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Seehofer hat Unrecht und tut das Richtige

Horst Seehofer Foto: Bayern.de Einwanderung und zur multikulturellen Gesellschaft sind Unfug. Aber dass er sie äussert ist gut und wichtig.

Inhaltlich ist alles zu Horst Seehofers Einlassungen zur Einwanderung gesagt:   Eine alternde und schrumpfende Gesellschaft ist auf vor allem qualifizierte Einwanderer angewiesen, wenn sie ihren Wohlstand halten will. Und da diese Leute es sich aussuchen könne, wo sie hingehen, stellen sie die Bedingungen und nicht wir. Punkt.

Aber Seehofers populistischer Rechtsschwenk ist trotzdem gut. Er könnte dazu beitragen, Rechtsextreme und Rechtspopulisten aus den Parlamenten zu halten. Seehofer will deren Wählerpotential an die Union binden. Wenn das klappt – und es hat bei der union über Jahrzehnte geklappt, hat er einen guten Job gemacht. Damit das Spiel funktioniert, müssen natürlich jetzt alle auf Seehofer losgehen – erst das verschafft ihm in diesen Kreisen die notwendige Glaubwürdigkeit. Aber auch da spielen ja alle mit. Wenn die SPD vor ein paar Jahren nicht Gestalten wie Clement und Konsorten an ihrer Spitze gehabt hätte, sondern ein paar taktisch versierte Instinktpolitiker wie Seehofer, wäre uns die Linkspartei in den Parlamenten vielleicht erspart geblieben. Die SPD war zu blöd das linke Protestpotential zu binden. Hoffen wir, das Seehofer mehr Glück hat.

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84 Kommentare zu “Seehofer hat Unrecht und tut das Richtige

  • #1
    ukka

    da sag doch nochmal jemand, dass sich politik nicht als schmierenkomödie inszeniere, wo wertkonservative parteien und ihre repräsentanten gute (oft gar nicht so) alte nazi wähler/ inhalte mobilisieren und das bürgertum das clever findet, damit der konflikt nicht eskaliert. was für ein theater.

    hoffe, der letzte vorhang fällt dennoch für derart regressive deutschtümelnde äußerungen.

  • #2
    Malte

    Na ja, auch andere “kümmern” sich und “zeigen Flagge”

    De Maizière zeigt Flagge gegen Salafisten-Sekte

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,723465,00.html

  • #3
    Jan

    “Aber Seehofers populistischer Rechtsschwenk ist trotzdem gut. Er könnte dazu beitragen, Rechtsextreme und Rechtspopulisten aus den Parlamenten zu halten.”

    Mir sind ein paar NPD-Spinner im Parlament lieber, als eine “bürgerliche Mitte”, die das gleiche Programm hat, wie die Ultra-Rechten.

    Und Stefan Laurin als Strauß-Imitator?

    “Es darf rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte politische Kraft geben.”

    Franz Josef Strauß

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jan: Was soll man sagen? Strauß hatte Recht. Und war erfolgreich. Und schau Dir mal die Programme der Ultra-Rechten an: Mit Seehofer und der Union hat das nix zu tun. Vor allem in der Wirtschafts- und Sozialpolitik gibt es ganz anderer Parallelen.

  • #5
    Jan

    @ Stefan Laurin

    besprich das doch bitte mit Patrick Gensing von “npd-blog.info”.

    Oder besser: bitte Patrick Gensing um eine Antwort in Form eines Gastartikels.

  • #6
    Locke

    Was in Bezug auf Einwanderung in den vergangen drei Jahrzehnten an politischen Fehlern gemacht worden sind, läßt sich nicht mehr korrigieren. Es geht jetzt nur noch um eine vernünftige und sachgemäße Korrektur.

    Das Thema wird von der Politik nicht objektiv angegangen. So, wie man über Herrn Sarrazin hergefallen ist, wegen der unvernüftigen “Spitzen” in seinem Buch, hat man von bestimmter Seite keinen Wert darauf gelegt, auf das sachlich Richtige einzugehen.

    Es gibt sehr viele Ausländer aus den verschiedensten Herkunftstaaten, die sich in unserem Lande hervorragend integriert haben. Wo sich etwas entscheidendes ändern muß, ist die Verhängung von Sanktionen gegen Ausländer, die sich nicht integrieren wollen und sich nicht an unsere Rechtsordnung halten.

  • #7
    Lockenwickler

    @Locke

    Ach gottchen, jaja, der Sarrazin hatte ja so recht. Und war auch nicht alles schlecht früher, der Hitler hat ja schliesslich die Autobahn gebaut.

    Wie ich dieses geseiere hasse…

  • #8
    Democrazy

    Indem etablierte Parteien die schnoddrigen Parolen rechtsextremer Dumpfbacken aufgreifen, popularisieren und die Stimmung anheizen, leisten sie eine vorbildliche Arbeit für die Demokratie. Das zeigt die deutsche Geschichte. Aha. Und wie geht es sonst so, Herr Laurin?

  • #9
    Georg k

    Der erste Satz ist verstümmelt. Und Strauss hatte unrecht. In fast allen Belangen. Airbus, DDR-Milliarden, Atombewaffnung der Bundeswehr, Witwenmacher, etc…..

    Nur mit dem “rechts von der CSU darf nix sein”, hatte er nicht ganz unrecht.

    Derzeit gilt es eine neue Rechte Partei abzuwehren, die in Gründung begriffen ist. Kein Pro Scheiss, sondern eine größere Gefahr.

    Doch dazu später mehr in diesem Theater.

  • #10
    Democrazy

    Nur mit dem “rechts von der CSU darf nix sein”, hatte er nicht ganz unrecht.

    Ja – worauf bezog sich denn der Satz? Auf den Aufstieg der CSU-Sezessionisten „Die Republikaner“ zum erfolgreichen Bindeglied zwischen Rechtskonservativen und Rechtsextremisten zu Zeiten von Franz Josef Strauß.

    Großartiger Erfolg! Ist Amnesie hier Bedingung?

  • #11
    Werner Jurga

    Mir ist von einer “in Gründung begriffenen” Rechtspartei nichts bekannt. Aber Georg K (# 9) wird ja liefern. Nur: wer immer sich da gründen wird, er, sie, es werden keine Chance haben. Und zwar nicht etwa wegen des faschistoiden Geplappers eines Seehofers, wie Stefan Laurin irrtümlich annimmt, sondern weil weder eine Figur noch eine Figuration erkennbar sind, die die für einen wahlpolitischen Erfolg einer Rechtsaußenpartei erforderlichen Bedingungen auch nur halbwegs erfüllen könnten.

  • #12
    Locke

    @11: Geert Wilders war zu Gast in Berlin. Da braut sich tatsächlich etwas Grosses zusammen.

    Warum schreit Merkel auch sonst “Multikulti ist absolut gescheitert” ?

  • #13
    Wähler

    Wenn Stefan Laurin sich von blinden Populismus blenden läßt… bleibt nur setzen 6 übrig!

    Gruss

  • #14
    Manfred Michael Schwirske

    Die Grundlage der Kritik stimmt nicht; dieser Satz ist irrig:

    “Eine alternde und schrumpfende Gesellschaft ist auf vor allem qualifizierte Einwanderer angewiesen, wenn sie ihren Wohlstand halten will.”

    Ebenso wenig wie die Meinung, Migranten gefährdeten den Wohlstand einer Gesellschaft, gilt die Meinung, Migranten müssten den Wohlstand garantieren oder – wie hier noch zugespitzt: der Wohlstand dieser Gesellschaft könne nur noch durch Migration garantiert werden.

    Was Immigration angeht, könnte man besser behaupten, diese Wohlstandsgesellschaft könnte sehr wohl Migranten aufnehmen. Immigration ist keine existenzielle Frage, aber eine Option.

    Deshalb stimme ich Seehofer (teilweise) zu, wenn er meint, man solle zuerst die Integration der hier lebenden Migranten angehen, insbesondere in den Arbeitsmarkt. Einen Rechtsschwenk kann ich darin nicht ansatzweise erkennen.

  • #15
    Helmut Junge

    @12
    Verschwörungstheorien sind zur Zeit in.
    Ein Holländer in Berlin. Sogar eingeladen!
    Da braut sich was zusammen.
    Glücklicherweise fahren die meisten Holländer nur ins Sauerland.

  • #16
    Helmut Junge

    @Manfred Michael Schwirske (14),
    Wieso kann der Satz, oder der Umkehrschluß nicht richtig sein?
    Für diese Aussage ist Ihre Begründung nicht echt nicht ausreichend.

