der Überlebenden des Völkermordes an den Armeniern und kämpfen seit Jahren um die Anerkennung dieses Menschheitsverbrechens, wider der Verharmlosung und Leugnung. Dass diese Debatte auch nach der offiziellen Anerkennung der Vernichtung der Armenier durch den Bundestag als Völkermord weiterhin erforderlich ist, zeigt die Ruhrtriennale 2018.

Die Ruhrtriennale kündigt ihr Programm in diesem Jahr unter anderem wie folgt an:

“Wir wollen in offenen Gesellschaften leben, mit gleicher Beteiligung aller. Wir werden vieles ändern müssen, wir werden teilen müssen, wenn wir die Offenheit behalten, autokratische Regierungen, neue Nationalismen und Rassismus verhindern und nicht in Verteilungs- und Klimakriegen untergehen wollen. Die Ruhrtriennale 2018 wird neue ästhetische Formen und Zwischenformen erkunden, Stoffe und Themen suchen, Formate des Vorläufigen erfinden für ein Lebensgefühl der Zwischenzeit.”

Zu einer offenen Gesellschaft gehört es, dass die Wahrheit seinen Platz erhält. Zu einer Beteiligung aller gehört es, dass nicht den vermeintlichen Machthabern und Tätern zugehört wird, sondern den Minderheiten und Opfern.

In der Ankündigung der Ruhrtriennale haben wir besorgniserregende Einordnungen lesen müssen. Am 15.08.2018 findet das Konzert „Music of Displacement“ des Istanbuler „Hezarfen Ensemble“ auf der Ruhrtriennale statt. Hiermit möchten wir gegen die Ankündigung zu dieser Veranstaltung protestieren und appellieren an alle Sponsoren und Partner der Ruhrtriennale.

Wenn von

„… den Umsiedlungen von Armeniern, Griechen und Türken zwischen 1915 und 1923 aufgrund der Folgen des Ersten Weltkrieges und des türkischen Freiheitskampfes,….“ (Website Ruhrtriennale)

gesprochen wird, und es zudem heißt

„with of course the Armenian exodus to begin the century.“ (Programmheft Hezarfen Ensemble)

wird nicht nur die planmäßige und rassistisch motivierte Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich zur einer Umsiedlung, gar zu einer freiwilligen Auswanderung heruntergespielt und verharmlost, sondern der Genozid am armenischen Volk im Osmanischen Reich als solches geleugnet.

Dies, weil die Ruhrtriennale sich mit den Begrifflichkeiten „Exodus“ bzw. „Umsiedlung“, genau den Schlüsselwörtern bedient, die von den Leugnern des Genozids an den Armeniern und des türkischen Staates propagiert werden. Genozidleugnung ist ein integraler Bestandteil und die letzte Stufe eines Völkermordes. Der Holocaustüberlebende Eli Wiesel bezeichnete die Leugnung des Genozids an den Armeniern als „double killing“ – die Opfer werden durch die Leugnung ein zweites Mal getötet. In Bochum hat diese Leugnung wohl einen Platz gefunden.

Wie glaubwürdig ist die Ankündigung der Verantwortlichen der Ruhrtriennale und ihren Partnern, die „autokratische Regierungen, neue Nationalismen und Rassismus verhindern“ wollen, wenn zugleich der Genozid an den Armeniern negiert wird?

Es ist ein Skandal, dass die Ruhrtriennale den Genozid an den Armeniern mit ihrem Ankündigungstext relativiert, herunterspielt und leugnet und die Taten der Täter verharmlost, insbesondere vor dem Hintergrund der im Juni 2016 verabschiedeten Bundestagsresolution.

Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner historischen Rede im April 2015, anlässlich des 100. internationalen Gedenktages des Genozids an den Armeniern, folgendes gesagt:

»Als Adolf Hitler in seinem Einsatzbefehl vom 22. August 1939 den Oberbefehlshabern der deutschen Heeresgruppen den Überfall auf Polen befahl und dabei seine Pläne erläuterte, „mitleidlos Mann, Weib und Kind polnischer Abstammung und Sprache in den Tod zu schicken“, da schloss er in Erwartung eines kollektiven Desinteresses mit der rhetorisch gemeinten Frage: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“

Wir reden davon! Wir! Noch heute, einhundert Jahre später, reden wir ganz bewusst davon – davon und von anderen Verbrechen gegen Menschlichkeit und Menschenwürde: Wir tun dies, damit Hitler nicht Recht behält. Und wir tun es, damit kein Diktator, kein Gewaltherrscher und auch niemand, der ethnische Säuberungen für legitim hält, erwarten kann, dass man seine Taten ignoriert oder vergisst.«

Die Ruhrtriennale bleibt mit ihrer relativierenden Einordnung des Schicksals der Armenier 1915 als „Exodus“ und „Umsiedlung“ ganz in der Tradition von dem, was sich Hitler 1939 erhofft hatte: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ – auf der Ruhrtriennale anscheinend niemand!

Wir appellieren hiermit an die Verantwortlichen der Ruhrtriennale und an Sie als Partner und Sponsoren sich nicht mit Leugnern des Genozids an den Armeniern gemein zu machen.

Die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern unter dem Deckmantel der Kunst darf auch auf der Ruhrtriennale keinen Platz haben!

Mit freundlichen Grüßen

Anerkennung Jetzt

www.anerkennung-jetzt.de

 

 

 

 

 

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15 Kommentare zu “Ruhrtriennale: „Leugnung des Völkermordes an den Armeniern unter dem Deckmantel der Kunst“

  • #1
    Thomas Wessel

    2015 haben die Dresdener Sinfoniker eine Produktion zum Gedenken an den Völkermord heraus gebracht – "Aghet / Agit". Daraufhin hat Erdogan alle Räder gedreht, um das Projekt zu stoppen, die EU fing an zu lavieren usw. Mal sehen, was jetzt passiert.

    Auch das Hezarfen-Ensemble selber hat seine Produktion als "Music of Displacement (Agit)" oder umgekehrt "Agit – Music of Displacement" betitelt. Ließe sich zuerst denken, das sei ein großer Schritt auf die Armenier zu, Aghet ist ja der armenische Begriff für den Genozid, die Katastrophe. Im Text des Hezarfen-Ensembles fällt dann aber alles unter "Agit", was in und rund um die Türkei geschehen ist, "there is Syria, and before that Kosovo, and before that Kurdish forced migrations to cities, and Cyprus, and Palestine and of course the extremely painful Greece-Turkey population exchange in 1923, with of course the Armenian exodus to begin the century".

    Alles Agit. Nur die wirkliche Aghet ist keine mehr, sondern "Exodus", also: Befreiung.

    Dass Palästina als eine Gegend "around Turkey" in diese Denke einbezogen wird, dann aber in der Aufzählung just alle Juden fehlen, die 1948 aus der Türkei, aus Syrien, dem Libanon und dem Irak vertrieben wurden, passt dazu.

  • #2
    ke

    So wie ich es verstanden habe, will die Gruppe auf Vertreibung aufmerksam machen und gibt wohl auch die Sichten von versch. Künstlern von Gruppen von Vertriebenen wider.

    Mit der Auswahl und der Bewertung von versch. historischen Situationen stellt die Gruppe dann natürlich auch ihre Sichtweise dar. Hierbei bleibt zu beachten, dass es eine türkische Gruppe ist und die Texte, die ich gelesen hatte, in Deutsch und Englisch vorlagen. Es kann also in sensiblen Bereichen Übersetzungs-/Interpretationsfehler geben.

    Natürlich hätte man den Völkermord an den Armeniern, wenn man ihn schon auswählt und in das für die Türkei sensible Feld geht, auch als solchen bezeichnen müssen.

    Wenn die Gruppe ihre Sicht darstellt, hätte sie zitiert werden können. Dann hätte im Programm auf den Widerspruch hingewiesen werden müssen.
    Entweder wird Displacement exemplarisch angesprochen, oder es wird eine Geschichtsstunde mit den Geschichtsbüchern der Türkei aufgeführt. Der 2. Fall geht nicht.

