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Taubergate: Lebenslüge Bildung

Peter Tauber Foto: Tobias Koch Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Völlig zu Recht hat Peter Taubers Tweet über Minijobs einen Shitstorm ausgelöst. Problematisch ist aber nicht nur sein herablassender Tonfall, sondern auch die Ideologie von „Bildung“ als Allheilmittel. Von unserem Gastautor Floris Biskamp

Damit keine Missverständnisse aufkommen, sei eines vorneweggeschickt: Ich habe gar nichts gegen Bildung, ja, einige meiner besten Freundinnen[1] sind gebildet. Bildung kann in vieler Hinsicht helfen, ein besseres Leben zu führen, und dagegen ist wahrlich nichts einzuwenden. Allerdings ist die Berufung auf „Bildung“ auch eine der großen Lebenslügen oder genauer gesagt: Ideologien unserer Gesellschaft, nämlich immer dann, wenn sie als Allheilmittel heraufbeschworen wird.

…dann sollen sie eben Kuchen essen!

Der Grund, aus dem Peter Taubers Tweet so viel Empörung entfacht, dürfte in erster Linie in der Verachtung liegen, mit der er aus einer privilegierten, ja elitären Position auf diejenigen herabschaut, die es weniger gut haben. Alle, die es wissen wollen, wissen, dass viele Menschen gezwungen sind, in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu arbeiten; und alle, die es wissen wollen, wissen auch, dass es ganz und gar nicht erstrebenswert ist, unter solchen Bedingungen zu arbeiten. Taubers Tweet entspricht einem hämischen „Ätschbätsch, selber schuld!“ an die Adresse all derjenigen, die unter Prekarisierung leiden.

Alle Politikerinnen – und insbesondere diejenigen von Volksparteien – wären gut beraten, auf solche Häme zu verzichten. Weil aber nicht jede Aussage durch Beraterinnen geprüft werden kann – leichtsinnigerweise werden manche Twitteraccounts von Praktikantinnen oder gar von Politikerinnen selbst bedient – kommen manchmal durchaus ehrliche Aussagen wie die von Tauber durch. Auf derlei Entgleisungen hat die Union freilich kein Monopol – man denke an Kurt Beck, der im Winter einem Arbeitslosen einen noch gröberen Ratschlag gab: „Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job.“

Solche Äußerungen sind in der Tat skandalös. Dieser offensichtlich skandalöse Aspekt sollte aber nicht über die Probleme der Taubers Tweet zugrundeliegenden „Bildungs“-Ideologie hinwegtäuschen, die in drei weit verbreiteten Lebenslügen besteht.

Die erste Lebenslüge: Wer „etwas Ordentliches“ gelernt hat, bekommt einen „ordentlichen“ Job

Nehmen wir an, dass „etwas Ordentliches lernen“ heißt, eine Ausbildung zu absolvieren, die für einen Beruf qualifiziert, der auf dem Arbeitsmarkt gefragt, relativ hoch entlohnt und in der Regel mit einem „Normalarbeitsverhältnis“ (sprich: einem unbefristeten Vollzeitvertrag) verbunden ist. Auch wer in jungen Jahren etwas in diesem Sinne „Ordentliches“ lernt, ist nicht gefeit davor, dass dieses Ordentliche nach zwei oder drei Jahrzehnten zu einer ganz und gar unordentlichen, auf dem Arbeitsmarkt unbrauchbaren Qualifikation wird. Das prominenteste Beispiel der letzten Jahrzehnte sind wohl Jobs im Bergbausektor, aber auch solche im Dienstleistungssektor werden zunehmend durch Maschinen ersetzbar oder in Länder mit niedrigeren Löhnen verlagert. Eben diese Personengruppen, die in ihren 40ern oder 50ern einen „ordentlichen“ Job verlieren, sind oftmals auf „unordentliche“ angewiesen. „Weiterbildung“ hilft nur begrenzt. Ähnliches gilt für alle, die aus welchen Gründen auch immer darauf angewiesen sind, das Land ihrer „ordentlichen“ Ausbildung zu verlassen. Auch deren Qualifikation ist nach der Migration oftmals entwertet, so dass sie anschließend auf Jobs in „atypischen Beschäftigungsverhältnissen“ angewiesen sind.