  • Pingback: Pottblog

  • #18
    Jan Luiten

    Scheint mir eine richtige Analyse von Stefan Laurin. Die Frage bleibt nur ob dieser Rechtsschwenk Seehofers ausreichen wird um die neue Partei von René Stadtkewitz zu stoppen.
    Es wird gesagt daß Stadtkewitz nicht die Fähigkeiten hat eine Partei zur Entwicklung zu bringen. Mag sein. Durch die Zussammenarbeit mit Wilders und seinem “International Freedom Alliance” sieht die Sache aber anders aus. Wie man auch über Geert Wilders denken mag, politische Fähigkeiten hat er.

  • #19
    Manfred Michael Schwirske

    @Helmut Junge. Ich habe gar nicht argumentiert, Stefan Laurin hat auch nicht argumentiert, sondern ein allgemeines Vorurteil zitiert.

    Aber das Argument wäre, dass der Wohlstand einer modernen Industrie und Dienstleistungsesellschaft im Wesentlichen nicht von Einwanderung abhängt, sondern von vielen anderen Faktoren, z.B. von Produktivität oder vom System der Verteilung des Wohlstands.

  • #20
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Manfred Michael Schwirske: der Wohlstand moderner Gesellschaften brauch vor allem Ingenieure und Entwickler – hat man davon nicht genug, muss man sie auf dem Weltmarkt für kreative Köpfe anwerben. Und die finden übrigens bunte Gesellschaften ziemlich attraktiv. Übrigens: Um Wohlstand verteilen zu können, muss man ihn immer noch erarbeiten. Und wir sollten mehr über die Schaffung von Wohlstand nachdenken als über seine Verteilung.

  • #21
    Malte

    @#13 | Wähler : Stefan hat doch vollkommen recht. Wünschen Sie sich lieber eine Situation wie z.B. in Holland? Wohl kaum, denke ich!

  • #22
    Helmut Junge

    @Manfred Michael Schwirske (19),
    Die Idee, die hinter diesem, von Ihnen so bezeichnetem “allgemeinen Vorurteil” steckt, ist doch, daß durch eine Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte, der Mangel an eigenem qualifiziertem Nachwuchs substitioniert werden könnte.
    Jüngere Arbeitskräfte, die in nächster und fernerer Zukunft fähig sind, die wachsende Zahl der nicht produktiven Bevölkerungsteile, mitzuversorgen, sind dem Vernehmen nach, nicht in ausreichenden Zahl, vorhanden.
    Laut diesen Quellen mangelt aber nicht an Arbeitskräften, sondern an Arbeitskräften, die ganz bestimmte Qualifikationen aufweisen können.
    Es kann durchaus sein, daß diese Quellen falsch liegen, und die qualifizierten Kräfte dann auf einen, sich ihnen verweigernden Arbeitsmarkt stoßen.
    Das weiß ich alles nicht, aber das Gegenteil weiß ich auch nicht.
    Aber die Reaktion vieler Leute bei solchen Diskussionen ist meist sehr emotional,
    obwohl es doch konkret um Personen geht, die noch gar nicht hier sind, die deswegen auch niemand kennt. Das war bei der Forderung nach einem Zuzugsstopp für Türken nach Marxloh so, den der Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Hans Pflug gefordert hat, und das ist auch jetzt bei Seehofer so. Egal aus welcher Ecke jemand kommt, der so was fordert, die Reaktion ist immer gleich.

  • #23
    christian

    diejenigen, die hier leben zu integrieren, ginge für einige sehr leicht. man müsste nur mal ihre schulabschlüsse und unidiplome anerkennen und die leute hier was anständiges ARBEITEN lassen mit ihrer ausbildung. stattdessen fahren igenieure aus der türkei bus, ärztinnen aus kasachstan putzen und nur wer rechtlichen und beratenden beistand und starke nerven hat, kommt auf die idee als forscher oder arzt oder informatiker, der zwischen USA und D wählen kann, nach D zu gehen. (die können deutsch, alle. muss hier nicht extra erwähnt werden, oder?).

    und ich will jetzt nicht hören, wenn die so gut ausgebildet sind, können sie doch auch in ihrer heimat arbeiten….

    und wer rechts von der CSU fischt, nimmt vielleicht ein paar vorgestrige mit IN die Partei, die dann nicht NPD oder die anderen Vollspasten wählen, aber der macht automatisch diese Ideen auch für die Mitte erträglich und bewirkt am ende vielleicht genau das gegenteil von dem was er wollte. dieses gedankengut wird in die mitte der gesellschaft getragen. und der umfrage der letzten tage nach zu urteilen ist genau das ja schon längst geschehen:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-unter-deutschen-wuchernder-fremdenhass-ersehnte-diktatur-1.1011569

  • #24
    Manfred Michael Schwirske

    Lieber Stefan,langsam; Ingenieure gibts wie Sand am Meer – nur, diese Gesellschaft verschwendet deren Potenzial für allzuviele Schwachsinnigkeiten, die mit Wohlstand nichts zu tun haben. Wir sollten – gerade auch angesicht dessen – keine neue Legende der Leistungsträgerschaft in die Welt setzen. Wohlstand entsteht aus vielen Köpfen und Händen.

    Übrigens sollten Arbeitsmärkte anderer Länder nicht als auszubeutende Rohstofflager für die Zwecke der reichsten Volkswirtschaften genutzt werden. Auch andere Länder brauchen Könner und Macher.

  • #25
    Helmut Junge

    @all,
    Es gibt in Deutschland tatsächlich selbst bei hochqualifizierten Berufsgruppen Arbeitslosigkeit. Und dabei ist der absolute Hammer, daß dies selbst in den Sparten so ist, in denen die Wirtschaft öffentlich einen Arbeitskräftemangel beklagt.
    Die Qualifikation eines Stellenbewerbers allein reicht nicht immer aus, um einen Vertrag zu bekommen. Die Maschen, durch die da jemand fallen kann, sind riesig.
    Warum ist das so?
    Das deutsche Unternehmertum jammert lieber statt was zu unternehmen. Es fehlt der deutschen Wirtschaft bezüglich des Arbeitsmarktes erheblich an Initiative. Da finde ich Jammerei und öffentliches Lamentieren wegen der Folgen des Fachkräftemangels peinlich, wenn nicht sogar verlogen.
    Aber die suchen den hochangepaßten Mitarbeiter, und den glauben sie besser anderswo finden zu können. Kann ja sein, daß der Arbeitsmarkt hier uns von dieser Sorte angepaßter Bewerber nicht mehr so viele Exemplare anbietet.
    Aber immerhin können alle diese Bewerber Deutsch.
    @Stefan “Um Wohlstand verteilen zu können, muss man ihn immer noch erarbeiten. Und wir sollten mehr über die Schaffung von Wohlstand nachdenken als über seine Verteilung.”
    Stimmt! Gut, daß Du das sagst. Das scheint heutzutage immer weniger Leuten bewußt zu sein.
    Früher, als das noch die Anführer der DDR täglich gebetet hatten, um ihre Bevölkerung zu mehr Leistung anzustacheln, haben sich viele hier im Westen darüber lustig gemacht. Das wirkt nach. Und jetzt glaubt das natürlich keiner mehr. Deshalb glauben viele, die nicht unmittelbar in der Warenproduktion tätig sind, daß es unsere einzige Aufgabe wäre, den Wohlstand zu verteilen, wo immer der auch herkommen mag.
    Diese Denkweise ist nicht neu. Sieh mal nach unter “cargokult”. Da sehe ich echte Parallen.

  • #26
    Helmut Junge

    “Um Wohlstand verteilen zu können, muss man ihn immer noch erarbeiten.”
    Stimmt. Viele wissen das nicht. Die glauben daß es irgendwo riesige Mengen an Geld und Kosumgüter gibt. siehe “Cargokult”

    Andererseits gibt es Arbeitslosigkeit sogar für Leute, die gut ausgebildet sind.
    Der Hammer dabei ist der, daß es selbst in den Bereichen, in denen die Wirtschaft einen Arbeitskräftemangel vorgibt, noch qualifizierte Bewerber gibt, die keinen Job kriegen. Da jammern die Unternehmer nach staatlicher Hilfe, obwohl sie selber was unternehmen könnten. Die heißen nur Unternehmer.
    Dabei sind es ihre eigenen Auswahlkriterien, die zu diesen Engpässen führen.
    Die wollen neben der beruflichen Qualifikation nämlich noch den angepaßten Mitarbeiter. Da ist der Markt aber vielleicht schon abgeschöpft.

  • #27
    Christian S.

