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Simon-Wiesenthal-Center: Jakob Augstein unter den Top-Ten-Antisemiten

Deutschland hat es wieder einmal geschafft! Nachdem „wir“ im letzten Jahr mit dem Duisburger Linken-Politiker Hermann Dierkes bereits im Top Ten-Ranking der weltweit größten Antisemiten vertreten waren, nun das: Der Freitag-Herausgeber und Spiegel-Journalist Jakob Augstein hat in diesem Jahr einen beachtlichen neunten Platz geholt! Das Ranking wird jedes Jahr vom Simon-Wiesenthal-Center veröffentlicht. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch, Herr Augstein!

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71 Kommentare zu “Simon-Wiesenthal-Center: Jakob Augstein unter den Top-Ten-Antisemiten

  • #1
    Werner Jurga

    Ich stimme mit Augsteins Ansichten zu Israel und zum Nahostkonflikt nicht überein. Einige hier englischsprachig dokumentierte Aussagen halte ich für haarsträubend. Aber ein „Antisemit“?
    Die entsprechende Definition vorausgesetzt, mag dies hinkommen. Allein: in der Nacht sind alle Katzen grau.

  • #2
  • #3
    Werner Jurga

    Wie auch immer: wenn das Wiesenthal-Institut einen Antisemitismusvorwurf erhebt, hat es ihn zu belegen. Dies sollen ja die 5 englischsprachigen Zitate leisten. Ich kann nur sagen: das war wohl nix. In Nr. 2 zitiert Augstein Grass mit der Aussage, das Nuklearpotenzial Israels stelle eine Gefährdung des Weltfriedens dar, ausdrücklich zustimmend. Das ist zwar haarsträubend. Man mag dies für einen HINweis auf ein Ressentiment halten. Es ist aber doch kein BEweis einer judenfeindlichen Gesinnung.

  • #4
    Walter Stach

    Kritik an der aktuellen Politik des Staates Israel, und zwar sowohl an der innerstaatlichen Politik, z.B. gegenüber dort lebenden Arabern, als auch an der Poltik des Staates Israel gegenüber den Nachbarstaaten. Ist das „an sich schon“ ein hinreichender Beleg für Antisemitismus? Oder kommt es etwa auf das Ausmaß solcher Kritik in ihrer Quantität und Qualität als Indikator für Antisemitismus an, z.B.wenn man wegen des Ausmaßes der Kritik diese subjektiv als haarsträubend empfinden mag-sh.-1-Jurga-?

    Ich kenne weder eine mündliche noch eine schriftliche Aussage von J.Augstein, die auch nur ansatzweise darauf schließen läßt, daß J.Augstein Menschen nur deshalb, weil sie Juden sind, kritisch, ablehnend oder gar feindlich gegenübersteht oder sie, nur weil sie Juden sind, etwa medial bekämpft.

    Und deshalb ist J.Augstein kein Antisemit.

    Selbstverständlich darf J.Augstein durch jedermann ,auch durch das Wiesental -Center, der Phalanx besonders engagierter Kritiker der aktuellen Politik des Staates Israel zugerechnet werden, selbstverständlich kann dabei besnders das Ausmaß dieser Kritik durch Augstein Anlaß sein, ihn anzuprangern und selbstverständlich kann das mit der üblichen und naheliegenden Fragestellung verbunden sein, ob eine solche Kritik, ob das Ausmaß einer solchen Kritik nicht deshalb besonders fragwürdig ist, weil sie von einem Deutschen kommt.

    Nur mit Antisemitismus und Kritik daran hätte das alles nichts zu tun.

    Ich bin sehr gespannt,ob und wie über die Beurteilung J.Augsteins als Antisemiten d.d.Simon-Wiesental-Center weiter diskutiert werden wird und ob, wann und wie J.Augstein selbst dazu etwas sagt.

    Ich jedenfalls lehne die Bewertung J.Augstein als Antisemiten d.d. Simon-Wiesental-Center „ohne Wenn und Aber“ ab, weil Antisemitismus seitens J.Augsteins durch nichts belegt ist.

    Und nachgetragen:
    -J.Augstein in einer Reihe mit Hermann Dierkes -sh.M.Niewendick-.
    Geht’s noch?-

    -Und
    „Deutschland hat es wieder einmal geschaft“- sh.M.Niewendick-.
    Geht’s noch?“-)

  • #5
    Martin Niewendick Beitragsautor

    @ Walter Stach: ‚S geht noch, danke. Und nicht ICH habe Augstein die Medallie verliehen, sondern das S.W.Center. Ergo war es ebendieses, das Augstein mit Dierkes in eine Reihe gesetzt hat.

  • #6
    peter enis

    Man sollte darauf achten, dass die Liste des Simon-Wiesenthal-Center schon „2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ heißt, d.h. also die bloße Kritik an Israel reicht aus, um auf diese Liste zu kommen; dass hier Israel-kritische/feindliche Thesen und Anitsemitismus als gleichwertig betrachtet wird, ist nich in Ordnung.

    Auf Platz 3 landet ein brasilianischer Karikaturist, erinnert ein wenig an den Umgang mit den Mohammed-Karikaturen.

    Abgesehen davon sorgt so ein Ranking für die Relativierung von Antisemitismus, manche Äußerungen sind so weniger schlimm als andere. Nach dieser Logik kann man auch nur „ein bisschen antisemitisch“ sein, was dann vermutlich auch nur „ein bisschen daneben“ ist.

  • #7
    Jotumba

    Herr Augstein ist augenscheinlich kein Antisemit und sollte daher rechtliche Schritte gegen das Simon-Wiesental-Center einleiten.

  • #8
    manni01

    Man darf doch wohl noch Kritik aüssern ohne an den rechten Rand gedrängt zu werden.Nein Jakob Augstein,auch die israelische Politik muß Andersdenkende ertragen.Politik ist nich Glaube,aber niemand sollte an die Politik glauben.

  • #9
    Puck

    Liebe Leute, es geht nicht darum, daß J. Augstein Kritik an der Politik Israels geübt hat. Das passiert täglich in Deutschland, ohne daß der Urheber als Antisemit bezeichnet wird.

    Was übel aufstößt ist die Wortwahl J. Augsteins und die Maßlosigkeit seiner Kritik, die Vergleiche zieht, die nicht aktzeptabel sind und antisemitische Klischees bedient, die aus den „Protokollen von Zion“ übernommen sein könnten.

    Auffallend ist auch die Häufigkeit, mit der sich Augstein dem Thema Israel widmet, als wenns nix anderes gäbe. Griechenland geht gerade vor die Hunde, in Deutschland werden Millionen Menschen so mies bezahlt, daß sie mit HartzIV aufstocken müssen, in diversen Wirtschaftszweifen ist das System völlig aus den Fugen und die Finanzkrise ist alles andere als gelöst. FRONTEX schickt sich an, die Grenzen Europas zu einer Festung auszubauen während 1000e Afrikaner im Mittelmeer oder Atlantik ertrinken, was über kurz oder lang zu Spannungen führen wird, die den Weltfrieden – im Gegensatz zu den israelischen Nuklearwaffen – tatsächlich gefährden.
    Aber Herr J. Augstein starrt gebannt auf Israel.
    Nicht, daß er noch was verpaßt, was irgendwie kritikwürdig sein könnte.
    Das ist nicht Kritik, das ist eine Obsession.
    Da sind psychologische Schlußfolgerungen wohl nicht so ganz neben der Spur.

    Oder anders ausgedrückt: Kritik an der Politik Israels läßt nicht auf Antisemitismus schließen – Israel-Bashing schon.

  • #10
    mehrdad

    allein die tatsache, dass er die „schuldigen“ an den unruhen in der arabischen welt reflexartig in israel ausmacht, outet diesen linken kapitalisten als judenhasser.

    früher haben die leute auch bei pest, brunnenvergiftung…sofort an juden gedacht.

    nichts anderes macht augstein und somit ist die auszeichnung verdient.

    augstein ist echt das beste argument für 100% erbschaftssteuer.:)

  • #11
    Helmut Junge

    @Martin, „Deutschland hat es wieder einmal geschafft!“ ist wirklich Mist.
    Du hast es dann auch geschafft, ich, Herr Stach, Werner Jurga, eben kollektiv alle, die einen deutschen Paß haben. Letztlich sogar die, die in diesem Land wohnen.
    Die meisten von denen kennen den Herrn Augstein gar nicht. Mir persönlich ist der Herr völlig schnurzegal. Aber Sippenhaftung finde ich generell scheiße. Zumindest das habe ich hier schon mehrfach deutlich gemacht.

    Anders ist es um die Frage bestellt, was das Simon-Wiesenthal-Center als Kriterium nimmt, um diese Einstufung vorzunehmen. Angesichts der riesigen Zahl von arabischen, bzw. moslemischen Antisemiten, allein Al Kaida wird mehr als 10 Antisemiten vorzeigen können, ist Platz 10, weltweit gesehen, eine stolze Nummer. Kurz gesagt, wird Herrn Augstein damit die Unehre zuteil noch vor den 10 Top-Antisemiten der Al Kaida zu stehen.
    Das hast du allerdings berichtet und nicht selbst zu verantworten.

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  • #13
    der, der auszog

    Da der obige Artikel von Martin Antisemitismus und Antizionismus gleichsetzt, sind wir eigentlich recht schnell bei Henryk M. Broder.

    Die Beurteilung Augsteins als Antisemit/Antzionist durch das Simon Wiesenthal Center ist auf jeden Fall im Sinne von Henryk M. Broder, welcher seinem „Lieblings-Antisemiten“, wie Broder Augstein in jüngster Zeit immer mal wieder bezeichnet, vor gut drei Wochen in der Welt einen Brief schrieb. Auf einen Teil der im Ranking genannten Zitate geht Broder ausführlicher ein. Der Artikel in der Welt wirkt auf mich fast schon so, als hätte das SWC ihn als Vorlage für seine Entscheidung genommen. Schaut einfach mal rein:

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article111852281/Brief-an-meinen-Lieblings-Antisemiten-Augstein.html

    Vermutlich ließe sich diskutieren, ob Jakob Augstein wirklich Ahnung von der Materie hat, wenn er sich über Israel und die Zusammenhänge der Region äußert, oder ob er sich lediglich der Anti-Israel Phrasen alter West-Linker bedient, die bereits zu RAF Zeiten gedroschen wurden. Auf jeden Fall könnte die Vorstellung entstehen, dass augstein die Politik Netanjahus mit dem Judentum weltweit in Verbindung bringt. Aber auch das nur als Vermutung formuliert.

    Augstein am 17.09.2012 auf SPON: „Das Feuer brennt in Libyen, im Sudan, im Jemen, in Ländern, die zu den ärmsten der Welt gehören. Aber die Brandstifter sitzen anderswo. Die zornigen jungen Männer, die amerikanische – und neuerdings auch deutsche – Flaggen verbrennen, sind ebenso Opfer wie die Toten von Bengasi und Sanaa. Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen. Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.“

    hier gehst zum SPON Artikel:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/mohammed-film-wem-nuetzt-die-welle-der-wut-in-der-islamischen-welt-a-856233.html

    In dem zitierten Abschnitt schimmert durchaus Antisemitismus durch, zumindest ließe sich darüber diskutieren. Lybien, Jemen = arm = automatisch Opfer. Israel = wahnsinnig = skrupellos = Brandstifter = Nutznießer der Gewalt. Israel als 51. Staat der USA. Alles sehr einseitig und von einem Teil der radikalen Linken sowie dem DDR Regime in den 1970ern vorgekaut.

    Unabhängig wie eine solche Diskussion ausgehen würde, halte ich es für grenzwertig, wie Jakob Augstein hier vom SWC in eine Reihe mit Mahmoud Ahmadinejad gestellt wird. Die Qualität, wenn man diesen Begriff überhaupt beim Thema Antisemitismus anwenden kann, ist bei Ahmadinejad eine ganz andere. Irans Präsident ist ein Verbrecher der Menschenmassen aufhetzt, Augstein ist das ganz sicher nicht, auch wenn er über die Medien Internet und Freitag ebenfalls Millionen Menschen erreichen kann. Ein paar abgrenzende Erläuterungen Seitens des SWC wären da sicherlich von Nöten.

  • #14
    paule t.

    Wenn diese Zitate – und zwar jedes davon, sonst würde man es ja nicht aufführen – belegen sollen, dass Augstein Antisemit sein soll, dann ist das offenbar lächerlicher Unfug. (Bei einem oder zweien davon mag man diskutieren können, ob vielleicht ein gewisser antisemitischer Touch durchschimmert, oder ob die Häufigkeit des Themas Israel aufmerken lässt, aber damit hat es sich auch.)

