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Sturmschäden: Der Wald bleibt vielerorts noch bis 2015 gesperrt


Gehören auch Sie noch immer zu den Opfern der Sturmschäden vom Juni? Schränken umgekippte Bäume und gesperrte Wege Ihr Leben, auch ihre Freizeitgestaltung, noch immer ein? Ein Vierteljahr ist es inzwischen her, dass Pfingststurm ‚Ela‘ für Millionenschäden in großen Teilen von NRW, speziell auch hier bei uns im Ruhrgebiet, gesorgt hat. Doch die Auswirkungen sind vielerorts noch tagtäglich deutlich zu sehen und auch  zu spüren.

Das Ausmaß der Verwüstungen von ‚Ela‘ war so groß, dass jedermann schon am nächsten Morgen klar war, dass man das nicht innerhalb weniger Tage würde beseitigen können.

Doch das der Landesbetrieb Wald und Holz NRW nun noch einmal eine Ordnungsbehördliche Verordnung zur Gefahrenabwehr erlassen hat, die weite Teile der Wälder im Ruhrgebiet bis zum 12. Januar 2015 zum Zweck der Erholung gesperrt hält, dass ist dann für viele Bürger wohl doch etwas überraschend und vor allem auch ärgerlich.

Der Grund für das behördliche Verbot sind noch immer die enormen Schäden in den Wäldern. Man sieht offenbar eine ‚Folgegefahr‘, beispielsweise durch herabstürzendes Totholz. Wer gegen diese Verfügung verstößt, der begeht übrigens eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße von bis zu 25000 Euro rechnen. Zumindest theoretisch.

Auch wenn die Beseitigung der Sturmschäden, gerade auch in Wäldern und Grüngürteln natürlich eine immense Aufgabe ist, gibt es inzwischen jedoch auch nicht wenige kritische Stimmen zum Tempo bei der Beseitigung der Schäden.

Bei mir am Wohnort, in Waltrop, ist es beispielsweise so, dass man in den ersten Tagen überall von Arbeitern und Fahrzeugen umgeben war, die sich mit der Beseitigung von Grünabfall beschäftigt haben. In den letzten Wochen nimmt man diesbezüglich allerdings in dieser Richtung fast nichts bis nichts mehr wahr. Aus benachbarten Städten hört man ähnliches. Auch die öffentlichen Grünanlagen in der Gegend präsentieren sich seit Wochen in quasi unverändertem Zustand.

Und inzwischen steigt bei manchem Bürger schon deutlich einiges an Ärger auf. Denn besonders für Erholungssuchende und Hundebesitzer stellt die momentane Situation allzu häufig eine deutliche Einschränkung ihrer Lebensgewohnheiten dar. Da wünschte man sich dann doch vielerorts etwas mehr Engagement bei der Sturmschadenbeseitigung durch die offiziellen Stellen.

Während diese nocdiverse Monate für die Beseitigung einplanen, wie die Sperre bis Januar 2015 beweist, hat die große Mehrzahl der Privatpersonen und der Betriebe das Thema längst wieder erfolgreich zu den Akten gelegt, da die dort angefallenen Schäden längst wieder erfolgreich beseitigt wurden.

Kurzerhand mal eben eine Verdoppelung der dafür ursprünglich vorgesehenen Zeitspanne zu verkünden, das ist wohl so leicht nur bei Behörden und Landesbetrieben möglich…

Weitere Infos dazu: http://www.wald-und-holz.nrw.de/

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4 Kommentare zu “Sturmschäden: Der Wald bleibt vielerorts noch bis 2015 gesperrt

  • #1
    Klaus Lohmann

    Machen wir’s doch mal konkret, damit der Leser auch sofort Bescheid weiß. Stand News vom 02.09.:

    „Für folgende Wälder gilt nach wie vor ein Betretungsverbot:

    Essen, Bochum, Bottrop (südlich der A2), Gladbeck, Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel, Herne, Herten, Mülheim (Ausnahme: „Saarner Damm“ und „Wiese Witthausbusch“), Recklinghausen und Waltrop. Ebenfalls untersagt ist der Zugang zu bestimmten Bereichen im Stadtwald Osterfeld, im Revierpark Vonderort und im Waldgebiet Knappenhalde in Oberhausen.

    Andere Waldgebiete dürfen unterdessen wieder betreten werden – „zum Zwecke der Erholung“ und „nur auf den Waldwegen“, teilt das Regionalforstamt Ruhrgebiet mit. Das gilt für die Stadtwälder in Duisburg, Dortmund und Hattingen.“
    http://www.derwesten.de/region/viele-waelder-bleiben-laenger-gesperrt-aimp-id9772588.html#plx1688709207

    Ich kenne jetzt nur (Stadt-)Waldgebiete im etwas weniger betroffenen Dortmund, da wurden aber kontinuierlich die Kronen über den Wegen von Tot- und Bruchholz befreit. Abseits der Wege sieht es stellenweise noch richtig katastrophal aus und es kamen durch böige Winde in den letzten Wochen auch immer wieder Äste runter.
    Sperren und entspr. Strafen können die Kommunen gar nicht umgehen oder abmildern, die kommunalen Haftungsversicherungen wären ansonsten für’n Eimer.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Klaus: In den Wäldern und Parks die ich regelmässig besuche bzw. besucht habe (fast alle im Kreis Recklinghausen) hat sich in den letzten Wochen leider offenbar gar nichts Nennenswertes mehr getan. Manchmal sieht man schon vom Waldesrand aus, dass die Wege noch immer von umgekippten Bäumen völlig blockiert sind. Und wenn sich dort niemand (mehr) blicken lässt um die vorhandenen Schäden zu beseitigen, dann kann man natürlich auch keine baldige Freigabe erreichen… Viele Hundehalter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind entnervt und ignorieren die Gefahr(en) inzwischen. Ihnen ist in den vergangenen Monaten offenbar schlicht die Geduld ausgegangen… Sehr unerfreulich das Ganze!

  • #3
    Bioblubb

    Mir würde es ja schon reichen, wenn sie mal den ganzen Scheiß wegräumten, der noch an diversen Bochumer Hauptverkehrsstraßen rumliegt (Bessemer Str z.B.).

  • Pingback: Sechs Monate nach ‚Ela‘ sind viele Naherholungsgebiete im Revier offiziell noch immer gesperrt | Ruhrbarone

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