    Diese These stimmt nur dann, wenn man davon ausgeht, dass die Union noch in der Lage ist, den rechten Rand zu binden.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Union das noch schafft. Falls sie es nicht mehr schaffen sollte, dann sind Seehofers Worte Wasser auf den Mühlen der Rechtspopulisten, da ihre Positionen somit raus aus der “Schmuddelecke” geholt werden.

  • #28
    Democrazy

    „Diese These stimmt nur dann, wenn man davon ausgeht, dass die Union noch in der Lage ist, den rechten Rand zu binden.“

    Diese „These“ ist in jedem Fall in einem Maße einfältig und falsch, dass es einem beinahe die Sprache verschlägt. Stellvertretend für jedes andere seriöse Werk zu diesem Thema, die sich bei aller Differenz doch soweit einig sind:

    Schubarth, Wilfried und Richard Stöss (Hrsg.): Rechtsextremismus in der Bundesrepubluk Deutschland. Eine Bilanz, Opladen 2000

    Was Herr Laurin hier zum Besten gab ist absoluter Humbug, der die empirische Realität auf den Kopf stellt. Das gilt wie bereits erwähnt auch für den angeblichen Erfolg von Franz Josef Strauß:

    Leggewie, Claus: Die Republikaner. Phantombild der Neuen Rechten, Berlin 1989

    Woher die merkwürdigen Weisheiten kommen, die einige hier äußern, können diejenigen ja vielleicht gelegentlich verraten.

  • #29
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Democrazy: Die Republikaner sind so im Arsch, dass sie sich sogar überlegen mit den Versagern von Pro NRW zusammen zu gehen. Erfolg sieht anders aus. Wir haben (Sinus-Studien seit Jahrzehnten) ein Potential für eine rechte Partei von stabil über zehn Prozent – nur dass es bislang keiner rechten Partei gelang, dieses Potential auch zu binden. Und das ist auch ein Verdienst der Union. Und ich hoffe, sie schafft das auch weiterhin.

  • #30
    Democrazy

    Der Aufstieg der „Republikaner“ fand zu Zeiten von Strauß statt. Ihr Abstieg danach. Sie behaupteten das Gegenteil. Und zu Ihrer „Seehofer-Strategie“ empfehle ich wie gesagt einschlägige Studien über Rechtsextremismus. Was Sie schreiben ist restlos unhaltbar.

  • #31
    Manfred Michael Schwirske

    @ Helmut Junge. Es ist nicht zutreffend, dass in diesem Land Ansprüche hochgefahren und Produktivität und Produktion weggebrochen wären.

    Aus der Situation am Arbeitsmarkt kann alles andere, aber nicht das Sinken von Leistungsbereitschaft und -fähigkeit abgeleitet werden. Grenzen sind allerdings durch das Absenken der Kaufkraft gesetzt. Nur, das hat eben ganz andere Gründe: die Umverteilung von unten nach oben.

    Zuwanderung bringt aus ebendiesen Gründen keinen (allgemeinen) Wohlstandsgewinn.

  • #32
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Democrazy: Wo widerspricht meine These den Studien? Was hat denn Ihrer Ansicht nach bislang dafür gesorgt, dass die Rechten keine Rechtsextremen wählen?

  • #33
    Democrazy

    Wo widerspricht meine These den Studien?

    Herr Laurin, ich möchte hier nicht endlos tippen. Ich habe Ihnen mal Auszüge von drei Seiten aus dem genannten Band über Rechtsextremismus in der Bundesrepublik gescannt:

    „Zusammengenommen haben wir in der empirischen Analyse nachgewiesen, dass das Gefühl ökonomischer Benachteiligung, Unzufriedenheit mit dem Verhalten des politischen Personals und das Vorliegen eines rechtsextremen Einstellungsgebäudes unabhängig voneinander die Bereitschaft, für eine Partei am rechten Rand des politischen Spektrums zu votieren, beträchtlich fördern. Zugleich ist deutlich geworden, dass erst das Zusammenspiel dieser Faktoren die Wahrscheinlichkeit der Rechtswahl auf dramatische Werte anwachsen lässt. Dies spricht eindeutig für das Vorliegen eines Interaktionseffekts. Das Bild in den neuen Bundesländern weicht von dieser Skizze insofern ab, als hier rechtsextremen Orientierungen ein tendenziell größeres Gewicht zukommt.
    Da die Wahl rechtextremer Parteien einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren entspringt, kann es keine Patentrezepte gegen Wahlerfolge rechter Gruppierungen geben. Zugleich legt unsere Analyse jedoch eine Reihe von Ansatzpunkten nahe. Betrachtet man die Verteilung politischer Weltbilder in der Bevölkerung zumindest kurzfristig als kaum veränderlich, können vor allem die Akteure auf der politischen Bühne ihren Teil dazu beitragen. Erstens liegt es nahe, wenigstens eine Verschlechterung der materiellen Situation breiter Bevölkerungsschichten zu verhindern. Zweitens sollte das Thema der Zuwanderung, das den rechten Parteien nützt, nicht um kurzfristiger Stimmengewinne willen in populistischer Weise hochgespielt werden.
    (…)
    Rechtsextremismus ist umso stärker, je mehr Demokraten seine Positionen (etwa zur Verschärfung des Ausländer-und Asylbewerberleistungsgesetzes oder zur Ausweitung der Eingriffsrechte von Polizei und Bundesgrenzschutz) übernehmen sowie die Ab- bzw. Ausgrenzung von (ethnischen) Minderheiten nachmachen.“ [ a.a.O., S. 241 f.; 297]

    Die Zitate stammen von unterschiedlichen Autoren aus zwei Aufsätzen des Sammelbands, willkürlich herausgegriffene, aber exemplarische Beispiele für die wissenschaftliche Literatur über den Rechtsextremismus. Es handelt sich dabei nur um pointierte, minimale Schlussfolgerungen, die aber just in aller Beschränktheit eben genau das Gegenteil von dem herausstellen, was Sie hier daherreden – und das im Unterschied zu Ihren Aussagen, auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungen, anstelle einer „gefühlten Realität“ und dem Drang, irgendetwas zu äußern, und sei es auch noch so hohl.

    Verraten Sie mir aber bitte nun auch mal, wie Sie zu Ihrer „These“ gelangten. Und präzisieren Sie die doch gerne noch, sofern Sie dabei bleiben möchten: Sollten die CDU und CSU (wahlweise auch andere Parteien) am besten nur die Parolen der Rechten übernehmen, ohne die politisch umzusetzen (um damit den Verdruss der fraglichen Klientel zu potenzieren) oder wäre es sinnvoller, auch die reale Regierungspolitik sogleich danach auszurichten (also selber machtvoll vorwegzunehmen, was sonst angeblich von politisch einflusslosen Gruppierungen zu befürchten wäre)? Liegt der logische und inhaltliche Unsinn nicht auch bei völliger Unkenntnis historischer Sachverhalte und wissenschaftlicher Analysen auf der Hand?

  • #34
    ch_we

    Ob die Rechten jetzt “rechtsextrem”, rechtskonservativ oder gar nicht wählen, sagt nur begrenzt etwas über xenophobe und rassistische Einstellungen in der Bevölkerung aus. Das legt die gerade veröffentlichte FES-Studie nahe.

    Eine andere Frage ist dann nochmal, ob sich das Level der Alltags- und der institutionellen Diskriminierung von Immigranten durch die Wahlerfolge der NPD verändert hat oder ob es dadurch niedriger wird, dass die CSU den ‘rechten Rand integriert’.

    Und die nächste Frage wäre dann, welche hochqualifizierten Fachkräfte eigentlich in ein Land kommen wollen, wo ihnen Vertreter der Regierungsparteien regelmäßig erklären, dass ihr “Kulturkreis” eigentlich ein Problem ist und man sie nur haben will, damit sie der autochthonen Bevölkerung, die auch ihr Rentenalter in Deutschland verbringen wird, den Lebensabend finanzieren.

  • #35
    christian w.

    @Herrn Laurin:
    sie glauben also, statt über die integration von ausländern, sollten wir über
    “integration” von rechtsradikalen und verfassungsfeinden, antisemiten, rassisten, gleichberechtigungsveweigern, nationalisten und all der braunen sauce nachdenken. wirklich, wirklich interessante methode, die debatte in eine andere richtung zu leiten. nämlich in die von seehofer gewollte: die des machterhalts.

    ich freu mich dass hier so munter debattiert wird, aber Herrn Seehofer geht es genausowenig um Inhalte, Lösung von Integrationsfragen oder ganz platt um unser Gemeinwohl. Dem ging es mit seinem Beitrag um seine Partei, seine Position und seine Zukunft, nicht die der Ausländer oder unserse Landes. Und sie sind ihm so richtig auf dem Leim gekrochen und untermauern den Unsinn noch mit Strauß Kontexten der 70enr, als Migranten, Gastarbeiter hießen, Deutscher nur werden konnte, wer deutsches Blut hatte und die Rebublikaner ein Parteiflügel der CDU/CSU waren.