    Mit diesen Zitaten als Begründung wäre wirklich jede Kritik an israelischer Politik Antisemitismus; und diese Kritikimmunisierung per Antisemitismusvorwurf kann nicht angehen.

    Man fragt sich, wie man Augstein auf so eine Liste setzen konnte. Einer aus Deutschland muss, und Broder darf seine Intimfeinde aussuchen? 😉

  • #15
    Werner Jurga

    @ „einer, der auszog“ (# 13): „Der Artikel in der Welt wirkt auf mich fast schon so, als hätte das SWC ihn als Vorlage für seine Entscheidung genommen.“ Es geht um eine Polemik Henryk M. Broders gegen Jakob Augstein.
    So sehr ich mich über den Link zum Broder-Text gefreut habe, so sehr habe ich mich über Deine Formulierung gewundert. Sie klingt so, als sei ein Text von Broder allein deshalb nicht als „seriös“ (oder was weiß ich, was Du gemeint hast) zu betrachten, weil er von Broder ist. Wenn ich dies richtig aufgefasst habe, halte ich dies a) prinzipiell für nicht in Ordnung, und b) was konkret diesen Text betrifft: Broder begründet hier ausführlich, warum er Augstein für einen Antisemiten hält.
    Ich habe Deine Empfehlung „Schaut einfach mal rein“ befolgt, den Text sogar über das Reinschauen hinaus gelesen und…
    zwar mit Freude. Denn Broder kann zweifellos schreiben. Der Text ist flott geschrieben, die Argumentation schlüssig. Broder legt dar, dass Augstein auf den Nahostkonflikt fixiert ist mit einer klaren – ich würde sagen: einseitigen – Schuldzuweisung an Israel (nicht an die israelische Regierung, sondern an Israel), woraus Augstein eine Gefahr für die ganze Welt ableitet.
    Mir ist diese – von Antisemiten bestens bekannte – Figur bei Augstein auch schon aufgefallen. Broder schlussfolgert daraus: „Diese Obsession ist es, lieber Jakob Augstein, die Sie zu einem Antisemiten macht.“ Kann sein, kann nicht sein, man weiß es nicht. Es ist Broders Meinung. Ein Beweis sieht anders aus. Nochmal: der Text ist eine Polemik, keine „Urteilsbegründung“.
    Überzeugend ist Broder dann, wenn er Augsteins durchgeknallte Schuldzuweisung entlarvt. Irritierend, weil verbogen ist seine Argumentation dann, wenn er – einem israelischen Regierungssprecher gleich – alles vom Tisch wischt, was gegen die Politik Jerusalems vorgetragen wird.
    Wenn Augstein anführt, Israel züchte sich mit seiner Gaza-Politik seine Feinde selbst heran, was zweifellos zutreffend ist, wendet Broder ein, die Hamas habe die Vernichtung Israels in ihrer Charta schon vor den israelischen Militäraktionen stehen gehabt . Was ebenfalls richtig ist, aber auch eine unpolitische Rechthaberei, die erkennbar nicht die Sache im Auge hat, sondern schlicht nur jede Kritik an israelischer Regierungspolitik im Keim ersticken will.
    Das spürt freilich jeder, ist aber m.E. kein Grund, Broder sozusagen generell als „Vorlage für Entscheidungen“ als unseriös zu denunzieren. Dein Kommentar # 13, lieber „einer, der auszog“, wirkt auf mich fast schon so, als wolltest Du Henryk Broder gewissermaßen mit Jakob Augstein auf eine Stufe stellen. Der eine halt einseitig gegen, der andere für die israelische Politik.
    Augstein hat bislang allenfalls bewiesen, dass er vom Thema nicht allzu viel versteht. Einen Gegenbeweis, also den Beweis, dass er kein Antisemit ist, hat er meines Wissens noch nie geliefert. Das muss er auch nicht. Es gibt keine Umkehr der Beweislast. Augstein wird des Antisemitismus bezichtigt. Diejenigen, die dies tun, stehen in der Beweispflicht. Weder das Wiesenthal-Center noch Broder haben sie bislang erfüllt.
    Augstein muss gar nichts. Niemand muss seine „Unschuld“ beweisen. Allein: so lange er dies nicht tut, dürfen seine vielfältigen Beiträge zum Nahostkonflikt als verdächtig gelten. Mir jedenfalls geht das so. Sein stets und ständig aufgewärmtes naives linkes Gedöns zum Thema Israel… – nun, ich denke mir meinen Teil. Der Antisemitismusvorwurf gegen Augstein nützt allein denjenigen, die an der Aufweichung des Tabus Antisemitismus interessiert sind.

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  • #17
    der, der auszog

    @Werner

    ich habe nirgendwo geschrieben, dass der Text Broders in irgendeiner Weise unseriös ist. Er ist entlarvend, denn er zieht dem versteckten Antisemitismus die Tarnkappe von seinem intellektuellen medientauglichen smarten Fratze.

    Martin hat in seinem Titel für diesen Artikel behauptet „Jakob Augstein unter den Top-Ten-Antisemiten“. Überschrieben ist das Ranking des SWC allerdings mit „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ Man kann sich darüber unterhalten, ob man zwischen Anti-Semitic und Anti-Israel Slurs differenzieren kann und ob der Querstrich“/“ „und“ oder „oder“ bedeutet. Muss man aber nicht, wenn man Henryk M. Broder folgt, für den die beiden Begriffe identisch sind. So habe ich die Kurve zu Broder gekriegt, dessen Ausführungen ich ohne weiteres folgen kann.

    Desweitern sind auf obigem Foto, auf dem die ins englische übersetzte Zitate Augsteins nachzulesen sind, bedauerlicherweise die Anmerkungen des SWC nicht enthalten.

    Nach der Bemerkung „all translated quotes from Spiegel Online“ geht es wie folgt weiter:
    „- Jakob Augstein
    Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German anti-Semitism, labeled Augstein a “little Streicher” adding: “Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure anti-Semite…an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.”

    Meine Annahme, dass sich das Simon Wiesenthal Center auf die Aussagen Broders stützt, ist richtig. Ich habe mich gestern beim Schreiben lediglich des obigen Screenshots bedient und aufgrund Deiner Verwunderung gerade nach „Simon Wiesenthal Center“ + „Hendryk M. Broder“ gegoogelt, weil ich es genau wissen wollte, woraufhin ich auf derselben Seite des SWC gelandet bin, die auch Martin bereits verlinkt hatte und auf der dann auch der Bezug zu Broder erkennbar ist.

    Ich will weder die Seriosität Broders noch die des SWC in Frage stellen, Werner. Ich gebe lediglich zu bedenken, Augstein ohne weitere Erläuterungen in einem Atemzug zu nennen mit beispielsweise den Muslimbrüdern oder gar einem iranischen Präsidenten Ahmadinejad. Bei einem Ranking sollte es nicht nur darum gehen, die verschiedenen Facetten des Antisemitismus/Antizionismus aufzuzeigen. Es geht um die TopTen der Antisemiten weltweit, also in erster Linie um eine Auflistung, angefangen beim schlimmsten Antisemiten und dann Reih ab. Da gibt es – meiner Meinung nach – Vertreter, gerade in der islamischen Welt, aber auch anderswo, die in einem Ranking eigentlich weit vor Jakob Augstein erscheinen müssten. Das ist meine Meinung, subjektiv und völlig persönlich. Nichtsdestotrotz kann ich Henryk M. Broder in seinen Ausführungen ohne weiteres folgen.

    Zum Schluss noch ein Artikel von Broder aus der Welt: „Was Antisemitismus und Körpergeruch verbindet“, in der Hoffnung, dass wir hier alle noch ein wenig über das Thema diskutieren. Es macht was in einem, wie bei einer Vorsorgeuntersuchung, nur dass nicht die Funktionsfähigkeit der Körperorgane, sondern die eigene Meinung, die eigene Ansicht und die eigenen Vorurteile überprüft werden, ob sie mit dem „gesunden“ Menschenverstand vereinbar sind.

    Hier gehts nochmal zu Broder:

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article111546855/Was-Antisemitismus-und-Koerpergeruch-verbindet.html

  • #18
    Wolfram Obermanns

    Wer wissen will, wie Augstein auf diese Liste gekommen ist, sollte mal bei der Achse des Guten (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php) Augstein als Suchbegriff eingeben.
    Das dort gesammelte Material über ihn und seine Stellung als Gesellschafter und Kolumnist beim Spiegel, der immer noch ein beachtliches internationales Renommee hat, kann man für qualifizierend halten.

  • #19
    Walter Stach

    -6-Peter Enis: Danke für die Aufklärung.

    Wenn J.Augsteins journalistische Arbeit aufgrund einer politischen, interessensgerichteten Wertung d.d.Simon-Wiesental-Center einen vorderen Platz auf der Liste „Anti-Israel-Slurs“ erhält, dann kann darüber politisch-interessensgerichtet diskutiert werden, dann ist das aber nicht a priorie als unhaltbar zurückzuweisen, so wie ich es bezüglich einer Liste über Antisemiten mit einem vorderen Platz für J.Augstein für notwendig und geboten halte.

    -15-Werner Jurga:
    Richtig, auf die Beweispflichtigen hinzuweisen.

    Ich unterstelle einmal, mir gegenüber würde behauptet, ich sei Antisemit, z.B. weil ich mich zur aktuellen Politik Israels kritisch geäußert hätte, dann wüßte ich nicht, wie ich den Beweis, kein Antisemit zu sein, begründet, belegt und nachvollziehbar zu führen hätte. Es wären- selbstverständlich- diejenigen beweispflichtig, die mich als Antisemiten an den Pranger stellen würden.

    Und dieser Beweispflicht in Sachen “ Augstein, Antisemit“ ist bis heute weder das Wiesental-Center noch M.Broder nachgekommen; eine „Polemik“ von Broder in Sachen „Augstein,Antisemit“ist für mich keine Beweisführung, sondern eben „Polemik“, also scharfe, unsachliche (!!)Kritik.

    Leider können solche Debatten wie diese -sh.im letzten Satz Ihres Beitrages-in der Tat dazu führen, daß in Deutschland Wesentliches „auf der Strecke bleibt“, nämlich die Notwendigkeit, über Ursachen und Folgen eines latenten -und wachsenden(?)-Antisemitismus und über den privaten und öffentlichen Widerstand dagegen mit der gebotenen Sorgfalt und dem gebotenen öffentlichen Interesse nachzudenken,zu berichten, zu kommentieren, zu diskutieren;z.B. hier im Blog, wie bereits einige Mal geschehen.

  • #20
    Werner Jurga

    @ „einer, der auszog“ (# 17): okay, interessante Hinweise. Offensichtlich hatte ich Dich missverstanden. Genauso offensichtlich ist nach Deinen Hinweisen, dass sich das SWC auf Broder gestützt hat (um mal etwas undeutlich zu bleiben).
    Es geht m.E. nicht, dass Du Augsteins Platzierung in dieser Liste kritisierst, dann aber daran anfügst: „Nichtsdestotrotz kann ich Henryk M. Broder in seinen Ausführungen ohne weiteres folgen.“ Nun gut, „Folgen“ kann ich Broders Ausführungen auch. Ich kann auch die Freude darüber verstehen, dass dem smarte Augstein junior mal ordentlich die Meinung gegeigt wird.
    Ich bleibe aber dabei: Broders Pöbelei ersetzt keine Diskussion über die hier zur Debatte stehenden Fragen.

  • #21
    Thomas

    Sofern ich mal aufhellen darf:

    Es geht wohl um die Sharansky-Definition von Antisemitismus.

    http://www.hagalil.com/antisemitismus/europa/sharansky.htm

    Insoweit hat das SWC recht.

    Und, aus meiner Sicht, es ist wichtig, dass bezeugt wird, was einschlägig ist.

    Augstein ist ein grosser Bruder von Dierkes, und nett ist die kleine Schwester von Scheisse.

    http://www.youtube.com/watch?v=3eZuRfyJ1B4

  • #22
    Achim

    @Martin Niewendick

    Die Überschrift ist zitiert das SWC eindeutig falsch,
    denn das SWC spricht von den 10 wichtigsten Mainstream Antisemiten auf der Welt.
    Da es sich bei Antisemitismus um eine Art Geistestkrankheit handelt,
    bzw. Antisemitismus häufig ein äusseres Zeichen für eine Geisteskrankheit handfelt,
    kann der durchschnittliche Antisemit gar nicht zum
    Mainstream gehören.
    Der Grund dafür liegt in der Feinfühligkeit von Menschen.
    Der „gestörte“ Mensch ist ganz einfach ein Antisemit.
    Aufgrund seiner geistigen Störung sendet er an seine
    Umgebung ständig Signale an seine Umgebung aus, die
    von seiner Umwelt (unbewusst) wahrgenommen werden und dann
    aufgrund der (unbewussten) Aussage „Was für ein Spinner“
    verhindern, dass dieser Antisemit zu einem gefägrkuchen Mainstreamantisemiten wird.

