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Serie: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 7: Brandenburg

Ossi-Zeit. In unserer Serie “Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium?” geht es heute nach Brandenburg. Das Bundesland mit der rot-weissen Flagge ist das 13. Land (inklusive Bundesgesundheitsminister), das an unserer Serie mitmacht. Löblich. Weiterhin stehen aber die Antworten aus Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen aus. Schade. Nun aber ab ins Land der rot-roten Regierung.

 

Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg: Anita Tack (via wikipedia.de)

Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg: Anita Tack (via wikipedia.de)

Heutiges Bundesland: Brandenburg

Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: Anita Tack (62)

Parteibuch: Die Linke

Die Bewertung: Für jede Antwort werden 0 bis 5 Globuli vergeben. Je mehr Globuli, desto esoterischer das Gesundheitsministerium. Insgesamt können also 15 Globuli erreicht werden, wobei dies wohl nur der DHU erstrebenswert erscheinen dürfte.

 

 

Einleitend sei festgehalten, dass die Antworten von der Pressesprecherin in einem Fließtext mit drei Absätzen gegeben wurden.

1. Wie steht Ministerin Tack zur Alternativmedizin? Sieht sie darin “zu überwachende Quacksalberei” oder eine “gleichzuberechtigende Alternative zur Schulmedizin und Naturheilverfahren”?

Der Erhalt und die Wiedererlangung von Gesundheit sind die wesentlichen Ziele der Gesundheitspolitik und Aufgabe der Medizin und der anderen Gesundheitswissenschaften. Alle medizinischen und nicht-medizinischen Interventionen sollten ihre Wirksamkeit durch gesichertes Wissen nachweisen. Vor diesem Hintergrund ist die Trennung, die die Begriffe Alternativmedizin, Schulmedizin und Naturheilverfahren nahelegen, eher künstlich. Es zählt in erster Linie gesichertes Wissen.

Bewertung: 0 Globuli.

 

2. Wie steht Ministerin Tack zur evidenzbasierten Medizin? Welche Rolle schreibt sie allgemein empirischen Wirkbefunden zu?

Die Evidenzbasierung in der Medizin bringt den Anspruch zum Ausdruck, dass die Entscheidungen bei einer medizinischen Behandlung nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden. Im Einzelfall gehört weiterhin dazu, dass Entscheidungen gemeinsam mit dem Patienten/ der Patientin gefällt werden, um Normen und Werte des oder der Kranken zu berücksichtigen.

Nach diesem Verständnis ist die evidenzbasierte Medizin zu begrüßen.

Bewertung: 0 Globuli.

 

3. Was empfiehlt die Ministerin in Fällen, in denen alternativmedizinische Vorstellungen diametral zu denen der Schulmedizin sind, bspw. im Bereich des Impfschutzes?

Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz richtet seine Empfehlungen nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft.

Hierzu zählen auch die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention sowie der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut.

Bewertung: 0 Globuli.

 

Soweit die Antworten aus Brandenburg.
Wir kommen auf eine Esoterikwertung von 0 Globuli.

 

Erläuterungen

Tja, was soll man sagen? Die zweite Null in Folge. Nachdem bereits in der letzten Woche Bayerns Staatsminister Huber überzeugte, tut es ihm heute seine Kollegin in Brandenburg gleich.

Zunächst stellt sie klar, dass die Trennung zwischen Medizin und Alternativ-Medizin “künstlich” ist, da allein “gesichertes Wissen” zähle. Sie fordert klar, dass alle “Interventionen (..) ihre Wirksamkeit” darlegen können müssen. Was will man mehr?

Auch stellt sich Tack klar an die Seite der Evidenzbasierten Medizin (EbM). Gleichwohl bekennt sie sich aber dazu, dass m Einzelfall “die Normen und Werte des oder der Kranken zu berücksichtigen” sind. Wer unbarmherzig ist, mag hier einen Hauch von Esoterik herauslesen. Doch es stellt es sich wohl viel mehr so dar: wer aufgrund persönlicher Überzeugungen anders behandelt werden möchte als dies die EbM nahelegt, der soll dazu auch die Möglichkeit haben. Ein Ansinnen, dass in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung wohl kaum zurückweisbar ist. Wichtig: Tack spricht hier von “Einzelfällen”, wodurch klar wird, dass sie im Generellen die EbM präferiert.

Bei den Impfungen findet sich die Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institus. Das ist das, was man von einem verantwortungsvollen Ministerium erwarten darf. Natürlich wäre hier ein Rekurs auf die Volksgesundheit toll gewesen – aber eben als Sahnehäubchen. Kein Grund also auch hier für eine Globuli-Gabe. (Übrigens: das Robert-Koch-Institut hat aktuell 20 häufige Einwände von Impfkritikern genauer betrachtet.)

Ein wenig konstarniert halten wir fest, dass ein CSU-Minister und eine LINKE-Ministerin bisher die einzigen sind, die sich fest hinter  Wissenschaft und Medizin stellen. Seltsam? Aber so steht es geschrieben…

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7 Kommentare zu “Serie: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 7: Brandenburg

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