Traurige Corona-Bilanz: 81.158- Ein ganzes Westfalenstadion voller Toter

Das Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Laut der offiziellen Zahlen des RKI betrug die Anzahl der an oder mit Corona verstorbenen Personen am gestrigen 23. April exakt 81.158. Seit vielen Wochen und Monaten wird darüber diskutiert, ob die Pandemie denn wirklich so harte Maßnahmen erforderlich macht, wie wir sie alle gemeinsam seit dem vergangenen Frühjahr in unterschiedlichen Intensitätsstufen durchlaufen müssen.

Gerade in diesen Stunden ärgern sich viele über die abermaligen Verschärfungen der Bundesregierung. Auch ich mag diese Einschränkungen nicht, selbst wenn ich in der glücklichen Lage bin als Single, ohne Kinder, mit Garten und seit jeher einem Homeoffice-Job davon nicht in dem Maße betroffen zu sein, wie manch ein anderer unserer Leser hier.

Und doch klingelte mir in Anbetracht der Zahl 81.158 das Ohr. Denn diese Zahl, sie bedeutet mir etwas.

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Spahns 20.000 Tote

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU (Foto: BMG)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilt uns allen heute per Twitter mit, dass Corona-Impfstoffe noch mindestens zehn weitere Wochen knapp sein werden. Was bedeutet das? Voraussichtlich rund 20.000 weitere Tote bedeutet das. So viele Menschen werden voraussichtlich in den nächsten zehn Wochen COVID-19 zum Opfer fallen. Nicht etwa, weil Pharmakologen keine Impfstoffe gegen diese Krankheit entwickelt hätten, sondern weil schlicht und ergreifend zu wenig davon bestellt wurde.

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Face-Palm für Boris Palmer: Mehrheit der Corona-Toten hätte noch 10 Jahre zu leben gehabt

Boris Palmer, Tübingens grüner OB
Boris Palmer (GRÜNE): Wir schützen Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären. Foto: Stadt Tübingen

Nein, anders als Boris Palmer meint, retten wir durch den Lockdown nicht nur Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären. Eine neue Studie aus Schottland zeigt anhand der italienischen Todeszahlen, dass die Mehrheit der an COVID-19 gestorbenen Menschen noch mehr als ein Jahrzehnt zu leben gehabt hätte. Selbst Menschen mit schweren Vorerkrankungen hätten ohne Corona noch 13 bzw. 11 Jahre (Männer/Frauen) vor sich gehabt.

Die COVID-19-Pandemie ist weltweit für eine steigende Anzahl von Todesfällen verantwortlich. Da die meisten Corona-Toten älter sind und langfristige Vorerkrankungen haben, geht Boris

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Endlich: Die Corona-Kurve flacht ab!

Wegen covid-19 ordnungsamtlich gesperrte Spielgeräte auf einem der Spielplätze im Kurpark Unna-Königsborn. Foto: Smial Lizenz: Free Art License 1.3

Endlich ist es soweit: Die Corona-Kurve flacht in Europa langsam, aber sicher ab. Der tägliche Zuwachs an Neuinfizierten geht leicht zurück. Die Maßnahmen des Lock-down zeigen nach und nach Wirkung. Die „Flatten the curve“-Strategie scheint zu funktionieren. Hingegen wächst die Zahl der Corona-Toten ungebremst weiter. Sie hängt dem Infektionstrend hinterher.

Entwarnung ist jedoch noch lange nicht angesagt: Wir scheinen über den Berg zu sein, aber noch sind wir nicht runter vom Berg. Es bleibt noch ein ordentlicher Weg zu gehen. Das zeigen die aktuellen Auswertungen von Informatik-Professor Mark Handley vom University College

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Lasst die Loveparade besser ruhen!

2010 in Duisburg. Quelle: Wikipedia, Foto: Beademung, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Wird es bald eine Neuauflage der Loveparade in Berlin geben? Wenn es nach ‚Dr. Motte‘ geht, dann schon. Der DJ hatte das Technofestival vor gut 30 Jahren gegründet. Jetzt will er mit seinem Team Spenden sammeln und damit herausfinden, wie groß das Interesse an einer Neuauflage ist.

Die Loveparade, die Ende der 1980er-Jahre mit wenigen hundert Teilnehmern unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ in der Hauptstadt begonnen hatte, wurde später bekanntlich zu einem Millionenspektakel, war in seiner Endphase auch hier im Ruhrgebiet zu Gast.

Seit der Katastrophe von Duisburg im Jahre 2010, bei der 21 Menschen ums Leben und 541 weitere schwer verletzt wurden, hat es keine neue Ausgabe der Party mehr gegeben.

Jetzt also ein neuer Anlauf in Berlin?

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Fußball im Nationalsozialismus (Teil 5) – Volkstrauertag

Volkstrauertag bei Münster. Quelle: Wikipedia, Foto: Corradox, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Volkstrauertag bei Münster. Quelle: Wikipedia, Foto: Corradox, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Im fünften Teil seine Serie ‚Fußball im Nationalsozialismus‘ beschäftigt sich Ruhrbarone-Gastautor Thomas Weigle heute mit einigen persönlichen Gedanken, passend zum an diesem Wochenende anstehenden Volkstrauertag:

„Von Julius Hirsch habe ich zum ersten Mal im Jahr 2000 in der Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum des DFB gehört … Doch die Namen und die Schicksale der Opfer waren damals noch fast unbekannt… Wir beschlossen daher, die Rolle des Verbandes wissenschaftlich unabhängig aufzuarbeiten.“ Diese Einstellung von Theo Zwanziger unterscheidet sich fundamental von der des unsäglichen Hermann Neuberger, der als Vize 1972 Herbergers Bitte, den in Kanada lebenden Rekordtorschützen Gottfried Fuchs, der 1912 10 Tore im Spiel gegen Russland erzielte, zur Eröffnung des Münchener Olympiastadions 72 einzuladen ablehnte.

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Harte Kachelmann-Kritik am WDR wird Panikmache in Sachen Wetter fördern

sturm201406Gestern sorgte Ex-ARD-Wettermann Jörg Kachelmann mit harter Kritik am WDR und dessen Intendanten Tom Buhrow für Schlagzeilen. Der Schweizer Wettermann hatte in einem offenen Brief den westdeutschen Rundfunk, und dessen seiner Meinung nach unzureichende Warnung vor dem Unwetter in der Nacht von Montag auf Dienstag, für einen nicht unerheblichen Teil der Folgen des Unwetters mit verantwortlich gemacht. Der WDR hat die Vorwürfe zurückgewiesen und vertrat die Meinung ausreichend und früh genug vor dem drohenden Unwetter gewarnt zu haben.

In dieser Debatte kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Die Auseinandersetzung erinnert aber an die Abläufe in den 1990er Jahren als ein plötzlich auftretender Sturm (Orkan ‚Lothar‘ im Jahre 1999) große Teile des Schwarzwaldes in Mitleidenschaft zog und etliche Wälder nahezu komplett ‚plattmachte‘. Auch damals wurde darüber lang und breit diskutiert warum der Wetterbericht nicht in der Lage war ausreichend und rechtzeitig vor dem Unwetter zu warnen. Müßig darüber zu streiten was nun früh- und ausreichend-genug ist. Ob mehr Vorwarnungen sinnvoll gewesen wären, ob sich evtl. sogar der ein oder andere Todesfall dadurch hätte verhindern lassen.

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