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Sollen wir die Atheisten-Buskampagne ins Ruhrgebiet holen?

In vielen Städten der Welt haben Atheisten Werbekampagnen gestartet. Warum nicht auch im Ruhrgebiet?

Die britische Aheist Bus Campaign von Ariane Sherine (hier mit dem Religionskritiker Richard Dawkins) ist das direkte Vorbild der Kampagne. Foto: Buskampagne

in vielen Städten der Welt haben, zum Teil als Reaktion auf die Kampagnen fundamentalistischer Gruppe, Atheisten antiklerikale Werbekampagnen gestartet. In Deutschland sammelt die Buskampagne Geld dafür,  Busse mit dem Slogan: "„Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. …"zu bekleben. In Berlin und Köln wollen die Nahverkehrsunternehmen die Werbung nicht annehmen.

Ich habe vorjin der Buskampagne eine Mail geschrieben und nachgefragt, ob es auch möglich wäre, die Kampagne im Ruhrgebiet laufen zu lassen und was man  tun kann, um sie zu unterstützen. Es wäre…

In vielen Städten der Welt haben Atheisten Werbekampagnen gestartet. Warum nicht auch im Ruhrgebiet?

Die britische Aheist Bus Campaign von Ariane Sherine (hier mit dem Religionskritiker Richard Dawkins) ist das direkte Vorbild der Kampagne. Foto: Buskampagne

in vielen Städten der Welt haben, zum Teil als Reaktion auf die Kampagnen fundamentalistischer Gruppe, Atheisten antiklerikale Werbekampagnen gestartet. In Deutschland sammelt die Buskampagne Geld dafür,  Busse mit dem Slogan: "„Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. …"zu bekleben. In Berlin und Köln wollen die Nahverkehrsunternehmen die Werbung nicht annehmen.

Ich habe vorhin der Buskampagne eine Mail geschrieben und nachgefragt, ob es auch möglich wäre, die Kampagne im Ruhrgebiet laufen zu lassen und was man  tun kann, um sie zu unterstützen. Es wäre doch schön, wenn das Ruhrgebiet sich an dieser weltweiten Aktion und der Diskussion  darüber  beteiligen würde – und die Nahverkehrsunternehmen sind so klamm, dass sie das Geld kaum ablehnen könnten. 

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13 Kommentare zu “Sollen wir die Atheisten-Buskampagne ins Ruhrgebiet holen?

  • #1
    el-flojo

    Ich wäre direkt dabei. Wohne zwar nicht mehr im Pott, würde aber extra angerauscht kommen und nen ganzen Tag in einem so beklebten Bus durch die Gegend fahren. Mit einem fetten Grinsen! 🙂

  • #2
    Kunar

    Gegen Fundamentalisten agitieren, indem man selbst behauptet, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben? Das nennt man „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“.

  • #3
    Torti

    Also so ganz verstehe ich den Hype darum nicht. Ob jemand nicht glaubt oder an Gott, Aliens oder den grossen Kürbis ist in einer säkularisierten Gesellschaft doch Privatsache.

    Vielleicht erleben wir ja auch das die alten Ägypter mit ihren lustigen Tierkopfgöttern recht hatten…

  • #4
    Mit-Leser

    Die Kampagne geht mir auch gegen den Strich. Wirkt auf mich so altklug, besserwisserisch. Wie eine Geisteswissenschaften-Studentin im ersten Semester. Letztendlich soll doch einfach jeder glauben, was und woran er will. Niemand hat zu diesem Thema die Wahrheit gepachtet. Eine weltweite Diskussion über die Kampagne existiert auch nicht – nur ein Spiegel Online-Bericht. War erst kürzlich für vier Tage in London, hab mich da mit vielen unterhalten. Niemand hat auch nur ein Wort über die Kampagne verloren.