Die zweite Lebenslüge: Alle sind selbst dafür verantwortlich, etwas Ordentliches zu lernen

Doch selbst wenn wir von Langzeitentwicklungen absähen und Migration als Randphänomen abtäten (warum sollten wir?), ist Taubers Satz ideologisch, weil die direkte Ansprache: „Wenn Sie was ordentliches[2] gelernt hätten“, rein individuelle Verantwortung suggeriert: Wer nur will und kluge Entscheidungen trifft, kann auch alles erreichen! Jede ist ihres eigenen Glückes Schmiedin! Doch diese Geschichte von der Eigenverantwortung entpuppt sich als Märchen, wenn man die Statistik befragt.

Das deutsche Bildungssystem ist im OECD-Vergleich sozial sehr selektiv. Diejenigen, deren Eltern einen hohen Bildungsabschluss hatten, haben sehr gute Chancen, selbst einen solchen zu erreichen – Kinder aus Arbeiterfamilien haben dagegen nur geringe Chancen. Während diese soziale Selektivität in den USA insbesondere durch das Nebeneinander eines verhältnismäßig schwachen öffentlichen Schulsystems einerseits und eines teuren Privatschulsystems andererseits entsteht, sind in Deutschland Halbtagsschule und dreigliedriges Schulsystem hauptverantwortlich. Erstere sorgt dafür, dass vor allem Kinder, deren Eltern über die notwendigen Ressourcen verfügen, auch nachmittags noch „gebildet“ werden. Letzteres führt dazu, dass Vorentscheidungen über Bildungsbiografien schon zu einem Zeitpunkt getroffen werden, zu dem die Leistungen der Kinder noch besonders stark vom Bildungshintergrund der Eltern geprägt sind und die Einzelnen die Folgen ihrer „Entscheidungen“ noch kaum abschätzen können – die Neigung von Lehrerinnen, Schülerinnen aus Arbeiterfamilien und/oder mit Migrationshintergrund schlechtere Noten und Empfehlungen zu geben, kommt noch hinzu. Durch Taubers Formulierung werden diese systemischen Probleme ausgeblendet, die Bürde wird ganz dem Individuum und seinen Lebensentscheidungen aufgelastet – und die systemischen Probleme hat nicht zuletzt Taubers eigene Partei zu verantworten.

Die dritte Lebenslüge: Wenn alle gebildet wären…

Die günstigste in den sozialen Netzwerken zirkulierende Interpretation des Tweets ignoriert die darin ausgedrückte Verachtung ebenso wie die Verschiebung aller Verantwortung auf das Individuum. Dann hätte Tauber kaum mehr gesagt, als dass Bildung vor Armut und Prekarisierung schützt. Doch auch dies ist letztlich schiere Ideologie. Selbst wenn man den Einzelnen alle Verantwortung für ihre „ordentliche“ Bildungsbiografie aufbürdet, bleibt immer noch das Grundproblem des Kapitalismus: Selbst wenn es jede Einzelne schaffen könnte, können es doch nie alle schaffen.

Selbst wenn man das ignoriert, was man euphemistisch „internationale Arbeitsteilung“ nennt; wenn man also ignoriert, dass unsere Hemden und Smartphones nicht von H&M und Amazon, sondern aus Fabriken in Bangladesch und China kommen, in denen Arbeiterinnen unter erbärmlichsten Bedingungen schuften; selbst wenn man nur auf Deutschland allein schaut, steht fest: Wir können nicht alle CDU-Generalsekretärin sein.

Denn wenn wir alle „etwas Ordentliches“ gelernt haben und „ordentliche“, hochbezahlte, unbefristete Vollzeitjobs in Büros haben, wer packt dann unsere Amazon-Bestellungen in Kisten und wer bringt sie uns nach Hause? Wer brät unsere Burger und wer liefert sie uns mit dem Fahrrad aus? Wer reinigt unsere Büros und unsere Straßen? Die entsprechenden Arbeitsstellen gibt es nicht deshalb, weil zu wenige Menschen „etwas Ordentliches“ gelernt haben. Die Arbeitsstellen gibt es, weil das ganze Wirtschaftssystem (jedenfalls zum gegenwärtigen Stand der technischen Entwicklung) ohne sie nicht funktionieren könnte.

