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Sarrazin: Biologie und Migrationsgeschichte auf Deppenniveau

In seinem Welt am Sonntag Interview zeigt Thilo Sarrazin dass er von zwei Dingen keine Ahnung hat: Migrationsgeschichte und Biologie.

Morgen werde ich mir das Buch von Thilo Sarrazin kaufen und später wahrscheinlich darüber schreiben. Das Marketing von Sarrazins Verlag wird  dann auch bei mir funktioniert haben. Aber bei der heutigen Lektüre von Sarrazins Interview in der Welt am Sonntag sind mir zwei Punkte aufgefallen, die so absoluter Unsinn  sind, dass ein wenig Allgemeinbildung sowie der  Biologie-Leistungskurs bei Herrn Kirchner ausreichen, um sie zu widerlegen.

„In meinem Buch rede ich zudem nicht von Türken oder Arabern, sondern von muslimischen Migranten. Diese integrieren sich überall in Europa deutlich schlechter als andere Gruppen von Migranten. Die Ursachen dafür sind nicht ethnisch, sondern liegen offenbar in der Kultur des Islam. Vergleichen Sie die Integrationserfolge von Pakistani und Indern in Großbritannien.“

Die Tatsache ist unbestritten, dass muslimische Migranten sich mit der Integration und dem beruflichen Erfolg schwerer tun als nichtmuslimische Migranten. Aber  den Grund dafür kann man nicht auf die  muslimische Kultur reduzieren. Ein Blick in die USA zeigt, dass es nicht am Islam allein liegen kann: Dort sind Muslime gut integriert und wirtschaftlich erfolgreich. Ein Grund, warum Muslime  in Europa einen beträchtlichen Anteil an der Unterschicht halten, liegt an der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche der Herkunftsländer. Es ist nicht so, dass alle Griechen, Italiener oder Spanier, die in den vergangenen Jahrzehnten ihr Glück in der Auswanderung suchten, in Nord- und Mitteleuropa erfolgreich waren. Viele scheiterten, kamen mit den  Sprachen oder den Mentalitäten nicht zurecht, genügten mit ihren Qualifikationen nicht den Anforderungen. Sie kehrten oftmals in ihrer Heimatländer zurück: Die hatten sich, auch Dank des EU-Beitritts, wirtschaftlich erholt und boten auch nicht gut Qualifizierten eine gewisse berufliche Perspektive. Zudem waren sie politisch stabil geworden: Spanien, Portugal  und Griechenland wurden in den 70er Jahren demokratisch.

Die Türkei war hingegen lange Zeit ein politisch instabiles Land. In Teilen herrschten und herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Trotz ihres Wirtschaftswachstums ist die Türkei noch immer ein relativ armes Land. Vor allem für die, die hier gescheitert sind, gibt es keine Perspektive in der Türkei. Von der Muslim-These von Sarrazin bleibt also nicht viel übrig.

Kommen wir zu seiner nächsten Aussage:

„Bis vor wenigen Jahrzehnten spielte Einwanderung für den Genpool der europäischen Bevölkerung nur eine geringe Rolle und vollzog sich überdies sehr langsam. Drei Viertel der Ahnen der heutigen Iren und Briten waren bereits vor 7500 Jahren auf den Britischen Inseln. Es ist nämlich falsch, dass es Einwanderungsbewegungen des Ausmaßes, wie wir sie heute haben, schon immer in Europa gegeben hätte. Seit der Völkerwanderung gab es solche Verschiebungen nicht mehr.“

Erst einmal schimmert bei Sarrazin etwas durch, das wissenschaftlich nicht zu halten ist: Das ein stabiler und homogener Genpool etwas positives ist. Dem ist nicht so. Ein gesunder Genpool ist variantenreich und gemischt. Je mehr Mischung um so besser. Umso homogener ein Genpool ist, umso mehr steigt die Gefahr von Erbkrankheiten. Der Fachbegriff ist Inzuchtdepression.

Wenn Nicht-Biologen anfangen von Genen zu reden ist die Gefahr groß, dass biologische Erkenntnisse auf soziale Phänomen übertragen werden. Gemeinsames oder angeblich gemeinsames Erbgut wird zu einem konstituierenden Element erklärt.

Das ist, was den Menschen betrifft, Unfug:

In der Biologie wird die Art Homo sapiens heute weder in Rassen noch in Unterarten unterteilt. Molekularbiologische und genetische Forschungen haben seit den 1970er Jahren gezeigt, dass eine systematische Unterteilung der Menschen in Unterarten ihrer enormen Vielfalt und den fließenden Übergängen zwischen geographischen Populationen nicht gerecht wird. Zudem wurde herausgefunden, dass der Großteil genetischer Unterschiede beim Menschen innerhalb einer geographischen Population zu finden ist.

Der zitierte Wikipedia Artikel verweist auf einen Text des Harvard Zoologen R.C. Lewontin:

The every-day socially defined geographical races do identify groups of populations that are somewhat more closely similar to each other genetically. Most important from the standpoint of the biological meaning of these racial categories, however, most human genetic variation does not show such „race“ clustering. For the vast majority of human genetic variations, classical racial categories as defined by a combination of geography, skin color, nose and hair shape, an occasional blood type or selected microsatellites make no useful prediction of genetic differences. This failure of the clustering of local populations into biologically meaningful „races“ based on a few clear genetic differences is not confined to the human species. Zoologists long ago gave up the category of „race“ for dividing up groups of animal populations within a species, because so many of these races turned out to be based on only one or two genes so that two animals born in the same litter could belong to different „races.“

Juden, Bottroper, Iren, Katholiken, Autofahrer , Basken oder Speiseeisliebhaber lassen sich also nicht über gemeinsame oder unterschiedliche Gene definieren. Ein beliebiger Afrikaner kann mit einem weißen Europäer genetisch enger verwandt sein, als sein ebenfalls weißer Nachbar. Sarrazin, ausgestattet mit dem überholten Wissen eines Mittelstufenschülers der 60er Jahre, hat das nicht gelernt. Das er sich allerdings nicht die Mühe macht zumindest ein wenig zu recherchieren, ist angesichts der Brisanz des Themas nicht zu entschuldigen. Da hilft auch der Verweis auf sein Buch nicht, in dem alles genauer stehen soll- Die wenigsten, die sich seine Thesen zu eigen machen, werden es jemals lesen. Er hinterlässt trotzdem fahrlässig seine Spuren im gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Ich glaube bei seiner Herangehensweise und der Art, wie er sich in Interviews äussert, nicht daran, dass es ihm um  Themen wie Integration und die Auswirkungen des demographischen Wandels geht. Die werden seit längerem ernsthaft und kontrovers diskutiert. Es geht Sarrazin zum einen darum in den Medien präsent zu sein. Und da hilft eine steile These  – wie Wolfgang Clement immer wieder belegt.    Zum anderen geht es im schlicht um Marketing für sein Buch. Koste es was es wolle.

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61 Kommentare zu “Sarrazin: Biologie und Migrationsgeschichte auf Deppenniveau

  • #1
    Thomas

    >Es geht Sarrazin zum einen darum in den Medien präsent zu sein. Und da hilft eine steile These – wie Wolfgang Clement immer wieder belegt.

    Was das Clementbeispiel vor allem belegt, ist

    – daß man nach dem Absondern von steilen Thesen ohne damit verbundenem Gehalt ziemlich schnell endgültig in der Versenkung verschwindet.

    Um mal eine naturwissenschaftliche Paralelle – ähnlich bullshitty wie es Sarrazin tut – anzuziehen:

    Dem liegt ja quasi das osmotische Gesetz zugrunde, daß selbst ein Ballon mit heißer Luft platzt, wenn er denn angestochen wird.