    Die Teilgruppe der Mainstreamantisemiten ist deswegen
    etwa so klein wie die Anzahl von Menschen mit
    naturschwarzer Hautfarbe und naturrpten Haaren.
    Von letzteren kenne ich nur einen Menschen.

    Offensichtlich ist die Liste recht willkürlich, und unter
    dem Gesichtspunkt einer weiten geographischen Verteilung
    aufgestellt.:

    Zu Top 4 „Fussballantisemitismus“

    Als Fan des FC St. Pauli ist mir natürlich bekannt,
    dass Fans eines gewissen Ostvereins, viele Jahre
    lang in Sprechchören den „Bau einer U-Bahn von
    St. Pauli nach Auschwitz“ ankündigten und dies
    erst nach durch die Fussballtabelle beendet wurde.

    Zu Top 10 US-Antisemitismus
    Louis FarraKKKan von der Nation of Islam Sekte
    spielt sicherlich in der selben Liga wie der in
    Teillen der deutschen Linken damals durchaus
    beliebte rechte Republikaner Ron Paul.
    Allerdings hat Ron Paul bereits in den Vorwahlen
    verloren, ist also ein Looser…

    Zu Augstein:

    Die Zitate legen nahe, dass Augstein gesagt haben könnte,
    dass der Staat Israel von der Dummheit der
    arabisch-muslimen Welt profitiere.

    Die spannde Frage daran ist nur, ob es sich
    – nach Augsteins Meinung –
    bei dieser Dummheit um eine „selbstverschuldete“
    Unmündigkeit im kantschen Sinne oder um eine
    „jüdisch-israelische Verschwörung“ handelt.

    Bereits ein Blick in die europäische – also u.a.
    nichtasiatische – Geistesgeschichte vor der
    Aufklärung und der französischen Revolution
    bewist die „selbtverschuldete Unmündigkeit“
    als Ursache der wesrlichen Überlegenheit.

    So wurde die Technik des Buchdruckes nach
    ihrer Erfindung in Mainz in der ganzen Welt
    kopiert.
    Allerdings war der Buchdruck im Osmanischen
    Reich jahrhunderte lang verboten.
    Nur ohne Verwendung – der damals üblichen –
    arabischen Schrift, war der Buchdruck erlaubt.
    Aber die türkische Mehrheitsbevölerung kannte
    von den z.B. in griechischer Schrift und Sprache
    gedruckten Büchern nicht profitieren.

    Kurz gesagt:
    Der Zensor fickt nicjht nur die Wahrheit,
    sondern auch sich selbst…

    Aber was schreibt Augstein?

    Wenn er in ausreichenderweise auf die
    schädlichen Folgen der Zensur als Ursache
    für die real existierende Dummheit hinweist,
    dann ist er kein Antisemit.

    Wenn er aber diese Frage – zu häufig – offen
    lässt – und damit einer Ausschmückung mit
    antisemitischen Verschwörungstheorien Raum
    bietet – dann …
    „Die Gedanken sind frei
    Niemand kann sie erraten…

    „Spiegelleser wissen mehr“

    Da fällt mir noch mal ein, dass ich zu meiner
    Zeit als Vorstandsmitglied der Kölner Gruppe
    der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte
    KriegdienstgenerInnen DFG-VK mal in
    einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit
    den anderen Friedensgruppen mal an einer
    Veranstaltung zum sprachlichen
    Mainstreamantisemitismus teilgenommen habe.
    Unser Referent war von dem DISS und wirklich
    gut, auch der JWC war bereits vorher
    dieser Meinung.
    Der Referent sprach auch irgendwie über
    „sprachlichen Antisemitismus im Spiegel“…

    (Anlass für die Veranstaltung war das
    „Antisemitismusproblem bei attac“.)

    Im übrigen bin ich als Vorsitzer der DFG-VK
    Dortmund der Meinung, dass die DFG-VK
    Duisburg statt der „Bandbreite“ am
    Ostermarsch 2013 in Duisburg teilnehmen soll.
    (Unsere DFG-VK Duisburg wurde wegen Kritik
    an der Bandbreite vom Ostermarsch in Duisburg
    ausgeschlossen!!!)

    Achim

  • #23
    Achim

    Liebe Ruhrbarone & Friends,

    ich höre gerade den rauschen Bach ganz tief unten im Tal und ich habe den
    blöden Eindruck, dass genau dieser rauschende Bach inzwischen
    den Weg zu einer schlecht entwässerten Telefpminfrastrutur tief unten im Tal gefunden hat.

    Ich erhalte so tolle Fehlermeldungen wie:
    „Webseite google.de nicht gefunden – Möglicherweise vertippt?“
    Nach ein paar vergeblichen Versuchen funktioniert es, ich nehme mal
    an meine Bits sind schlechte Schwimmer…

    Nun ja die Telekomhardware von heute kann weniger ab,
    als die „wild illegale Hardware“ aus der „guten alten Zeit“.

    Ich erinnere mich da gerade mit Wehmut an eine rheinische
    Mailbox aus dem berühmten Mausnetz.
    Der Betreiber einer Mausbox hatte seine extra
    Telefondose an der Kellerwand installiert und den
    Computer in ein Kellerregal gestellt.
    Das Modem hatte er einfach auf den Kellerfussboden gestellt.
    Irgendwann stieg das Grundwasser so weit an, dass
    klares Grundwasser ein paar Dezimeter im Keller
    stand. Das selbstverständlich weder mit Posthörnchen noch
    Bundesadler zugelassene taiwanesische Hochleistungsmodem
    machte dann halt seinen „Freischwimmer“ und schwamm
    am Telefonkabel, dem seriellen Kaberl und dem Schwachstromkabel
    auf der Wasseroberfläche. Erst nach vielen Stunden
    bemerkte der Betreiber das „Problem“, denn warum
    sollte ein – selbstverständlich nicht zugelassenes –
    Modem nicht funktionieren, nur weil es gerade
    schwimmt.
    Die Mailbox funktionierte jedenfalls tadellos…

    Nun befürchte ich als DSL-Kunde:

    Ich kriege meinen nächsten Connect erst
    wenn:
    – Irgenjemand eine Infrastruktur enrtwässert….
    – Ich im Büro einen Connect über LAN habe…
    – Ich am Stammtisch einen Freund mit Telekom
    UMTS treffe….

    Im übrigen haber ich die „Scharansky Defintion“
    mal nachgeschlagen.
    Ich sehe den „Casus Cnactus“ aber immer noch in der
    Frage worin Augstein die Ursachen für die real existierende
    und auch von Augstein beobachte „arabisch-muslime Dummheit“ sieht.

    Sind es nun „geheime Mächte“ oder ist es „selbstverschuldete
    Unmündigkeit“?

    Achim

  • #24
    Klaus

    Leute, die Augstein mit dem Argument verteidigen, er sei höchstens antisraelisch und keinesfalls antisemitsch, sollten sich dringend mal mit den Begriffen des sekundären Antisemitismus und des strukturellen Antisemitismus befassen (Wikipedia reicht da erst mal aus). Augstein ist das Paradebeispiel für einen sekundären Antisemiten, einer Form des Antisemitismus, die in der Linken weit verbreitet ist und leider immer noch zu häufig in der Öffentlichkeit ignoriert wird.

  • #25
    Puck

    @Paule T #14

    Soso. Die Beispiele sind also lächerlich….

    Schauen wir uns die Beispiele doch mal nach und nach an.

    Abs. 1
    Da wird fest gestellt, daß Netanjahu die Welt „an der Leine führt“, mit Hilfe von Lobbygruppen in den USA. Wie hört sich das an? Wie die heimliche Weltherrschaft? Und ist das vielleicht ein uralter Hut in Sachen Antisemitismus?
    Lacher Nr. 1 ist also gestrichen.

    Abs. 2
    Isreal gefährdet den Weltfrieden. Auch das, ich sage es ungern, ist aber wahr, ist ein beliebter Topos antisemitischer Argumentation und wurde und wird sehr gerne von Nazis gebraucht, die auf keinen Fall an WKII schuld sein möchten und allen anderen die WKII zumindest ein klein wenig relativieren möchten.
    Und Humbug ist es obendrein.
    Wieder nix zu lachen.

    Abs. 3
    Es ist richtig, daß es auch in Israel religiöse Fundamentalisten gibt. Und das scheinen keine angenehmen Zeitgenossen zu sein. Nur repräsentieren die nicht die offizielle Politik. Im Iran ist das genau umgekehrt.
    Auch droht Israel nicht, den Iran „zu vernichten“ – Iran droht Israel genau das.
    Aber das scheint bei gewissen Zeitgenossen immer irgendwie unter den Tisch zu fallen. Statt dessen unterstellt man Isreal genau den Vernichtungswillen, der Israel in Wahrheit selbst droht.
    Auch das ist – tut mir leid, mich zu wiederholen – ein beliebtes Argument aller Antisemiten und bekanntlich die „Begründung“ für den Holocaust.
    Gibts da was zu lachen?

    Abs. 4
    S. Abs. 1. Israel steckt hinter allem…

    Abs. 5
    Die Zustände in Gaza sind beschissen. ABer das liegt natürlich nicht an der Korruption der Hamas. GAza ist abgeschnitten? Von Waffenlieferungen offenbar nicht. DAs hat eine gewisse Logik: Die Hamas hat keine andere Existenzberechtigung als den Konflikt, also muß Israel so lange mit Raketen beschossen werden, bis der Rückschlag kommt – worauf hin man gerne sterbende Kinder in die Kamera hält, was Leuten wie Herrn Augstein Gelegenheit gibt, feinsinnige Aufrechnungen zwischen israelischen Opfern und palästinensischen zu machen. Und schon steht Israel als Agressor da.
    Wobei wir wieder bei Pkt. 3 wären.

    Diese Argumente sind eigentlich klar für jeden, der sich nur ein klein bißchen auskennt mit der Geschichte des Antisemitismus.
    Lächerlich sind sie für jeden, der jeglichen Vorwurf des Antisemitismus reflexartig ablehnt – auch wenn er selbstverständlich gegen Antisemitsmus ist, theoretisch … nur kann er partout nirgndwo welchen ausmachen.

    Das ist so ähnlich wie mit lauter Musik nach 22.00 Uhr. Die wird auf der eigenen Fete gerne als „Zimmerlautstärke“ wahr genommen.

  • #26
    Puck

    @Werner Jurga #20

    Zitat: „(…)Ich bleibe aber dabei: Broders Pöbelei ersetzt keine Diskussion über die hier zur Debatte stehenden Fragen.(…) Zitat Ende

    Das Interessante an der Debatte ist aber, daß Broder jedesmal ins Spiel kommt, wenn es um Antisemitismus geht, und zwar meistens in der Form, daß man sich ja nicht wundern muß über Antisemitismus, wenn der Broder so garstige Dinge schreibt.
    Auch das hilft der Debatte nicht wesentlich weiter.

    Mal abgesehen davon, daß Broders Artikel von den meisten nur deshalb als so überaus garstig empfunden werden, weil sie neben aller rethorischen Zuspitzung und gelegentlich etwas dick aufgetragenen Polemik – und der Lust an der Provokation! – im Kern die Dinge richtig erfassen.

  • #27
    Tortist

    @Puck
    Danke, besser hätte ich es nicht sagen können.
    Augstein steht völlig zurecht auf dieser Liste.

  • #28
    Helmut Junge

    @Paule t.,
    ich kann @Pucks Argumentation nachvollziehen.
    Das J. Augstein natürlich nicht weltweit gesehen, vor den vielen, vielen Ahmadinedschads und al Sawahiris eingereiht werden kann, ist auch klar. Aber wenn einer aus Deutschland aus Sicht des SWC dabei sein sollte, wer könnte es denen verdenken, einen besonderen Blick auf Deutschland zu werfen?
    Und wenn wir die Großzügigkeit besitzen, dem „Aufhellungsbedürfnis“ des Herrn Meisers nachzukommen, der uns auf die Sharansky-Definition von Antisemitismus hinweist, können wir sogar die Regeln finden, nach denen das SWC vorgeht.
    In einem von 10 Fällen ist der Thomas nämlich wirklich hilfreich. Heute ist so ein Tag. Ohne diesen Hinweis hätte ich gar nichts mehr zu diesem Thema sagen können. Mit Hilfe der Sharansky-Definition sehe ich aber in Herrn Augstein einen, allerdings auf deutsche Verhältnisse bezogen, relativ wichtigen antisemitischen Protagonisten. Wohlgemerkt nur bei Anwendung dieser Sharansky-Definition.