Dass der Anteil von prekären Beschäftigungsverhältnissen immer weiter zunimmt, liegt nicht daran, dass das Bildungsniveau immer weiter fallen würde. Es liegt daran, dass diese Beschäftigungsverhältnisse für die Arbeitgeberinnen viel attraktiver sind, daran, dass die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt die Arbeitgeberinnen begünstigen, und daran, dass das „flexibilisierte“ Arbeitsrecht ihnen die entsprechenden Freiheiten lässt.

Bildung ist gut. Bildung kann nicht nur den Einzelnen zu einem besseren Leben, sondern auch der Menschheit als ganzen zu mehr Wohlstand verhelfen. Gegen Prekarisierung kann sie aber allenfalls individuell wirken. Ernsthaft schützt vor Prekarisierung nur eine Gesellschaft, die niemanden prekarisiert – und dorthin führt in erster Linie nicht „ordentliche Bildung“, sondern „ordentliche Organisierung“.

[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich das generische Femininum. Sofern der Kontext es nicht anders impliziert, sind mit weiblichen Formen alle gemeint, unabhängig davon, ob sie sich als weiblich identifizieren. Männer sind mitgemeint.

[2] Es fällt schwer, sich angesichts von Taubers Snobismus nicht über seine kreative Kleinschreibung zu mokieren. Aber dann macht man meistens selbst einen Fehler und es wird peinlich.

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21 Kommentare zu “Taubergate: Lebenslüge Bildung

  • #1
    Michael

    "Alle Politikerinnen – und insbesondere diejenigen von Volksparteien – wären gut beraten, auf solche Häme zu verzichten."

    Wie kommen Sie auf Politikerinnen? Was haben die Weiber damit zu tun? Tauber ist eine Mann.

  • #2
    Werner Niedermeier

    "Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich das generische Femininum. Sofern der Kontext es nicht anders impliziert sind mit weiblichen Formen alle gemeint, unabhängig davon, ob sie sich als weiblich identifizieren. Männer sind mitgemeint."

    Nein, ich rege mich nicht über Genderidioten auf. Ich bin ganz ruhig. Auch wenn dieser sexistische und sachlich falsche Schwachsinn einfach nur diskriminierend ist.

    Erstaunlich, dass der Text trotzdem vernünftige Gedankengänge enthält. Vielleicht ist beim Autor ja noch nicht jede Vernunft abgestorben.

    Ich bleibe ganz ruhig. Ganz ruhig.

  • #3
    ke

    "Äußere Zwänge" , "Ich kann nicht" ….

    Objektiv betrachtet relativiert sich das oft. Andere Menschen können eben doch. Auch mit dem bildungsfernen Hintergrund. Auch mit Kind. …

    Ist anstrengend, geht aber. Der Text geht mir hier zu sehr von einem passiven Menschenbild aus.

    Final ist eben doch jeder für sich selbst verantwortlich. Wie heißt es so schön.

    Augen auf bei der Berufswahl.

    Meistens sind eben doch diejenigen, die mehr investieren, in den höheren Gehaltsklassen. Nur ist dies bspw. für die heutige Jugend oft gar nicht mehr erstrebenswert.

    Dann kommt wieder die Frage, was Bildung ist und welchen Wert sie in der Gesellschaft hat. Welche Vorstellungen vom Berufsleben hat ein junger Mensch bspw., der "Gedöns" studiert? Will er in die Politik gehen?

    Arbeitszeiten, Jobs etc. sind individuell.
    Jeder Beruf hat andere Vor-/Nachteile. Die meisten Menschen sind unglücklich im Job.

    Ob Vollbeschäftigung dann wirklich bedeutet, dass viele einfach mehrere kleine Jobs haben, wir sich zeigen. Ich sehe die klassischen Arbeitnehmerrolle im Aussterben.

    Wer soll die "einfachen" Jobs machen wenn alle Mega-qualifiziert sind?
    Entweder jeder als Add-on (wie viele Service Stellen im Büro wurden schon gestrichen) oder Kollege Roboter in direkte Konkurrenz mit Zuwanderern.

  • #4
    Arnold Voss

    @ 1
    Michael, in diesem Fall ist es völlig egal welchem Geschlecht auch immer dieser Mensch angehört. Diese Person steht für das ganze politische Aufstiegselend von geschwätzigen Berufsopportunisten, dass die politische Landschaft Deutschlands so öde, intrigant und provinziell macht.