    (-:

  • #2
    Peter Erik Hillenbach

    Schland ist bislang vom Phänomen des so genannten „Populisten“ verschont geblieben, wie man ihn aus Dänemark, den Niederlanden (es folgt jetzt nicht Helge Schneiders Benelux-Aufzählung), Frankreich, Ungarn und natürlich Österreich kennt. Möllemann selig hätte diese Rolle spielen können, Schill war auf dem Wege dahin. Gut, dass beide weg sind. Sarrazin ist bislang noch kein Parteiengründer, aber täte er dies, kann ich mir vorstellen, dass er großen Erfolg hätte. Den meisten Erfolg allerdings aus einem Falschverstehen heraus; der Mann ist nämlich kein Rechtspopulist. Das Welt-am-Sonntag-Interview (wie andere Interviews der jüngsten Zeit auch) finde ich nicht soo spannend, weil ich in vielen Punkten eh mit ihm einer Meinung bin, insbesondere, was das verdiente Schicksal schlecht erziehender Eltern angeht. Spannender finde ich Frank Schirrmachers Feuilleton-Aufmacher in der FAS von heute; mit Schirrmacher (und Laurin) bin ich der Meinung, dass einige von Sarrazins Thesen wissenschaftlich nicht haltbar sind. Bei weiteren Thesen verschweigt er (sagt Schirrmacher) Quellen, die ihm offenbar zu brisant waren, weil sie ihn eben doch in die rechtspopulistisch-biologistische Ecke gerückt hätten. Aber: Andere seiner Thesen sind zwar 100 Jahre alt, aber offenbar immer noch nicht final gelöst. Wenn sein Buch ab morgen auf Platz 1 der Sachbuchlisten stehen wird, erhoffe ich mir eine neue Diskussion über drängende Zukunftsfragen. Sarrazin hat zwar nicht immer recht, aber Anstöße geben, das kann er.

  • #3
    Werner Jurga

    Der Autor bezweifelt also, „ein stabiler und homogener Genpool etwas Positives ist“. Für einen echten Arier ein Schlag ins Kontor, einerseits. Andererseits: spätestens seit dem 30-jährigen Krieg ist der Deutsche an sich ja so etwas von durchrasst. So gesehen war Deutschland eigentlich schon vor seiner Gründung abgeschafft. Da konnte ja dann nur Ärger bei rauskommen.

  • #4
    Müller

    Vielleicht hilft es Sarazzins Aussagen objektiv zu bewerten. Ihm geht es nicht darum Türken, Migranten, Moslems aufgrund ihrer Gene als Teil des Integrationsproblem zu sehen. Sondern aufgrund der Kultur – ob man das jetzt für richtig hält oder nicht,als rassistisch würde ich das nicht sehen.

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7637
    Der Artikel zitiert eine Studie die dieser Aussage „Juden, Bottroper, Iren, Katholiken, Autofahrer , Basken oder Speiseeisliebhaber lassen sich also nicht über gemeinsame oder unterschiedliche Gene definieren“ in Bezug zu Juden widerspricht. Juden besitzen identische DNA Stücke.

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Müller: Speiseeisliebhaber, Bottroper, Iren, Autofahrer und Basken auch. Das macht die Argumentationslinie von Sarrazin ja so strunzdumm. Der Versuch von wem auch immer ein „Volk“ genetisch zu definieren auch.
    Schön ist das Zitat: „Die »genetische Kontinuität zwischen jüdischen Gemeinden und zeitgenössischen nichtjüdischen Populationen der Levante« sei »signifikant«.
    Wetten, dass die genetische Kontinuität im ganzen Mittelmeerraum groß ist? Und weil die dort lebenden Völker gerne reisefreudige Händler waren, wird in so manchen schwedischen Sven und so mancher Anita ein klein wenig Carlos, Mosche, Ali, Luigi oder Andreas drin stecken. Und was sagt das über die Eigenschaften von Sven, Anita, Mosche, Carlos, Ali, Luigi und Anderas aus? Nix. Das einzige was wir wissen ist: Unsere Vorfahren mischen sich mit anderen seit Jahrtausenden. Und die, deren Vorfahren das nicht getan haben, hauen sich beim Zähneputzen vor Doofheit die Zahnbürste ins Auge.
    Tja: Und wenn man jetzt noch nach genetischen Gemeinsamkeiten zwischen Isländern und Menschen die frisierte Mopeds fahren sucht, werden die Gemeinsamkeiten sicher frappierend sein.

  • #6
    Müller

    Natürlich sagt das ganze nichts über körperlichen Eigenschaften aus, aber das behauptet hier auch niemand. Allerdings zeigt es, dass es bei Juden genetische Übereinstimmungen gibt und Sarazzin mit seiner Äußerung im Welt Interview recht hat. Dasselbe gilt übrigens auch für Basken.

    Nur hat das mit Rassismus rein gar nichts zu tun und genau in diese Ecke wird Sarazzin doch gestellt.

  • #7
    Andreas Lichte

    @ Müller

    so so, genetische Unterschiede zwischen „Rassen“ und „Völkern“, die in der öffentlichen Debatte ins Feld geführt werden, haben nichts mit Rassismus zu tun. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht, dazu ein Brief:

    ………………………………

    an die

    Janusz-Korczak-Bibliothek
    Berlinerstr. 120/121
    13187 Berlin

    Berlin, 2.11.2007

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte Sie vom rassistischen Inhalt des Buches „Rasse, Evolution und Verhalten“ von J. Philippe Rushton in Kenntnis setzen und Sie auffordern, das Buch aus der öffentlichen Ausleihe zu entfernen.

    .

    Das Buch wurde mir von einem führenden NPD-Funtionär empfohlen, der Inhalt ist entsprechend, Grobzusammenfassung:

    Rushton führt die Misere Afrikas darauf zurück, dass Schwarze weniger intelligent als andere Menschen seien, Zitat S. 24:

    „Bei einem Durchschnitts-IQ von 70 kann man von den Populationen Afrikas nicht erwarten, daß sie mit den wirtschaftlichen Wachstumsraten, die woanders in der Welt erreicht werden, gleichziehen können.“

    Zitat, S. 27: „Eine Art, den niedrigen IQ zu interpretieren, ist der Bezug auf den Begriff des GEISTIGEN ALTERS. Bezogen auf ihr Benehmen und gesamtes Alter sind die Afrikaner nicht „retardiert“ in dem Sinne, in dem der Begriff in der klinischen Psychologie verwendet wird, sondern sie sind eher Kindern gleich [“child-like“]. Ein IQ von 70 entspricht einem mentalen Alter von 11,2 Jahren. (…) Elfjährige sind nicht retardiert. Sie können Autos fahren, Häuser bauen, auf den Feldern arbeiten, wenn sie richtig unterwiesen werden.“

    „Wenn sie richtig unterwiesen werden“ …

    Von wem? Rushton meint doch wohl von den Asiaten/Weißen mit weit überlegenem IQ (104, bzw. 100). Und zwar auf immer und ewig, da der niedrige schwarze IQ laut Rushton genetisch bedingt sei, also nicht durch Lernen, etc. korrigiert werden könne.

    .

    Die Überlebensstrategie der Schwarzen besteht laut Rushton in einer größeren Reproduktionsrate, anstelle einer besseren Vorsorge für die Nachkommenschaft bei Weißen und Asiaten.

    usw., usf.

    Ich habe noch nie solch einen üblen Rassismus in „wissenschaftlicher“ Aufmachung gelesen. Bitte entfernen Sie unverzüglich das Buch aus der öffentlichen Ausleihe und setzen Sie mich davon in Kenntnis.

    .