    Wenn dann noch 1948 nur mit Bezug auf "Palestinian tragedies in Israel in 1948" in der Beschreibung von "Music of Displacement" der Gruppe eingegangen wird, frage ich mich, wie unter diesen Voraussetzungen überhaupt das Thema Vertreibung/Flucht etc. angesprochen werden soll.

    Es ist gut, dass es engagierte junge Leute gibt, die "Fake History" aufspürt und dass es Blogs gibt, die dies auch veröffentlichen.

    BTW:
    https://www.ruhrtriennale.de/de/agenda/52/Hezarfen_Ensemble/Music_of_Displacement
    schreibt aktuell:
    "des türkischen Unabhängigkeitskampfes"
    wurde hier die Übersetzung geändert? Freiheitskampf -> Unabhängigkeitskampf

    —-
    Warum landen meine STeuergelder nur bei einer solchen Veranstaltung???????????

  • #3
    Thomas Wessel

    @ke | Mglw landen Steuergelder da, um umzusteuern. Die Ruhrtriennale demonstriert gerade das Problem, das Politkunst hat: sie reproduziert.

  • #4
    Klaus Lohmann

    Es ist mittlerweile ja schon mehr als merkwürzig, dass Carp sich jetzt 2 mal gegen relativ junge Beschlüsse und Resolutionen des Bundestags und der Bundesregierung gestellt bzw. sie komplett ignoriert hat. Geht da noch was?? Sind evt. auch ein paar "Reichsbürger" unter ihren "Künstlern"?

  • #5
    discipulussenecae

    Ich denke mal. daß die gute Frau in ihrem Job völlig überfordert ist. Wobei es genug schlechte Männer gab/gibt, denen es genauso ergeht/ging …

  • #6
    ke

    @5 discipulussenecae
    Eine Veranstaltung mit einem großen Budget hat jetzt das Interesse von Gruppen außerhalb der Kunst-Filterblase geweckt.
    Für mich ist es durchaus offen, ob die Strategien und Schlagwörter, die man benötigt, um in der Kunstszene erfolgreich zu sein, nicht einfach gar nicht mit der Mehrheitsmeinung kompatibel sind.
    Generell muss das nicht so sein. Kunst soll ja neue Ideen transportieren etc.
    In diesem Fall wurden jedoch ein paar rote Linien überschritten.

    Wer konnte denn erwarten, dass das gesellschaftlich relevante Thema Vertreibung/Flucht plötzlich jenseits des Schlagworts im Detail betrachtet wurde. Das findet auch in der öffentlichen Diskussion kaum statt.

    Eine typische Stakeholder Analyse würde vermutlich zu dem Ergebnis kommen, dass die Aussagen in der Filterblase durchaus ankommen, nur nicht in der Mehrheitsgesellschaft. Aber interessiert die, wenn es um Karriere etc. im Kunstbetrieb geht?
    Die Entscheidungsträger stehen ja offensichtlich auch weiterhin zur Intendantin, sonst hätten sie schon lange gehandelt.

  • #7
    Arnold Voss

    Ke, die Entscheidungsträger wollen den Skandal nicht noch größer werden lassen, und das genau würde eine Entlassung Carps zur Folge haben. Deswegen werden sie die Sache in Merkelscher Manier aussitzen. Das weiß auch Frau Carp und kann deswegen ganz gelassen bleiben. Dem Publikum ist das mehrheitlich alles ziemlich egal. Dazu kommen die vielen stillen Sympathiesanten des BDS, die Carps "Haltung" gut finden, weil es gegen Israel geht. Was gibt es für die besserers, als ihren Antisemitsimus durch Carp als „Kunstfreiheit“ gefeiert zu wissen.

  • #8
    ke

    @7 Arnold Voss
    Kann der Skandal noch größer werden? Das ist doch ein Schrecken ohne Ende.

  • #9
    Arnold Voss

    Ke, ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal in Deutschland ein Intendant oder eine Intendantin eines so großen und etablierten Kulturfestivals während der Spielzeit entlassen wurde.

  • #10
    Andreas J.