  • #29
    paule t.

    @ Puck #25

    Ja, die Vorwürfe sind lächerlich.

    Abs. 1: Etwas von einer Weltherrschaft Israels steht da nicht. Wohl aber, dass die Regierung Netanjahu (=/= Israel, auch wenn diese Regierung das natürlich gerne gleichsetzen würde) die Weltpolitik mit ihren ständigen Kriegsdrohungen (gegenüber Iran) „an der Leine führt“. Und das ist insofern richtig, als Israel sich einerseits völlig auf die Bündnistreue Amerikas und des Westens verlässt (immer gestützt zB auch auf deutsche Waffenlieferungen), selbst aber praktisch überhaupt nicht auf diese Bündnispartner und ihre Vorstellungen von einer sinnvollen Politik in der Region Rücksicht nimmt. Und dadurch wird natürlich die Weltpolitik in dieser Frage dominiert (=/= Weltherrschaft).

    Abs. 2: Da steht, Israels Nuklearmacht (=/= Israel an sich) gefährde den Weltfrieden. In Anbetracht der Tatsache, dass Israel in Form dieser Bewaffnung einen sehr spezifischen Vorrang vor allen anderen Mächten der Region hat und ein Konflikt in dieser Region sich sehr leicht ausweiten könnte, erst recht, wenn er mit nuklearen Mitteln geführt würde, kann man diese Wertung wohl treffen. Oder sollte jemand, der der Meinung ist, dass Atomwaffen den Frieden gefährden, und zwar erst recht in der Hand von kleinen Mächten in Konfliktregionen, davon auf einmal abstehen, wenn es sich um Israel handelt?

    Abs. 3: Dass die Rolle der jüdischen Fundamentalisten in Israel der der islamischen Fundamentalisten im Iran gleichrangig wäre, steht da auch nicht. Nur, dass es sie gibt, und dass sie keine einflusslose Splittergruppe sind. Dass fundamentalistische/extremistische Ideen nicht einflusslos sind, ist mit (bis vor kurzem) Liebermann in der Regierung, dem stetig voranschreitenden Siedlungsbau in „Judäa und Samaria“ (man beachte die religiös grundierte Benennung!), dem Terror der „Preisschild-Bewegung“ etc. wohl ziemlich offensichtlich.

    Abs. 4: Nein, nicht „Israel steckt hinter allem“. Aber diese israelische Regierung (wieder: =/= Israel) profitiert von den Spannungen.

    Abs. 5: Dass die Hamas an den Zuständen im Gaza-Streifen nicht mitschuld sei, steht da auch wiederum nicht. (Um meine Meinung zu ergänzen: Natürlich profitiert die Hamas auf palästinensischer Seite genauso vom andauernden Konflikt wie die israelische Rechte; beide scheinen kein Interesse an seinem Ende zu haben). Dass die israelische Regierung den Gaza-Streifen aber bewusst wirtschaftlich am Rande der Existenzfähigkeit hält, können Sie wohl kaum bestreiten; und dass die israelische Regierung mit dieser Politik Terroristen geradezu züchtet, ist dann wohl eine zulässige Bewertung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hamas mit ihren Raketen zumindest gelegentlich symbolische Erfolge erzielen kann (wie beim letzten Waffenstillstand), während die israelische Regierung die kompromissbereite Fatah im Westjordanland völlig am langen Arme verhungern lässt, ja sie für „irrelevant“ erklärt.

    Ich bin kein Experte und kann deswegen bei diesem Thema nicht weiter in die Tiefe gehen, als ich es gerade getan habe. Ich stimme Augstein auch bei weitem nicht durchgehend zu oder würde so formulieren wie er. Aber ich denke schon, gezeigt zu haben, dass seine Aussagen zumindest zu bedenkenswert sind, als dass man sie einfach so mit dem Vorwurf „Antisemitismus“ vom Tisch wischen könnte.

    Dass in Teilen seiner Aussagen oder auch in der Häufigkeit der Beschäftigung mit Israel leichte antisemitische Züge durchschimmern könnten, habe ich schon oben eingeräumt. Dies dann (nach den „drei D“-Kriterien der von Thomas #21 verlinkten Sharansky-Definition) in bezug auf doppelte Standards, die er möglicherweise anlegt (von den beiden anderen Kriterien – Delegitimierung oder Dämonisierung – kann ich nichts entdecken). Darüber könnte man diskutieren; dafür müsste man seine Texte aber auch weitaus gründlicher unter die Lupe nehmen, als das mit den paar Zitaten hier geschehen ist.

    Auf jeden Fall aber ist es mE abwegig, anhand dessen Augstein nicht nur bestimmte antisemitische Terndenzen in einiger seiner Aussagen nachweisen zu wollen (das wäre, wie gesagt, diskutabel), sondern ihn gleich insgesamt zum Antisemiten zu stempeln. Vollend sind jegliche Maßstäbe verrutscht, wenn man ihn darüber hinaus noch in die Top10 der Antisemiten einordnet (man beachte, in welcher Gesellschaft er sich da befinden würde!), ihn – so Broder im Kleingedruckten – als „kleinen Streicher“ bezeichnet und ihm nachsagt, er habe nur wegen seiner Geburt nach dem Krieg eine Gestaopo-Karriere verpasst. Solche völlig absurden Polemiken sind dann mE nur noch als Verharmlosung des reinen, klaren Antisemitismus wirksam, den es ja wahrhaftig auch noch gibt.

  • #30
    Werner Jurga

    @ Puck (# 26): „Das Interessante an der Debatte ist aber, daß Broder jedesmal ins Spiel kommt, wenn es um Antisemitismus geht…“ – das finde ich nun nicht so interessant, weil der Antisemitismus immerhin Broders Hauptthema ist – „…, und zwar meistens in der Form, daß man sich ja nicht wundern muß über Antisemitismus, wenn der Broder so garstige Dinge schreibt.“
    Da sollte etwas präzisiert werden, was den Begriff DER Debatte angeht. Richtig ist, dass in der Debatte im allgemeinen allzu häufig von irgendwelchen Vollpfosten Unsinn, besser: Unglaublichkeiten dieser Art geäußert werden. Ich bin etwas erstaunt, dass Sie meinen, den gewiss ironisch gemeinten Hinweis „Auch das hilft der Debatte nicht wesentlich weiter“ ausgerechnet an mich adressieren zu müssen.

  • #31
    Christian Wee

    Man ist doch kein Antisemit, nur weil man in einem Staat, mit 8 Millionen Einwohnern, der aufgrund des weltweiten Antisemitismus entstanden ist und seit seiner Gründung immer wieder durch seine Nachbarn von Vernichtung, also vollkommener Auslöschung (siehe Hamas-Charta, Reden Ahmadinedschads, Reden vom Obermufti der Moslembrüder, eine endlos lange Liste ließe sich erstellen) bedroht ist, die größte Bedrohung für den Weltfrieden sieht und ihm vorwirft Lager (eine bestimmt vollkommen unabsichtliche Wortwohl Augsteins) zu errichten bzw. zu betreiben.

    Wo kommen wir denn dahin? Da sagt der geneigte Kommentator Manni0:

    „Man darf doch wohl noch Kritik aüssern ohne an den rechten Rand gedrängt zu werden“

    Lieber Manni, es tut mir Leid, aber da muss du dann doch mal irgendwann aufgeklärt werden, den Weihnachtsmann gibt es nicht und auch Linke können Antisemiten, Rassisten, Diebe, Mörder etc. sein. Am Linke Rand gibt es sogar mittlerweile mehr Antisemiten (meine bescheidene Einschätzung)

    Weiterhin meint Manni:

    „Nein Jakob Augstein,auch die israelische Politik muß Andersdenkende ertragen.Politik ist nich Glaube,aber niemand sollte an die Politik glauben.“

    Ja der Jud soll sich nicht so haben. Dabei übersieht Manni, dass niemand Augstein verboten hat irgendwas zu sagen, nur muss ein armer Antisemit heutzutage auch ab und zu mal damit leben Antisemit genannt zu werden (Ja die nehmen sich was raus die Juden). Der letzte Satz ist wirr und macht keinen Sinn, also noch das Beste was Manni von sich gegeben hat.

    Ansonsten:

    Israel mit Nazi-Deutschland oder der Sowjetunion gleichzustellen und die Cui Bono Frage mit „natürlich der Jude“ zu beantworten und darin keinen Antisemitismus zu erkennen (es geht ja um Staat, nicht um Religion- lol) lässt schon auf eine geistige Verelendung durch Antisemitismus schließen.

    Die Einstufung Israels als größten Gefährder des Weltfriedens hat nichts Rationales- niemand will Antisemit sein und deswegen verteidigen hier einige Augstein, weil ihre „Denkart“ mit der Augsteins kompatibel ist. Über tausend Raketen von Gaza auf Israel sind egal, aber wenn dann ein Kommandant der Hamas liquidiert wird regt sich das Mitgefühl und wenn Israel nach Wochen irgendwann mal zurückschießt ist es „aggressiv“.

  • #32
    Arnold Voß

    Der neue Antisemitismus ist genauso irrational wie der alte. Das ist ja auch das Problem dieser Diskussion hier. Niemand der hier diskutiert sieht sich als Antisemiten. Mich selbst eingeschlossen. Der kritisierte Augstein natürlich auch nicht.

    Alle versuchen rational mit den Argumenten Augsteins umzugehen und unterstellen dabei, dass auch er rational argumentiert. Es gibt aber keine Rationalität in Sachen Antisemitismus, trotz aller wohlüberlegter Definitionen die uns mittlerweile von Fachleuten dazu an die Hand gegeben worden sind. Auf jeden Fall nicht in Deutschland.

    Das Israel den Weltfrieden bedroht ist in Anbetracht sowohl der Lage im Nahen Osten als auch in der restlichen Welt schlichter Unsinn. Diesem Unsinn ist mit keinem Argument beizukommen weil dahinter ein tiefsitzendes Ressentiment steckt das im Kern aus der Umkehr der eigenen kollektiven Schuldgefühle besteht.

    Das alte Deutschland war es nämlich, das genau diese Bedrohung für den Weltfrieden dargestellt hat. Das diesen kollektiven Vernichtungswillen unbestritten und mehrheitlich hatte den die neuen deutschen Antisemiten jetzt dem israelischen Staat unterstellen. Das nennt man unter Experten Projektion.

    Diese neuen deutsche Antisemiten erkennen natürlich das Existenzrecht Israels an, nicht aber seine dazu unbedingt notwendige Verteidigungsbereitschaft und -fähigkeit. Um eine solche in jeder Weise irrationale Position rational erscheinen zu lassen, wird die existentielle Bedrohung Israels grundsätzlich bestritten oder so relativiert, dass sie eben nicht mehr wirklich bedrohlich ist.

    Auch dies ist eine Projektion die das alte Herrenmenschentum der Deutschen wieder unverhohlen aufscheinen lässt. Existenziell mit der eigenen Vernichtung durch die eigenen Friedfertigkeit bedroht zu sein, und das seit Jahrtausenden, ist nun mal nicht des Deutschen Sache.

    Stattdessen brauchte er nach der Gründung seiner Nation immer mehr Land und schließlich versuchte er konsequenterweise die ganze Welt zu erobern. Das vergleicht der neue deutsche Antsemit dann gerne mal mit dem Siedlungsbau der Israelis.

    Und jetzt, wo Israel endlich eine richtig rechte und nationalistische Regierung hat die offen sagt, dass sie an einen ernst zu nehmenden Frieden, geschweige denn an einer Versöhnung mit den Palästinensern, nicht mehr glaubt, da kann es sich der neue deutsche Antisemit einfach nicht vorstellen, dass die nicht auch die Atombombe einsetzt.

    Auch hier eine völlig irrationale Projektion, die gar nicht erst versucht zu begreifen, dass Israel damit seine eigene und zugleich völlige Vernichtung beschließen würde. Das die israelische Atombombe einzig und allein als Abschreckung funktioniert und genau und nur deswegen die Bündnispartner Israel die Entwicklung/Besorgung dieser Waffe erlaubt haben.

    Es gibt beim neuen deutschen Antisemiten weder ein Verstehenwollen und noch ein Verstehenkönnen der permanenten Bedrohungssituation Israels. Es gibt nicht mal eine Kenntnisnahme des tiefsitzenden und flächendeckend aggressiven arabischen und palästinensischen Antisemitismus, denn es schon lange vor der Gründung des Staates Israel gab.

    Stattdessen fühlt sich der neue deutsche Antsemit, der natürlich gar keiner ist, total missverstanden, wenn man ihn einen Antisemiten nennt. Er weißt doch nur auf die Tatsache hin, dass die heutigen Israelis nicht besser sind als die früheren Deutschen, zu denen er sich selbst auf keinen Fall zählt, bzw. zählen kann, weil er da doch noch garnicht auf der Welt war.

