EM 2024: Was der Türkei und Frankreich viel Kritik einbrachte, macht der BVB schon lange

Wer kann, der kann? Archiv-Foto: BVB

Das Flugverhalten einiger Beteiligter ist bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 plötzlich ein großes und heiß diskutiertes Thema. So sorgten die Auswahlmannschaften der Türkei und Frankreichs kürzlich für Aufregung, da sie innerhalb Deutschlands Flüge von Hannover nach Hamburg bzw. Paderborn nach Düsseldorf antraten. Über Leerflüge, die offenbar  im Zusammenhang mit der DFB-Elf durchgeführt wurden, wurde ebenfalls heftig debattiert. Auch Politiker gerieten in den Fokus. So musste sich Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) für ihr Flugverhalten nach dem Besuch eines EM-Spiel  öffentlich kritisieren lassen.

Die Europameisterschaft, die nach eigenem Selbstverständnis ja mit ihrer Nachhaltigkeit glänzen will, stand in diesem Zusammenhang schlecht da. Gar nicht zu Unrecht, wie ich finde.  Die plötzliche Empörung über diese Phänomene, die erstaunt einen als langfristigen Beobachter des Profifußballs allerdings schon. Schließlich verhalten sich andere Protagonisten der Szene nicht anders. So fliegt der BVB schon seit Jahren vergleichbare Kurzstrecken regelmäßig per Flugzeug. Größere Debatten hat das allerdings bisher nur wenige ausgelöst.

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Karl Lauterbach und Lothar Wieler werden es schwer haben, noch einmal gehört zu werden

Genesis in Hannover – Ungewohnt, in einer so vollen Halle zu sitzen. Foto(s): Robin Patzwaldt

In Anbetracht des Ukraine-Krieges und des damit einhergehenden weltweiten Schocks, tun sich andere Themen in diesen Tagen deutlich schwerer in das Blickfeld zu kommen, die es durchaus verdient hätten.

Karl Lauterbach, der Bundesgesundheitsminister, zum Beispiel, war wohl schon seit Monaten, wenn nicht Jahren, so wenig medial präsent, wie in diesen Tagen. Und das, obwohl die Corona-Pandemie derzeit auf einen neuen Höhepunkt zusteuert.

Seine Mahnungen zu mehr Vorsicht, verhallen gerade fast ungehört. So zumindest der Eindruck. Dies mag neben der alles überschattenden Kriegsberichterstattung auch daran liegen, dass Deutschland und viele Nachbarländer in diesen Tagen die einst getroffenen Gegenmaßnahmen in Bezug auf die Ausbreitung der Pandemie massiv zurückfahren und damit ein Entspannungssignal senden, wo vielleicht gar keines gesetzt gehört.

Die eigentlich erst für den 20. März angekündigten landesweiten Lockerungsmaßnahmen werden bereits in diesen Tagen in Einzelfällen schon greifbar. Erlebt habe ich das am eigenen Leib am vergangenen Freitag, als ich bei meinem ersten Konzertbesuch seit 2019, direkt mit einer rappelvollen ZAG-Arena in Hannover konfrontiert wurde, bei dem trotz vollbesetzter Ränge nicht einmal Maskenpflicht am Sitzplatz herrschte, und man insgesamt leicht den Eindruck gewinnen konnte, Corona sei bereits quasi vorbei.

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Saisonstart im Schatten: Die 2. Fußball-Bundesliga hätte durchaus mehr Beachtung verdient!

Das Stadion des FC St. Paili in Hamburg. Foto: Daniel Jentsch
Das Stadion des FC St. Pauli in Hamburg. Foto: Daniel Jentsch

Traditionell startet die 2. Fußball-Bundesliga mit ihren ersten beiden Spieltagen zeitlich deutlich vor dem ansonsten ständig mehr beachteten Fußball-Oberhaus, welches dann erst nach dem DFB-Pokalwochenende Ende August in den Ligabetrieb einsteigen soll.

Ursprünglicher Gedanke dahinter war natürlich, dass man dem Unterhaus so die ungeteilte Aufmerksamkeit der Fußballfans im Lande zusichern möchte, somit auch etwas Reklame für den inzwischen durchaus recht attraktiven Fußball in dieser Liga machen will.

So auch in diesem Jahr, wo der Spielbetrieb in Liga 2 aktuell bereits wieder startet. Wahrlich eine beachtenswerte Ansammlung von Traditionsclubs, darunter immerhin 11 ehemalige Deutsche Meister aus Ost und West, welche da aktuell ihr monatelanges Kräftemessen beginnen.

Pech allerdings in diesem Jahr nur, dass die Olympischen Spiele in Rio dem Fußball hierzulande aktuell doch viel von der ursprünglich angedachten ungeteilten Aufmerksamkeit rauben.

