Schmidt versucht es ohne Trash

Foto: WDR/Sachs

Der Talkmaster Harald Schmidt will das Niveau seiner Sendung erhöhen. Die Zusammenarbeit mit Oliver Pocher soll daher beendet werden, berichtet der „Spiegel“.

Laut dem Bericht ist im April kommenden Jahres Schluss mit dem Duett. Gott sei dank! Die beiden hatten zwar sehr schöne Einfälle, wie Pocher als Kahn. Doch insgesamt fand ich den Unterhaltungswert eher gering, mit einzelnen tauglichen Komponenten lässt sich keine Sendung bei der ARD rechtfertigen. Zumal die Qualität im Laufe der Zeit absackte. Nicht mehr lange und Schmidt-Pocher wären hinter TV-Total von Raab zurückgefallen. Jeder Schmerzgrenze hätten sie dann hinter sich gelassen.

Sinnlos war die Kooperation von Schmidt mit Pocher aber nicht. Durch die Konkurrenz im eigenen Studio hat Graufuchs Schmidt sich bewegt, konnte mal wieder richtig Zähne zeigen. Auch wenn er nach seinem Kompagnon schnappte.

Nachdem nun mit dem Experiment Schluss sein soll, will sich Schmidt auf Qualität besinnen. Fred Kogel, Produzent von Harald Schmidt und Geschäftsführer der gemeinsamen Firma Kogel & Schmidt, sagte dem „Spiegel“: „Wir haben ganz klare Vorstellungen, wo wir hinwollen. In einem Wahljahr will man Schmidt auf einem Level sehen, das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert“. Wäre schön, wenn Schmidt diesen Anspruch erfüllen könnte. Die Regierung von Union und SPD können im Wahlkampf ein paar kritische Worte gebrauchen. Die Clowns der Oppositionsparteien will man ja nicht mehr sehen.

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3 Kommentare

  1. #1 | Jens Kobler sagt am 27. Dezember 2008 um 19:41 Uhr

    Verzeihung, aber ich muss schimpfen: „Regierung kann kritische Worte gebrauchen, Opposition kann man nicht mehr sehen?“ Demnächst also gleich eine von Kabarettisten als virtuelle Medienopposition flankierte SPCDU? Ist das ein Wunsch für 2009? Zu viel TV geguckt oder sprach die Galle?
    Aber vielleicht verstehe ich auch recht beim zweiten Lesen: „Wäre schön“ wenn Demokratie so einfach (wie Showgeschäft) wäre und eine Opposition Schmidt tatsächlich Oppositionsaufgaben leisten könnte? Na, das gäbe ja wohl kaum so schöne Untersuchungsausschüsse und gezielte Indiskretionsdeals wie im immer noch wahren Leben, oder? VG nochmal aus 2008.

  2. #2 | Paul Havers sagt am 27. Dezember 2008 um 21:05 Uhr

    Brauchst nicht schimpfen: Ich finde, je mehr kritische Auseinandersetzung mit der Regierung stattfindet, desto besser. So ist es gemeint. Und ich denke, das Fernsehen kann da was beisteuern.

  3. #3 | Jens Kobler sagt am 27. Dezember 2008 um 22:39 Uhr

    Genau: Staatsfernsehen als Stichwortgeber für den Staat. Der soll lieber mal den Sender verlassen, der Schmidt! Aber ich bin ja schon wieder brav. 🙂

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