  • #5
    Arnold Voss

    @ KE # 3
    Selbstverantwortung trägt der Mensch nur im Rahmen seiner Möglichkeiten. Nur wer kein Ahnung hat geht davon aus, dass die bei allen gleich sind. Die Wahrheit nicht nur in Deutschland, aber hier ganz besonders, ist: Egal wie blöd du bist, bekommst du einen Job, wenn du, bzw. deine Eltern und Freunde die entsprechenden Connections haben.

    Bist du nicht völlig bescheuert, ist unter diesen Voraussetzungen sogar eine durchschnittlich bezahlte Dauerstelle drin. Bist du nur einigermaßen intelligent, gibt es so schon eine überdurchschnittliche Vergütung mit passablen Rentenansprüchen. Bist du wirklich überdurchschnittlich intelligent und begabt, gibt es allerdings nur dann nach oben keine Grenzen, wenn deine Eltern schon sehr weit oben sind.

    Für den Rest ist der Aufstieg die Ausnahme von der Regel, egal wie motiviert sie sind und wieviel Bildung sie sich in die Birne pressen. Es sei denn, sie werden angestellte Partei Soldaten wie Tauber Nuss Peter. Ein Menschen Typus, der dieses Landes politisch verseucht wie kein zweiter. Da hilft auch kein Hipsterbärtchen und keine Designer Brille.

    Sie sind viel mehr das untrügliche Markenzeichen der neusten Edition dieser Sorte von jackenzupfenden Sprachrobotern mit fast menschlichem Antlitz . Austauschbar wie Fritteusen Öl und in kürzester Zeit genauso schmierig.

  • #6
    Tilleulenspiegel

    Ich gebe zu, dass ich den Beitrag nicht zu Ende gelesen habe. Ich habe aber weitergelesen, obwohl ich die Relativierung von Bildungsnotwrndigkeiten in dieser Tonalitöt nicht nachvollziehen kann, und fpr völlig abwrgig halte.

    Bildung ist fast die einzige Chance,sein Leben in beruflicher und damit such sonstiger Weise selbstbestimmt zu gestalten Dies teifft fpr Nenschen, die in Bildungsschichzrn hineingrboren wurde,wie auch solche, die unter wrniger " grbildeten Umstöndrn" aufwachsen mussten.

    Durch Bildung können gesellschaftliche Umstönde- oder soll ich "Klassen" sagen- günstigstenfalls egalusiert werden.

    Dass dies nicht allen Gebildeten gelingt, kann viele Ursachen hsben- eigenes (Sozial-) Verhalten, Sucht, Rassismus -iranische Akademiker als Taxifahrer- ,auch Pech, ungünstige Branchrnrntwicklung usw.

    Dass all das aber nur dem geringsten Teil der gering oder schlecht Wusl6fiezierten auch nzr annöhernd gemingt, daef bezwrifelt werden.

    Bringen wir es kurz auf einen Nenner- mit aBildung hst man die Möglichkeit, alles bzw, viel zu erreichrn-wenn es denn sonst stimnt,

    Ohne Bildung sieht es da für sehr viel nehr Menschen hingegen ausgesprochen schlecht aus,

  • #7
    Jens Schmidt

    Hinter der biedermeierlichen Fassade des CDU-Wahlprogramms hat Peter Tauber den kalten Neoliberalismus eines Ronald Reagan rausgeholt, das Dogma vom Trickle-Down-Effekt, wonach man den Reichen alle Reichtümer belassen muss, weil dann bis unten Vollbeschäftigung durchsickert. Leider alles schon gehabt und krachend durch die Erfahrung der Geschichte widerlegt.

  • #8
    Robin Patzwaldt

    Der ganze Vorgang macht einfach nur wütend. Es zeigt wirklich jedermann, wie realitätsfern in diesem Lande inzwischen von scheinbar führenden Politikern gedacht wird. Da stellt sich einem ja schon die grundsätzliche Frage, wie es soweit kommen konnte….und warum diese Leute immer noch gewählt werden bzw. wie sie eigentlich allen Ernstes in ihre Ämter gelangen konnten….

  • #9
    ke

    @5:
    Eltern weit oben: Das kann ein Vorteil sein, kann aber auch Vernachlässigung bringen. Natürlich lernt kind, sich in den Kreisen zu bewegen, hat Auslandserfahrungen, Freunde etc.
    Connections: Was ist daran schlimm? Final muss man immer überzeugen. Wie der Mensch funktioniert, ist teilweise erforscht.