  • #33
    Walter Stach

    Mir ist sehr wohl bekannt, daß es in der Wissenschaft verschiedene Defintionen des Antisemitismus gibt.
    Dieses Wissen hält mich allerdings nicht davon ab, eigenständig, und zwar in erster Linie zum Zwecke der Seltbstkontrolle, über Antisemitismus nachzudenken und deshalb vorrangig mich selbst zu fragen, ob es den bei mir gibt.

    Ich würde mich als Antisemiten erkennen, wenn ich gedanklich und folglich in Worten und Taten das (Da-) S e i n eines M e n s c h e n anders beurteilen, anders bewerten würde, wenn ich mit einem Menschen anders kommunizieren würde n u r deshalb, weil er jüdischen Glaubens ist bzw.der jüdische Glaube ein bestimmendes Element der Gemeinschaft, des Staates ist, in dem er mit anderen Menschen jüdischen Glaubens lebt.

    Und dazu war ich und dazu bin ich gedanklich nicht in der Lage.

    Ich sehe mich folglich nicht Antisemit, auch dann nicht, wenn es irgend jemanden anhand irgend einer wissenschaftlichen Definition doch gelingen könnte, Gegenteiliges zu begründen.

    Und Ähnliches wie für mich scheint mir auch für J.Augstein zu gelten, jedenfalls nach alledem, was ich von ihm gelesen und gehört habe.Ich bleibe also dabei:
    Er ist kein Antisemit.

    Vor vielen Jahren gehörten zwei Menschen jüdischen Glaubens zu meinem engsten Bekanntenkreis; ja und?
    Im alltäglichen privaten Miteinander gab es beiderseits weder Vorurteile, Voreingenommenheiten, Befangenheiten, es gab die selbstverständlichen, manchmal heftigen politischen Debatten, auch über die jeweils aktuelle Politik des Staates Israel, es gab die damals -in jungen Jahren-gelegentlich heftigen gemeinsamen Besäufnisse, es das gemeinsame parteipolitische Engagement -in der SPD-, die gemeinsame Begeisterung für den BVB.
    Wir waren „nur“ M e n s c h e n , die zusammen gefunden hatten, weil sie sich gegenseitig mochten und wertschätzten.

    Für mich durfte ich das besonders wertgeschätzen, weil meine beiden guten jüdischen Bekannten mir die Judenverfolgung in der NS-Zeit, mir den Holocaust nie als Last, als Belastung im persönlichen Miteinander haben spüren lassen.

    Das mag daran gelegen haben, daß ich seit meiner „politischen Mündigkeit“ -mit 14/15 Jahren?- mich privat und öffentlich für nichts so sehr geschämt habe wie für die Nazi-Verbrechen an den Juden. Mit mir konnte man und kann man auch heute noch über beinahe alles strittig diskutieren, nur dann nicht, wenn ich auch nur ansatzweise den Versuch verspüre, die NS- Verbrechen an Menschen jüdischen Glaubens irgendwie relativieren zu wollen.

    Und Gleiches scheint mir auch für J.Augstein, jedenfalls nach alledem, was ich von ihm gelesen und gehört habe, zu gelten.
    Er ist kein Antisemit.

    l

  • #34
    Werner Jurga

    @ Walter Stach (# 33): Zwei Fragen hätte ich.
    1. Setzt diese Scham, von der sie sprechen, nicht auch eine Identifikation mit den Tätern voraus? Man kann sich doch nur schämen, wenn man entweder selbst etwas angerichtet hat, oder wenn dies Leute getan haben, denen man sich – aus welchen Gründen auch immer – zurechnet. Ich spiele nicht auf die verbreitete Banalität an, dass die selbst unschuldig sind, als Nachkomme jedoch in der Verantwortung stehen, und was man sich sonst noch so alles erzählt. Ich frage mich, woher bei Ihnen – ganz persönlich – das Gefühl von Scham herrühren mag.
    2. Sie meiden weitgehend das Substantiv „Juden“ und sprechen stattdessen von „Menschen jüdischen Glaubens“. Warum? Die meisten Juden, die ich kenne, sind Agnostiker oder Atheisten. Und sie wissen, dass es zur Nazizeit nicht die geringste Rolle gespielt hatte, ob ein Jude nun an Gott geglaubt hatte oder nicht. Meine Frage: formulieren Sie das ganz bewusst so? Oder ist es reiner Zufall, dass Sie das Substantiv „Juden“ nur in der Eigenschaft als Opfer benutzen, ansonsten aber lieber das Adjektiv „jüdisch“ verwenden?

  • Pingback: Simon-Wiesenthal-Center setzt Jakob Augstein auf die Antisemiten-Liste » xtranews - das Newsportal aus Duisburg » Hamas, Henryk Broder, Israel, Jakob Augstein, Simon-Wiesenthal-Center

  • #36
    der, der auszog

    @Werner

    „Es geht m.E. nicht, dass Du Augsteins Platzierung in dieser Liste kritisierst, dann aber daran anfügst: “Nichtsdestotrotz kann ich Henryk M. Broder in seinen Ausführungen ohne weiteres folgen.”“

    Warum sollte das nicht gehen?
    Ich kann Broder in seiner Logik folgen, d.h. dass man Augstein auch meiner Meinung nach Antisemitismus vorwerfen kann. Folglich darf er auch auf einer Liste stehen, die Antisemiten und Antizionisten aufzählt. Die Frage, die ich mir allerdings stelle: Welche Beurteilungskriterien hat das SWC zugrunde gelegt, dass es Augstein bis unter die Top Ten geschafft hat. Diese Frage beantwortet das SWC leider nicht. Es liefert lediglich Zitate, aus denen man Antisemitismus ableiten kann. Es begründet allerdings nicht Augsteins Platzierung. Für mich macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man lautstark die Zerstörung Isreals fordert und ideologisch wie auch logistisch Öl ins Feuer gießt, oder ob man sich sich aus Dummheit und Unkenntnis verschwörungstheoretische Phrasen zu eigen macht, weil man unbedigt meint, in den Medien mitreden zu müssen.

    Was heißt Top Ten der Antisemiten/Antizionisten überhaupt? In öffentlichen Diskussionen über Antisemitismus wird immer darauf hingewiesen, welche Gefahren vom Antisemitsimus ausgehen. Für mich liegt da der Schluss nahe, das WSC-Ranking dahingehend zu verstehen, dass es die Personen listet, von denen die meiste/größte Gefahr ausgeht, souzusagen eine Liste der 10 gefährlichsten Antisemiten weltweit. Ich weiß nicht, wieviele Antisemiten es auf dieser Welt gibt. Es werden zig Millionen sein. Die Frage, die sich mir stellt: ist die Platzierung Jakob Augsteins soweit oben auf der Liste gerechtfertigt? Ich halte sie für übertrieben, weil es meiner Meinung nach noch eine Menge anderer Kandidaten auf dieser Welt gibt, deren Antisemitische Äußerungen ich als wesentlich gefährlicher einschätzen würde, welche in der Liste aber noch nicht einmal erwähnt werden. Aber vielleicht interpretiere ich ja auch das Ranking falsch.

  • #37
    Helmut Junge

    Die Gegenerklärung von Jakob Augstein bei Facebook umfaßt wenige Zeilen.
    Ich vermute, dass ich in dieser Angelegenheit etwa doppelt so viele Zeilen geschrieben habe.
    Ja, warum eigentlich? Soll er sich doch selber helfen. Immerhin haben für die Mitteilung des SWC bisher knapp 18 000 Facebooker den „gefällt mir-Button“ gedrückt.

  • #38
    Walter Stach

    -34-Werner Jurga-

    zu 1:
    Es gibt herkömmlich den Begriff des sog.Fremdschämens.

    Damit bezeichne ich ein Gefühl, das ich gelegentlich aus unterschiedlichen Anlässen empfinde, und das ich permanent empfinde in Erinnerung an die Nazi-Verbrechen von Deutschen gegenüber anderen Menschen.

    Ich schäme mich z.B. auch angesichts der Verbrechen der sog.Neo-Nazis, nicht nur, aber vor allem in Begegnungen mit Migranten, mit Menschen, mit Migrationshintergrund. Und ich schäme mich ihnen gegenüber für das diesbezügliche „Staatsversagen“.

    Ich habe bisher nicht, jedenfalls nicht hinreichend, darüber nachgedacht, wo die Ursache(n)dafür liegen könnte(n), daß ich wie viele andere auch das Gefühl des Fremdschämens empfinde, nicht nur bezogen auf die Nazi-Verbrechen der Deutschen .

    Ich schäme mich z.B. auch , wenn ein Repräsentant unseres Landes sich so äußert, daß das aus meiner Sicht Menschen im Ausland beleidigt oder die betreffende Äußerung „im Ausland“ nur als absolut dumm zu qualifizieren ist.

    Diese Schamhaftigkeit, dieses sich „für Andere schämen“,setzt m.E. nicht Identifikaktion mit dem Anderen voraus, also auch nicht mit den Nazi-Tätern.

    Mein Schämen angesichts der Nazi-Verbrechen und für die Verbrecher könnte etwas zu tun haben mit dem von Ihnen angesprochenen „Zurechnen“.

    Ich bin ein Mensch. Menschen waren die Nazi-Verbrecher und Menschen sind die Neo-Nazis.
    Liegt es nicht nahe, daß sich ein Mensch ob der Verbrechen, die Menschen anderen Menschen antun, schämt, daß er Scham empfindet, daß er beschämt ist, insbesondere bei Verbrechen von Menschen gegenüber anderen Menschen in der Dimension des Holocaust? Insofern könnte von „Zurechnen“ gesprochen werden.

    Ich schäme mich jedenfalls keineswegs ob meines Gefühles, das ich einleitend mit „fremdschämen“ umschrieben habe, auch nicht bezogen auf die Nazi-Verbrechen von Deutschen vor allem gegenüber Juden.
    Und so soll es denn Sache von Wissenschaftlern, z.B. von Soziologen wie Sie, bleiben, intensiver als ich darüber nachzudenken, womit dieses Gefühles des (fremd-)Schämes eines Deutschen für die Nazi-Verbrechen von Deutschen wissenschaftlich präzise erklärt werden kann;bei mir jedenfalls nicht mit Identifiaktion.
    zu 2:
    Keine bewußte Wortwahl!
    Unstrittig richtig, wenn Sie darauf aufmerksam machen, daß ich das Substantiv Juden hätte verwenden sollen.
    (Ich denke jetzt darüber nach, warum ich das -unbewußt-nicht getan habe.)

    -32-Arnold Voss-

    Arnold, ich bin nach wie vor der Auffassung, daß nach meinem (!)Verständnis von Antisemitismus J.Augstein kein Antisemit ist.

    Ich teile jedoch Deine Auffassung, daß derjenige, der das aus dem völkerrechtlich unstrittigen Existenzrecht resultierende Recht des Staates Israels, sich jeder exitentiellen Bedrohung entgegen stellen zu könnnen, besser wohl, entgegenstellen zu müssen, relativiert oder gar gänzlich in Frage stellt, sich der Vorhaltung des Antisemitismus zu stellen hat.
    (Bekanntlich ist auch ein sog.Präventivkrieg keineswegs a priorie völkerrechtswidrig, vor allem dann nicht, wenn die eigene staatliche Existenz unmittelbar bedroht ist.)

    Ich meine, ich bin mir also keineswegs gewiss, daß Augstein nicht das diesbezügliche Ob und das grundsätzliche Wie des Handelns des Staates Israel kritisiert bzw. als völkerrechtswidrig qualifiziert, wohl aber dessen Tun in einigen
    konkreten Einzelfällen.
    Und über diese Meinung Augsteins wäre politisch zu streiten. Dieser Streit sollte der Sache wegen nicht vorbelastet werden mit dem Vorwurf des Antisemitismus;es sei denn, daß….sh.vorstehend-.

  • #39
    Jens Best

    In aller gegebenen Kürze.

    Das SWC hat sich durch die Aufnahme von J. Augstein selbst als ernstzunehmendes NGO diskreditiert. Ob man sich in L.A. von Broder hat beeinflussen lassen oder ob es im HQ dort selbst einen personellen Wandel gibt, der diese unmögliche Hetze gegen Augstein zulässt – keine Ahnung. SWC hat sich als ernstzunehmendes NGO auf jeden Fall damit erledigt vorerst.

