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Schleppte das Schauspielhaus Bochum die brasilianische Corona-Mutation ein?

Schauspielhaus Bochum

Zwei heute im Bochumer Lokalteil der WAZ erschienene Artikel sollte man im Zusammenhang lesen: In Bochum wurde erstmals die brasilianische Corona-Mutante nachgewiesen. Sie ist noch einmal gefährlicher und ansteckender als die zurzeit grassierende britische Variante. Der zweite Artikel berichtet darüber, dass das Schauspielhaus Bochum für eine Probe Künstler aus Südamerika eingeflogen hat. Zwei von ihnen wurden positiv auf Corona getestet. Das muss nichts miteinander zu tun haben, aber ganz unwahrscheinlich ist es nicht. Bislang kam die Mutation in Deutschland kaum vor, das könnte sich jetzt ändern.

Während weite Teile des kulturellen Lebens seit einem Jahr am Boden liegen, die Clubs geschlossen sind, keine Konzerte mehr stattfinden dürfen und kleine Veranstalter, wenn überhaupt, online und im Notbetrieb arbeiten, erweist sich das hochsubventionierte Schauspielhaus als ebenso unverantwortlich wie verschwenderisch. In einer Zeit, in der viele Künstler mit dem Rücken zur Wand stehen, werden Tausende Euro für Flüge ausgegeben und Menschen aus einer Region ins Land geholt, in der sich eine gefährliche Mutation ausbreitet. Für Proben eines Stückes namens “Noise”, von dem vollkommen unklar ist, wann es aufgeführt wird.

Die Stadt hat im vergangenen Jahr dem Schauspielhaus 1,8 Millionen Euro extra gegeben, um die wirtschaftlichen Folgen von Corona abzumildern. Das Theater revanchiert sich mit Verschwendung und – wahrscheinlich – dem Einschleppen von Mutanten. Wäre es für die Zeit der Pandemie ganz dicht, könnte man Leben retten und Geld sparen. Und klar, dafür gehört der Intendant Johannes Simons gefeuert.

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17 Kommentare zu “Schleppte das Schauspielhaus Bochum die brasilianische Corona-Mutation ein?

  • #1
    ke

    Unser Corona – Schutz hat zu viele offensichtliche Lücken. Wie werden bspw. Einreisende aus offensichtlich gefährlichen Regionen geprüft, wenn sie einreisen? Gibt es Quarantänen, Tests?

    Beim Sport sind aktuell überall Corona-Fälle, dennoch fällt nichts aus.
    Pressekonferenzen etc. finden mit großen Gruppen statt.

    Warum geht man ein solches Risiko ein?

    Wir hocken hier seit Monaten alleine herum und gehen höchstens mal über die Felder. Viele gehen wirtschaftliche auf dem Zahnfleisch, andere liegen im Krankenhaus.
    Das Einschleppen der Mutanten muss unbedingt verhindert werden. Dann so etwas?

    Was tut eigentlich der Bund, um die Grenzen zu sichern?

  • #2
    Robin Patzwaldt

    @ke: "Beim Sport sind aktuell überall Corona-Fälle, dennoch fällt nichts aus." Stimmt so nicht. Heute sind 2 von 4 angesetzten Spielen in liga 2 ausgefallen. Skeptiker machen sich Sorgen um das reguläre Ende des Spielbetriebs. Daher waren auch Teamquarantäne in Form eines Trainingslagers im Gespräch. Wurde aber anders entschieden. Es bleibt spannend, wie es da weitergeht.

  • #3
    Psychologe

    "Während weite Teile des kulturellen Lebens seit einem Jahr am Boden liegen, die Clubs geschlossen sind, keine Konzerte mehr stattfinden dürfen und kleine Veranstalter, wenn überhaupt, online und im Notbetrieb arbeiten, erweist sich das hochsubventionierte Schauspielhaus als ebenso unverantwortlich wie verschwenderisch. "

    Das hat in diesem Laden Tradition. Dort hat man schon für hunderttausende Mark (damals) Equipment angeschafft, um vor Ort festzustellen, dass es nicht durch die Tür passt. Ja, die gute alte Zeit. Dass man sich teils Bühnenbilder für zehntausende Euro gegönnt hat, wurde oft nicht als Skandal verstanden, sondern man hat hinter vorgehaltener Hand stolz damit geprahlt.
    Zugegeben: Meine Infos sind 20 Jahre alt und älter, aber immerhin direkt aus dem Maschinenraum geleakt. Zur Zeit rund um Haußmann und Hartmann dachte man dort, man könne über Wasser gehen. Nun ja, der Abstieg kam.
    Ich frage mich, was sich dort geändert haben kann. Vermutlich wenig.