    Ich bin zur Hälfte Grieche, habe an der Ruhr-Universität Bochum studiert, und meinen B.A.-Abschluss im Bereich "Vorgeschichte – Armenischer Völkermord" bei Prof. Dabag gemacht, und kenne einschlägige Literatur. Sie lassen sich mit heutiger Politik, und Karten ebenfalls bestätigen.

    Aber durch meine öfteren Besuche auch in Griechenland sind mir auch die Gräuel an den GR bekannt, dessen Siedlungsgebiete ja einst bis nach Syrien reichte (Alexander der Große). Aber auch Stichwort: Byzanz/Ostrom.

    Ich möchte einmal anmerken, dass die Türken Menschen haben, die eben Strategien der Leugnung sehr konsequent umsetzen – in eben tatsächlich jeder Art, wie ich Sie in einer Übung kennenlernen durfte: Geschichtsklitterung, Bedrängung, Unwahrheiten, Bezug auf Quellen, die nicht existieren, Heucheln von Wahrheiten, Beschwichtigung, Bedrohung, Verdrehung, Stillschweigen, Argumentationsblockaden, etc. Es betrifft heutige Begegnungen mit Türken.

    Es geht dann auch so weit, dass Mossul eine türkische Stadtgründung war, keine assyrische, etc.
    Derbe Fälle sind auch, dass man sogar Wikipedia einer pauschalen Lüge bezichtigt. Oder Originalquellen nicht ernst nimmt oder unter den Tisch kehrt. Des weiteren sehe ich ein Fehlen eines weiteren Volkes, den rotblonden Thrakern. Einst ansässsig im heutigen Bulgarien, bestätigen Rekonstruktionen vom Leichen, Grabdarstellungen, Reliefs, die Aussagen alter GR zu phänotypischen Merkmalen. So heißt es, dass die Spuren der Thraker mit dem Ende Roms, Ostroms? als politische Einheit verschwunden seien, aber sie einst als größtes Volk neben den Indern beschrieben wurden (Herodot). Man kann alles nachrecherchieren!

    Die Türken haben ebenso ihre panturkistischen Ambitionen nicht aufgegeben. Sie sind Hauptverantwortliche für den Syrienkrieg 2011, das können Sie in den Interviews mit Frau Shaaban (Regierungsberaterin Assads – siehe youtube – "Shaaban – Turkey"), mit Assad (Präsident Syrien – "Assad – Turkey"), dem UN-Botschafter Syriens ("Türkei – Syrien – UN-Botschafter"), dem Geständnis des Katarischen Ex-Präsidenten (im Originalen Video von 2015 bei Twitter), nachschauen. Der Krieg forderte 500.000 Opfer, 100.000 Kinder, bis die Russen 2015 erkannten, dass es nicht um eine politische Lösung ging, und militärisch auf Assads Seite eingriffen, der sich eigentlich dem Westen öffnen wollte und Religionsfreiheit (siehe auch Assyrer) garantierte.

    Im Gegenteil ist es tatsächlich so, dass man auf türkischer Seite weiter versucht, Gebiete einzheimsen und Beväölkerungen heimlich auszutauschen. Afrin, Idlib, Mossul. Man nutzt dabei Turkvölker wie Usbeken, Tadschiken, Turkmenen, Tschetschenen, etc. (Ethnien: Nachzulesen bei blauerbote.com). In den heimischen Nachrichten wird geschwiegen und ausgeblendet. Man raubte syrisches-irakisches Öl, Kunst (riesige Geldeinnahmen), unterstützte den Islamischen Staat (Sputniknews, Russia Today, voltairenet.org, Interviews mit Irakern und Syrern).

    Bevor hier irgendwelche Meinungen kommen, informieren Sie sich auch bei "voltairenet.org. Russia Today, Sputniknews", da die Russen den Syrienkrieg aktiv gegen die Türkei untersützten, die Islamisten für sich verwendete (auch Aussagen von IS-Anhängern). Es geht um Widererrichtung des Osmanischen Reiches, so sagte es die Regierungsssprecherin Syriens, Frau B. Shaaban auch im Februar 2016 bei RT-International. So ist auch die Muslimbruderschaft ein verlängerter Arm der Türkei, mit dem man versuchte (durch Präsident Mursi) in Ägypten Einfluss zu gewinnen, was de Ägypter aber unterbanden (Ausweisung des türkischen Dipolmaten).