    @Puck 25

    zu 1. Die jüdische Lobby in Washington ist stark. AIPAC u.a. beeinflussen die US-amerikanische Politik in Fragen Israels vehement. Gerade wird dies wieder deutlich bei der Schmutzkampagne gegen den potentiellen Secretary of Defense Hagel. Das sind keine antisemitischen Wahnvorstellungen, sondern Fakten. www.tikkun.org/tikkundaily/2012/12/20/the-nonexistent-jewish-lobby-declares-war-on-chuck-hagel/

    zu 2. Wer den Tonalitäten und Taten der aktuellen Regierung zuhört und zuschaut (Vorbereitungen für Erstschlag gegen Iran, Aufrufe einiger Minister Gaza „dem Erdboden gleich zu machen“, Der aggressive Alltag der Besatzung in der Westbank, der völlige Unwille eine friedliche 2-Staaten-Lösung mit irgendeiner Handlung voranzutreiben), wer das alles hört und sieht, muss sich fragen, inwieweit die Besessenheit mit dem eigenen Feindbild eine große Gefahr für die Destabilisierung des Nahen Osten und damit der bewusst akzeptierten Gefahr eines weltweiten Konfliktes darstellt.

    zu 3. Offensichtlich haben sie keinen Einblick in die reale Politik und Gesellschaft in Israel. Religiöse und Extrem-religiöse Parteien SIND in der Regierungsverantwortung. Mit der neuen Partei des Naftali Bennett haben sie eine weitere im Kern auch radikal-religiöse Partei, die sich einen modernen Anstrich gegeben hat. Bennett ist ein geschickter Rattenfänger und er wird (ebenso wie die anderen extrem-religiösen Parteien auch nach den Neuwahlen in 2013 mit großer Wahrscheinlichkeit mitregieren. Insofern muss im israelischen Kontext auch über jüdischen Extremismus geredet werden.

    zu 5. Ein hoher IDF-General hat zugegeben, dass Israel Einfuhrkontrolle nach Gaza auf die Kalorienanzahl pro Einwohner genau definiert ist, um „sie (die Pslästinenser) gerade so über dem Hunger-Niveau zu halten, ohne dass sie eine Chance haben sich selbständig zu entwickeln“. Offensichtlich ist ihr Wissen um die Belagerung des Gaza-Streifens auch bei „es gibt Waffentunnels nach Ägypten“ zuende. Auch hier kann sich der Besserinformierte nicht erwehren, die durch Israel forcierten Zustände klar und deutlich zu kritisieren.

    Die Besessenheit, mit der in Deutschland die Antisemitismus-Keule geschwungen wird, wenn es um die Analyse Israels oder jüdischer Lobbygruppen geht, ist schlicht absurd. Genau wie es auch absurd ist, Augstein auf diese Liste zu setzen.

  • #40
    Stefan Laurin

    @Jens Best: Wenn die Israelis alles tun um die Palästinenser in Gaza auszuhungern und und keine Entwicklung zuzulassen, waren sie wohl zu dumm mitzubekommen, wie in Gaza ein Luxushotel entstanden ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=bwVJTkCvBsE
    Und ich gebe es zu – die Gaza Mall ist ein wenig popelig und könnte auch in Wattenscheid stehen – aber popelig und elend sind zwei verschiedene Dinge:
    https://www.youtube.com/watch?v=JvOAufwwnAo

  • #41
    Jens Best

    @Stefan Laurin #40

    Welch‘ ein billiges Argument. Da lohnt es sich gar nicht drauf einzugehen. Über (Bau-)Korruption in Gaza habe ich nicht geschrieben, sondern die Massnahmen, mit denen Israel Gaza an einer normalen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung hindern will.

    Israel hat klare Richtlinien über die Einfuhr von Lebensmittel nach Gaza erlassen. Die Dokumente, die diese apartheidspolitischen Massnahmen nachweisen wurden in einem jahrelangen Streit von Journalisten, die diese Bezeichnung verdienen, vor Gericht erstritten

    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/2-279-calories-per-person-how-israel-made-sure-gaza-didn-t-starve.premium-1.470419

  • #42
    der, der auszog

    @Jens Best

    Sie haben Israel eine Menge vorzuwerfen. Augstein auch. Wenn sie von Erstschlag gegen den Iran reden, dann kritisieren Sie lediglich Israel. Von den Drohungen der iranischen Regierung, Israel derm Erdboden gleichzumachen erzählen Sie nichts. Augstein auch nicht.

    Israel ist gegen eine Zweistaatenlösung. In Ihrer Logik bedeutet dass, dass die anderen Parteien in diesem Konflikt automatisch für eine Zweistaatenlösung sind. Deshalb auch der Aufruf Israel zu vernichten. Dahinter eine Zweistaatenlösung vermutet hat schon was Schizophrenes.
    Sie sind klasse Herr Best. Genauso klasse wie Jakob Augstein.

  • #43
    Stefan Laurin

    @Jens Best: Und als Reaktion darauf schmuggelt die Hamas Flachbildschirme, Mamorbäder und Raketen statt Gurken und Knödel? Übrigens ging es Israel wohl eher um die Sicherstellung eines Kalorienminimums selbst in Konfliktzeiten:
    „Major Guy Inbar, an Israeli military spokesman, said the calculation, based on a person’s average requirement of 2,300 calories a day, was meant to identify warning signs to help avoid a humanitarian crisis, and that it was never used to restrict the flow of food.“
    http://www.guardian.co.uk/world/2012/oct/17/israeli-military-calorie-limit-gaza

  • #44
    Jens Best

    @der, der auszog
    Irgendwelche anonymen Wichten, die mit Schaum vor dem Mund jedem mit Fakten über Israel Einseitigkeit und Antisemitismus vorwerfen, beenden für mich eine ernsthafte Diskussion über Israel. Leben sie weiter wohl in ihrer uninformierten Selbstgerechtigkeit.

    @Laurin

    Weil die Hamas mehr ihre Macht mit Gewalt ausbaut statt für einen tatsächlichen Wandel.

    Sie glauben einem IDF-Sprecher, der versucht die Bedeutung komprimierender Dokumente herunterzuspielen? interessant, aber nicht überraschend für einen Blogbetreiber, der auch ungeprüft jüdische Pamphlete mit obskurer Hetze gegen einen Verleger übernimmt

  • #45
    Christian Wee

    In Gaza leiden die Menschen nicht an Hungersnot, sondern an Übergewicht, zumindest laut einer Studie der WHO (aber die ist wahrscheinlich auch jüdisch-bolschewistisch durchsetzt)

    http://www.emro.who.int/palestine/reports/monitoring/WHO_special_monitoring/gaza/Gaza%20Health%20Assessment%20%2829Jun09%29.pdf

    Ansonsten haben Sie schon sehr viele Kriterien erfüllt Jens Best:

    http://www.taz.de/!107442/

    Und was ist überhaupt mit Ägypten? Die will die Hamas nicht auslöschen und trotzdem verlangt keiner die Öffnung der Grenzen von Ägypten.

    „Auch hier kann sich der Besserinformierte nicht erwehren, die durch Israel forcierten Zustände klar und deutlich zu kritisieren. “

    lol, ja der bestens informierte Antisemit, der das Haar im Humus sucht. Immerhin hat ja ein IDF-General „zugegeben“, nicht gesagt oder angegeben, nein zugegeben. Da spricht zwar nichts für, aber wenn der jüdische Kronzeuge es sagt, stimmts wohl.

  • #46
    Christian Wee

    @Stefan Laurin:

    „Und als Reaktion darauf schmuggelt die Hamas Flachbildschirme, Mamorbäder und Raketen statt Gurken und Knödel?“

    Hey, wenn Norman Paech und Inge Höger vorbeikommen, sollen die es doch gemütlich haben, das geht vor. Wer braucht schon Schulen und Krankenhäuser?

  • #47
    Stefan Laurin

    @Jens Best: Ein Vorsatz von mir für 2013: Nur noch geprüfte „jüdische Pamphlete“ übernehmen. Und natürlich mehr Sport treiben und endlich mal wieder Gitarre spielen. 🙂

  • #48
    Jens Best

    @Laurin

    Sie brauchen „jüdisches Pamphlet“ nicht in Anführungszeichen zu setzen, denn es ist ein solches. Es ist immer wieder interessant mit anzusehen, wie sich in D-Land geweigert wird, anzuerkennen, dass es jüdischen Extremismus und jüdische Propaganda gibt.

    @Christian Wee

    Ich wollte eigentlich nicht auf sie eingehen, aber da sie mich nun auch persönlich angehen: Sie sind ein verblendeter Hassmützen-Fritz. Es ist ihren Worten anzumerken, mit welcher therapie-würdigen Freude sie gegen Menschen hetzen wollen. Sie haben in ihren wenigen Sätzen schon offenbart, dass sie unwillig sind, sich offen über die Situation in und um Israel zu informieren. Dies waren meine letzten Worte an sie.

  • #49
    hardy

    tcha, schon wieder eine institution, auf deren urteil ich früher gehört hätte und die nun bei mir unter „lobby“ subsummiert werden muss. schade.

  • #50
    Christian Wee

    Ja Jensi, ist gut, Opa ist bestimmt stolz.

    Kommt noch was zum WHO-Bericht oder Vertrauen Sie weiter dem dubiosen IDF-General- einem Zionisten?!

    Und was ist nun mit Ägypten? Fragen über Fragen, aber zum Glück gibts Nahostexperte Dr. Best, der mir das bestimmt erklären wird.

    Also…wie können die Leute in Gaza zu einem nicht geringen Anteil an Adipositas „leiden“, wenn Israel sie doch aushungert?

  • #51
    Puck

    @Arnold Voß #32

    Dem ist nix hinzuzufügen. Im Grunde ist es immer völlig nutzlos, gegen Antisemiten zu argumentieren, weil die mit nervtötender Redundanz immer wieder die gleichen Scheinargumente auffahren. Da kann man sich die Finger wund tippen.

    Besonders erheiternd ist dabei das seit kurzem auch hier auftauchende Argument, Israel wäre gegen die Zweistaatenlösung.
    Als wäre es nicht die PLO gewesen, die seinerzeit genau das abgelehnt hat. In der irrigen Annahme, die Isrealis in kürzester Zeit „ins Meer zu treiben“.
    Als wäre es nicht die HAMAS, in deren Charta die Vernichtung Israels als Ziel definiert wird – was sich, mit Verlaub, auch nicht sehr nach Zweistaaten-Lösung anhört.
    Aber das ist vermutlich auch jüdische Propaganda…

  • #52
    Achim

    Bei der taz finden sich ein paar gute Argumente. die die
    Position des SWC stützen.

    http://m.taz.de/Jakob-Augstein/!108179;m/

    Achim

  • #53
    der, der auszog

    @Jens Best

    Ich muss mich von Ihnen hier nicht als anonymer Wicht mit Schaum vor dem Mund beleidigen lassen. Meine Anonymität sollte Ihnen egal sein, denn sie ist nicht Thema dieser Diskussion. Es geht um Augstein und den Anisemitismusvorwurf gegen ihn. Allerdings scheinen Sie hier nicht nur über diesen Zusammenhang diskutieren zu wollen, sonst würden sie beim Thema bleiben. Sie wollen vermutlich auch stänkern.

    Jeder hat hier seitens der Betreiber dieses Blogs die Möglichkeit incognito zu texten und von dieser Möglichkeit mache ich Gebrauch. Diese Tatsache gibt Ihnen aber noch lange nicht das Recht, sich respektlos und beileidigend über mich zu äußern, auch wenn Ihnen diese Regelung nicht zu passen scheint.

    Wie wäre es, wenn Sie hier Ihre Mission für Augstein und den von Israel gefährdeten Weltfrieden beenden und sich auf die Blogs beschränken, in denen sie eh schon seit Tagen für Ihren Personal Jesus kämpfen? Erwähnen Sie einfach noch, wie Sie es in anderen Blogs bereits taten, dass sie dem Simon Wiesenthal Zentrum mitgeteilt haben, dass Ihre Familie in Zukunft nicht mehr an das WSC Spenden wird und gut is. Worauf warten Sie noch Herr Best? Etwa solange, bis jemand von Ihrem Stumpfsinn so angepisst ist, dass er auch Sie beileidigt, damit Sie ihm anschliessend mit Anzeige drohen und was von einer ominösen Staatsanwältin erzählen, die Sie noch glaubwürdiger macht, als sie es eh schon sind? Verschonen Sie uns hier bei den Ruhrbaronen bitte mit der Kinderkacke, die Sie sich in den letzten zwei Tagen in anderen Blogs geleistet haben.

    Eine Bitte Herr Best, denn ich kann Sie zu nichts zwingen: Gehen Sie einfach wieder. Sie würden mir einen großen Gefallen tun. Danke schön.