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‚Fury in the slaughterhouse‘ geben ein großes Reunion-Konzert zum 30. Geburtstag der Band


OK, zugegeben, es ist noch eine ganze Weile hin bis zum 10. März 2017. Aber wie soeben bekannt wurde, wird die (offiziell seit 2008 getrennte) Band ‚Fury in the slaughterhouse‘, vielen aus der Generation der zwischen 40- und 50-Jährigen wohl noch bestens in Erinnerung, eben genau dann ein großes Reunion-Konzert anlässlich des dann 30-jährigen Bestehens der Hannoveraner Kult-Band geben. Kann man sich ja als alter Fan der Combo zumindest schon einmal so vormerken.

Aber seht und hört doch einfach selbst…

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Essener Moskitos gehen in Hannover unter

Das altehrwürdige Eisstadion am Pferdeturm: Heimat der Hannover Indians und ein Stück Eishockeyhistorie. (Foto: Simon Ilger)
Das altehrwürdige Eisstadion am Pferdeturm: Heimat der Hannover Indians und ein Stück Eishockeyhistorie. (Foto: Simon Ilger)

Nach den beiden Spielen gegen die Hannover Scorpions am letzten Wochenende stand am heutigen Freitag das Auswärtsspiel bei den Hannover Indians für die Essener Moskitos auf dem Programm. Aus diesem Anlass ging es heute ins altehrwürdige Eisstadion am Hannoveraner Pferdeturm, eines der wenigen letzten richtigen Eisstadien. Erneut musste das Team von Coach Frank Gentges deutlich ersatzgeschwächt gegen ein Topteam der Oberliga Nord antreten. Etwas kompensiert wurden die Ausfälle durch Leonhard Niederberger von der Düsseldorfer EG, welcher den Essenern bis zum Saisonende zur Verfügung stehen wird, Oliver Granz von der Kölner Haien, sowie Melvin Schumacher aus dem eigenen DNL2-Team. Sofern man noch eine Chance auf die Play-offs hätte waren möchten, wäre ein Sieg für die Stechmücken zwingend erforderlich gewesen.

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Unglückliche Niederlage für Moskitos in Hannover

Nach dem Zwangsabstieg in die Oberliga absolvieren die Hannover Scorpions, der Deutsche Meister von 2010, seine Heimspiele in der modernen und sehr schönen Eissporthalle Langenhagen. (Foto: Simon Ilger)
Nach dem Zwangsabstieg in die Oberliga absolvieren die Hannover Scorpions, der Deutsche Meister von 2010, ihre Heimspiele in der modernen und sehr schönen Eissporthalle Langenhagen. (Foto: Simon Ilger)

Nach dem kampfbetonten Sieg am heimischen Westbahnhof gegen den Deutschen Meister von 2010 aus Hannover vom vergangenen Freitag stand heute das Rückspiel bei den Hannover Scorpions an. Nach dem Zwangsabstieg im Jahr 2013 trägt das Team seine Heimspiele nicht mehr in der TUI-Arena aus. Und auch das altehrwürdige Eisstadion am Pferdeturm oder das ehemalige Freiluftstadion Ice House Mellendorf einige Kilometer nördlich von Hannover waren nicht das Ziel der Truppe von Trainer Frank Gentges. Die Skorpione aus Hannover spielen in einer erst vor wenigen Jahren erbauten, modernen Eishalle im Hannoveraner Vorort Langenhagen.

Die Vorzeichen waren klar: der Gastgeber vor dem Spiel Siebter mit fünf Punkten Vorsprung auf Neuwied und Essen mit weiteren fünf Punkten dahinter auf Platz neun. Bei Teams brauchten also möglichst Punkte im Kampf um die Play-offs.

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Ein Hauch von DEL am Essener Westbahnhof

Justin Schrörs im Tor der Moskitos. Gegen die Hannover Scorpions erneut ein starker Rückhalt. (Foto: Simon Ilger)
Justin Schrörs im Tor der Moskitos. Gegen die Hannover Scorpions erneut ein starker Rückhalt. (Foto: Simon Ilger)

Ein Hauch von DEL wehte am heutigen Freitag durch die Eissporthalle am Essener Westbahnhof. Dies lag zwar auch daran, dass erneut Leonhard Niederberger von der Düsseldorfer EG und mit Hannibal Weitzmann, Nico Kolb, Oliver Granz drei Spieler der Kölner Haie das Team von Frank Gentges unterstützten, aber hauptsächlich an der Tatsache, dass mit den Hannover Scorpions der Deutscher Meister von 2010 am Westbahnhof empfangen wurde. Die Skorpione waren jahrelanges Mitglied in der höchsten deutschen Spielklasse und so kreuzten die beiden Teams zu Beginn der 2000er Jahre die Schläger in der Deutschen Eishockey Liga miteinander. Die Hannoveraner ereilte jedoch im Jahre 2013 ein ähnlich hartes Schicksal wie die Moskitos gut zehn Jahre zuvor. Nachdem man die DEL-Lizenz nach Schwenningen verkauft hatte, musste der Verein in der Oberliga neu beginnen und so stand man sich heute gegenüber.