    Des weiteren ist Armenien weiterhin in Gefahr, so wie auch GR (Türkei stellt Verträge in Frage, will Westthrakien, ganz Zypern, und die Dodekanesinseln, also Rhodos, Kos). GR hat wenig einwohner: 12 Mio. Kleinasientürkei: 80 Mio. Außerhalb der Türkei mehr. Diese Aussage mit dem Einmarschwunsch (auch Destabilisierung GR durch Flüchtlingskolonnen) stammt tatsächlich von Erdogan selbst und wird breit unterstützt: Belegt vom Februar 2018 an einer Universität, inoffizieller Ablauf? durch Unterwanderung von Flüchtlingen turkmenischer (?) Herkunft.Türken sind Seldschuken/Turkmenen, sie werden auch in Karten bei deren Eroberung in Byzanz als Sultanate von RUM bezeichnet. Großselschuken/Kleinseldschuken aus dem Raum Turkmenistan,

    In Syrien leben viele Ethnien, auch turkmenische, die gegen Syrer benutzt wurden, es wurden weitere Säuberungen an Assyrern durchgeführt (voltairenet.org: Stichwort: "Türkei Syrien Griechenland Armenien Irak)". Bilder, Videos, und unter voltairenet.org nachzuweisen, so wie anhand von beweisbaren Militärsatellitendaten der Russen. Der Journalist bei voltairenet.org ist aus Damaskus, ein Franzose wohl, der sauber recherchierte. (Fast) ganz Kleinasien gehörte einst zu GR, wurde im Osten von Armeniern (wohl Nachfolger des Reiches auch Uartus) besiedelt, aber auch von Assyrern (man vergleiche das gesprengte "Nimrud/Calhu), aber vor allem durch die Griechen (Mykenerherkunft, Donauvolk der Phryger, Thraker, – Perser – Nordgriechen-Makedonier – Rom/Galater). Bis die Seldschuken/Türken/Turkmenen in Kleinasien einfielen. alles eindeutigen Karten zu entnehmen. Wobei die Graekoi schon vormals in Italien den Süden besiedelten. Man erkennt gewisse Ähnlichkeiten.

    Völkermord an den Assyrern: "Seyfo."

  • #11
    Andreas J.

    Zu dem Völkermord an den Armeniern finden sich folgende Autoren und Quellen:

    DADRIAN, VAHAKN N.: German responsibility in the Armenian
    Genocide. A review of the historical evidence of German complicity,
    Cambridge 1996.
    DADRIAN, VAHAKN N.: The history of the Armenian Genocide – Ethnic
    conflict from the Balkans to Anatolia to the Caucasus, Oxford 1995.
    FEIGEL, UWE: Das evangelische Deutschland und Armenien – die
    Armenierhilfe deutscher evangelischer Christen seit dem Ende des 19.
    Jahrhunderts im Kontext der deutsch-türkischen Beziehungen, Göttingen
    1989.
    HELFFERICH, KARL: Die deutsche Türkenpolitik, Berlin 1921.
    KAMPEN, WILHELM VAN: Studien zur deutschen Türkeipolitik in der
    Zeit Wilhelms II., Kiel 1968.
    MANDELSTAM, ANDRÉ N.: Das armenische Problem im Lichte des
    Völker- und Menschenrechts, Berlin 1931.
    MOMMSEN, WOLFGANG: Max Weber und die deutsche Politik 1890-
    1920, 2. Auflage, Tübingen 1974.
    PETERS, RICHARD: Die Geschichte der Türken, Stuttgart 1961, S. 83-
    135.
    PARTSCH, KARL JOSEF: Die Armenierfrage und das Völkerrecht in der
    Zeit des ersten Weltkrieges. Zum Wirken von André Mandelstam: Genozid
    67und Moderne – Strukturen kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert, hrsg.
    Dabag, Mihran u. Platt, Kristin Bd. 1, Opladen 1998.
    SAUPP, NORBERT: Das Deutsche Reich und die Armenische Frage 1878-
    1914, Köln 1990.