  • #36
    Locke

    “Das deutsche Unternehmertum jammert lieber statt was zu unternehmen. Es fehlt der deutschen Wirtschaft bezüglich des Arbeitsmarktes erheblich an Initiative. Da finde ich Jammerei und öffentliches Lamentieren wegen der Folgen des Fachkräftemangels peinlich, wenn nicht sogar verlogen.”

    Traurig aber wahr.

    Wo sind denn jetzt eigentlich die Ausbildungs-Initiativen der grossen Unternehmen, die derzeit über Fachkräftemangel jammern ?

  • #37
    Democrazy

    “…statt über die integration von ausländern, sollten wir über “integration” von rechtsradikalen und verfassungsfeinden, antisemiten, rassisten, gleichberechtigungsveweigern, nationalisten und all der braunen sauce nachdenken…”

    Und vor allem möglichst laut „nachdenken“, indem Kanzlerin und Ministerpräsidenten das Scheitern und den Tod von „Multikulti“ ausrufen, die Medien gefällig ins selbe Horn stoßen, bis hin zu den Ruhrbaronen, mit sonderbaren Thesen zur Rettung der Demokratie mittels einer Propagierung irrationaler Ressentiments und Horrorvisionen vom Untergang des Abendlandes in Gelsenkirchen in einem kürzlich vorausgegangenem Beitrag. Und was soll das Ganze? Die multikulturelle Gesellschaft ist schlichtweg eine Realität, auch wenn manche Politiker und ihre medialen Papageien dieser verbal entfliehen möchten. Die Alternative könnte nur lauten: Deutschland den Deutschen. Doofer geht’s aber wirklich nicht mehr.

  • #38
    christian w.

    Deutschland den Deutschen, die DIE Formel, wenn die Welt zu kompliziert wird, für diejenigen, die sie auch früher nicht verstanden haben, aber dachten, sie würden. und früher war ja bekanntlich sowieso alles besser. Sogar die Zukunft.

    Vereinfachung und sträflich dumme Propaganda (allerdings ohne eine erkennbar eindeutige Agenda der ruhrbarone) findet sich hier immer wieder mal auf den Seiten. Die Seehofer Thesen Untefütterung ist ein Beispiel.

  • #39
    Malte

    Zitat”Deutschland den Deutschen, die DIE Formel, wenn die Welt zu kompliziert wird, für diejenigen, die sie auch früher nicht verstanden haben, aber dachten, sie würden. und früher war ja bekanntlich sowieso alles besser. Sogar die Zukunft”

    Wo, an welcher Stelle, behauptet ein Politiker, eine Partei, genau dieses? [Außer die NPS usw.]

    Ach, waren es nicht mal die Jusos, die Deutschland abschaffen wollten und Tritin, der Deutschland auch nicht so toll findet 😉

  • #40
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Malte: Mir sind Nationen so was von egal. In solchen Kategorien denke und fühle ich nicht.

  • #41
    Helmut Junge

    @christian w. (38)
    Übertreibungen lassen sich immer leicht formulieren.
    Aber nicht mal Seehofer fordert ”Deutschland den Deutschen”, sondern
    will die zukünftige Einwanderung in eine andere Richtung lenken.
    Man sollte bei der Sache bleiben. Da gibt es genug drüber zu sagen.
    Sie empfinden doch selbst wie peinlich solche Übertreibungen sind
    (jedenfalls bei anderen), wenn Sie schreiben:
    “Vereinfachung und sträflich dumme Propaganda (allerdings ohne eine erkennbar eindeutige Agenda der ruhrbarone) findet sich hier immer wieder mal auf den Seiten.”
    Sehen Sie, und mir geht es ähnlich bei solchen Kommentaren, wie Ihrem.

  • #42
    Arnold Voß

    Das Problem bei solchen Debatten ist doch, dass sich dabei so viele Aktionsbereiche vermischen. Das Kapital hat natürlich in Anbetracht der sinkenden Bevölkerungs- bzw. Kinderzahl ein großes Interesse daran, die Menge der einsetzbaren Arbeitskräfte zu steigern um die Löhne und Gehälter so niedrig, ja wenn möglich noch niedriger zu halten als sie jetzt sind.

    Dies jedoch wenn möglich ohne eigene Leistung, denn die Globalisierung hat dazu geführt, dass sich betriebsbezogene Ausbildungsinvestitionen immer weniger lohnen. Sein Geld in Leute zu stecken, von denen man immer weniger weiß, wie lange sie im eigenen Betrieb arbeiten, d.h. das eingesetzte Geld auch wieder einspielen, ist aus betriebswirtschaftlichen Gründen nun mal hoch riskant.

    Gleichzeitig sind dieselben Betriebe natürlich nicht an höheren Steuern interessiert, mit denen der Staat verstärkt in die berufliche Ausbildung, ja in besser Bildung im allgemeinen und vor allem in lebenslange Fortbildung investiert. Dies wäre aber aus volkswirtschaftlicher Sicht absolut sinnvoll und würde am Ende auch den Unternehmen wieder zu Gute kommen.

    Wäre dies in den letzten Jahrzehnten auch in Deutschland geschehen, und dies aus verständlichen Gründen in besonderer Weise für die Zuwanderer und ihre Kinder, dann hätten wir diese Debatte heute garnicht. Aber auch hier wollten alle Beteiligten die ganze Sache natürlich möglichst billig. Die Zuwandwerer sollten Geld einspielen und nicht noch etwas kosten.

    Genauso funktioniert Migration aber nicht, was man schnellsten hätte herausbekommen können, wenn man statt Zuwanderung echte Einwanderung gewollt und dafür in die klassischen Einwanderungsländer geschaut hätte. Integration macht Mühe und kostet erst einmal. Es sei denn man bekommt auf dem Weltmarkt den perfekt passenden Zuwanderer. Und selbst dann muss in dessen Zukunft investiert werden.

    Den perfekten Einwanderer ( Super Sprachkenntnisse, Super Ausbildung, Super motiviert) gibt es aber in sofern nicht, weil solche Leute sich in der Regel selbst aussuchen können, wo sie hinwollen. Deswegen kommt am Ende bei einer gelungenen Integration immer ein einigermaßen faire Mischung von Geben und Nehmen heraus. Dazu ein Menge Konflikte die unvermeidlich dazu gehören und ebenfalls Mühe und letztlich auch Geld kosten. Auf beiden Seiten.

    Die Mühe der Bildung ist dabei die allerwichtigste. Sie erlaubt es überhaupt erst, Zuwanderung von Innen so zu steuern, dass von Anfang an möglichste wenige arbeitsmarktpolitischen Verwerfungen entstehen, die dafür sorgen dass die verschiedenen Kulturen bzw. die konkreten Menschen aus diesen Kulturen aufeinander gehetzt und gegeneinander ausgespielt werden.

    Auf Basis dieser Verwerfungen haben Leute wie Sarrazin und Seehofer erst eine demagogische Chance. Ansonsten wären die Wortmeldungen dieser Protagonisten einer bestimmte Denkweise nicht mehr und nicht weniger als zwei von vielen unterschiedlichen politische Beiträgen, die jedes Migrationsland ertragen können muss. Es gibt nun mal unterschiedliche Interessen bezüglich der Migration, die je aus der Sichtweise deren, die sie haben, auch nachvollziehbar sind.

    Es gibt in Deutschland nur keine Debattenkultur, die diese souverän verarbeiten könnte. Auch das ein Ausdruck einer seit jahrzehnten massiv unterfinanzierten und falsch gesteuerten Bildungspolitik.

  • #43
    Malte

    @Stefan Laurin: Ich verstehe das, meine Liebste sieht sich auch eher als Europäerin, denn als Deutsche, ich fühle da …ähnlich…

  • #44
    Ulli

    @ Malte

    “ich fühle da …ähnlich…”

    wie du fühlst, kann ja jeder hier nachlesen:

    http://www.ruhrbarone.de/abenteuer-ruhrpott-–-ein-leben-zwischen-orient-und-okzident/

    “Während man als Christ in Deutschland vielfach belächelt, ja sogar gegängelt wird, soll auf einmal alles Muslimische und der Koran „ganz toll“ sein”

    “Also unsere Identität, die Deutsche oder meinetwegen auch Europäische, aufgeben, weil Deutschland ja ein „Einwanderungsland“ ist? Panislamismus im Kleinen zulassen, im eigenen Land, nur damit Ruhe herrscht?”