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Lichte

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Müller: „This failure of the clustering of local populations into biologically meaningful „races“ based on a few clear genetic differences is not confined to the human species.“ Jede genetische Definition von Volk ist ein soziales und politisches Konstrukt. Es dient politisch der Selbstvergewisserung oder der Distanzierung. Jen nachdem was Sie suchen finden Sie immer Gemeinsamkeiten. Übrigens auch über die Artgrenzen hinweg – mit Affen, anderen Säuger, ja sogra mit Würmern teilen wir mehr oder weniger große Bestandteile unsere Gene. Mein Gott, es sind vier verschiedene Basen über die wir hier reden. Und die sind in jedem Lebewesen auf diesem Planten identisch.

  • #9
  • #10
    Frank (Frontmotor)

    PS:
    @Stefan: Ich glaube, Du triffst mit dem überholten Schulwissen Sarrazins als Hauptbefund ins Schwarze.

    Die Zeit scheint rückwärts zu laufen. Wir sind inzwischen wieder in den 50er Jahren angekommen.

    Was Sarrazin auch übersieht:
    Nach dem zweiten Weltkrieg gab es in Europa, und vor allem in und um Deutschland beispiellose Völkerwanderungen durch Flucht und Vertreibung. Wie kann man da behaupten, Einwanderung habe seit Jahrzehnten keine Rolle mehr gespielt?

    Wenn Du sein Buch durch hast, kannst Du es bei amazon ja wieder verkaufen. Aber der Preis könnte schnell auf 0,01 EUR sinken, weil er bis dahin seine Funktionen verloren haben wird 😉

  • #11
    Wähler

    Nun wie gut, das alle Leute die vor mir geschrieben haben, Sarrazin eigentlich nur als dumm und primitiv halten! Stellt sich die Frage, wenn der Lümmel nicht so aggressiv geschrieben hätte.. sein Buch überhaupt Beachtung gefunden hätte.. oder seine verachtenswerten Thesen generell Gehör und Einfluss verbreiten würden..?

    „Zudem waren sie politisch stabil geworden: Spanien, Portugal und Griechenland wurden in den 70er Jahren demokratisch.“
    Haha Geld regiert die Welt, das die Leute sich auch die Taschen voll machen wollten, wird auch ein Stefan Laurin nicht abstreiten…

    Und noch was:
    „Die Türkei war hingegen lange Zeit ein politisch instabiles Land.“
    Dem Ausland gegen über nieeeee….. ehr im Gegenteil!!!

    Ok. ich habe viel (mehr) geschrieben als sonst, aber ich habe wie Stefan, meiner Meinung nach auch keine Lösung was mit dem Sarrazin machen sollte….

    Gruss

  • #12
    Malte

    Stefan „Ich glaube bei seiner Herangehensweise und der Art, wie er sich in Interviews äußert, nicht daran, dass es ihm um Themen wie Integration und die Auswirkungen des demographischen Wandels geht. Die werden seit längerem ernsthaft und kontrovers diskutiert“

    Wo? Wo in unsrer Republik wird das „ernsthaft und lösungsorientiert“ Diskutiert?
    Wäre es so, gäbe es dieses Buch nicht, und vielleicht auch das von Kirsten Heisig nicht, denn in vielen Bereichen sind sie ja wohl inhaltlich gleich, nur mit anderen Worten!

    Ich mag die Art und Weise nicht, wie Sarrazin sich ausdrückt, aber abgesehen von dem Genetik-Gequatsche [das gehört da nicht hin] hat er doch Recht!

    Schau nach England [EDL, BNP, ], USA [Tea-Party], Deutschland [pro-NRW, NPD, Autonome Nationalisten usw.] Holland [Wilders] Frankreich [FN, usw.] Bulgarien [Ataka] Dänemark [Dansk Folkeparti] Italien [Lega Nord,Forza Nuova usw.] usw. usw. usw.!

    Würde die Politik hierzulande „ernsthaft“ über diese Themen debattieren, würde sie Ängste der Bürger hier ernst nehmen und aggressiver gegen bestimmte „Gruppen“ vorgehen, bräuchte es keinen Sarrazin, keine Heisig usw.!

    Das Problem ist „hausgemacht“ und die Verursacher stecken seit Jahren den Kopf in den Sand!

  • #13
    Müller

    @ Laurin

    Die politische Dimension in die Erkenntnisse bringen sie und andere in die Ergebnisse mit ein. Diese sind erstmal vollkommen unpolitisch, warum sollten Juden auch nicht gewisse identische Bestandteile der DNA in sich tragen ? Schließlich werden sie (in den meisten Fällen) Jude, weil ihre Mutter jüdisch ist. Ergo haben die meisten Juden gemeinsame Vorfahren und das schlägt sich natürlich auch in der DNA nieder. Ich persönlich kann an diesen Erkenntnissen nichts negatives erkennen.

    Das alle Menschen zu 99,999% (?) eine identische DNA besitzen ist mir bewußt, allerdings unterscheiden sich Menschen auch – schließlich gibt es farbige, es gibt welche mit Runden und mit Schlitzaugen etc. Das ändert natürlich nichts daran, dass alle Menschen gleich sind, aber eben doch nicht zu 100% identisch.

  • #14
    Andreas Lichte

    @ Müller

    „Die politische Dimension in die Erkenntnisse bringen sie und andere in die Ergebnisse mit ein.“

    Unfug. Die politische Dimension ist von Anfang da. Sonst würden sich Merkel, Westerwelle und Koch nicht so deutlich von Sarrazin distanzieren.

  • #15
    Andreas Lichte

    @ Müller

    „… es gibt welche mit Runden und mit Schlitzaugen …“

    Das heisst „Epikanthus medialis“:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Epikanthus_medialis

    im selben wikipedia-Artikel, Zitat: „daher die Ausdrücke „Schlitzauge“ – eine inzwischen als rassistisch empfundene Bezeichnung – und Mandelauge“

  • #16
    Müller

    @ Lichte

    Mein Aussage betreffend der politischen Dimension hat sich auf diese Aussage von Laurin (Jede genetische Definition von Volk ist ein soziales und politisches Konstrukt) bezogen und nicht auf Sarazzins Thesen. Diese sind natürlich politisch.

    Vielleicht sollten sie es mit der politischen correctness nicht so genau nehmen, wenn ich das Wort Schlitzaugen benutze, dann ist das rein technisch und nicht diskriminierend gemeint.

  • #17
    Andreas Lichte

    @ Müller

    „Vielleicht sollten sie es mit der politischen correctness nicht so genau nehmen, wenn ich das Wort Schlitzaugen benutze, dann ist das rein technisch und nicht diskriminierend gemeint.“

    Ich habe 新颖 Deutsch beigebracht. In einer Stunde ging es um das Thema „Schminken“. Schminken so wie „Augen“. Aber nicht „Schlitzaugen“.

    Ich wusste, dass Sie mir mit „political correctness“ kommen. Wenn Sie meinen, dass Sie „rein technisch“ Ihre Mitmenschen herabsetzen können …

  • #18
    Wähler

    Sarrazin hat eins erreicht, das nicht-verstehen, und genau das sieht man in den vorausgegangenen Kommentare… traurig aber Wahr… zum Glück liest das ja Niemand ( 15 Schlaumeier..) mehr…

    Gruss

  • #19
    ch_we

    Stefan hat recht. Jede genetische Definition von ‚Volk‘ ist eine soziale, wie überhaupt jede Definition von ‚Volk‘ eine soziale und politische ist und überhaupt jede Definition einer Gruppe eine soziale und politische ist – auch wenn sie biologisch ‚begründet‘ wird. In welchem Teil der DNA findet man denn die genetische Information über Religionszugehörigkeit?