    ADALIAN, ROUBEN PAUL: Armenian National Institute,
    <http://www.armenian-genocide.org/>, Washington 1998-2009, 2009-04-02
    (Abrufdatum).

    GUST, WOLFGANG: Der Völkermord an den Armeniern im Ersten
    Weltkrieg. Dokumente aus staatlichen Archiven. <http://www.armenocide.net>.

    Völkermord Bildmaterial und Zerstörungen durch Islamischen Staat:
    https://1915.de/voelkermord-1915/genozid-bilddokumente/
    https://1915.de/2016/06/21/tore-und-teile-der-mauern-von-ninive-vom-is-zerstoert/
    _______________________________________________________________________________________________________

    Völkermord an Griechen:
    http://www.greek-genocide.net/

    The Assyrian Genocide
    http://www.seyfocenter.com/english/38/

    Historische Karten, Siedlungsverlauf, von heute über Byzanz bis zur Antike: Der neue Pauly mit Supplementbänden, dtv-Atlas der Weltgeschichte (Kartenmaterial).

    Völkermord Bildmaterial und Zerstörungen durch Islamischen Staat:
    https://1915.de/voelkermord-1915/genozid-bilddokumente/
    https://1915.de/2016/06/21/tore-und-teile-der-mauern-von-ninive-vom-is-zerstoert/

    _______________________________________________________________________________________________________

    Aktueller Syrienkrieg (2011-2018), Drahtzieher, Schuldige (Originalinterviews):

    Assad Adviser Shaaban: Turkey started War on Syria and Refugee Crisis
    https://www.youtube.com/watch?v=ZiUPTSbW4nI

    Bashar al-Assad: ‚Turkey will pay a heavy price‘ for Syrian involvement
    https://www.youtube.com/watch?v=bT7GHd2c-Hs

    Syriens UN-Botschafter: "Glauben Sie Erdogans Hollywood-Show nicht: USA und Türkei spielen zusammen"
    https://www.youtube.com/watch?v=K4cNp0fZf7I

    Syriens UN-Botschafter: "Es ist Großbritannien, das die USA zu Handlungen in Syrien drängt"
    https://www.youtube.com/watch?v=ZW6QPvays1o

    Katar gesteht Überfall auf Syrien mit Türkei, Saudi-Arabien, etc. zusammen (Originalvideo bei Twitter)
    https://www.zerohedge.com/news/2017-10-28/shocking-viral-interview-qatar-confesses-secrets-behind-syrian-war
    https://twitter.com/walid970721/status/923825448324345858/video/1

    Ägypten weist türkische Botschafter aus:
    Egypt expels Turkey’s ambassador

    https://www.youtube.com/watch?v=lPNZEf_7tgw

    "Know your place" – Erdogan to Iraqi PM al-Abadi
    (Türkische Truppen bleiben im Irak gegen Iraks Willen):
    https://www.youtube.com/watch?v=2q2Lp-xggkA

    Die Türkei will sich in Griechenland ausbreiten
    Voltaire Netzwerk | 23. November 2016
    http://www.voltairenet.org/article194190.html

    Griechenland erkennt die massive Ankunft von Dschihadisten
    Voltaire Netzwerk | 15. Oktober 2018
    http://www.voltairenet.org/article203491.html

    Die Türkei von heute setzt den armenischen Genozid fort
    von Thierry Meyssan
    http://www.voltairenet.org/article187453.html

    "Vor unseren Augen »
    Ukraine und Türkei schaffen eine islamische internationale Brigade gegen Russland
    von Thierry Meyssan
    http://www.voltairenet.org/article188944.html

    Irredentismus
    Die militärische Strategie der neuen Türkei
    von Thierry Meyssan
    http://www.voltairenet.org/article198324.html

    *********************
    Die Ziele der neuen Türkei

    Drei Monate nach dem Attentat-Versuch und dem gescheiterten Putsch vom Juli 2016, hielt Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Antrittsrede an der Universität, die seinen Namen (RTEU) trägt. Er gab da eine Übersicht über die Ambitionen der türkischen Republik seit ihrer Gründung und jener ihres neuen Regimes. Mit explizitem Bezug auf den "nationalen Eid" (Misak-ı Milli), der durch das Osmanische Parlament am 12. Februar 1920 adoptiert wurde, begründete er seinen Irredentismus. Dieser Eid, der die Passage des Osmanischen Reiches zur Türkischen Republik bedeutet, fordert die Gebiete im Nordosten Griechenlands (West-Thrakien und den Dodekanes), ganz Zypern, den Norden von Syrien (einschließlich Aleppo, Idlib und Hassake) und den Norden von Irak (einschließlich Mosul).