  • #54
    Puck

    @Achim #52

    Danke für den TAZ-Link.
    Gerade bei der TAZ weiß man nie so genau, woran man ist. Die Qualität der Artikel dort sind sehr… sagen wir mal unterschiedlich.
    Ein guter Indikator für die Befindlichkeiten im linken Spektrum, oder was sich dafür hält, sind allerdings die Leser-Kommentare, und was Antisemitismus der neuen Art betrifft, sehe ich da dunkelschwarz.

  • #55
    Jens Best

    @Der, der auszog

    1. Das ist der erste Blog, in dem ich zu diesem Thema kommentiere (das andere war ein Facebook-Posting bei Jan-Eric Peters) – macht also zwei virtuelle Orte, an denen ich zu diesem Thema kommentiert habe. Ich bin auf keiner Mission, eine weitere an den Haaren herbeigezogene Unterstellung ihrerseits.

    2. Ich kann sie „einen anonymen Wicht mit Schaum vor dem Mund nennen“, weil sie auf meine sachlichen Argumente vom ersten Moment an mit Unterstellungen und Anwürfen reagiert haben. Für sie gilt das gleiche wie für den offensichtlich geistig tollwütigen @Christian Wee – das sind meine letzten Worte an sie.

  • #56
    Arnold Voß

    @ Jens Best # 55

    Ich hoffe, dass das überhaupt ihre letzen Worte hier gewesen sind, Herr Best. Der einzige der hier unter „geistiger Tollwut“ leidet scheinen sie nämlich selbst zu sein. Gehen sie dahin wo man ihren Umgangston schätzt. Hier ist er nicht erwünscht.

  • #57
    Jens Best

    @Arnold Voß

    Ich habe sachlich argumentiert und mich gegen falsche und verleumderische Anwürfe passend zur Wehr gesetzt. Ich bleibe, darauf können sie sich verlassen. Diese billige Hetze von Pseudo-Gutmenschen hier zeigt, dass es nötig ist, im Nahost-Konflikt endlich in Europa auch mit Israel deutlichere Worte zu finden.

  • #58
    Arnold Voß

    @ Jens Best # 57

    Sorry, aber sie entscheiden hier nicht ob sie bleiben.

    Einen Menschen der geistigen Tollwut zu bezichtigen, nur weil ihnen seine Meinung nicht passt, d a s ist billige Hetze. Das wars für sie auf diesem Blog, Herr Best.

  • #59
  • #60
    Walter Stach

    1.
    Da bisher hier im Blog noch nicht veröffentlicht, die persönliche Erklärung von J.Augstein zur „Rangliste weltweit domininierender Antisemiten des SWC“:

    „Für die Auseinandersetzung mit dem und den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWC meinen ganzen Respekt.
    Umso betrüblicher ist, wenn dieser Kampf geschwächt wird.
    Das ist zwangsläufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder anitisemitisch diffamiert wird.“

    Ich respektiere diese Erklärung von Augstein.
    Ich habe nicht den geringsten Anlaß, daran zu zweifeln, daß das, was Augstein hier sagt, auch von ihm so gedacht wird und so gemeint ist.
    Er ist für mich -weiterhin- kein Antisemit.

    2.

    Die hier im Blog laufende Diskussion zeigt in ihrer Entwicklung zunehmend, daß es ganz offensichtlich sehr schwer , möglicherweise sogar gänzlich ausgeschlossen ist, daß über Antisemitismus, über die Konfliktsituation Israel/Palästina/gesamter Naher-Osten, Iran-Israel, über die Gleichheit oder eben die Verschiedenartigkeit von Antisemitismus und Antiisraelismus,über die Kritik an der aktuellen Politik des Staates Israel, über die historischen, ideologischen, religiösen, sozialen, wirtschaftlichen Ursachen des Konfliktes (der gesamten Konfliktsituation) weitgehend vorurteilsfrei, weitgehend sachorientiert, weitgehend losgelöst von schon traditionell zu nennenden Argumentationslinien diskutiert wird.

    Wenn das so ist, wenn es für eine solche Feststellung meinerseits zumindest einige Argumente aufgrund vorangegangener Beiträge gibt, dann ist es ein Leichtes zu begreifen, warum die unmittelbar Betroffenen, die unmittelbar Beteiligten in Israel, in Palästina, im ges.Nahen-Osten nicht fähig, nicht willens zu sein scheinen, im Interesse der Menschen in dieser Region d e n Konflikt, besser wohl d i e Konflikte durch G e s p r ä c h e zu lösen.
    Gespräche, die unabdingbar voraussetzen, sich in die Position des Gegenüber zu versetzen, um zu verstehen, warum dieser so und nicht anders argumentieren kann und so und nicht anderes seine Ziele bestimmt.

    (Es hat ja -lang,lang ist her-, schon einmal solche Gespräche gegeben. Gespräche, die zu einem Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten geführt haben;davon sind wir heute weiter entfernt denn je.)

    W i r – relativ weit vom Schuß, wörtlich und bildlich gemeint-sind zu solchen Gesprächen hier im Blog augenscheinlich nicht fähig,nicht willens.
    Wir aber erwarten diese Fähigkeit,diesen Willen von den unmittelbar Betroffenen/Beteiligten in Israel, in Palästina, im ges.Nahen-Osten -schon eigenartig!

    3.
    Völlig unabhängig von der Anti-Antisemitismus Position, die niemand ohne überzeugende Beweise einem anderen absprechen sollte -auch hier imn Blog nicht-,wenn der Andere sich ohne Wenn und Aber öffentlich gegen jede Art von Antisemitismus ausspricht, aber auch völlig unabhängig davon, daß sehr wohl weiterhin Gegenteiliges versucht werden wird -auch hier im Blog-,sehe ich nicht die geringste Chance , daß der Konflikt Israel-Palästina, daß die gesamte Konfliktsituation im sog.Nahen-Osten sich friedlich lösen läßt; und darum geht es uns allen doch primär, oder irre ich mich?

    Was bleibt denn dann?
    Bis auf Weiteres scheint es gelingen zu können, den „Status quo“ aufrechtzuerhalten;aber eben nur “ zu können“.

    Meine Hoffnung, daß die Aufrechterhaltung des „Status quo“ gelingen könnte, beruht auf der Annahme, daß alle unmittelbar Beteiligten/Betroffenen wissen, daß die Alternative zu einer mir derzeit absolut irreal erscheinenden friedlichen Konfliktlösung bzw. zum Festhalten am „Status quo“ der Krieg ist.
    Ich habe zur Konfliktlösung durch Krieg -unabhängig von alldem, was Krieg konkret bedeutet, möglicherweise auch unmittelbar für uns- vor einigen Wochen hier im Blog angemerkt, daß ich mit Blick auf denkbare Kriegsziele und denkbare Ziele anschließender Friedensverhandlungen persönlich nicht zu erkennen vermag, daß damit, also mittels eines Krieges, a u f D a u e r und n a c h h a l t i g akzeptable Lösungen des gesamten Nah-Ost-Konfliktes gefunden werden können; akezptabel für alle Beteiligten/Betroffenen.

    Deshalb habe ich seinerzeit in der Disk.hier im Blog angeregt, ausgehend vom Festhalten am „Status quo“, ‚mal darüber nachzudenken, ob die verfeindeten Parteien im Nah-Ost-Konflikt nicht ähnlich vorgehen könnten wie die BRD seinerzeit, maßgeblich von W.Brandt initiert und umgesetzt, sich nämlich Schritt für Schritt um eine Annäherung der beiden deutschen Staaten zu bemühen , und zwar damals zunächst nicht mit dem Ziel, das Grundproblem zu lösen, nämlich die Überwindung der Teilung Deutschlands, sondern um zunächst das Leben der Menschen, vornehmlich in der DDR zu verbessern, aber auch, um für die Westdeutschen die Einreise in die DDR und ihren Aufenthalt in der DDR zu erleichtern, damit später…………………!

    Mir ist sehr wohl bewußt, daß der eine Konflikt nicht ohne Weiteres und Punkt für Punkt mit dem anderen zu vergleichen ist.Folglich sind auch nicht so ohne Weiteres die Mittel und Wege zur Lösung des einen Konfliktes auf den anderen übertragbar. Nur erscheint mir, darüber ‚mal nachzudenken ist naheliegend.
    Wir könnten ja hier im Blog im strittigen Gespräch ein diesbezügliches Ob und Wie disktuieren.

    Aber…….sh. vorstehend abschließend zu 2-;mir scheint, u n s fehlen dazu mindestens in gleichem Maße der Wille und die Fähigkeit wie den Konfliktparteien im gesamten Nahen-Osten, insbesondere in in Israel und Palästina.

    Zur Zeit sehe ich weder einen Willy Brandt in Israel noch auf der „anderen“ Seite jemanden, der auf eine solche Poltik der schrittweisen Annäherung einzugehen bereit sein und als deren erstes Ziel vereinbart werden könnte, allen Menschen in der Region ein Leben in Sicherheit , fei von Not und Elend Not zu garantieren.

    Unstrittig ist, daß eine solche Politik mit erheblichen politischen Risiken verbunden ist-mit persönlich-politischen für ihre Protagonisten und mit politischen für die sie tragenden Parteien.
    Ich erinnere daran, wie die sog.Deutchlandpolitik W.Brandts in der BRD seinerzeit bekämpft und welchen beleidigenden Vorwürfen W.Brandt ausgesetzt war;interessant dazu die neuesten Erkenntnisse über einen „geheimen Geheimdienst“ konservativer Kräfte aus CDU/CSU, ausschlließlich mit dem Ziel, die demokratisch legitimierte Deutschland-Politik von Brandt zu bekämpfen-sh.ZEITmagazin Nr.49/12;Egon Bahr nennt das: „den größten Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik“.
    (Die Medien haben darüber bisher bestenfalls am Rande berichtet, und warum? „Steinbrück will höheres Kanzlergehalt“ garantiert vermutlich eine höhere Auflage. Der von Bahr so bezeichnete Skandal wäre allerdings einer Diskussion wert. Auch hier im Blog?)

  • #61
    Achim

    @Puck @54

    „Ein guter Indikator für die Befindlichkeiten im linken Spektrum, oder was sich dafür hält, sind allerdings die Leser-Kommentare, und was Antisemitismus der neuen Art betrifft, sehe ich da dunkelschwarz.“

    Ich empfehle Ihnen auch mal einen beherzten Blick auf
    die Diskussionsbeiträge z.B. auf die Diskussionen
    auf dem Facebookprofil von MdB Ruprecht Polenz.

    Besonders erstaunlich finde ich es, wenn dort geschrieben
    werden darf, man sei CDU-Mitglied und „Idealist“, also
    MHP-Anjänger.

    Man stelle ich mal vor, jemand schriebe auf dem
    Facebookprofil eines SPD-Politikers, man sei
    SPD-Mitglied und MLPD-Fan.

    Ich trage hier zwar vermutlich Eulen nach Athen.

    Aber ich möchte noch mal erwähnen.

    Mustafa Kemal hatte in seinem politischen
    Testament u.a. geschrieben.
    – Bis 1936 wird ein neuer Krieg von Deutschland
    ausgehen.
    – Deutschland wird wieder verlieren.
    – Die Türkei sollte sich vom Krieg fernhalten.

    Bis auf eine Ungenauigkeit von drei Jahren
    lag Mustafa Kemal da genau richtig, aber wie
    konnte der vor 1933 bereits ahnen, dass
    Rheinlandbesetzung (1936), Annektion Österreichs
    und die Errichtung des „Protektorates Böhmen und
    Mähren“ von den Westmächten toleriert würden?

    Der Jungoffizier Alparslan Türkes sah dies während
    des Zweiten Weltkrieges anders und warb für
    eine neue deutsch-türkische Waffenbrüderschaft.

    Aus Sicherheitsgründen wurde er deswegen
    von der türkischen Regierung interniert, was
    aber eine Fortsetzung der Militärkarriere
    nicht verhinderte.

    Später gründete Alparslan Türkesch dann die
    MHP mit der Jugendorganisation der „Grauen Wölfe“.

    Bisher hatte ich eine so positive Meinung von
    der CDU, dass ich von einer Unvereinbarkeit
    beider Parteien ausging.

    Aber die CDU sucht wohl so verzweifelt nach
    geeigneten Ansprecghpartner in der türkischen
    Community, dass …

    Achim

  • #62
    Achim

    Frieden ist durchaus möglich:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Frieden

    Angesichts der Spaltung in Westbank und Gaza ist
    zur Zeit nur eine „Drei-Staatenlösung“ möglich, denn
    eine Wiedervereinigung von Gaza und Westbank ist
    nicht zu erwarten, da:
    – Eine „friedliche Verständigung“ nur aufgrund eines
    gemeinsamen Krieges gegen Israel möglich erscheint.
    – Auch ein „Rückeroberung“ des Gazastreifens durch die
    Fatah – z.B. mit israelischen Waffen – eine ausgesprochen dumme Idee wäre.