    Sind die Möglichkeiten gleich? Nein, natürlich nicht. Aber jeder hat Fähigkeiten, die er entdecken kann, in deren Rahmen er agiert. Hier gilt es Chancen zu erfassen.

    Ein schwerer Mensch wird kein Bergläufer, eine schlanke Ausdauersportlerin wird keine Kugelstoßerin.

    Was ist Aufstieg? Ein gutes Auskommen zu erzielen?
    Politiker-Karrieren: Nein danke.
    Politiker-Karrieren: Arbeiter/Dauerstudent/Gewerkschaftler, Angestellter im Bereich Gedöns im städtischen Unternehmen bzw. einer Stiftung, Abgeordneter

  • #10
    Rainer

    "Denn wenn wir alle „etwas Ordentliches“ gelernt haben und „ordentliche“, hochbezahlte, unbefristete Vollzeitjobs in Büros haben, wer packt dann unsere Amazon-Bestellungen in Kisten und wer bringt sie uns nach Hause? Wer brät unsere Burger und wer liefert sie uns mit dem Fahrrad aus? Wer reinigt unsere Büros und unsere Straßen? Die entsprechenden Arbeitsstellen gibt es nicht deshalb, weil zu wenige Menschen „etwas Ordentliches“ gelernt haben. Die Arbeitsstellen gibt es, weil das ganze Wirtschaftssystem (jedenfalls zum gegenwärtigen Stand der technischen Entwicklung) ohne sie nicht funktionieren könnte." – das bringt es für mich auf den Punkt. Danke, sehr lesenswert und von einem jungen Generalsekretär einer deutschen, christlichen Partei mit einem solchen "beruflichen" Werdegang erwarte ich Empathie, auch wenn es nur per Tweet ist.

  • Pingback: Taubergate | blog tombeta

  • #12
    wirtschaftswaise

    Das dreigliedrige Schulsystem war Jahrzehnte lang ein Erfolg und hat (zusammen mit der dualen Ausbildung) zur Spitzenstellung Deutschlands in der weltweiten Wirtschaft beigetragen bis, ja bis es durch linksgrüne "alle-sind-gleich-keiner-muss-was-leisten-"-Experimente und "Reformen" kaputtgemacht wurde (lebe in NRW, weiß wovon ich spreche).

    Aber hey – es wurde ja im Artikel festgestellt: der Kapitalismus ist schuld. Na dann…

  • #13
    Corin Hazen

    "Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich das generische Femininum. Sofern der Kontext es nicht anders impliziert, sind mit weiblichen Formen alle gemeint, unabhängig davon, ob sie sich als weiblich identifizieren. Männer sind mitgemeint."

    Für mich ist das klasssische /innen leichter zu lesen. Mal abgesehen das es zu Verwechslungen oder Fehlinterpretationen führen kann.

    mit Freundlichen Grüßen

    Corin Hazen

  • #14
    DEWFan

    #10: das machen dann Roboter, kein Problem. Im Kapitalismus benötigen wir immer mehr Konsumenten und immer weniger Produzenten. Auch das ist noch kein Problem, aber Moment, der Konsument braucht ja ein Einkommen…

    Also BGE und die Roboter zahlen dafür die Einkommensteuer, bzw. deren Bosse 🙂

  • #15
    Arnold Voss

    @ wirtschaftswaise #12
    Das dreigliederige Schulsystem war schon ohne links grüne Reformen scheisse. Im Gegensatz zur dualen Ausbildung. Einfach mal in der Welt umschauen und Exportüberschüsse nicht mit wirtschaftlichem Erfolg verwechseln. 🙂

  • #16
    Volker

    "Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich das generische Femininum."
    NEIN! Der Text wird dadurch nicht besser lesbar!
    Eine verhunzter Schreibstil bleibt ein verhunzter Schreibstil, egal mit welchen Krücken man diesen Genderquatsch dort rein murksen will…
    Wenn man deswegen den Sinn eines Textes nicht mehr gleich erkennen kann, dann ist das Gegendere ab zu lehnen…

  • #17
    Thomas Vollmar

    Selten liest man solch einen Schwachsinn.