  • #4
    Theodor Janssen

    Die Welt ist global. Ich bin im Moment in Rio de Janeiro.
    Ich bin vor drei Wochen hier angekommen. Auch hier ist Lookdown. Impfen ging nicht vor der Abreise, bin halt Mensch 4.Klasse! Wenn ich im Juni wieder zurück bin, ist es mir trotzdem nicht Egal ob ich jemanden infiziere. Ich werde 14 Tage Karantäne mache. Vielleicht erlaubt man mir dann mich impfen zu lassen.
    Ich habe Gründe hier zu sein. Ob es irgend einem Kommentator passt oder nicht.
    Den Kulturellen Austausch zu verhindern ist falsch!
    Auch in diesen Zeiten!
    Menschen dürfen doch ihre Rechte wahrnehmen. Oder sind wir schon da, wo Widerstand zu Pflicht wird.
    Grüße Theo

  • #5
    ke

    #4 Theodor Janssen.
    Es spricht viel für Quarantäne Hotels etc. mit vielen Tests. Damit sollte eine Sicherheit da sein. So macht es bspw. Taiwan.

    Dennoch stellt sich natürlich die Frage, in welchen Bereichen und in welcher Form Reisen noch notwendig sein sollten.
    Eine Urlaubsreise komplett in einer Blase mit Tests in einem Niedriginzidenzgebiet hat sicherlich kaum Gefährdungspotenzial. Individualreisen sind kritischer. Dann bleibt insbesondere beim sog. kulturellen Austausch auch das Thema CO2. Eine Orchester stellen sich erst jetzt die Frage, ob es sinnvoll ist, in voller Stärke für wenig reale Zeit um den Globus zu fliegen. Das klingt dann häufig einfach nach Alibi Reisen. Die Klimaschützer fliegen ja auch oft um den halben Planeten, nur um mal einen schmelzenden Gletscher im touristisch interessanten Bereich Live zu sehen.
    Was für ein Quatsch.

    In anderen Bereichen wird es Zeit, dass wir uns internationalen Standards anpassen und bspw. Quarantäne etc. besser überwachen. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass aktuell große Teile der Bevölkerung kaum aus kleinen Wohnungen kommen, die Kids auf Schule verzichten müssen, während gleichzeitig privilegierte Menschen ein übergroßes Risiko erzeugen. Dazu zähle ich bspw. auch Fußballvereine, die aktuell immer wieder Fälle haben, aber große Ausbreitungen vermeiden können. Hier kann natürlich mit Quarantäne nach Standard der führenden Corona Bekämpfer helfen.

    Bei der Begründung für kulturellen Austausch (was das auch immer ist), habe ich eine eher kritische Einstellung. Meine Urlaubsreisen waren auch eher kultureller Austausch. Ich habe schließlich meistens auch Kontakt mit lokalen Künstlern gehabt.

  • #6
    Psychologe

    "Das klingt dann häufig einfach nach Alibi Reisen. Die Klimaschützer fliegen ja auch oft um den halben Planeten, nur um mal einen schmelzenden Gletscher im touristisch interessanten Bereich Live zu sehen."

    Ich "liebe" diese Künstler, die in einem Jahrzehnt so oft um den Globus geflogen sind wie drei Dutzend Durchschnittsmenschen in ihrem Leben nicht, alles gekostet haben, um dann medienwirksam zu erklären "nee, das ist alles nichts für Euch, lasst das mal".
    Seitdem bin ich auch ganz "woke": Ich bin kein Urlauber, sondern Klima- und Umweltbotschafter! Ich fliege weit, ich fliege viel, aber natürlich überhaupt nicht gern, sondern nur, um eine Botschaft zu transportieren! Ich möchte die Menschen erreichen! Ich muss quasi die Mülltüte in der Karibik selbst gesehen haben, um von meiner Berührtheit zu sprechen. Ich muss auch vor Ort nachschauen, wie es um den Golfstrom bestellt ist. Und so ein Insta-Bild mit Hashtag rechtfertig doch auf jeden Fall 16.000 Flugkilometer, nicht wahr? Hauptsache, die Handwerker-Diesel zuhause werden stillgelegt und wir schaffen 0,00005% Reduktion von irgendwas.