  • #20
    Jens König

    Zitat Person 1:
    „Denn sowie erst einmal die Zeugung als solche eingeschränkt und die Zahl der Geburten vermindert wird, tritt an Stelle des natürlichen Kampfes um das Dasein, der nur den Allerstärksten und Gesündesten am Leben lässt, die selbstverständliche Sucht, auch das Schwächlichste, ja Krankhafteste um jeden Preis zu „retten”, womit der Keim zu einer Nachkommenschaft gelegt wird, die immer jämmerlicher werden muss, je länger diese Verhöhnung der Natur und ihres Willens anhält.
    Das Ende aber wird sein, dass einem solchen Volke eines Tages das Dasein auf dieser Welt genommen werden wird…“

    Zitate Person 2:
    „Die Deutschen aber schaffen sich allmählich ab.“
    „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt (…)“
    Es gibt „eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz“
    „Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.“
    „Die Politik lässt „eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters zu, die wir gar nicht wünschen. (…)“
    „Ich möchte, dass auch meine Urenkel noch in ‚Deutschland‘ leben können“

    Dem Gewinner dieses kleinen Ratespiels gebe ich ein Bier aus. Bei mehreren richtigen Antworten entscheide ich frei nach Schnauze. Und hier die Preisfrage:
    Welche Zitate sind von welcher Person?
    Schreiben sie einfach die beiden Namen und die jeweils entsprechende Nr dahinter.
    Und das Tolle ist: Ich verrate die Namen der Zitatespender.
    Eine Person ist ADOLF HITLER und die andere Person ist THILO SARRAZIN.

  • #21
    Jens König

    Oh Mann. Gerade einen Kommentar verfasst und auf „Absenden“ geklickt, da fällt es mir wie Schuppen von den Augen.
    Es gab doch mal dieses Experiment: http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment
    Ich habe den leisen Verdacht, dass Sarrazin etwas Ähnliches gerade durchführt, und zwar im grossen Stil.
    In ein paar Wochen stellt er sich mit seinem Buch vor die Presse und sagt in etwa Folgendes:

    „Ey Leute, für wie dämlich haltet ihr mich? Glaubt ihr wirklich, ein Mensch mit meiner Intelligenz würde so einen Schwachsinn ernst meinen? Aber das nur nebenbei. Ich wollte einfach mal sehen, wieviele heutzutage noch auf nationalsozialistischen Unfug, wenn man ihn nur gut genug und aalglatt vorträgt (nicht so banal und platt wie die Hirnis von der NPD), hereinfällt und applaudiert. Scheisse, ich hab mir den gröbsten Unsinn aus Hitlers „Mein Kampf“ rausgesucht und auf bundesrepublikanische Verhältnisse angepasst. Und ihr Volldeppen fandet das toll. Und habt gegröhlt „Hurra, endlich mal einer der es ausspricht“, genauso wie die Trottel in der Weimarer Zeit. Und irgendwann kommt ihr Wahnsinnigen wieder an, und wollt uns Sozialdemokraten zusammen mit Andersgläubigen in’s KZ stecken und die HartzIVer machen derweil Bundesarbeitsdienst. Verdammt, mir reicht’s, ich wandere aus.“

    Ja, so ungefähr wird das sein. Wenn nicht, dann spende ich der Royal Air Force 50 Euro. Für’s erste jedenfalls.

  • #22
    Mohr

    Die hier gegen Sarrazin vorgebrachten Argumente wirken etwas bemüht:

    1.) Die Immigration in die USA war nur relativ weniger und oft reicheren Muslimen vergönnt. Dies lag zum größten Teil an der Topographie, am Reiseaufwand. Hätte der Autor bei Frau Müller in Erdkäs aufgepasst statt bei Herrn Kirchner in Biologie, wäre er dessen wohl gewahr, dass zwischen den Ballungszentren des Islam und Nordamerika ein recht großer Teich liegt. Es hätte auch ein kurzer Blick in die Standard-Immigrationsstudien der zwei entsprechenden US-Behörden genügt, um einen Unterschied zur soziostratalen Zugehörigkeit ausmachen zu können.

    2.) Eine aristotelisch angehauchte Mesotesmitigierung lässt sich auch gegen das zweite „Widerlegen“ vorbringen, in bezug auf die Genpoolheterogenität. Natürlich ist ein zu homogener Genpool schädlich, Gleiches gilt aber (theoretisch) auch für einen zu mannigfaltigen.

    3.) Auch die dritte Äußerung hier drüber ist so mit Sicherheit unzutreffend und von Unbedarftheit geprägt. Wie steht es etwa mit der (erwiesenermaßen) genetisch bedingten Laktoseintoleranz, die unter Chinesen und benachbarten asiatischen Bevölkerungsgruppen anzutreffen ist? Dass nicht von Rassen o.ä. gesprochen wird, ist – da hülfe der Geschichtsunterricht bei Herrn Kemper – primär der jüngeren Historie und der damit verbundenen Political Correctness geschuldet.

    In der vorgebrachten Absolutheit ist dieser Kommentar somit schlichtweg unfundiert – und das sollte er nicht, wenn er andere für Ähnliches kritisiert.
    Setzen, sechs. Ähnliches gilt für Sarrazin; im Prinzip ist die hier geübte Kritik ja gerechtfertigt – aber eben nicht so peinlich oberlehrerhaft.

    (Übrigens schreibt man „abonniert“ mit nur einem „b“ hier unter der Kommentareingabemaske, von den ganzen Fehlern im Text selbst mal abgesehen.)

    Viele Grüße im selben Oberlehrerton in den Bildungsgau NRW

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  • #24
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Mohr: Zu 1. Darf ich Sie auf die Erfindung des Aeroplans aufmerksam machen? Mit diesem neuen Gerät lassen sich auch weite Entfernungen in wenigen Stunden kostengünstig bewältigen. Und Sie sagen es ja selbst: Relativ reiche Muslime. Ich würde sagen: Auch gebildete. Also ist es eine Frage der Schicht und nicht der Religionszugehörigkeit.
    Zu 2: Welche Probleme schafft denn ein mannigfaltiger Genpool?
    Zu 3: Zur Laktoseintoleranz: „Aus einer 2007 veröffentlichten Studie des Mainzer Hochschullehrers für molekulare Anthropologie, Joachim Burger, geht hervor, dass die Laktoseintoleranz erwachsener Menschen eine stammesgeschichtlich ursprüngliche Eigenschaft des Menschen ist, dass also die Fähigkeit, Laktose problemlos zu verdauen, eine relativ junge genetische Neuerung bei Erwachsenen ist.[11] Burger hatte gemeinsam mit englischen Kollegen neun europäische Skelette aus der Jung- und Mittelsteinzeit (7800 bis 7200 Jahre alt) untersucht und bei der Analyse ihrer Gene entdeckt, dass keines dieser Individuen in der Lage war, Milch zu verdauen. Ein zur Kontrolle analysiertes, rund 1500 Jahre altes Skelett aus der Merowinger-Zeit besitzt hingegen die genetische Veränderung, so dass dieses Individuum Laktose verdauen konnte. Die Fähigkeit der Erwachsenen, Milch zu verdauen, hätte sich in Europa demnach erst parallel zur Ausweitung der Landwirtschaft und nach Einführung der Tierzucht, die hier seit etwa 8000 Jahren stattfand, in der Bevölkerung verbreitet.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Laktoseintoleranz

  • #25
  • #26
    Malte

    @Jens König: Wer, wann?