    “Es wird nicht funktionieren, der echte Austausch, das sich befruchtende Miteinander. Da bin ich mir sicher. Ich selbst werde bald aus dem Hassel wegziehen. Nicht nur weil ich eine neue Bleibe brauche. Nein. Auch weil ich einfach Abstand brauche von diesem tollen multikulturellem Leben hier.”

  • #45
    Helmut Junge

    “Es gibt in Deutschland nur keine Debattenkultur, die diese souverän verarbeiten könnte. Auch das ein Ausdruck einer seit jahrzehnten massiv unterfinanzierten und falsch gesteuerten Bildungspolitik.”

    Als ich jung war, hatte ich, zumindest anfangs Mühe, den politischen Debatten an den Hochschulen zu folgen. Meist war das zwar ideologisch geprägter Quatsch, hatte aber oft eine faszinierende innere Logik.
    Immerhin gab es damals eine Debattenkultur.
    Das damalige Schulsystem, daß alle durchlaufen hatten, also auch einige, die hier und heute diskutieren, gilt heutzutage als antiquiert. In der Zwischenzeit soll das Schulsystem aber besser geworden sein.
    Was fehlt, ist eine Debattenkultur.

    Ich denke, daß die Debatte in dieser Diskussion aus anderen Gründen schwach ist.
    Der Grund dafür liegt nur zum kleinen Teil an den Mängeln unserer Bildungspolitik.
    Diese Debatten zu solchen Themen werden zu schnell persönlich.
    Das kann man an den Beiträgen zum Artikel von Malte sehen. Anonyme Heckenschützen haben da meist ein zu leichtes Spiel.
    Allerdings scheinen Sarrazin oder Seehofer doch ohne öffentliche Debatte von einer Stimmungslage auszugehen, die ihnen das Gefühl gibt, jetzt davon profitieren zu können.
    Die brauchen keine, auf sprachliche Äußerungen basierende Debatte. Die nutzen andere Quellen der Information, oder probieren es einfach.
    Krieg ich einen auf den Hut, oder komme ich durch?
    Der Wähler antwortet dann durch ein Kreuzchen,
    oder durch kein Kreuzchen.

  • #46
    Democrazy

    „Aber nicht mal Seehofer fordert ”Deutschland den Deutschen”

    Nein, selbstverständlich nicht. Was soll aber das Gequatsche von Ende und Tod der multikulturellen Gesellschaft? Deshalb schrieb ich: Die Alternative könnte nur lauten … Auch diese Anti-Multikulti-Parolen sind eben reine Stimmungsmache. Jetzt kann man den Leuten mal wieder klipp und klar sagen, wer hier das Sagen hat und wer hier allenfalls geduldet wird, wenn er arbeitet und gehorcht, aber nicht etwa selbstverständliches und gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft ist. Vielleicht kann mir aber ja auch jemand erklären, was mit einer monokulturellen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sinnvollerweise gemeint sein könnte.

  • #47
    Malte

    @Democrazy: Deutschland war noch nie “Monokulturell” und ich glaube auch nicht, das jemand das wirklich möchte.

    Davon abgesehen, sollte ‘jeder” Arbeiten und ‘Gehorchen’ [Ich denke, Sie meinen unsere Gesetze, das Grundgesetz, die Verfassung?]

    In wieweit dann jemand ein ‘gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft’ ist, hängt doch wohl auch von jedem selbst ab. Jeder muss selbst wissen, wie sehr er sich innerhalb einer Gesellschaft einbringt und daran teilnimmt.

  • #48
    Helmut Junge

    @Democrazy wer auch immer
    “Vielleicht kann mir aber ja auch jemand erklären, was mit einer monokulturellen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sinnvollerweise gemeint sein könnte.”

    Kann ich sicher nicht, aber ich kann eine Gegenfrage stellen.
    In ganz Europa und Amerika und Asien, in Australien sowieso, aber auch in Afrika und der Antarktis, gleichen sich die äußeren Erscheinungsbilder der Bewohner an.
    Das ist bereits eine Form von Monokultur. Die muß niemand fordern.
    Wer sich dagegen auflehnt, kann sich anders kleiden. So einer ist dann Exzentriker, Avantgardist, oder einfach nur Folklorist. Es gibt keine nationalen Leitkulturen! Der Begriff ist eine Blödheit. Auch so was kann man nicht ernsthaft fordern.
    Mich stören folkloristische Kleidungsstücke wie zum Beispiel das Kopftuch nicht.
    Aber hier geht es ja um die Frage nach Zuwanderung.
    Diese wird veknüpft mit der Behauptung, daß gewisse Denkweisen mit unseren Denkweisen in Konflikt liegen, und daß das für unsere Gemeinschaft zu einem größeren Problem geworden sei. Wenn da also ein Konflikt vorliegt, und dieser Konflikt dadurch gelöst wird, daß die Mehrheit endscheidet, was getan wird, ist das dann ein Schritt hin zu einer monokulturellen Gesellschaft?

  • #49
    Malte

    Gerade entdeckt, auch eine Form von “Integrations-Kritik”

    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:OxnEZGf6stwJ:www.cduhamburg.de/+%22Hacked+By+GHoST61+%26+Emre+Y.%22&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&lr=lang_en|lang_de&client=firefox-a

    “Hacked By GHoST61 & Emre Y.

    Hi Hamburg: We are from Turkey

    CDU ??? Ahlhaus ???
    Wo bleibt das Geld für die Integration ? Wo ist das Geld für die Moscheen ?
    Wo bleibt die Toleranz? Wo bleibt die Religionsfreiheit?
    Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
    Frau Merkel, wir erwarten Sie in Hamburg

    http://www.rp-online.de/digitale/internet/Hacker-legen-CDU-Websites-lahm_aid_920128.html

    😉

  • #50
    Democrazy

    Ach ja, zu dem wohlgefälligen Überlegenheitsgefasel der sogenannten „christlichen Werte“: Unser Grundgesetz beinhaltet etwas anderes, nämlich demokratische Werte. Die wurden gegen den erbitterten Widerstand von Thron und Altar im „christlichen Abendland“ durchgesetzt. Die Christen konnten erst in der jüngsten Geschichte demokratisiert werden, nachdem sie ihre „Werte“ auch bei den „Führern“ des 20. Jahrhunderts noch besser aufgehoben sahen als bei den Demokraten. Dass sie nun vollmundig für sich reklamieren, was gegen sie erstritten wurde, ist übelste Heuchelei.

  • #51
    Malte

    Zitat “Die wurden gegen den erbitterten Widerstand von Thron und Altar im „christlichen Abendland“ durchgesetzt. Die Christen konnten erst in der jüngsten Geschichte demokratisiert werden, nachdem sie ihre „Werte“ auch bei den „Führern“ des 20. Jahrhunderts noch besser aufgehoben sahen als bei den Demokraten”

    Ganz sicher, dass das alles so stimmt? Überlege nochmal, denke scharf nach!

  • #52
    Helmut Junge

    @Democrazy 50,
    Die sogenannten “christlichen Werte” hast Du doch als erster erwähnt.
    Oder?
    Ich finde keinen Beitrag, in dem dieser Begriff auftaucht!
    Du scheinst eine Reihe von ausgewählten Beiträgen auf Lager zu haben.
    Die kommen dann dran, ob es gerade paßt, oder nicht.
    Das ist aber keine Diskussion, die du da führst, sondern eine
    Monokussion.

  • #53
    Democrazy

    @ Helmut Junge

    Die wundersamen Werte wurden wurden hier vorher noch nicht erwähnt, obwohl Seehofer und Merkel gerade die betonten. Ein Blick in die Tageszeitung könnte ihnen also verständlich machen, weshalb das sehr wohl hier her gehört. Darin liegt nämlich eine Ab- und Ausgrenzung, die das Grundgesetz gerade nicht deckt, auch wenn das verlogenerweise behauptet wird. Die deutschen Staatsbürger sind nicht verpflichtet sich zum Christentum zu bekennen.