    "…ist nicht gefeit davor, dass dieses Ordentliche nach zwei oder drei Jahrzehnten zu einer ganz und gar unordentlichen, auf dem Arbeitsmarkt unbrauchbaren Qualifikation wird…"
    Ja, natürlich! Die Welt ändert sich. Sehr schnell sogar. Das ändert Berufsbilder und wer sich da nicht mit ändert, wer sich nicht neue Fähigkeiten und Fertigkeiten aneignet -und zwar solche, die auch gebraucht werden!!!- der wird ein Problem kriegen.
    "Zwei oder drei Jahrzehnte" – Wer mal zurückdenkt, wie ein Handy vor drei Jahrzehnten aussah -das war eine Telefonzelle- was für ein Koffer ein C-Netz-Telefon war, wie klobig die ersten Handys waren, mit denen man nur telefonieren konnte – und das mit heutigen Smartphones vergleicht, der dürfte unschwer erkennen, wie sich vieles ändert. Jener stolze Besitzer eines C-Netz-Kastens von 1992 hätte damals mit einem IPhone7 nichts anfangen können. Heute könnte er es locker. Was ist geschehen? Der hat gelernt, ganz einfach. Das macht selbst der berufslose HartzIV-Empfänger ohne Schulabschluß so oder jemand mit drei Minijobs. Die Herstellung des C-Netz-Kastens war ebenso eine völlig andere Technologie, wie die heutige eines Smartphones. Auch da kann man, MUSS man lernen. C-Netz-Kästen heute noch zu produzieren, weil man sich zu fein ist, sich passend weiterzubilden, wäre dem eigenen Einkommen kaum zuträglich.

    Lernen MUSS jeder selber. Niemand, kein Politiker, kein Sozialamt kann einem das abnehmen, einem das schenken. Lernen ist Leistung. Wer sich außerstande sieht, derlei Lern-Leistung zu erbringen -für sich selber!!- der hat kein Recht darauf, von jenen durchgefüttert zu werden, die solche Leistungen ganz selbstverständlich auf sich nehmen und ebenso selbstverständlich ihren eigenen Lebensunterhalt damit verdienen. Solche Leute sind die weit weit überwiegende Mehrheit. Das ist so selbstverständlich, dass da gar keiner drüber nachdenkt.
    Nur eben ein paar glauben, derlei nicht nötig zu haben.
    Der Fehler, dass Menschen über drei Minijobs klagen -was im übrigen gar nicht geht- liegt nicht bei denen, die sich im Berufsleben fit halten.

    Sondern bei jenen, die nur jammern und fordern, wie dieser durchgegenderte Autor.

  • #18
    wirtschaftswaise

    @ Arnold Voss

    Meldung von heute: "Deutsche vererben jährlich 400 Milliarden Euro"

    Diese geschaffenen Werte wurden dann offenbar auch verwechselt?

  • #19
    Arnold Voss

    Ein Erbe ist für den Erben ein leistungsloses Einkommen das sich obendrein ohne seine Leistung weiter vermehren kann. Es hat deswegen als solches mit der Wirtschaftskraft und Produktivität eines Landes nichts zu tun. Was meinen sie wohl, wieviel Milliarden z.b. in Saudi-Arabien oder in Russland vererbt werden.

  • #20
    Davbub

    8: :"…und warum diese Leute immer noch gewählt werden bzw. wie sie eigentlich allen Ernstes in ihre Ämter gelangen konnten…"
    Weil sie die Menschen in diesem Land mehrheitlich diese wählen. In diesem besonderen Fall ist wahrscheinlich die Mehrheit der Menschen Taubers Ansicht. Nur weil die politischen Sittenwächter bei Twitter u.A. einen s.g. "Aufschrei" produzieren, heißt das nicht, daß sie die Meinung der Mehrheit der Bürger in diesem Land wiederspiegeln. Nur weil "… in den Medien…" ein paar hundert- wegen mir auch tausend- Kommentare Tauber widersprechen und von "Respektlosigkeit" faseln, ist das auch so richtig. Das sind nur Meinungen. Tatsächlich haben ca 80 Mio. nicht widertwittert- na, gut, die meisten waren wohl auch an einem sozialversicherungspflichtigen, unbefristeten Arbeitsplatz mit der Erwirtschaftung von Lohn & Steuern beschäftigt. Ein shitstorm richtet sich doch nicht gegen den Angesprochenen, sondern an die Medien, die sich hier auch gerne einspannen lassen, da kann man sich die Recherche sparen…
    In meinem sozialen Umfeld sind die Äußerungen Taubers jedenfalls nicht auf Kritik gestoßen.

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