    „Dem Ministerentwurf zufolge ist die Bundesrepublik schon „bis an die Grenzen der Aufnahmemöglichkeiten gegangen“. Warnte **** eben vor einer „durchmischten und durchrassten“ Gesellschaft, so hat ******* das Schreckbild eines multikulturellen oder gar multinationalen Gemeinwesens vor Augen: Eine weitere „Überschwemmung“ bedroht da die „Homogenität der Gesellschaft“. Folge: „Die gemeinsame deutsche Geschichte, Tradition, Sprache und Kultur verlören ihre einigende und prägende Kraft.“ Ziel ist deshalb „die Bewahrung des eigenen nationalen Charakters[…]

    Oder:

    […]Da, wo die Umsiedlung in einen sprachlich und kulturell ganz fremden Raum stattfindet, wird der Vorgang problematisch. Sind es einzelne oder wenige, die diesen Schritt tun, so kann die Integration in die neue Umgebung gelingen – mag sie auch mindestens die beiden ersten Generationen besonders belasten. Handelt es sich um größere ethnische Gruppen, die sich im fremden Kulturkreis ansiedeln, so wird die Chance der Integration teils erschwert, teils auch bewußt abgelehnen[…]

  • #27
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Malte: Die Diskussion gibt es. Es gibt die Bücher von Kelek, Broder und vielen anderen. Nach den Interviews von Sarrazin würde ich allerdings das Buch von Heisig wohl nicht mit dem von Sarrazin gleichsetzen. Heising war sehr differenziert und ohne jede Polemik. Auch hatte sie keinen biologistischen Ansatz in ihrer Argumentation.
    Das Kernproblem der Integration liegt in der fehlenden Einwanderungspolitik: Wir haben die Anreize für Einwanderung falsch gesetzt: Ein stark ausgebauter Sozialstaat bei gleichzeitiger Ablehnung des Leistungsprinzip beim sozialen Aufstieg (Es geht ja eher um Kontakte und Distinktion) sorgt dafür, dass die leistungsstarken nicht kommen, aber diejenigen, die es in ihren Herkunftsländern schon nicht geschafft haben hier eine Perspektive finden. Einwanderungsland und Sozialstaat sind eine komplizierte Kombination. Da es zur Einwanderung schon wegen des demographischen Wandels keine Alternative gibt, werden wir um den weiteren Umbau des Sozialstaates nicht herumkommen.

  • #28
    Malte

    @Stefan: das Ganze ist aus den 70/80’ern!

    Und, natürlich, Du hast recht. Aber, die Grundstimmung hierzulande empfinde zumindest ich als „Explosiv“

    Links, rechts, da geht noch was!

  • #29
    ch_we

    Bei der Debatte um Einwanderung existiert das gleiche Problem wie bei den meisten Debatten, die im Spiegel oder der Bild geführt werden. Nur den Schreihälsen hört man zu.

    Das Problem bei der Einwanderung in Deutschland waren übrigens nicht „die falschen Anreize“. Die Anreize waren ja ganz klar definiert: ein Arbeitsplatz. Das Problem war halt, dass die niedrig qualifizierten Arbeitsplätze, in denen die erste Generation von Arbeitsmigranten (und über die reden wir ja, wenn wir überMigranten aus der Türkei reden) mittlerweile so nicht mehr existieren, während es das deutsche Schulwesen versäumt hat, sich auf bilingual aufgewachsene Kinder einzustellen, weil „die ja irgendwann wieder weg sind.“ Das war ein Irrtum, und da sind in der Vergangenheit reichlich Potentiale verschenkt worden, die sich jetzt in einer höheren Arbeitslosigkeit unter jungen Migranten niederschlagen.

  • #30
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @CH_WE: Das stimmt natürlich für die 5oer und 60er Jahre. In den letzten drei Jahrzehnten gab es kein Einwanderungskonzept – es gab sogar lange die Weigerung Deutschland überhaupt als Einwanderungsland zu sehen. Was die Versäumnisse im Bildungsbereich betrifft hast Du natürlich Recht.

  • #31
    ch_we

    Stefan, auch zu den Hochzeiten der Arbeitsmigration gab es kein „Einwanderungskonzept“, sondern nur die vage Idee, dass die Arbeitsmigranten dann auch irgendwann wieder gehen.

    Was mich aber mal wirklich interessieren würde: Hat Sarrazin einen Ghostwriter? Und wenn ja, wen?

  • #32
    Jenninger

    Ich mag das Gen-Gerede von Sarrazin überhaupt nicht. Die Aufregung darüber halte ich allerdings für deutlich übertrieben. Die Angesprochenen zumindest scheinen ein durchaus entspanntes Verhältnis zum Thema zu haben:

  • #33
    Müller

    @ CH-WE

    „In welchem Teil der DNA findet man denn die genetische Information über Religionszugehörigkeit?“

    Vielleicht ist es ihnen nicht bewusst, aber Juden sind keine Religionsgemeinschaft a la Christen oder Moslems, sondern aus ihrem eigenen Selbstverständnis ein Volk. Die Jüdische Religionszugehörigkeit wird über die Mutter vererbt. Konversion zum Judentum gibt es so gut wie nicht. Deshalb sind die meisten (natürlich nicht alle) Juden über Generationen hinweg miteinander verwand – und teilen deshalb auch bestimmte DNA Stücke.

  • #34
  • #35
    ch_we

    @Müller

    Dann beantworten sie mir doch folgende Frage: „In welchem Teil der DNA befindet sich denn die Information über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die sich nach ihrem Selbstverständnis als Volk definiert?“

    Ich hätte dann auch noch weitere Fragen. Angenommen, nach seinem eigenen Selbstverständńis gehört jemand zum „Volk der niemals irrenden Blog-Kommentierer“, das ja bekanntlich besonders intelligent ist. Vererbt sich diese Zugehörigkeit dann auch? Und sind da die Gene der Mutter oder des Vaters ausschlaggebend? Und kann ich, der ja nicht dazu gehört, dazu konvertieren? Oder muss ich herausfinden, ob mein Vater oder meine Mutter „niemals irrende Blog-Kommentierer“ waren? Oder reicht die Geschichte meines Volkes eventuell zurück bis ins 19. Jahrhundert?

    Vielleicht können Sie mich ja darüber aufklären.

  • #36
    Udo Pahl

    [zitat]…wenn Sarrazin formuliert, „dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen“.

    Fakt ist, dass auch die Sarrazin’sche weibliche “Unterschicht”, nicht nur die Intelligenzler, also die Hartz IV-Empfänger, die Sklaven bei den Zeitarbeitsfirmen und das “gesamte andere Pack, welches mehr oder weniger zu faul zum Arbeiten ist” und die “ausländischen Schmarotzer”, die mehr nehmen als geben, wenige oder keine Kinder bekommen, bzw. sich die Abtreibungrate innerhalb des “Prekariats” drastisch erhöht hat! So vemeldete der WDR2 heute.

    WARUM???

    Weil sie Angst haben, Angst um ihren Arbeitsplatz und Angst vor den wirtschaftlichen Nachteilen für ihre eigenen an der Armutsgrenze lebenden Familien, wenn sie schwanger werden. Weil diese Frauen Angst haben, dass sie ge-schasst werden, weil sie dem Produktionsprozess während der Schwangerschaft nicht mehr zur Verfügung stehen.

    Und die Politik “beklagt”, dass das rentenversicherungpflichtige Volk immer weniger wird und der Rentenpool nicht aufgefüllt wird.

    Ist diesen Chaoten an der Spitze des Staates eigentlich nicht klar, dass sie selber diese Sarrazins gekreisst haben, dass sie, die einen Eid auf die Verfassung bei GOTT gesprochen haben, Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden, dieses Volk nach Strich und Faden an der Nase herumführen? Wo schweben Merkel, Westerwelle, Brüderle (PROST!) und die anderen eigentlich???