  • #54
    Democrazy

    @ Helmut Junge

    Das hatte ich übersehen:

    [i]Wenn da also ein Konflikt vorliegt, und dieser Konflikt dadurch gelöst wird, daß die Mehrheit end-scheidet, was getan wird, ist das dann ein Schritt hin zu einer monokulturellen Gesellschaft?[/i]

    Das hängt von der Entscheidung ab. Ich weiß nicht, von welchem Konflikt und von welcher Entscheidung sie sprechen. Befinden wir uns im Bürgerkrieg? Hab ich gar nicht gemerkt. Haben sich Migranten massenweise gegen unsere Verfassung ausgesprochen? Ich wüsste nicht wo? Worum geht’s eigentlich? Dass Einwanderer die deutsche Sprache lernen sollten? Ja, gut. Dann muss man Ihnen nur die Möglichkeit dazu geben, anstatt die Gelder dafür zu streichen. Es werden seit Jahren im turnusmäßigen Wechsel Kampagnen gegen Arbeitslose und Migranten losgetreten, um ihnen die Schuld für die Folgen der einseitigen Interessenspolitik in die Schuhe zu schieben. Das ist alles.

  • #55
    Arnold Voss

    Dmocrazy, dieses “wohlgefällige Überlegenheitsgefasel” haben leider alle monotheistischen Religionen an sich. Deswegen wird es höchste Zeit die Integrationsdebatte von der Religionsdebatte zu befreien.Gerade hier in Deutschland.

    Glaube ist Privatsache und wer glaubt soll auch die Einrichtungen und Organisationen finanzieren, die ihm diesen Glauben ermöglichen. Die so finanzierten Einrichtungen und Organisationen sollten zwar unter dem Schutz des Staates stehen, aber ansonsten über kein Privilegien (mehr) verfügen. Eine nationale Leitfunktion steht welcher Religion auch immer erst recht nicht zu.

    Deutschland braucht als Nation auch keine weiteren staatlich unterstützen “Gotteshäuser” egal welcher Religion sondern mehr und vor allem besser ausgestattete Schulen und Universitäten auf die jeder kann, der dazu befähigt ist. Egal wie vermögend sein Eltern sind, wo er her kommt und welchem Kulturkreis und welcher Religion er angehört.

  • #56
    Helmut Junge

    @Malte,
    Da, wo der @Democrazy Recht hat, hat er nun mal Recht.
    Sieh mal nach unter:
    http://www.ruhrbarone.de/vom-wirzen-und-unszen-%E2%80%93-never-ending-integrationsgelaber/
    Da hab ich vor 7 Tagen in Kommentar 4, für diese These, daß unsere Werte überhaupt nichts mit dem Christentum zu tun haben, sogar Beispiele gebracht, und hatte mich erboten, bei Nachfrage noch andere Beispiele zu bringen. Meinen Beitrag hast Du bestimmt gelesen, aber niemand hat mich nach einer Ergänzung gefragt.
    Mein Fazit über die “christlichen” Werte war:
    “Der Unterschied zu unserem modernen Weltbild zeigt sich in allen Lebensbereichen. Das kann ich gerne an weiteren Beispielen zeigen.
    Wie kann man da behaupten, daß “unsere Prägung christlich ist?
    Im Gegenteil, unsere Werte sind mit viel Blut genau gegen den Willen der Bischöfe und Päpste erkämpft worden.”

    Die WAZ schreibt heute in einem Kommentar über einen Nachwuchspolitiker, der zum selben Schluß gekommen ist, daß es eigentlich schlimm ist, dieser Politiker auf diese Selbstverständlichkeiten extra hinweisen muß.

    Mir selbst in in den letzten Tagen übrigens der Gedanke gekommen, daß die beiden Pauluszitate, die ich im genannten Kommentar benutzt habe, sehr starke Ähnlichkeit zum Denkgebäude des Islam haben.

  • #57
    Malte

    Helmut Junge: Ich bin nicht darauf eingegangen, weil es den Rahmen hier sprengen würde!

    Die WAZ habe ich gelesen … Na ja, was soll man dazu sagen!!??

    @Arnold Voss : Was macht der Mensch dann mit den ganzen Christen, Muslimen usw. ausgrenzen?

  • #58
    Querleser

    @ Arnold Voss

    Malte Trösken fragt: “Was macht der Mensch dann mit den ganzen Christen, Muslimen usw. ausgrenzen?”

    Na, da werfen wir doch einfach mal einen Blick auf Malte Tröskens Artikel und die Reaktionen, die er auf der christlich-fundamentalistischen website hervorgerufen hat:

    http://koptisch.wordpress.com/2010/09/14/abenteuer-ruhrpott-ein-leben-zwischen-orient-und-okzident/

    “angel03, 14. September 2010: Ich glaube, unsere Aufgabe als Christen und Menschen ist es, diese Menschen ans Licht zu führen und von ihrer schlimmen Religion zu befreien. (…)”

    “Bazillus, 14. September 2010: Liebe/r Vorkommentator/in.
    Fragen Sie da mal den modernen Stadtpfarrer beider Konfessionen hier in Deutschland oder Österreich. Da werden Sie auf taube Ohren stoßen. Denn der Islam ist in deren Denken ja gleichwertig. In synkretistischem Verharren sind sie der Meinung und verraten damit Jesus Christus, dem es nachzufolgen gilt. Missonsgedanken werden als fundamentalistisch abgelehnt.”

  • #59
    Helmut Junge

    @Querleser (58),
    Der Malte steht offen und mit vollem Namen für seine Überzeugungen ein.
    Tun Sie das auch?
    Sie “petzen” hinter vorgehaltener Hand unter Pseudonym!
    Denn das, was Sie sagen, ist ja nicht konstruktiv, sondern zerstörend.
    Lernen Sie erst mal selbst, was Toleranz ist, bevor Sie anderen die Toleranz absprechen.

  • #60
    Querleser

    @ Helmut Junge

    ist es “petzen”, wenn man nur wiedergibt:

    a. was Malte Trösken selber sagt?

    b. was Malte Trösken bei christlichen Fundamentalisten mit seinem Artikel hervorruft?

    Ich frage dich: Was soll an Malte Tröskens Aktivitäten gegen Moslems “konstruktiv” sein? Malte Trösken ist doch die personifizierte Intoleranz.

    Bei den christlichen Fundamentalisten hat man Malte Trösken verstanden, da krampft man sich keinen ab, in ihm einen “Liberalen” zu sehen, da redet man Klartext:

    http://koptisch.wordpress.com/2010/09/14/abenteuer-ruhrpott-ein-leben-zwischen-orient-und-okzident/

  • #61
    Malte

    @Querleser: Zitat “Ich frage dich: Was soll an Malte Tröskens Aktivitäten gegen Moslems “konstruktiv” sein? Malte Trösken ist doch die personifizierte Intoleranz”

    Hallo lieber unbekannter Troll, vielleicht bist Du ja so Nett, und zeigst uns allen, an welcher Stelle ich genau “Intolerant” bin. Des Weiteren reden Sie von “Aktivitäten”, was genau meinen Sie? Meine Moscheebesuche, oder die bei meinen jüdischen Freunden?

    Übrigens, es ist keine Petzerei, da haben Sie Recht, ich habe diesen Artikel sogar schon in englischen und holländischen Blogs wiedergefunden, natürlich in der jeweiligen Landessprache.

    Und, wo ist das Problem? Wir leben in einem freien Land, hier darf jeder sagen, was er denkt. Das ist das Schöne an einer Demokratie.

    Wenn Ihnen das nicht passt, empfehle ich Ihnen den Umzug in ein islamisches Land, vielleicht der Iran, Irak oder Saudi Arabien, hm?

    Da ist dann zwar Schluss mit “Freedom of Speech” , aber dafür brauchen Sie sich nicht mehr so über andere Menschen aufregen und falls doch mal einer nervt, hängen Sie ihn doch am besten an den nächstem Baukran auf, oder schneiden ihm den Kopf ab, oder die Hände, Füße usw.

    Schauen Sie doch mal hier: http://www.truthtube.tv/play.php?vid=1860

    Und jetzt nennen Sie mir bitte einen Muslimischen Führer, der sich jemals ‚gegen‘ solche Dinge ausgesprochen hat!!??

    -Übrigens, das ist alles nur “Spaß”, die Videos sind alle gefälscht und nicht alle Muslime sind so-

    PS: und natürlich „„Das Christentum gehört zweifelsfrei zur Türkei.“

    Gruß
    M.

