Spahns 20.000 Tote

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU (Foto: BMG)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilt uns allen heute per Twitter mit, dass Corona-Impfstoffe noch mindestens zehn weitere Wochen knapp sein werden. Was bedeutet das? Voraussichtlich rund 20.000 weitere Tote bedeutet das. So viele Menschen werden voraussichtlich in den nächsten zehn Wochen COVID-19 zum Opfer fallen. Nicht etwa, weil Pharmakologen keine Impfstoffe gegen diese Krankheit entwickelt hätten, sondern weil schlicht und ergreifend zu wenig davon bestellt wurde.

Jens Spahns zehn weitere Wochen bedeuten, dass die dramatische Impfstoff-Knappheit noch bis Mitte April andauern wird. Mindestens, twittert der Minister. Das heißt vielleicht auch länger, keiner weiß es genau, der Minister auch nicht.

Jens Spahn twittert: Zehn weitere Wochen mit Impfstoff-Knappheit

Aber was bedeutet das konkret? Dazu ziehen wir erneut den COVID-19-Simulator der Universität des Saarlandes zu Rate. Das ist ein hochkomplexes Simulationsmodell, das sich bisher äußerst gut bewährt hat. Seine Kurzfrist-Prognosen für mehrere Wochen haben die tatsächliche Entwicklung sehr präzise vorausgesagt.

Daher nehmen wir jetzt Jens Spahns zehn Wochen als Prognosezeitraum und lassen das Modell rechnen. Das Ergebnis: Bis Mitte April ist in Deutschland mit 20.000 bis 22.000 weiteren Toten zu rechnen (siehe Graphik).

Das sind 20.000 Menschen, die heute noch leben und die die nächsten zehn Wochen nicht überleben werden. Mindestens 20.000.

Todeszahl-Prognose: Von Ende Januar bis Mitte April ist mit weiteren 20.000 bis 22.000 Corona-Toten in Deutschland zu rechnen. Punkte sind Ist-Werte, Linie sind Prognose-Werte (Quelle: COVID-19-Simulator der Universität des Saarlandes, Stand 28.01.2021)

Bis heute haben wir rund 55.000 Corona-Tote. Wenn Spahns zehn Wochen um sein werden, werden wir 75.000 haben.

 

 

 

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3 Kommentare

  1. #1 | Werntreu Golmeran sagt am 28. Januar 2021 um 13:22 Uhr

    Was wird denn bei der Simulation berücksichtigt? Auch die Anzahl der Geimpften?

    Oder ist das eine reine Prognose aufgrund der derzeitigen Daten?

    Um die Aussage treffen zu können, dass die verspätete Imfpung 20.000 weitere Tote verursacht, müsste man doch zwei Rechnungen machen. Einmal, wie hoch ist die Zahl, wenn man so wie die anderen "frühen" Länder geimpft hätte und wie sie sich entwickelt, wenn man erst in 10 Wochen voll weiter impft.

    Wenn da wirklich 20.000 rauskämen, was ich eher unwahrscheinlich halte, müsste sich Patachon Laschet aber ganz schnell von seinem Pat Spahn distanzieren, wenn er Kanzlerkandidat werden will.

  2. #2 | rwetroja sagt am 28. Januar 2021 um 17:26 Uhr

    Hallo,
    wieso das? Spahn wurde von Merkel "zurück gepfiffen", damit von der Leyen ihren Auftritt haben konnte. Also wenn wer zurück treten sollte…

  3. #3 | Lena sagt am 29. Januar 2021 um 14:17 Uhr

    "Die Geschichte vom Milchmädchen und den großen Zahlen" oder "Der Dünnbrettbohrer und die ganz dicken Bretter"

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