    Wenn dann solche “Häuseranzünder” wie der Mann mit dem ‘orientalischen’ Namen durch den BILD-”Mainstream” unterstützt wird, ist das noch einmal fataler.
    Es kommt der Tag, spätestens dann, wenn ihn die Bundesbank feuert, wie das auch ‘das Merkel’ fordert, dass dieser Typ seine eigene Partei gründet.
    Ich prognostiziere, dass nicht wenige der heute von ihm Verachteten den “rechten” Weg Sarrazins einschlagen.
    Das Volk wird abgelenkt und die Politiker profitieren davon, um klammheimlich Ziele gegen das Volk durchzusetzen. Das beste Beispiel in jüngster Zeit war die Fussball-Weltmeisterschaft oder mensch erinnere sich, als der GAZprom-Schröder zum Holzmann wurde und das Volk an der Nase rumführte oder als er die Oderflut populistisch nutzte.

    Schon die Römer wussten: PANEM ET CIRCENSIS, und wenn solche Populisten wie Sarrazin (und Schill seinerzeit) das “rechte” Wort treffen, läuft ‘das Volk’ hinterher – wie 1933! Deswegen: Wehret den Anfängen – durch Aufklärung und die Wahrheit.
    Die heutige Partei DIE LINKE war einmal angetreten dafür; sie hat ihr Ziel verfehlt und einiges unnachahmlich versiebt und verlottert. DIE LINKE ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie der Gesellschaft etwas nutzt. Und das nutzt Sarrazin & Co. (aus).

    Und wenn Petra Pau heute ‚presseerklärt‘:
    29.08.2010, Petra Pau
    Kopfkrank oder Rassist und die Kassen klingeln
    Zu den „Gen-Theorien“ von Thilo Sarrazin erklärt Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im Innenausschuss:

    Sarrazin wird mit den Worten zitiert: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden“.
    Wenn Sarrazin das so gesagt hat, ist er entweder kopfkrank oder ein Rassist.
    Die „Random House Deutsche Verlags-Anstalt“ wiederum lässt mit Sarrazins Ungeist bei der Bertelsmann-AG die Kassen klingeln. Ein Geschäft mit Hass.

    …das kannst’e vergessen – wenn sie mehr nicht drauf hat!
    …mein lieber Krokoschinsky!

  • #37
    Müller

    @ CH-We

    Dann beantworten sie mir doch folgende Frage: “In welchem Teil der DNA befindet sich denn die Information über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die sich nach ihrem Selbstverständnis als Volk definiert?”

    Ihr Problem ist es, dass sie objektive unpolitische Fakten (hier: die meisten Juden besitzen aufgrund ihrer Abstammung identische Stücke DNA) politisieren. Natürlich gibt es kein „Juden Gen“, dass entscheidet ob jemand koscher lebt oder nicht. Allerdings haben diese Studien gezeigt, dass man jüdische Abstammung anhand identischer Stücke der DNA nachweisen kann.
    Wenn sie das wissenschaftlich wiederlegen können – dann mal her mit den Fakten, aber offensichtlich können sie es nicht und bringen immer wieder die politische Dimension mit ins Spiel oder sinnlose Vergleiche.

  • #38
    ch_we

    @Müller

    Sie begehen einen sogenannten „Kategorienfehler“. Das Selbstverständnis einer Gruppe ist – wie auch die Definition einer Gruppe – keine biologische Kategorie, sondern eine soziale. Die Klassifizierung von Überschneidungen in der DNA als ‚jüdisch‘, ‚deutsch‘ oder ‚Blog-kommentierend‘ übrigens auch. Mal ganz davon abgesehen, dass auch ‚biologische‘ Kategorien immer wieder revidiert werden, wie das z.B. im Text oben beschrieben worden ist.

    Aber ich will gerne dazulernen. Warum legen Sie nicht einfach ihre Quellen offen? Dann kann ich ja sehen, ob sie stichhaltig sind oder rassistische Hetze.

  • Pingback: Peritrischer Bacillus Subtilis Sarrazinum - Aponaut

  • #40
    Müller

    @ CH-We

    http://www.igenea.com/docs/hagalil/hagalil.htm

    http://www.netdoktor.de/News/Juden-Diaspora-hat-Spuren-i-1132937.html

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7637/page/1

    ich zitiere aus dem Hagalil Artikel:
    „Sobald sich ein Volk, sei dies aus sozialen oder territorialen Gründen, abgrenzt, entwickeln sich genetische Merkmale, die für dieses Volk spezifisch sind. Als Beispiel kann man die Germanen nehmen, die zwar zur gleichen Zeit wie die Kelten lebten, aber sich mit diesen kaum vermischten, so dass beide Völker unterschiedliche DNA-Profile aufweisen und wir diese Unterschiede noch heute im unseren Genpool tragen. Da diese Mutationen von Generation zu Generation weitervererbt werden, kann die genetische Herkunft einer Person auch Jahrhunderte später noch untersucht werden.

    Nach halachischem Recht ist jüdisch, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judentum konvertiert ist. Die enge Verbindung von Kultur, Tradition, Religion und Volkszugehörigkeit zeichnet das Judentum im Besonderen aus. Durch die sich wiederholenden Judenverfolgungen und –Verdrängungen entwickelte sich über die Jahrhunderte eine gewisse genetische Homogenität, die durch einen DNA-Test sichtbar wird. Aktuelle genetische Studien belegen, dass über 60-80% der Juden noch heute ein typisch jüdisches DNA-Profil aufweisen.

    Es gibt bestimmte genetische Merkmale, die auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Träger derselben oder ähnlicher genetischer Merkmale werden in Haplogruppen zusammengefasst. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Haplogruppen kann auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Ausserdem wird ein bestimmtes DNA-Profil „Cohen Modal-Haplotyp“ genannt, weil es vermehrt in der jüdischen Untergruppe der Cohanim vorkommt. Dieser Haplotyp weist deutlich auf eine jüdische Herkunft hin.“

    Das Merkmal „Blog Kommentierend“ wird nicht über die Mutter vererbt, die identischen DNA Stücke bei Juden aber, da sich diese auf das Ursprungsvolk der Juden zurückverfolgen lässt und vererbt wird. Da die meisten Juden (wie gesagt es gibt nur sehr wenige Konvertiten) Juden sind, weil ihre Mütter Jüdin ist, besitzen sie dieses DNA Stück.

    aus Netdoktor:
    „Auch wenn die Vertreter des jüdischen Volkes über den ganzen Globus verstreut leben, tragen sie doch ihre gemeinsame Herkunft im Genom mit sich. Dies haben Forscher aus Israel und den USA nun durch eine umfassende Genomanalyse von Menschen aller Hauptgruppen der jüdischen Diaspora nachgewiesen. Juden aus den verschiedenen Weltregionen teilen demnach zahlreiche genetische Merkmale, durch die sie sich von anderen Bevölkerungsgruppen unterscheiden und die auf gemeinsame Urahnen zurückgehen.“

    sie sind dran, übrigens bei den Basken ist das ähnlich, da diese auch eine genetische Homogenität besitzen.

  • #41
    Müller

    Ergänzung:

    Hier ein entsprechender Artikel aus der Nature:
    http://www.nature.com/nature/journal/v466/n7303/full/nature09103.html

    ich bin schon gespannt, wie sie mich als Rassisten entlarven……

  • #42
  • #43
  • #44
    Klaus

    In Report Mainz, ARD, freut sich die NPD über Sarrazin:

    http://www.swr.de/report/presse/-/id=1197424/nid=1197424/did=6830314/1e0mkro/index.html

    „30.08.2010

    NPD-Vorsitzender: „Sarrazin macht uns salonfähig“

    Udo Voigt: Sarrazins Äußerungen erschweren Verurteilungen von NPD-Funktionären wegen Volksverhetzung. Berliner SPD-Abgeordnete werfen Parteispitze Versäumnisse bei Parteiausschlussverfahren vor.