    Bleibt nur ein „Separatfrieden“ zwischen Israel und der
    Westbank.

    Die Westbank würde dann ein demokratischer
    entmilitarisierter souveräner Staat.

    Alle in der Diaspora lebenden palästinensichen
    Flüchtlinge und deren Nachkommen erhielten
    dann ein „Rückkehrrecht“ in die Westbank.
    Die Selbstmordforderung zur „Rückkehr“ nach
    Israel müsste dazu aufgeben werden.
    Auch die jüdischen Flüchtlinge können ja auch
    nicht in die arabischen Länder zurück.

    Dieser Westbankstaat müsste durch Tranitrechte
    und Wasserrechte (Gleicher Wasserpreis für Alle)
    ökonomisch gestützt werden.
    Da der Flughafen von Gaza zur Zeit und bis auf
    weiteres nicht zur Verfügung steht, müsste
    irgendwo anders ein Platz für einen Flughafen gefunden werden.

    Die Hauptstadt von Italien ist bekanntlich Rom.
    Der Vatikanstaat ändert daran nichts.
    Eine ähnliche Lösung könnte für Jerusalem gefunden
    werden. Der Westbankstaat erhält dann den
    grössten Teil der Altstadt (ohne Klagemauer)
    und die arabischen Vororte.
    Gemeinsame Probleme könnten in
    „grenznachbarschaftlicher Zusammenarbeit“
    gelöst werden.
    Auf dem gesamten Gebiet der Stadt würde
    dann entweder israelisches oder oder
    palästinensisches Recht gelten.

    Dieser Staat wäre im Friedensfall lebensfähig.
    Für die Lebensfähigkeit eines solchen Staates
    im Falle eines Krieges mit Israel interessiere
    ich mich einfach nicht.
    Ich glaube dass die Lebensunfähigkeit eines
    solchen Staates im Kriegsfalle seine
    Friedfertigkeit fördert und dass ist auch gut so.

    Achim

  • #63
    Walter Stach

    -62-Achim:
    Einverstanden, wenn……
    Wenn man es wollen würde, dann wäre eine umfassende, in einem Friedensvertrag geregelte, durch die UNO -evtl.zusätzlich durch die USA,China,Rußland- garantierte Lösung des Israel-Palästina Konfltikes möglich, z.B. im Sinne der von Ihnen favorisierten „Drei Staatenlösung“ oder eines anderen von den Betroffenen „auszudenkenden“ und „auszuhandelnden“ Konzeptes.

    Da ich derzeit -leider- nicht erkennen kann, daß es in Israel und/oder bei den Palästinensern die politische Führungspersönlichkeit mit entsprechender parteipolitischer Unterstützung, mit Unterstützung durch andere gesellschaftliche relevate Gruppen -Religionsgemeinschaften,Religionsführer?- und mit der Aussicht auf eine mehrheitliche Zustimmung im Parlament/in der Bevölkerung für eine solche „große Lösung“ gibt, scheint mir nach wie vor die Idee von der Politik der Annäherung über viele kleine konkrete Schritte bedenkenswert.Aber selbst dafür bedarf es eines W.Brandt in Israel und es bedarf der Führungspersönlichkeiten „auf der anderen “ Seite, die diese Annäherung über eine Politik vieler kleiner konkreter Schritte nicht nur wollenl, sondern die auch bereit sind, dafür ihr politisches Überleben auf’s Spiel zu setzen -sh.W.Brandt- oder sogar ihr reales Leben!

    (Und ergänzend zu Ihren Erwägungen:
    Es wäre nicht nur möglich, sondern es ist sogar naheliegend, daß eine solche „Dreistaaten-Lösung“ die USA,die EU und andere, die an einer friedlichen Konfliktlösung ein immenses Interesse haben, veranlassen könnte, die wirtschaftliche Entwicklung der so befriedeten Region (Teil-region im Nahen-Osten) mit erheblichen finanziellen Mitteln zu fördern bis hin zur Unterstützung gemeinsamer (!!) wirtschaftlicher Projekte der Drei-staaten, z.B. im Bereich der Wasserversorgung. Letzteres wird ,so höre und lese ich immer öfter, mit Blick auf das Jordan-Wasser und dessen Nutzung durch die „Anlieger“ so oder so zu einem Problem anwachsen, das für sich allein Anlaß für außerordentlichen Streitigkeiten bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Jordan-Anliegern liefern kann, egal, wie diese Anlieger staats- bzw. völkerrechtlich „verfaßt“ sind.)

  • #64
    Freitagleser

    Ein Kleines Bonbon für alle Liebhaber von Verschwörungstheorien: Könnte die ganze Aktion nicht auch damit zusammenhängen, dass DER FREITAG die einizige nennenswerte deutsche Zeitung ist, die Beiträge von Uri Avnery druckt?

  • #65
    Stefan Laurin

    @Freitagleser: Ich glaube der Freitag liegt deutlich unterhalb jeder medialen Wahrnehmungsschwelle. Es geht um Augsteins Spiegel-Online-Kolumnen. Was im Freitag steht, bekommt doch kaum jemand mit.

  • #66
    Walter Stach

    -65-Stefan:
    Ich bin kein „Freitag“-Leser, gehöre also zu denjenigen, von denen Du wohl zurecht annehmen kannst, daß sie J.Augstein und seine journalistische Arbeit vorwiegend aus SPIEGEL online kennen.

    So nebenbei gefragt:
    Stefan, warum kommt „Freitag“ aus Deiner auch fachkompetent journalistischen Sicht nicht zu einer Auflage, die langfristig seine „Selbstfinanzierung“ möglich machen könnte und vor allem, die es erst dann ermöglichen würde, ihn als zu beachtenden Faktor in der politisch-medialen Landschaft bezeichnen zu können.Ich habe keine Ahung.
    Aber ..sh.oben.., nur so nebenbei gefragt, denn relativ unwichtig, jedenfalls für mich.

  • #67
    Stefan Laurin

    @Walter: Ich glaube, das Hauptproblem vom Freitag ist , dass das Blatt nicht überrascht. Es dient der Selbstvergewisserung der Leser – das ist zu wenig.

  • #68
    Torti

    Als Reaktion auf die so geachtete Meinungsfreiheit wird dem Juden der Mund verboten, er versteht ja auch nix vom Antisemitismus

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article112394679/Warum-ich-nicht-mehr-fuer-den-RBB-kommentiere.html

  • #69
    Broder nicht ernst nehmen

    „Zentralrat der Juden verteidigt Jakob Augstein

    tagesschau.de, 4. Januar 2013

    Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, hat sich vom Antisemitismus-Vorwurf gegen Jakob Augstein distanziert. Das amerikanische Simon Wiesenthal Zentrum hatte den Journalisten und Verleger der Wochenzeitung „Der Freitag“ in seiner jährlichen Liste der schlimmsten Antisemiten auf Platz neun gesetzt.

    Auf der Liste der schlimmsten Antisemiten: Jakob Augstein

    „Ich habe einiges von ihm gelesen, es war nicht sehr viel. Ich hatte nie den Eindruck, dass das, was er geschrieben hat, antisemitisch ist“, sagte Korn im Deutschlandradio Kultur. Selbst wenn man sich frage, warum Augsteins Kritik überspitzt sei und immer Israel thematisiert werde, sei es nicht richtig, ihn deshalb als Antisemiten zu bezeichnen.

    Das Simon Wiesenthal Zentrum mit Sitz in Los Angeles habe bei seiner Kritik an Augstein offensichtlich nicht genügend recherchiert oder sich kundig gemacht, kritisierte Korn. „Offensichtlich ist das Simon Wiesenthal Center ziemlich weit weg von der deutschen Wirklichkeit.“

    „Man kann nicht alles ernst nehmen, was Broder sagt“

    Es sei von der nach dem Nazi-Verfolger Simon Wiesenthal benannten Menschenrechtsorganisation nicht sehr klug gewesen, der Argumentation des Publizisten Henryk M. Broder zu folgen. Das Zentrum hatte sich in seiner Beurteilung auf Broder berufen, der Augstein als „lupenreinen Antisemiten“ bezeichnet hatte.

    Broder schieße nun mal über das Ziel hinaus und sei ein Polemiker, der stark überspitze, sagte Korn dazu. „Man kann nicht immer alles wörtlich nehmen, was er sagt, und man kann auch nicht immer alles ernst nehmen, was er sagt.“

    http://www.tagesschau.de/inland/augstein102.html

  • #70
    der, der auszog

    Mittlerweile gibt es auch auf SPON einen ersten ausführlicheren Bericht über den „Fall Jakob Augstein“. An der Diskussion, ob Augstein nun Antisemit sei oder nicht, wird sich der Spiegel demnach nicht beteiligen. Zum einen sieht das Medienunternehmen Jakob Augstein nicht als Antisemiten, zum anderen gibt es zu bedenken, dass es Augstein auch nicht verteidigen könne. Diese Befangenheit beschreibt Autor Clemens Höges wie folgt: „Und wir können ihn kaum verteidigen, weil jeder Leser erwarten würde, dass wir ihn verteidigen. Das würde jeden Satz entwerten.“

    Interessant ist der Versuch dieses „knifflige Thema“ dahingehend zu lösen, Jakob Augstein und den Mitarbeiter des SWC, Rabbi Abraham Cooper, der für die TopTen Liste verantwortlich ist, an einen Tisch zu bekommen. Entäuschend ist die Reaktion des Rabbi, der seine Teilnahme davon abhängig macht, dass Augstein sich vorher öffentlich für die Äußerungen, die als Zitate auf dem WSC-Ranking seinen Antisemitismus belegen sollen, entschuldigt.

    Jetzt bin auch ich an einem Punkt, an dem ich die Seriosität des SWC ebenfalls infrage stelle. Eine Entschuldigung Augsteins käme dem Eingeständnis gleich, dass er ein Antisemit ist. Aber genau das bestreitet er und eine Diskussion, die Aufklärung darüber erbringen könnte, wird von Seiten des WSC blockiert.

    Persönlich halte ich einen Teil von Augsteins Aussagen weiterhin für so grenzwertig, dass ich den Vorwürfen, die man gegen ihn erhebt, folgen kann. Ich gebe aber weiterhin zu bedenken, dass man Augstein nicht mit den anderen Kandidaten, die auf der Liste stehen, in einen Topf werfen darf. Ein Gespräch zwischen den beiden Parteien könnte durchaus Aufklärung schaffen und mich – wahrscheinlich auch viele andere – in der Meinungsbildung zu dieser Angelegenheit weiterhelfen. Der schwarze Peter liegt jetzt erst einmal beim Simon Wiesenthal Center.

    Nichtsdestotrotz ist es begrüßenswert, wenn in der Öffentlichkeit wieder mehr über das Thema Antisemitismus geredet wird, wozu die Causa Augstein und die Provokationen Broders sicherlich einen erheblichen Teil beitragen. Das Bild des Antisemiten verändert sich, obwohl die Kriterien, nach denen man Antisemitismus beurteilt, dieselben bleiben. Man schaut jetzt auch in andere Bereiche der Gesellschaft, bei Intellektuellen beispielsweise oder bei Linken, wo man Antisemitismus bis vor einigen Jahren erst einmal nicht vermutet hätte, war der Antisemit doch immer dumm und stand rechts und hatte irgendwie was mit Nazis zu tun. Antisemitismus ist keine Erfindung der Nazis, sondern ein uraltes Problem in unserer westlichen und östlichen Hemesphäre.

    2017 feiern wir das Lutherjahr. 500 Jahre Reformation, Kirchenspaltung, ein Meilenstein der deutschen und europäischen Geschichte, sowohl aus geistlicher wie auch weltlicher Sicht. Vielleicht gelingt es ja, über die Person Luther auch den Antisemitismus in den Kirchen zu greifen. Ein Thema, was meiner Einschätzung nach gerne umschifft wird, wenn man den Kirchenmann und seine Errungenschaften für Deutschland und Europa würdigt. Luther war einer der größten Antisemiten seiner Zeit und stand mit seinen Forderung Synagogen und Häuser von Juden anzuzünden, sie in Ställe zu pferchen und zu niederen Arbeit zu zwingen den Nazis in Nichts nach. Dies als ein Beispiel von Bereichen, wo die derzeitige Diskussion über Antisemitismus meiner Meinung nach auch noch zu führen wäre.

    hier noch der Link zum Spiegel-Artikel
    http://www.spiegel.de/spiegel/antisemitismus-vorwurf-gegen-jakob-augstein-a-875937.html

  • #71
    Arnold Voss

    @ all

    Wirklich gut als Basis jeder weiteren Diskussion siehe:

    http://www.bildblog.de/45022/von-antisemiten-und-antisemanten/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+bildblog+%28BILDblog%29

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