  • #62
    Werner Jurga

    @ Malte (#61): Ich empfehle, locker zu bleiben. Ohne jeden Neid – Respekt, dass Dein Beitrag auch in englischen und holländischen Blogs in der Landesprache erschienen ist. Glückwunsch! Nur: das ist kein Argument. Ich halte Dich nicht für einen “christlichen Fundamentalisten” – die Anführzeichen stehen fürs Zitieren. Dass es solche Leute gibt, ist ja unbestritten.
    Ich halte mich gegenwärtig in Israel auf. Hier sind sie zu besichtigen – genau wie ihre “Brüder” unter den Juden und Muslimen. Keine Frage: Du gehörst nicht in diesen Verein.
    Aber es sollte doch möglich sein, Deinen Auffassungen zu widersprechen, ohne sich sogleich von Dir den Vorwurf einzuhandeln, wenn schon kein Sympathisant des faschistoiden Islamismus zu sein, so doch für Appeasement zu stehen.
    Schön, dass Du hin und wieder Moscheen besuchst! Doch Du wirst kritisiert – und in diesem Punkt auch von mir, dass von Dir nichts Konstruktives käme. Bei allem Respekt: dieser Vorwurf ist mit Deinen Moscheebesuchen nicht aus der Welt.

  • #63
    Democrazy

    Herr Voss, was Sie schrieben klang ein bisschen wie ein Widerspruch. Ich weiß aber nicht, worin der bestehen sollte. Ihrem Kommentar kann ich jedenfalls zustimmen.

    Es gibt in all diesen Religionen Gemäßigte und Extremisten. Einer der letzteren, christlicher Provenienz, tobt sich hier mit Freuden aus, in seinem letzten Kommentar die Ekelgrenze für meinen Geschmack mehrfach überschreitend.

    Ich bin erstmal raus und schau in gut einer Woche wieder rein, wie es hier um die Vernunft bestellt ist.

  • #64
    Helmut Junge

    @Democrazy (54),

    Sie neigen dazu, Ihre Antworten derart zu überspitzen, daß es mir diesmal schwer gefallen ist, den Kern Ihrer Aussage zu finden.
    Nein @Democrazy, wir befinden uns nicht im Bürgerkrieg!
    Mir geht es um die Sprache.
    Ohne gemeinsame Sprache gibt es weder Integration, nicht mal Multikulturelle Gesellschaft. Das ist nach meinem Verständnis überhaupt keine Gesellschaft.
    Ohne gemeinsame Sprache sind das zwei Gesellschaften.
    Es freut mich übrigens, daß Sie sich dazu durchgerungen haben zu schreiben: “Dass Einwanderer die deutsche Sprache lernen sollten? Ja, gut.”
    Es sieht so aus, daß wir uns in diesem Punkt einig sind.
    Jetzt unterscheiden wir uns aber darin, daß Sie glauben, daß die Einwanderer dazu keine Möglichkeiten hätten.
    Ich denke, daß es Möglichkeiten in Hülle und Fülle gibt, hier in Deutschland Deutsch zu lernen.
    @Democrazy, in Hülle und Fülle.
    Hinter der Unfähigkeit miteinander zu kommunizieren, verbirgt sich das Mißtrauen, das gegenseitige Unverständnis.
    Und da liegt der Konflikt.

  • #65
    Malte

    @Werner Jurga : Sorry, ich wollte auch mal ein wenig Äpfel mit Birnen vergleichen. Und wie heißt es so schön, wie man in den Wald hineinruft….!

    Konstruktive Gedanken habe ich schon, diese gestalten sich aber eher “offline”. Moscheen besuche ich schon seit langem, die Gespräche mit Muslimen über Gott können sehr Interessant sein, denn es gibt ja nur “den einen Gott”, da sind wir uns alle einig!

    Z.B. hat die DITIB Moschee in Hassel einen neuen Hodscha, ein recht jungen, das lässt hoffen. Jedoch gehen die jungen gläubigen lieber in zur IGMG oder in die Eroberer-Moschee, die sind radikaler und das ist nicht gut.

    Demnächst Predigt “Ahmad abul Baraa” in Gelsenkirchen [ http://www.youtube.com/watch?v=ds8FxqvqfEA ] der kommt aus dem Dunstkreis von Abul Hussain, dem wiederum Kontakte zu Al Kaida zu vorgeworfen wurden. Auch bestehen Kontakte zu Pierre Vogel

    Das “aufregen” darüber überlässt man derzeit nur “Pro-NRW”, den Rest der Stadt scheint es egal zu sein.

    Was ich sagen will ist, dass sich hier Menschen in Diskussionen einmischen, die nicht im kleinsten wissen, was mittlerweile für ein “Kleinkrieg” innerhalb der Moscheen tobt, um die jungen Muslime. Leider scheinen diesen eher die Radikalen zu gewinnen.

    Konstruktiv wäre, wenn die Stadt für Jugendzentren sorgen würde, die “neutral” sind, wenn sie sich um diese jungen Menschen kümmern würde, aber das tut sie nicht!

  • #66
    Arnold Voss

    @ Malte # 57

    “Was macht der Mensch dann mit den ganzen Christen, Muslimen usw. ausgrenzen?”

    Natürlich nicht Malte. Die Gläubigen gehen ihrem Glauben nach und die Ungläubigen ihrem Unglauben. Nur, das eben jeder für sich bezahlt und alle gleichwertig sind. So einfach könnte das Leben sein.

    Was aber machen die Gläubigen mal wieder. Sie streiten sich ob jetzt z.B. der Islam zu Deutschland gehört oder das Christentum zur Türkei oder wer zu welchem Land auch immer. Als hätten die Religionen die Länder für sich gepachtet.

    Kein Wort über die Mehrheit der Gläubigen, die ihre Religion nicht als bestimmend für ihr Leben ansehen, gschweige denn für das Land in dem sie leben. Kein Wort über die Ungläubigen, die z.B. in Deutschland ein immer größer werden Teil der Bevölkerung ausmachen. Nein im Gegenteil, die Minderheit der aktiven Gläubigen aller Coleur will mal wieder dem Rest lehren, wo es lang geht.

    Wer grenzt hier eigentlich wen aus Malte? Du musst dich nicht wundern, wenn sich Leute über deine Position manchmal aufregen? Du spitzt auch gerne zu und kannst ziemlich polemisch sein.

    Mir macht das nichts aus. Dieser Blog verträgt das auch. Nicht zuletzt weil du alles in allem doch versöhnlich sein kannst. Aber es ist nun mal so: Wie es in den Wald hineinschallt so schallt es auch wieder heraus.

  • #67
    Democrazy

    Mir geht es um die Sprache.

    Ja, wenn man nachfragt, dann kommt „die Sprache“. Ach, daher die ganze Aufregung? Sarrazin und Seehofer möchten auch nur, dass Einwanderer besser Deutsch sprechen? Und das ist der gewaltige „Konflikt“, der jetzt unbedingt eine „Entscheidung“ verlangt? Und welche, Herr Junge?

    Ich denke, daß es Möglichkeiten in Hülle und Fülle gibt, hier in Deutschland Deutsch zu lernen.

    Es wurde gerade darüber berichtet, wie viele Migranten in Berlin einen solchen Kurs besuchen möchten, aber nicht können, weil es nicht genug davon gibt. Ich habe den Eindruck, Sie lesen aus Prinzip keine Tageszeitungen.

    Bis nächste Woche.

  • #68
    Malte

    Zitat “Es wurde gerade darüber berichtet, wie viele Migranten in Berlin einen solchen Kurs besuchen möchten, aber nicht können, weil es nicht genug davon gibt. Ich habe den Eindruck, Sie lesen aus Prinzip keine Tageszeitungen”

    Viele sind nicht alle! Eventuell sollte man mal weg gehen von den Volkshochschulen! Allein’ durch Google habe ich innerhalb von zwei Minuten mehrere Schulen gefunden, die Plätze anbieten, in Berlin!

    Und, ich lege noch einen drauf, extra für Sie: Wenn Moscheen “Arabischkurse” anbieten, könnten sie doch auch “Deutschkurse” anbieten 😉

    Aber, das wäre ja schlecht für die “Umma”!

  • #69
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Zu den Sprachkursen: Mein Vater ist Kreter und kam Anfang der 60er Jahre nach Deutschland. Er hat innerhalb von zwei Jahren die Sprache gelernt. Er zwang sich in deutsche Kinofilme, die er Anfangs nicht verstand. Quälte sich durch die Zeitungen, nutzte Wörterbücher, sprach mit vielen Deutschen – zum Beispiel meiner Mutter – und siehe da: es funktionierte. Klar, einfacher ist schöner aber es geht auch so. Zumindest bei Griechen.

  • #70
    A.

    @ Stefan Laurin

    das nennt man auch “full immersion”:

    deine Mutter war Deutsche, deine Eltern haben also – auf natürliche Weise – Deutsch miteinander geredet. Ich auch mit meinen ausländischen Freundinnen.