    Nur Hatay (Syrien) wurde 1939 von Frankreich der Türkei zugestanden. Paris hoffte damit, dass Ankara es von den christlich-Orthodoxen, deren Patriarchats-Sitz in Antiochia war, befreite.

    Nachdem er alle diese einzelnen Territorien angeführt hatte, behauptete Präsident Recep Tayyip Erdoğan sie wiederum [1]

    *********************

    Die Türkei kündigt an, die Invasion Griechenlands vorzubereiten
    Voltaire Netzwerk | 23. Februar 2018
    http://www.voltairenet.org/article199826.html

    Russia: Evidence obtained by RT suggests Turkish support for ISIS in Syria
    https://www.youtube.com/watch?v=6fH9Sgzn46c

    Türkei verschiebt Waffen und Munition zu Djihadisten in Syrien
    Voltaire Netzwerk | 6. Juni 2016
    http://www.voltairenet.org/article192170.html

    Türkei: die AKP startet eine Kampagne gegen die assyrischen Christen
    Voltaire Netzwerk | 19. Januar 2017
    http://www.voltairenet.org/article194979.html

    Die Türkei säubert ihre Bibliotheken
    Voltaire Netzwerk | 17. Oktober 2017
    http://www.voltairenet.org/article198405.html

  • #12
    nussknacker56

    Dass Sie den türkischen Genozid an den Armeniern dazu benutzen, den Massenmörder Assad und seine Schergen als „Zeugen“ für Ihre Aussagen anzugeben, spricht nicht gerade für Ihre Glaubwürdigkeit. Dass Sie als Belege auch noch „Russia Today“, „Sputniknews“ u.a. angeben, stellt Sie vollends ins Abseits.

    Ihr Beitrag ist ein unappetitlicher Mischmasch an teilweise richtigen Aussagen und Verschwörungstheorien. Dass Sie angeblich einen B.A.-Abschluss haben, möchte ich mir aufgrund der extrem unseriösen Quellen lieber nicht vorstellen. Vielleicht sollten Sie sich als Erstes einmal grundsätzlich mit den Bedingungen korrekter wissenschaftlicher Herangehensweise auseinandersetzen. Dazu gehört vorneweg, sich Informationen nicht auf den Müllplätzen des Internets zu besorgen.
    ———————————————-
    Auszug von Wikipedia:
    "Das Réseau Voltaire International (deutsch Voltaire-Netzwerk) ist ein aus Syrien betriebenes Nachrichten- und Meinungsportal des französischen Journalisten und Verschwörungstheoretikers Thierry Meyssan. Es werden Beiträge etwa ein Dutzend Autoren der Organisationen oder Publikationen Agencia Cubana de Noticias (Kuba), Contralínea (Mexiko), Zeit-Fragen (Schweiz), World Crisis Radio (USA) in derzeit 19 Sprachen (darunter Französisch, Englisch, Deutsch, Russisch, Spanisch, Arabisch usw.) bei VoltaireNet.org veröffentlicht.
    Das Voltaire Netzwerk sieht sich selbst als „blockfrei“ und den Prinzipien der Konferenz von Bandung von April 1955 verpflichtet. Beobachter sehen in ihm aber ein Sprachrohr der syrischen Regierung von Baschar al-Assad."

  • #13
    Wolfram Obermanns

    Quellenkritik hin oder her:
    Allein wie im Schweinsgalopp Bögen über mehr als ein halbes Jahrtausend und geopolitische Kreise von der Ukraine über Bulgarien, Griechenland, Syrien und Persien zu Armenien geschlagen werden, belegen den Wirrkopf.
    Erdogan hat genug Dreck am Stecken, da braucht man nicht noch etwas hinzuerfinden.