    Mainz – Der Vorsitzende der rechtsextremen NPD, Udo Voigt, sieht sich und andere Rechtsextreme durch die Thesen von Thilo Sarrazin bei künftigen Prozessen wegen Volksverhetzung geschützt. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ sagte NPD-Chef Udo Voigt: „Unsere Aussagen werden damit salonfähiger und es ist dann auch immer schwerer, Volksverhetzungsverurteilungen gegen NPD-Funktionäre anzustreben, wenn wir uns zur Ausländerpolitik äußern, wenn sich etablierte Politiker auch trauen, das zu äußern.“

    Der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin liege mit seinen Aussagen zur Einwanderungspolitik ganz auf NPD-Linie. Udo Voigt in REPORT MAINZ: „Herr Sarrazin hat klar zum Ausdruck gebracht, dass er nicht Fremder im eigenen Land werden will und hat damit die Politik der NPD seit 40 Jahren bestätigt und ich freue mich, dass er sich traut, das auszusprechen.“ Für den Fall, dass Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werde oder austrete, macht der NPD-Vorsitzende Voigt dem Bundesbank-Vorstand ein Angebot: „Es würde mich freuen, wenn er als Berater dem NPD-Parteivorstand zur Verfügung stünde oder gar als Ausländerrückführungs-Beauftragter der NPD fungiert.“ (…)“

  • #45
    Krokoschinsky

    @ Müller + @ CH-We

    Ich finde euren Dialog übel; denn euch geht es nur darum, euch auseinanderzusetzen, wer es besser weiss, und es ist einfach nicht von allgemeinem Interesse – macht jede weitere Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Thema kaputt – SORRY!

  • Pingback: Sarrazin schafft sich ab. // Gelsenkirchen Blog

  • #47
    Müller

    @ Kroko

    Mir gehts primär um den Beitrag von Herrn Laurin, der Sarrazin unterstellt mit seiner „Juden Gen“ Aussage Bilogie auf Deppennievau zu betreiben. Ich habe jetzt einige Quellen gepostet, die Sarrazin recht geben – damit ist zumindestens diese Aussage von Laurin nicht haltbar.

  • #48
    ch_we

    Naja, die Debatte ist schon in diesem Zusammenhang wichtig, weil es darum geht, wie soziale Kategorien qua Genetik biologisiert werden sollen. Das ist der Kern von Sarrazins Argument.

    Ich habe mir dann auch mal die Mühe gemacht und den Original-Artikel gelesen. Das Grundproblem bleibt aber das Gleiche. Eine soziale Kategorie (Jewishness) soll genetisch begründet werden.Müller zitiert ja oben, dass „jüdisch sein“ aber durch das hachitische Recht definiert wird, also eine Rechtskategorie ist. Die jüdischen Probanden der Studie mussten vier jüdische Großeltern aufweisen, damit sie von den Wissenschaftlern der Sample-Gruppe ‚Jewish‘ zugeordnet wurden.

    So unpolitisch ist diese Forschung übrigens auch nicht. Es gibt in Israel und besonders in den Diaspora-Communities tatsächlich seit einiger Zeit eine Debatte darüber, inwiefern ein gemeinsamer Ursprung z.B. für die Solidarität mit der Politik von Israel wichtig ist, wie es ja auch in dem Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen gleich zu Beginn angerissen wird.

    Trotzdem vielen Dank für die interessanten Links.

  • #49
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Müller: Sie verstehen den willkürlichen Umgang mit Korrelationen nicht, der hinter den von Sarrazin gemachten Aussagen steckt. Gibt es eine Analyse wie viele Menschen die nicht jüdischen Glaubens sind dieses Gen haben? Und sind die dann auf einmal Juden? Und das gleiche Spiel bitte mit Basken, Radfahrern, Bottropern und Speiseeisliebhabern. Die Fragestellung macht das Ergebnis. Das ist doch so schwer nicht zu verstehen.

  • #50
    ch_we

    Zumal „Jewishness“ in der Studie nicht diejenigen Juden einschließt, die auch nur ein nicht-jüdisches Familienmitglied in der Generation der Großeltern haben, egal ob sie lt. hachitischem Recht Juden sind. Das ist eine ganz andere Grundlage und zeigt die prinzipielle soziale Konstruiertheit dieser Kategorien.

  • #51
    Müller

    @ Laurin

    Sie verstehen glaube ich Sarrazins Aussagen nicht. Die zum „Juden Gen“ ist – wie im Welt Interview nachzulesen – komplett aus dem Zusammenhang seiner Thesen im Buch gerissen und hat mit diesen nichts zu tun.

    Da ich nicht Biogenetik studieren, kann ich ihnen nur nur Quellen zeigen, die ich im Laufe der Diskussion gestern entdeckt habe. Diese beschreiben offensichtlich aktuelle Erkenntnisse zum Thema genetische Geinsamkeiten von Juden und anscheinend gibt es da welche. Bei Basken gibt es übrigens auch welche (einfach mal googeln).

    Womit man nur vorsichtig sein muss, ist dass diese genetischen Gemeinsamkeiten natürlich absolut gar nichts mit körperlichen Merkmalen zu tun haben, wie sie die Nazis früher propagiert haben (Juden = lange Nasen), sondern nur einzelne Basenpaare betreffen.

    Diese Gemeinsamkeiten machen natürlich keinen Juden per Definition aus, allerdings kann man so Vorfahren identifizieren, die vor 2500 Jahren dem ursprünglichen jüdischen Volk angehört haben.

  • #52
    Michael Kolb

    @ Stefan:

    An eine Analyse zu kommen, wie sie von Dir gefordert wird, ist relativ einfach: Alle Menschen, die nicht jüdischen Glaubens sind, überweisen 99 Ocken plus an das Institut, welches auch im Hagalil-Artikel erwähnt wird, dieses wirbt nämlich explizit mit dem Koberer-Aufmacher, ob man selbst jüdische Vorfahren hat, dieses zu hinterfragen und zu erforschen. Interessant ist auch, daß Hagalil-Artikel und Institut-Werbetext ziemlich wortgleich sind (bis auf ein paar Kürzungen durch das Institut, aber das passiert ja auch hier in den Komentaren).
    Es wäre also sehr gut möglich, daß bottropstämmige Eisliebhaber, die sich im Baskenland aufs Rad schwingen, auch dieses Merkmal aufweisen… kostet eben nur, dieses herauszufinden.

    Sowohl Hagalil-Artikel als auch Institut sind aber immerhin so fair zuzugestehen, daß man auch dann noch jüdische Wurzeln haben kann, wenn der Marker nicht im Genom zu finden ist… oder auch umgekehrt.

    Die Problematik hier ist eine ganz andere, sie ist eine eristische. Selbst wenn Sarrazin sich schon aus seinem Bettlaken eine Haube zusammennäht und der übelste Rassist unter Gottes Sonne sein sollte, aus dem was er „gesagt“ ode geschrieben hat, lässt sich nur schwer der Vorwurf konstruieren oder ableiten, er sei tatsächlich ein Rassist. Denn, bezogen auf das jüdische Gen, sagt er wenig anderes als das, was andere, des Rassismus unverdächtige, auch schon mal gesagt haben. Es gibt also immer eine Rückzugsposition, an der alle Vorwürfe abprallen und es ist für mich unsinnig, sich daran abzuarbeiten.