    Das anderes Problem, das du übersiehst: Es gibt gewaltige Unterschiede im Abstand von Sprachen: europäische Sprachen sind alle miteinander verwandt.

    Arabisch oder Chinesisch haben mit europäischen Sprachen nichts zu tun. Da wird’s aber richtig schwierig, kann ich dir aus eigener Erfahrung bestätigen …

  • #71
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Andreas: Was heißt die Sprachen sind verwandt? Ohne die Griechen hättet ihr keine Schrift, würdet in Erdkuhlen kauern, euch gegenseitig entlausen und im Winter um ein paar Beeren prügeln :-).
    Aber lassen wir das. Sprachen lernen ist eine komplizierte Sache – aber wenn ich in ein anderes Land ziehe ist mir auch klar, dass das auf mich zukommt. Und das ich die Verantwortung dafür trage, die Sprache zu lernen. Zur Not irgendwie.

  • #72
    A.

    @ Stefan Laurin

    du meinst: “Keine Panik”?

    Das habe ich bei meinem persönlichen Integrationskurs auch erklärt:

    “Pan ist ein GRIECHISCHER Gott. Er ist Hirte. Pan hütet die Schafe. Wenn die Menschen ihm begegnen, erstarren sie vor Furcht:

    Sie haben PANISCHE Angst.”

    Habe ich deine griechischen Wurzeln ausreichend gewürdigt?

    (und das ist nur EIN Beispiel. Wir sind bei unserem Sprachkurs immer wieder auf griechische Wurzeln gestossen: alles verwandt, wie schon gesagt)

  • #73
    mirko

    @ A. #72

    Eine Verständnisfrage:

    wenn ein christlicher Fundamentalist panische Angst vor Moslems hat …

    ist das nicht die totale religiöse Verwirrung?

    (eine akademische Frage, ich weiß: der christliche Fundamentalist Malte Trösken hat hier schon bewiesen, daß er panische Angst vor Moslems hat – und verwirrt ist, Schlagwort “Christen ausgrenzen”)

  • #74
    Helmut Junge

    Alle Chinesen, die ich bisher kennen gelernt habe, sprechen Deutsch!
    Chinesisch ist gar nicht mit Deutsch verwandt.
    Allerdings hat sich noch nie jemand dafür stark gemacht , daß Chinesen
    kein Deutsch lernen müßten.
    Das ist speziell bei Türken anders.
    Da sind viele gegen.
    Die Islamisten wollen das nicht, weil sie dann Einfluß verlieren.
    Die Nazis wollen das nicht, weil sie die Türken sowieso nicht hier haben wollen.
    Und ich selbst habe beobachtet, daß nicht wenige Politiker dieser starken Minderheit nach dem Mund reden, weil das besonders in den kleineren Parteien bequemer ist, als unangenehme Forderungen zu stellen.
    Wenn dann später die türkischen Kinder wegen schlechter Zeugnisleistungen keine Lehrstelle kriegen, also die Zeche bezahlen, die sie selber gar nicht verschuldet haben, schieben alle wirklich Verantwortlichen gerne die Verantwortung auf die deutschen Behörden. So läuft das schon lange.
    Dabei ist es doch so, daß der Arbeitsmarkt ausgesprochen brutal ausfiltert.
    Also bedeutet doch das Erlernen der Sprache, die im Umfeld gesprochen wird,
    mehr Zukunftschancen für die Betroffenen und deren Kinder.
    So schwer kann doch der Zusammenhang nicht sein, daß das nicht begriffen wird.
    Was mich interessiert, ist, wo das Problem liegt.

  • #75
    Malte

    Lieber Mirko, auch Ihnen sei gesagt, es nutzt nichts, immer wieder den selben “Bullshit” zu behaupten!

    Wenn Sie glauben, das innerhalb Deutschlands Christen nicht auch Verfolgt/Ausgegrenzt werden, informieren Sie sich doch erst einmal richtig, bevor Sie blind in die Tasten hauen!

  • #76
    A.

    @ Helmut Junge

    “Alle Chinesen, die ich bisher kennen gelernt habe, sprechen Deutsch!”

    und wo haben sie Deutsch gelernt? Und wie? vielleicht so? :

    http://www.ruhrbarone.de/„dann-kommt-auch-der-sandmann-“/

    (“So schwer kann doch der Zusammenhang nicht sein, daß das nicht begriffen wird”)

  • #77
    Helmut Junge

    @A. Dein Link paßt gut zum Lichtfest. Schöner Text. Stimme Stefan da zu.
    Aber mach doch mal ein so schönes Lied für unsere türkischen Freunde.

  • #78
    Apollonius Dyskolus

    @ Malte Trösken

    kann es sein, dass du Probleme mit Mirkos Syntax hast? Nicht merkst, wenn du verarscht wirst?

    Aber es gibt ja auch noch ganz andere, gravierendere Probleme:

    “Wenn Sie glauben, das innerhalb Deutschlands Christen nicht auch Verfolgt/Ausgegrenzt werden, informieren Sie sich doch erst einmal richtig, bevor Sie blind in die Tasten hauen!”

    Malte Trösken wird verfolgt! Schaut nicht weiter tatenlos zu! Helft Malte Trösken!

  • #79
    Helmut Junge

    @71,
    “Ohne die Griechen hättet ihr keine Schrift, würdet in Erdkuhlen kauern, euch gegenseitig entlausen und im Winter um ein paar Beeren prügeln ”
    Stefan, meiner Meinung nach haben die Leute hier alles schriftliche auf Holztafeln geschrieben, und in meisterhaften Holzwunderwerken gewohnt. Das war noch vor den Germanen so. Damals sind alle wichtigen Erkenntnisse der Wissenschaft schon mal zusammengefaßt worden. Auch Architektur wie Akropolis etc.
    Leider ist das Holz verottet, und läßt sich nicht mehr nachweisen. Die Germanen haben sowieso dann aus dem Rest Kleinholz gemacht. Osterfeuer und so.
    Aber die Griechen haben Gedanken davon gerettet und wegen dieser Erfahrung mit dem Holz, haben sie es dann in den Stein gehauen. Dieser Stein ist natürlich archäologisch leicht nachweisbar.
    So gelten die Griechen als kulturelles Licht der Frühzeit.
    Tja, wer schreibt, der bleibt. Daran hat sich nichts geändert.

  • #80
    Malte

    @Apollonius Dyskolus:, doch natürlich!

    Viel schlimmer ist doch, das die Ruhrbarone anscheinend gar keine vernünftige Diskussion wollen, sonst würden sie diesem Mist doch gar nicht freischalten!

    Stefan wollte diesen Artikel, er hat ihn bekommen, ich bin der Dumme!

    So ist das Leben…..

  • #81
    Apollonius Dyskolus

    @ Malte Trösken

    “doch natürlich!”

    Dann erkläre uns Mirkos Syntax: womit hat dich Mirko verarscht?

    Falls du Hilfe brauchst: frage vielleicht Stefan Laurin, der hat dich ja scheinbar auch hereingelegt. Ganz schlimmer Grieche, der Laurin! Da wiederhole ich nur:

    Malte Trösken wird verfolgt! Schaut nicht weiter tatenlos zu! Helft Malte Trösken!

  • #82
    Democrazy

    Das ist speziell bei Türken anders.
    Da sind viele gegen.

    Klar, viel Türke ist gegen.

    Die Islamisten wollen das nicht, weil sie dann Einfluß verlieren.

    Türke sein, gegen sein, Islamist sein. Logo.

    Helmut Junge erklärt das Welt.

  • #83
    Democrazy

    Stefan wollte diesen Artikel, er hat ihn bekommen, ich bin der Dumme!

    Tja, da fällt Widerspruch schwer.

  • #84
    Democrazy

    Und, ich lege noch einen drauf, extra für Sie: Wenn Moscheen “Arabischkurse” anbieten, könnten sie doch auch “Deutschkurse” anbieten

    Ja, und steinerne Gebäude der Christen lehren künftig Vernunft.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass es unmöglich ist in Deutschland Deutsch zu lernen. Ich habe auf die Verlogenheit aufmerksam gemacht, stillschweigend die Sprachkurse zusammenzustreichen, die Hürden bewusst höher zu legen, und lauthals eine zunehmende Integrationsunwilligkeit anzuprangern.

    Speziell für Sie: Ihr Überfremdungs- und Verfolgungswahn dürfte wohl inzwischen auch dem letzten Leser deutlich geworden sein.

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