  • #14
    Andreas J.

    Wer hat den islamischen Staat unterstützt, wieso konnte man ihn nicht bekämpfen? Wer hat ihn so gut ausgebildet, und so gut versorgt? Wer sind diese Kämpfer, welche Ethnien? Wieso sprechen Assyrer dasselbe wie Assad? Wieso kritisieren sogar die Kurden die Türken? Dermaßen bedroht waren die Kurden, auch jesiden, dass sie nun (teils) ihre Gebiete der syrischen Armee überlassen haben!

    Im Gegenteil ist es in der Wissenschaft unüblich, eine Wertung ohne Beweise oder Gegenbeweise mit Titel "Verschöwrungstheoretiker" anzuheften. Hier muss belegt werden, und zwar eindeutig!

    Erdoğan: Schon 5.359 Kurden „neutralisiert“
    Voltaire Netzwerk | 31. März 2016
    http://www.voltairenet.org/article191032.html

    "Bei einer Rede am 28. März 2016 in der Kriegsschule hat Präsident Erdoğan eine Bilanz des Krieges gegen den Terror gezogen, den seine Regierung seit dem Attentat von Suruç am 20. Juli führt.

    Während sich Daesch zu diesem Anschlag bekannt hatte und er PKK-Kämpfer und alevitische Anhänger von Präsident al-Assad tötete, hatte Präsident Erdoğan daraus den Schluss gezogen, dass er den Krieg gegen die kurdischen Organisationen wieder aufnehmen müsste.

    In neun Monaten wurden mehr als 5.359 Kurden, Mitglieder und Nichtmitglieder der PKK, von den Sicherheitskräften (Armee und Polizei) „neutralisiert“, die ihrerseits 355 Menschen verloren.

    Wenn die kurdischen Opfer der türkischen Repression tatsächlich PKK-Kämpfer sind, dann ist diese Organisation heute zutiefst getroffen. Es scheint aber, dass in Wahrheit die ganz große Mehrheit der Toten einfache Zivilisten sind. In diesem Fall wird die Repression nur Empörung bewirken und die Reihen der PKK wachsen lassen."

    Hier wird zum Beispiel bezug genommen. wo ist hier eine Lüge? Sie wissen, dass dort in den Kurdengebieten auch Assyrer lebten? Jetzt zählen sie 1 und 1 zusammen, und beleidigen sie mich nie wieder.

    Trau, schau wem in der politischen Lügenbühne. Wer profitierte? Nicht alles kann eindeutig bewiesen werden, aber rekonstruiert, auf Quellenbasis. Erstsemester Geschichte. Im Gegenteil, es ist ein Bankrott für dieses Land, diese Menschen sind dort gestorben. Nichts mit Grundgesetz, aber man ersuchte um Hilfe. Sogar bei der UN. Assadregierung! Keine Reaktion. Kein Glauben. Er wollte nur das Morden beendet wissen, dann hat Russland geholfen. Ende. Ganz einfach.

  • #15
    Andreas J.

    Geschichte ganz einfach – Oder: Wie die Türken nach Kleinasien kamen und wie das gr. Byzanz niederging.

    Die Türken sind Turkmenen/Seldschuken. Nachdem die Kreuzfahrer den byzantinischen Konkurrenten staatlich zerschlagen hatten, war Byzanz oder Ostrom geschwächt und eine leichte Beute. Es lebten dort, vor allem im Osten, auch Assyrer, Aramäer, Chaldäer und Armenier.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserreich_Trapezunt#/media/File:ByzantinischesReich1265.svg

    Byzanz im 10./11. Jahrhundert (Kleinasien griechisch, assyrisch,a rmenisch).
    https://spzwww.uni-muenster.de/griesha/fsu/ldk/pics/byzanz-10.11.jh.jpg

    Byzanz im 12. Jahrhundert: Vorstoß der Seldschuken (Türken, Sultanate, Turkmenen)
    https://spzwww.uni-muenster.de/griesha/fsu/ldk/pics/byzanz-12.jh.jpg

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