    @Laurin: Wieso hat Sie die Kampagne so sehr begeistert? Warum genau wollen Sie in Duisburg-Hochfeld eine Bus rumfahren lassen, auf dem „Es gibt vielleicht keinen Gott“ steht? Dies macht das Ruhrgebiet auch nicht zur Weltstadt. 😉

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Mit Leser: Ich finde sie vor allem witzig, aber das ist nicht der Grund, warum ich sie gerne ins Revier holen würde (und nein: Eine Buswerbung wie diese macht uns auch nicht zur Metropole 🙂 ) Aber zu ihrer Frage. Wie sie halte ich Religion für eine Privatsache. Jeder soll glauben oder auch nicht und den Rest der Menschheit nicht weiter belästigen. Das ist leider nicht so. Ich mag es nicht wenn alle Türken von Interessengruppen nur noch als Muslime wahrgenommen werden, was viele von ihnen auch, aber ja nicht ausschließlich sind. Ich mag es nicht wenn der vielgepriesene Interreligiöse Dialog als Weg zum Verständnis gepriesen wird – was er nicht ist, denn nicht der Dialog zwischen den Religionen sondern der Abbau der Bedeutung der Religion im gesellschaftlichen und politischen Leben ist der Weg zum besseren Miteinander. Es stört mich, dass Religionen ein Maß an Respekt und Rücksicht einfordern, dass niemand in dieser Gesellschaft sonst für sich beansprucht. Man darf jemanden für seine politische Gesinnung als Hupe bezeichnen, muß aber vor jedem noch so blödem religiösen Brauch tiefen Respekt Bekennen. Kurz: Unser guter alter Freund, die Aufklärung, wird unter Wert gehandelt. Die Kampagne ist ein guter Anlass für Diskussionen, wie wir sie gerade führen. Und diesem Effekt hat die Kampagne ja offensichtlich – auch wenn nur wenige Busse mit den Slogans beklebt wurden.

  • #6
    Mit-Leser

    @Laurin: Ok, verstehe. Dann müsste man die Kampagne vielleicht anders aufsetzen – und mit einer konkreten, auf den ersten Blick provokanten Forderung verbinden. Zum Beispiel (nur für die Tonne): Atheismus als Unterrichtsfach – neben evangelischem, katholischem und muslimischem Religionsunterricht.

    Lustig ist die Kampagne schon. Keine Frage.

    Aber die Wirkung auf Otto Normalverbraucher dürfte eher gering sein. Und, wenn die Kampagne wahrgenommen wird, dann würde sie wahrscheinlich nicht verstanden werden. Da der Hintergrund-Diskurs den meisten nicht bekannt ist.

    Könnte dann so enden:

    Eventuell müsste man den Leuten eher Fragen stellen, sie direkt ansprechen. Die Fragen könnten ja über die ruhrbarone generiert werden. Von Usern. Dann werden die besten Fragen von den Usern ausgewählt – und auf die Busse geklebt. Wäre doch eine gute PR-Aktion für die Aufklärung (und die ruhrbarone).

    Dafür würden sich bestimmt Spendengelder finden lassen. 😉

  • #7
    Arnold Voss

    Ich hätte da ein paar Fragen ohne Anspruch auf Ernst und Vollständigkeit:

    Wenn es Gott gibt, glaubt ihr, dass ihr dann jemals in den Himmel kommt?
    Wenn Gott überall ist, warum ist er dann nicht in Darfur?
    Wenn Gottes Wille geschieht, warum dann noch zur Arbeit gehn?
    Wer hat eigentlich Gott erschaffen?

  • #8
    Thomas Freding

    Mich irritiert der „Nachsatz“ zum Hauptslogan. Frei übersetzt: „Dann sorgt euch nicht länger, sondern genießt das Leben“.

    Ob Gott existiert oder nicht, wie steht das im Zusammenhang mit „Sorge“ und „Genuß“? Gläubige und Ungläubige, beide finden Genuß im Leben, trotz mancher Sorgen, die sie sich machen. Manch Gläubiger wäre zu tiefst besorgt, wenn kein Gott existieren würde.