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Die Absage des Länderspiels ist kein Sieg des Terrors – Nicht in Syrien militärisch einzugreifen schon

 

Absage des Länderspiels auf der Webseite des DFB.
Absage des Länderspiels auf der Webseite des DFB.

Die Absage des Länderspiels zwischen der DFB-Auswahl und dem Team der Niederlande war eine vernünftige Entscheidung. Wenn die Polizei eine solche Maßnahme veranlasst hat sie dafür gute Gründe. Sicherheit geht vor. Menschenleben wegen Symbolhandlungen zu gefährden kann niemand verantworten. Ob eine Lichterkette für Toleranz in Hannover stattfindet oder ob 22 Männer in kurzen Hosen einem Ball hinterherlaufen – das ist alles nicht entscheidend. Ein solches Spiel und das Beiprogramm abzusagen sind auch kein Sieg des Terrors. Tote sind ein Sieg des Terrors. Ein paar enttäuschte Fans nicht.

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Die ‚Tormaschine‘ Robert Lewandowski zementiert die Übermacht der ‚Bayern‘ – auf allen Ebenen

Robert Lewandowski. Quelle: Wikipedia, Foto: Rufus46, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Robert Lewandowski. Quelle: Wikipedia, Foto: Rufus46, Lizenz: CC BY-SA 3.0

In der aktuell noch immer laufenden ‚englischen Woche‘ in der Fußball-Bundesliga gab es mal wieder schier unzählige Highlights und Geschichten zu erleben, welche sich nun auch hier kurz zu erwähnen und dementsprechend auch zu diskutieren lohnen würden. Sei es der erfolgreiche Start von Trainer Andre Schubert als Nachfolger von Lucien Favre bei Borussia Mönchengladbach, oder auch die inzwischen fünf Pflichtspielsiege in Folge des FC Schalke 04, vier davon in der Liga, wodurch sich die Knappen still und leise in der Spitzengruppe der Bundesliga etabliert haben.

Dass die Schalker nach nun sieben Spieltagen 16 Punkte aufweisen, ein Wert, welchem die Knappen nur vor 44 Jahren toppen konnten, ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung unter Neutrainer Andre Breitenreiter.
Oder auch die nun laufenden Personaldebatten in Hannover und Stuttgart, wo beide Teams noch immer den sportlichen Ansprüchen hinterherhinken, im Keller der Tabelle festzuhängen scheinen.
Doch all diese Themen in der Liga stehen aktuell ganz klar zurück hinter einen ‚Phänomen‘ namens Robert Lewandowski, dem Stürmerstar des FC Bayern München, welcher aktuell mal wieder ganz deutlich macht, wie groß u.a. auch der Verlust bei Borussia Dortmund war, als der Pole den Revier-Club im Sommer 2014 ablösefrei in Richtung München verließ.

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In Hannover und Essen spielen Ultras ihre letzte Karte aus

Das Stadion in Essen. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei
Das Stadion in Essen. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Die Situationen mögen nicht direkt miteinander vergleichbar sein, doch eines haben der Fanboykott in der Fußball-Bundesliga, bei Hannover 96, und der beim Viertligisten Rot-Weiss Essen unzweifelhaft gemeinsam: Die von vielen nur noch als ‚Klatschvieh‘ diffamierten Ultras auf den ehemals stimmungsvollen Tribünen proben aktuell den Aufstand. Einen Aufstand gegen die ‚Mächtigen‘ im Verein. Hierfür wählen sie die für sie vielleicht härteste Form des Protests, den ‚Liebesentzug‘. Ein Spiel mit dem Feuer.
Auf der großen, der nationalen Bühne, läuft der Streit in Hannover schon seit der Vorsaison. Ursprünglich ging es wohl mal um Transparente, um Pyrotechnik und um Regeln für Auswärtsspiele. Die Situation zwischen Vereinsführung und vielen Fans der 96er schaukelte sich langsam hoch. Seit dem Beginn dieser Spielzeit boykottieren mehrere Hundert der ehemals lautstärksten Fans des Bundesligisten die Spiele der Profimannschaft. Viele besuchen stattdessen die Spiele des Nachwuchsteams, der U23. Sehr zum Leidwesen der Profimannschaft.

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