    Überhaupt ist die Diskussion über das Thema eine schwierige, gerade wenn man das Buch noch nicht zur Hand hat. (Ein Nachteil von Kommunikation’2.0, „damals“ hätte man warten können, bis das Buch in der Leihbücherei verfügbar gewesen wäre, heute muss man, um aktuell zu sein, den Krempel kaufen… toller Marketingtrick…)

  • #53
    Andreas Lichte

    Beckmann …

    Ranga Yogeshwar über Sarrazins Buch:

    „feuchter grüner Filz und nasse Dackelhaare“

  • #54
    Malte

    @Stefan: Zum Lanz? Kommt bestimmt noch? Hast Du Beckmann gesehen? Klasse war doch die Wissenschaftlerin die eingeblendet wurde, Muslimin mit iranischen Wurzeln…Hat die wirklich gesagt „80 % aller Muslime sind Selbständig bzw. versorgen sich selbst“? Ganz Hassel hat laut gelacht 😉
    Und ausgerechnet Aygül Özkan war dabei, erst wollte sie Kreuze abschaffen, dann wollte sie das Journalisten im Niedersachsen eine „kultursensible Sprache“ anwenden!

    Auch der Sozialarbeiter aus Berlin war eher peinlich, hatte keine Lösungen parat, außer dem Rappen!

    Der Rangar, war der einzige richtig gute in der Runde, der Rest hat später wenigstens noch zugegeben, das in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden!
    Trotzdem, so wird das nichts, kuscheln hilft kaum weiter!

  • #55
    Dirk Haas

    Das Ganze ist eher ein überfälliges Coming-out. Trendguru Bolz, der an einer starintellektuellen Rechtspartei bastelt, wird’s freuen:

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/die-politische-rechte-steht-fuer-buergerlichkeit/1902294.html

    Die (mehr oder weniger) subkutane Sozialeugenik ist nicht mehr überraschend; eher ist es Sarrazins intellektuelle Schlichtheit im Umgang mit Zahlen, Statistiken, Prognosen (der Mann ist im Vorstand der Bundesbank). Insofern ist das Buch, sind Sarrazins Interviews, womöglich ein neuerlicher Akt unfreiwilliger Aufklärung über Deutschlands Eliten. Der hier und da geäußerte Vorwurf, dass dieses Buch Deutschland (statistisch besehen) noch dümmer macht, könnte daher allzu voreilig sein.

  • #56
    ch_we

    @Dirk

    Gerade im Hinblick auf Norbert Bolz konnte man das doch schon länger ahnen. Ich würde aber den Aspekt der Selbstentlarvung nicht überbewerten. Die Zustimmung zu Sarrazin außerhalb der gebildeten Schichten weist doch darauf hin, dass hier durchaus ein neuer Konsens etabliert werden kann. Interessant ist eher die Reaktion der CDU, die sich bis jetzt distanziert verhält und den Rechtsschwenk noch nicht mitmacht. Ich bin mal gespannt wie das weitergeht.

  • Pingback: Sarrazin und Biologie « Alles Evolution

  • #58
    68er

    Herzlichen Glückwunsch Herr Laurin,

    Sie bringen es auf den Punkt, über den gestern bei Beckmann alle, ausser Herr Yogeshwar, nicht sprechen wollten.

    Vielleicht sollten Sie Herrn Plasberg bitten, dass er bei seiner Sendung Herrn Sarrazin darauf einmal anspricht. Wenn das wieder so ein ungeordneter schlecht vorbereiteter Unsinn wird, wie bei Beckmann (womit ich bei Plasberg eigentlich immer rechne) wäre es nicht auszuhalten.

    Bei der Argumentation mit den „irischen Genen“ widerspricht sich Herr Sarrazin eindeutig selbst. Bei den Muslimen markiert er die Tendenz der Fortpflanzung innerhalb der eigenen Gruppe ja als Grund für mehr Erbkrankheiten.

    Wenn er „die Deutschen“ bzw. deren Gesundheit wirklich retten wollte, sollte er doch die multikulturelle-genetische Fortpflanzung, wenn es die überhaupt gibt (was Sie zurecht bezweifeln), eigentlich befürworten. Stattdessen jammert er kläglich darüber, dass sich „die Deutschen“ angeblich selber abschaffen.

    Wenn man sich auf das Niveau dieses Herrn begeben würde müsste, man dann noch fragen, wie man denn die Zugehörigkeit zu „den Deutschen“ oder „den Muslimen“ feststellen soll. Und welche Konsequenzen dann aus diesen Feststellungen gezogen werden müssten. Muss dann beim Einreiseantrag der Immigrationswillige einen Stammbaum vorlegen? einen Intelligenztest bestehen? oder gar eine Erbgutanalyse vorlegen? Oder reicht eine „Fleischbeschau“ des Amts- oder Betriebsarztes, wie sie bei den „Gastarbeiteranwerbungen“ von unseren „geübten Medizinern“ in den 50er und 60er Jahren noch vorgenommen wurde?

    Die angeblich weiteren logischen Schritte die einige Menschen aus dieser „Denke“ ziehen werden, kann man jetzt schon in den historischen Materialien nachlesen, wie sie z.B. von Wilhelm Frick in seinem Buch:

    „Nordisches Gedankengut im Dritten Reich“

    formuliert wurden: http://tinyurl.com/2u9tp8f

    „Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert
    Und handelt, statt zu reden noch und noch
    So was hätt einmal fast die Welt regiert!
    Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
    Dass keiner uns zu früh triumphiert
    Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“

    Bertolt Brecht, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

    (Demnächst wieder zu sehen im Schauspielhaus Bochum)

    Mit feundlichem Gruß

    Ihr 68er

  • #59
    68er

    Die Premiere des „Arturo Ui“ im Schauspielhaus Bochum findet am 28. Mai 2011 statt:

    www.boropa.de/media/pdf/spielplan_sep.pdf

  • #60
    Christina Aue

    Sicher kaufen sich jetzt viele Leute das Buch, und Sarazzin wird sich freuen. Ich vergeute jedenfalls keine Zeit damit. Für solche unmöglichen Talksendungen bezahle ich Fernsehgebühr, es wäre mal notwendig, den Aufstand der Anständigen zu proben! Deutsche sollen sein, wer einen deutschen Pass hat, egal welche Gene in diesen Passmenschen vorhanden sind. Wenn wir die vielen Generationen betrachten, die durch die Völkerwanderungen, durch Kriege, Heiraten usw. hier integrieren mußten, gibt es Gene von Hugenotten, Bajuwaren, Sorben, Russen, Dänen, die Reihe könnte fortgesetzt werden. Mein Vater war einfacher österreichischer Bergbauer, der Vater meiner Kinder war Hugenottenabkömmling, die Kinder des Großvaters waren Donauschwaben mit Einheiratung zu den Ungarn, die sich in Ungarn migriert haben, der Cousin unseres Vaters war nach Amerika ausgewandert und ist dort Amerikaner mit deutschen Wurzeln geworden, mußte dafür jahrelang auf Einbürgerung warten. Was soll dieser blöde Quatsch in einem vereinten Europa? Gibt es nicht zu viele Menschen auf der Welt, die hungern und frieren, ist das nicht eine Aufgabe von den Politikern als nationalistisches Feuer zu schüren? Bei welcher Anzahl von Menschen ist man ein Volk? Ist die Familie auch ein Volk? Dies zeigt wiede einmal, dass zu viele Fächer auf dem Bildungsweg abgewählt werden können. Ich habe jedenfalls alle Fächer bis zum Abitur durchgestanden und wußte auch in der ehemaligen DDR wo die Donau fließt und dass es nicht schön war, in einem Ghetto zu leben. Also Leute, schaltet den Fernseher aus, wenn wieder solche Talks über die Bildschirme flimmern, bildet, bildet, bildet Euch!

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