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Sollte der FC Schalke 04 sich nicht besser einen anderen Kapitän als Alexander Nübel suchen?

Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt. Foto(s): Michael Kamps

Sportlich läuft es aktuell widererwartend gut beim FC Schalke 04. Trainer David Wagner hat bisher offenkundig sehr gute Arbeit geleistet und die Gelsenkirchener Profikicker, nach einer Saison die fast im Abstiegskampf geendet hätte, wieder dorthin geführt, wo Millionen sie gerne sehen, ins erste Tabellendrittel der Fußball-Bundesliga.

Ist der gezeigte Fußball auch nicht immer schön, die Siege häufig knapp und ziemlich glücklich, die Schalker machten in den vergangenen Monaten wieder deutlich mehr Spaß als noch in der Vorsaison.

Weniger schön war hingegen das üble Foul von Torhüter Alexander Nübel, der beim jüngsten 1:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag in der 70. Minute Frankfurts Mijat Gaćinović regelrecht vom Platz trat. Mit einer langen Sperre ist für den Kapitän der Schalker zu rechnen.

Womit wir auch bereits beim Thema meines heutigen Blog-Beitrags wären: Ist Nübel wirklich der Richtige für den Posten des Mannschaftsführers auf Schalke? Ich meine nein!

Alexander Nübel gehört völlig unbestritten zu den talentiertesten Torhütern des Landes. Mit seinen erst 23 Jahren steht ihm eine sportlich große Zukunft ins Haus. Das wird ihm von allen Seiten bestätigt. Doch statt ihn in Ruhe reifen zu lassen, wird der junge Keeper aktuell massiv unter Druck gesetzt. Von vielen Seiten. Alle scheinen sie an ihm irgendwie herumzuzerren, was natürlich nicht folgenlos bleibt.

Da ist zum einen das ständige Gerede über seine sportliche Zukunft. Nübels Vertrag in Gelsenkirchen läuft in Kürze aus. Eine Vertragsverlängerung auf Schalke wäre in den Augen vieler eine logische Sache. Doch der Torwart zögert. Durch einen Wechsel könnte er sich sportlich und finanziell verbessern. Geht es für ihn nach München, oder doch lieber ins Ausland? Die diskutierten Optionen erscheinen allesamt spannend.

Dabei erscheint ein zumindest mittelfristiger Verbleib im Ruhrgebiet doch am sinnvollsten. Zu einen ‚größeren‘ Klub wechseln, das kann Nübel auch später noch. Er ist so jung, dass ihm eine weitere Reifezeit bei den Königsblauen sicherlich nicht schaden würde. Zumal er dort voll akzeptiert wird, regelmäßig spielt und eine sportlich und finanziell ebenfalls lukrative Zukunft zu haben scheint. Was will er denn noch mehr zu diesem frühen Zeitpunkt seiner Karriere? Trotzdem zögert er seit Monaten bereits mit einer Entscheidung.

Auf Schalke hat man ihm vor der Saison, als zusätzliches Zeichen der Wertschätzung, zum Kapitän der Mannschaft ernannt. Eine für einen Torhüter nie optimale Rolle. Als Keeper ist er naturgemäß relativ weit weg vom eigentlichen Geschehen auf dem Platz. Zudem ist er noch sehr jung und vergleichsweise unerfahren für diese Rolle. Seine Interviews wirken häufig noch etwas ungelenk. Hätte sich da auf Schalke niemand erfahreneres mit mehr Ausstrahlung gefunden? War es für die Vereinsverantwortlichen wirklich so wichtig Nübel mit dieser Ehre in Richtung Vertragsverlängerung zu ködern?

Nun gestern also dieser üble Fauxpas im Spiel, der ihn in die Negativschlagzeilen gebracht hat. Zu behaupten, eine (mentale) Überforderung wäre daran schuld gewesen, wäre sicherlich völlig übertrieben. Und doch kann man sich ziemlich sicher sein, dass der ganze Zirkus rund um seine Person in den vergangenen Monaten auch an Nübel nicht gänzlich folgenlos vorübergezogen ist.

Das Brennglas der breiten Öffentlichkeit liegt schon sehr intensiv auf dem jungen Schalker, der von einem Ersatztorwart zu einem vielbeachteten Profi und Stammspieler geradezu emporgeschossen ist. Nicht zu vergessen, dass ihn vor noch rund einem Jahr nur wenige Schalke-Insider gekannt haben dürften. Jetzt steht er dem Vernehmen nach im Brennpunkt bei diversen internationalen Top-Klubs.

Bemerkenswert erschien am Sonntag auch, dass alle Beteiligten sich nach dem Spiel ausnahmslos positiv über ihn äußerten, wohl auch um ihn zu schützen und ihn möglichst ein Stück weit aus der ungewohnten Schusslinie zu befördern.

Dass Nübel eigentlich doch ein so feiner Kerl sei etc., das alles ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass andere Spieler für solche Vergehen medial deutlich entschlossener in den Boden gerammt worden wären. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an Frankfurts Kapitän Abraham, der vor wenigen Spieltagen nach einem Rempler gegen Freiburgs Trainer Christian Streich ungleich härter kritisiert wurde.

Stellt sich also in diesen Stunden und Tagen doch zumindest die Frage, ob man Nübel nicht doch besser des Kapitänsamtes auf Schalke entheben sollte? Als Signalwirkung nach außen, um ihn ein Stück weit aus dem ‚Schaufenster zu nehmen, oder eben auch tatsächlich um ihm ein Stück weit mehr Zeit und Ruhe für eine gesunde Entwicklung zu geben.

Aktuell droht ansonsten womöglich alles doch etwas zu viel für ein so junges und vergleichsweise unerfahrenes Talent zu werden.

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2 Kommentare zu “Sollte der FC Schalke 04 sich nicht besser einen anderen Kapitän als Alexander Nübel suchen?

  • #1
    Thommy

    Zunächst einmal Ihre Bemerkung zu Abrajams ‚Rempler" gegen den SCF-Trainer Streich-geht gat ni ht, den Trsoner der anderen -und auch nicht der eigenen- Mannschaft so anzugehen. Wir beobachten schon genug Respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichtern in allen Ligen bis zu den Minikickern. Respektlosigkeiten und tätliches Angehen von Trainern fehlt da dann nicht wirklich. Das ist schön übel.

    Von Übel zu Nübel. In der Tat ein (n)übles Foul., wrinntwet an Zoni Dchumacjer vor rinigen Jahrzehnten .

    Vielleicht hat Nübel aber einfach die alte Torwartweisheit – die jeder Torwart bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit von jedem zu hören bekommt- zu wörtlich genommen.

    "Wenn er ( der Torwart) rauskommt, muss er ihn haben"

    Oder er hat "ihn" verwechselt-den Ball hatte er nicht , den Gegner schon.

    Ich finde aber, eine Sperre wegen rohen Spiels nicht unter vier (bis acht ) Spielen wäre schon angemessen.Schätze.er kriegt maximal drei Spiele Sperre.

  • Pingback: Jetzt muss Schalke ebenso egoistisch handeln wie Nübel!Ruhrbarone

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