    Ich kann der Aktion keine tiefere Bedeutung abgewinnen. Sie scheint mir eher vordergründig provokant.

  • #9
    gott

    Hey leute, genau weil religion privatsache sein sollte gibt es diese wunderbare kampagne! Macht die augen auf! Geht vor die tür! Religion ist nicht privat und die kirchen haben große macht. Mir gefällt allerdings auch der spruch nich so ganz. Das mit dem 1.Semester Sowi kommt hin, der andere „Gottlos glücklich“ ist viel besser…
    Dennoch ist die Sache sehr wichtig, allein schon die debatte ist wichtig, damit sich endlich was ändert!

  • #10
    Mit-Leser

    Die Debatte ist wichtig. Aber die Argumente müssen anders laufen. Religion ist meiner Ansicht nach gerade für Menschen wichtig, die ihr Leben aus materiellen oder anderen Gründen eben nicht so einfach geniessen können. Auch als Atheisten hätten diese Menschen es nicht einfacher. Da gibt ein Konstrukt wie das Paradies Hoffnung.

    Und dann ist da noch die Sache mit der tiefsitzenden Furcht vor der Sinnlosigkeit: Vielen Menschen bereitet die Vorstellung Angst rein zufällig in einem gottlosen Universum zu existieren. Es stellt die ganze Konzeption ihres Lebens in Frage.

    Eine durchdachte Kampagne müsste bei diesen Sorgen und Nöten ansetzen. Sie muss den Adressaten ernst nehmen. Klar, der Tonfall darf augenzwinkernd sein. Humor ist schließlich ein gutes Transportmittel für ernste Botschaften. Doch man darf sich nicht lustig machen. Beziehungsweise: man darf nicht oberflächlich daher kommen. Denn die Religion ist ein ernstes Thema für viele Menschen. Sozusagen der Motor, der ihr Leben am Laufen hält.

    Aufklärerische Kampagnen in Afrika sind da viel wichtiger, als die LoveParade-mäßige Busreklame. Die läuft ins Leere – erzeugt ein bisschen Medienaufmerksamkeit, aber fängt niemanden auf. Dahinter steckt nur ein Strohfeuer, kein Konzept.

    Kirche ist ja nicht nur der Vatikan. Kirche ist in erster Linie die Gemeinde, die vielen einsamen Menschen eine Heimat gibt. Wie sehen die neuen atheistischen Gemeinden aus? Wer wäre ihr Ansprechpartner, wenn es keinen Pfarrer mehr gibt? Darauf müsste eine solche Kampagne auch die Antworten geben. Daher mein Vorschlag: Gute Fragen sammeln, weiter-denken…

  • #11
    Arnold Voß

    Spätestens wenn wir den ersten tiefen Schmerz erleiden und begreifen, dass trotz allem Mitgefühl der anderen (sofern es das überhaupt gibt), es unser und nur unser Gefühl ist, d.h.es uns niemand abnehmen kann, wissen wir, wie alleine wir in dieser Welt sind.

    Aus dieser dramatischen Erkenntnis gibt es nur zwei mögliche Schlussfolgerungen: Suche Schutz und Geborgenheit bei einem höheren Wesen oder werde erwachsen. Da Zweiteres viel anstrengender ist als Ersteres ist Religion nicht abzuschaffen und die Welt so wie sie ist.

  • #12
  • #13
    Arnold Voss

    Wenn die Message einer solchen Kampagnen lauten würde „Es gibt nicht nur religiöse Menschen sondern auch welche die nicht an ein höheres Wesen glauben“, dann würde sie für mich Sinn machen.Vielleicht noch mit dem Zusatz, dass auch diese Menschen nicht verunglimpft, diskriminiert oder sogar vernichtet werden dürfen.

    Menschen aber von dem (kollektiven oder individuellen) Glauben an ein höheres Wesen abbringen zu wollen, ist zweck-, sinn- und erfolglos. Und es ist letztlich genauso missionarisch wie das Verhalten derer, die man kritisiert.

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