  • #7
    Herr Kai

    Könnte jemand Herrn Eiskirch wecken ? Zeit schnell zu handeln und den unbeliebten Intendanten fristlos zu feuern, aufgrund rücksichtsloses und unangemessenen Verhalten, sowie der Gefährdung der Bochumer Bevölkerung.

  • #8
    Robert Müser

    #6, @Psychologe:

    Wunderschön formuliert dieser selbstlose Woke-Einsatz zur Rettung der darbenden Fluggesellschaften!
    Weiter so, Greta und Co. werden es unterstützen!

    😉

  • #9
    Torsten Krafft

    Es bleibt dabei, die Schnelligkeit und Variabilität des Virus überfordert unsere Politiker völlig. Die Doppel-Mutante in Indien führt dort zu rasant steigenden Infektionszahlen und trotzdem ist das Land nicht einmal als Mutationsgebiet eingestuft. Ob und wie die Quarantäne – Regelungen bei den brasilianischen Künstlern kontrolliert wurden, ist auch nicht bekannt, oder?

  • #10
    Michel Ney

    "Das Theater revanchiert sich mit Verschwendung und – wahrscheinlich – dem Einschleppen von Mutanten." Das zweite ist einfach mal freihändig behauptet – es ist nicht bekannt, wann und womit sich die beiden Betroffenen, die bei Abflug negativ getestet worden waren, eigentliich infiziert haben. Das erste ist halt Ihre Meinung, aber beleibe nicht die aller.

  • #11
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michel Ney: 100 Prozent zahlen für das Theater, 7 Prozent gehen hin. Die sind auf sehr so dünnem Eis…

  • #12
    DAVBUB

    @6: Psychologe
    "Ich "liebe" diese Künstler,…"
    Mein persönlicher Favorit ist Hannes Jaenicke, der, wie viele alternde, nicht mehr ganz soo erfolgreiche "Künstler" plötzlich die Welt, als Grüner vor allem die Umwelt, retten will: Läßt sich live im Fernsehen als Vielflieger enttarnen, kann das aber gut begründen.

  • #13
    Psychologe

    "Mein persönlicher Favorit ist Hannes Jaenicke"

    Ja, ganz schlimme Figur in der Hinsicht. Dieselbe Attitüde wie die eines Jürgen Todenhöfer, der auch glaubt, dass jede seiner Talskhow-Äußerungen ganz, ganz tiefgründig und wichtig ist.
    Unfassbar, wie man mit so vielen Lebensjahren noch so viel pubertäre Eitelkeit zur Schau stellen kann.
    Die haben in ihrer Jugend bestimmt auch die Mädels mit ihren Mofas beeindruckt.

    Aber in der XXL-Kategorie des personifizierten Greenwashings sehe ich vor allem irgendwelche US-celebrtities, die auf Instagram ein Bild von Greta posten und das nächste Bild wurde schon im Privatjet aufgenommen.

  • #14
    Greta

    @ Psychologe

    Du bist doch kein Psychologe? Bei deiner Menschenverachtung, die du hier demonstrativ zur Schau stellst …

  • #15
    Irie

    Aus persönlichem Kontakt weiss ich, dass Quarantäne aus Brasilien nicht überwacht, sondern nur stichprobenhaft überprüft wird. Ich wunderte mich schon seit Wochen darüber …

  • #16
    V.O.

    @#15: Liebe Irie, es ist voll schön, dass Sie so prima über Brasilien bescheid wissen, nur geht es hier um Menschen, die aus Chile kommen.

  • #17
    Psychologe

    @ 14: Jetzt bin ich aber gespannt, wo ich mich der Menschenverachtung schuldig gemacht habe.

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