(Durch das) Objektiv betrachtet

Neal Slavin, Capitol Wrestling Corporation, Washington, D.C., 1972–75, Chromogener Farbabzug, Kunstpalast, Düsseldorf, © Neal Slavin

Ob auf Papier oder in digitaler Form – seit der Erfindung der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert lassen sich Szenen und Orte dauerhaft festhalten. Aber bilden sie wirklich die Realität ab und gibt es eine verborgene Ebene hinter dem Bild?

„Community“, unter diesem Leitmotiv steht die aktuelle Fotoausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast, die am 11. Februar 2026 eröffnet wurde. Dieser Ansatz eröffnet einen sehr interessanten Blick nicht nur auf die Motivwahl des Fotografen, sondern nähert sich dem Begriff der Gemeinschaft auf unterschiedlichen Ebenen. Wie kann Gemeinschaft sichtbar gemacht werden? Was verbirgt sich überhaupt hinter diesem Ausdruck? Wer bestimmt, wer dazugehört und wer nicht?

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Düfte – unsichtbar und mächtig

Foto: Melanie Zanin

Sie wecken Emotionen, Kindheitserinnerungen und beeinflussen unser Handeln, oft unbewusst, aber dennoch wirkmächtig – Düfte. Selbst wenn sie nur schwach sind, lösen sie positive oder negative Reaktionen aus und spielen eine entscheidende Rolle, ob wir uns in einer Situation wohlfühlen oder eben nicht. Die aktuelle Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf nimmt den Besucher mit auf eine olfaktorische Entdeckungstour.

„Ab morgen zu riechen“ – mit diesen Worten stimmt Generaldirektor Felix Krämer die Journalisten bei der Pressekonferenz zur Ausstellung „Die geheimnisvolle Macht der Düfte“ auf einen ganz neues Erleben von Kunst ein.

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Starkes Statement für die Gleichberechtigung – die Ausstellung „Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“ im Düsseldorfer Kunstpalast

Kunstpalast Ausstellung Künstlerinnen, Foto: Anne Orthen
Kunstpalast Ausstellung Künstlerinnen, Foto: Anne Orthen

Als „Malweiber“ belächelt und nicht ernst genommen – so erging es vielen Frauen, die künstlerisch tätig waren, deren Werke aber übersehen oder vergessen wurden. Mit der Ausstellung „Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“ möchte der Kunstpalast Düsseldorf dies ändern und geht dabei durchaus selbstkritisch mit diesem Perspektivwechsel um.

Von der Gleichberechtigung wie wir sie im heutigen Verständnis kennen, waren die Malerinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts weit entfernt. Falls sie nicht das Glück hatten, innerhalb ihrer Familie künstlerisch lernen zu können, blieb ihnen nur der Privatunterricht als Ausbildungsmöglichkeit, denn die meisten Kunstakademien waren ihnen verschlossen. Zwar konnten Frauen bereits in den 1860er und 1870er Jahren an einzelnen Kunstgewerbeschulen studieren, die Ausbildung war jedoch auf die „angewandte“ Kunst beschränkt.

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